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______________ Einzelnummer 13 Goldpsermig

SanauerSAnzeiger

General-Anzeiger / AmMches Organ für Stadt- vnd Landkreis Sanau a. M.

Erlcheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237.

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Nr. 11

Montag den 14. Januar

1924

Das Neueste.

- Me Gemsindewahlen in Sachsen haben eine Niederlage der Sozialdemokraten gebracht.

Französischerseits wird gegen die englische Untersuchung der Separatistenbewegung in der Pfalz scharfe Opposition getrieben.

- Der französische General de Metz wid­mete dem getöteten Separatistenführer Heinz einen Nachruf und bezeichnete Heinz als einen Freund Frankreichs.

Wie der Temps mitteilt, wird die Bot­schafterkonferenz in aller Kürze zusammentreten, um die vorgestern in Paris überreichte Note der deutschen Regierung über die Wiederaufnahme der interalliierten Militärkontrolle zu prüfen.

Auf -em Wege zur inneren Gesundung.

Der parlamentarische Horizont fängt all­mählich wieder an, sich vor unseren Blicken zu öffnen. Die sozialdemokratische Partei sucht mit aller Macht ein Betätigungsfeld für ihre Agi­tation, um ihre inneren Schwierigkeiten damit einigermaßen zu verdecken. Wir wollen aber doch hoffen, daß man diesem Versuchen Wider­stand leistet und das Parlament vorläufig noch aus dem Spiel läßt. Die Verzögerung der dritten Steueroerordnung des Reichsfinanz­ministers Dr. Luther beweist zur Genüge, daß es der Regierung auch ohne Parlament schwer genug wird, rasch vorwärts zu kommen. Aber immerhin: es geht im Innern vorwärts. Der Etat der Reichseisenbahn ist seit 1. Januar wie­der einigermaßen im Gleichgewicht und wenn die Regierung die vorhandenen Steuerquellen

und durch Vereinfachung des MrMrèns auch für einen vollen Ertrag der vorhandenen Quellen sorgt, so wird auch der Reichsetat in absehbarer Zeit ins Gleichgewicht zu bringen sein. In der Zwischenzeit braucht der Reichstag sich nicht allzusehr zu bemühen. Die Frage des Belagerungszustandes und sonst beliebte Gegenstände des Parteigezänks sind wirklich von untergeordneter Bedeutung. Die Hauptsache ist, daß wir die im Gang befindliche innere Sanierung wirklich auf einen erfolgver­sprechenden Stand bringen. Wenn die Sozial­demokratie glaubt, unter dem Belagerungszu­stand seufzen zu müssen, so möge sie sich bewußt sein, daß die Welt rund ist und sich dreht. Die Zeit ist noch nicht lange her, da die Sozialdemo­kratie oben war und mit Hilfe des Schutzgesetzes andere Parteien und deren Organe noch ganz anders knebelte.

Freilich ist die Gesundung unserer Finanzen und unserer Wirtschaft eine Utopie, wenn nicht unsere Entschädigungsverpflichtungen der En­tente gegenüber endlich vernünftig und er­träglich geregelt werden. Hier wird die nächste Zeit von ausschlaggebender Bedeutung sein. In Paris soll heute der erste Sachverständigenaus- ihuß zusammentreten, der sich mit der deutschen Leistungsfähigkeit beschäftigt und diese Frage allerdings unter der Obhut der Reparations- kommlsfion prüfen wird. Die Amerikaner wollen, daß jeden Tag Sitzungen abgehalten werden. Sie fassen die Frage geschäftlich auf und haben kein Verständnis für politische Hem- wungen. Die entscheidende Frage aber ist die, b die Hemmungen der französischen Gewalt­politik nun endlich gemildert werden oder ganz mfhören sollen. Was helfen schließlich alle Gut­achten von Sachverständigen, wenn die fran­zösische Politik nach wie vor taube Ohren hat. Man denkt unwillkürlich an die Pariser Tagung der internationalen Bankleute zurück, die auch fruchtlos geblieben ist. Aber vielleicht haben sich damals die Zeiten doch etwgs geändert. Frankreich befindet sich heute im Strudel eines 6anz unverkennbaren Währungsverfalles und wir wissen aus eigener Erfahrung, welche zer- nurbenden Folgen eine solche Erscheinung hat.

