Einzelbild herunterladen
 

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadl- und Landkreis Kana» a. AU

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsp rech-Anschluß Nr. 1237.

Bttvarvrei«: Monatl.Ml.6000.- ohne Trägerlobn; Einrelnummer Mk.250..Samstags300 Anreigenpreiie: Die 28 mm breite Zeile Mk. 300.: F i n an z i n ! era te Mk. 600. Reklame (68 mm breit) Mk. 800.. Inserate, auch laufende, werden nur zum jeweiligen Tagespreise berechnet. Offertengebühr Mk. 200.. Geschäftsstelle: Sammerstratze 9.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Sanau a. Main. Für Platzvorschrift und Erscheinungstase der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. Sm Falle höherer Gewalt, Streik «sw. Hat der Bezieher keinen Ansvruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezug,vreis«,

Nr. 138

Frettag den 15. Juni

1923

Das Neueste.

Die deutsche Regierung hat alle ihr möglichen Dritte eingeleitet, um die Vollstreckung des TodeS- Ilckils gegen den Ingenieur Görke zu verhindern.

- Der Streik in Oberschlesie» ist im Abflauen iichffen.

- Hie diplomatischen Verhandlungen zwischen Sexbon und Paris werden fortgesetzt.

Das belgische Kabinett ist zurückgetreten.

Der ehemalige bulgarische Ministerpräsident KtamiulinSki ist gefangen genommen worden.

Die Grundlage unseres Abwehr- Kampfes.

Die das Gewissen der Einzelpersönlichkeit in dem einzelnen Menschen das Unterschei­dungsvermögen für Gut und Böse schafft und wie dieses Unterscheidungsvermögen in der Gesellschaft den Gedanken des bürgerlichen Rechts geboren hat, so ist im zwischenstaatlichen Verkehr der Begriff des Völkerrechts un= denkbar ohne ein Weltgewissen, das dieses Recht forderte und schuf. Im Angesicht des offen­kundigen schweren Unrechts, das wir heute wieder von der Welt erleiden, haben große Teile des deutschen Volkes den Glauben an ein Weltgewissen verloren. In der Tat schweigt dieses Weltgewfisen heute noch wie vor Mona­ten, als der Reichskanzler Cuno dieses schuld­volle Schweigen von der Tribüne des Reichs- tuges aus Hart anklagte. Es schweigt in der mMchen Politik der Völker, die unsere Haupt- zsgner sind von 1914 her, nicht aber in den Völkern selbst. Zeugen für unser gutes Recht sind uns auch in diesen Monaten vielfach im neutralen und selbst im feindlichen Auslande â^ - - - - >T W - d I

Juristen und Hochschullehrer erinnert.' Das be­weist, daß das Empfinden für das schmähliche Unrecht, das uns heute angetan wird, auch auf der Gegenseite dort besteht, wo die Menschen srei zu urteilen vermögen. Wenn demgegenüber sie amtliche Weltpolitik weder besseres Wissen das uns angetane Unrecht deckt, so wiegt die Schuld der hierfür Verantwortlichen umso schwerer, als damit das Recht, das die einzig feste und dauernde Grundlage des Lebens auch der Nationen bildet, aufs Neue bewußt ge­beugt wird. Dieses Tun wird sich eines nahen »der fernen Tages hart rächen, da es sich aus- wirken muß in schweren Erschütterungen eben dieser Lebensgrundlage der Nationen. Wenn wir Deutschen darum in der Not des Heute und m unserem Verlassensein nur umso fester immer ®teber das deutsche Recht als Grund­lage unseres Abwehrkampfes vor aller Welt feststellen und davon nicht einen Buchstaben aufgeben können und werden, so ist W5 unser Tun nicht nur in nationalem ©inne unsere nächste und höchste Pflicht, son­dern in seiner endlichen Auswirkung auch unser gegenwärtig bester Dienst an der Menschheit.

