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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. SR»

Erfcheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernfprech-Anfchluß Nr. 1237.

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Nr. 151 Samstag den SS. Juni 1923

Das Neueste.

Reichskanzler Dr. Cuno hielt gestern in der Bremer Handelskammer eine Rede.

Dar Mainzer Kriegsgericht verurteilte gestern fiele» Deutsche wegen angeblicher Sabotage zum Tode.

Der französische Senat bewilligte gestern nach einer Erklärung Poinearör die Ruhrkredite.

Die belgische Ministerkrise ist beendet. Sämt­lich« alten Minister bleiben i« Amt.

Die diplomatischen Verhandlungen unter den Citierten sollen jetzt wieder ausgenommen werden.

Die Botschaft des PaUstes Mehr Aktivität!

Aus vielen Kreisen unseres Volkes heraus kräng der Ruf an den Reichskanzler, persönlich mehr hervorzutreten und sichtbar zu führen. Mr müssen ihm dankbar sein, daß er diesem Ruf Folge geleistet und-kürzlich in Königsberg und Barmen und gestern in Bremen gute und treffende Worte nach innen und außen gefun­den hat. Gut so! Vielleicht wird aber der Reichskanzler selber das Gefühl haben, daß, so wichtig und so nützlich auch seine persönliche Fichlungnahme mit bedrängten Volksgenossen in Ost und West sein mag, es auf die Dauer doch wohl nicht angängig ist, das Reichs- parlament selbst völlig auszuschalten. Das ist ein Thema, über dessen praktische Durch­führung zurzeit in der Oeffentlichkeit mehrfach Vorschläge gemacht werden. Es steht zu hoffen, daß sich aus diesen Erörterungen recht bald positive Resultate ergeben, denn der Reichstag hat auch seinerseits das Recht darauf, persönlich vom Leiter der Reichspolitik M den mkhOi^

«MlM und M ihn fragen steâ, wie dies in den Parlamenten anderer großer Länder gang und gebe ist.

In seiner Rede in Barmen ist der Reichs- kanAer auf die Botschaft des Papstes eingegangen. Auch diese schnelle außenpoli­tische Initiative darf als ein großer Fortschritt gegenüber früheren ähnlichen, aber verpaßten Gelegenheiten bezeichnet werden. Wer auch nur etwas über die Art und Weife orientiert ist, in der heute imdemokratischen Zeitalter" die Völker über Absichten und Schritte ihrer und fremder Regierungen informiert werden, der wird zugeben, daß das uns. allen bekannte Sprichwort:Wer schnell gibt, gibt doppelt" ins Politische übersetzt wohl heißen könnte: »Wer schnell auf die Rede eines auswärtigen Staatsmannes antwortet, kann doppelte Wir- tung erzielen, wenn er die Worte richtig zu wählen weiß!" Eine solche Praxis verträgt sich freilich schlecht mit der bei uns leider fast )ur Tradition gewordenen Parole, daß nach 'rgend einer derartigen Rede im Ausland bei uns zunächst einmal an derzuständigen Stelle" gesagt wird,man müsse erst den authentischen Text der Rede abwarten, es Empfehle sich auf jeden Fall, die Bedeutung der treffenden Rede nicht allzusehr zu unter- ^lchen usw." Andere Völker verstehen es lehr viel besser, ihre Regie der öffentlichen Mei­nung zu handhaben und wenn man so lugen soll auch gewisseMöglichkeiten des Parlamentarismus" in vorteilhafter Weise auszunutzen.

