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KanauerM Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanau a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernfprech-Anschluß Nr. 1237.

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M. 101

Dienstag den 1. Mai

1923

Das Neueste.

Die deutsche Reparationknote wird am Mittwoch abgesandt werden.

Die Pariser Stimmen, die einen deutschen Vor­schlag im voraus summarisch ablehnen, mehren sich.

Bonar Law hat eine einmonatige Erholungs- «ife angetreten.

- Die französisch - türkische Spannung spitzt sich immer mehr zu.

Noch ein englischer Beobachter.

Ein Sonderberichterstatter desM a n - chester Guardian" hat eingehende Beob­achtungen von seinem Standort Trier aus angestellt, und das angesehene lieberale Blatt, das während des ganzen Krieges auch dem Aègner gegenüber den Anstand bewahrte, zö­gert nicht, den Befund seines Vertreters der sicherlich erstaunten Welt vorzulegen. Der Beob­achter meint, es wäre ein ausgezeichnetes Ding, wenn manche der Leute, die so leichthin von der Wünschbarkeit einer rheinischen Repu­blik schwatzen, einen Ausflug nach der ältesten mb charakteristischsten der Rheinlandstädte, nach Trier, machen würden. Sie würden nicht alle die Verkehrserleichterungen finden, die sie be­gehren, denn Trier sei wie alle seine Nachbarn seit drei Monaten aller Bahnverbindungen be­raubt. Der Beobachter weiß nicht, wie viele Züge die Franzosen angeblich täglich laufen laffen. Aber es benötige einen kühnen Mann, von dein französischen Betrieb zu erwarten, daß er ihn mit weniger als 12 Stunden Verspätung an irgendeinem Bestimmungsorte landet. Zu den Reiseschwierigkeiten nach Trier komtne dann noch die Schwierigkeit der Unterkunft. Denn das erste, was der Reisende in Trier erfahre, sei, daß jedes Hotel ohne Ausnahme von den Fran- Pfen beschlagnahmt sei, um ihre eigenen Offi­ziere und Beamten mit deren Geleit von Müt­tern, Frauen und Töchtern zu beherbergen; von den übrigen Verwandtschaftsgraden und Affi­nitäten nicht zu reden. Aber lange bevor er eine Behausung gefunden, sei dem Reisenden eine ungewohnte Erscheinung in den Straßen begeg­net. Haufen von Gentlemen in schimmernden, barbarisch roten Mänteln und Turbanen, mit Gesichtern von bleichem Bernstein bis zur Scho­koladenfarbe, bevölkerten das Pflaster. Ron reibe sich die Augen in Ueberraschung. habe sich der Traum Mohammeds bewahrhei­tet, daß hier in einem der Heiligtümer Europas, »° christliche Kirchen feit 1700 Jahren stehen, die Anhänger des Halbmonds anmaßend durch die Straßen stolzieren und die Bewohner mit herrischer Gebärde vom Wege abdrängen? Der Mtum sei entschuldbar und die Erklärung ein« H Es seien die französischen Truppen, deren Ngabe es ist, die Bewohner dieser gelehrten und wunderbaren kleinen Kirchenstadt zu be» Sachen und in Ordnung zu halten. Aber das W nicht die einzige Ueberraschung. Der Reisende ^rde finden, daß jedermann, der ihm auf der Straße oder im Cafe, nein, sogar in seinem Serien Hause ein Wort über die politische Lage !°8en wolle, sich erst umsehe wie ein Verfolgter n einem melodramatischen Kinostück. Aber es Mdle sich nicht um ein Spiel, sondern um töd- Mn Ernst, denn Sorglosigkeit könnte ihm das Mcksal bereiten, das seinem Bruder, Sohn "ber Vater zuoestoßen, und er könnte kurzer­hand zu Monaten Gefängnis und unerträglich fMn Strafen verurteilt werden für ein ge» Mntliches Wort, das von einem französischen ^pion aufgeschnappt wird. In Trier könne einem jedermann von einem nahen Verwandten et Freund erzählen, der zu unerhörten Stra­fst verdammt worden sei für Kleinigkeiten oder F Beleidigungen, die überhaupt keine waren, ^echtiakeit habe hier etwa dieselbe Bedeutung

im Rom Neros oder in Frankreich Robes- ^rres. Die Eide von Hundert deutschen Zeu- mögen auch nicht einen Augenblick soviel die in gebrochenem Französisch vorgebrachte Mauptung eines Spahis. Auf dem Antlitz