Dieses unser gutes und unanfechtbares Recht n dem gegenwärtigen Konflikt, liegt in dem M^uerlichen, sogenannten Friedensvertrag

Der Vertrag von Versailles gibt. wie m einzelnen auf das schärfite nachgewiesen werden kann weder seinen Buchstaben noch x^m Sinn nach irgend einem unserer Gegner

Rechtsanspruch auf die Besetzung irgenü- atchen über die festgelegten rheinischen Be- ! Mngszonen hinausgehenden deutschen Ge- etes. In diesem Sinne lautet auch das Urteil W großen Zahl weltpolitisch führend tätiger in Amerika, England und Italien. Es te keine amtliche politische Stelle in der dp^w ^? man nicht aufs Genaueste wüßte, daß iv /"Eruch der Franzosen und Belgier in das führ *ie. ~~ von den Methoden der Krieg- 9 ung, hie sie dort anwenden, ganz zu schwei- >.. "T eine Gewalttat, eine schwere Verletzung da-; Mr en Rechtes darstellt. Dennoch schweigt ng.s^âfiâcwissen in der amtlichen Führung der !ck » ^, dasselbe Gewissen, das den beut» m.^ v Einmarsch in Belgien zum duna^bpnnkt der unerhörtesten Verleum- D.^^ropaganda genommen hat, von dem die uns ^ichichte weiß. Dabei war der politisch von Kien ""^schickt angekündigte Einmarsch in Bel- belan^^ Handlung im Kriege, bei der der beii 1 ^fs11 ^âbion jede Sicherheit für Leib, Le- tk-hnt Eigentum der Bewohner von uns an» flien ^ v>ar. gegen die in der Folge, als Bel- Volk Einmarsch dennoch verweigerte, ein jetzig? ra^ a H e n gegen uns aufitand. Der »-kii>t ^vrbruch der Franzosen in das Ruhr- geschieht imFriede n", und den

Kampf, den er entfesselt hat, führen die Fran­zosen schlechthin mit a l l e n Mitteln gegen eine wehrlose, entwaffnete, friedliche Bevölkerung. Ein Vergleich ist darum rechtlich und tatsäch­lich unmöglich. Wird er dennoch gezogen, so tritt daraus die Schuld der Weltpolitik in ihrem Schweigen zu dem frevelhaften Rechtsbruch der Franzosen und Belgier nur umso klarer zutage.

Wenn so dasamtliche" Weltgewissen schweigt, erschalle die Stimme des deuffchen Gewissens nach innen und nach außen umso lauter. Ein Dreifaches spricht heute das deutsche Gewissen: Halte dein Reich! Die Ein­heit des Reiches ist die einzige Bürgschaft für die Freiheit der Zukunft. Nach diesem obersten Gebot hat sich unsere gesamte Innenpolitik zu strecken. Wahre deine Ehre! Eine ver­logene Umwelt verlangt von uns Deuffchen moralische Abrüstung". Was wir brauchen ist im Gegenteil moralische Zurüstung: Fort darum mit allem faulen Fleisch an un­serem Volkskörper. Das ehrenvolle Vorbild seien uns unsere rheinisch-westfälischen Brüder und Schwestern in der Art, wie sie die Waffe des leidenden Widerstandes als das Mittel zum Zweck der Anerkennung unseres Rechtes füh­ren. Verhandlungen sollen weiterführen und auswerten, was dieser heldenhafte passive Widerstand einleitet. Die Regierung will und wird nur in Ehren verhandeln. Schließlich: Verliere nicht deinen Glauben! Entscheidend ist niemals die Materie, sondern der Gei st. Das deutsche Volk, das aus den lebendigen Quellen des gottgeborenen Geistes einen Luther und Humboldt, Arndt und Kant schöpft, ist dieses Geistes und seines endlichen Sieges gewiß. Wir, auf deren Seite alles Recht ist, glauben an den Sieg des Geistes im Sinne der Inschrift, die das Ehrenmal der gefallenen

wird:Invictis victi victuri", h. h.:Heute besiegt, denken wir Lebenden der Unbesiegten und werden die Sieger der Zukunft sein!"

Unbedingte Aufrechterhattung -es passiven Widerstandes.

