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SanauerSAnzei

AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. SU

General-Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn, und Leiertage. , Fernsprech-Anschlug Nr. 1287.

««zuo»»reis:Monatl.Mk.6000. ohneTrSserlohn: Einzelnummer Mk.250..Samstags 300 Inzetsenvreiie: Die 28 mm breite Zeile Mk. 300.: Linanzinserate Mk. 600. Aeklame lKS mm breit) Mk. 800.. Inserate, auch laufende, werden nur zum jeweiligen lagesvreise berechnet. Offertengebühr Mk. 200.. Geschäftsstelle: Sammerstraße 9.

(Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile 6 an au a. Main. Für Plaßvorichrift und Grscheinungstage der Anreisen wird keine GewLIr geleistet. 3m Falle höherer Gewalt. Streik ui®. Bat der Bezieher keinen Aniornch auf Lieferung oder Nachlieferung ober auf Rückzahlung des Bezugsvreis«

Nr. 140

Montag den 18. Juni

1923

Das Neueste.

- In Berlin fanden in einigen Stadtgegenden L«enmg»ku»dgetungen statt. Verschiedene Redner fieberten die Demonstranten auf, eine Herabsetzung

verlangte, daß sie die Republik akzeptieren, für ihn gestimmt. Die Radikalen haben sich also

stv Lebensmittelpreise in den âsteschâften zu erzwingen, nifine Schutzpolizei konnte die Zwischenfälle zerstreuen.

umlie-rnd«« Sebenl» Rechtzeitig Herbeige- Demonstranten öhne

aus der Mehrheit ausgeschlossen, in die Royalisten einzutreten sich beeilten.

Was Tardisu hin würde.

Geld oder Leben.

London, 16. Juni. Der Outlook kann

die

mit

Außer in Berlin und Hamburg, befinden sich seit Oamrtag im gnuzen Reich die Artisten im Aur- ßmb. In Berlin und Hamburg ist de« Artisten die gefieberte SOprozentige Erhöhung ihrer Gage be- wiligt worden.

Großbritannien leistete den Bereinigten Staaten sie erste Abzahlung für die Amortisierung der bri­tischen Krieggschuldt« im Betrage von 69 Millionen DiOar.

Seit einiger Zeit tritt in verschiedenen Gegen- i« Ungarn» die marokkanische Heuschrecke auf. Eine Seilst von Ortschaften an der Theiß soll von Heu­schrecken überflutet sein.

Nach dem Kammerfkurm.

Paris, 17. Juni. Die Kammersitzung, die Poincarè ein Vertrauensvotum in der inneren Politik brachte, findet bei den regierungstreuen Blättern eine begeisterte Aufnahme. Die Mehrheit betrug indessen nicht mchr als 375 gegen 207 Stimmen, ein Beweis, der überdies dadurch an moralischer Kraft verliert, daß die angesehene Gruppe der Radikal- sozialisten, die Gruppe Herriot, mit überwiegender Mehrheit (58 von 82) gegen die Regierung stimmte. Da Poincarè in seiner Rede erklärte, mit den republikanischen Mittel- patteien unter Ausschluß der extremen Kreise rrgirren zu wollen, ist eine ja Le-eutendL Absag e aus den Kreisen des Links« 6hilf5 jedenfalls nicht gleichgültig. Das Ge­wicht dieser Absage ist vielmehr so groß, daß sich sofort nach Schluß der Kammersitzung die

Frage erheben konnte, ob nicht die im Kabinett Poincare sitzenden Mitglieder der radikal, sozialistischen Gruppen zur Demission gezwun­gen wären. Dadurch würde die hier herrschende Koalition ein Ende finden und Poincare ge­zwungen sein, ein reines Kabinett des nationalen Blocks zu bilden. Don ver- ichiedenen Seiten war das bereits als Tatsache gemeldet, doch wird dies in den Kreisen der genannten Partei als unwahrscheinlich bezeichnet. Das Kabinett Poincarè wird viel­mehr unerschüttert bleiben. Die Sitzung wird noch ein Nachspiel im Senat finden, wo der Ministerpräsident mit feiner überlegen kühlen Haltung gegenüber den Linksparteien nicht so leichtes Spiel haben wird. Im Senat haben diese Parteien nämlich die Mehrheit, ân erwartet, daß Poincare bei seiner dem­nächst im Senat stattfindenden Jnterpellations- ^batte seine Ausführungen, die in der gestrigen Atzung die Linksparteien so sehr verstimmt haben, daß sie gegen ihn Stellung nahmen, korrigieren werde.

