Einzelnummer 13 Gol-pfennig
SanauerS Anzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.
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Be» « arv reis für die Zeit vom 11. bis 21. Januar 90 Eoldpfennig obne TrSgerlobn Einzelnummer 13 Eoldviennig. — Anzeigenvreile: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldviennig. für die Reklamezeile (68 mm) 50 Eoldviennig Oiierlenaebübr 10 Eoldviennig. — Geschäfts stelle Hammer st rake » k--------------------------------------------------->
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Ar. 9
Freitag den 11. Januar
1924
Das Neueste.
â Wie gemeldet wird, ist das Reichskabinett gestern abend zu einer Beratung der Vorkommnisse in der Pfalz zusammengetreten.
— Wegen Erschießung der pfälzischen Separatistenführer wurden deutsche Bürger als Geißeln festgenommen.
— Anläßlich der Wiederkehr des Jahrestages des Ruhreinbruches hat der Reichskanzler eine Kundgebung erlassen.
Em Fahr französische Schande.
Der 11. Januar wird in der Geschichte des deutschen Volkes nicht wieder vergessen werden, denn es ist der Tag, an dem die Franzosen wider Recht und Vertrag in friedliches deutsches Land eingefallen sind. Dieser Raubzug, für den Poincarâ Scheingründe über Scheingründe gesammelt hat, war lange vorbereitet. Er war für Frankreich zugleich die Probe, die Schicksalsfrage: wer ist die stärkste Macht in Europa, wer ist die stärkste Macht in der Welt? Seit dem Ende des Krieges hat Frankreich auf dieses Ziel hingearbeitet. Und es hat das Ziel erreicht. Der Stand der Waffen in der Luft und auf der Erde geben Frankreich ein Uebergewicht, in dessen Besitz es sich jedes Unrecht erlauben kann, ohne ernsten Widerstand befürchten zu müssen. England und Amerika äußerten zwar vorsich tig ihr Mißfallen über den Plan einer Besetzung des Ruhrgebietes, aber als sie sahen, daß Frankreich sich um diese Warnungett nicht kümmerte, da rührten sie keinen Finger, und Bonar Law wünschte Frankreich sogar",',guten IgSiVÄ^
• Als Frankreich wußte, daß es die stärkste, Macht auf der Erde und in der Luft war, da' ging es daran, diese Macht unbedenklich aus- zunutzen. Gegen Deutschland natürlich! Der Versailler Vertrag, auf dessen Einhaltung es sonst so großen Wert legte, wurde beiseite geschoben und die Sicherungen, die er Deutschland bietet, wurden einfach zerrissen. Mit großer Truppenmacht zog Frankreich über den Rhein und besetzte das Herz des deutschen Wirtschaftskörpers, das Ruhrgebiet. Am 11. Januar 1923 rück - ten d i e Franzosen in Essenein, und Schritt für Schritt, ohne irgendwelchen Wider-
stand zu finden, nahmen sie nach und nach das ganze Ruhrgebiet in Besitz. Die einzige Waffe, die von der Bevölkerung gegen diese Gewalttat in Anwendung gebracht wurde, war der passive Widerstand. Nicht für die Franzosen und ihre Mitläufer, die Belgier, arbeiten, das war die Losung! Die Kohlengruben stellten eine nach der anderen die Förderung ein, nachdem das Kohlensyndikat seine Leitung aus dem Ruhrgebiet nach Hamburg verlegt hatte. Die Hochöfen kamen zum Erlöschen, die Eisenbahnzüge verkehrten nicht mehr, die Judustriewerke ftan= den still, alles in stummer Auflehnung gegen die Macht, die unter Bruch von Recht und Vertrag die Gewalt an sich gerissen hatte.