Mannes, der ein Wort seiner wahren 21n» äußere, stehe die Furcht geschrieben, Furcht M st fehx für sein eigenes Geschick als für von Frau und Kind.

Der Beobachter verbreitet 0* dann noch ein« ? Md über die Propaganda, die für die r h e i - >>'iche Republik getrieben wird, über die ^Weisungen, bei denen nicht einmal Rücksicht ^Mmen wird auf Frauen im Wochenbett, ^dann zu folgenden Schlußsätzen zu kommen: »r^un, ich habe in Trier mit Arbeitern und lE^ollten, mit Sozialisten und Nationalisten, n^okraten und Zentrumsleuten, Professoren "Studenten, Priestern und Leuten aus dem ein .gesprochen, und nicht ein einziger wollte 1 n einziges gutes Wort für irgendeine von

Die französisch-belgische Besprechung.

Paris, 30. April. DasEcho de Paris"« schreibt: Der belgisch-französische Meinungsaus­tausch betr. die Reparationen der anläßlich der letzten Konferenz in Paris stattgefunden hat, soll nach gewissen Meldungen so weit führen, nicht einen Plan zu redigieren. Man spreche nur von einer mündlichen Verabredung zwi­schen belgischen und französischen Vertretern in der Reparationskommission. Welche Gründe, so fragt das Blatt, würden gegen das vorherige Einverständnis zwischen Frankreich und Belgien geltend gemacht. Zuerst bemerke man, daß im gegenwärtigen Augenblick geführte Verhand­lungen geeignet seien, die Aktion zu entnerven und Kontroversen und Kommentare heroorzu- rufen, in denen der Gegner ein Zeichen von Er­mattung finden könnte. Das Blatt will diese Argumente nur gelten lassen, wenn man sich alle Arten von Unbestimmtheiten einbilde. Es glaubt, daß P o i n c a r é und Theunis zu fest an dem leitenden Gedanken der Politik vom 11. Januar festbalten, als daß man ernstlich be­fürchten dürfe, daß sie erlahmen würden. Es könne sich lediglich darum handeln, das Ziel dieser Politik zu begründen. Man sage ferner, man dürfe nicht im voraus die Be­wegungsfreiheit Frankreichs festlegen. Man müsse in der Lage fein, jede Gelegenheit, die sich darbiete, zu ergreifen. DasEcho de Paris" fügt binzu:

Wir wollen bemerken, daß es besser ist, mit Gewalt und Stetigkeit ein bestimmtes und mohlbere^nete? Ziel zu verfolgen, als in der Erwartung von tausend vagen und divergieren­den Möglichkeiten sich zu verlieren. Das ganze Verdienst der Ruhrpolitik ist, daß sie uns ge« stattet ein Reparationssystem unabb^naia von den Ereignissen in Deutschland aufzustellen. Weder die arm-^fn^Wen deutschen Vorschläge âch die dMlschen Schwankungen dürfen uns veranlassen, auf h^e Metbode zu verzichten. Was sich auf die Reparationen bezieht, bezieht sich in gleicher Weise auf das Pro­blem der Sicherheit Frankreichs." Das Blatt weist schließlich auf den Vorgang von 1918 hin. Damals hätten sich England und Ame­rika außerhalb Frankreichs und sogar gegen Frankreich verständigt. Um Frankreichs Sack" zu retten, Hobe man also im Augenblick der größten Macht die Lösung der beiden größten Probleme, Reparationen und Sicherheit, sich versagen müssen. Werde man in diesen Irrtum wieder verfallen?

