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St. 105 Samstaa den 5. Mai I«2g

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Das Neueste.

Der auswärtige Ausschuß des Reichs- «gs wird am Mittwoch zusammentreten, um sich mit der politischen Lage zu beschäftigen. In parlamentarischen Kreisen erwartet man, daß bis dahin die Antwort auf die deutsche Note kingetroffen ist.

Zwischen dem Reichsfinanzminister Dr. Hermes, dem Reichswirtschaffsminister Dr. Becker, dem Reichsaußenmimster v. Rosenberg, Staatssekretär Hamm und dem Reichsbankprä- sidenten Havenstein haben gestern Besprechun- zen über die Markstützungsaktion stattgefunden.

Im preußischen Landtag kam es gestern zu einer blutigen Schlägerei zwischen Kommu­nisten und Sozialisten.

Der Reichstagsausschuß für die Kriegs- bèschädigtenfragen verabschiedete in erster Lesung den Gesetzentwurf zur Abänderung des Wehrmachtversorgungsgesetzes.

Lor der französischen Antwort.

Wir haben gestern schon erklärt, daß es uns richt überrascht, daß Frankreich das deutsche Angebot ablehnt, denn Poincarè war ja bevor erben Inhalt der deutschen Note kannte, bereits fest entschlossen, das Angebot ungenügend zu finden und abzulehnen. Man wird nun fragen: 5a, war es unter diesen Umständen nötig, das Angebot noch abzusenden? Ganz gewiß! Es mußte vor aller Welt festgestellt werden, wo der tute Wille sitzt und wo der böse. Und diese Mtellung ist jetzt einwandfrei gemacht. Deutschlarch hat bewiesen, daß es den ehrlichen Dillen hat, unterden allerschwer sten Opfern zur Wiederkehr friedlicher politischer Verhältnisse und eines normalen Zustandes im

M des Diktats von Versailles zerstückelt und wirtschaftlich ausgepumpt ist, hat Frankreich, tos bie gigantische Schuld an dem gesamten Un« sieden auf dem Kontinent trifft, die Hand zu ünem Frieden geboten, den wir seit dem Waf­fenstillstand wahrhaftig mit allen Kräften ehr- ich erstrebt haben. Die.deutsche Reichsregie- Mg hat sich in chrem Angebot bereit erklärt, «finanzieller Beziehung Bindungen von un« übersehbarer Tragweite zu übernehmen, die das jefamte deutsche Volks« und Wirtschaftsleben chwer treffen müssen. Deutschland ist zu Opfern bereit, von deren Schwere sich noch wige nicht alle Kreise unseres eigenen Volkes Rechenschaft gegeben haben, die es aber tragen , weil sie dazu bestimmt sind, feine Frecheit W erkaufen, in der allein es auch seine ganze

Arbeitetüchtigkeit wieder zu entfalten vermag.

Zahlenrausch der Gegenwart hat zwar die dinne einigermaßen abgestumpft, und doch fällt M Leser die Zahl von 30 Milliarden Gold­mark hart in seine Gedanken hinein. Am Ge- Mwartsstande des Dollars gemessen beläuft H das deutsche Angebot auf 2 4 0 B i ll i o - ^n Papiermark. Erst wenn man diese W zugrunde legt, die übrigens in ihrer Wan- .Wgfeit an die Bewegungen auf dem De- Wnmartt gebunden ist, wird man die Schwere

Opfer erkennen, zu denen sich Deutschland bereit erklärt hat. Die 20 Milliarden Gold- ^rk, die Deutschland sofort auf den internatio­nalen Geldmärkten aufnehmen will, so daß Riesenbetrag nicht mehr bloß ein poli- Ws Objekt zwischen Regierungen und Saaten ist, sondern eine unmittelbare kauf­männische Verpflichtung wird, kann man in ganzen Bedeutung nur würdigen, wenn sie neben die bereits vollzogenen Leistun- des besiegten Deutschlands seit dem Kriegs- Me stellt. Vom 11. November 1918 bis Ende ~c8ember 1922 hat Deutschland Werte von nicht Zeiger als 57 Milliarden Goldmark hingeben

