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Nr. 146
Montag den 25. Juni
1923
Das Neueste.
1» Der »Obsttver* veröffentlicht einen vertraulichen ktticht der ftanzösischen Oberkommisiar» in den jtftlnlanden, Tir«rd, in de« die Geschichte der sepa-
Kirischen Bewegung i« Rheinland und Frankreichs eil an der Politik Dorten» dargelegt wird.
1 — Degoutte.hat eine neue Ordonnanz herausgegeben, die die interalliierte Kontrollkommission ermächtigt, fimtliche Kohlenvorräte auf den Halden zu beschlag- »ahmen.
— Der Reichskanzler hat gestern ix Königsberg seine bemerkenswerte Rede gehalten.
Vor -em En-Kampf. — Ein vergifteter Pfeil.
.ungen zwei ge
Die Franzosen und die Engländer — denn I sie sind die beiden Hauptspieler — geben zur Zeit denjenigen deutschen Politikern A"schau- lingsunterricht, die der Regierung nicht dringend nehslegen können, sie müsse Verhandlungen erzwingen. Diese Kreise, die auch jetzt wieder an der inneren Knochenerweichung arbeiten, vergessen immer, daß zu Verhandlungen zwei ge= I hören und daß das Kabinett seit Monaten nichts anderes im Auge hat, als zu Verhandlungen zu kommen. Diese Verhandlungen aber ! müssen erkämpft werden. Bei dem Ruhrkampf dreht es sich um gamichts anderes, als um das französische Zugeständnis, daß die Politik des Herrn Poincarè sich totgelaufen hat und daß ! E Deutschland eine Vereinbarung auf dem [ Verhandlungswege erstrebt werden soll. Solange dies Ziel nicht erreicht ist, bleibt nichts I zarter übrig, als zu kämpfen und alles Zureden [ ™ alles Drängen hilft unserer Sache keinen f schritt »eitet, sondern vermindert tevignch j unsere Widerstandskraft.
Entscheidend für unser Schicksal ist die Ent- I Wicklung, die der deutsche Widerstandskampf in I ?ar nächsten Zeit nehmen wird. Wir werden jetzt von Tag zu Tag beobachten können, ob wir schmählichen Ende zutreiben, oder ob die Kraft m uns wohnt, um das Letzte, wenn nicht I ^tzders, so mit dem Mute der Verzweiflung, zu kämpfen. Ohne diesen unbeugsamen Willen geht es nicht. Die falschen Propheten, die dem deut- I Mn Volke wieder einmal Trugbilder vor- I gaukeln, sind die besten Helfer des Herrn Poin- I Es ist schmählich und im höchsten Maße ; bedenklich, daß auch der s ä ch s i s ch e M i - I "'sterpräfid ent Zeigner in Men steht. Er hat, wie aus dem unten folgen- ?EN Bericht des sozialdemokratischen „Sächsi- Mn Volksblatt", also eine unverdächtige Quelle, i ^vorgeht, in einer Rede von der Re- ' f?rung verlangt, daß sie den passiven W der- i aufgeben und sofortige Verhandlungen «metten soll. Diese Aeußerung wird halbamtlich i »itatlgt, wobei Herr Zeigner nur Wert auf die Feststellung legt, daß er kein bedingungsloses Erhandeln gefordert habe. Diese Aeußerlichkeit aber gänKich belanglos. Die falschen Pro- pyeien, denen das deutsche Volk leider auch im 918 getraut hat, üben gerade dadurch ^W, daß sie die volle Wahrheit ver- $en passivenWiderstand auf- Reben, sei höchste Zeit, meint Herr Zeigner, ehemalige Leipziger Landgerichtsrat, den ? âvolutionswelle an den Regierungsstrand t • Sâ" wir etwa nach seinem Willen, âhreinbrecher, die unser Haus, unser p “Wattb unsagbar verwüstet haben, als liebe schützen und ehren? Herr Zs-gner, p °0c9 sicherlich als Ministerpräsident eines »W2 mehrfach an Konferenzen mit ter »JW^iening, mit Vertretern aus dem Rihr- wist- Unö "üb Cuno teilgenommen hat, muß ; „^"' mas die Franzosen auch wissen: daß I die deutsche Regierung den passiven «i^^band nicht