Einzelnummer 13 Ev'-psennig
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.
Erscheint täglich mit Ausnahme der
Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237.
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Ber«a«»rei» für die Zeit vom 1. bis 10. Januar 90 Eoldviennig obne Träaertobn Einzelnummer 13 Eoldpsennig. — Anzeigenpreil e^ für die 28 mm breite Heile im Anzeigenteil 15 Eoldviennig. für die Reklamezeile (68 mm) 50 Eoldviennig Oiiertenaebübr 10 Eoldviennia. — SelAäftgftelle Hammer strake »
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Mittwoch den 2. Januar
1924
Das Renette.
— Der 15er Ausschuß des Reichstags wird bereits morgen zur Beratung der dritten Steuernotverordnung zusammentreten.
—' Der Ausnahmezustand hat einige Abänderungen erfahren.
— Nach einer Meldung aus Lübeck wird infolge des anhaltenden Frostes der Schiffsverkehr nach den deutschen Häfen immer schwieriger. Das Treibeis beginnt Küsten und Häfen immer mehr zu blockieren. Der Schiffsverkehr nach Schweden und Dänemark steht vor der Einstellung. *
NeuZahrsempfange beim Reichs- pröfiöemen.
Beim Refc ch s p r ä s i d e n te n fand am Neujahrstage der übliche Empfang des diplomatischen Korps statt, zu dem sich die Bot- • schafter, die Gesandten und die Geschäftsträger sämtlicher in Deutschland vertretenen fremden Mächte eingefunden hatten, und bei dem auch der Reichskanzler zugegen war. Als Doyen des diplomatischen Korps hielt der apostolische Nuntius Monsignore P a c e l l i folgende Ansprache:
Herr Reichspräsident! Der Beginn des neuen Jahres versammelt wiederum die Vertreter der fremden Staaten um Ihre Person, um Ihnen und der deutschen Nation, deren höchstes Amt Ihnen anvertaut ist, ihre Glückwünsche und Wünsche darzubieten. Das soeben verflossene Jahr ist nicht ohne schwere Schmerzen und Leiden für die Menschheit dahingegangen, aber besonders an diesem Tage, den man
mit Freude und Fröhlichkeit feiert richten sich unsere Bcicce mit einer um w unug«- ren Teilnahme auf gewisse unglückliche Klassen desBolkes,in dessen Mitte mir leben. Das sind die werktätigen Stände ebenso wie die Geistesarbeiter. Das ist der Mittelstand, das sind Kranke, Greise, Frauen und Kinder, denen oft das Allernötigste zum Leben fehlt. Wir sprechen den edlen Herzen unseren Beifall aus, die sich bemühen, ein erschütterndes Elend zu lindern, und wir wünschen glühend, daß alle Nationen sich jener gesunden und ruhigen Wohlfahrt erfreuen mögen, die auf Gerechtigkeit, auf friedlicher Arbeit und auf brüderlicher Liebe beruht. Das ist es, Herr Reichspräsident, was ich, der ich jetzt wiederum die Ehre habe bei dieser Gelegenheit im Namen des beim Reich beglaubigten diplomatischen Korps an Sie das Wort zu richten, mit ganzem Herzen von der göttlichen Vorsehung, der höchsten Lenkerin der menschlichen Geschicke, erflehe.