Aus dem Einbruchsgebrek.

Anerkennung für das Essener Blutbad.

Paris, 30, April. Ueber die Vorfälle in den K: upp - W < r l e n am Tage vor Ostern ist auf Befehl des Generals Degoutte eine Untersuchung eingeleitet. Diese wurde nun durch eine Erklärung beendet, in der der Be­fehlshaber dem Leutnant, der das Detache­ment führte, das auf die Männer geschossen hat, für die große Kaltblütigkeit Anerkennung a u s d r ü ck t. Er habe seine Leute trotz der Provokationen, Drohungen und Angriffe, denen sie ausgesetzt gewesen seien, ganz in der Gewalt gehabt und den Gebrauch der Waffe erst in dem Augenblick befohlen, in dem feine Truppen sich in dringender Gefahr und im Zustand der legi­timen Notwehr befunden.

Vier neue Gruben beschlagnahmt.

Paris, 30. April. Nach einer Meldung aus Düsseldorf wurden gestern vier neue Gru­ben beschlagnahmt: 1. Grube Nr. 2 bei Gladbeck, 2. Grube Blumental Nr 2 bei Reck­linghausen, 3. Grube Recklinghausen bei Reck­linghausen, 4. Grube Dahlbusch bei Gelsen­kirchen.

Wieder zwölf Pfälzer ins Gefängnis.

Landau, 30. April. Das französische Kriegs­gericht hat folgende Urteile gefüllt: Regierungs­assessor Dr. E s ch e n b a ch wegenBeleidigung der Besatzungso' mee" zu einem Jahr Gefängnis und 100 000 Mark Geldstrafe, Zollassistent Löffler wegen Zurückhaltung von Waffen zu zwei Monaten Gefängnis, Zollinspektor S e t t e l m a y r, der feine Beamten aufforderte, weiter ihren Dienst zu machen und der einen Revolver nach Landau bringen ließ, zu zwei Jahren Gefängnis und 10 Millionen Mark Geldstrafe, dw' Zollassistenten Frem n el und M a m m e r k, weil sie noch nach der Dienst­enthebung durch die Besatzungsarmee ihren Dienst verfallen, zu einem Jahr Gefängnis, ebenso die Zovassistenten Bauer, Beckert, Schei­del, Mayer und Brests a"s demselben Grunde zu sechs Monaten Gefängnis, die Führer der kommunistischen Jugendgruppe Emil Koch

Preußen getrennte rheinische Republik sagen, sei sie nun innerhalb oder außerhalb des Reichs geplant.Wenn wir Unabhänaiakeit haben wollen, dann möge man sie uns selbst erringen lassen", sagen sie.Wenn der letzte Franzose das Rheinland verlassen hat, dann wollen wir über Aenderungen in der Verfassung reden", sagte mir ein Arbeiter. Aber über eines waren alle einer Meinung, das Rheinland solle entmilitari­siert werden, nur müßte die Entmilitarisierung auch in der Entfernung verschiedener zehn­tausender bis an die Zähne bewaffneter fran­zösischer Soldaten bestehen und nicht in der Be­seitigung der Handvoll waffenloser deutscher Gendarmen.

Das ist deutlich genug, aber in Paris ist Herr Dorten Trumpf.

Die deutsche Reparalionsnvle.

Berlin, 30. April. Die Note der Reichsregie­rung an die Alliierten, in der sie auf die Rede Lord Curzons antworten wird, wird, wie jetzt wohl ziemlich sicher feststeht, Mittwoch vor­mittag überreicht werden. Wann die abschlie­ßende Kabinettssitzung stattfindet, scheint noch nicht festzustehen; Minister Dr. Hermes, der heute ahend wieder hier eintrifft, wird wohl daran teilnehmen. Die Führer Der Reichstags­fraktionen werden im Laufe des Dienstags vom Reichskanzler und von Herrn v. Rosenberg empfangen werden. Die Besprechung mit den Ministerpräsidenten der Länder ist auf Diens­tag nachmittag verschoben worden.

