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SanauerWAnzriM

General- Anzeiger

AmMches Organ für Stabfr und Landkreis Kanan a. M.

Ar. 150

Freilag den 29. Juni

1923

Wi-erflanö bis zum guten Ende.

Der Kanzler bei den Rheinländern. Bedeutsame Erklärungen aller Parteien.Der Widerstand mutz ausrechterhalten werden und wird aufrechterhalten werden!

Lärmen, 28. Juni. Die heutige Schluß- Itzung des rheinischen Provinziallandtags, die durch die Gegenwart des Reichskanzlers Dr. Cuno besondere politische Bedeutung ge­wann, gestaltete sich zu einer großen politischen Kundgebung, die auch im Ausland ihren Ein­druck nicht verfehlen wird. 129 Abgeordnete, von diesen insgesamt 109 Vertreter der Rhein­provinz, waren anwesend, als gegen 10% Uhr der Reichskanzler in Begleitung des Reichs- wirtschaftsministers Dr. Becker im Saale erschien und vom Präsidenten Dr. Jarres im Namen des Provinzialland­tages und der gesamten Bevölkerung der Rheinprovinz herzlich willkommen geheißen wurde. In einer Erwiderung betonte der Reichskanzler, der innerhalb ganz kurzer Zeit zum dritten Male in Elberfeld-Barmen weilt, daß nicht die Pflicht, sondern vor allem innerstes Herzensbedürfnis ihn hierher getrie­ben habe, um Auge in Auge mit den Vertre­tern der Rheinlande über die Not zu reden, die in gleicher Weise wie auf dem Rheinlands auf der Reichsregierung laste. Es folgten dann die Erklärungen der einzelnen politischen P a r t e i e n zur politischen Lage.

Iustizrat Dr. Mennig aus Köln gab im Namen des

Zentrums, der Arbeitsgemeinschaft und der

irausam ist der Druck, der auf dem Rhein- ! lastet. Mitten im Frieden wird ein

' Gi lande

riedliches, wehrloses Volk, das uralte Kultur ein eigen nennt, geknechtet und entrechtet. Zahllose Männer und Frauen, die nichts als ihre Pflicht Vaterland und Gewissen gegenüber tun, werden aus der Heimat gerissen, von Haus und Hof vertrieben oder schmachten in schmäh­licher Kerkerhaft. Viele haben sogar ihre Liebe zum Vaterlande mit chrem Blute besiegeln müssen. Selbst für Kinder und Greise kennen unbarmherzige Gewalthaber keine Schonung. Und doch können all diese Qualen den starken Mut und die Treue der Rheinländer nicht ins Wanken bringen. Der rheinische Provinziallandtag, die aus dem Rieften Wahlrecht der Welt hervorgegangene -Vertretung des rheinischen Volkes, erhebt vor aller Welt erneut Einspruch gegen die Gewaltherrschaft unserer Bedrücker, ^hren Opfern sagen wir heißen Dank. (All- leitlge Zustimmung.) Dem verstärkten Druck setzten wir die Einigkeit, der Gewalt das Recht und der Vernichtungsabsicht den Willen zur Freiheit entgegen. Dieser Dreiklang deutschen

uns in

unserem Kampfe und unserer Abwehr. Der passive Widerstand ist aus dem Volke geboren und lebt in den Massen. Wir Rheinländer werden diese unsere einzige Waffe nicht 'eher le gen, bevor Recht und Freiheit der putschen Rheinlande gesichert sind. Darin

poetle gen, bevor Recht und i putschen Rheinlande gesichert sn .

wir uns einig mit unseren Volksgenossen m.'Westfalen. Wenn sich auch in der inneren -poiltlk auf wirtschaftlichem und kurturellem hütete unsere Auffassungen trennen, in e nem wir alle einig: Eine rheinische L^age gibt es für das rheini che 011 n i dj t. (Allseitige stürmische Zustim- ^uug.) Ueber die Form unserer Zugehörig­st Um Deutschen Reiche, über unsere ureigen* jt Angelegenheiten lassen wir nicht von frem- ,." Bölkern entscheiden. Die offen zu Tage Bestrebungen Frankreichs erweisen, L J sade Lockerung der staatsrechtlichen Ver- zu Preußen eine Lösung der Bande et, die uns mit der deutschen Republik stundet. Mit Freimut und Entschiedenheit