Der Reichspräsident Ebert erwiderte hierauf mit folgenden Worten:
Herr Nuntius! Meine Herren! Es ist mir eine ganz besonder Freude, wieder aus Ihrem Munde die Glückwünsche entgegenzunehmen, die Sie mir und dem deutschen Volke aus Anlaß des heutigen Tages im Namen des diplomatischen Korps auszusprechen die Güte hatten. Dankbaren Herzens begrüße ich die Worte des Mitgefühls, mit denen Sie der Notdesdeut- f ch e n Volkes und derjenigen unserer Volksgenossen gedacht haben, die in diesem schweren Winter unter bitterer Bedrängnis leiden. Mit aufrichtiger Genugtuung stellen wir fest, daß weite Kreise der fremden Nationen sich der in Deutschland herrschenden Not bewußt geworden sind, und, vom Geiste wahrer Menschlichkeit beseelt, uns Hilfe und Beistand geleistet haben; manches Leiden ist dadurch gemildert, und vielen ist auf diesem Wege wirksam geholfen worden. ‘ Mit Recht haben Sie auf diesen Geist allgemeiner Menschenliebe hingewiesen, der zusammen mit dem Gefühl der Gerechtigkeit gegenüber den anderen Nationen die stärkste Gewähr für den Fortschritt und das gedeihliche Zusammenarbeiten der Völker biete. Es ist bei Beginn dieses neuen Jahres der sehnlichste Wunsch des deutschen Volkes in seinem harten und duldenden Ringen um sein Leben und seine Zukunft, daß auch ihm bald das hohe Gut ruhiger Arbeit und friedlichen Lebens im Kreise der Völker beschieden sei. Mit der Hoffnung, daß der von Ihnen so warmen Herzens gewürdigte Geist der wahren Menschlichkeit im neuen Jahre sich weiter ausbreiten und immer tiefere Wurzeln fassen möge, verbinde ich, Herr Nuntius, meine Herren, Die Bitte. Ihren Staatsoberhäuptern, Regierungen und Völkern meine herzlichsten und aufrichtigsten Wünsche f’ir ein glückliches und friedliches neues Jahr zu übermitteln.
Der Reicksvräiident begrünte alsdann die
diplomatischen Vertreter und tauschte in persönlichen Einzelgesprächen mit ihnen Neujahrswünsche aus.
Im Anschluß daran empfing der Reichspräsident den Reichskanzler, den Rkichsminister unts die Staatssekretäre. Hierbei hielt der Re i ch s k an z l e r folgende Ansprache:
Herr Reichspräsident! Namens der hier versammelten Minister und Staatssekretäre des Reiches habe ich die Ehre, dem Herrn Reichspräsidenten die herzlichsten Glückwünsche zum Neuen Jahre zu entbieten. Das Jahr 1923, das nunmehr hinter uns liegt, hat besonders harte Schicksalsschläge unserem Volk und Vaterland beschieden. Ich brauche nur auf die Besetzung der reichsten und betriebsamsten Industrie- gegend an der Ruhr hinzuweisen und alle die ungeheuerlichen Folgeerscheinungen, die sich daran geknüpft haben. Die schwere Beeinträchtigung unseres Finanz- und Wirtschaftslebens, die dadurch verursacht worden ist, zwingt uns jetzt, geradezu brutale Maßnahmen zu treffen, um wenigstens die notwendigsten Bedürfnisse unseres Staatslebens zu bestreiten. Dunkel liegt das Jahr 1923 hinter uns. Es gehört der ganze Starkmut der deutschen Nation dazu, dem Jahre 1924 und der politischen Entwicklung in ihm getrost entgegenzusehen. Aber die edlen Eigenschaften des deutschen Volkes, die in der Zeit der Not besonders hell zu Tage treten, lassen uns die Hoffnung schöpfen, daß es uns trotz aller entgegenstehenden Hindernisse möglich sein wird, das deutsche Volk und Vaterland einer besseren Zukunft entgegen- z u f ü h r e n. Die Männer, die Sie, hochverehrter Herr Reichspräsident, mit Ihrem Vertrauen beehrt und an verantwortungsvolle Rè- ganz besonders von dem ernsten und heiligen Pflichtgefühl durchdrungen, von neuem feier- lichst zu erklären, daß sie ihre ganze Kraft daransetzen werden, um unser geliebtes deutsches Vaterland im kommenden Jahre aus seinem tiefen Verfall herauszusllhren und die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse nach Möglichkeit zu gesunder Entwicklung zu bringen. Dies Ihnen, Herr Reichspräsident, am heutigen Tage zum Ausdruck zu bringen, ist uns ein Herzensbedürfnis. Eine Regierung, die fest in sich vereint und entschlossen auf das gemeinsame Ziel, das deutsche Vaterland zu retten, ihre Kraft und Anstrengung einsetzt, wird in einmütigem Zusammenwirken mit Ihnen, Herr Reichspräsident, eine Gewähr dafür bieten, daß das Jahr 1924 ein erfolgreiches sein wird, für den Wiederaufbau unseres Volkes und Reichs!"
