______ Einzelnummer 13 Gol-pfennig
Hanauer W Anzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 2
Donnerstag den 3. Januar
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Das Neueste.
— Die Antwort der französischen Negierung auf die deutsche Denkschrift wird erst Anfang der nächsten Woche überreicht werden.
— Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist in London angekommen und hatte bereits mehrere Besprechungen mit Finanzleuten der City.
— Auf Veranlassung der Oberstaatsanwalt- schaft in Weimar ist der thüringische Minister des Innern Herrmann verhaftet worden.
Frankreich, -er Unruhestifter Europas.
Unlängst hat der demokratische Senator Robert Lathan Owen im amerikanischen Senat in einer Rede, in der er Frankreich scharf an* griff, das Pariser Kabinett als in höherem Grade für den Krieg verantwortlich erklärt als 5 die damalige deutsche Regierung. Es sei von höchster Wichtigkeit, fügte er hinzu, daß die Welt die näheren Zusammenhänge kennen lerne und begreife, wie die Presse und die öffentliche Meinung geformt und die Völker gelehrt wurden, einander zu hassen und zu fürchten und Armeen zu organisieren, soweit es ihre Finanz- kraft nur zuließ.
Langsam fängt das Licht der Wahrheit an, die dichten Nebel zu durchdringen, mit denen die Lügen der feindlichen Kriegspropaganda die Welt bedeckt haben. Zwar ist die französische Propaganda weiter eifrig dabei, den Durch- - bruch der Wahrheit aufzuhalten, aber die Taten, mit denen Frankreich seine Dorkriegspolitik in " verstärktem Maße fortfetzt, reden eine so deut- .Sprache, daß auch die geschickteste Propa- ' ganda sie auf die Dauer nicht zu übertönen vermag. Die „Times" veröffentlichten am 28. No- s vember eine ausführliche Zusammenstellung der i von Frankreich an Polen, Rumänien und Jugo- ; slavien gewährten Anleihen.
Die Anleihe an Polen beträgt 400 Millionen s Francs. Als Zweck wird der Ankauf rollenden ; Materials, Ausgaben für Eisenbahnen, Telegraphen und „Ausgaben für nationale Ver- I teidigung" angegeben. Als Grund zur Gewäh- I rung der Anleihe wird u. a. genannt: „Anre- I gung der Sympathie für Frankreich in Polen". W Die Anleihe für Rumänien beläuft sich auf ) 100 Millionen Francs. In der Begründung zur I Bewilligung der Anleihe heißt es: „Selbst die i glühendsten Friedensfreunde müssen zugestehen, I daß kein Land bei dem gegenwärtigen Zustand s in Mitteleuropa ohne Gefahr für den allgemeinen Frieden der Mindestmittel für seine s Verteidigung beraubt werden kann".
, £ Die Anleihe an Jugoslavien beträgt 300 Mil- ? lionen Francs. Als Zweck werden auch hier I neben Zivilausgaben für Eisenbahnen, rollen- des Material und Telegraphen „Militärausgaben für nationale Verteidigung" angegeben.
Mit Recht unterstreichen die „Times" die I merkwürdige Tatsache, daß Frankreich, das vor der Welt stets feine Armut betonte, in der Lage sei, den Staaten in Ost- und Südeuropa zu ; Rüstungszwecken den Betrag von 800 Millionen i I Francs zu gewähren.
Dieser innere Widerspruch wird auch in , ; Frankreich empfunden, und zwar umsomehr, je I mehr durch die unsinnige Finanzpolitik der französischen Regierung der Franc entwertet wird. Zwar geht der bloc national des militärischen i Frankreichs mit der französischen Regierung : I durch Dick und Dünn. Aber als bemerkens- ' wertes Symptom beginnender Ernüchterung muß doch bemerkt werden, daß bei der letzten 1 Verhandlung des französischen Senats über die ' Kredite für die außerordentlichen Ausgaben und ; für bie auswärt'/en Militäroperationen der ; radikale Senator d'Eftournelles de Constant an I ^er den europäischen Frieden aufs schwerste be- I Lohenden Rüstungspolitik Frankreichs lebhafte Kritik geübt hat. Er führte u. a. aus: „Man müsse sich fragen, ob man Polen, Jugoslavien und Rumänien wirklich einen Dienst erweise, wenn man sie in dieser Weise sozusagen zwischen ' Feuer stelle. Frankreich werde Polen und - . •Jugoslavien Kriegsmaterial schicken; wer werde - es unterhalten und wer werde seine gute Verwendung sichern? Werde nicht Frankreich einige c U ^uftwgler veranlaffen, sich seiner zu bedienen, } H, ,r Umständen, die Frankreich selbst in große t H Verlegenheit bringen würden?