Berlin, 14. Juni. Gestern hat an der Grenze des Ruhrgebiets eine Sitzung statt­gefunden, an der Vertreter aller Parteien unb aller Schichten der Bevölkerung keilnahmen, hierbei kam einmütig die Auffassung zum Aus­druck, daß jede Erörterung über die etwaige Aufgabe des passiven Widerst an- desabgelehnk werden würde. Anter keinen Umständen werde man sich im Ruhrgebiet den passiven Widerstand aus der Hand schlagen lassen.

Verständigung auf wessen Kosten? Fortsetzung der diplomatischen Verhandlungen zwischen London und Paris.

Zum Anfang der Woche konnte man auf Grund der Nachrichten aus Paris und Lon­don beinahe annehmen, daß es nunmehr doch in absehbarer Zeit zu dem vielbesprochenen Bruch zwischen England und Frankreich wegen der Reparationsfrage kommen würde. Jnzwi- f^jen haben sich die Gemüter der Politiker, Diplomaten und Zeitungsleute beruhigt und nach den jüngsten Meldungen sind beide Mächte im besten Zuge, sich zu oerftänbigen und die Reparationsfrage einer Lösung näher zu bringen. Es fragt sich nur, wer dann die Kosten einer solchen Verständigung zu tragen haben wird. In diesem Zusammenhang möchten wir vorausschicken, daß es ein großer Irrtum ist, wenn man etwa in Paris annimmt, in Deutsch­land würde ein Bruch zwischen Frankreich und England mit Jubel begrüßt werden, denn von französischer Seite ist auch mit diesem Argu­ment in London operiert morebn. Wir haben unter den obwaltenden Umständen nicht das geringste Interesse daran, daß Frankreich und England sich feindlich gegenüberstehen, denn dann würden wir die Kriegskosten unter allen Umständen zu tragen haben. Was wir wün­schen müssen, ist nur das eine, daß sich nämlich England nicht auch diesmal wieder wie stets in der Vergangenheit nach einigem Sträuben völlig den französischen Wünschen und For­derungen anpaßt und sich wie damals in Lon­don an einem Ultimatum an uns beteiligt.

Zunächst wird man noch mit ziemlich lang­wierigen Verhandlungen zwischen Frankreich und England, teilweise unter belgischer Ver­mittlung, zu rechnen haben, und wenn dann ab und zu neue Spannungen entstehen, so braucht man sie auf Grund der bisherigen Erfahrungen nicht allzu ernst zu nehmen. Es ist auch für uns bester, den Dingen ins Auge zu sehen, wie sie

sind und keine großen Hoffnungen auf einen Bruch oder auf eine besondere günstige Einwir­kung Englands auf Frankreich zu setzen. An­scheinend sicht sich auch Poincarö gezwungen, innerpolitischem Druck in gewisser Hinsicht nach­zugeben und England einige Zugeständnisse zu machen. Er soll sich dem sogenannten Waffen- stillstandsgedanken annähern. Doch gerade hierin liegt für uns die größte Gefahr. Wenn man erst in England geneigt ist, in der franzö­sischen Forderung auf Wiederherstellung des Statusquo vom 11. Januar, d. h. nach Ein­marsch der Franzosen ein ausreichendes Ent­gegenkommen zu erblicken, dann stehen wir einer Lösung gegenüber die für uns unmöglich ist. Wir müssen beiden zurufen, daß mit dem Einmarsch der Franzosen der passive Widerstand automatisch begann. Er kann also nicht auf­hören, wenn die Franzosen auf Verbleiben im Ruhrgebiet und Kontrolle der wirtschaftlichen Verhältnisse bestehen. Hierüber hat auch der Reichskanzler selbst keine Zweifel gelassen. Und das scheint uns jetzt der Kern der Frage zu sein.

Das englische Memorandum an Frankreich.