Entwertungsprozeß ruht auf der Bevölke^ ung wie ein unentrinnbares Schicksal. Und westlich wird das Verlangen nach einem Ende ^ Elementar, daß es sich irgendwie durchsetzt.

$ aber hat es leicht, seinem Währungs- 2 u^i" Eude zu bereiten. Es braucht nur zu einer ehrlichen wirtschaftlichen rftandigung die Hände zu bieten. Solange .. B?3 nicht tut, sondern seine Vernichtungs- fortsetzt, wird es unrettbar auf der Bahn ^^o wirtschaftlichen Verfalles mit in die Tiefe ^ Zuverlässige Berichte, die aus Paris nach L^eriin gelangten., lassen keinen Zweifel daran,

MjliWage her SosMemotraienin Stilen

Die'Gemeinderalswahlenin Sachsen haben gestern im ganzen Lande einen ruhigen Verlauf genommen. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen rege. Aus sämtlichen bisher vor­liegenden Wahlergebnissen ergibt sich eine mehr oder weniger starke Verschie- bung nach rechts. Die vereinigten Sozialdemokraten haben allgemein schwere Wahlniederlagen erhalten und einen sehr großen Teil ihrer Stimmen an die Kommunisten verloren. Zahlreiche Orte, die bisher sozialistisch-kommunistische Mehr­heiten oder Gleichheit in der Zahl der Sitze aufwiesen. Hab^n bürgerliche Mehrheiten er­halten.

Leipzig, 13. Jan. Bei den heutigen Stadt­vorordnetenwahlen erhielten, die Bürgerlichen 38 Mandate, die Sozialdemokraten und Kom­munisten 35 Mandate. Bisher hielten sich die Gruppen mit je 36 Mandaten das Gleichgewicht.

Leipzig, 13. Jan. Nach den bis jetzt vor­liegenden Meldungen wurde in 23 Ortschaften eine bürgerliche Mehrheit, in 19 eine soziali­stisch-kommunistische Mehrheit erzielt.

Dresden, 13. Jan. Bei den heutigen Stadt­verordnetenwahlen wurden nach der bisherigen Zählung von 434 000 Wahlberechtigten 294 000 Stimmen abgegeben. Nach den vorläufigen Feststellungen entfallen auf die vereinigten Bürgerlichen 39, auf die Deutsch-Sozialen vier, auf die vereinigten Linksparteien 32 Mandate. Im alten Kollegium, in dem die Zahl der Stadt­verordneten 84 betrug, die jetzt auf 75 Herab­

daß die Erkenntnis sich dort durchzusetzen an-j sprechen. Sie würde auch allen berechtigten Bestre- ' " "" ~ " billigen des deutschen Patriotismus gerecht werden.

Würde nicht die französische Politik, wenn wir Eng­land und Deutschland gegenüber in dieser Weise in die Er­scheinung getreten wären, bevor man das Ergebnis der englischen Wablen kannte, für den iustinktivcn, unklaren Drang leitend geworden sein, der in allen Völkern das Verlangen nach der Befestigung des Friedens laut werden lasse? Dkan würde die Oeffent- lidjfeit täuschen, wenn man sie in dem Glauben ließe,