Diese Kritik wird in Frankreich umso pein- ucyer empfunden, als bekanntlich Amerika die französische Rüstungspolitik zum Aiüaß nimmt, Bezahlung der französischen Kriegs- ' UöuLoen Ln beitebtzn, Man.fragt .sichhort er
staunt, wie es möglich sei, daß Frankreich, das behauptet, seine Schulden nicht zurückzahlen zu können, doch viele Hunderte von Millionen für die Rüstungsausgabsn der Kleinen Entente übrig hat. An dieser inneren Unwahrhaftigkeit muß über kurz oder lang die Politik des französischen Imperialismus scheitern.
Die französi-ebe An wvrk.
Paris, 2. Jan. Die Mütter kündigen an, daß, nachdem nunmehr die Gutachten der Sachverständigen, insbesondere diejenigen des Generals Degoutte und des französischen Oberkommissars in Koblenz vorlägen, der Quai d'Orsay den Entwurf der Antwort auf das letzte deutsche Memorandum vorbersite. Man nehme an, daß die Antwort noch in dieser Woche zur Kenntnis der belgischen Regierung gebracht und am nächsten Dienstag der deutschen Regierung übermittelt werden könne. Die von Poincarè in seiner Botschaft an das amerikanische Volk abgegebene Versicherung, daß Frankreich alles tun werde, um zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas beizutragen, darf ebenso wenig wie Mitterands Anspielung auf die nahe Morgenröte der Versöhnung beim Neujahrsempfang dazu verleiten, der Antwort mit allzu großem Optimismus entgegenzusehen.
Die französische Presse bereitet seit Tagen darauf vor, daß bei den Verhandlungen nicht viel herauskommen könne, indem sie versucht, Deutschland im voraus für deren Mißerfolg verantwortlich zu machen. So macht der „T e m p s" heute erneut der deutschen Regierung den Vorwurf, daß ihre jüngste Note sich nur auf die administrativen, fiska- 0scheu und mirticbottlichen Fragen des besetzten Gebiets beziehe, daß sie aber keinerlei Vorschlag zur S i ch e rst e llu n g der Re parations Zahlungen enthalte. Als ob man in der Redaktion des „Temps" nicht genau wüßte, daß Herr Pomcars sich dies von erster Stunde an ausdrücklich verbeten hat Von der Tätigkeit der beiden Sachverständigenkomitees, die Mitte Januar ihre Beratungen aufnehmen werden, schein der „Temps" sich ebenfalls nicht sehr viel Gutes zu versprechen. Er deutet an, daß den Kompetenzen der Sachverständigen in den Befugnissen der Reparationskommifsion, tyn denen sie ihre Mandate erhalten hätten, eine Grenze gezogen sei, die sie nicht überschreiten dürften, und er fordert die eigene Regierung auf, endlich ein positives Reparationsprogramm aufzustellen. Dieses müsse vor allem der Tatsache Rechnung tragen, daß Frankreich gezwungen gewesen sei, den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete mit Hilfe von Anleihen zu finanzieren, und es müsse demnach darauf gerichtet sein, den französischen Staat allmählich von der Last der Verzinsung und Tilgung dieser Anleihe zu befreien.