Heute kann man nur einen Strich unter das abgelaufene Jahr ziehen. Die. Franzosen haben große Erfolge gehabt. Sie haben viele Deutsche erschossen und mehr noch eingekerkert, öu Tausenden haben sie sie von Haus und Hof getrieben und sich an ihrem Hab und Gut bereichert. Sie haben auch mit Elan Geldschränke aufgebrochen und öffentliche Kassen ausgeraubt. Kurz und gut: sie haben gegen Sen wehrlosen Gegner zum Teil wie hungrige Wölfe, zum Teil noch schlimmer, nämlich wie entartete Menschen gehaust. Ihre Bajonette und Reit- pettschen, ihre Geschosse und Soldatenstiefel haben nicht Mann, nicht Weib, nicht Greis noch Kind geschont. Mit großer Begabung, dem Talent einer vom Dünkel hochgezüchteten Men- Ichenvcrachtung, haben sie, wo sie nur konnten, öer leiblichen Qual die seelische Marter hinzu- gesugt. Im Maße eines Jahres gesammelt, er- Meinen ihre Untaten nocf)- einmal zu einem cyeußlichen Klumpen angehäuft. Wir sollten es iprichwörtlich machen: Er lügt wie ein Fran-
mer Esdet wie ein Franzose!
Wenn dieses Ringen mit einer Niederlage mr uns endete, so war das leider zum Teil die ^cyuid der mangelhaften Führung dieses Abwehrkampfes. Es liegt aber auch an der er- oruckenden Uebermacht der französischen Waffen an ber Gleichgültigkeit der maßgebenden Groß- machte und endlich daran, daß die Franzosen nicht davor zurückschreckten, schließlich die Aus-
hungerung der Ruhrbevölkerung in die Wege zu leiten. Das erschütterte die Widerstandskraft der Bevölkerung, und als gleichzeitig offenbar wurde, daß die mangelhafte finanzielle Organisation des Ruhrkampfes die Währung Deutschlands zerrüttet hatte, da mußte nach neunmonatigem heldenhaftem Ausharren der Ruhrbevölkerung der passive Widerstand abgebrochen werden. Jetzt sucht Frankreich ihn auf seine Weise weiterzuführen, indem es das Ruhrgebiet dauernd wirtschaftlich vom übrigen Reich abschließen will und seiner Industrie Verträge aufzwingt, die ihr auf die Dauer unerschwingliche Lasten auferlegen, während die Arbeiterschaft, um diese ßa^en aufzubringen, in ein Arbeitssklaventum schlimmster Art gezwungen werden soll.
Das Ende des Ruhrkampfes ist als» immer noch nicht erreicht. Seinen stummen Helden ist in der Geschichte unseres Vaterlandes eine bleibMde, ehrenvolle Erinnerung gewiß. Ihr Kampf ist nicht vergebens gewesen, denn das deutsche Volk hat sich in jenen schweren Monaten wieder auf sich selbst besonnen. Abbruch ist nur da, wo Vernichtung ist. Wo Bestehendes bleibt, ist auch immer Uebergang. Weltkrieg und Niederlage waren nur Einschnitte, kein Ende der Entwicklung. Und auch das Abbrechen des passiven Widerstandes war nicht der Tod der Gesinnung, die ihn hervorgerufen hat. Es werden Jahre kommen, wo wir wieder an das, was vor dem Einschnitt liegt, anknüpfen werden, und wir werden dann froh sein, Brückenpfeiler vorzufinden, für die die Spannweite unserer seelischen Kräfte ausreicht. Das werden die Zeitabschnitte mannhaften Erlebens in diesen Ohnmachtsjahren sein. Dann erst werden wir erfahren, wie gut es war, daß nicht alles' nur Diktat und duldendes yinneymen gewesen ist. Und als der stärkste Brückenpfeiler wird der Widerstand an Rhein und Ruhr dastehen. Auf diese Zeit uns in jeder Minute vorzubereiten, ist die große Aufgabe, die vor uns liegt. Die Hingabe an sie allein kann uns über das Zusehen und Abwarten hinweghelfen, das voller Ungewißheit auf uns lastet. Nur bei unserer Tatkraft sind wir aus sicherem Boden. Und ihr Besitz ist es, der auf die Trübe des vergangenen Jahres einen, wenn wir nur wollen, in die Zukunft weifenden Schimmer wirft.
