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EMMt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Leiertage. / Lernfprech-Anjchluß Nr. 1237.

S«,ug»vreir: Monatl.Mk.3800. ohne Trägerlobn; Einrelnummer Mk. 1S0..Samstags 180. Anreiaenvreiie: Die 28 mm breite Zeile Mk. 160.; Finanzinserate Mk. 300. Reklame (68 mm breit) Mk. 400.. Inserate, auch laufende, werden nur zum jeweiligen Tagespreise berechnet. Oikertengedübr Mk. 100.. Eesâäftsstelle: Hammerstrabe 9.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Hanau a. Main. Für Platzvorschrift und Grs âeinung, tage der Anzeigen wird keine GewLbr geleistet. 3m Falle höherer Gewalt. Streik «iw.. bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises

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Nr. 122

Montag den 28. Mai

1923

Das Neueste.

Zwischen der Reichrregierung und dem Reichs- dtkband der Deutschen Industrie sind die Bürgschaft?- lnstungen der deutschen Wirtschaft durchberaten worden.

Die Franzosen beschlagnahmten in der Essener Wale der Reichsbank 97 Milliarden Mark.

Im Ruhrgebiet hoben neue blutige Zusammen- ftiße mit Kommunisten stattgefunden.

«uf der Orientkonferenz in Lausanne ist eine »Mige Einigung zwischen Griechen und Türken erzielt worden.

Der rote Terror im Ruhrgebiet.

Heue blutige Zusammenstöße in Bochum Line regelrechte Schlacht Die Kommunisten mit den modernsten Waffen ausgerüstet.

Lochum, 26. Mai. Auf verschiedenen Zechen- mlagen haben heute früh Abstimmungen über die Weiterbeteiligung am Streik stattgefunden mit dem Ergebnis, daß weit über drei Viertel der Belegschaften arbeitswillig waren. Der von den Kommunistischen Hundertschaften ausge- übte Terror nimmt zu, da Verstärkungen ein- getroffen sind. In der letzten Nacht ist auf der Hannibal-Zeche" ein patrouillierender Wacht­meister erschossen worden. Aus den großen Werken und Betrieben wurde heute früh das technische und Büropersonal vertrieben. Die beiden großen Wochenmärkte in Bochum sind heute ausgefallen. Morgen wird überall in großen Versammlungen zu der Lage Stellung genommen werden.

Bochum, 27. Mai. Gestern abend kam es wieder zu größeren Unruhen. Die Demon­stranten zogen zum Stadtpark und drangen in die Billa eines Kaufmanns ein, den sie mit- K^A^?^

befreite den Gefangenen und vertrieb die Un- mhestifter, wobei es Tote und Verwundete gab. Lei einer Razzia der Feuerwehr wurden etwa mindert Gefangene eingebracht, die zumeist mit Revolvern und Karabinern bewaffnet waren. Nachts kam es zu einem Zusammenstoß in der Rottstraße, wobei einige Personen ver­wundet wurden. In der Frühe gegen 5 Uhr wurden Feuerwehrposten von der Eisenbahn­stücke aus mit Gewehren beschossen; ein Feuer- vehrmann wurde durch Kopfschuß getötet und Mi schwer verwundet, von denen einer im Sterben liegt. Im Stadtinnern ist die Feuer­wehr Herr der Lage. An den Stadteingängen stehen rote Wachen, die die Straßenbahnwagen und Autos anhalten und die Insassen nach Waffen untersuchen. Seit gestern früh sind in den Krankenhäusern weitere vier Tote und dreißig Verwundete eingeliefert worden; die Lerwundeten schweben größtenteils in Lebens- gefahr.