fängt und daß die Stimmung umzuschlagLN be­ginnt. Die Oppositionsführer reden in der fran­zösischen Kammer eine außerordentlich deutliche Sprache und die Aussicht auf einen Wahlkampf bei sinkender Währung macht den politischen Machthabern Frankreichs doch einige Sorgen. Menn man denTemps" von heute mit dem Temps" vom November vergleicht, so springt der Unterschied in die Augen. Der eiskalte Temps von früher erwärmt sich heute für deutsch-französische Wirtschaftsverhandlungen. Die begeisterte Aufnahme, die Herr Rechberg in Paris gefunden hat, ist zum großen Zeil auch mit auf dieses Konto zu setzen. Wir werden allerdings abwarten müssen, ob diese Stimmung auch ihre Probe bestehen wird. Die französische und die belgische Antwort sind in wesentlichen Punkten ablehnend. Aber es ist bei ihrer Ueberreichung ausdrücklich betont worden, daß beide Staaten weiter verhandeln wollen. Deutschland ist dazu bereit, aber es muß der Gegenseite ein für allemal klar sein, daß Deutsch­land seine Leistungen nur wieder aufnimmt, wenn es dadurch seine Freiheit sichern kann, daß es nur liefert und zahlt, wenn es weiß, daß auch die Gegenseite dann ihre Verpflichtungen erfüllt. Ohne den ehrlichen Willen zur Verstän­digung geht es auch sonst nicht. Eine inter­nationale Anleihe ist der Schlüsselpunkt des ganzen Entschädigungsproblems. Sie ist aber nur zu erhalten, wenn Frankreich Deutschland im Rahmen der vertraglichen Bestimmungen die Freiheit seines wirtschaftlichen Handelns zu­rückgibt. Wird der verhängnisvolle Kreislauf der französischen Politik endlich durchbrochen werden? Das ist die Frage, von der die Lösung des Reparationsproblems und Frankreichs Zukunft abhängt.

Verspäte Einsicht -esTemps".

Paris, 12. Jan. Im Anschluß an die Rede, kie Herriot gestern in der Kammer hielt, wirft derTemps* die Frage auf, warum eS nach der Unterredung wischen Baldwin und Poincars am 19. September 1923 zu keiner französisch-englischen Annäherung ge- tommen sei. Nachdem am 15. November Baldwin und der englische König im Unterbaust zu v rslehen gegeben hätten, daß die sranzösich-englische Zusammen­arbeit unmöglich fein werde, habe in England die Wahlkampagne und 'N Deutschland eine Zeit angst­erfüllten Wartens bcgonn'n. Was hatte man da­mals in Frankreich tun können? Hatte man nicht, ohne einen Augenblick zu verlieren, den englischen Wählern ein zutreffendes Bild der 'ranzösncheu Pelitik vermitteln müssen? Hätte man nicht, während man über die schätzenswerten, aber doch vorläufigen Düssel­dorfer Verträge verbandelte, gleichzeitig eine Gesamt­regelung der Neparalwnsiäage entwerfen mnss n? Eine erartige Regelung würde, wenn sie richtig vei standen würde, den wahren Interessen der deutschen Produ- «nten. der Unternehmer wie auch der Arbeiter ent3

gesetzt wurde, war das Verhältnis der Rechten zur Linken 42 zu 42.

Chemnitz, 13. Jan. In Chemnitz bekamen die bürgerlichen Parteien 67 930 gegen 67 923 Stimmen der Sozialdemokraten, Unabhängigen und Kommunisten.

Chemnitz, 13. Ian. In Reichenbach, Werdau und A d o ch wurden bürgerliche Mehrheiten erreicht.

Plauen (Vogtland), 13. Jan. Wahlergebnis: Gewählt wurden 38 Bürgerliche und 23 Sozial­demokraten und Kommunisten (bisher 33 Bür­gerliche und 27 Sozialdemokraten).

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Von den sächsischen Gemeinderatswahlen werden weiter folgende Ergebnisse bekannt:

Frankenberg: 16 Bürgerliche, 15 So­zialdemokraten gewählt; bisheriges Verhältnis 15 zu 15.

Neustadt: gewählt 10 Bürgerliche, 5 So­zialdemokraten und Kommunisten; bisher 8 zu 7.

Zittau: gewählt 20 Bürgerliche, 19 Sozia­listen und Kommunisten; bisher 17 zu 10.

Mittweida: 12 Vertreter der Rechten, 13 Vertreter der Linken; unverändert.

Löbau: 12 Bürgerliche, 9 Sozialisten und Kommunisten; bisher 11 zu 10.