befehlen kann, daß sie ihn auch Welligen kann, solange französische Bojo- bio n-Mr^hrgebiet stehen. Er muß wissen, daß ninnr^r^S des passiven Widerstandes nur ; Z ist wenn die Ruhrbevölkerung, Arbei- ferZ -^arnte, Angestellte und Unternehmer Cm/» i-?.W einverstanden ist. Die aber wird ihr frei /'J^nig nur dann erklären, wenn sie SrfJ^ „” kann, wenn sie nicht mehr den balLA" ^rer Blutsauger über das Pflaster Weh? iA menn ihre Frauen und Töchter nicht : mZ schändet, ihre Väter und Söhne nicht i MiA gemartert und gequaM werden. Vorher 9toh ?eme Faust jemals stark genug sein, das ane= ber Geschichte rückwärts zu drehen. Das lari«^" ^err Zeigner wissen . . . Der Poin- einT3 aber kann sich freuen. Er hat wieder W was er braucht, „deutsche Zeugnisse"
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Ein Geheimbericht Tirar-s über die separatistische De- rvegung im Rheinland. — Dorten im Solde Frankreichs.
London, 24. Juni. Der „Observer" veröffentlicht heute sensationelle Enthüllungen über die französischen Pläne für die Sos« trennung des Rheinlandes vom Reich, in Gestalt eines ausführlichen, vom 16. April 1923 datierten geheimen Berichts des französischen Oberkommissars in den Rheinlanden, Tirard, an seine Regierung in Paris. Der als persönlich und streng vertraulich bezeichnete Bericht befaßte sich, wie der französische Oberkommissar darin selbst zugibt, mit den Anstrengungen, die von dem französischen Oberkommissar und dem Führer der rheinischen Seperatisten, Dorten, während zahlreicher Monate unternommen wurden, um ihr gemeinsames Ziel, die Befreiung des Rheinlandes zu erreichen. Der Bericht beginnt mit der Feststellung, daß die früheren Berichte die verschiedenen Krisen behandelten, die die französischen Beziehungen mit Dorten seit dem Monat Mai des Jahres 1921 durchgemacht haben, in dem der Verfasser des Berichts m i t der Aufgabe betraut wurde, mit ihm inFührungzutreten. Es heißt weiter, mit Unterstützung des französischen Oberkommissars sei Dorten in der Lage gewesen, seine Anhänger zusammenzubrkommen, ihre Begeisterung hoch zu halten, seine Propaganda zu verbreiten und Zeitungen zu gründ en. Das Oberkommissariat habe jedoch sein Zusammenarbeiten mit Dorten offiziell nicht zugeben dür-
Politik zu tun", fügt der Verfasser des Berichts ironisch hinzu und fährt fort, infolgedessen sei Dorten allmählich auf das Niveau eines untergeordneten Agenten in französischem Solde herabgesunken. Seine Feinde seien nur zu froh gewesen, dies zu finden, und im „antipreußischen, aber durch und durch deutschen" Rheinland hätten Dortens Feinde es verstanden, diese Tatsache als eine tödliche Waffe zur Beeinflussung der rheinischen Politik zu benützen. Dorten habe versucht, Beziehungen zwischen Frankreich und den Industriellen des Rhein- landes herzustellen. In Wiesbaden habe er das Gemischte Büro und später den Rheinischen Verein gegründet. Der Bericht erklärt, obgleich dieseVersuchevom Oberkommissariat unter st ützt worden seien,, seien sie fruchtlos geblieben. Es heißt weiter, Dorten habe versucht, die rheinische seperatistische Bewegung mit den übrigen seperatistischen Mittelpunkten des nichtbesetzten Deutschlands zu verbinden. Er sei in Verhandlungen mit Dr. Heim in Bayern getreten. Dorten sei jedoch gezwungen gewesen, diese Pläne aufzugeben. Er sei dem Programm treu geblieben, das er allmählich für die Schaffung eines autonomen Bundesstaates innerhalb des Reiches ausgearbeitet hatte.
