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General-Anzeiger

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Nr. 128

Monlag den 4. Juni

1923

Das Neueste

Die Reichsregierung erklärt sich bereit, für die von den Kommunisten verursachten er­heblichen Schäden im besetzten Gebiet über das lumpltschädengesetz hinaus Ersatz zu gewähren.

Reichswirtschastsminister Becker wider­legte Poincarès Angaben über denrentablen" Auhreinbruch.

In Chaumont hielt gestern Poincarè eine Propagandarede an die Adresse Amerikas.

PoincarL beantwortete in einer Note das englische Memorandum über die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses für die Verwal- lung des Saargebiets.

Die französisch-amerikanische Freundschaft.

Reden Poinarés, Millerands und des amerikanischen Botschafters.

Paris, 3. 3uni, In Chaumont im Departe- inent Ober-Marne wurde heute in Anwesenheit des amerikanischen Botschafters Herrick und von Vertretern des amerikanffchen Heeres ein Denkmal zur Erinnerung an die Lmerikanisch-französische Freund­schaft enthüllt. Der amerikanische Botschafter verlas eine Bot schaft des Präsiden­ten Harding, in der dieser die Hoffnung aussprach, daß die Freundschaft zwischen den Vereinigten Staaten, die auf dem Boden Frankreichs im Kampfe für die Freiheit, er* neuert worden sei, dauernd und sich im Laufe der Jahre verstärken möge. Der Botschafter der Vereinigten Staaten sagte in seiner Rede, in der er auf die Geschichte der BetEgung der Vereinigten Staaten an dem

großen Ge * ___

im Augenblick ihrer härtesten Prüfung das un­erschütterliche Vertrauen ihrer Soldaten und ihr Opfersinn waren«, die die Ausführung jener Entschlüsse ermöglichte, die heute wie die der übermenschlichen Vorsehung erscheinen. Ihr Vertrauen wurde aus dem Glauben geboren, daß sie für die gerechte Sache kämpfen. Die Ge­fahren, denen wir heute gegenüherstehen sind anderer Art, aber sie sind genau so groß. Die den Führern unserer Friedensepoche obliegen­den Aufgaben verlangten ebensoviel kompli­ziertes Wiffen, ebensoviel Oualifikation zum Kommando und ebenso großen Mut, wie sie die Führer während des Krieges bewiesen haben. Unsere Führer liefern jetzt die riesenhafte Frie­densschlacht, von der die künftige Ruhe der Welt, die Ruhe nicht allein der Siegerländer, sondern auch der Länder der Besiegten abhängt.

. Ministerpräsident Poincarè erinnerte in einer längeren Rede zur Denkmalserfthüllung an die Ereignisse, die die Vereinigten Staaten veranlaßt haben, in dem Krieg einzutreten und -agte dann: Amerika war durch den Pakt vom September 1914 durchaus nicht gebunden und hatte also das Recht, einen Sonderftieden mizuschließen. Es hat sich den Versailler Vertrag

zu eigen gemacht. Er glaubte, daß, nach- °^m es sein Schwert auf eine Schale der euro- pauchen Wage gelegt und dazu beigetragen Mte, daß sie sich dem Rechte zuneigte, sich nicht ^"8er mehr zu eng an die bewegte Politik einer

Welt, deren unsichere Schwankungen ihm mcht möglich wären, näher zu verfolgen, an* âöen zu dürfen. Es hat sich zurückgezogen dne uns seine alte Freundschaft Hu entziehen. «Merika habe sich von feiner natürlichen Snm* PQtt)ie für Frankreich von der erbitterten Pro­paganda, die Deuffchland seit Beendigung des Sieges wieder in den Vereinigten Staaten ^Benommen habe, nicht abbringen lassen. Lineare kam dann, nach einem längeren Hin- toei® Quf die Teilnahme der amerikanischen ti^ L^ an ^r Pasteurfeier in Straßburg und «er bedeutungsvollen Unterstreichung, daß die an anwesenden schwarzen Truppen den ame- käft"'^^ Gelehrten Gelegenheit gegeben yauen, sich von ihrer Disziplin zu überzeugen,