Paris, 17. Juni. Die Abstimmung über me Annahme des Vertrauensvotums in der ^achtfitzung der Kammer ist nachträglich abge- anoert worden. Gegen die Regierung stimmten Sozialisten, 14 Kommunisten, 58 Radikale (von 82 Mitgliedern, die die Fraktion Umfaßt), 11 Linksdemokraten, drei Links- republikaner, drei Mitglieder der sozialistischen republikanischen Aktion sowie 9 Abge- oronete, die keiner Fraktion angehören.

bürgerlichen Abgeordneten, die der maoikalen Partei angehören, stimmten u. a. da- gegen Painlevè, de Mario Henessy, Giaffrri, ^"ra, Benazet, Tardieu, Ossolamarc, Sang- Mandel, Levasseur. Der Abstimmung ent- melten sich Danielou, Ignace, Charles Doumont, ^oudjeur , Briand, Klotz und Cels. .... Varis, 17. Juni. Zur Kammerabstimmung kr bis Innenpolitik schreibt das Journal S-D?bats: Die Sitzung zeitigte als Erfolg Fortdauer der Regierung und die Kontinui- Lrer Politik. Die Regierung müsse durch Taten und ihre Instruktionen an die Prä- den Worten Poincarës Geltung ver. Msfen. Die gemäßigten Parteien müßten den ,emschlagen, den die Regierung vorgezeich- habe. Die gemäßigte Politik habe gestern

X1 habe. Die gemäßigte Politik habe gestern lebhaften Antrieb erhalten. Jeder möge Innern Range nunmehr die Bewegung s?lerstützen. Der Temps schreibt: Wie die ^aoikalsozialisten sich nicht um das Programm votncarés scharen wollten, weil er von ihnen ,°"°ngte, sie sollten die Sozialisten verlassen, haben die Royalisten, obwohl er von ihnen

Ermächtigung des früheren amerikanischen Rheinlandkommissars, Pierpont Noyes, folgende Aeußerungen mitteilen, die Tardieu diesem gegenüber gemacht hat.Sicherheit? Sicher­heit interessiert mich nicht! Wenn ich und meine Freunde die Macht in der Hand hätten, würden wir 200 000 Mann ins Ruhrgebiet senden statt 50 000. Ich würde zu dem Besitzer einer deut­schen Kohlengrube sagen: Produziere morgen Kohlen oder übermorgen wird deine Grube er­säuft sein! Ebenso würde ich mit den Fa­briken verfahren. Vor die Wahl zwischen dem Ruin und einem Arbeiten für Frankreich ge­stellt, würden die Deutschen für Frankreich ar­beiten.

Was die Verluste anbetrrfst, die die Ruhr­politik auch unseren Feinden zufügt, so ent­hält eine Depesche des Kölner Vertreters der Times folgende Mitteilung:Die Eisenbahn- regie kostet, wie ich aus zuverlässiger französi­scher Quelle höre, den Franzosen enorme Sum­men, und dasselbe gilt für die Zollverwaltung. Ihre Einnahmen genügen nicht einmal, um die Gehälter des Lizenzamtes in Ems zu bezahlen".

Die Welt erhofft das Kerl von England.

London, 17. Juni. Baldwin erklärte gestern in eixer Rede in Oxford, die Zivilisation sehe man heute i« die Brüche gehe«. Die gesamte Welt erhoffe da? Heil vom britischen Reiche und von den Vereinigten Staaten vo« Amerika. Wenn die Welt wieder auf« seiwtt-M^-W^M <UMM»m«a tun. Die Männer, die Hand an dieser Werk legen, so schloß Baldwin, brauchen de« Mut eines Pitt und bex Glaub«« eine! Lincoln. Wir wollen hoffen, daß jeder sich zum Hauptziel setzt, an der Vollendung dieses Werke» «itzuhelsen.

(Wenn nur England mit dieser Wiederaufbauarbeit endlich einmal beginnen wollte. D. Red.)