Zu diesen erneuten Unruhen in Bochum er­halten wir noch folgende ergänzende Meldung:

Bochum, 27. Mai. Gestern abend hatte die Feuerwehr durch den Selbstschutz der Gewerk- Msten so viel Verstärkung erhalten, daß sie die von den Aufrührern stark belagerten Straßen Mbem konnte. Stark bewaffnet, machte die Wehr auf zwei Wagen eine Streife durch das vtadtinnere, wobei es wiederholl zu heftigen Zusammenstößen mit den Kommunisten kam. bchon in dm Abmdstunden hatten diese fünf Tote und weit über 30 Verletzte. Auf einem Platze der Stadt hatte der Selbstschutz eine Lerbandsstelle eingerichtet, die den Verletzten E erste Hilfe zu teil werden ließ. In den ^sen Abendstunden gingen die Hundertschaften N Plünderungen aus. Sie zogen zum btadtparkviertel, wo sie die Villen Korte, Heinzmann und Dieckmann stürmten und auszuplündern versuchten. Dabei wurde der Husmann Dieckmann von den Kommunisten der Wohnung geschleppt und mitgenom- wen. Die Feuerwehr rückte gegen die Plünderer °Or und befreite Dieckmann. Es kam zu einer ^gelrechten Schlacht zwischen Schutz wehr und Aufrührern, die durch die ganze Stadt fortsetzte und blutige ^pfer forderte. Rach den vorläufigen Fest- i^llungen haben die Angreifer etwa 18 Tote 80 Verwundete. Die genaue Zahl noch nicht fest.

. Als außerordentlich schwer wird es empfun- daß der Fernsprechverkehr, der ^ Monaten von den Franzosen gesperrt ist, auch jetzt mcht freigegeben wird. Bei den blu- Mn Vorfällen können daher Aerzte nicht zu Z'lse gerufen werden und Angehörige von «ranken können von den Krankenhäusern nicht ^nachrichtigt werden. Ununterbrochen irren ^i^rn und Angehörige von Vermißten, Toten

oder Verwundeten in der Stadt umher, um zu erfahren, wo ihre Lieben sich befinden.

Gerüchtweise verlautet, daß gestern auch in Wetten sich Unruhen ereigneten, wobei angeblich zwei Personen getötet und dreizehn verletzt worden seien.

Münster, 27. Mai. In Dortmund wurde gestern nachmittag ein von Hörde kommen­des mit Polizeimannschaften besetztes Auto von den Aufrührern aus Häusern und Höfen übersatten und beschossen. Ein Polizeiober­wachtmeister wurde getötet und sieben an­dere durch Schüsse schwer verletzt. Zwei zur Hilfe herbeieilende Autos mit Polizisten wur­den ebenfalls überfallen. Die am Uebersall be­teiligten Kommunisten waren mit den m o - dernsten Waffen, besonders mit Hand­granatm ausgerüstet. Ein für die Nacht galan­ter allgemeiner Angriff gegm die Polizei unter­blieb, anscheinend wegen des Nichteintreffens anderer aufgebotener Hundertschaften. Im Landkreise Dortmund ist es heute morgen ruhig geblieben. Im Laufe des Tages finden überall Versammlungm der Streikenden statt.

Essen, 26. Mai. Auch hier fanden heute Lebensmittelunruhen auf dem Weberplatz, dem Koppstadtplatz und dem Gänsemarkt statt. Das Fleisch mußte mit 3000 Mk. verkauft werden.

Gelsenkirchen, 28. Mai. Die christlichen Ge­werkschaften haben am Sonntag ihren Austritt aus der auf gewerkschaftlicher Grundlage ge- bildeten Sicherheitswehr erklärt. Nach einer Meldung aus Bochum wurden in der Nacht zum Sonntag der Nachtwächter Otto Krüger aus der ZecheHannibal" und der Oberstadt­sekretär Blum, der dem Selbstschutz angehörte, erschossen.

Elberfeld, 28. Mai. Das erneute Gesuch des MMWWWMMMMWWMMW von Schutzpolizei rn dm durch die Kommunisten gefährdeten Gebieten ist wiederum von General Danvignes abgelehnt worden. Der General hat jedoch erlaubt, daß die kommunale Polizei in den Ortschaften verwendet werden darf, wo die Lage gerade bedrohlich ist. Die Erlaubnis ist an die Bedingung geknüpft, daß der franzö­sische Kommandant der Orte, aus denen die Po­lizei kommt, und des Ortes, in dem sie verwen­det werden soll, sich mit der Verwendung und dem Transport der Polizei einverstanden erklärt.

Klara Zetkin und General Degoutie.