Das Blatt kommt damit auf einen bereits im vorigen Sommer von ihm propagierten Vorschlag zurück, daß Deutschland nach und nach einen Teil der franzö - ischen Staatsschuld zur Verzin - ung und Tilgung übernehmen olL
Paris. 3 Jan. Der diplomatische Redakteur der Havas-Agentur glaubt, daß ihm gewordene Andeutungen über den Inhalt der gestern im Quai d'Orsay festgelegten Antwort auf das deutsche Memorandum vom 24. Dezember es ihm gestatten, folgendes über den Inhalt der Antwort mitzuteilen: Die lokalen französischen Behörden im besetzten Gebiet sind im allgemeinen ausdrücklich gegen die Gemeinsamkeit der von der deutschen Regierung im Ruhrgebiet und im Rheinland verlangten Maßnahmen. Sie seien geeignet, den Wert des Pfandes und sogar der Sicherheit der Besatzungsmächte Abbruch zu tun. Man könne also annehmen, daß die ranzösische Regierung sich auf Rechte beziehen werde, die sich aus den Verträgen herleiten, und daß sie nicht verfehlen werde, die deutsche Regierung daran zu erinnern, daß gewisse Forderungen, die sie gestellt hat, bereits, wenigstens eilweise, namentlich was die Wiedereinstellung )er Eisenbahner anbelangt, Befriedigung er» angt haben Man habe auch Grund zu der Annahme, daß den anderen deutschen Vor- chlägen keine Antwort gegeben werde, die die eitenben Grundsätze der französischen Repara- tionspolitit, die oft proklamiert worden seien, in Frage stellen könnte. Die französische Note sei in einem sehr gemäßigten Tone abgefaßt und trage lediglich technischen Cbarakter. ia sie ver-
sperre nicht einmal den Weg zu späteren Verhandlungen.
Zur Unlrrsuckunq der deutschen Finanzen.
Paris, 3. Jan. Wi« di« .Chicago Tribune" meldet, erklärte der dritte Sachverständige der amerikanischen Bankier-Mission Robinson aus Los AnacloS bei der Abreise nach Europa, d>e amerikanischen Mitglieder der Sackperständigenkommisswn zur Untersuchung der deutschen Finanzen würden vielleicht ke ne endgültige Lösung de» ReparatiousproblcmS finden, aber sie treten in der Ueberzeugung an die Arbeit heran, daß ihre Arbeiten mit dazu beitragen werden, den Weg zur Regelung einiger europäischer. Probleme frei zu macken und einige von den Wunden zu heilen, sie der Krieg der Welt geschlagen habe.
Rhein und Ruhr.
Berlin, 2. Jan. In einem Artikel über Mein und Ruhr in der „Zeit" führt der RcickSmmister des Innern u. a. aus: Das besetzte Gebiet muß heute von dem Reiche un^ auch von den beteiligten Ländern das fierte verlan-en, um der furchtbaren Rot und dem seelischen Druck abvibelfen. Man muß versieben, daß die Bevölkerung des besetzten Gebiete» fi* fragt, ob sie sich selbst überlassen ist und nickt ihr Geschick „in die eigene Hand zu nehmen” berechtigt sei, und doch darf die» nicht geschehen. Riemalr haben das Reich und die Länder daran gedacht, daS auftugeben, waS aus ewig ungeteilt ^n ihnen gebört. Durch die Bildung einer Rhein- und RudrauSschufleS im RcickS- kabinett ist die besondere Gewähr dafür geschaffen, daß die Wünsche de» besetzten Gebiete» die tatkräftigste Beachtung finden. Aus Verhandlungen mit Vertretern der besetzten Gebiete» müssen diese die Ueberzeugung mitgenommen haben, daß daS Letzte für da» besetzte Gebiet zm'nmmenaesckarrt wird, waS noch zur Ver- uiguno steht, namentlich find eS die ganz ungebener- üdien Kosten der Besatzung, die nickt zu zwingen im < Die ReichSreoierung hofft, daß es bei dem demnachstigen Zu ammkntritt der tntctaUtienen Kachvcrusa-ugcu- ausichnsse gelingen wird, den Nachweis zu erbringen, ^«6 hier Uneriüllbai e» und Unsinniges vom deutschen Volk verlangt wird. Gow it die Verhandln, gen zwischen ten Vertretern der Rheinland« und den Bc- ^tzungSmächtkN durch die NiiSschüssc der polltisch'N Parteien und der Wirtschaft deS ganzen bes tzten Gebiet? geführt wurden, sind diese Schritte unter Fühlungnahme mit der ReichSregierung erfolgt. Darüber besteht allerdings bet der ReichSregierung und den beteiligten Ländern kein Zweitel: an der staatsrechtlichen Zusammengehörigkeit de» beichten uns dc? unbesetzten Gebiete», darf nicht gerüttelt werden. Und wenn diese feste Ueberzeugung im unbe'etzten Gebiet wie am Rhein und an der Ruhr weiter vertreten wird, so tönnen wir da» Vertrauen behalten daß trotz aller Rot und Sorge der heutigen Tage bessere Zeiten uns sicher sind, und daß auch an Rtein und Ruhr auf die Dauer wieder daS Recht vor der Macht gehen wird.
