General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana« a. AU
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Nr. 116
Samstag den 19. Mai
1923
Das Neueste.
- Das französische Revisionsgericht in Düsseldorf ist die Revision im Krupp-Prozeß verworfen, ebenso sie Revision des zum Tode verurteilten Schlageter.
— Das französische Kriegsgericht in Hattingen hat |6ti neue Todesurteile gefällt.
- In Dortmund kam es zu kommunistischen AuS- schreitungen, die einen blutigen Verlauf nahmen.
— Staatssekretär «. D. Busch, der rheinische Zcn- jnmSabgeordnet«, ist gestern auf der Heimreise im Berliner V-Zug einem Schlaganfall erlegen.
Als der Tag -er Pfingsten erfüllt war.
Zweierlei hatte die durch das furchtbare Kar- switogserlebnis irregewordene und ausein- mdergetriebene Jüngerschar allmählich wieder zusammengeführt: tiefe seelische Not und glühende Hoffnung. Das war ihre tiefe seelische Not, daß sie verzichten mußten auf den vertraulich persönlichen Verkehr mit ihrem Herrn und Meister, der ihr Alles gewesen war, Freund und Helfer, Führer und Berater; daß sie verzichten mußten auf alles innerseelische Erleben, das ihnen aus diesem Zusammensein erwuchs, das sie innerlich so reich machte und dessen leben
umgestaltende Kraft sie so stark an sich und anderen erfahren hatten. Für sie war diese Kraft- wirkung noch mit der Person Jesu aufs engste verbunden. Er allein war ihre zureichende Quelle. Fern lag ihnen die Erkenntnis, daß diese auch einmal chnen selbst wirksam sein könnte. Das Wort ihres Meisters: „Wenn Ihr Glauben habt, werdet Ihr noch Größeres tun," war ihnen unverständlich geblieben; noch fehlte ihnen die klärende persönliche Erfahrung. So brachen sie zuMmen unter ihrem seelischen Leid. Aber Wb folgtèos Oster- M Himmelsfayttserleb- nis. Und aus ihm erwächst ihnen die Gewißheit: Ihr Meister ist nicht gestorben, er lebt! und aus dieser Gewißheit die glühende Hoffnung: er wird, er muß wiederkommen! Und er kommt bald. In dieser Hoffnung leben sie wieder auf, finden sie Kraft und Zuversicht, sammeln sie sich. Sie erwarten seine Wiederkunft in seliger Gewißheit in den nahen Pfingsttagen. Vorbei ist dann ihre seelische Not. Das führt sie auch nach Jerusalem, läßt sie einmütig im Tempel Zusammenkommen. Nun sind sie reif für das lwße innere Pfingsterlebnis der Persönlichkeits- erneuerung. Wie es geschah? Wer kann's ergründen! Sicherlich erleben sie es als eine Tatsache. Nicht im allmählichen Werden und Kom- An, sondern plötzlich; nicht heimlich, sondern Een sichtbar in seiner Wirkung. Sie erwarten A Wiederkunft Christi in Person, sie erleben im Geist; sie hoffen auf sein Tatwirken, und En fühlen sie sich selbst als Quell solcher Kraft. diese Kraft erleben sie als Kraft aus der als göttliche Gabe. Vorbei ist alle Zagheit Ed alle Feigheit, aller Kleinmut und alle Mcyt. Bekenner- und Zeugenmut erfüllt sie. ^ânner sind sie der Tat. Das ist das Pfingst- Eèbnis. Mit heiliger Begeisterung werben sie Au für ihre neue Gemeinschaft, die Gemein- in Jesu, und damit für das neue Gottes- Ech, trotz Tod und Teufel. Das ist das Pfingst- Ender, das heiliqende, sieghafte, weltbe-
Wunder, das heiligende, sieghafte, Dingende Pfingstwunder. Iltti) da Möstfrucht: die erste reine Gemeinde der skinder. O du fröhliche, o du selige Pfingst-
Ml Du Segen der Menschheit!
nd das ist die
. Auch das deutsche Volk wartet auf seinen Ungstsegen, auf seineinnerseelische Erneuerung. S 65 reif dafür? In seiner großen Mehrheit Uerlich nicht. Dazu gehört seelische Einstellung. 7° fehlt ihr. Die Masse geht ihren Instinkten Sie allein sind ihnen An- und Auftrieb.