Der Reichspräsident erwiderte darauf:
Die Glückwünsche, die Sie mir zum neuen Jahre auszusprechen so freundlich waren, erwidere ich Ihnen aufs herzlichste. Mit lebhafter Genugtuung nehme ich Ihre, von großem vaterländischem Pflichtgefühl getragene Versicherung der selbstlosen und verantwortungsbewußten Arbeit im Dienste des deutschen Volkes entgegen. Mit Recht haben Sie darauf hingewiesen, daß das abgelaufene Jahr dem deutschen Volke schwere Opfer auferlegt hat. Insbesondere blicken unsere Brüder an R h e i n u n d R u h r auf ein Jahr harter Bedrängnis zurück. Dankbar erinnern mir uns aber auch heute des Opfermutes, mit dem alle Schichten der Bevölkerung das harte Los tragen und weiter tragen. Möge das neue Jahr diesen deutschen Gebieten eine Erleichterung ihres schweren Schicksals dadurch bringen, daß es gelingt, auf der Grundlage des wahren Friedens und des Rechts der Völker die Lebensmöglichkeiten und die wirtschaftlichen Kräfte ihrer Bewohner wieder zu entfalten. Groß ist die wirtschaftliche Not in weiten Schichten unseres Volkes. Die Reichsregierung mußte zu tiefeinschneidenden Maßnahmen greifen, zu Maßnahmen, die den einzelnen schwer treffen, aber doch notwendig sind um die Lebensfähigkeit des Landes zu erhalten Bei allen Anstrengungen des Reiches ist dem schlimmsten Elend aber nur zu steuern, wenn jeder Einzelne nach besten Kräften mithilft Mit Befriedigung kann man feststellen, daß bei uns wie im Ausland« sich viele menschenfreundliche Herzen und Hände regen. Aber noch sind unter uns viele, die un- berührut von der Not des Volkes abseits stehen! An sie richtet sich unser dringender Appell zur M e n s ch e n p f l i ch t! Auch die Zukunft wird von uns allen schwere Opfer fordern, wenn mir unsere nationale Eriitenz erhalten und sichern wollen. Sur Er
reichung dieses Zieles ist mehr denn je gerade beute der Wille des ganzen deutschen Volkes zur Zusammengehörigkeit notwendig. Nicht in dem Widerstreit der Interessen und Ideen, nicht in dem täglichen Betonen der bestehenden Gegensätze liegt der Weg zur Zukunft unseres Volkes, sondern im Hervorheben des Gemeinschaftlichen und im Willen zur Volkszugehörigkeit, die unserer aller Schicksalsgemeinschaft ist.
Daß dieser Wille und dieser Geist der Sammlung das deutsche Volk im neuen Jahre mehr als bisher leiten möge, ist mein herzlichster Wunsch am heutigen Tage. Hierzu nach besten Kräften beizutragen, ist die aufrichtige Bitte, die ich an Sie, meine Herren, richte!
Hiernach empfing der Reichspräsident den Reichstagspräsidenten Löbe und den Vizepräsidenten R i e s s e r, welche ihm Glückwünsche des Reichstages übermittelten und die Hoffnung aussprachen, daß das neue -Jahr durch eine Erleichterung der außenpolitischen Lage wie durch innere Sanierung dem deutschen Volk segensreich werden möge. — Der Reichs- nräfibent erwiderte die Wünsche mit Worten des Dankes und gab der Erwartung Ausdruck, daß der Reichstag, dessen Tätigkeit durch die dringende Not der finanziellen Lage zurzeit etwas in den Hintergrund getreten ist, bald wieder in seine vollen Rechte und seine ganze Arbeit eingesetzt werde.