Paris, 14. Juni. Havas berichtet: Das britische Memorandum, das gestern dem franzö­sischen Botschafter in London übermittelt wurde, ist heute vormittag im Ministerium für aus­wärtige Angelegenheiten angekommen. Die Note verlangt Aufklärung namentlich über die Bedingungen, unter denen die französische Re­gierung von Deutschland die Einstellung des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet verlan­gen will, sowie über die von der französischen Regierung für die Regelung des Reparations­problems ins Auge gefaßten Modalitäten. Poincare hat, wie derTemps" berichtet, im heutigen Ministerrat von dem Inhalt des eng- iicken Me da icht veröffentlicht

London, 14. Juni. Reuter erfährt zur Rs- parationsfrage, daß die britische Regierung ge­genwärtig Informationen einhole, bevor lie irgendwie endgültige Politik formuliere. Zu diesem Zweck wurde gestern an den französischen Botschafter in London eine Mitteilung gerichtet,, die eine Anzahl Fragen über den französischen Standpunkt enthält, welcher nach britischer An­sicht eine gewisse Aufklärung erfordert. Die britische Regierung werde jetzt die Antwort Frankreichs abwärten, die von dem Kabinett sorgfältig erwogen werden würde, sobald sie eingetroffen sei. Es sei wahrscheinlich, daß dieser Meinungsaustausch durch die diplomatischen Kanäle fortdauere, bis der Standpunkt der be­teiligten Regierungen sorgfältig definiert wor­den sei. Im Falle eines erfolgreichen Ausgangs des Meinungsaustausches werde es möglich sein, zu einer Entscheidung über die an Deutschland zu erteilende Antwort und über die Frage der Einberufung einer internationalen Konferenz zu gelangen.

Bück ritt des belgischen Kabinetts.

B r ü s s e l, 14. Juni. Das belgische Kabinett ist heute abend 8 Ahr zuriickgetreken, nachdem der S e n a t den Gesehesankrag de Brocqueville über die Wiederverflamung -er Universität Gent abgelehnt hat. Der König hat die Demission des Kabinetts an­genommen.

*

Der Rücktritt der Regierung Theunis-Jaspar dürfte auf die Reparationsverhandlungen außer einer Verzögerung weiter keinen Einfluß ausüben. Es handelt sich hier lediglich um einen Gesetzesantrag auf Umwandlung der französischen Universität Gent in eine flämische Hochschule, der bereits seit nahezu einem Jahre die Existenz der Regierung Theunis-Jaspar in der Schwebe gehalten hat. Als das Gesetz am 22. Dezember 1922 in der Kammer mit 89 gegen 85 Stimmen angenommen wurde, verlangte be­reits die liberale Partei das Ausscheiden der ihr angehörenden Minister aus der Regierung. Die Krise wurde jedoch damals vertagt und man verschob die Entscheidung in der Erwartung, daß der Senat die Schwierigkeiten durch ein Kompromiß beseitigen werde. Doch der Ge­gensatz zwischen Liberalen und Katholiken hat sich im Senat, wo es während der letzten Tage zu den entscheidenden Abstimmungen kam, ge­radezu dramatisch zugespitzt, da die Mehrheit für die Flamisierung bei den letzten Abstimmun­gen am Freitag voriger Wache und an diesem Dienstag bis af eine Stimme sank. Der Kom­promißantraa Broguenille machte den Liberalen das Zugeständnis, daß die Kurse an der poly- technil-ben Fakultät auch in französischer Sprache abgehalten werden können. Er war am Freitag in der Sonderabstimmung ange-

nommen worden, ist aber gestern in dritter Le­ung bei der Gesamtabstimmung abgelehnt wor­den. Da die flämischen Katholiken ihr Verhal­ten in der Frage der Fesffetzung der militari« schen Dienstzeit von dem Zustandekommen des Gesetzes über die Genter Universität abhängig gemacht haben, so wird die Lösung der jetzt er­öffneten Ministerkrise ungemein schwierig und voraussichtlich langwierig sein, zumal die katholfi^" ^nrH Hurd) den immer stärker ge­wordenen Gegensatz zwischen Wallonen unb Flamen innerlich geschwächt fit.

Aufklärung -er Mvr-lat in Dortmund?