N ist zuviel unheiliges Schiebertum und Euchertum, Selbstsucht und Feigheit, Partei- Ilsmus und Führereitelkeit, als daß es zum Mosterlebnis der Masse kommen könnnte. M doch gibt es eine stille Gemeinde reinen Eschen Volkstums, die den deutschen Pfingsten erflehen in heißem Gebet, die auf eine ^nderwirkende Wiedergeburt des deutschen Kleistes warten in Geist und Kraft. Das ;0 sie alle, die die Not des Vaterlandes als Ane tiefe seelische Not empfinden. Nicht die ^lchaftliche Not, durch sie stehen und ver- Fn keine Ewigkeitswerte, nicht die politische unterliegt dem Wandel der Zeit, nein, „'nnerseeliiche Not, die darin besteht, daß Mres Volkes große Geistesgaben und seelische Ziagen, diese Quellen seiner reichen, weltbe- /suchenden Kultur durch Knutung und Knech- O gehemmt und unterbunden und durch Zer- Mung des Vaterlandes geschwächt werden. â.W sie alle, die die heiße Hoffnung im
Herzen haben, daß unseres Volkes geistige Sache letzten Endes doch unseres Herrgotts Sache ist, daß er das deutsche Volk als geistiges Salz der Erde gebraucht und auch Mittel und Wege hat — und vielleicht noch dunkel und un= erforscht^ —t, es die ihm vorbehaltene große seelisch-soziale Weltmission erfüllen zu lassen.
Ist diese Hoffnung trügerisch? Ist überall nur Niedergang und Zerfall? Merkt man nicht doch in unserem Volke, wenn auch nur in einem Teil desselben, einen kraftauswirkenden, wundertätigen Pfingstgeist? Geht nicht auch heute irgendwo etwas Großes, Heiliges und Wunderbares vor sich? Ja doch! Unser Blick richtet sich auf unsere Volksgenossen an Rhein und Ruhr. Vieles wie einst. Dort die tiefe innerseelische Not unseres Volkes als eigene Not. Dort, wo sie allesamt unter dem sadistischen Druck unserer Feinde leben, fühlen sie alle, ob bewußt oder unbewußt, daß es um ihre heiligen Güter geht, um die persönliche Gemeinschaft mit ihren übrigen deutschen Volksgenossen und damit um den geistigen Zusammhang mit dem Vaterlands und zuletzt um Deutschlands Sein und Nichtsein. Dort haben sie ihr Karfreitagserlebnis, ein Tiefenerlebnis von erlösender Kraft. Es sprengt die Schranken der Parteien, überbrückt den Klassengegensatz und führt sie alle im Kampf um die Güter der Heimat einmütig zusammen. Eine große Notgemeinschaft! Hier wird das Deutschtum zur Kraft, zäh, stark und unüberwindlich. Nur Zusammenhalten und Durchhalten!
Aus dieser Not heraus erwächst auch ihre Hoffnung auf Befreiung. Nicht nur Hoffnung, sondern beseligende Gewißheit, daß das Hoffen Erfüllung wird. Unsere Feinde werden sie nicht erhalten, weder Ruhr noch Rhein! sie werden sie nicht vernichten und unterbinden, die starken deutschen werbenden Kulturkräfte. Das ist kM« et» deutsches Pftniisterlebnls eines wertvollen Teiles unseres Volkes. Durch Leid zum Leben!
Es ist etwas Großes und Heiliges, was dort drüben im besetzten Gebiete vor sich geht, etwas Starkes, kaum Erhofftes, Urdeutsches: Ein Pfingstwunder. Doch heute wie damals. Die Masse steht dem Wunder teilnahmlos und verständnislos gegenüber. Das ist nicht Geist von ihrem Geist. Recht haben unsere Freunde von Ruhr und Rhein, daß ihre Not so wenig verstanden wird im Reich und ihr Ringen so wenig gestützt. Aber es sind doch viele und gerade die Wertvollsten, die in heißem Gebet mit ihnen sind, ihnen wirtschaftlich den Kampf ermöglichen helfen und ihre Not als eigene empfinden, die ihnen ihre Sorge um ihre Kinder abnehmen und Vater- und Mutterstelle an diesen vertreten wollen. Das sind endlich alle, die an sich selbst den heiligenden und läuternden Pfingstgeist spüren, und sich zuzählen jener neuen deutschen Pfingstgemeinde an Ruhr und Rhein, die geboren ist aus tiefem seelischen Leid und gefestigt in der siegesgewissen Hoffnung auf den Sieg der guten deutschen Sache.