Aber, so fährt der französische Oberkommissar fort, Dorten verfolgte, wie er mir wiederholt sagte, den Zweck, das Unbehagen der Mehrheit seiner Anhänger zu beruhigen, die, zwar antipreußisch, aber deutsch — eine verhüllte Annektion befürchteten. Nach Dortens Ansicht könnte ein solches Erzeugnis nicht Bestand haben und würde bald ersetzt werden durch einen unabhängigen Staat mit Anlehnung an Frankreich. Der' Berichterstatter fährt fort, Dorten habe vorkurzem eine große Anstren- gungimRuhrgebketgemachtundein Sekretariat in Düsseldorf gegründet. Der Bericht befaßt sich hierauf mit Dortens Arbeitsmethode. Da Dorten gefunden habe, daß große Ausschüsse Indiskretionen begünstigen» berufe er nur die Häupter der Bezirke, seinen vertraulichen General- st a b, ein, durch den die Beschlüsse den unteren Stellen übermittelt würden. Dortens Arbeit beschränke sich auf die ländliche Bevölkerung und den Mittelstand. Propaganda unter den Arbei-
dafür, daß die Politik Frankreichs im Siege begriffen, daß die deutsche Abwehrfornt durchlöchert, daß es höchste Zeit ist, vor Frankreich zu kapitulieren. Was braucht Herr Poincarè noch mehr? Besser kann niemand seine Geschäfte besorgen. Zeigner führt tatsächlich den Dolchstoß in den Rücken unterer Rubrsront. Und
tern, so sagt Dorten, könnte zu sozialistischen Gegenoffensiven führen. Der französische Oberkommissar erklärt, im Verlaufe von Unterredungen, die er mit gewissen Vertrauensleuten Dortens wie Grand'Ry und Dahlen aus Aachen, Müller aus Köln und Simon aus Wiesbaden gehabt habe, habe er sehen können, daß Dorten als der einzige Führer betrachtet werde, der in der Lage sei, die rheinische Bewegung zu einem erfolgreichen Zielzu bringen. Der Bericht fährt fort, Ende Februar 1923 habe das Oberkommissariat Dr. Dorten vorgeworfen, daß er nichts tue um die seperatistische Bewegung zu entwickeln, daß er wissentlich ihre Bedeutung übertreibe und die französischen Anstrengungen im Ruhrgebiet mit einem völligen Mangel an Aktivität im Rheinland erwidere. Der Verfasser des Berichts, der Dorten gegen diese Vorwürfe in Schutz nimmt, erklärt, viele Agenten Dortens hätten wirklich Energie gezeigt und unter Führung Dortens einige zweifellos interessante Ergebnisse erzielt. Der Berichterstatter fährt fort: Die Persönlichkeit jedoch, die sicher den größtenEinfluß aufDr. Dorten ausübt und mit ihm immer in sehr engen Beziehungen blieb, war Gene- r a l M a n g i n . Dorten habe General Mangin als den Mann angesehen, der als einziger fähig sei, Frankreichs Geschick am Rheinzuerfüllen. Der Bericht fchließt, die Gründung des Rheinland-
tion, die nützlich sein werde. Schlimmstenfalls könnte Dorten den Franzosen wertvolle Informationen liefern sowohl bezüglich der Leute als auch bezüglich der Art, sie zu behandeln. Es wäre ein Fehler, sich seiner Hilfe zu berauben, besonders, da Dorten sich selbst den Rückzug abgeschnitten habe; denn in Paris habe er seine Politik als in völliger Uebereinstimmung mit Frankreich befindlich bezeichnet.