,^ es aus: Der Friede der Welt, die omunft der europäischen Kultur und Wirtschaft Vs.,, "8en, daß Deutschlands ehrlicher Wille zur 53®; Zum Wiederaufbau und zur Wieder- oom ?un9 nicht länger durch Gewalt zunichte tn^»^ wird. Die Welt wird erst zum Frieden ?Ä wenn Friede und Freiheit einkehren

,} Die Kommunisten

Miert durch ein Mitglied ihrer Fraktion eine 6u*vn9 "bgeben, in der die Entschlossenheit ® ^^ kommunistischen Partei zur Äbwebr

der Pläne des französsschen Imperialismus Ausdruck fand.

Hierauf ergreift

Reichskanzler Dr. Euno

das Wort zu folgenden Ausführungen:

Die Einigkeit, die in den Erklärungen aller Parteien des Hauses zum Ausdruck kam, in dem Willen zur Abwehr gegen Frankreich und gegen die französischen und belgischen Eingriffe in deutschem Lande und gegen deutsches Recht machte überwältigenden Eindruck auf mich. Ich wußte zwar, daß es nichs anders fein konnte nach allem, was wir erfuh­ren, aber daß alle Parteien dieses Hauses sich einig diesem belgisch-französischen Rechtsbruch entgegenstellen, das gibt mir die Hoffnung, daß die Abwehr nicht vergebens sein wird. Mit die­ser Einigkeit in der Abwehr fremder Gewalt vom Rheinlands weiß sich die Reichsregierung eins. Ich kann nur immer wiederholen, was von mir bei jeder Gelegenheit erklärt wurde, was ich auch heute wiederhole und was ich hier öffentlich und feierlich nochmals dokumentiere, weil man es nicht oft genug aussprechen kann, daß die Rheinlands und ihre Zugehörigkeit zum Reich und zu Preußen unangetastet bleiben

müssen,

und daß keine irgendwie verschleierte Form der

oder neutrale Oberaufficht heißen, ffir uns dis­kutabel ist. (Bravo.) Ich wiederhole: Es gibt keine Rheinlandfrage für die deutsche Regierung. Es gibt deshalb keinen Kom­promißweg, den mir in dieser Frage betre­ten können. (Bravo.) In dieser Auffassung ist sich die Reichsregierung einig mit den Regie­rungen der deutschen Länder. Ich freue mich unb danke dem preußischen Minister desJnnern dafür, daß er bei Eröffnung dieser Tagung dem Wort und Sinn nach in gleicher Weise zu Ihnen gesprochen hat, daß es nämlich auch für die preußrsche Staatsregierung keine Rheinland- frage gibt; und so steht es mit allen Regie­rungen im Deutschen Reich. Und es braucht auch keine Rheinlandfrage zu geben, denn die Politik, die die Reichsregierung schon vor Ein­tritt in die Ruhraktion begann, die sie sicher und in geradliniger Entwicklung während der Ruhraktion fortsetzte und die sie auch in Zu­kunft in außenpolitischen Fragen innehalten wird, gibt Ihnen die Gewähr, daß, so fest wir in der Rheinlandfrage stehen, so wenig auf der andern Seite irgend etwas unterlassen werden soll, was mit dem Bestand, der Einheit und der Souveränität des Reiches vereinbar ist und mit der wirtschaftlichen Zahlungsfähigkeit in Ein­klang steht, um dadurch Ruhr und Rhein freizu­machen. Es wird allesgeschehen, wie es geschehen ist, was ein deutscher Mann verant­worten kann, um seinem Vaterlande Frei­heit und Weiterentwicklung zu geben. (Bravo!)

Wenn aus Anlaß von Aeußerungen, die ich vor wenigen Tagen in Königsberg machte, die Rede davon war, daß in dieser be­sonderen aber festen Politik irgend eine Schwankung eingetreten sei, so trifft dies in k e i n e r W e i s e zu. Ich glaube, wir brau­chen keine Sorge zu haben in der Rheinland­srage, weil das rheinische Volk, Männer und Frauen, die seit den vier Jahren nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags die Be­setzung als treu Deutsche ertrugen, ohne daß je an ihrem Deuffchtum gezweifelt oder ge­rüttelt werden konnte, auch jetzt die schwersten sechs Monate über sich ergehen ließen, ohne daß jemand an ihrem Deutschtum oder ihrem deut­schen Herzen zweifeln konnten. Wir wissen Ihnen Dank, daß es so ist, und das gibt uns die Hoffnung, daß die einzige Waffe, die wir in der Hand haben, die Waffe des pas­siven Wider st andes, uns auch bei einer besonnenen festen Haltung zu einer Lösung der außenpolitischen Wirren bringen wird. In jener Frage ist die Reichsregierung mit der preußischen Regierung und den Regierungen der Länder einig. Sondermeinungen, wie sie der Leiter eines Landes in den letzten Tagen geäußert hat, werden zum Ausgleich gebracht werden. Aber Eines ist notwendig, wenn Sie