die sich auf weit mehr als 100 Milliar- a^/shöhen, wenn man noch den Wert Elsaß- dringens, die deutschen Kolonien und den PNärifdjen Rücklaß in den Räumungsgebieten Ruredynet. Im Lichte dieser Zahlen, in 'nen die uns durch den französischen Ruhrein- auferlegten Entschädigungen noch nicht mmal angedeutet sind, wird die besorgnis- ^cgende Schwere dès von uns angebotenen Mrs weithin sichtbar. Darüber hinaus hat A die deutsche Regierung trotz der notorischen Mexionsabsichten' des französischen Jmpe-

zu Friedenssicherungen und schieds- L^chtlichen Vereinbarungen auf der Basis der ^genseitigkeit im weitesten Maße bereit erklärt futsch land hat also mit seinem Anbieten in der Weltgeschichte noch nie g e = $ H neu Opfers für das Recht, für die . ^heit, für die Menschlichkeit gezeigt ^te Mille ist - Frankrei

, woder

ch ist für

Ablehnung dieses Opfers und zeigt damit, wo der böse Wille ist, zeigt erneut, daß es sich für die französischen Staatsmänner eben nicht um Reparationen und dem Wiederaufbau Nord­frankreichs handelt, sondern ausschließlich um das politische Ziel der Knebelung und gänzlichen Vernichtung des deuffchen Volkes.

Nach einer unten wiedergegebenen Meldung desPetit Parifien" soll die Antwort Poin- cares zum Ausdruck bringen, daß Frankreich die Konversation nur dann forizusetzen bezw. wieder aufzunehmen bereit ist, wenn Deutsch­land u. a. den passiven Wider st and im Ruhrgebiet sofort, also vor Verhandlungs­beginn, aufhebt und wenn Deutschland sich da­mit abfindet, daß das Ruhrgebiet nur etappenweise nach Maßgabe der deutschen Zahlungen geräumt wird. Daß sich die Regie­rung Euno mit diesen Bedingungen nie und nimmer einverstanden erklären wird, steht fest: sie hat dies in ihrer Note und durch den Mund des Reichskanzlers hoch und heilig beteuert und die gesamte deutsche Presse hat dieser Beteue­rung zugestimm^. Die Einbruchsgebiete müssen restlos geräumt werden, sobald die Verhand­lungen beendet sind, bis dahin hat unbedingt der passive Widerstand, durch den die Ruhrbe­völkerung seit nunmehr vier Monaten die Be­wunderung der Welt errungen hat, fortzu­dauern. Das gesamte deuffche Volk ist sich mit diesen Voraussetzungen eins, denn es weiß, daß wenn es den passiven Widerstand, die einzig ihm zur Verfügung stehende Waffe aufgibt be­vor die Verhandlungen zu Ende geführt sind, es für immer verloren ist, daß dann Frankreich diktieren kann, wie und was es will. Sollte das Kabinett Euno nad) dem Scheitern des von ihm auf englischen Rat und sozialdemokratisches Drängen unternommenen Schritt die eigene ffiff . - ML Ministerium die von Poincars verlangte Kapi­tulation und die Entmutigung der Rhein- und Ruhrländer auf sich nehmen können. Sämtliche bürgerliche Parteien stehen geschlossen hinter dem deutschen Angebot, an dem in Verhandlun­gen wohl noch gefeilt werden kann, für das aber die angeführten Voraussetzungen unweigerlich bestehen bleiben müssen. Dem Entschluß zu dem deutschen Angebot ist vorausgegangen die zweifelsfreie Bekundung des deutschen Willens, keine weitere Unterjochung freiwillig hinzu­nehmen, zu keinen Zwangsmaßnahmen Ja und Amen zu sagen, die es nicht schon in dem über­reichlich damit versehenen Versailler Vertrag auf sich genommen hat. Die Bedenken, die gegen ein deutsches Angebot geltend gemacht werden konnten, wurden gerade durch diese ein­mütige Willenskundgebung beseitigt, die viel­fältig aus der zunächst betroffenen Bevölkerung an der Ruhr und am Rhein und die auch in der deutschen Volksvertretung durch unzweideutige Erklärungen zum Ausdruck gebracht worden ist. Den Widerstand gegen vertragswidrige Gewalt­politik nicht nur fortzusetzen, sondern ihn im Falle einer Ablehnung des deuffchen Angebots bis zur äußersten Möglichkeit zu steigern, das ist der feste Enffchluß des deutschen Volkes, von dem es sich durch nichts abbringen lassen wird.

w R. H.