Paris, 27. Mai. Das politische Wochenblatt Le Carnet de la Sema ine veröffentlicht folgende Mitteilung, die im Hinblick auf die Ereignisse in Gelsenkirchen und andern Städten in West­falen eine gewisse Bedeutung hat. Wir geben sie ohne jeden Kommentar wieder uni) warten ab, was die zuständigen französischen Behörden zu sagen haben. Das Blatt schreibt:

Vor ewigen Wochen versuchte die Kommunistin Klara Zetkin die Einreise ins Ruhrgebiet. Natürlich wurde sie von französischen Wachtposten festgenom­men, und der Offizier vom Dienst berichtete im Hauptquartier des Generals Degoutte von dieser Festnahme; aber eine Stunde später kam ein Offizier vom Generalstab des Generals Degoutte in Person, um der Kommunistin Klara Zetkin Entschuldigungen über die Maßnahmen zum Ausdruck zu bringen. Er hat die Versicherung gegeben, daß sie völlige Frei­heit besitze, die kommunistische Propaganda im Ruhr­gebiet zu treiben. Sie habe das auch nicht zu tun unterlassen.

Das Wochenblatt kommt zu folgendem Schluß:In Frankreich schickt die Regie­rung die Kommunisten vor den Staatsge - richtshof, und in Deutschland kommen unsere Generalstabsoffiziere und bitten die irr­tümlich verhaftete Kommunistin um Entschul­digung."

Unruhezeichen auch in Sachsen.

In Dresden bereiten sich unter dem Deckmantel Erwerbslosendemonstrationen" Dinge vor, die der größten Aufmerksamkeit bedürfen. Am Donnerstag und Freitag setzten die Demonstrationen mit Krawallen in und vor den Markthallen ein, die daraufhin für längere Zeit geschlossen wurden. Am Samstag vormittag bewegten sich viele Tausend Demonstranten in kleineren Trupps von 100 bis 200 Menschen durch die Straßen der inneren Stadt. Die Markthalle, die Lebensmittelgeschäfte und die Gastwirtschaften wurden umstellt und zum Schließen gezwungen. 3n einigen Geschäften wurdendie Preise herabgesetzt". Das Publikum wurde an vielen Stellen gezwungen, die gemachten Einkäufe rückgängig zu machen, in anderen Fällen wurden ihm die Waren einfach abgenommen. Polizeistreifen, die überall zu sehen waren, sahen den Dingen zu, ohne einzugreifen. Vor allem waren in den Demon- ftrationsijügen jene Radikalen und Jugendlichen vertreten, die immer bei derlei Gelegenheiten auf dem Plane sind, um dann ebenso rasch und uner­kannt zu verschwinden. Am Nachmittag zogen noch einzelne Trupps krawallierend durch die Straßen.

in denen die meisten Geschäften geschlossen waren, doch war die Unruhe, wahrscheinlich infolge eines niedergehenden Platzregens, erheblich abgeschwächt.

Verständigung über das Angebot von Garantiern.

Berlin, 27. Alai. Die Verhandlungen innerhalb des Reichsverbandes der deutschen Industrie haben zu einem be­stimmten Ergebnis geführt. Der Reichs­verband war in der Lage, der Regierung kon­krete Vorschläge in der Garantiefrage zu machen. Die Vorschläge der Industrie gipfeln in dem Angebot einer subsidiären Ga­ra n 1 i e, die die Industrie in einer bestimmten Höhe 40 Prozent von 500 Millionen Gold­mark jährlich auf 30 Jahre übernehmen und wofür sie mit ihrem Grundbesitz und ihren Ge­bäuden hasten will. Die Vertreter der Industrie haben schon früher bei ähnlichen Gelegenheiten erklärt und werden es ganz richtig auch jetzt wieder getan haben, daß eine derartige Be­lastung ihrer Sachwerte nur für eine wirklich endgültige Lösung der Reparationsfrage nach außen und innen in Betracht kommen könnte und nur unter der Voraussetzung, daß die deutsche Wirts^rft von den inneren und äußeren Hemmungen befreit werde, die ihr der Arie­densverlrag und die Nachkriegszeit auferlegt haben. Die Parteiführer erkannten durchaus die Opfer an, welche die Industrie auf sich zu nehmen bereit ist.