Der Zu verkehr im befehlen Gebiet.
Köln, 2. Jan. Die „Kölnische Volkkzeitung" berichtet: Rach etn-r Unterbrechung von 11 Monaten i'* der Verkehr über Offenburg wieder ausgenommen warben. Die 1 treffe Verbindung zwischen Frankfurt a. M. und Basel ist damit ton berhergeftent. Eine Genehmigung für die Durchreise durch das besetzte Gebiet ist nickt notwendig. Nur der Aufenthalt in den besetzten Gebieten wird von der Einreisegened- miguug abhängig gemacht. Nachdem der durchgehende Persoiienver-ebr üter Kchl— Straßburr wieder ausgenommen worden ist, ist auch der Persoiienverkebr über itastatt—Wintersdorf fretgegeben, sodaß jetzt bet Per- ionenverkihr über sämtliche baüsch-elsässischen Grenz- fibergänge wieder im Gange ist. Für die Einreise nach dem Eliaß ist jedoch die für Frankreich allgemein verlangte Zurelsegenehmizung notwendig.
SelriebStrschwtrungen durch die ZoSkontroA«
Nun«, 2. Jan. Jnf»lge der französischen Paßkontrolle für den Verkehr Geisecke-Lckwerte-Hörte die n Aplerbeck-Süd grundsätzlich nur bei Tageslicht statt» ixbet, ist der Zugverkehr nur in den neun Tageslicht funden möglich und kann daher nicht im entfern- eiten «utre.chend bewältigt w rdeu. 14 di» 15 Stunden liegt der Verkehr in Aplerbeck brach. Auf den Nackbarbahn Öfen zeigen sich bereit» Eetriev»schwierigk«itcn wegen her Adste una von Fracht- und Güterzügen, namentlich von Kalkülen für die Ho : öfeubettiebe bei Rnbrg«bi«t». Die französische Eisenbaanregic hat all-rding» versucht, aus die jranzösiscke Zollkontrolle änzuwirktn, bas diese den Tag- uno Nachtdienst ein» ühit, wie el die Stat »entgleiten bei Eisenbahnbetrieb» verlangen. Dieser Versuch ist aber ergednirlo» verlaufen.
«Parteitage.
Wie die ,V»ss. Ztg.' mittcilt, tritt der Partei- aulfdmö her dem »kratis ch«n Partei am Sonntag. 27. Januar, in Berlin zu einer Tagung zusammen, d e sich u. a. mit den Aufgaben bei nächstjährigen Parteitages beutäflüen wird. Am heutigen VoiMittag Mit der Parieivor ian» eine 6i|un.i ab.
Laut . ariuärtb* hat der s» z i a I demokratische Parteivorstand vor; eyalt sich der Zusk-mmun der Partnautschusse» betmlofün, best 'Parteitag ocr "0ilaldemokratnch?n Partei auf den 80. März natu einer mitteldeulichen Stadt tiiizubcruirn. Der Ort be» Taauna ist noA »ickt bestimmt
Ver haf unq des !hür. Innenministers.
Weimar, 2. Jan. Das Thüringifchr Presseamt teilt mit: Am 31. Dezember ist Re- gienlngsafsesfor Kunze aus dem khürinpifche« IRinifterium des Innern, soweit hier bekannt, deshalb verhaftet worden, weil er auf Anstellungsurkunden von Beamten, die bereits durch die Revision gegangen waren, durch Vordatierung Urkundenfälschungen vorgenommen haben soll. Am 2. Ianuar ist auch der thüringische Minister des Innern Herrmann wegen Ver- dunkelungsgefabr vorläufig fellgenommen worden. Soweit hier bekannt ist, wird ihm der Vorwurf gemacht, die Anstellungen von Kreis- beamten in einigen Fällen in unzulässiger «form vordatiert zu haben. Es ist zu erwarten, daß die Ermittelungen schon morgen eine Klärung der Angelegenheit bringen werden.