Eine Kund ^slrünst des KeichsstanZlers
Berlin, 10. Jan. Der Reichskanzler erläßt anläßlich der Wiederkehr des Jahrestages des Rheinbruchs folgende Kundgebung:
Am 11. Januar jährt sich der Tag, an dem französische und belgische Truppen unter Verletzung des Versailler Friedensvertrages deutsches Land an der Ruhr mit Waffengewalt besetzten. Eine Kette schwerster Leiden und Prüfungen wurde der Bevölkerung des alt- und des neubesetzten Gebietes seit jenem schwarzen Tage auferlegt. Tausende von Deutschen wurden mit ihren Familien von Hausund Hosvertrieben. Ueber zweitausend Gefangene harren noch in Gefängnissen der fremden Besatzungsmächte ihrer Befreiung. Die „Verbrechen", die ihnen zur Last gelegt wurden, waren der Gehorsam gegen die Gesetze ihres Landes und die Treue zu Heimat und Vaterland. Morde, Tötungen, Notzucht, Raub und Mißhandlungen, begangen von farbigen, und weißen Truppen, lösten in der wehrlosen Bevölkerung das Gefühl aus, daß sie rechtlos fremder Vergewaltigung preisgegeben sind. Dieses Martyrium wurde noch ins Unerträgliche gesteigert durch die schamlosen Ueber- griffedeslandfremden und käuflichen Separatistengesindels, dessen Treiben einen Hohn auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker bedeutet.
An alle diejenigen in der Welt, welche sich noch, menschliches Empfinden und völkerrechtliches Denken bewahrten, appelliere ich mit uns mhin zu wirken, daß ber Rechtszustand im besetzten Gebiet wiederhergestellt werde und daß vor allem die unschuldig im Gefängnis chmachtenden Deutschen ihren Familien endlich zurückgegeben werden und die Vertriebenen in hre Heimat zurückkehren können.
Alle Leiden und Bedrückungen, denen die Bevölkerung des besetzten Gebietes in dem ab= gelaufenen Jahre m ihrem Kampje um Recht .nd Heimat ausgesetzt war, konnten sie nicht wankend machen in der T r e u e z u m deutschen Vaterland. Niemals war im unbesetzten Deutsä'land der geistige Besitz von Rhein und Ruhr so stark verankert wie heute. In allen Deutschen wurde gerade durch die bitteren Er
fahrungen der letzten Monate die Ueberzeugung vertieft, daß besetztes und unbesetztes Gebiet nicht ohne einander leben können, daß sie auf ewig zusammengehören.
Auch das unbesetzte Deutschland hat unter den Auswirkungen des an Rhein und Ruhr geführten Kampfes schwer gelitten. Die Abschnürung der Herzkammer unserer Wirtschaft schwächte unsere Hilfsquellen bis zur völligen Erschöpfung. Aber diese Opfer waren gering, gemessen an dem, was Rheinland und Westfalen tagtäglich um Deutschlands willen hatten auf sich nehmen müssen.