.Betrachtet man von solchen Voraussetzun- Sfn aus die Antwort, die der Kanzler Cuno auf "le Botschaft des Papstes gegeben hat, so muß aunachst^ folgendes festgestellt werden: Der -papst richtete ein Schreiben an seinen Kardi- "lu-Staatssekretär, und dieser bringt es zur ^anntnis aller beteiligten Regierungen und der ^stantlichkeit überhaupt. Das Schreiben ent= inständige Bitte des Heiligen Vaters, * Reparatiynsfrage und die Frage her militärischen Besetzung über- Mt in neuem Geiste zu prüfen. Das Wich- â iadoch ist zweifellos das, daß der Papst deutsche nVorschlagvom7. Juni, mdgültige Entscheidung über die Höhe und I f der Zahlungen einer unparteiischen Irritation aleh Instanz zu über- J' ausdrücklich aufnimmt, billigt al?w^ btè weitere Behandlung auch seinerseits L®. ^rundla ge vorschlägt. Und wei- j./ "ar Papst empfiehltdie militärische Be- tz^^ durch schrittweise einzufllhrende a n = ».J? Bürgschaften zu ersetzen, die nicht uger wirksam und sicherlich weniger schmerz- ^^W' würde man sich auf dieler Grund- ^e einigen, dann würde die Besetzung von

Treten alsbald gemindert und nach und nach

endlich aufgehoben werden und könnte dann endlich der wirkliche Frieden zwischen den Völ­kern hergestellt werden!

Was antwortete der Kanzler darauf? Er führte etwa aus:Sagt sich Frankreich von seinen Plänen los und erkennt es Deutschlands Recht auf Freiheit und Leben an, sucht es in offener Aussprache eine Lösung, so wird die Verständigung an Deutschland nicht scheitern. . . Es liegt uns daran, offen zu sagen, daß eine schnelle und endgültige Befreiung vom fremden Druck eine sittliche Pflicht ist. Wie es der Ruf des Heiligen Vaters zum Ausdruck bringt, sind die wichtigsten Ziele unserer Politik gerichtet nur auf Gerechtigkeit, Billigkeit und endgül­tige gerechte Lösung des Reparationsproblems und die Befreiung der deutschen Erde. , , ."

Es kann zunächst dahingestellt bleiben, ob auf einen so dringenden und formellen Appell des Papstes sämtliche beteiligten Regierungen nicht ebenso in formeller und eingehender Weise antworten werden oder doch zum mindesten antworten sollten und k ö n n t e n. In diesem Falle wären also die bisherigen Ausführungen des Kanzlers in Barmen nur sozusagen eine vorläufige und allgemeine Ant­wort. Da aber der Reichskanzler mit vollem Recht festgestellt hat, daß die Grundten­denz in dem Vorschläge des Papstes sich völlig mit denen der Politik der deutschen Regierung decken, so möchten wir v o r s ch l a g e n, daß unbeküm­mert von dem, was etwa andere Regierungen machen, die deutsche Regierung auf jeden Fall und möglich st bald eine eingehende Antwort auf die mit voller Absicht die Kernpunkte des jetzigen Konflikts eingehend behandelnde Botschaft des P a V

Mehrheit unseres Volkes und von sei em letzten und höchsten Lebenswillen getragen. Fort^also mit Bedenken oder irgendwelchen Hemmungen bürokratischer Art. Aktivitätder Poli- t i k muß neben das Heldentum und die Leiden unserer Brüder an Ruhr, Rhein und Saar treten. Der Papst schließt sich w örtlich an die eine wichtige Tendenz des deutschen Msmo- randums vom 7. Juni an. Wohlan, so u n t e r - streiche man diese Uebereinstim­mung und hebe sie ausdrücklich hervor! Der Papst wünscht bessere Bürgschaften als militä­rische Besetzung. Wir haben solche bis in alle Einzelheiten gleichfalls in dem letzten Memo­randum angeboten; wir habenGaran­tien" vorgeschlagen, die so weit gingen, daß unserer kranken und erschütterten Wirtschaft nun nichts weiter zum Anbieten und Geben übrig bleibt. Wohlan, so weise man in unserer Antwort ausdrücklich auf diese Garantien hin und bringe so auch hierin die deutsche Poli­tik in Uebereinstimmung mit dem, was das Haupt der katholischen Kirche mit seiner großen Macht und feinem Einfluß aller Welt verkün­dete! Mit vollem Recht hat schließlich der Papst keinen Unterschied zwischen Ruhrbefetzung und Rheinlandbe­setzung gemacht. Er kennt ganz gewiß besonders gut die unsäglichen Leiden der über­wiegend katholischen Bevölkerung am Rhein. Wohlan, so greife man von deutscher Seite auch das ganz große Problem des Völ­kerfriedens und des Nebeneinan­derlebens von Deutschland und Frankreich an und betone gerade im Anschluß an die Bot­schaft des Papstes, daß es keinen Frieden geben kann und geben wird, solange Frankreich die elementarsten Lebensrechte des deutschen Nach­barvolkes und die Grundgebote jeden Christen­tums mit Füßen tritt!