im Kampf gegen den hereingebrochenen Feind täglich Schweres und Schwerstes erdulden müssen, wenn es Ihnen manchmal zu schwer wird, wenn Sie aus Ihrem deutschen Empfin­den heraus sich sagen: Es kann nicht mehr in Ruhe ertragen werden!, dann bedenken Sie, daß Unbesonnenheiten irgendwelcher Art eine Lösung des Konflikts nicht bringen werden. Wir müssen besonnen im Rahmen des passiven Widerstandes bleiben. Wir müssen die Waffe des Geistes, die einzige Waffe, die mir gegenüber der Waffe der Gewalt haben, an­wenden, bis es zu einem guten Ende kommt.

Aber noch ein Weiteres: So wenig es zu Unbesonnenheiten kommen darf,

ebensowenig ist ein Anlaß zu Kleinmut und Schwäche vorhanden.

Es würde schwerer sein, das zu ertragen, was eintreten würde, wenn Sie die Waffe des passiven Widerstandes aus der Hand gäben. (Schr richtig!) Aus dem Weg, den wir be­schritten haben, ist doch wenigstens ein kleiner Schritt vorwärts getan. Durch die Schritte, welche die Reichsregierung getan hat, sind der Welt doch die Augen etwas geöffnet worden. Es sind jetzt Bemühungen im Gange, die großen Fragen vor aller Welt zu klären: Was will Frankreich? Will Frankreich wirtschaftliche Verhandlungen? Will es Reparationen? Will Frankreich Annexionen? Ich kann Ihnen heute nicht die Frage beantworten, wie lange es noch dauern wird, aber die andere: Was wird, wenn die rheinische Bevölkerung nicht, wie es im In­teresse der Heimat und des Vaterlandes not­wendig ist, die schweren Lasten zu Ende zu tra­gen, sondern vorzeitig den passiven Widerstand aufgeben würde? Dann wäre es um Deutsch­land, um das deutsche Volk im Rheinland und

sitzt, sondern an Männer und Frauen denken, die täg­lich ihr Gut und ihr Leben entsetzen, die nicht wissen, wenn sie morgens aus dem Hause gehen, ob sie abenH wieder zurückkehren, die mit ihrer ganzen Person, ihrem Leben und ihrer Gesundheit alles hingebe» für ihr Volk und ihr Vaterland. (Bravo.) So, ist das Gebot der Stunde: Besonnenheit, fest bleiben, aber auch einig bleiben, so wie Sie eS sind in der großen Rernfragebet rheinischen und westfälischen Freiheit und Existenz. Dieses Sin« mütige muß in das Volk hingetragen werden, da­mit das Volk an Ihrem Beispiel sich erheben kann. Wenn jemand von Ihne» den Eindruck haben sollte, als ob die Regiemng sich in außenpolitischer Hinsicht passiv und untätig verhielte, so denke« Sic daran, daß die Außenpolitik nicht auf der Straße gemacht werden kann. Nicht einen Tag ruhe» unsere Bemühungen. Das werden dereinst die Akten erweisen, die während dieser Regierungszeit entstände» sind. Aber weder diese Regierung noch eine ander« Regierung, wie immer sie auch zusammengesetzt sei» mag, kann mit Ihren Maßnahmen wirklich das er« reichen, was sie erreichen will, zum Besten des Ganze», wenn nicht das Volk, wenn nicht alle Kreise deS Volke» hinter ihr stehen. (Sehr richtig.) Denn nicht mit Polizeigewalt, nicht mit Strafandrohung werde» M der heutigen Zeit, wo die Staatsautorität bedroht ist, wo weite Rreife des Reiches vom Reich abgefchnitte» sind, sich

