Hanauer NAnzei
General-Anzeiger ✓ AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a.
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«r. 117
Dienslag den 22. Mai
1923
Das Neueste.
- Bonar Law hat seine Demission genommen. As Nachfolger werden Lord Curzon und Baldwin ftnamtt
- Die Reichsgetreidestelle kündigt für den 4 Hunt eine reichliche Verdoppelung des Brot- vreiles an.
- Aus dem Ruhrgebiet werden neue Truvven- Märkungen gemeldet.
-Gegen die Verwerfung der Revision im lkruvv-Prozeb ist Rekurs beim Kassationshof in Paris eingelegt worden.
Bonar Law zurückgelrelen.
London, 20. Mai. Reuter. Donar Law hat auf dringendsten Rat der Aerzte feine Demission eingereicht und der König hat das Gesuch mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns an genommen. Rach einer Mitteilung aus her Downing Street hat sich Donar Laws Gesundheit auf der Reise nicht gebessert. Die Aerzte haben folgenden Bericht ausgegeben: »Die Stimme des Premierministers ist noch unbe- stiedigend. Wir können eine Besserung in absehbarer Zeit nicht in Aussicht stellen. Das Allgemeinbefinden des Premierministers ist nicht gut.*
Englische Stimmen.
London, 21. Mai. Die englischen Blätter sind erstllt von Beweisen großer persönlicher Sym- Sfür den nunmehr von der politischen
> abtretenden Premierminister. Die Presse ietotit den selbstlosen Charakter und die abgeklärte staatsmännische Weisheit und Ruhe "eses sicherlich im besten nationalen Sinne repräsentativen Politikers. Der Rücktritt Bonar .aws ist für die konservative Partei von ebenso
.Bedeutung, mie iein^ lusscherden aus dem Kolitionskabinett Lloyd oeorges. Die konservative Partei verliert jetzt fas wichtigste Bindeglied zwischen den aus- einanderstrebenden Parteigruppen und den lusgleichenden Faktor zwischen ernstlichen per« änlichen Rivalitäten. Wenn nunmehr die Ber- chmelzung der Die-Hards und der gemäßigten Elemente in dem neu zu bildenden Kabinett richt gelingt, droht eine wenig stabile und auch internationalen Standpunkt betrachtet un« rchere und unergiebige Periode der englischen' Politik fortzudauern. Schon die Abwefenheit- sonar Laws in den letzten Wochen offenbarte ■•ne geringere Leistungsfähigkeit des Kabinetts., oaß aber an Stelle der jetzigen Herrschaft? Kremer Tories eine Regierung der gesamten Md dazu unterlief) befestigten konservativen: Partei unter der Führung gemäßigter Elemente iintmefjr erreichbar fei, kann im Ernst kaum angenommen werden. Der „O b s e r v e r" nurde den Versuch einer solchen Zusammen- Mng unter Balfour begrüßen und der Manche st erGuârdian" stimmt dem Zu,
y damit ist der Wunsch noch lange keine Wirklichkeit. Vielmehr scheint die Auffassung der
—,.en. Vielmehr scheint die Auffassung der 1 m e s" zuzutreffen, die für ihr Teil feststellt, nur die Wahl zwischen Curzon und ° a l d w i n praktisch offenstehe. Curzon ist
unpopulär und, wie Garwin sagt, au
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H unpopulär und, wie Garwin sagt, außer »uhlung mit den Bedingungen der englischen Demokratie der Nachkriegszeit. Baldwin, ob« W persönlich in Temperament und Urteil e,n extremer Tory, wäre für die Mehrheit der Konservativen Partei des Unterhauses annehm- und den Die-Hards am genehmsten; er darum von der-„Morningpost" als Wdidat empfohlen. Jedoch wäre es schwierig, A^win dem viel älteren und in ben Höchsten Uatsämtern erfahrenen Curzon voranzu- Von etwaigen Ueberraschungen abge- ist darum die Beibehallung des Zustandes hetzten Wochen nicht unwahrscheinlich, das Curzon würde Premierminister werden Baldwin wäre tatsächlich die Hauptperson ^ Führer und Verteidiger der Regierung im ^"'"haus. In diesem Fall bliebe ein sehr ern= Problem innerhalb der konservativen Par. ' ungelöst und dem neuen Kabinett wäre kein ^"Uges Leben zu prophezeien.
Pariser Pressestimmen.