Der Reichskanzler in Bremen.

Bremen, 29. Juni. Der Reichskanzler ist heute nachmittag in Begleitung des Staats­sekretärs Hamm, von Elberfeld kommend, zu kurzem Besuch hier eingetroffen. Um 2 Uhr folgte der Reichskanzler einer Einladung des Senats zu einem Frühstück in engem Kreise. Nach dem Frühstück begab sich der Reichs­kanzler mit dem Wiederausbauminister Albert und dem Staatssekretär Hamm nach der Handelskammer zu einer Aussprache. Der Vizepräsident Rodewald begrüßte den Reichskanzler namens der Bremer Kaufmanns­schaft, indem er ihm dafür dankte, daß er es trotz der Sorgen und Lasten möglich machte, einige Stunden in Bremen zu weilen. Bremen habe sich dank des Gemsinsinns feiner Bürger durch alle früheren Schwierigkeiten durchge­rungen. Nachdem es in den Weiten der Ohn­macht des Reiches gezwungenermaßen auf eige­nen Füßen stehen gelernt habe, habe es sich an

das neue Deutsche Reich aus vollem Herzen und voller Ueberzeugung angeschlossen und seine Sonderinkeressen freudig dem Großen und Ganzen untergeordnet. Der Gedanke der Reichseinheit habe in Bremen tiefe Wurzeln schlagen. So werde auch, nachdem jetzt das Deutsche Reich von seiner stolzen Höhe gestürzt sei, die Bremer Kaufmannschaft treu zum Reiche halten und willig alle Opfer auf sich nehmen, die erforderlich seien, um den drohenden Verfall des Reiches zu verhüten. Der Wiederaufstieg sei nur aus der Wirtschaft heraus denkbar und es müsse für den Staat selbst abträglich sein, wenn durch staatliche Maßnahmen die Wirtschaft auf die Dauer in ihrer Entwickelung gehindert werde. Zur Linderung der Devisennot ins­besondere sei die Erleichterung der Ausfuhr das einzige wirksame Mittel. Die hanseatischen Kaufleute und Industrien seien auf ausländische, amerikanische, englische und holländische Kredite angewiesen. Jede Er­schütterung des Vertrauens müsse schwere Fol­gen nach sich ziehen. Die Stärke Bremens be­ruhe nicht so sehr auf seinem Reichtum, der oft überschätzt werde, als auf dem Vertrauen in seine geschäftliche Tüchtigkeit und Ehrenhaftig­keit seiner Kaufmannschaft. Rodewald schloß mit dem Ausdruck des festen Vertrauens, daß es dem Kanzler gelingen werde, das schwer mit der Brandung arbeitende Reichsschiff sicher, wenn auch wohl mit schwerer Havarie, in den schützenden Hafen zu bringen und dann alle Mann an Bord zu rufen zur Ausbesserung der Schäden und zu neuer ehrenvoller Fahrt.