N^m^rs-An^ruse.
An die Reichswehr.
Berlin, 31. Dez. Auch beim diesjährigen Jahreswechsel drängt es mich. ollM Angehöri- cèn von Heer Und Mrirkn« - von wärmsten tEtöe ipfUtt)ter|i"j.urty m \vu^m ^,- . ---^ sprechen. Berufen zum Schutz der deutschen Heimat, hat die Reichswehr voll ihre Schuldigkeit getan und sich damit in weitesten Kreisen des Volkes neues Vertrauen und Ansehen erworben. Für das kommende Jahr vereinigen mir uns zu dem Gelübde, daß die Reichswehr allen Schwierigkeiten zum Trotz bleibt: eiserne Klammer der Einheit des Reiches und unerschütterlicher Grund st ein der verfassungsmäßigen Ordnung, auf der sich unser Vaterland aufbaut zu Größe und Freiheit.
gez. Geßler, Reichswehrminister.
An bas Reichsheer.
Dem deutschen Reichsheer Glück zum neuen Jahre! Hinter uns liegt ein Jahr angestrengter und erfolgreicher Arbeit. Das Heer schreitet vorwärts auf dem Wege der Ausbildung und der Festigung zum Wohle des Vaterlandes. Warme Anerkennung gilt allen Kommandeuren und Truppen, welche für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Reich eingesetzt waren und sind. In musterhafter Disziplin haben sie oft unter den schwierigsten Verhältnissen ihre Schuldigkeit getan und bewiesen, daß in der jungen Wehrmacht die alten Soldatepeigenschasten lebendig sind. Besonderer Dank gebührt allen Bestrebungen, welche darauf abzielen, durch die in uns liegende Kraft der Ordnung und Selbstlosigkeit in den wirtschaftlichen Nöten des Volkes zu helfen. Wenn uns die Möglichkeit belassen bleibt, auf diesem Wege vorwärts zu schreiten, so wird die Reichswehr immer mehr zu einem segensreichen und ausschlaggebenden Teil der Reichsgewalt werden. Das Heer geht einem nicht leichten Jahre entgegen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes lasten schwer auch auf der Reichswehr. Bon ihr wird Aufopferung und selbstlose Hingabe neben dem stillen Tragen von Entbeh- rungen verlangt. Ich vertraue darauf, daß die Reichswehr auch diesen Forderungen ge- wachsen sein und fest stehen wird in Treue, in Gehorsam, in Kameradschaft und in Einig- keit. . gez.: v. Seeckt, General der Infanterie und Chef der Heeresleitung.
An die Reichsmarine.
In stillem Schaffen hat die Reichsmarine im verfloßenen Jahr« an ihrer Ausbildung und Festigung gearbeitet. Sie hat im Inland als zuverlässiger Rückhalt der Regierungsgewalt gedient und im Auslande durch ihr Auftreten für das Ansehen unseres Volkes geworben. Was trotz aller Hemmungen, dis unserer Seegeltung von außen auferlegt worden sind, und trotz' aller Not der Zeit, von der die Marine als Ganzes wie jeder Einzelne betroffen wird, erreicht worden ist, darf uns mit stolzer Beiriediauna erfüllen. Auch im neuen
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Jahre bleiben unsere Augen auf die hohe See gerichtet, wo unsere Ziele liegen. Auf den uns gelassenen alten Schiffen gilt es achten, den deutschen Seemanns- und Soldatengeist lebendig zu erhalten, und wie der Seemann sich erst im Kampfe gegen den Sturm, int Ausharren in Gefahr, im Entbehren in der Not bewährt, so wollen auch mir uns bewähren im Kampfe und in der Not unseres Volkes, im Dienste unseres Vaterlandes, in nie wankender Hoffnung und Begeisterung für seine Zukunft. Das ist unser Gelöbnis und unser Wunsch für das neue Jahr.
gez. Behnke, Admiral und Chef der Marineleitung.