London, 17. Juni. DieSunday Times* schreibt, da» britische Volk habe mit seltener Einmütig­kett der Ueberzeugnn» Ausdruck gegeben, daß das neue deutsche Angebot al» Grundlage für eine Konferenz angenommen werden müsse. Es hoffe, daß Frankreich dem zustimmen werde. Der einzig vernünftige Weg im Interesse Frankreichs, ebenso wie England» sei der, Deutschland wieder auf die Beine zu stellen und es ihm zu ermöglichen, einen Teil de» Schaden», den el angerichtet habe, wieder gut zu machen. Wenn die britische Regierung diesen Weg wähle und die Gründe dafür klar »nd mit genügender Autorität angebe, so werde sie die uneingeschräntte Unterstützung de» ganzen Lande» hinter sich haben.

Im.Observer" schreibt Garvin, er zweifle nicht daran, daß Baldwin, wenn nötig, gegenüber der Un- nachgiebigkett Frankreich» eine feste Haltung zeigen werde.

Eine »Möglichkeit" des Temps.

Paris, 17. Juni. DerTemps" bespricht die Anklagenote der deutschen Regierung, die an die europäischen Kabinette mit Ausnahme derer von Belgien und Frankreich gerichtet wurde. Man dürfe niemals derartige deutsche Mitteilungen übersehen, sie seien manchmal dazu da, um ein Alibi zu schaffen. Glaube die deutsche Regie­rung, daßspontane" Unruhen sich im Ruhr­gebiet entwickeln könnten und will sie sich vor­behalten, alsdann die Verantwortung dafür den Franzosen in die Schuhe zu schieben? Das Blatt will diese Möglichkeit aussprechen, aber auch die Voraussetzung zum Ausdruck bringen, daß vielleicht die deutsche Regierung sich schmeichle, sie könne eine englische Demarche in Paris provozieren und einen englischen Druck auf Frankreich veranlassen. Das halbamtliche Blatt bringt diese Möglichkeit mit dem heutigen Artikel derSunday Times" (siehe oben. D. Red.) in Verbindung, der Deutschland bei diesem Manöver nur ermutigen könne.

Sleiie MiHiardonskrafen.

Mark) Geldsttafe; Bergwerksdirektor Hein­richs von der Gewerkschaft Zollverein in Katernberg zu 5 Jahren Gefängnis und 62 Mil­lionen Franks (rund 430 Milliarden Mark) Geldstrafe; Generaldirektor Dr. W i n k h a u s vom Köln-Neuesiener Bergwerksverein in Altessen zu 5 Jahren Gefängnis und 62 Millio­nen Franks (rund 430 Milliarden Mark) Geldstrafe; Bergwerksdirektor Niegisch von der Gewerkschaft Vereinigte Helene und Amalie in Bergeborbeck zu 5 Jahren Gefängnis und 42 Millionen Franks (rund 287 Milliarden Mark) Geldsttafe; Bergwerksdirektor Kam­pers von den Mannesmannröhrenwerken, Abteilung Bergwerke, Esten, zu 5 Jahren Ge­fängnis und 30 Millionen Franks (rund 200 Milliarden Mark) Geldsttafe. Sämtliche Strafen 25 Jahre Gefängnis und 1431 Billionen Mark Geldstrafe wurden in Ab­wesenheit der Angeklagten verhängt.

Die Franzosen haben in den letzten Tagen auch den schäbigsten Rest von Scham und Scheu in ihrer maßlosen Bedrückung des besetzten Ruhrgebiets abgelegt und mit einer alle bis­herigen Begriffe übersteigenden unverhüllten Gewaltpolitik stellen sie die Militärjustiz in ihr politisches Unterdrückungs- und Er­pressungssystem ein. Die Urteile, die gegen die Zschendirektoren, die die französischen Liefer­befehle nicht befolgten ergangen sind, legen den Verurteilten, abgesehen von den viele Jahre ausmachenden Gefängnisstrafen auch Geld­strafen von geradezu phan - t g st i s ch e n Milliardenziffern auf. Diese militärgerichtlichen Strafen sollen dann den Franzosen den Anschein des Rechtes geben zu ihren bekannten Beschlagnahmen und Raub­zügen gegen Gut und Geld. Das Kriegs­recht ist damit zu einem B a n d i t e n r e ch t herabgewürdtgt, dem aber auch jeder Schimmer von persönlicher Romantik und

bahner mit ihren Familien «ngetroffen urt haben zum Teil in Schulen, zum Teil in Hote^ Quartier bezogen. Auf den Strecken 2a* gendreerWitten-West, HagenVorhalle habe^ die Franzosen die Schienen aufgerisièn. -M Vom Kriegsgericht in Hattingen mürbes am 13. Juni verurteilt: Amtsgerichtsrok R e i n h a u s wegen Befehlsverweigerung z» einem Jahr Gefängnis, einer Million MH Geldsttafe und Ausweisung, Iustizwachtmeistch Wurm wegen desselben Delikts zu der gleiches Strafe. Der Polizei- und Betriebsassisteq Ackermann aus Königsstaeleebenfallsmege# Befehlsverweigerung zu 10 Tagen Gefängnis