Berlin, 27. Mai. Den Blättern zufolge empfing der Reichskanzler gestern zuerst die Führer der sozialdemokratischen Fraktion, dann die der Arbeitsgemeinschaft der Mitte, um sie gemeinsam mit dem Außenminister v. Rosen­berg über die Grundlinien der deutschen Antwort auf die Noten der Alliierten zu unterrichten. Am Nachmittag empfing der Reichskanzler in Gegenwart des Außenministers, und des Reichswirtschaftsministers Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Industrie, der der Reichsregierung mitgeteilt hatte, daß die Industrie bereit sei, die Zusatzgarantie für die Reparationsanleihe zu übernehmen. Bei dem Empfang wurde besonders die Frage der praktischen Durchführung der Garantieleistung besprochen. Die Reichsregierung dürfte, wenn es zu einer Vereinbarung kommt, den Weg der Gesetzgebung beschreiten.

Die Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder, die nach Berlin eingeladen werden sollen, sobald die Besprechungen mit den Füh­rern ..der Reichstagsfraktionen beendet sein werden, dürfte svätestens in der Mitte der kommenden Woche stattfinden. Ob die nächste Reichstagssitzung an dem vor der Pfingstpause auf den 5. Juni angesetzten Termin stattfinden kann, steht noch nicht endgültig fest; falls nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, soll an dem genannten Termin festgehalten werden. Ob eine allgemeine politische Aussprache im Reichs­tagsplenum stattfinden wird, steht gleichfalls noch nicht fest.

Am heutigen Sonntag wurden die Be­sprechungen des Reichskanzlers mit den Parteiführern fortgesetzt, und zwar wur­den die Deutschnationalen empfangen. Auch ihnen machte der Kanzler Mitteilung von den Vorschlägen, die der Reichsverband der deut­schen Industrie für eine Garantieleistung der deutschen Wirtschaft unterbreitet hat. Der Lokal-Anzeiger" will wissen, daß der Reichs­kanzler am Montag Besprechungen mit den Vertretern der Landwirtschaft und des mobilen Kapitals über die Frage der Garantieleistung führen werde.

Der Eindruck in Paris.

Paris, 27. Mai. Die Meldungen, wonach die deutsche Industrie sich endlich bereit erklärt haben soll, die künftigen deutschen Zahlungen durch solide Garantien zu verbürgen, machen hier einen guten Eindruck. Selbst der nationalistischeFigaro" meint, wenn diese Meldung sich bewahrheiten sollte, so wäre hier ein sehr beachtenswerter Fortschritt erzielt, denn noch vor einigen Tagen habe die Rechte in Deutschland jede Konzession dieser Art aufs schärfste bekämpft. Die deutsche Regierung sei stets von der Absicht geleitet gewesen, zu einer Regelung der Reparationsfrage zu gelangen, ohnedas eigene Nati 0 nalvermö­ge n b l u t e n zu lassen. Sie scheine jetzt zu der Ansicht gekommen zu sein, daß es keinen Aus­weg aus der jetzigen Situation gebe, solange sie sich nicht entschließe, einen Teil des Kapitals zu opfern.

Die Tragödie von Düsseldorf.

Düsseldorf, 26. Mai. Der vom fran- zojischen Kriegsgericht weaen Sabotage zum

To deverurkeilke Kaufmann Schla- geter ist heule morgen 4 Uhr am Rande des Nordsriedhofes von französischem Militär durch Erschießen hingerichtet wor­den. Wie verlautet, ist Schlageler. dem trat 3 Uhr in der Arül^ von der bevorstehende» Vollstreckung des Urteils Mitteilung gemacht worden war, völlig gefaßt in den Tod ge­gangen. Anwesend bei der Erschießung war der Verteidiger Schlageters, Rechlsanwast Dr. Sengsiock, und zwei katholische Geistliche.