Freudig wird jeder Deutsche auch zukünftig das Letzte mit den Brüdern im besetzten Gebiet
Die Schüsse von Speyer
Die todbringenden Schüsse im Gastzimmer des Wittelsbacher Hofes zu Speyer sind eine furchtbare Illustration zu der Behauptung des französischen Ministerpräsidenten, daß, im Unterschied gegen die ziemlich erledigte Separa- tistenbewegüng am Rhein, der Separatisten- aufftand in der bayerischen Pfalz dem ehrlichen Freiheitsdrang der ortsansässigen Bevölkerung entsprungen sei. Die Schüsse von Speyer sind Signalschüsse, die in der ganzen Welt ihren Widerhall finden müßten. Es geht nicht an, sie als das Ergebnis nationalistischer Umtriebe hin
zustellen. Die Pariser Presse hat ja in letzter Zeit wiederholt von nationalistischen Geheimverbänden in der Pfalz gesprochen, hat sich dann aber dahin belehren lassen müssen, daß die „nationalistischen Geheimverbände" nichts anderes waren als ein aus der bodenständigen > Penästsrnna heraus gebildeter Selbstschutz. Diö- ser Selbstschutz ohne Waffen sollte lediglich die öffentlichen Gebäude vor dem Einbruch der bewaffneten Horden angeworbener, landfremder Sonderbündler schützen. Er hat diesen Schutz nicht auszuüben vermocht aus Gründen, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Das Land fiel den Sonderbündlern anheim, die Gewalt siegte über die wehrlose Bevölkerung, von der man überdies noch Treueide zu erpressen versuchte. In dieser Hinsicht hat die „autonome Regierung der Pfalz" ein Verfahren eingeschlagen, für das es in der Geschichte der Kulturländer kein weiteres Beispiel gibt. Indessen, der Versuch, die Welt durch erpreßte Treueide oder Ergebenheitserklärungen über die wahre Gesinnung der Bevölkerung zu täuschen, schlug fehl. Soweit die Erpressung der Ergebenheitserklärung hier und da gelang, letzte alsbald eine Gegenerklärung dem Trug ein Ende. Auch der Umstand, daß die Sonderbündler in ihre eignen Hände höchst eigenmächtig das Recht zum Ausstellen von Ausweisen und Verkehrserlaubnisscheinen legten, machte die Bevölkerung nicht irre. Dem Terror setzte die Bevölkerung einen hartnäckigen Abwehrwillen entgegen, der auch in machtvollen Kundgebungen — so in Ludwigshafen — feinen Ausdruck fand. Es half chr nichts, die Sonderbündler vermochten sich unter den bekannten Umständen zu halten. Ein Lichtblick war dann die Verfügung des französischen Delegierten von Zweibrücken, die die Sondeibündlerfahne vom Rathaus verschwinden ließ. Es war ein verheißungsvoller Anfang. Die folgende Enttäuschung war um so größer, als der kurzen Befreiung von Zweibrücken mit der Erklärung ein Ende bereitet wurde, die „autonome Regierung" der Pfalz stehe vor ihrer Anerkennung. Das wird in der Pfalz die letzte und größte Erbitterung hervorgerufen haben. Dos Land will keine Beute der Sonderbündler werden, darüber würde eine Untersuchung — man spricht ja davon — keinen Zweifel lassen. Die Pfalz bedauert auch, daß Monsignore Testa, der päpstliche Legat, plötzlich auf seinen Besuch in der Pfalz verzichten mußte. Auch er hätte über die Stimmung der Bevölkerung nicht in Zweifel gelassen werden können.
Man kann einem Deutschen, und vor allem einem Rheinländer nicht zumuten. die Tat von Speyer als ein Verbrechen nationalistischer Heißsporne anzusehen. Dafür haben die Sonderbündler selbst schon zuviel Blutvergießen iber die besetzten Sehnte gebracht. Dem Terror hat noch immer der Terror geantwortet. Jeder Nichtfranzose, welcher Nation er auch angehört, wird Verständnis besitzen für die Gefühle und Empfindungen, von denen die Hände der Verschworenen von Speyer gelenkt worden sind, wird also ^iuch wissen und begreifen, wo die wahrhaft Schuldigen zu suchen sind. Die Bluttat von gestern kann den Abschluß einer furcht-
teilen. Rhein und Ruhr sind deutsch un d m üssen d eu t sch b le i ben !
Als Kanzler des Deutschen Reiches und als Sohn unserer geliebten rheinischen Heimat danke ich heute den Schwestern und Brüdern an Rhein und Ruhr, in der Pfalz und an bat Saar für ihr treues Ausharren und entbiete ihnen meine heißen 'Segenswünsche in der Hoffnung, daß der Tag der Befreiung von fremder Besetzung und der endgültigen Wiedervereinigung mit dem unbesetzten Deutschland nicht mehr fern sei! Kein Opfer wird zu groß sein, um dieses Ziel zu erreichen. Es lebe das einige, unteilbare Deutschland!