Zu sprechen. Er gre: Amerika habe die gegen die schwarzen JuPpen geschleuderten perfiden Anklagen» diese u-amlosen Dummheiten, von sich gewiesen und ;. Frankreich in das Ruhrgebiet einmarschiert i, habe es nicht einen Augenblick geglaubt, daß bei^ und Belgien von Eroberungswut muen seien. Mit dem bewunderungswerten C^chen Sinn, der die Amerikaner auszeichne

es im Gegenteil geglaubt, daß Frankreich «"utommen im Rechte sei, daß es, um den ^^"^usvertrag auszuführen, auf sich selbst ertr Die Amerikaner würden sich nur schwer

i. aren können, wenn Frankreich, das durch oieg der Waffen nicht das erzielt habe.

was es erhoffte, gezögert hätte, im Rahmen des Friedensvertrages die erforderlichen Maßnah­men zu ergreifen, die Deutschland zwingen wer­den, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Die Vereinigten Staaten würden es auch nicht be­griffen haben, wenn Frankreich die Bevölkerung der verwüsteten,Gebiete im Elend lassen würde, ohne von Deutschland, dessen sämtliche Städte vollkommen intakt sind, die Erfüllung der einge­gangenen Verpflichtungen zu verlangen.

Nach der Denkmalsenthüllung fand ein Fest­mahl statt, in dessen Verlauf der Präsident der Republik, Millerand, eine Rede hielt. Wenn Frankreich im Ruhrgebiet stehe, erklärte er, so sei es nur die Illoyalität Deutschlands, Lie es nach dort gebracht habe. Es heiße bewußt die Absichten und das Vorgehen Frankreichs ent­stellen, wenn man die Ruhraktion auf Erobe- rungs* und Rachegelüste zurückführe. Die Wahr­heit fei einfach, Frankreich wolle, daß der Be­siegte, nachdem er den Krieg entfesselt, seine Ver­pflichtungen erfülle und seine Verbrechen (? D. Red.) wieder gut mache. Frankreich sei entschlossen und werde nicht weichen, weil es sich auf die Gerechtigkeit (? D. Red.) stütze. Die französische Republik habe im Jahre 1923 ebensowenig militaristische oder annektionistische Pläne wie im Jahre 1914 und wie von 1871 bis 1914. Die Geschichte werde ihr die An­erkennung nicht versagen, daß ihre Außenpolitik jich unaufhörlich von derselben Idee leiten lasse: die Sicherheit Frankreichs auf der Grundlage des Welffriedens zu verstärken. Zu diesem Zweck hätten die Präsidenten der Republik, die französischen Ministerpräsidenten und Außen­minister im vollen Einklang mit der Auffassung des Parlaments ihre Ehre dafür eingesetzt, die französisch-russische Allianz anzu- knupfen, zu befestigen und aufrecht zu erhalten.

matie der franzofffchen Politik ebenso wie ihre Waffen Erfolge gebracht. Als der deutsche An­griff auf Deuffchland selbst zurückgefallen sei hatte Frankreich zu seiner Verteidigung und zu seinem Heil gleichzeitig mit dem Heldenmut feiner Soldaten und der Feldherrnkunst seiner militärischen Führer die durch eine Politik vor­bereiteten Allianzen zur, Verfügung gehabt Frankreich sei weder vergeßlich noch undankbar Es spreche den heißen Wunsch aus, da Rußland sich wieder erhole und vo dem Alpdruck befreit werde, der seit fünf Jahren auf ihm laste. Er erinnere sich in dankbarer Bewegung auch der Hilfe, die ihm in tragischer Stunde von jenseits des Meeres gekommen fei.

Die franzöfjfch.belgifche Konferenz.

Paris, 3. Juni. Der Brüffeler Korrewonden desEcho de Paris" berichtet zu den bevor ftehendensranzöfich-belgischen Besprectungen. das Bntsseler Kabmett stehe auf dem Standpunkt, daß es Diesmal nicht mehr angebracht sein werde, die neuen deutschen Vorschläge mit einem Plai- doyer zu beantworten. Wenn die Vorschläze diesesmal als unannehmbar befunden würden, ra würde man sie nach Ansicht der belgischen Re­gierung durch Eezenvorschläge bekämpfen müssen, J0 praktisch wie möglich sein

mußten. Wenn auch die belgische Regiemna, fugt der Karrespandent hinzu, in der Besetzung des Ruhrgebietes ein Druckmittel erblicke zu dem Zweck, das Reparationssystem ins Werk zu setzen, so bedeute das keineswegs, daß die belgische Regierung heute geneigt sei, leichthin das Pfand fahren zu lassen. Die von ihr in Pari» ein­gestandene Neigung zu einem Reparationssystem, das auf der Errichtung verschiedener Monopole aufgebaut sei, dürste in keiner Weise zu der An­nahme führen, daß sie auf dar im Ruhrgebiet selbst organisierte produktive System zu verzichten gedenke.