Bischofswerd a: 12 Bürgerliche, 7 So­zialisten und Kommunisten; bisher 11 zu 7.

Meißen: Bürgerliche 20, Sozialisten und Kommunisten 17; bisher 18 zu 18.

als ob die Neparationssrage durch eine einfache tech­nische Exekutive gelöst werden könne, wie die Enquete, die am Montag beginnen solle, sie berfleHe. Dn Arbeit der Sachverständigen könne von gutem Nutzen sein. Sie würden die Gelegenheit finden, die Formel einer Lösung zu finden, aber diese Formel würde sich nur dann verwirklichen lassen, wenn die politischen Voraussetzungen günstig seien. DaS seien sie aber heute nicht. Herriot habe gestern mit vollem Recht daran erinnert, daß die Bildung eines neuen eng­lischen Kabinetts eine französisch-englische Annäherung zur Fdlge haben sollte. Nach seiner Auffassung würde eine derartige Annäherung in großem Maße iur Lösung dec Reparationsfrage beitragen. Wenn aber eine wirkliche Annäherung zustande kommen sollte, so müsse man heute wissen, warum diese Annäherung gestern ausgeblieben fei. Sollte nicht der Mangel an Ideen daran schuld sein, und wäre er nicht auch heute noch die Hauptsache, daß man ein Programm hätte?...

Die Lage in -er Pfalz.

General de Wetz feiert den ermordeten Sepa­ratistenführer Heinz als einen Freund Frankreichs.

In Speyer fand gestern die Trauerfeier für den ermordeten Separatistenführer Heinz- Orbis statt, die ein neuer Beweis dafür war. wie außerordentlich gering die zahlenmäßige Beteiligung der Pfälzer an der separatistischen Bewegung ist. denn nur etwa 300 Personen einschließlich der separatistischen Truppen und der Franzosen nahmen daran teil. Gene­ral de Wetz feierte den Getöteten in einem in französischer Sprache gehaltenen Nachruf als einen Freund Frankreichs un­legte darauf an der Bahre im Namen Frank­reichs einen Kranz nieder. Nach der Feier wurde die Leiche in die Heimat übergeführt. Der Leichenzug zum Bahnhof wurde durch separatistisch Truppen geschützt, die den Zug milder Separatistenfahne eröffneten und auch die Nachhut bildeten, wobei sie Pfeifen und

Zigarelten rauchten.

London, 14. Jan. Der Sonderberichter­statter derDaily News" in Speyer sieht in der Teilnahme des General de Metz an der Beerdi­gung einen weiteren Beweis der Tatsache, daß die separatistische Bewegung von den höheren französischen Vertretern in der Pfalz begünstigt wird. Der Bericbterstatter erklärt, die von der britischen Regierung für die offizielle Unter­suchung angegebenen Gründe seien also vollauf berechtigt.

Speyer, 14. Jan. Der französische Ober­delegierte für die Pfalz, General de Metz, hat die Bekanntgabe der Erklärung verboten, dis am gestrigen Sonntag in sämtlichen katholi­schen Kirchen der Pfalz von der Kanzel herab verlesen werden sollte, und die die Aufforde­rung an die Katholiken der Pfalz enthält, der ungesetzlichen und unrechtmäßigen sogenann­ten autonomen Regierung keinen Gehorsam zu leisten.

Französische Opposition gegen eine englische Untersuchung.

Nach einer Meldung derMontags-Post" ist der britische Generalkonsul in München Clives Soimtag früh nach der Pfalz abgereist, um im Auftrage seiner Regierung über das Vorgehen der Franzosen im Zusammenhang mit dem Treiben der Separatisten sich zu orientieren. Seine Abwesenheit von München wird etwa fünf Tage dauern.