Die Empörung über diese jedem Empfinden Hohn sprechende Tat der Franzosen sucht ver­geblich nach Ausdrücken, um diese Ruchlosigkest zu brandmarken. Aber die Ohnmacht der Sprache kann uns nicht abhalten, den Fran­zosen wenigstens die Worte entgegenzuschleu- dern, die sich dem deutschen Ingrimm als erste aufdrängen, und die Urheber dieses Verbrechens als das zu brandmarken, als was sie sich durch Schlageters Erschießung vor der ganzen Welt erwiesen haben: als feige Mörder. Als solche stehen sie schon lange in der deuffchen Geschichte verzeichnet, nicht nur in der deutschen sondern in ihrer eigenen Geschichte, seit jenem Morgengrauen, da Napoleons Schergen den unschuldigen Herzog von E n g h i e n aus sei­nem deutschen Zufluchtsort völkerrechtsbrechs- rischer Weise herausgeholt und nach einer ähn­lichen Justizkomödie auch im Morgengrauen eines Märztages des Jahres 1804 in den Grä­ben von Vincennes erschossen haben; seit jenen Tagen, da unter den Kugeln der als Nachrich­ter fungierenden französischen Soldaten im Jahre 1806 der deutsche Patriot Buchhändler Palm auf Napoleons Befehl fiel, da im Sep­tember 1809 der Boden des jetzt von Belgien besetzten Wesels sich rötete von dem Blut der standrechtlich erschossenen S ch il l sche n O f fr« ziere, und da tm Februar 1810 der helden­mütige Andreas Hofer auf den Wältâ Mantuas unter der 13. Kugel des französischen Kommandos niedersank. Alle diese Männer sind erschossen worden, aber nicht getötet, denn ihr Geist lebt weiter in der deutschen Geschichte. So wird auch Schlageters Erschießung die blutige Ueberschrift bilden zu einem Kapitel der deutsch- französischen Auseinandersetzung, das mit zu den glänzendsten Zeugnissen deuffchen Helden­tums und mit zu den schmählichsten Belegen eines entarteten französischen Imperialismus zählen wird. Jener junge Deutsche, der am Samstag in Düsseldorf bei Morgengrauen fein junges Leben unter französischen Kugeln hat aushauchen müssen, starb für uns alle, und das Vermächtnis seines Todes heißt: Fest bleiben, treu bleiben, ausharrsn, Brüder fein! Mag sein Tod so verstanden werden, so ist er nicht um­sonst gefallen. Ehre seinem Andenken!

Eine amtliche Auslassung.

Berlin, 26. Mai. (Amtlich.) Die Nachricht von der Vollstreckung des Todesurteils an dem Kaufmann S ch l a g e t e r wird in ganz Deutschland und darüber hinaus bei aßen menschlich Denkenden und Fühlenden tiefe, schmerzliche Empörung Hervorrufen. Welche Vergehen der französische Ankläger dem Erschossenen auch zur Last gelegt haben mag, Schlageter hat nicht aus unedlen Mo­tiven gehandelt und deshalb gilt von ihm dasselbe wie von der langen Reihe der Opfer des französischen Einbruchs. Auch er ist ein Märtyrer für die deutsche Sprache. Versuche, durch Einwirkung auf die französische Regie­rung das Leben Schlageters zu retten, sind ver­geblich geblieben und mußten vergeblich bleiben, weil die Franzosen bewußt darauf , ausgehen, durch brutale Anwendung des kriegsgericht­lichen Verfahrens.die Bevölkerung in den be­setzten Gebieten einzuschüchtern und auf die Knie zu zwingen. Aber weil dieses System der Brutalisierung einer aufrechten Bevölkerung so deutlich ist, müssen alle diese kriegsgerichtlichen Verfahren und Verurteilungen gerade die ent­gegengesetzte Wirkung haben. Sie können die Bevölkerung nur in dem Widerstand gegen einen Gegner bestärken, der im Mißbrauche seiner Macht keine Grenzen kennt.

Die Höchster Farbwerke wieder frei*

Höchst, 23. Mai. Die militärische Besetzung der Farbwerke ist aufgehoben worden. 2n dem seit dem 15. Mai stillgelegten Betrieb wird die Arbeit am Montag wieder aufgenorm men werden.

Dollar (10 Uhr oormJ 61000