Der voraussichtliche Inhalt der franz. Antwort.

Nach dmePetit Parisien" wird die fran­zösische Antwort zum Ausdruck bringen, daß Frankreich die Konversation nur dann fortsetzen bezw. wiederaufzunehmen bereit sei, wenn Deutschland sich die folgenden Grundsätze zu eigen gemacht haben werde:

1. Keine Verhandlung, solange der passive Widerstand im Rheinland und Ruhrgebiet fortdauert.

2. Deutschland muß sich damit abfinden, daß das Ruhrgebiet gemäß den Beschlüssen von Paris und Brüssel nur etappenweise nach Maßgabe der deuffchen Zahlungen g e - räumt wird.

3. Eine willkürliche Reduktion der deutschen Schuld kann nicht in Frage kommen. Statt dessen hat der Lo n d o n e r Zahlungs­plan, unter den Deutschland seine Unterschrift gesetzt habe, als Ausgangspunkt zu dienen: Das bedeutet nicht, daß man von Deuffchland die Zahlung von 132 Milliarden fordern werde, vielmehr habe die französische Regierung bereits in ihrem Projekt vom 2. Januar sich bereit er­klärt, der Animllierurrg der 80 Milliarden der Bonds Serie C zuzustimmen, wenn gleichzeitig die interalliierten Schult) en kompen­siert würden.

4. Auf dem Gebiete der militärischen Sicherheit müsse sich Deutschland zu prak­tischen Vorschlägen bequemen an Stelle der

Bluttye Prügelei im preuh. Landtag.

Zu Beginn der gestrigen Sitzung im preu­ßischen Landtage wurde die namentliche Ab­stimmung über den deutschnationalen Mißtrauensantrag gegen Seven ring vorgenommen. Für den Anffag stimmten 97, dagegen 248 Abgeordnete, 1 Abgeordneter enthielt sich der Stimme. Mach der Abstim­mung entspann sich eine Geschäftsordnungs­debatte darüber, ob die Kommunisten noch eine Erklärung zur Sache abgeben könnten. Der präsidierende Vizepräsident Dr. Porsch sowie der ihn ablösende Präsident Leinert verneinten diese Möglichkeit. Die Kommunisten Katz und Schultz (Neukölln) sprachen darauf, währeno ihre Parteigenossen immer steigenden Lärm verursachten, angeblich zur Tagesordnung, tat­sächlich aber, um die Erklärung abgeben zu können, die ihnen vom Präsidenten verwehrt wurde. Dabei beleidigten sie den Präsidenten und den Landtag auf das allerschwerste, der Landtag wurdeKomodienhaus" beschimpft. Abg. Katz rief den Mehrheitsfozialdemokrate» zu:Schmieriges Gesindel." Die So­zialdemokraten erhoben sich wie ein Mann, und in wenigen Sekunden waren K o m m u n i st e * und Sozialdemokraten mitein, ander handgemein. Man stieg auf Tische und Stühle, und eine Schlägereiim größtenStile kam in Gang. Die Kommu­nisten Tieck und der Volksschullehrer Schneider holten sich dabei blutige Kopfver­letzungen, Tieck war an der Schläfe verletzt, während Schneider einen Schlag ins Auge bekam.

Während das Handgemenge andauerte, un­terbrach Präsident Leinert die Sitzung. Nach wenigen Minuten verkündete er, daß er auf Grund des Z 5^der GMästsor^nung den Abg. Katz wegen schwerer Beleidigungen von der Sitzung ausfchllrßs. Stürmischer Beifall bei den Bürgerlichen und den Sozialdemokraten, unge­heurer Lärm bei den Kommunisten. Leinert forderte den Abg. Katz aus, den Sitzungssaal zu verlassen, Katz folgt dieser Aufforderung aber nicht; die Sitzung wurde neuerdings unter­brochen und der Asltestenrat zu einer sofortigen Zusammenkunft einberufen.