Reichskanzler Cuno dankte für die Begrüßung in der heimatlichen hanseatischen Luft Bremens und hob hervor, daß er dieselbe Luft fester Entschlossenheit ?h»n in an anderen Orten der Râm ark geat- m e t habe. Dieselbe Treue zu Heimat und Reich, dieselbe Gesinnung sei ihm besonders ein­drucksvoll auch von den Vertretern der bei der Eisenbahn, im Bergbau und in der Industrie beschäftigten Arbeitern und Beamten, wie aus den Kreisen, der Wirtschaft entgegengetreten. Er gab der begründeten Ueberzeugung Ausdruck, daß diese Front fest bleibe n und auch noch Schwereres zu ertragen wissen werde, solange es not fei; denn jeder Mann und jede Frau in den Grenzgebieten wüßte nach den bitteren Erfahrungen des Jahres 1918, was einem vorzeitigen Niederlegen der Waffe des passiven Abwehrkampfcs an Leiden für das be- fetzte Gebiet und das ganze Vaterland folgen würde. Der Reichskanzler hob hervor, daß er und feine Mitarbeiter mit dem Gedanken an die Regierung herantraten, vor allem die Be- dürfniffe der Wirtschaft zu berücksichtigen. So fei es auch sein erstes Ziel gewesen, auch in der Reparationsfrage zum realen Nutzen beider Teile rein praktisch und wirtschaftlich vorzu­gehen. Die aus diesem Geiste für Paris und London gestellten Angebote führten nicht zum Ziele. Das Nein des passiven Widerstandes im Rhein- und Ruhrgebiet sei die notwendige Folge gewesen, aus dem einmütigen Willen der Bevölkerung erwachsen. So tief er davon überzeugt sei, daß auf die Dauer Deutschland nur bei sorglichster Beachtung der Lebensbe­dürfnisse und der inneren Gesetze der Wirtschaft gedeihen könne, ebenso entschieden müsse aber jetzt die politische Erkenntnis folgen und sei bis zum guten Ausgang des Abwehr­kampfes aufrecht zu erhalten und allem anderen voranzustellen. Er verstehe sehr wohl, daß Maßnahmen, wie die Devisenordnung in den Kreisen der Wirtschaft hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Nützlichkeit ange­zweifelt werde. Er verstehe das Drängen nach rascherem Abbau der Ausfuhrkontrolle und ähnlicher Maßnahmen. Jetzt aber komme es darauf an, die Zuversicht des Volkes auf den Staat aufrechtzuerhalten und den Willen des Staates zu erweisen, sich unter allen Umständen und gegen alle Gefahren, sei es auch gegen die Wirtschaft, zu behaupten und den breiten Massen das Leben zu ermöglichen. Darum müsse die Wirtschaft für diese Zeit der Not auch Maßnahmen auf sich nehmen und voll begreifen, die für regelmäßige Zeiten schädlich erscheinen könnten.

Der Kanzler leitete daraus das Recht ab, an die ganze Wirtschaft die For­derung zu stellen, die getroffenen Ma ß n a h men nicht nur zu beachten, sondern aus dieser politischen Ueberzeugung heraus auch mit Leben und Wirksamkeit zu erfüllen. Er besprach auch die Ernäh­rungsfrage, für die die Aussichten nicht ungünstig lägen, die Lohnfrage, die io

geordnet werden müsse, daß den Lohnempfän­gern auch in Zeiten sinkender Mark das Aus- kommen ermöglicht bleibe, die Währungs­frage, die der Regierung die Pflicht aufer­lege, dafür zu sorgen, daß nicht auf den Sturz der Mark eine Erschütterung der sozialen Ord­nung und eine Erschütterung des Staates folget Er legte dar, wie die Regierung für die Bedürf­nisse und Bedrängnisse der Wirtschaft volley, Verständnis habe und schloß mit der Auf­forderung, eben deshalb der Regie­rung Vertrauen entgegenzubrin­gen und ihr die Erfüllung ihrer politische« Pflichten nach Kräften zu erleichtern.

Der Kanzler beendete seine Ausführungen mit einem Ausblick auf eine bessere Zukunft, in welcher der hanseatische und insonderheit der bremische Unternehmungsgeist, der jetzt schon so viel zur Unterstützung der deut­schen Wirtschaft leiste, sich frei entfalten könne und Deutschland wieder gleichberechtigt wie jedes andere ebenbürtige Glied sich in die große Weltwirtschaft frei und wirkungskräftig ein­fügen werde.