, Varis, 21. Mai. DieDemissionBonar ?ws wurde in Paris zwar erwartet, man °ubte jedoch nicht an eine so rasche Ver- "klichung. Die Blätter sind einig in dem Aus- M voller Hochschätzung für den zurückgetre- en Ministerpräsidenten und in Würdigung :'ner. freundschaftlichen Empfindungen für Ostreich. Als etwaige Nachfolger stehen
Curzon und Stanlay Baldwin 'Vordergrund der Erörterung, wobei in einer von maßgebenden Blättern die Sym- Nien eher dem letzteren zugewandt sind. Der
„Petit Parisien" würdigt die Persönlichkeit Bonar Laws mit dem Worte: Vollendeter Gentleman. Er hätte aber vermeiden sollen, auf der letzten Januarkonferenz in Paris den eng- lichen Plan zu erörtern, der für alle Alliierten ohne Unterschied unannehmbar sei. Der „Ma- tin" schreibt: Die Demission Bonar Laws sei nicht von jener höchsten Bedeutung wie für die gesamte englische Politik der Rücktritt Lloyd Georges gewesen sei.
Das „Journal" sagt, die Formel der wohlwollenden Neutralität; die Bonar Law ersann, war kein leeres Wort. Bei ihr hatte man es mit einer Tatsache zu tun. Seit Beginn der Ruhrbesetzung beeinträchtigte keine englische Operation die von Frankreich angewandten Aktionsmittel in ihrer Wirkung. Das „Petit Journal" meint, Bonar Law hörte als Kabinett Mitglied während des ganzen Krieges hindurch und als Delegierter an der Friedenskonferenz ebenso als Premierminister nicht auf, die Ver föhnung der französischen und der englischen Interessen zu erstreben.
Jnternattonaler SozraNstenkvngretz.
Hqwburg, 21. Mai. Im vollbesetzten Saale be? GewerkschastShauseS fand heute vormittag die Eröffnungssitzung der internationalen sozialistischen Nrbcitcr- kongrrfses statt. Anwesend waren zahlreiche Delegierte aus den verschiedensten Ländern, darunter Welch Hermann Müller und Erispien aus Deutschland, Friedrich Adler und Seitz aus Oesterreich, Tom Shaw, Henderson und Buxton aus England, Bracke, Grumbach und Longuet aus Frankreich, Huymans und Vandervelde aus Belgien, Greulich und Grimm aus der Schweiz, Branting; aus Schweden, Troelstra aus Holland, Stauning aus Dänemark, Abramowitsch aus Rußland und viele andere. Nach musikalischen und deklamatorischen Darbietungen wurde der Kongreß durch Welr-Deutschland und Bracke-Frankreich für eröffnet erklärt. Namens der sozialistischen
Hamburg die Begrußungsworte. Er teilte mit, daß die Mauer klaffenbewubter Arbeiter, die vor dem Gewerkschaftsbause stehe, die Ausgabe habe, den Kongreß vor unberufenen Eindringlingen zu schützen, da seitens der Kommunisten Störungsversnche geplant seien. (Lebhafte Pfuirufe). Rednet sprach die Hoffnung aus, daß das Emigungswerk gut gelingen möge. Nachdem durch den Versailler Vertrag der Welt der ersehnte 1 Friede nicht geworden sei, sei es jetzt sogar dahin gekommen, daß man in unbestritten deutschem Gebiet 1 die Arbeiter mit den Bajonetten znr Arbeit zwingen ; wolle. Er hoffe aber,, daß der Kongreß helfen werde,- das unbestrittene deutsche Recht zu betonen. Die Arbeiterschaft der ganzen Welt müsse dafür sorgen, daß kein anderer MilstariSmus sich anstelle des niedergerungenen preußisch-deutschen setze. Wetzn es nicht gelinge, die Reaktion zu besiegen, werde die Welt niemals den Frieden sehen. Namens der hamburgischen Regierung begrüßte Bürgermeister Stolten, Mit- glied der sozialdemokratischen Partei,, die Konferenz, ' wobei er unter lebhafter Zustimmu»« betonte, e* müsse auf diesem Kongreß ausgesprochen werden, daß das deutsche Bolk nicht mehr schuld ani Kriege hab«, als die anderen Völker auch. Es sei nicht nur Wahnsinn, sondern auch Ungerecht, wenn man das deutsche Volk zwingen wolle, neben den eigenen Lasten auch noch alle Lasten der anderen zu, tragen. Soweit wir zur Wiedergutmachung imstande seien, seien wir bexeit dazu, aber zu Leistungen über eigenes Können hinaus seien wir nicht verpflichtet. In Deutschland müsse man zur Zeit den Eitzdruck haben, als »b das Weltgewissen vollstandia eingeschlaftn sei. Während sich die ganze Welt über die Greuel am Kongo und in Peru nicht genug habe auf- regen