Bald nach 2 Uhr eröffnete Präsident Lei, nert die Sitzung abermals und teilte dem Hause mit, daß alle Parteien mit Ausnahme der Kom­munisten über die Langmut der Präsidenten ungehalten seien, die bei Ausbrüchen der Er­regung nicht sofort alle in der Geschäftsordnung vorgesehenen Maßnahmen ergriffen hätten. (Zuruf v. d. Komm.:Die anderen wolle» weiter schlagen.") Der Aeltestenrat habe die Erklärung abzugeben, daß die parlamentarisch Sitte und Ordnung, die erforderlich sei, um bie Geschäfte des Landtags zu führen, mit aller Strenge beobachtet werden sollten. Leider müsse sestgestcllt werden, daß nicht alle Abgeordnete sich von absichtlichen Beleidigungen der amtie, renden PräsDenten fernhielten.

Der Präsident steht nicht als Abgeordnete« an seinem Platz, jede Beleidigung des Präsiden­ten sei vielmehr auch eine Beleidigung des Hauses. (Lebhafte Zusttmmung.) 3nfolgebeffe» würden auch im Interesse des Landtages selbst die Beleidigungen des Präsidenten in Zukunft nicht mehr geduldet werden. Da der Abg. Katz, der aufgefordert fei, den Sitzungssaal zu ver­lassen, wieder erschienen sei, (Zuruf von de» Komnuinlsten: Genau so wie Sie. Wissen Sie! noch, Herr Leinert, wie Sie hinausgetragen werden mußten?!) müsse die Sitzung abermals unterbrochen werden.

Etwa % Stunde später eröffnet Präsideni Leinert zum dritten Male dieSitzung und legte bie Gründe der für die Anwendung des 8 58 der Geschäftsordnung, demzufolge der Abg. Katz, da er der Aufforderung, den Saal zu verlassen, nicht Folge geleistet hat, sich selbst auf acht Tage ausgeschlossen habe, Die Kommunisten beginnen erneut zu lärmen, Präsident Leinert schlägt nunmehr Vertagung auf Samstag 12 Uhr vor und nach einer seh? erregten Geschäftsordnung Debatte wird di« nässte Sitzung auf Samstag unter der Mark< Volksbildung, Kunst und Wissenschaft", dit zur Beratung gestellt werden, angesetzt. Wi« verlautet, beabsichtigt Kommunist Katz am Samstag mittler im Hause zu erscheinen. Di- Aussprache überVolkrbilduna, Kunst uni -- lpenschaft" dürfte unter diese» Umstände« recht lebhaft werden.

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Dollar (10 Mr oorm.) 34000

vagen Verpflichtungen, die es zu übernehmen sich bereit erklärt habe. Was damit gemeint ist, macht das Blatt ersichtlich, wenn es schreibt, daß Garantieverträge von der Art, die Deutsch­land vorschlage, tote Buchstaben bleiben wür­den, wenn sie nicht durch eine lokale Organi­sation gestützt würden.

Daß man sich in Frankreich über die Auf­nahme dieser Bedingungen in Deutschland kei­nerlei Illusion hingibt, zeigt das Blatt, wenn es fortfährt:Bei der gegenwärtig in Deutsch­land herrschenden Mentalität ist vorauszusehen, daß diese vier Punkte dort als drakonische Be­dingungen aufgefaßt werden. In diesem Falle ist nicht an die Eröffnung von Verhandlungen zu denken. Frankreich und Belgien sind ent­schlossen, eher ihre Aktion im Rheinland und an der Ruhr ad infini tum auszudehnen, als in diesen vier Punkten nachzugeben."

Kranzöfisch-belsisches Einvernehmen.

Paris, 4. Mai. Wlinifttrbrär'bfnt Pomccuè hatte stente hormittaa noch einmal eine llnterredima mit dem belgischen Botschafter. Havas ziüslge steht fest, da- die belgische Antwort auf die deutsche Note non den gleichen Ideen wie die französische Antwort beherrscht lei und die gleichen Wendungen enthalten werde. Viel­leicht werde die belgische und französische Antwort so- aar einen eemei»s«men Wortlaut autwnsen. Auf ale Fälle werde das Einvernehmen der beiden Regierungen über diesen Punkt heute abend oder morgen früh her­gestellt sein.

Nach dem Brüsseler Berichterstatter deSTemps* werde der Hinweis auf die von Belgien und Frankreich erlittenen Schäden in etwas abweichender Form ginn Ausdruck gelangen, aber die Zurückweisung der deutschen Nole werde in beiden Erklärungen identisch sein.