Recklinghausen, 17. Juni. Direktor Brink- mann von der Zeche Ewald ist von den Fraq zosen verhaftet worden, weil er angeblich be* Abtransport beschlagnahmter Kohle und Kok» Schwierigkeiten in den Weg gelegt hat. Donnerstag wurden die Schachtanlagen Schantz rock I, II, III und IV von den Franzosen besetzt Die leitenden Persönlichkeiten wurden verhaftet

Recklinghausen. 17. Juni. Die Beerdigung des von den Franzosen erschosseneH Kaufmanns Möller mußte in aller Stille e* folgen. Die Franzosen gestatteten nicht, daß eine Musikkapelle den Zug begleitete oder Rede» am Grabe gehalten würden.

Düsseldorf, 17. Juni. In den Werken her Phönix A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Lierenfeld wurde gestern der ganze Betrieo wegen Kohlenmangel stillgelegt, wodurch etwa 4000 Arbeiter züm feiern gezwungen sind. Dich Direktion hofft, den Betrieb in etwa 8 bis 10 Tagen wieder aufnehmen zu können.

Die A'.rshunqerung des!Ruhraebiels«

Berlin, 16. Juni. Aus dem Ruhrgebiet liege* zahlreiche Meldungen über die Folgen . be< Lahmlegung des gesamten Eisen«

Ritterlichkeit fehlt,

sonst noch bei den

Essen. 16. Juni. Im Anschluß an die ge­strigen Verhandlungen vor dem französischen Kriegsgericht in Werden gegen eine Reihe von Zechendirektoren wurde heute, ebenfalls wegen' Nichtbefolgung der Verordnung 33 (Kohlen­lieferungsbefehl) verurteilt: Generaldirektor

verurteilt:

Generaldirektor

Hein von der Gewerkschaft Langenbrahm in Essen-Rüttenscheid zu 5 Jahren Gefängnis und 3,0 Millionen Franks (rund 24 Milliarden

gemeinsten Räubern zu finden ist. Und die internationalen Vertreter des Kriegsrechts, die zu einer solchen Schändung geheiligter Rechts­traditionen auch im blutigsten Kampfe schwei­gen, machen sich zu Mitschuldigen des französi­schen Lumpengesindels in Uniform und in richterlicher Amtsanmaßung. Erhebend ist bei dieser maßlos traurigen Lage der den franzö­sischen Militärrichtern ausgelieferten Persön­lichkeiten nur der hohe Mut, das Verantwor­tungsgefühl fürs Ganze, die Vaterlandsliebe, welche die Opfer dieser Justizschündung aus­zeichnet. Nicht minder erhebend der Ausdruck der Solidarität, mit dem die ganze Bevölkerung des Ruhrgebietes samt den Arbeitern der Werke, denen die verurteilten Direktoren vorstehen, den so grausam Bestraften die Gesinnungsgemein­schaft beweist.

Der unverbrüchliche Wille zum Durchhatten.

Essen, 16. Juni. ®egm bie gestern erfolgte Ver- lirteilxng des Direktors Kellerman« von der Gutenboffnunsrhötte erlassen die Vertreter des gc- samten BetriedkrateS der Bergbauabteilung der Guten- boffnungshütte einen Protest, in dem die gesamte Arbeiter- und Beamtenschaft der GuttnüoffnunzShStte ohne Unterschied der Parteirichtung ihrem Direktor Keltermann für sein einwanbfreicl, echt deutscher Ver­halten gegenüber dem französischen Befehl auf Lieferung von Reparationskohle ihre ehrlichste Anerkennung aurdrilckt und in dem mit lauter Stimme gegen die Verurteilung und Einkerkerung bei Direktors Keller­mann, der nichts andere» begangen habe, al» daß er Befehle seiner Regierung befolgte, und nicht zum Ver­räter an seinem Vaterland werden wollte, vor aller Welt feierlichst Einspruch erhoben wirb. Wir erklären so beißt e» weiter in dem Protest daß keine AuSweisttttacn, Gefängnis-, ZnchthnuS- oder Todesstrafen im «tande waren und fein werden, «ns zu SteparationSleist,engen zu zwingen. Würde sich ein Direktor baut hergebex, einen französischen Befehl an seine Untergebenen wcitcrzugeben, so könnte er der Ablehnung fetten! aller Beamten und Arbeiter sicher sein. Die Reparation»- leistungen können unserer Uederzeuzung nach erst bann wieder ausgenommen werben, wenn ix Verhandlungen Mücken sämtlichen am Frieden»vertrag beteiligten Nationen, an denen Deutschland als gleichberechtigter Staat teilzunchmen bat, das Maß besten, was Deutsch­land zu leiste» im Stande ist, feftgelegt wirb. Zum sichtbaren Zeichen bei unverbrüchlichen Wille»» der Arbeiter- und Beamtenschaft, durchzubalten in dem be­gonnenen Abmehrkampft und zum Protest gegen die Verurteilung bei von un» hochieichätztcn Direktor» Kellermann beschließt der gesamte Betriebkrat, am Samltaa den 16. Juni auf allen Zechen der Gutm- boffnun,»Hütte oit arbeit ruhen zn lasse».