die wirtschaftlichen Gesetze dnrchsnhre«

lassen, die notwendig sind, damit das Volk keinen Schaden leide, damit nicht an irgendeinem Punkte unsere Abwehr schwach werde. Dazu gehört die Frage des Wuchers, dazu gehört die Frage der Preisstellung, die Frage der Anpassung der Löhne an die Preise, dazu gehört vor allen Ding«« die Frage unserer Währung. Wenn unsere Währung nicht zu halten ist, wenn sie den Weg ins Uferlose geht, dann wird sich des Volkes mit Recht ein Gefühl der Verzweiflmrg und Verlassenheit bemächtigen, das nicht nur die arbeitenden, sondern auch die bürger­lichen Kreise daz» treiben muß, an allem zu verzweifle». Die AuSsührung der wirtschaft!' -bxn Maßnahmen kan»

MM landes

mit dem Reiche und Preußen geschehen. m

Dann wären alle Opfer, die zahllosen Opfer an

Gut und Blut, an Freiheit und Eigentum, ver­geblich gebracht. Denen, die ihr Leben für Deutschland im Abwehrkampfe hingegeben haben, denen, die im Gefängnis sitzen, denen, die von Haus und Hof vertrieben worden sind, ohne in der Lage zu sein, ein Stück Eigentum mit sich zu nehmen, denen allen geloben wir hier: Fest und besonnen zu bleiben bis zum guten Ende.

Der Heilige Daker hat in den letzten Tagen eine Mahnung an die Welt gerichtet.

Frieden zu machen und den Willen zur Verband- lungsbereitschaft und zur Erfüllung unserer Verpflich­tungen, die wir bereits zum Ausdruck gebracht haben zur Grundlage für den, Ausgleich des Konflikts zu M 'chcn. Wir danken, daß dieser Schritt geschehen ist, und wir hoffen, daß auf der anderen Seite das Wort der so neutralen und so hohen Stelle ein williges Ohr findet.

Sagt sich Frankreich von seinen Plänen los und erkennt es Deutschlands Recht auf Freiheit und Leben

nicht von der Polizei un

werdW. Zn dieser ^bs^^^we^HtS ^aterl,nM muß der Sinn für die Lügew: nqcit dem Egoismus vorangestellt werden. Es gibt noch eine Seul ich« Kaufmani'.sehre. Gerad« vam Stcurdvunkt dreier

an, entschließt sich Franèreich, in offener Aussprache mit den Alliierten und uns, den Tatsachen Rechnung tragend, eine Lösung des Reparationsproblems zu suchen, so wird die Verständigung an Deutsch­land nicht scheitern. Die Welt braucht Frieden; darum wird auch in Deutschland jedermann den Ruf zum Frieben uno zur Vcrsölmung, der jetzt von der hohen neutralen Warte des Heiligen Stuhles in die Welt gegangen ist, mit dankbarer Zustimmung be­grüßen. Ich bin überzeugt, daß Sie alle bieten Ruf mit tiefer Bewegung gelesen haben. Vor den Llugen des Heiligen Vaters, bessert Raum und Zeit um­spannender Blick die Qualen und Leiden des auf uns lastenden Zustandes erkannte, liegt uns daran, offen zu sagen, daß eine schnelle, endgültige Befreiung vom fremden Druck sittliche Pflicht ist. Wie eS der Ruf des Heiligen Vaters zum Ausdruck bringt, smd die ivichtigsten Ziele unserer Politik gerichtet nur auf Gerechtigkeit und Billigkeit. Eine Lösung des Rcpara- tionsproblems und die Befreiung der deutschen Erde

later», bessert Raum und Zeit um-

wird möglich sein, wenn Sie alle so weiter den Kampf führen, der aus Ihren Kreisen von selbst hcrauSgc- wachsen ist und nur von Ihnen selbst getragen und weitergeführt werden kann. Dann mun hinter Ihnen das ganze deutsche Volk stehen, sonst können Sie den Kampf nicht gewinnen und nicht bis zu Ende führen; und da spreche ich die gleiche Meinung für Sie int besetzten Gebiet und auch an daè deutsche Volk im unbesetzten Gebiet aus.

Das deutsche Volt in der Heimat und im unbesetzte» Gebiet mutz besonnen und fest bleiben!