Sie Kallung EnFlarrirs.

Lord Curzon über d.Verhandrun§Latt§stchten.

London, 4. Mai. Lord Curzon sprach auf der Jahresversammlung der Primrose League in der Alberttall und äußerte sich dabei über die Ruhr­frage. Er erMrtt, da«, er eS.. ahtehne, die Lage mit Mutlosigkeit oder Verzweiflung zu betrachten und fuhr fort: Ob das d e u t s ch e A n g e b o t gut oder schlecht ist, und sehr viele betrachten eS als unange- nicssen, jedenfalls geht die Frage uns alle an. Wir werden aus der schwierigen, bciorgnlscrregcnden Lage nur dM r ch gcineinsamesVorgehen herauS- tommcn. Wenn die Deutschen vor den Rat, die Ent- icheidungen und die Hanolungen aller beteiligten Haupimächte gestellt werden, so werden die Aussichten auf Erfolg beträchtlich wachsen.

London, 4. Mai. (Reuter.) Die Kommen­tare in den amtlichen Kreisen bezüglich der neuen deutschen Reparationsvorschläge sind zu­rückhaltend. Es verlautet jedoch, daß keine Zu­sammenkunft des Kabinetts für heute festgesetzt wurde. Es sei daher wahrscheinlich, daß die britische Regierung wünsche, die deutschen Vorschläge und die französische Antwort gleichzeitig zu unter, suchen. Es sei fast sicher, daß Großbritannien auf die deutsche Note antworten werde, wenn auch nur der Form halber, aber erst nach Be­ratung mit den Alliierten. Washington werde dies vielleicht nicht tun, aber die Vereinigten Staaten seien auch nicht so sehr an dem Repa­rationsproblem interessiert wie England. Alles hänge natürlich von Paris ab. Es sei wahr­scheinlich, daß die britische Regierung die weitere Entwicklung und das Ergebnis des Meinungs­austausches zwischen den interessierten Parteien abwarten wird, bevor sie beschließt, welchen Weg sie verfolgen wird.

London, 4. M«i. Ter Präsident bei Berbandes des britilâcn ErohhenbelS, Arthur Balfour, erklärte in einer Rede «uf einem Frühstück «mercknnisiher Kaufleute in Lonroii zur Frage ber Reparatisnen, »ir Politiker hätten sich in dielen gesamten Mieter in Mitkredit gebracht; ihre Prapdezeinnjen ««» P»r- ichläge seien alle zunichte geinorten, und man je jetzt an dem Punkte angelangt, w» der Velchi tsmaun and der Fmanzmann cintreten «uhicn. Er hege die Zuversicht, daß man in der Lage sei, eine mternati»- nale freie Konferenz kommerzieller und finanzieller Männer zusammenzubringen, die in ihren Sängern machtet seien un» internationalen Ruf hätten und nie Hefe# Problem in Angriff nähme» und ter Welt zeigen würden, was an Nevarationen ntägli^ und was unmöglich sei. 8«.f»nr fuhr fort: Sie baden den von Deutichlauv geuiachte» »orschlag geleben. Selber hat sich Deutschland lange, ge« »Minen und gedreht, das man ibm heute nicht» mehr glaubt. Das erste, w«? Deutschland tun muß. ist seine »arten aus dcu Tilch zu legen unb ein ehr­liches Spiel spiele«. Deutschland hat gewisse Bor- ichläge gemacht uu» schlietzlich find die Sruutfragen die: «er wirb ba« «el» zavleu und wie wollen wir eine internationale »uleihe aufdrmge» ? Ich glaube nicht an »ir Zweckmäßigkeit irgendeiner Ernm-'chuug oo» feiten der ^Regierungen. Die Knietae m»S von Publikum abgei*l»ffen werten un» die Bedingungen müssen derartig fein, hab das Publikum sie annimwt. Nur ein Ting ist nolwenbig: man muß die temi*e Zölle kontrollieren und Wenn man bie* tut un» einen XuPubrzoll in Weib zahlbar macht, hat man am Ende jeden MonatS eine gewisse Summe in Hän»c» und mit diesem Seide kann man bie deutsche» 6Weine garantieren und diese Scheine berta ufen.