Hierzu bemerkt dasEcho de Paris": Auf Grund einer anderweitigen Imformation, bei den Brüffeler Besprechungen würden die in Paris überreichten technischen Memoranden an erster Stelle stehen. Im übrigen werde u. a. über die endgültige Organisation des Zoll­systems, über die Ausgabe einer neuen Wäh­rung, über die Maßnahmen zur Sicherstellung der Lebensmittelversoraung der besetzten Gebiete, über die Entwicklung der französisch-belgischen Eijenbahnregie, über bas Rechnungswesen und über die Verteilung der beschlagnahmten Vor­räte verhandelt werden. Alles, was mit dem diplomatischen Verfahren im Zusammenhang tehe, gewinne indes im Augenblick eine ganz rejondere Bedeutung. Bis jetzt hätten das Pariser und das Brüffeler Kabinett sich über die Aufstellung von ^wei allgemeinen Grund- ' lassen verständigt. Erstens: die Verhandlungen mit Deutschland würden solange unangebracht sein, alr der Widerstand aeaen die Politik vom :

en. Der neue Premier­minister wünsche jedoch die Versicherung zu haben, Sag feine Reise ein positives Ergebnis habe.

Hierzu hat dieSundap Times" auf eine Anfrage in Che quer? von dem Sekretär des Premierministers den Bescheid erhalten, daß die obige Meldung voll kommen unbegründet sei.

Kritik an der Ruhrbesetzung.

Paris, 3. Juni. Bei der heutigen Einweihung des Denkmals für den ermordeten Jaurtzs in Carmaux ergriff Anatolo France das Wort. Er verur­teilte di« Ruhrbesttzung und erklärte, er sei überzeugt davon, daß eine feste und friedliche Aktion eben-o wirkungsvoll gewesen wäre und daß im übrigen die Wiederaufnahme ter Geschäfte mir einem benachbarten Volke, dem französischen Volke ist sicherer Form Wohl­stand bereitet haben würde. Namens der belgischen Sozialisten sprach Vandervelde, der auch den Gruß der sozialistischer Internationale überbrachte.

Nach dem Kommunisten - Äusruhr im Ruhrgebiet.

Die kommunistisch«» Abfichten.

Bochum, 2. Juni. Die Untersuchung gegen die kommunistischen Putschisten hat ergeben, daß bie Draht­zieher der Bewegung nach ihrem ausgearbeiteten Plan beabsichtigten, ihnen unbequeme (Segnet durch Mord zu beseitigen. Bei einem Ler Verhafteten wurde ein Zettel ge'undtn, der den Auftrag enthielt, einen nam­haft gemachten bekannten Potizeibeamten zu erworben Wie weiter festgestellt wurde, bestand bei den am weitesten liste stehenden Elementen die Absicht, die Frauen und Kinder der bei dem Selbstschutz und bei oer Feuerwehr tätigen Personen festzunehmen und sie beim Sturm auf das Fcuerwehrdepol als Kugelfang zu benutzen. In Bochum war ein Standgericht er* rietet, das kurzerhand die zum To»e Verurteilten hin^ richten sollte. Eine mit schwarzem Tuch und weißen Totenköpien ausgeschlagcne Tribüne stand bereit Gin zweiter Standgericht befand sich in Weitmar, und auf der Liste der Huizurichtendea standen sechs Funktionäre des Alten Bergarbcfterocrbandes, »ie sich gegen beu Streik erklärt hatten. Tatsächlich soll auch der Ver-

such gemacht worden fein, drese Personen gesangenzu- nevmen und im Aeitmarer Holz mit Stricken aufzu- knüpfen. Die Todgeweihten »urren rechtzeitig ze- ivarnt und retteten sich durch die Flucht. Ein gewißer Hase wurde als der mutmaßliche Mörder des Ober- stadt'ekretärS Blume verhaftet. Weiter wurden zwei Burschen festgenommen, die Meijer und Totschläger bei sich führten. Zn Weitmar am Batzndamm Frinken, Hummelbausersiraßc. und in Weitmar an der Brüllstraße batten die Aufrührer Waffenlager, die gestern entdeckt wurden. Täglich werden noch Mit­täter des Putsches eingebraäit. Es handelt sich durch­weg um fremdes Gesindel.

Verhaftungen.