London, 24. Juni. Der Chefredakteur des «Observer", Garvin, befaßt sich eingehend mit den von seinem Blatt veröffentlichten Enthüllungen über die französischen Rhc'nlandpläne. Ex fc^-eibf, das vierte JahrnachUnlerzeirbnungdes Versailler Friedens habe mehr getan, um den Augen der Welt den grundlegenden Irrtum dieser Regelung zu enthüllen, als die drei vorhern-henden Jahre zusammengenommen. Poincarè habe bisher der wirtschaftlichen Regelung, die die Vereinbarung bedeute, den Rücken gedreht. Der entgegengesetzte Plan sei mehr und mehr in den Vordergrund der französischen Politik getreten. Mit ihm habe der Traum der Sicherheit Frankreichs durch eine Zerstückelung Deutschlands konkrete Formen erhalten. Garvin gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die heutigen Enthüllungen wenigstens einigen Franzosen die Augen öffnen werden. Der französische Oberkommissar sehe nicht, was jeder unparteiische Leser seines. Berichts sofort sehen werde, daß der Plan der Losreißung des Rheinlandes von Deuffsi-land nicht gelingen könne und bereits durch seinen bisherigen Mißerfolg verurteilt sei. Der Plan könne nicht gelingen, weil er die Tatsächlichkeiten der menschlichen Ratur und der deutschen Geschichte außer acht lasse. Die deutschen Arbeiter öffneten weder Dorten noch den Franzosen ihre Arme, weil sie keine Absickt hätten, die politische unb wirtschaftliche Einheit zu verlassen, zu der sie und ihre Existenz ge- hören. Was unter den günstigsten Bedingungen vor hundert Jahren Napoleon mißglückt sei, wolle poincaré heute erreichen! Weshalb solle das Deutsch; Reich weniger Recht auf Einheit haben als Frankreich? Solange der Geist des heute veröffentlichten Dokuments die französische Politik leite, könne nichts die Katastrophe abwenden, die Frankreich und Europa bevorstehe.
wenn das am grünen Holz einer amtlichen Regierungspolitik geschieht, so weiß man wirklich nicht, was aus dem zum großen Teil schon verdorrten Holz der sozialdemokratischen Partei werden soll. Der Blick in die nächste Zukunft ist unter diesen Umständen nicht hell. Ein Trost ist und bleibt es nur, daß an der Ruhr von Ueber-
gabe keine Rede ist. Und solange dieser Geist aufrecht erhalten wird unb in das übrige deutsche Volk zurückstrahlt, solange wird auch die schmähliche Unterwerfungspropaganda des sächsischen Ministerpräsidenten keinen Erfolg haben. Denn kein Mensch hat die Macht, den passiven Widerstand abzubrechen, solange die Front an der Ruhr feststeht.
Der Kampf gegen die Elemente der Schwäche ist nicht der einzige. Richt nur sie muffen gezügelt werden, sondern auch jene nicht minder verderblichen Elemente, die durch das frevelhafte Spiel ihrer Interessen den Abwehrkampf erschweren und an seinem Lehensnerv treffen. Wenn der Franzose mit Bewußtsein die Ver- Handlugen mit England verschleppt, so tut er es, um inzwischen auf der Lauer zu liegen und den günstigsten Augenblick für den letzten Schlag zu erspähen. Soll er das Schauspiel wirklich genießen, daß die Not und die Entbehrung dem deutschen Volke die Lust abschnürt und seinen Willen zum Widerstände lähmt? Es können der wirtschaftlichen Not Dämme gezogen werden, damit uns die Handlungsfreiheit bis zum letzten Augenblicke gewahrt bleibt. Gewiß liegt die Entwertung der deutschen Mark in der Notwendigkeit einer unerbittlichen wirtschaftlichen Entwicklung und Deutschlands Finanzkräfte sind vorläufig nicht stark genug, um daran etwas Grundlegendes zu ändern. Wenn sich aber ein jeder mit feinem Einzelinteresse in das Gemeinwohl einordnet, so braucht uns das deutsche Währungselend nicht über den Kopf zu wachsen, Wo Elemente sind, die sich gegen dieses Allgemeinwohl versündigen, da hat die Regierung die Pflicht, mit aller Schärfe das Spiel der Son. derintereffen zu unterdrücken. Es ist zu begrüßen, daß sie auf diesem Gebiete ihre volle gStMMÜjäLÄÜ^ müssen üi^ nächsten
Tage schön zeigen, wohin die Entwicklung fuhrt. Denn wenn der Dollar Herr unseres Schicksals wird, dann haben wir aufgehört, es zu sein.