können, entrüste sich heute dranßen über die Greuel, diejetzt gegen Deutschland verübtwürdeu, kaum ein Mensch. Oudegest- Amsterdam, der den Kongreß im Auftrage des Internationalen GewerkschaftsbundeS begrüßte, erklärte, die West würde heute besser auSschen, wenn die Einigung der internalen Arbeiterschaft schon 1918 hätte verwirklicht werden können. Es sei ihm aber eine große Genugtuung, daß der erste internationale Sozialistenkongreß nach dem Kriege nunmehr die Einigung vermirklicheu wolle. Redner ent» bot unter lebhaftem Beifall der Arbeiterschaft des Ruhr- und Sachgebiets, die ein einzig ( dastehendes Beispiel glänzender Organisation, Disziplin und Ziel- bewußtsein biete und der Allmacht des Rlilitarismuè so kräftige Schläge versetze, herzliche Grüße. W e l 8 - Deutschland dankte namens des Organisationskomitets den Vorrednern für die Begrüßungsworte und sagte, London, Wien und Amsterdam gehörten zusammen. (Stürmischer Beisall.) Die Augen der ganzen Welt seien auf biefen Saal gerichtet. Die Hoffnungen der arbeitenden Klassen auf internationale Einigung dürften nicht enttäuscht werden. Es gelte jetzt, das Ende deS Bruderkampfcs herbeizuführen. Gewiß seien noch Gegensätze norhanden, diese dürften aber die Einigung nicht, hemmen. Bracke-Frankreich hob hervor, Frankreich und Deutschland lebten zwar im Frieden, um den wirklichen Frieden zu sichern, fei aber ein Zusammenschluß der Arbeiterschaft über alle Grenzen hinaus erforderlich. Was die FriedeiiSvcr- träge betreffe, wogegen feine Partei. in Frankreich tetr protestiert habe, so müsse man sich fragen, vH sie nicht dazu dienten,, den Krieg zu verewigen. Redner sprach feine Bewunderung für die Arbeiterschaft de» Ruhrgebiet» «u» und ermahnte sie, im Kampfe au*= zuharren. Die Internationale werde jetzt nett erstehen. Er sei damit einverstanden, ben Äambf so zu
(Starker Beifall.) Der. Geist und die Stele zum Vaterland muy uns alle erfassen. Die heilige Flauune glühe und erlösche nie sürs Vaterland. Mit Geist und Liebe muß sich Geist und Kraft und Einigkeit verbinden. Wenn uns dieser Geist erfüllt, dann wrrd über Deutschland ivieder die Sonne des glühenden Glanzes aufgehen. — Hierauf sprach Missionsdirektdt- S ch reibet in demselben Geiste Worte der v er- södnung. Er betonte, oau die Zusammenarbeit jiDildxn beiden Kirchen bereits vielfach Tatsache sei. In dieser Zeit, in der alles zusammenhalte, müßten auch. Katholiken und Protèstauun zuiammennehen, ipie sie im Schützengraben brüderlich^ »éleneuiau^r gekämpft haben. Ein Zeichen schivebr über uns alle t ; das Kreuz. Wenn wir kein nationales Sypibol m ,;r. haben, ein religiöses Symbol ist unser. Im Zer.;en der Kreuzes werden wir siegen. — Der Bri^u nach der Rede steigerte sich zu einer mächtigen K u n d- g e d 11 n 8, als ver Bischof vwi Osnabrück auf den Mlssionsdirektor Schreiber zuschritt und beide Vlünner ich vor der Versammlung bis Haps reichten
Das Schlußwort sprach der Vorsitzende des Deutschen Schutzbundes Dr. v. Lösch, »er die Taguüg einen Markstein auf dem Wege zur deutschen Volcgemeinschaft nannte.
Mn Putschversuch der Smee!s- Äerraèe^ gescheuert.
Trier, 19. Mai, Heute vormittag drangen, während die Belegschaft des st ä d t i s ch e n Elekstrizitätswer.ks eine Betriebsver- ammlung abhielt, größere Abteilungen von Sineets-Leuten, an ihrer Spitze die Smeets- Führer Alanen, Reuter, Gerhards, Lehnert und Raab, in das Elektrizriätswerk ein. Die zum Teil mit Revolvern ausgerüsteten
führen, wie Wels e» verstanden haben wolle. Nach einigen die Oraanisationsfragen des Kongresses betreffenden Ausführungen von Adler-Wien, wurde die Sitzung geschloffen. Während derselben veranstalteten die Kommunisten in der Nähe des Gewerkscbäst»hausis eine Gegendemonstration. Die eigentlichen Beratungen deS Kongresse» beginnen morgen. Heute nachmittag veranstaltete die Hamburger sozialistische Arbeiterschaft auf der Moorwside eine Massenkundgebung, Wobei von zehn Tribünen aus 40 Führer der sozialistischen Arbeiterbewegung des In- und Auslandes Ansprachen hielten.