Dortmund, 2. Juni. Die Dortmunder Polizei hat in den legten Tagen umfangreiche Verhaftungen von Teilnehmern an den kimmunisnschen Unruhen vorgenommen. Die Äommunutennester werden forg- säitiz «bgcsucht. S» sind schon an die 500 Personen verhaftet worden. Bei den Haniuchungen fand die Sohset Waffen und Munition in reicher Auswahl. )ie Wirtschaften, aus denen die Hundertschaften ihre Vorstöße gegen Werke und Zechen, jowit gegen die Polizei unternahmen, sind geschlossen werben. Auch in Hörde geht die Polizei in derselben Weise vor. Dort wurden am -Donnersraa aus der von einem

11. Januar nicht eingestellt sei. Zweitens: das Ruhrgebiet werde nur in unmittelbarem Verhält­nis zu den geleisteten Zahlungen geräumt werden. Der zweite Grundsatz sei in ziemlich schwanken­den Wendungen formuliert worden. Welches, fragt dasEcho de Paris", wird der Tharakter dieser wahrscheinlich eine Reihe von Jahren hindurch aufrechterhaltenen Besetzung sein? Wird die Anwesenheit der Truppen einfach die Bedeutung der Ueberwachung und der bloßen Möglichkeit haben, wieder zu dem Aus­gangspunkt vom 11. Januar zurückzukehren, falls Berlin nicht das ihm vorzuschreibende Türkifi- zierungsprogramm buchstäblich durchführt, oder ist vielmehr darunter zu verstehen, daß wir uns in Essen und an einigen bedeutenden Punkten festsetzen, von wo sich der ganze in­dustrielle Mechanismus beherrschen läßt, um von dort aus das System der Einziehung in die Wege zu leiten, dar uns im schlimmsten Falle für einen Minimalbetrag bürgt und uns gestattet, von dem nicht besetzten Deutschland eine _ Kontribution zu erzwingen, wobei es Deutschland frei steht, zu wählen, welches Ver­fahren man ihm gegenüber einschlagen soll? Es genüge, meint dasEcho de Paris", diese verschiedenartigen Auffassungen anzudeuten, um zu zeigen, daß in vielen Hinsichten Schwankun­gen nach wie vor möglich seien. Das Blatt hält es für wünschenswert, daß die Besprechungen vom 6. Juni nicht unter allen Umständen in den engen Rahmen eines einzigen Berhandlungs- tages eingezwängt werden.

Keine Reife Baldwins nach Paris.

London, 3. Juni. Der Londoner Berichter­statter des Temps meldete gestern, Baldwin sei sehr geneigt, nach der sranwstsch-belgischen Ministerkonferenz die am 6. Juni in Brüssel stattfindet, nach Paris zu

Polizeiaufgebot umstellten Wirtschaft Ludwig etwa 5C Personen, darunter etliche Frauen, herausaedolt und in Gewahrsam gebracht. Die Haupträdelsführer, die sich rechtzeitig hier der Verhaftung durch die Flucht entzogen haben, sind jetzt im Hagener Industriegebiet ailsgetaucht und hetzen dort, leider mit Erfolg, in bet Eisenindustrie zum Streik. Sie ziehen von Werk zu Werk und haben bereits in Hagen fast sämtliche Be­triebe stillgelegt. Das Halper Werk hat bekannt,e- aeben, daß die Arbeiter als entlaffen gelten, die sich bis beute mittag nicht zur Wiederaufnahme der Arbeit gemeldet haben. Aus dem Stahlwerk Kabel wird zum größten Teil gestreikt. Auch auf der Papierfabrik Kabel sind die Arbeiter wegen nichtbewilligter kommu­nistischer Programmforderungen zun Teil in den Streik getreten und haben die Arbeitswilligen ge­zwungen, sich ihnen anzuschließen. In Menden trat die Arbeiterschaft ebenfalls wegen Lohnstreitigkeiten in den Ausstand. Hoffentlich schlägt die Flamme nicht wieder nach dem Ruhrgebiet zurück.

Ersatz für die KommunistenschLde«.

Berlin, 2. Juni. Im besetzten Gebiet entstehen durch die von kommunistischer Seite hervorgernfenen Unruhen erhebliche Schaden. Wie wir hören, wird die Reichsregierung, über das Tumultschädmgesetz Hin­aus, den deutschen Reichsangehörigen diejenigen Schäden, die im Zusammenhang mit den Unruheft durch Gewalt oder durch ihre Abwehr unmittelbar verursacht sind, in den Orten, in denen die Polizei durch Maßnadmen der Besatzungtbebörden am Ein­schreiten verhindert waren, zn vergüten. Soweit in verschiedenen Gemeinden Schäden dieser Art entstanden sind, soll ihnen im Wege bet bisherigen NotstanL«- arbeiten abgeholfen werden.