Km» dem SindruchGEebiet.

Münster, 18. Juni. In D o r t m u n d und Langen-ree» sind französische Eis«t-

gung empfindlich bemerkbar macht. Aus ver, schiedenen Orten, wie besonders Bochüntt Gelsenkirchen, Dortmund werden Klagen übers Mangel an Fleisch, Milch, Kartoffel laut. Auch' in Herne werden außerdem Beschwerden dep Landwirte darüber gemeldet, daß sie infolge der außerordentlich streng gehandhabten Paßkon« trolle ihre Feldarbeiten nidpt- ordnungsmäßig fortsetzen können. Der Verkehr der Straßen» bahnen, die jetzt den gesamten Personenverkehr zu bewältigen ha^en, ist ebenfalls außerordent^ lich erschwert durch die Paß- und Gepäckkon­trolle, die jetzt nicht mehr in den Wagen vorge­nommen wird. Die Verzögerung, die durch da­von den Franzosen erzwungene Aussteigen der Fahrgäste entsteht, bringt es mit sich, daß man beispielsweise für die Strecke Dortmund-UnnE statt eineinhalb jetzt drei Stunden braucht. An-l gesichts der außerordentlichen Erschwerung derf Lebensmittelversorgung erinnern die Blätterf daran, daß die jetzt von den Besatzungsbehör>> den getroffenen Maßnahmen in jeder Beziehung den Zusagen und Versicherungen widersprechen? die seinerzeit General Degoutte dem Düssel« dorfer Regierungspräsidenten gegeben ha^ wonach an eine Unterbindung der Lebensmittel zufuhr oder gar eine Aushungerung der De« völkerung nicht gedacht fei. Der Sinn der jetzt gewaltsam vorgenommenen Derkehrseinstellung im Ruhrgebiet kann kein anderer sein, als bi# Bevölkerung auszuhungern und sie dadurch zutz. Kapitulation zu zwingen.

« t«k, 18. Juni. Auf dem Bahnhof Lüne« beschlagnahmten die Franzosen am 16. Juni die fite die Stadt bestimmten Leben»mittel der Ruhr- und Aurlandshilfe.

$itr belgischen Arife,

Paris, 17. Juni. Bei einer Seranftaltung bei Aeroklubs von Belgien, die gestern in Brüssel statte fand, erklärte Kriegsminister Deveze vom ab«« gangenen Ministerium Thcuni», man möge die 8le» gterung von morgen bilden wie man wolle, die Politik »er Regierung werde gebieterisch darauf gerichtet seick müssen, vollkommene Reparationen von Deutscklarch zu erlangen. Die muffe sich bemüh««, die Saxbe »rüderlicher kobdantât, die Brlgien und Frankreich einen, zu verstärke«, und mehr denn je Hand in $m* mit unterem großen und großmütigen Freunde zu ma» schieren. Die neue Regierung muß aber auch baran arbeiten, den Block der Alliierten loliber zu verölt«* um sich gegen jede even.nelle Gefahr von Ost« M schützen.

n ^ieuxk zu wo»

Jm übrigen wird gemeldet, bei die Misrsterkrrsitz sich «ter Voraussicht nach «och kimze Taae bixgieNl werde. G,«« Bifttng werbe fenm vor Mittwoch ew wertet.

Dill« (1» W»«aJlâ5«OT