Wenn dann der Tag der Pfingsten erfüllt ist!
Das Wordener Urteil bleibt
Düsseldorf, 18. Mai. Die gegen das Werdener Urteil eingelegte Revision betreff» Krupp v. Bohlen n. Halbach und der Kruppschen Direktoren Bruhn, Hartwig und Oesterle ist heute von dem Revisionsgericht in Düsseldorf verworfen worden. Dagegen ist die von dem Betriebsratsmitglied Müller eingelegte Revision angenommen und die er Teil des Werdener Prozesse» zu neuer Verhandlung vor da» Düsseldorfer Kriegsgericht verwiesen worden.
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Da» Werdener Urteil bleibt bestehen. Die 15 bir 20 Jahre Gefängnis für Herrn Krupp v. Bohlen u. Halbach und die Direktoren der Kruppschen Werke sollen al» Kulturdokument der Nachwelt überliefert bleiben. Man hat sich ja in Düsseldorf nur um mögliche Formfehler im Werdener Prozeßverfahren gekümmert; der Fehlspruch selbst beschwerte die Düsseldorfer Revision»instanz nicht weiter. Man hat deshalb keine Ursache, auch nur irzend eix Wort an der Kritik zu änder« oder zu mildern, die seinerzeit an dar Werdener Urteil geknüpft wurde. Diese Kritik bestellt weit eher rechtens als da» unerhörte Urteil. Die Düsseldorfer Revisionkinstan, ist offenbar der Ansicht, daß Frankreich» starke militärische Schultern auch die Last diese» Urteil» noch vor aller Welt tragen können. Wir beneiden Frankreich nicht um diese Kraft, sie ist offenbar so robuster Art, daß sie mit moralischen Kräften keine Paarung mehr glaubt emgehen zu müssen. Moral und Recht haben mit dem Werdener Urteil nicht» zu tun, die französische Gewaltpolitik ist dafür verantu örtlich. Sie trägt sogar vor aller Welt noch unnütz Politik in das Urteil hinein,' indem sic da» BetricbSratrmitglicd nicht bestraft und seine Re- »iston nicht verwirkt. Eo hofft man wieder einmal die
Arbeiter zu fangen, glaubt man einen Keil zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer treiben zu können. Der Erkolg wird ausbleiben; ahnungsloser kann man wirklich nicht der für Frankreich etwa» rauhen Wirklichkeit inbezug aus die Haltung und den Willen der Arbeiter an der Ruhr gegenüberstehen. Nun, die Düsseldorfer Revisio«Sinstanz hat gesprochen, Krupp und seine Direktoren wandern in» Gefängni». Da» wird man an Rhein und Ruhr nie vergessen. Er kommt eins zum andern, um die Kluft immer größer zu machen. Go sieht Frankreichs Weg zum Frieden aus. Das Werden« Urteil und der Revisionrspruch von Düsseldorf sind grelle Schlaglichter auf die moralischen und kulturellen Zustande unserer Tage, der Zeit nach dem Versailler Frieden.
Die Revision gegen ein Todesurteil verworfen
Düsseldorf, 18. Mai. Das Düffel- dorfer Revisionsgericht hat heute die von dem am 8. Mai zum Tode verurteilten Schlage- ter und dem zu lebenslänglicher Zwangs- arbeit verurteilten Sadowaki eingelegte Revision für beide Angeklagte verworfen.
Zwei neue Todesurteile«
Bochum, 18. Mai. 90 Bochumer Bürger hakten sich bis zum 2. Mai vor dem Kriegsgericht in Hattingen zu verantworten. Die Arbeiter Rock und H o p f, die einen Angriff auf einen französischen Offizier gemacht haben sollen, wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt. An Gefängnis- st r a f e n wurden insgesamt 13 Jahre vier Mo- nate und 23 Tage verhängt. Die auferleglen Geldstrafen belaufen sich auf 76 679 000 Mark.
Aus dem Einbruchsgebiek.