Der sonderbare Ministerpräsident.
Das sozialdemokratische „Sächsische Dolksblatt" in Zwickau weiß von einer höchst merkwürdigen Rede zu berichten, die der sächsische Ministerpräsident Dr. Zeigner (Soz.) in Niederplanitz bei Zwickau gehalten hat. Danach hat er erklärt, die Reichswehr sei von vornherein keine Stütze für die Republik gewesen. Die Industrie habe große Geldmittel aufge- wendet für Organisationen zum angeblichen Schutz gegen außenpolitische Verwicklungen. In Wirklichkeit seien diese Gebilde für innerpolitische Vorgänge gedacht. Die Republik habe als wirklichen schütz nur die Arbeiterschaft. Die größte Gefahr der gewaltsamen außenpolitischen Arbeinanderfetzungen habe im April und Mai bestanden, sie sei jedoch beseitigt. Die innerpolitische stehe jedoch noch bevor. Ueber diese Dinge könne erst einmal geredet werden, wenn bestimmte Archive geöffnet werden. Den Bürgerlichen werde die Lust zur Kritik dann vergehen. Die Preise steigen, die Löhne fallen, die Reichsreg.erung feh- untätig zu. Das Ausland erkenne, daß oer Widerstand des Volkes an Rhein und Ruhr zu Ende sei. Die Front stehe noch, dach zeigten sich Risse. Es sei die höchste Zeit, den passiven Widerstand aufzugeben und bedingungslos zuVerhandlungenzu kommen. Für Mitteldeutschland bergen die nächsten Monate große Gefahren, und es werde dazu kommen, daß der Arbeiterschaft die Faschisten bis an die Zähne bewaffnet gegenüberständen. Bayern sei der Tummelplatz und Ausgangspunkt der Bewegung. Die Gegensätze würden sich austoben und sich -cm Ausgangspunkt fortwälzen. Große Teile Drullchlands würden ihre eigenen Wege gehen . . . Dem Sabinen Cuno drückten die Namen Becker, Heinze und v. Ro-
ven
. Dem Kabinett
u-unu uiuuieii uie yiuiiicii •ucuci, H-lUZ- und D. Rv» fenberg den Stempel auf. Cuno sei heute noch am Ruder und habe schon zweimal seine Demission angeboten. Keine Partei wolle den Mist ausraumen. Das Volk sei erschöpft und ebenso die Goldreserven, ~ ' ' ' ankerott. Es gebe nur
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gen, und btreten. Es
Cunos_______ - ----------- -
eines, wer sich bankerott fühle, müsse liquidieren. Wer nicht liquidiere, werde gezwungen, eines Tages müsse das Kabinett Cr' werde der Kampf aus dem bürgerlichen Lager be»‘ ginnen mit Gift, Dolch und Handgranaten. Die sozialdemokratische Partei müsse die Sachlage klar erkennen und in dieser Situation handeln. Wer sich der Aufgabe nicht unterziehe, werde für die Unterlassung schwer zu büßen haben. Man solle nicht annehmen, daß sich jemals ein Kapp-Putsch wiederholen werde, diesmal gehe es anders, man werde vom
Ausgangspunkt vorerst keine Vorstöße unternehmen, sondern sich konsolidieren und dann rücksichtslos v o r g e h e n. Die Geschichte kenne Beispiele und es werde soweit kommen, ob man wolle oder nicht, eines Tages gehe das Gewehr los. Er sei nicht Zufall, daß in Leipzig und in Dresden der- artige Elemente angetroffen wurden, und es fei nicht Zufall, daß der Reichswehr die Waffen abhanden kamen. Für Sachsen stehe viel auf dem Spiele. Er gehe der Kampf um den Bestand und die Sicherung der Republik. _ .
Dresden, 21. Juni. Von zuständiger Seite wird
erklärt, daß der Ministe Aufgabe des passiven W dinaunaslos" nicht brauet nach. Im übrigen tril
Ziderstandes, das Wort „beachte, auch nicht dem Sinn risst die Darstellung des
Blatte« ru.