Deulsche Tage in Flensburg und Samburg.
Friede zwischen der evang. und kath. Kirche.
FlenSburg, 19. Mai. Heute vormittag nahmen die Grenzdeutschen Beratungen des Deutschen Schutzbundes im Festsaale deS städtischen Gymnasiums unter dem Vorsitz von Prof. Pattercr (Graz) ihren Anfang. Auf der Tagesordnung standen vier große Fragen: 1. DicGefahrcn einerAbschichtung der einzelnen Altersstufen und die Stellung der Jugend zum Deutschen Schutzbund, 2. Wert und Gefahren des Heimatgedankens, 3. die Ueberbrücküng des konfessionellen Risses, 4. der Faschismus, eine Gefahr des Minderheitenschutzes. — Älle Fragen wurden eingehend besprochen. Besonders tiefen Eindruck machten die Aussührunaezr des Pfarrers Geisler, der als Vertreter des Gustav Adolf-Vereins zum Thema: „Die Ueberbrücküng des fonfeffioneCen Risses" betonte, daß man den Kampf gegen die katholische Kirche ruhen zu lassen versuche und mit ihr Zusammenarbeiten wolle am Aufbau des dyttschen Vaterlandes und bei der Pflege des Deutschtums.— Im gleichen Sinne gehalten waren die Ausführungen des Missiou»- direktors D. Schreiber.
Vom Reichskanzler war folgendes Telegramm eingegangen: Den zum deutschen Tag in Flensburg versammelten Reichs-, Grenz-, Kolonial- und AurlandS- deutschen sage ich für die freundliche telegraphische Begrüßung und für den feierlichen Protest gegen Rechtsbruch und Gewalttaten der sianzösischen Militarismus meinen wärmsten Dank. Alöge die Tagung in Flensburg dazu beitragen, die Grenz- und Ausländsdeutschen untereinander und mit dein Reiche immer enger zu verbinden und die treue Arbeit aller Beteiligten zu fördern und nutzbringend zu gestalten.
Hamburg, 22. Mai. Im hiesigen Konzertgarten vurde am Pfingstmontag der Kongreß der Grenz-, Kolonial- und Auslandsreutschen eröffnet. Gesandter Excellenz v. Dirckjen, Vorsitzender des Vereins für das Deutschtum im AuSlande hielt die Begrüßungsrede. Darauf führte der Bischof von Osnabrück folgendes auS: Jeder, der ein deutsches Herz in der Brust trägt, muß sich in ben Dienst dieser Sache stellen. Wir wollen unserem armen, zertretenen Vaterlande wieder aushelfen. Wir danken ben Grenz- und Ausländsdeutschen und unseren bedrückten Brüdern und Schwestern an der Ruhr mib am Rhein. Ihnen allen .fenben wir unsere .herzlichsten Grüße und 'geloben unerschütterliche Treue, ßaffen Sie un3 vergessen alle Parterunterschiede, alle Tom sessionell-en Unterschiede. Meine schönste Pfingstfreude war es, als ich hörte, daß in Flenrburg aus berufenem Muiiöè Krteven Machen der evangelischem nnd fatbolifdjeH Kirche verkündet wurde. Ich schlage in diese bar gebotene Hand ein. Wir wollen Hand in Hand, Schulter an Schulter für bi? Erhaltung des Deutschtums eintreten und käütpfen für unser heißgeliebtes Vaterland. Ein Bänd des Gefühls und der Gemeinsamst umschlingt uns ’ alle.
Direktor Blechmann mit oorgehaltS» nSn Revolvern vertrieben. Rasch herbei« geeilte Polizei zu Pferde und zu Fuß warf trté Verräterbande schleunigst wieder aus dem Werk heraus. Angesichts der alsbald sich in der Umgebung des Elektrizitätswerkes ansammelttden Arbeitermassen aus den benachbarten Betrieben hielten es die Smeets-Anhänger für geraten, sich aus dem Staube zu machen und auf bett beabsichtigten Putsch heute zu verzichten. — Wie inzwischen weiter bekannt wird, hatten die Eindringlinge die Absicht, radikale Teile der Ar« beiterschaft aus dem Elektrizitätswerk zu sich herüberMziehèn, um dann mit deren Höfe im Demonstrationszug durch die Stadt zu ziehen, sich .der öffentlichen Gebäude zu bemächtigen und die Rheinische Republik aus«" 3Urufen.' Bemerkenswerterweise war den Anführern von den Franzosen die Abhaüung des Demonstrationszuges gestattet worden, offne daß der Stadt und ihren Polizeiorganen davon Mitteilung gemacht worden wäre.