Die ablehnende Kallung Frankreichs.

London, 30. April. Der Pariser Korrespon­dent derDaily Mail" erhalt von maßgebend­ster Stelle folgende Mitteilung: Frankreich bleibt ohne jedes Schwanken bei seiner Ent­schließung, in Verbindung mit Belgien die bis­herige Politik bezüglich des Ruhrgebiets fort­zusetzen. Frankreich und Belgien werden das Ruhrgebiet Bezirk für Bezirk nach Maßgabe der von Deutschland zur Tilgung der Repa­rationsschuld geleisteten Zahlungen räumen. Frankreich wird nicht zustimmen, irgendein deutsches Angebot zu erörtern, ohne daß das erste Prinzip anerkannt wird und ohne daß einem solchen Angebot die öffentliche Aus­hebung und Zurücknahme aller von der deut­schen Regierung seit dem 12. Januar ergange­nen Anordnungen vorausginge, die dem Zweck dienten, die französisch-belgischen Bemühungen an der Ruhr unwirksam zu machen.

Paris, 30. April. DerTemps" schreibt in seinem Leitartikel: Reichskanzler Cuno und seine Kollegen, denen bewußt sei, daß ihre Note Frankreich ganz und gar nicht be­friedigen könne, würden diese dennoch unterbreiten in der Hoffnung, daß durch eine Ablehnung die diplomatische Stellung Frank­reichs verschlechtert und daß die englische Regie­rung sich schließlich dazu würde hinreißen lassen, Deutschland zu unterstützen. Die mehr oder weniger fernliegenden Konsequenzen dieser Maßnahme würden aber, soweit man es beur« teilen könne, einen Wechsel im Kabinett Cuno oder den Sturz desselben bedeuten. Sicher fei, daß, wenn Deutschland die Wirkungen seines passiven Widerstandes noch stärker zu spüren bekomme, neue Vor­schläge machen werde. DerTemps" verwahrt sich gegen die Annahme, daß er die deutsche Regierung zu überreden trachte; er möchte nur, bevor über die endgültigen Vorschläge beraten werde, jedermanns Verantwortlichkeit feststellen. Der gegenwärtige Konflikt beruhe auf dem Gegensatz zweier Ideen: der Joee, daß Deutle« land durch die Fortsetzung des passiven Wider­standes die Franzosen müde machen müsse, um bessere Bedingungen zu erreichen, und der Idee, daß Deutschland zunächst seinen passiven Widerstand einstellen müsse, damit es aufhöre, dem Ruin entgegenzueilen und seine Loyalität beweise, ohne die keinerlei Verhandlungen in Gang kommen könnten. Unter den Deutschen, die den passiven Widerstand fortsetzen wollten, gebe es nicht nur überschlaue Diplomaten, moralische Verschwörer und Industrielle, unter ihnen gebe es auch das dürfe man ruhig zu­geben aufrechte Männer, die vom Zweifel ergriffen würden bei dem Gedanken, bedin­gungslos zukapitulieren". Vom moralischen Standpunkt aus nähmen diese verschiedenen Parteigänger des Widerstandes sicherlich nicht gleichen Rang ein. Vom politischen Stand­punkt aus aber trügen sie alle dazu bei, ihr Land in den Abgruird zu stürzen.

und Wilhelm Müller in Kaiserslautern wegen Verbreitung antimilitarUUWer Schriften zu einem bezw. drei Jahren Gefängnis.

Die Franzosen behalfen die Möbel von Aus­gewiesenen zurück.

Köln, 30. April. DieKöln. Ztg." meldet: Die französische Verwaltung hat die Heraus­gabe der Möbel von zwei ausgewiesenen Eisenbahnbeamten mit der Begründung ab ge­lehnt, daß erst den französischen Eisenbahnern die angeforderten Möbel von der Reichsoer«« Mögensverwaltung geliefert werden müßten.

England hatt Aufklärungen nicht für wünschenswert.

London, 30. April (Unterhaus.) Auf dt« Frage des Arbeitermitgliedes Treyelyan. aus welchen Gründen einigen deutschen Damen, die eingeladen waren, aus dem Ruhrgebiet nach England zu kommen, um über die Verhältnisse im neubesetzten Gebiet Mitteilung zu machen, das englische Vi!"m verweigert worden sei, er­klärte der Minister des Innern, daß man es gerade im jetzigen Augenblick nicht für wün­schenswert gehalten habe, diese D ^en nach England kommen zu lassen. (Aus Furcht vor den Franzosen? D. Red.)

Die französisch-türkische Spannung.

London, 30. April. DerDaily Expreß" be» richtet aus Paris, daß die Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich sehr gespannt seien. Ganz. Frankreich stehe geschlossen hinter der französieren Regierung und ihrer Weigerung, das türkische Angebot, die Zinsen für die türki­schen Obligationen in französischen Papierfrancs zu bezahlen, anzunehmen.

Paris, 30. Avril. Havas zufolge wird die französische Regierung möglicherweise die eM* fische Regierung aus fordern, sich den von ihr er« griffenen Vorsichtsmaßnahmen gegenüber den Türken in Syrien anzuschließen und gleichfalls Vorkehrungen in Mesopotamien zu treffen.

Lausanne, 30. Avril. Die Pariser Meldung über die geplante Entsendung zweier neuer französischer Divisionen Koionialtruppen nach Syrien und die heftige Polemik gegen die an« gebliche türkische Tryppenkonzentration hat bei der türkischen Delegation scharfen Widerspruch hervorgerufen. Die türkische Delegation erklärte nochmals, daß von einer Truppenkonzentration an der syrischen Grenze keine Rede sei. h^- * ""v T-'v^nbewegun- gen stattenden, die selbstverständlich seien, da rein technisch ein Finedenszustand noch nicht be« stehe. Die französische Behauptung, daß der 8er« ♦rag n^n Arw-"ra Truppenbewegungen verbiete, sei unsinnig, da dieser Vertrag nur die Grcn-e 'eftfehe und wirtschaft!' ^""an regele. Die französischen Angaben über die Zahl der tür« kischen - n seien, wie schon früher, vhan- tastisch und erfunden. Der Vorwurf, die Türkei wolle einen milit! f'-hen Druck ansüben, sei völlig ungerechtfertigt. Vielmehr beweise die Pariser Meldung, daß Frankreich schon seit einiger Zeit nach Syrien Truvpen entsende. Der Vorwurf einer türk'schen Pressekampagne gegen Frankreich sei unbegreiflich, da der Ton der französischen Presse zeige, wo Pressekampag­nen betrieben würden. Was die Pariser Droh­ungen mit einer englischen Betei­ligung an militärischen Maßnahmen in Me- sopota"'ien betreffe, werde die türkische De'e- aation englische Nachrichten abwarten. Auf Fragen über die Wirkung der Pariser Presse­offensive u. der Ankündigung militärischer Vor« bereitungen auf den Verlain der Konferenzoer- Handlungen erklärten Mitglieder der Delegation, daß die türkische Abordnung sich im Sinne einer Beruhigung und Beilegung der Mißverständ­nisse bemühen werde, daß aber der Eindruck beim türkischen Volk sehr schlecht und äußerst schädlich fein müsse.

Der Flugzeu^verkehr Condon Berlin.

Berlin, 30. April. Der von der Deutschen Aero-Lloyd-Gesellschaft gemeinsam mit der Daimler Air" zu betreibende Flugzeugverkehr LondonBerlin über Amste'TamHamburg ist heute eröffnet worden. Das erste Flug­zeug, ein achtsitziges Kabinettflugzeug, ist heute nachmittag 7.45 Uhr auf dem Flugplatz desDeutschen Aero-Lloyd" in Staaken mit 5 Personen gelandet, nachdem es, 10.30 Uhr vormittags von London abgefahren war. Der Rückflug erfolgt morgen vormittag 8.30 Uhr von Berlin aus..