Dortmund, 14. Juni. Die Untersuchung der Vorfälle in der Nacht vom Sonntag zum Mon. tag ist noch immer nicht vollständig abge­schlossen. Es erscheint jedoch ziemlich sicher fest« gestellt, daß der am Montag abend um 9 Uhr von Franzosen auf der Flucht durch ein Feld erschossene frühere Oberwachtmeister der Schupo Bolduan mit den beiden französi­schen Feldwebeln, die Samstag nacht erschosie« wurden, in Feindschaft gelebt hat. Nach einem Berichte aus französischer Quelle soll er feiner Frau erzählt Haben, daß er im Laufe des Tage­auf dem Wege zum Bahnhof von zwei Unter­offizieren angerempelt wurde. Darum habe er sie am Abend erwartet und getötet. Der fron» zösische Bericht behauptet, daß der Mord mit Mauser- oder Parabellumpistolen Kaliber 9 Millimeter geschehen sei. Die Franzosen neh­men an, daß außer Bolduan noch ein zweiter Täter beteiligt war.

Ueber das Ergebnis der Untersuchung wird weiter gemeldet: Am Samstag abend trafen die beiden Franzosen mit dem früheren Ober- matbimeifter der Schutzpolizei Bolduan zusam­men. Dieser war schon vorher versch^dentlich mit FranE l?n in Ko gftikt geraten. Der Grund hierfür soll seine Frau fein, eine übel beleumun­dete Person, mit der er in Scheidung liegt. Sie soll zu einem der beiden Franzosen in Verkehr gestanden haben. An dem betreffenden Abend soll Bolduan von den Franzoserr angerempelt und vom Bürgersteig gestoßen worden fein. Nach heftigem Wortwechsel schoß Bolduan, nachdem die Franzosen die Schußwaffen aus chn gerichtet hatten, auf beide. Am Montag wurde er von den Franzosen, die chn auf der Flucht verfolgten, erschossen. Dieser Tatbestand stützt sich auf die Aussagen der Frau Bolduans und eines Gastwirtes, welchem Bolduan die gleichen Angaben über die Vorgänge ant Samstag abend gemacht hat. Es steht also fest, daß es sich um die Austragung einer rein per- sönlichen Angelegenheit und n i ch t e t w a u m einen nationalistischen Anschlag handelt.

Ueber die Vorgänge in der Nacht zum Montag werden immer krasiere Ein­zelheiten bekannt. Aus allen Zeugenaussagen über die S ch i e ß e r e i e n der Franzosen geht hervor, daß die französischen Pa­trouillen sämtliche Leute, die noch nach 9 Uhr aus Unkenntnis der Verkehrssperre, sich auf den Straßen befanden, in Trupps abtrans­portierten und ohne jede Veranlassung hin unb wieder in die Menge hineinschossen. Ferner wurden, wie viele Zeugen übereinstimmend aussagen, die festgenommenen Zivilpersonen mit Reitpeitschen, Fußtritten und Kolbenschlä­gen übel zugerichtet, sogar die Leichen wurden von den Franzosen mit Fußtritten traktiert. Auch in den französischen Arrestlokalen sollen die Verhafteten weiter schwer mißharÄelt wor­den sein.

Ein fran-Sfischer Poften erschossen.

Herne, 14. Juni. Erstem wurde am Bahn« Hofsübergang Herne-Baukau ein französische» Posten von einem Bergmann erschossen. Der Täter wurde verhaftet; Einzel.. Herten fehlen noch.

Die Franzosen als Bankräuber.

Dortmund, 14. Juni. Während der Nacht beschlaanavmtcn die Franz»sen in der Aeichrbant 50 Milliarden Mark.

Ausgewie'en!

höchst a. M., 15. Juni. Gestern erhielten in Kreise Höchst 52 Eisenbahner den Ausweisungs­befehl.

Ausweisung Köllein».

Paris, 15. Juni. Der kommunistische Reichs- tagsabgeordnete Höllein ist gestern abend in der Richtung >burg zwecks Ausweisung aus Frankreich abtransportiert worden.

Dollar (10 Mr norm.) 103 000