Münster, 18. Mai. In Düsseldorf ließ die Besatzungsbehörde einen Anschlag anbringen, der die Aufforderung an die Eisenbahner ent- „ ÄÄ^ ââMu hm Dienst wieder auszunehmen. Bei Nichtbefolgung des Befehls, wird die Ausweisung angedroht.
In Duisburg ist auf den Eisenbahn- und Kanalbrücken von 8 Uhr abend» bi» 5 Uhr früh jeglicher Verkehr gesperrt.
In Horneburg (Kr. Recklinghausen) beschlagnahmten die Franzosen 700 Ztr. Amoniak.
In Hattingen schlossen sie ein Kraft- wagengeschäft und einen Bäckerladen.
Die seit 25. März besetzte Zeche „Rheinbaben" wurde, nachdem die Franzosen sämtliche Halden- und Lagerbestände abtransportiert haben, von ihnen wieder geräumt.
In Oberhausen wurden gestern mehrere Privathäuser und 2 Schulen zur Unterbringung neuer Truppen beschlagnahmt.
In Dortmund beschlagnahmten die Franzosen morgens auf dem Stadthaus 15st, Millionen Mark.
Ueber Lünen ist ab 15. Mai der verschärfte Belagerungzustand verhängt worden.
Aus Lünen-Süd sind weitere 10 Eisenbahner mit ihren Familien ausgewiesen worden.
Der von den Franzosen vor kurzem ange- schossene Bergmann Bolz ist als 43. Opfer seinen Verletzungen erlegen.
Wie aus Trier gemeldet wird, sind aus den Orten Ehrang und Viewern mehrere hundert Eisenbahnerfamilien mit zusammen 830 Köpfen ausgewiesen worden.
Wie uns berichtet wird, wurde in Kräh auf der Zeche Bonifatius ein Bergmann verhaftet, weil von dem Kohlenwagen, den er über eine Brücke fuhr, einige Kohlenstücke auf die Halde gefallen waren, wodurch sich die dort arbeitenden Franzosen bedroht fühlten. Der gegen diese Verhaftung Einspruch erhebende Betriebsrat wurde ebenfalls verhaftet. Die Belegschaft ist in einen Proteststreik eingetreten.
Das Gerücht, daß diedreiDirektoren der Badischen Anilin- und Sodafabrik von der französischen Besatzungsbehörde als Geiseln fe st gehalten werden, bestätigt sich. Die drei Direktoren sind im Hauptoerwaltungsgebäude untergebracht und durften erst gestern von den Angehörigen besucht werden.
Koblenz, 18. Mai. Mit allen Mitteln moderner Einbrecher, Brecheisen und Sauerstoffapparaten drangen am Donnerstag nachmittag die Franzosen in die Räume der Reichs- b a n k st e l l e ein, erbracheneinenTre- s o r und raubten sechs Millarden Mark. Die Reichsbankstelle war seit Wochen für den Verkehr geschlossen.
Köln, 19. Mai. Nachdem Koblenz die Zahlung von zunächst 100 Millionen Mark als Entschädigung für den vor einiger Zeit in der Gutenbergdruckerei angerichteten Schaden abgelehnt hat, haben die Franzosen bei der Stadtkasse ungefähr 63 Millionen Mark beschlagnahmt. In der genannten Druckerei wird das Blatt des Hochverräters Dorten gedruckt. i
Gin neues Todesopfer«
Mannheim, 18. Mai. Heute früh zwischen 8 und 9 Uhr, wurde ein Wachtmeister von den Frau- zofen feftgenommen, der ix Zivil vo« der Polizeibehörde bei der Reckarbrücke aufgestellt war, um vorzubeugen, daß die Franzosen nicht mehr, wie sie behaupteten, von Bubenhänden mit Steine« beworfen würde«. Während de» Transporte» suchte der Verhaftete zu entfliehen und sprang am Neckardamm über eine Mauer, worauf fünf Soldate« ein regelrechte» Lchâtzeufe»« auf ih« eröffneten. Bon mehrere« Schöffen getroffen, warf sich her Beamte in den Neckar, wo ihn die Kräfte verließen. Er wurde jedoch von den Franzosen wieder anfgefischt und auf einer Bahr« fortgetragen. Wie noch mitgeteilt wird, ist der heute früh festgenommene Wachtmeister Traui nach Ludwig». Hafen ins Lazarett gebracht worden, wo er inzwischtv seiner Verletzung erlegen ist.