(gez.) Der Reichskanzler. Marx.
baren Tragödie darstellen, wenn diejenigen, die
ihr die richtigen Lehren ziehen, sie Notwehrokt einer mit Füßen
es angeht, aus
Sie muß der erste Notweh getretenen Bevölkerung sein, wenn den Fran
zosen statt dessen erlaubt wird, t^ Schandregiment in diesem treudeutschen Lande fortzusetzen oder gar noch zu verschlimmern.
Meuere Einzelheiten.
Speyer, 10. Jan. Zu den Vorgängen ht Speyer erfahren wir noch folgendes: Heinz- Orbis wurde in dem Augenblick von der Kugel getroffen, als er auf den Ruf „Hände hoch!" von feinem Platz aufftehn und die Hände erheben wollte. Die Kugel traf ihn in den Hinterkopf. Von den anderen Getöteten hat einer drei Kopfschüsse erhallen, von denen jedoch keiner den sofortigen Tod herbeiführte. Die vier, außer Heinz-Orbis umgekommenen Personen starben erst im Krankenhaus. Einer der Hotelgäste, ein Kaufmann aus Krefeld, wurde durch einen Schuß in den Mund verletzt, jedoch nicht lebensgefährlich. Ein anderer Gast, der, ohne zu wissen, wem die Schiffe galten, durch das Fenster entkommest wollte, erhielt einen Schuß, der glücklicherweise nur seinen Rock durchlöcherte. Das Vorgehen der Attentäter kam außerordentlich überraschend. Es wird erzählt, daß zwei von ihnen sich schon vorher an den Tisch gesetzt hätten, an dem Heinz Platz genommen hatte, und daß sie sich mit ihm eine zeitlang unterhielten. Kaum hatten sie sich aus dem Saale zurückgezogen,
öffnete sich die Tür, und vier oder fünf junge ben sofort
faltete un
Männer riefen ,,Hände hoch!" und qal Schüfst ab. Einer ihrer Mithelfer sch< mittelbar nach Abgabe der Schüsse den elektro
schen Schalter aus, worauf die Täter entkamen. Die Augenzeugen erzählen^ daß die Täter keinen Mantel oder Kopfbedeckungen trugen. Unter den Gästen befand sich auch ein französischer Offizier und ein englischer Pressevertreter. Kurz nach der Tat kamen einige weitere Führer der Sonderbündler in den Wittelsbacher Hof, darunter Bley und Schmitzeppel. Diese nahmen sofort die Untersuchung auf und verhörten die Anwesenden. Auch wurden die französische Gendarmerie und die deutsche Polizei verständigt, die sofort mit den Ermittlungen begann.
Nach dem vorstehenden Bericht des Gewährsmannes des W. T. B., der sich auf die Aussagen von Augenzeugen stützt, ist die Darstellung der separatistischen Pressestelle, wonach die Tater im Hausflur noch weitere Unbeteiligte niedergeschossen hätten, nicht zutreffend.
Speyer, 11. Jan. Die Untersuchung ergab zunächst noch keinen Anhaltspunkt. Man fand lediglich verschiedene Revolver neuesten Systems, die von den flüchtenden Tätern weggeworfen worden waren. Die Täter selbst entkamen offenbar zu Fuß. Die Leiche von Heinz blieb noch längere Zeit im Saale liegen und wurde dann im Negierungsgebäude aufgebahrt. Ueber die Beerdigung selbst ist noch nichts gefallen.
Eine Darstellung eines englischen Sonderberichterstatters.
London, 10. Jan. Der Sonderberichterstatter der „Times" in Speyer gibt eine eingehende Schilderung der Ermordung des Separatisten- ührers Heinz, die sich in seiner Gegenwart ab- pielte. Danach fielen gestern abend 6 Uhr 15 Minuten, als der Berichterstatter mit etwa dreißig anderen Personen in einem Zimmer des „Wittelsbacher Hofes" speiste, plötzlich eine Anzahl Schüsse. Drei Personen, die an einem Tische genau gegenüber dem Berichterstatter saßen, sanken, durch den Kopf getroffen, zu Boden. Diejenigen, die geschossen hatten, riefen den