Die Lage in Köln.

Köln a. RH., 3. Juni. Die Organisationen der Staats- und Gemeindearbeiter, freie und christliche, haben heute in einer öffentlichen Sitzung mit 287 gegen 80 Stimmen beschlossen, die Arbeit wieder auf« zunehmkn. In einer Versammlung der Straßen­bahner wurde, trotzdem die OrganisationSvertreter die Annahme des gestrigen Schiedsspruchs- befürworteten, He ooricichlsaene Urabmmmuna abLclrhnt uns daraus

Lurch Han^aumebcu Sie Wäwvrun« te? streit* btschsoffeir. Krr'srdert raume eine EnischiilLuugsiummr von 200 000 Warf, eine 50 proyutige Lohnerhöhung und Sie Bezahlung Sir Strtiftage.

Aus dem Einbruchsgediek.

Berlin, 3. Juni. Den Stottern ,m»lg«, wird die Paßkontrolle von den Franroien von Tag ZN Dag schärfer gehanLhabt. Neuerdings verlangen fcan-öfisch« Patrouillen auf den ELraßen der Städte Les besetzten Gebietes die Personalausweise. Perwnen, die »hn« Ausweis angetroffen werten, werten verhaftet.

Kranksurt a. M., 2. Jum. In den Eisen- babndirektionsbezirken Frankfurt a., DL, Ludwigs- haftn und Trier sind von der franjösischen Besatzunzs- behörde wiederum 72 SvenbaSubebienftete mit ihren Familien ausaewicfen wsrten.

Mainz, 2. Juni. Vom französischen Krie,»ge- richt sind heute drei Gewerkschafrsfunktionäle zu je drei Monaten Gefängnis und 1 bis 4 Millionen Mk. Geldstrafe verurteilt worben, weil sie über die Ver­sorgung von EisenbahnangefieÜten mit Geldmitteln beratichlagt haben sollcu.

Köln, 2. Juni. Nach einer Mitteilung des englischen Kreisdelegierten ist ter Teil des Kreises Bergheim, ter nördlich ter Eisenbahn NeußTüren liegt aus der engiticben Beiatzuugszsne ausgejchieden un» in die ftanzSsische BesayungSzone üdergefâhrt worden.

Ein Nachspiel zum Schlageler-Prozeh.

Lüffcirorf, 2. Juni. Als Nachspiel zum Schlageterprozeß mußten unter der Anklage tet Spionage Sie Mitglieder der sogenannten G r u p pe Lorenzen vor dem französischen Sliegsgencht er­scheinen. Das Urteil lautete gegen Standers, der nicht beitritt, zur Gruppe Lorenzen gehört zu haben, aber erklärte, nur gelegentlich Aufträge an ihre Mit­glieder weitergegeben zu haben, auf zehn Jahre^ Ge­fängnis, gegen Jänecke, ter seinerzeit aus Miet* chlcficn ausgewiesen mar auf fünf Jahre, gegen Marggraf auf zwei Jahre, gegen äeiI I ani auf sechs Monate Gefängnis und je eine Million Mars Geld traft. Ter fünfte Angeklagte, Sorge, der frühere Führer des Selbstschutzes in Mublherm wurde freigesprochen. Abgesehen von Weillant, oer» juchten die Angeklagten bei den Verhandlungen nicht mehr die Anklage zu entfräften. Die Verteidiger letzten in längeren Ausführungen in Anbetracht der Jugend und Unwiffendeit sich für eine milde Beur­teilung bezw. für Freisprechung ein,

Frankreich schützt die Mörder.

Köln, 2. Juni. DieKöln. Ztg." berichtet aus Trier: In vergangener Nacht wurde auf dem Hauptmarkt der Gärtner Ditz er. choffen. Infolge des Menschenauflaufs tonnte die Polizei die Täter nicht ausfindig machen. Augenzeugen bezichtigen aber Litz beiden Sonderbündler Schneider und Neter des Mordes, die sich der Festnahme durch Verweis iranzösicher Schutzscheine entzogen. Die Be- atzungsbehörve hât heute die Verhaftung der reiden verboten (I). Schließlich aber zugestan- oen, daß sie in Gegenwart des gerichtlichen Senat» der französischen Gendarmerie den Zeugen gegenübergestellt werden.

Dollar (10 Hör Domj 77000