Paris, 13. Jan. In Paris wird angenom­men, daß der englische Generalkon- s u l C l i v e s in München heute in der P f a l z ankommt, um im Auftrage seiner Regierung eine Enquete über das Verhalten der franzö­sischen Behörden gegenüber der Sonderbünd­ler-Regierung in Speyer zu veranstalten. Das Echo de Paris" berichtet, daß die Verhand­lungen der Rhei landkommission vom 2. Januar über die Anerkennung der Verord­nungen der provisorischen Regierung der Sonderbündler nur vorläufigen Charakter hatten, da die Entscheidung gegen den eng* tischen Delegierten getroffen worden war. Es hätte also eine zweite Beratung stattfinden müssen, die am Donnerstag begonnen habe. Diese sei aber aus Anraten Belgiens aufge* schoben worden. Die englische Regierung khnne also nur zwischen der Aerkennung der pfälzischen Regierung uno einer Prozedur wählen, in die sie im Begriff stehe, sich einzu­lassen. Eine mittlere Linie gebe es n i ch t. Das Vorgehen Englands hätte nur einen freundschaftlichen Charakter tragen kön­nen; das sei aber jetzt nach der Ermordung von Heinz kaum möglich. Wenn der englische Generalkonsul in der französischen Besetzungs­zone eine Enquete gegen den Willen des Kom-

Mandanten veranstalte, müsse er notwendiger­weise der Autorität »der Rheinlandkommission Abbruch tun. Das verstoße gegen die R h e i n la n d a k t e und gegen die G e - schäftsord nun g der Rheinland- kommission. 1921 habe die Rheinland- kommission bestimmt, daß das Exequatur des Deutschen Reiches für ausländische Konsuln im besetzten Gebiete nur nach Zustimmung her Rheinlandkommission gültig sei. Es müsse also die Frage aufgeworfen werden, ob der Gene­ralkonsul Clive um die Genehmigung nachge­sucht habe. DasEcho de Paris'" erklärt, daß das nicht der Fall fei. Die französische Regie­rung werde die britische Geste damit beant« warten, daß sie offiziell bestimmt, wer Clive bei der Reise begleite.

Die unhaltbaren Zustände.

Bern, 13. Jan. DieNeue Züricher Zeitung" schreibt zu den Vorgängen in der Pfalz: Die Bluttat I von Speyer beleuchtet grell die unhaltbaren Zustände, die sich unter dem Terror der Sonderbündler mit offener , französischer Dulcung in der bayerischen Pfalz beraus- bildeten. Von Anfang an war offensichtlich, daß Frauk- 1 reich die pfälzische Separatistenbewegung aktiver unter« , stütze als die rheinische. Das mag mit der geographischen Lage der Pfalz zusammenbänaen, die als unmittel­bares Nachbargebiet Elmsi-Lothringens und des vom Frankreich bekanntlich heftig umworbenen Saarlandes , für die französische Politik eine besondere Bedeutung bat. Unter den Augen des Generals de Metz terrori­sierte zweifellos eine nur eine kleine Minderheit der' Bevölkerung repräsentierende Autonomistcnrcgierung. mit einigen hundert bewaffneten Separatisten das ganze Land rücksichtslos. öS wurde ausgewiesen, wer für die deutsche Regierung arbeitete. Auch die Rhein­land k o m m i s s i o n, in der Frankreich, Belgien und immer noch England vertreten sind, fing seit Jahresbeginn an, die Verordnungen der Separatisten- bewegung offiziell zu registrieren und da­mit als rechtsgültig anzuerkennen. Gleichzeitig hörte man von einer diplomatischen Demarche, die Lord Curzon in Paris unternommen habe, um über die merkwürdige Tätigkeit der französischen Besatzungs- betörde in der Pfalz Aufschluß zu verlangen. Curzons Neugierde und Besorgnis sind verständlich, nicht minder berechtigt aber ist die Frage, wie lange noch England mit der einen Hand in der Rheinland, kommission die iranzösischen Pläne am Rhein fördern helfen und mit der anderen gleichzeitig in Paris dagegen protestieren will.

Be-efch in einerneuenVermiltterroNe.

Landan, 13. Jan. Der diplomatische Be- richt^siattu desObieroer" teilt mit. daß Dr.: