Einzelbild herunterladen
 

Hanauer S Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kana« a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1237.

«»»uasvreis: Monatl. Mk.3800. ohne Trägerlobn: Eimelnummer Mk. 150..Samstags 180 »nieistnpteiie: Die 28 wm breite Zeile Mk. 160.: F i n an z i n i er a 1 e Mk. 300. Reklame (68 mm breit) Mk. 400.. Inserate, auch laufende, werden nur zum jeweiligen Tagespreise berechnet. - OffertengebLbr Mk. 100.-. - Geschäftsstelle: Hammerstraße 9. ^----------------------------------------

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Sanau a. Main. Für Platzvorschrift und Erscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. Im Falle böherer Gewalt, Streik uno.. bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises ------------------------------------------------/

Nr. 102

Mittwoch den 2. Mai

1*23

Die deutle Neparalionsnoie.

Reichskanzler Dr. Cuno und Außenminister 6, Rosenberg haben gestern vormittag die Frak- timsführer des Reichstages empfangen, um ihnen über den Inhalt der deutschen Note vor deren Absendung Ausschluß zu geben. Die Nesprechung fand in drei getrennten Gruppen statt. Um 10 Uhr erschienen die Sozialdemo­traten, um ^12 Uhr die Vertreter der Arbeits­gemeinschaft und zum Schluß die Deutschnatio­nalen. Nachmittags um 3 Uhr traten die Staats - und Ministerpräsidenten der Länder, die vorher beim Reichspräsi­denten zum Frühstück geladen waren, mit dem Reichskanzler und dem Reichsminister des Aus- wSrtigen zu einer Besprechung der politischen Lage zusammen. Es war zunächst nur eine Aussprache über innerpolitische Fragen in Aus­sicht genommen, doch hören wir, daß auf Ver­langen der Ministerpräsidenten auch die Note der Reichsregierung in den Rahmen der Debatte èiichezogen wurde. Ob und welche Aenderungen etwa in dem Text der Note auf Grund von An­

regungen aus ihrer Mitte noch vorgenommen mürben, ist im einzelnen nicht bekannt. Heute vormittag beabsichtigt der Reichskanzler den Ministerpräsidenten den Wortlaut der Note mitzuteilen. Die Rede, die der Kanzler bei diesem Anlaß halten wird, soll sogleich mit dem Text der Note öffentlich bekannt gegeben werden.

Ueber den Eindruck, den die Mitteilung der Note in den Kreisen der Parteiführer aemacht hat, ist schon heute ein Urteil möglich. Die führenden Abgeordneten, die die Arbeitsgemein- ichaft der Mitte vertreten, haben den Inhalt der Note zur Kenntnis genommen, ohne der Reais- wng gegenüber in eine Aussprache einzutreten, acht Urteil abzugeben. Es ist ja auch na­ch, daß man der Regierung bei einer solchen diplomatlicyen Aktion freie Hand läßt und sie nicht im voraus an die Billigung oder Miß­billigung der Parteien bindet. Dem Kabinett muß es überlasten sein, die Tragweite seines Schrittes genau abzuwägen. Die Aktion muß dann ihren Lauf nehmen und ihre Wirkung er­weisen. Von diesen ©e^tspunften aus be­suchtet, ist die deutsche Note so abgefaßt, daß dem Verhandlungsgegner jedenfalls keinen Mnvand gibt, ein Eingehen auf die deutsche Note abzulehnen. Wie schon das Pariser Ange- so geht auch die deutsche Note, die der An­legung des englischen Außenministers chre Exi- Henz verdankt, bis an die Grenze dessen, was Deutschland an Leistungen auf sich nehmen kann. Sie tut das, ohne daß etwa ein formelles aeues Angebot gemacht würde, wahrt vielmehr

Zusammenhang mit jenem Vorschlag, den Staatssekretär Bergmann der Pariser Konfe­renz überbringen sollte. In dieser Beziehung m sich bie Grundlage unseres Entschädigungs­ungebotes nicht verändert, und man kann nur Mlfelhaft sein, ob die schweren Schäden, die p im Ruhrgebiet durch den französischen Ein- erlitten haben, überhaupt noch gestatten, R Versprechen in dem ungefähren Umfange Es Angebotes abzugeben. Die Note wird im feinen noch zu besprechen sein. Vorläufig A man sich mit der Feststellung begnügen, die deutsche Regierung ohne Zweifel alles hat, um der englischen Anregung Folge geben und ihren ehrlichen Willen erneut zu Austen. Ob damit eine Plattform für Ver- Mungen gewonnen ist, wird sich erst noch Mn müssen. Die Antwort auf diese Frage t w nicht mehr von uns, sondern von den ^unzosen und Engländern ab.

Die Vorschläge der Reichsregierung.

. Nach Informationen, die die Schweizerische ^puschenagentur über den deutschen Repara- . nsvorschlag veröffentlicht, bietet die deutsche Werung 30 Milliarden Goldmark /"schließlich aller Sachlieferun- 20 Milliarden sind sofort durch A n - .Ü e zu mobilisieren, 5 weitere Milliarden 5 M Jahren und die restliche Summe von Milliarden drei Jahre später, also nach acht Für die ersten 4 Jahre nach dem Ab- yS des Reparationsabkommens würde die T Legierung allerdings eine gewisse rMonfrist in Anspruch nehmen, um die Zatiâen und die Wirtschaft des Reiches für die Lasten, die ihrer harren, leiftungs- ij' yu machen. Für diese Zeit sollten deshalb Ansen und Tilgungsbeträge für die ersten [L'Miarben Mark mit jährlich etwa 1,2 Mil- iLM Mark aus dem Anleiheerlös selbst be- M werden unter dem Vorbehalt, daß sie 1 vielleicht AU der Reparationsschuld hinzu­

die Rebellion gegen den Vertrag auSgeübt habe, sei so lange keine Debatte möglich, bis sie die Waffen niederlege.

Maris, 1. Mai. Nach demEcho National" spricht man bereits in Pariser politischen Kreisen von der Wiederaufnahme der am 4. Januar unter­brochenen Reparationskonferenz. Aber dies­mal werde die Zusammenkunft in London unter dem Vorsitz 2erb Curzons stattfinden.

Paris, 1. Mai. Ueber die gellern adend aboe- baltene Beratung zwischen Pa in e ar é und Bartbou schreibt dasJournal", im Laufe dieser Unterredung lei beschlossen worden, daß es angebracht sei, jede V-r- ^««dlunq zwischen den fran-öfis^en und Mntfchen Delegierten anfzuoeben. Dieser Entschluß erkläre sich auf die einfachste Weis«: Was werde sich ereiane«? Asse Gründe sprächen für die Annahme, daß die deirtschen Vorschläge nicht annehmbar seien. W-nn m diesem Aua-nbl'ck ein französisch- belgischer Plan anaekündiat würde, würden die Deutschen nicht bersehen, zu erklären:well untere Vorschläge Euch nicht annehmbar erscheinen, wollt Ihr nicht selbll e'wa? vorschlaaen I" Man würde sich alte ix eine Diskussion einaelassen bähen Das beste Mittel, die Diskussion zu vermeiden, fei. daß Frank­reich und Bklaien tritt etwa» von Ekutschland er­warteten : die nlattc Annahme der Schuld, wie sie der Lahlnnesplan vom 5. Mai 1921 testg-setzt habe, den Deutschland selbst unterzeichnet habe.

Im übrigen fahren die biesiaen Blätter fort der deutschen Regierung die Absicht zu unterschieben, daß ihr An-ebot nur den Zweck verfolge, eine Inter­vention Englands zu erzwingen und Frank­reich ins Unrecht zu setzen.

Eine deul'che Anfrage in London.

Paris, 1. Mai. Der Landener Korrespondent desTempS* meldet seinem Blatte, die deutsche Regierung habe durch ihren Botschafter bei der eng­lischen Regierung anfragen lassen, wa» unter den in der Rede Lord Curzons erwähntenA u to r i t ä t e n", die die deutsche Zahlungsfähigkeit definitiv feststellen sollten, zu verstehen sei. Herrn S t b a m e r sei darauf geantwortet worden, diese Formel fei dahin zu inter- ein Organ im Auge gehabt habe. Aus biete Auslegung fei offenbar »ie Absicht der dentschen Regierung zurück,nkühren, die Kiuberufung einer Sachverständigenkommllsion, in der and) das Reich vertreten sei, vorzuschlagen.

Das englische Inleresse an dem denlschen Ani?ebvf.

London, 1. Mai. DieTimes weist in ihrem finanziellen Teil auf das in der City herrschende Interesse an dem bevorstehenden deutschen Reparation sangebot hin. Der Stillstand der Geschäfte im Ruhrgebiet verursache in der Geschäftswelt ernste Besorgnis. Die Finanzkreis« hätten Verständnis für die Schwierigkeiten, deutjch«rseits eine Summe zu nennen, die von Frankreich angenommen werden könne. Sie begritzten daher im Prinzip die Mitteilung, daß eines der Merkmale der deutschen Note ein Vorschlag sein werde, wonach eine internationale Kommission van Bank- uno Finanzsachverständigen Deutschlands Zah. lungsfähigkeir und die Methode der Bezahlung festsetzen soll«.

Die deutschen Sachlieserungen.

Berlin, 1. Mai. Die Reparationskommission hat jetzt die Zahlen über die Gutschriften für die Sachlieferungen Deutschlands an die alliierten Staaten im Jahre 1922 sowie über die Aufträge veröffentlicht, welche diese Staaten durch die Reparationskommission Deuffchland übergeben ließen. Die Gutschriften betragen danach rund 696 MillionenGold- mark, während Aufträge für insgesamt 858 Millionen Goldmark erteilt worden sein sollen. Ob diese Zahlen zutreffend sind, insbesondere, ob die gutgeschriebenen Beträge den Vorschriften des Versailler Vertrages und den besonderen Vereinbarungen und Lieferungsvertrügen ent­sprechen, muh einstweilen dahingestellt bleiben, bis die Zahlen im einzelnen einer Nachprüfung unterzogen worden sind. Durch die Gegenüber­stellung der Bestellungen, die von den alliierten Staaten bei Deutschland 1922 gemacht worden sind, mit den tatsächlich bewirkten Leistungen Deutschlands scheint man den Eindruck erwecken zu wollen, als ob D e u t s ch l a n d feiner Verpflichtungen nicht voll nachge­kommen sei. Ein solcher Beweis ist aber aus den veröffentlichten Zahlen gamicht zu führen, da viele Bestellungen, wie z. B. Schifssliefe- rungen, komplette Maschinen usw., die 1922 angefordert worden sind, im vergangenen Jahr garnicht mehr hergestellt bezw. geliefert wer­den konnten. Die Gutschrift für das Jahr 1922 war infolgedessen garnicht möglich. Daß bei einigen Artikeln wie Kohlen und Holz Deutsch­land nicht die gesamten Aufträge des Jahres 1922 erfüllen konnte, ist bekannt, es ist aber auch bekannt, daß dafür Umstände maßgebend gewesen finb, für die die deutsche Regierung nicht verantwortlich gemacht werden kann. Es

kommen. Dieses Angebot würde, falls die Möglichkeit zur Anleihebegebung besteht, den Reparationsgläubigern in verhältnismäßig kurzer Frist einen Betrag von über 15 Milliar­den Goldmark in Aussicht stellen.

Insoweit folgt der Vorschlag der Regierung den bereits im vorigen Jahre für die Pariser Konferenz ausgearbeiteten deutschen Pläne, er fügt aber eine Verbindung mit der Anregung des amerikanischen Staatssekretärs Hughes hinzu, der die Abschätzung der deutschen Lei­stungsfähigkeit und Leistungspflicht einem inter­nationalen Sachoerständigenkomitee übertragen wollte. Ein solches Gremium soll nach den Ab­sichten der Reichsregierung in drei Fällen ver­mittelnd eingreifen, nämlich erstens wenn die Reparutionsgläubiger die von Deutl^land angebotene Gesamtsumme von 30 Milliarden Goldmark nicht anerkennen wollen, zweitens wenn die in dem deutschen Vorschlag angebote­nen späteren Leistungen von zweimal 5 Mil­liarden Goldmark auf dem internationalen Geld­markt nicht als Anleihen plaziert werden können (das Gremium soll dann entscheiden, ob und wie dieser Betrag überhaupt bezahlt werden kann), drittens ob für die Zahlung der für die ersten vier Jahre dem Anleihebetrag «entnomme­nen Zinsen und Tilgungsbeträge weitere Anleihen ausgenommen werden sollen. Wie das Sachverständigengremium in diesen Fällen zusammengesetzt sein soll, ist bisher von keiner Seite klar ausgesprochen worden. Nach der Auffassung der Reichsregierung kämen für die Zusammensetzung des Sachverstän­digengremiums drei Möglichkeiten in Betracht, entweder, dg^ die Anleihe unterzubringen hätte, also etwa ein Gremium nach Art des im vorigen Jahre in Paris ver­sammelten Bankierkomitees oder eine Kom­mission neutraler Finanzsachverständiger ober ein kleiner Ausschuß, der aus einem deutschen Vertreter, einem Delegierten der Reparations- kommissionund einer vom schweizerischen Bundespräsidenten bezeichneten Per­sönlichkeit gebildet werden könnte.

Was die Garantiefrage betrifft, so dürfte die Reichsregierung an der Zusage, die sie für das Januar-Angebot bereits von den Vertretern der deutschen Wirtschaft erhalten Mtte, festgehalten haben und in ihrer Note aus- prechen, daß sie entschlossen sei, die d e u t - chenWirtschaftskreise durch gesetz - iche Maßnahmen zur Garantie der deutschen Lei stungen zu verpflich­ten, wobei Form unb Art der Garantien noch m besonderen Verhandlungen festgelegt werden müßten. Weitere Einzelheiten scheint man nicht vorschlagen zu wollen.

Auch das französische Verlangen nach der Einräumung befonberer vertraglicher Sicher­heiten in politischer und militärischer Beziehung hat die Reichsregierung in chre Beratungen einbezogen. Zu dem Grundgedanken ihres früheren Gottesfriedensvorschlages dürfte sie sich auch in ihrer neuen Note bekennen, wenn sie sich bereit erklärt, einem Abkommen zuzu­stimmen, worin die am Rhein beteiligten Staa­ten sich gegenseitig die Integrität der Grenzen zusagen. Die Modalitäten dieses Paktes sind eventuell durch einen internationalen Gerichts­hof zu bestimmen. Was die Räumungdes Ruhrgebiets anbetrifft, so setzt die deutsche Regierung voraus, daß das rechtsrhei­nische Ufer sofort geräumt werde nach Abschluß der Verhandlungen.

Die Stimmung in Paris.

Paris, 1. Mai. Der .Matin* schreibt: Der feste Entschluß der französischen Regierung, solange keine Vorschläge Deutschland» »lr an- nehmbar zu erklären, wie der Kleinkrieg de» Wider- staube! i« Rubrgrbiei fortgesetzt werde, bat ein wenig die Propagandisten ernüchtert, die damit beauftragt sind, die deutschen Vorschläge zu loben. Die deutsche Regierung ist sogar ein wenig in Verlegenheit ge­kommen. Nachdem sie mehr als 20 Ordonnanzen er» lassen hat, um den Aufruhr zu ermutigen, nachdem sie die Urheber von Sabatagcakten belohnt und jede» Zusammenarbeiten mit den MRiierten durch Androhung strengster Strafen untersagt hat, läßt sie jetzt in der Presse erklären, eS seien die Arbeiter bei Ruhrgebiet» selbst, die spontan die »lufrnhrbewegung im Ruhrgebiet beschlossen und fortgesetzt hätten. Nach einem pin* lvci» auf da» deutsche Angebot von 2a Milliarden Maximum fährt btrSlatin* fort: Diele» Angebot, wenn e» so lautete, hätte kein anderc» Interesse, alt die Wirksamkeit der sranzösischen Aktion im Rubwebiet zu jetten. Außerdem sei er wahrscheinlich, daß e» nicht einmal di»kutabel sei. Mit einer Rezicrun», die Mörder «aex die französischen Soldaten aufacwieaelt.

ist ferner bekannt, wie verhältnismäßig gering der Wert biefer Lieferungen gewesen ist, um die Deutschland hinter den Forderungen der Alliier- ten zurückgeblieben ist. Im übrigen zeigen die von *'-r Reparationskommission veröffentlichten Zahlen wiederum, daß Deutschland die Annui­tät der Staaten außer Frankreich fast restlos er« f Wenn Frankreich auf seine Annuität von 050 Tensionen Goldmark nur einen Bruchteil in Lieferungen erhalten hat, ist das nicht Deutsch­lands Schuld. Die französische Regierung hatte im Laufe des Jahres 1922 wesentlich höhere Sachleistungen beziehen können; von dieser tglichkeit hat sie aus eigener Entschließung keinen Gebrauch gemacht.

Krupp von Bohlen-Kalbach verhaftet.

Essen, 1. Mai. In der Untersuchungssache gegen die Direktoren der Krupp­werke hatte der französische Untersuchungs­richter Herrn K r u p p von Bohlen und Halbach v o r g e l a d e n, um ihn als Zeugen zu ver­nehmen. Bohlen hatte, um der Vorladung Folge zu leisten, seinen Aufenthalt in Berlin, wo er zwecks Teilnahme an den Sitzungen des preußischen Staatsrats an wichtigen gest - lichen Besprechungen weilte, voreilig abge­brochen und sich heute vormittag beim fran» tzösi^" Untersuchungsrichter eingesunken. Nach kurzem Verhör erklärte ihn der Unter­suchungsrichter, daß er verhaftet sei.

Wie wir hierzu noch erfahren, ist die Der» Haftung Krupps von BohleN-Ha^bach aus den gleichen Gründen erfolgt, aus denen die drei anderen Direktoren verhaftet worden finb. Irgendein besonderer Tatbestand liegt für die Verhaftung nicht vor. Von französischer Seite wurde Krupp von Bohlen-Halbach vorgeworfen, daß er das Heulen der Sirenen nicht verhindert habe, obgleich er am Koxsamst"q in her Guß- Wllabrck. anwesend gewesen sei. Soweit bis ietzt bekannt, ist infolge dieser neuerlichen Ver- baftung mit einer weiteren Hinausschiebung des Verhandlungstermins zu rechnen. Nach den bisherigen Mitteilungen von französischer Seite soll die Verhandlung am Freitag vormittag vor dem Kriegsbericht in Werden beginnen. Die Verhandlung durfte sich auch auf den Samstag erstrecken, da etwa 40 Zeugen vernommen wer­den sollen. Die Anklageschrift soll am Mittwoch vormittag den Verteidigern übergeben werden.

Von einem französischen Pssien an flefüs offen.

Bochum, 1, Mai. In der Nacht zum 1. 8. «urde an -er Eisenbahnüberführung in Alten- dochum ein Zivilist, -er sich mit mehreren Per­sonen auf dem Nachhausewege befand, von einem französischen Posten ohne jeden Grund angegossen und so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Eine Ges-butze für Duisburg,

Düsseldorf, 1. Mai. Wegen angeblicher Sabotagehanolungen an Telephonleitungen ist die Stadt Duisburg von »en Belgiern mit einer Strafe von 75 Millionen Mar! oder 3571 Dollar belegt worden. Der stell­vertretende Regierungspräsidenl Lutterbeck pro­testierte gegen diese Maßnahmen.

Die Franzosen besetzen Staun* Kohlengruben.

Köln, 1. Mai. Wie dasKölner Tagebl." hört, haben die Franzosen am Sonntag die drei Braunkohlengruben Donatu», Liblar und Liblar-Concordia bei Brühl an der Grenze des englisch besetzten Gebiete» zur Abbeförd«rung von Kohle militärisch besetzt. Die Bv. legschaften der drei Gruben sind in den Sus« stand getreten und werben nur Notstandsaru beiten verrichten.

Die Grünte des letzten Markflurze».

Berlin, 1. Mai. Die Parteien der bürger­lichen Arbeitsgemeinschaft haben im Reichstag eine Interpellation eingebracht, Nie sich mit den Gründen der Marksturzer vor oierzrhn Tagen beschäftigt. Sie hat folgenden Wortlaut:

Der Marksturz, -er bie Stützungsaktion der Reichsregierung unterbrochen hat, ist ge. eignet, schwere wirtschaftliche Schädigungen herbeizuführen. Ist die Regierung bereit, über die Gründe dieses Rtarlsturze» Auskunft zu geben, insbesondere darüber, ob von inländischer Seite auf diesen Alarksturz vorsätzlich oder fahrlässig bingtarbeitet morgen ist, und welche Maßnahmen gebentt die Reichsregierung zu treffen, um ähnlichen Ereignissen für die Zukunft vormbeugen."

Toller (10 Mr oorm.) 31500