Man kann den Smeets-Leuten nur dankbar bafür feist, daß sie wieder einmal ein Lebenszeichen- von sich gegeben haben. So weiß man denn aufs neue, daß dieses Gesindel noch immer danach trachtet, der rheinischen Bevölkerung zu einer „Rheinischen Republik" von Frankreichs Gnaden Zu verhelfen — trotzdem ihm von eben dieser rheinischen Bevötterung feit bem Ruhreinbruch der Franzosen schon wiederholt mehr als handgreiflich zu Gemüte geführt wurde, daß das Rheinland deutsch ist und deutsch bleiben wi!l. Den wackeren Bürgern von Trier gebührt Gesamtdeutschlands herzlichster Dank für die unmißverständliche Art, wie sie diesen Fran- Ssenknechten heimgeleüchtèt haben. Sie werden rilich ntcht-verhindern turnen, daß gleich eurige ooer' ächrliche Schurkenstreiche bald hier, ball» dort, wo die Gelegenheit dafür günstig befunden werden sollte, sich erneuern werden. Die Rheinsander sind durch die Vorgänge von Trier abermals gewarnt:- sie werden, wo immer es auch fei, auf dem Posten sein.
Neues Blutbad in Mannheim.
, * Wahnsinnige französische Schießerei.
Mannheim, 19. Mai. Die Schießerei am Freitag vormittag, bei der ein deutscher Polizeibeamter getötet wurde, hat in der Nacht zum Sonnabend ei^b-I uti g e Fortsetzung gefunden. Aus Hisher unbekannter Ursache eröffneten gestern abend kurz vor 12 Uhr die französischen Wachtposten an det Nèckarbrücke ein regelrechte, Schützenfeuer auf die vorübergehenden Straßen- und Brückenpassanten sowie gegen die aus der Richtung Freudenheim und Käferthal kommenden StreHenbalWvagen, die voll besetzt waren. Mehrere Schüsse schlugen gegen die Häuser der Mcrx-Foseph- und Schimper-Straße und, gegen den Weinheimer Bahnhof. Er fielen etwa 120, bis 150 Schüsse, die eine ganje Anzahl Personen schwer oder minder schwer verletzten, Vis jetzt wurden zw« Schwerverletzte in dar Neue Krankenhaus eingeliefert. Der «ine der beiden Schwerverletzten erhieü giriert Bauchschuß, der andere einen Brust- und einen.Armschuß. Die Kugeln trafen sie während der Straßenbahnfahrt auf dem Perron einer Wagens., Wie weiter mitgeteilt wird, mutzte trnem der beiden Verletzten der Arm abgenommen werden.
Mannheim, 22. Mai. Am 16. Mai ver« suchten zwei französische Soldaten eine Frau in der Fröhlichstratze nach dem Elekrizitätswerk zu schleppen und al« die Frau sich weigerte drohten sie mit Erschießen. Auf die Hilferufe der Frau sammelten sich Menschen an, welch« Gelegenheit die Frau ergriff, um zu entfliehen. Die französischen Soldaten, über deren Absichten in diesem Falle kein Zweifel besteht, scheinen sich in Mannheim wie auch anderwärts, die Zeit mit berar.tig.en Quälereien der Bevölkerung vertreiben zu wollen.
Eine Rede Magènois.
Paris, 21. Mai. Nach dem »Matrn" er» klärte der Kriegsminister in einer Rede auf einem Bankett ehemaliger Kriegsteilnehmer in Clermont: »Die Welt soll wissen, daß wir aus dem Ruhrgebiet erst dann wieder herausgehen werden, wenn wir annehmbare Borschläge er« falten haben; diese dürfen selbstverständlich keinerlei Beschneidung unserer Forderungen enthalten uns müßten Garantiern bieten, die wir von-einem so illoyalen Lande wie Deutsch.
Putschisten,won denen die genannten in Dièn _ „ wv^^„w «w ™,^.
ten de r F r a n z o s e n stehen, bemächtigten lanö jU foi>ern berecNtigt sino." ich m i t Gewalt der Telephonzentrale, ver- -^— ^—k———wat rieben das Personal und gingen darauf in die /•»Ail^w »«Jt -^^ „««,„ , =4 nnn
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