Unbesonnenheit von deutscher Seite, möge sie nun von rechts oder von links kommen, verurteile ich, in gleichem Maße alle Dinge, die die Staatsautorität gefährden. Alles, was Parteihader und Zwiespalt in das Volk hineintragen kann, muß zurücktreten hinter die große Frage: Wie rette ich mein Vaterland, wie gebe ich mein alles hin für «ein Vaterland? (Bravo.» Parteipläne können nicht mit Dynamit und Revolver durchgeführt werden. Die Besonnenheit muß aber auch fest bleiben in der Stimmung. Darauf kommt es an: nicht zagen. Nicht wanken, wenn man dieses oder iene« hört besonders wenn man in sicherer Hut

deutschen Kaufmannsehrc aus sollte es möglich sein, daß die Börse und sonstige am Devisenhandel betei­ligte Kreise diejenigen Mächte sind, die auch heute noch zum Schaden des ganzen Volkes, wo alles auf dem Spiele steht, Spekulation treiben? Diese Frage ist eine der Kernfragen für Sie unb für uns. So richte ich auch heute, besonders hier an Sie, die aufrichtige Bitte, gerade in dieser Frage unter Zurückstellung eigener Znteressen in finanziellen Fragen Ihre Schuldig­keit zu tun. Ich richte diese Mahnung zugleich auch an die in der Heimat am Devisenhandel beteiligten Kreise, damit sie ebenso einig, wie sie in der Ruhr- frage sind, tn der Abwehr des fremden Eingriffes zu- lainmenbleiben. Besonnen und fest entschlossen, einig und opferbereit, so allein kann die Frage der Ruhr, die Frage, die Ihnen und mir am meisten am Herzen liegt, dre Rheinlandfrage, zum guten Ende burebge« führt werden.

Seien eie versichert und das sind nicht Worte, das sind Empfindungen, die aus meinem Herzen kom­men daß von mir aus alle» geschehen wird, ohne jeoen Unterschied der Klaffen, ohne jeden Unterschied der Parteien, ohne jeder Unterschied der Berufsschichte«, war vom deutschen Standpunkle aus geschehen kann, was dem deutschen Volke, was der deutschen Einheit, was der deutschen Freiheit und Unabhängigkeit nützlich sein kann. (Bravo). Dies ergibt das einfach«, in eine kurze Formel gebrachte Programm dieser Regierung. Ich hoffe, daß Sie alle und auch ipätere Zeiten sagen können, daß das deutsche Volk sich in allen seinen Schichten und zusammen mit seiner Regierung würdig erwiesen hat des deutschen Namens und der deutschen Ehre. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen).

Nach den wirkungsvollen Worten der Reichskanzlers ergriff nochmals

der Vorsitzende Dr. Jarre» das Wort zu einer Rede, in der er folgender aus^ führte:

Wir betonen hier nochmals als Ergebnis der Ver­handlungen, daß wir den Widerstand, so wie wir ihn ausgenommen haben, besonnen und fest fortfâhren werden. Das wissen wir wohl, daß in den zukünftigen, vielleicht entscheidenden Wochen nur noch Schwerere» bevorsteht, als wir bisher erlebt haben. Im volle» Bewußtsein dieser von uns zu erwartenden Opfer er­klären wir: Der Widerstand muß aufrecht erhalte« werden und wird aufrecht erhalten werden. Nach bet Fühlungnahme mit den Parteien darf ich sagen, daß, wenn wir diese Erklärung adgeben, wir sie nicht al« vaterländische Phrase, sondern in dem vollen Bewußt­sein abgeben, daß wir die Meinung der Rheinländer ausdrücken. Die wenigen Erbärml>u)en, die sich Rhein- länder nennen und sich nicht geschcut haben, mit bett Hnden in Verbindung zul treten, scheiden aus unserem vrcise aus. Sie haben sich selbst ansgeschieden. Sie ind der Verachtung der Umwelt und der Verachtung derer überlassen, für die sie Dienste tun. Wir sind da­mit am Schluß der Verhandlungen. Wir gehen aus­einander das darf ich wohl sagen gestärkt mit dem Willen, unsere Volksgenosien ant Rhein u stärken. Wir gehen hinaus in die Leiden der Kämpfe in rheinischer und deutscher Treue. Wir hoffen daß unserem Kampf, einem ehrlichen und heiligen Kampf, der Lohn und das erstrebte Ziel nicht verugt bleiben wird. (Lebhafter Leikallt.