Sieben Deutsche zum Tode verurlettl.

p a r i 5, 30. Juni. Nach einer havasmel- dung aus Mainz hak gestern morgen vor dem dortigen französischen Kriegsgericht der Prozeß gegen die Mitglieder des hanseati­schen Freikorps wegen verschiedenen, ihnen zur Last gelegten Sabotageakten stattgefunden. Die Angeklagten hatten zuerst geleugnet und dann erklärt, die Befehle seien ihnen" aus Augsburg von einem Dr. Frank, der der sozialdemokratischen Partei angehört und der das KorpsHanfreke" leitete, zugegangen. Das Kriegsgeritbt verurteilte sieben Ange- klagte zum Tode. Sie heißen: S a f f o, d e^, Fr e i é r und Fr ey. Ein weiterer Angeklagter mit Namen Lauth wurde zu lebenslänglichem .Zuchthaus verurteilt und ein neunter namens K ö g l e r zu fünf Jahren Ge­fängnis.

Wie die Geldschrankknacker.

Aachen, 29. Juni. Die Belgier haben gestern die Reichsbanknebenstelle Aachen besetzt. Nach­dem sie sich gewaltsam des Tresorschluffels bemächtigt hatten, nahmen sie aus dem Tresor etwa eine Milliarde Mark und aus der Tages­kaffe etwa 200 Millionen fort. Der Reichs­bankdirektor Privat wurde verhaftet. Bei der Nebenstelle Jülichbeschlagnahmten" die Belgier gestern 50 Millionen Mark.

Eine gepeinigte Stadt.

Frankfurt a. M., 29. Juni. Der Krci»delegierte von Gerolstein bat der Gemeindevertretung gegenüber geäußert, er werde die Stadt Gerolstein derart peinigen, daß kein Mensch mehr dort leben möchte. Er werde sie im wahren Sinne der Worte» zu einer toten Stadt" machen, wenn der Widerstand der Beamten nicht aufhöre. Gerolstein hat bereits die Hälfte seiner Einwohner durch Massenauswcisungen verloren.

Ausdehnung -er Besetzung.

Sagen, 29. Juni. Die Franzosen haben gestern in Stärke von etwa 300 Mann Hohen sydurg bei Hagen besetzt und am Denkmal Kaiser Wilhelm» i. die Trikolore gehißt.

Raub -er Trierer Wälder.

Pari», 29. Juni. Die Interalliierte Rheinland- kommiision teilt mit, daß infolge de»deutsche« Ber« inunlnffscS" in den Holzlieferungen, da» am 26. Dezember 1922 von der Reparatlon»kommission »feltgefteUt" wurde und mit Rücksicht auf die Weige­rung der deutschen Regierung, der von der Reparation»« kommissron im vorigen Jahre au»ge>prochenen Forde­rung nach Lieferungen nachzukommcn, beschlofle» wurde, dem französischen Staate 50 000 Kubikmeter Holz aus den Domänenwäldern de» Trierer Kreise» zuzuführen.

Schweres Etseubahnunglück auf der

militarisierten Strecke Wanne-Gelsenkirche«.

Gelsenkirchen, 29. Juni. Mittwoch abend kur» vor 8 Uhr entgleiste auf der militarisierte» Strecke WanneGelitnkirchen in unmittelbarer Rühe ber Zeche ,3tIma" in der Nähe von Hochöfen ein franzö- scher Güterzug. Die Lokomotive, der Tender, der Gepäckwagen und eine größere Zahl von Tankwagen, die anscheinend mit Benzol geMt waren, entgleisten und bilden ein wirres Durcheinander. Sie sind di» bis zur Unförmigkeit zerstört und versperren die drei zur Verfügung stehenden Gleise, so daß ber gesamte kanzösische Fährdienst WanneGelsenkirchen einge­stellt werden mußtc. Ber dem Unglück wurden drei Franzosen getötet.

Nach einer weiteren Meldung au» Gelsenkirche» haben die Franzolen gestern nachmittag unter ben Trümmern des bei Gelsenkirchen verunglückten Güter» Niger noch zwei weitere Leichen geborgen, sodaß die Zalil der Toten im ganzen fünf beträgt. Der Ab- transport von Kohlen aus k« «f'.siâch«er »«#??< ist zurzeit unmözlich.