AbanderunqdesAusnaftmezusiandes.
Berlin, 31. Dez. Das Reichskabinett hat sich in feiner Montag-Sitzung mit der Frage der Handhabung des Ausnahmezustandes während der Wahlzeit beschäftigt. Das Kabinett beabsichtigt, feine Auffassung über diese Frage dem Rechtsausschuß des Reichstags in seiner nächsten Sitzung, d'e am 3. Januar stattfinden wird, darzulegen. Inzwischen wird folgende Verordnung über die Abänderung. des bestehenden Ausnahmezustandes von W. T. B. verbreitet:
Auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung wird folgendes verordnet:
Artikel 1. Hinter § 5 der Verordnung des Reichspräsidenten auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichsverfassung betreffend die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet nötigen Maßnahmen vom 26. September 1923, Reichs- gesetzblatt 1, Seite 905, werden folgende Paragraphen 5a und 5b eingeschaltet:
§ 5a. Gegen das Verbot regelmäßig erschei- .....^-A ^- ^^gfcy^r ^fdr^T?; 7" bv Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik ist zulässig. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. Der Staatsgerichtshof entscheidet in der Besetzung von drei Mitgliedern, von denen mindestens eins dem Reichsgericht nicht angehört. Auf das Verfahren finden die Bestimmungen in Ziffer 2 und 3 der Verordnung über das Verfahren vor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik in Verwaltungssachen vom 1. August 1923, Reichsgesetzblatt 1, Seite 675, Anwendung. Die Entscheidungen des Staats- gerichtshofs sind schriftlich zu begründen und dem Beteilgten zuzustellen.
§ 5b. Aus die Beschränkungen der persönlichen Freiheit findet das Gesetz betr. Verhaftung und Aufenthaltsbeschränkung auf Grund des Kriegs- und Belagerungszustandes vom 4. Dezember 1916, Reichsgestzblatt S. 1329 Anwendung. An die Stelle des Reichsmilitärgerichts tritt der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik. Für Besetzung und Verfahren gelten die Bestimmungen des § 5a.
Artikel 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Sie findet auch Anwendung, soweit an diesem Tage aufgrund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 23. September 1923 regelmäßig erscheinende Druckschriften verboten oder Personen in ihrer persönlichen Freiheit beschränkt sind. Personen, die sich am Tage der Verkündung dieser Verordnung auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. September 1923 in Haft befinden, sind alsbald darüber zu belehren, daß ihnen gegen ihre Verhaftung jederzeit das Rechtsmittel der Beschwerde an den Staats- gericktshof zum Schutze der Republik zusteht.
Der Reichspräsident: Ebert
Der Reichskanzler: Marx Der Reichsminister des Innern: Dr. Jarres.
Parleilan -er Thu inqer Demokralsn.
Jena, 30. Dez. Der Landesverband Thüringen der Deuffchen demokratischen Partei hielt gestern hier einen außerordentlichen Parteitag ab, dem die endgültige Entscheidung über die Frage der Betemgung an einer gemeinsamen Kandidatenliste aller nichtsozialisti- schen Parteien und Wirtschaftsgruppen Thüringens für die Landtagswahl am 10. Feoruar 1924 vorbehalten war. Nach langen Verhandlungen wurde mit allen gegen 4 Stimmen fol- genoer Beschluß gefaßt: v „
„Der Parteitag der Deutschen demokratischen Partei Thüringens stimmt grundsätzlich Der Aufstellung einer Einheitsliste samt- lieber nichtsozialistischer Parteien und Wirt- schaftsverbände für die Landtagswahl in Thüringen am 10. Februar 1924. zu Eine Bin- d u iig für die parlamentarische Arbeit der demokratischen Fraktion im Landtag ist damit nicht aeaeben."