Frankreichs Prvqramm für den „WafseustiHfranö" im Ruhrgebiet.
London, 18. Mai (Wolff.) Dem Pariser Berichterstatter der ,Time»â zukol-e wurde in den Wandel« aânaen der französischen Kammer der »Waffenstill« standsplan für das Ruhrgebiet" weiter erörtert. Nach der Ansicht des Berichterstatters würde dieser sogenannte „Waffenstillstand" dazu führen, daß das nächste deutsch« Aniebot ernster geprüft werde. Von besondere« J«tereffc fei e», daß einer der französische« Deputierten, der über diesen Gedanke« gesprochen habe, ein Industrieller sei, her. wie angenommen werden könne, über .die deutsche« Abstchten besonder» gut unterrichtet sei. Der Berichterstatter faßt die Bedingungen diese» Waffenstillstände«, der nlle« formellen Erörterungen vorauf» gehen müsse, versuchsweise in folgende vier Punkte zusammen.:
1. Deutschland müsse seinerseits alle Erlasse und „Geheimanweisungcu" z u r ü ck z i e h e n, die die Sin» unojven, bahnet sowie ote Weigerung der Mitwirkung deutscher Beamten im Ruhrgebiet zum Zwecke hätten;
2. Die Arbeiter und Beamten müßten ihre gewohnten Aufgaben wieder aufxehmen und dürften ge« maß dem Versailler Vertrag den geschuldeten Kohlenlieferungen keine Obstruktion entgegensetzen;
3. Frankreich müsse „seinerseits", ivährend es sein« Truppe« oder Angehörigen nicht zurückziehe, eine „rein überwachende Haltung einnehmen" und, soweit wie möglich, die Besetzung mehr pasiiv al» aktiv gestalte«;
4. Die WiederhcrrstelMiig des normalen industriellen und zivilen Leben? im Ruhrgebiet müsse fortbauern dir zu dem Augenblick, wo eine Regelung zustande komme oder der Versuch einer Regelung wieder auf« genommen werde.
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Sollte der vorstehende Plan wirklich in dem Sinne diskutiert worden sein, so ließe sich nur sagen, daß seine Ausführung einer Kapitulation Deutschland» gleichkämc. Was man sich unter einer Ueberwachung des Einbruchsgebietes durch die Fraszosen vorzustcUen hat, dürfte nach den Erfahrungen mit der .friedlichen' Jngemeurkommnsion klar genug sein.
Vertrauensvotum für die belgische Regierung.
Brüssel, 18. Mai. Die Kammer hat im Anschluß an eine Interpellation über.die Mobllisierung der Eisenbahner mit 103 gegen 4 bei 57 Stimmenthaltungen der sozialistischen Abgeordneten eine Tagesordnung angenommen, in der der Regierung das Vertrau«« ausgesprochen wird.
®He**MBMe«eHra
Kraft» Wut und Zuversicht!
Worte für das Deutsche Bolksopfe» (Ruhr und Rhein).
Von Wilhelm v. Scholz.
Dir werden Zweifler und Pessimisten sein, solange wir täglich den wolkenumlagerten Horizont nach einem Stück blauen Himmels, einem Stroh Sonne absuchen und immer wieder nur die gleiche undurchdringliche und drückende schwarze Wand finden.
Aber wir werden plötzlich Kraft, Blut und Zuversicht in uns entdecken, wenn wir aus dem rasch vergehenden Heute an die geschichtliche Zeitspanne denken, von der unser Leben nur ein Bruchteil ist wenn wir daran denken, wel. chër Sturz in der Geschichte immer auf den Aebermut, das Uebermaß folgt, wie furchtbar tief der uralte Zriedensbrecher Europas, der uns heute vergewaltigt, stürzen wird.
Welchen Weg das Völkerschicksal dazu gehen wird, weiß niemand. Aber jeder sei sich bewußt, daß Opfermut, Treue, Kraft und Wille zu dulden auf die Dauer stärker sind als zügellos gewordene Wacht, die keine Scham fühlt, roenr sie Menschen, ein Volk vergewaltigt.
Spenden für das
Deutsche DloKsv-fer nimmt unsere Geschäftsstelle an. »»«»«WWWIWWWIWM