Erfurt, 2. Jan. Die „Thüringer Allas- meine Zeitung" meldet aus zuverlästiger Quelle; Die nach Weimar entsandte Kommission der Reichsregierung hat nun auch die Personalangelegenheiten des Ministeriums des Innern einer Prüfung unterzogen, hierbei hak sich her- ausgefkellt, daß Reueinstellungen von Beamten bis zum 22. Dezember laufend sialkgefunden haben. Dabei ist man Fälschungen in den Einstellungsurkunden auf die Spur gekommen, indem die EinsieSunaZdetsn ausradierk bezw. vordatiert wurden, um dadurch den Eindruck zu erwecken, daß die Einstellungen bereits im September bezw. Oktober stattgefunden haben. Belastende Seiten waren aus den Akten heraus- geriffen und entfernt ivorden. Die Personalangelegenheiten rourben von dem nicht fachmännischen Assessor Kunze, der, wie bereits ge- meldet, verhaftet wurde. Zusammen mit dem Minister Herrmann bearbeitet Die Angelegen heik wurde dem Oberstaatsanwalt in Weimar übergeben. Es scheinen fick, dabei weitere für den Minister Herrmann belastende Tatsachen ergeben zu haben, denn auch dieser wurde festgenommen. Bei den noch eingestellten Beamten soll es sich lediglich um sozialdemokratische Parteimitglieder gehandelt haben.
Lshrikamps?n 6er 'Berliner Melattindu lti?.
Der Lohnkampf in der Berliner Metallindustrie, *er infolge der Herabsetzung der Lö-hne durch die Ar- heitocber auagebrodjen ist, bereits am Montag za einigen Arbeitsmcdcrlcgnngen führte, bat sich weiter ausgedehnt. Dem „Vorwärts" zufolge wurden in allen Betrieben, wo die Arbeiter paffive Resistenz übten, die Belegschaften auSgeiperrt. Bisher ist bül in 20 Betrieben geidjeben. Auch die großen Werke der Berliner Metallindustrie sind in Mitleidenschaft gezogen. So liegen bei der A. E. G. das Tynamo- wcrk und sie Lokomotiv- und Aktumulatoremadril still. Auch bei Vorsig und den Bergniannwer'en wird nicht gearbeitet. Der Siemens-gonzern ist gleichfalls zum größten Teil in die Bewegung einbezogen warben.
Der bayrische WahlqesTyeniwurf.
München, 2. Jan. Die dem bayrisâen Landtag ju gegangene Regierungsvorlage über die Aenderung der Landtagswahlgksetzks sieht dem Vernehmen nach eine Verminderung der Zabl der Abgeordneten auf 114 vor. — Weiter bringt de: Wahlgesetzentwurf ’olgenbe Neuerung: Statt der bisherigen 8 Wahlkreise ollen nur noch 4 Wahlkreise weiterbefteben, nämlich der Wahlkreis Oberbayern - Schwaben, der Wahlkreis Riederday.-rn-Oberpfalz, der Wablkreis Pfalz und der Wahlkr.iS Franken. Die für Co >urg bisher geltende Sonderregelung mit 2 Abgeordneten wurde im neuen Entwurf fallen gelassen. Coburg soll nur noch einen Abgeordneten bekommen. D e neue Wahlkreiseinteilüng tiit pricht der Neichrt«g»u,ahlkrciS-Sinteilung.
Beschlüsse 6es Seulfchen Wieler- bunöes.
Berlin, 31. Dez. Gestern fand hier eine außerordentliche Tagung der Deutschen RèieterbundeS statt. Nach eingehender AuSiprachc wurde beschlossen, den Vorstand zu beaujtragien nach vorheriger Vee- itänaigung mit den Gewerk chaften aller Richtungen ein Volkrbegchren zur Neuregelung des WobniingSioeiens eiiiznleitcn. V»r sen Wablen soll an die politischen Parteien die Forderung gend)tei werden, auf den Reichs- una Lanocslistcn an aussichtsreicher Stelle Kandidaten an» rer Mictsbeivegung auizUstcUen. Für die ^enteinbe» wählen wuroe dem Verein freie Hand gelassen.
Nsufahrsrnkervielv T chilfchsrins.
Moskau, 2. Jan. Nach einer Meldung bet Russischen Telegrapyenagentur betonte Tschit- cherin in einem Neujayrsinteroiew mit den Vertretern der Ltoskauer Zeitungen eine merkliche Festigung der internationalen Lage der Sowjetunion. Tschitscherin wies auf das steigende politilche und wirtschaftliche Interesse englischer Eeschäftskrelse an den Sowjetrepuviken, iowie auf die tünaften Erklärunaen Mussolinis,