Hanauers Anzeiger
General-Anzeiger / AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. W.
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Samstag den 28. April
1923
Das Neueste.
- Die Beratungen innerhalb des. Reichs- Metts über die neue Note an die alliierten Me, sind soweit gediehen, daß die Ueber- Mtümg der Note Mitte nächster Woche er- olgeit kann.
- Pertinax lehnt den deutschen Repara- iimsplan bereits ab.
— Der Personenverkehr zwischen dem be- jltzten und unbesetzten Gebiet ist von einem von den Vesatzungsbehörden auszustellenden Passierschein abhängig gemacht worden.
— Die angekündigte Note der Botschafter- bchrenz über die deutsche Schutzpolizei ist im Wortlaut veröffentlicht.
Man will unsere restlose Unterwerfung!
Sie französische Presse zeigt in ihren maßgebenden Organen Anzeichen dafür, daß mächtige Kräfte in Paris am Werke sind, um jede Verhandlungsmöglichkeit über die Herstellung des Friedenszustandes in Europa tückisch zu zertrampeln, ein Verfahren, für das man heute bezeichnenderweise den französischen Ausdruck Sabotage hat. Man will in Frankreich noch keinen Frieden, da die Beute des Raub- selbzuges noch nicht groß genug ist, weil es feine Machtgelüste noch nicht genügend gestillt hat. Deshalb werden Forderungen aufgestellt, die jedes Verhandeln von vornherein unmöglich machen. Oder hält der Franzose ernstlich eine Verhandlungsmöglichkeit für gegeben, mm, wkc wir gestern unter „Letzte Tele- gioinme" meldeten, der „Matin" in einer angeblich amtlich inspirierten Erklärung die For- demng aufstellt, Deutschland müsse vor jeder -McClung erst vollständig „kapitulieren", »G „die Waffen niederleMWWWWWW oomlich die wirtschaftliche Schlacht, die tm Ruhrgebiet durchgefochten werde. Jeder Widerstand Deutschlands wäre nämlich ein Vergehen gegen den Friedensvertrag, wir müßten deshalb die Feindseligkeiten aufheben und unser „Kriegsmaterial" ausliefern. Alle Verordnungen und Erlasse wären aufzuheben, wirtschaftlichen Organe, die das Ruhrgebiet »erlassen haben, müßten dorthin zurückkehren - merkst du was, deutscher Michel? — die »verantwortlichen Urheber der Gewalttätig-
müßten von Reichswegen ebenso frharf »erfolgt und bestraft werden, wie Frankreich es
Solange Herr Cuno nicht dahin gelangt ®«e, diese Notwendigkeit einzusehen, wäre w Hoffnung auf Verhandlungen ein Manö- »er, dem Frankreich nicht den geringsten Wert siegen könne. Diese Erklärung des „Matin", heute der „Temps" als die Abjccyt der Ifunzösiichen Regierung bestätigt, läuft auf anderes hinaus, als den Weg zur Verkündigung, auf den die englische Regierung die Mzöstsche Regierung verwiesen hat, zu verzerren. Was brauchte man noch zu verhan- Ä wenn wir die einzige Waffe, die mora- W Kraft im passiven Widerstand, aus der Md geben würden, wenn üd) alles im besetz- Gebiet entschlösse, die rechts- und vertrags- Mdrigen Verordnungen der Franzosen und Mrer anzuerkennen und mit den widerrecht- H wirkenden Militärbehörden zusammenzu- weiten gegen das Deutsche Reich? Dann wäre '"das imperialistische Frankreich M Z i e l! Dann diktierte man wieder den Amen Tröpfen, die sich haben verblüffen
wie man im Wald von Compiègne 1918 hat, wie man 1919, 1920, 1921 immer
>«r diktiert hat bis heute! Und wieder Ä so unmögliche Bestimmungen heraus, he nicht ausgeführt werden könnten, daß aJn3e Tragödie immer wieder von neuem die P ' ^a6 von einem Frieden wieder nicht , ^ede wäre auf Jahrzehnte hinaus. Diesen M ^ ^^ natürlich, wie gesagt, der Franzose
Aber wir wollen endlich den wirklichen der uns gewiß hohe Leistungen auf- Bab? R ^^ uns aber doch Sicherheit und Ruhe »è' daß wir jene Leistungen auch wirklich onngen könnten. Und deshalb muß den La n 0 e n wider st anden werden: fyirn ^6 des passiven Widerstandes ist keine ^M^setzung der Verhandlungen, es wird die wi^è um ihn verhandelt, sondern nur um Hi,. Lederherstellung des Friedenszustandes:
feiner Wiederherstellung hört auch der Widerstand von selbst auf; früher aber [J' darüber darf keine Unklarheit auf- unfo wir begrüßen daher, daß die ge- deutsche Presse die neuesten in der fran
zösischen Presse aufgetauchten Forderungen ganz entschieden ablehnt, wovon die folgenden Pressestimmen Zeugnis geben:
Der „Vorwärts" schreibt, die Suspension des passiven Widerstandes würde höchstens dazu führen, daß er schärfere und wildere Formen annimmt. Keine deutsche Regierung kann durch einen Ukas den passiven Wider st and zum Aufhören zwingen; das kann nur Frankreich durch Zurückziehung seiner Truppen.
Der „Sozialdemokratische Parlamentsdien st" erklärt: Der Verzicht auf den passiven Widerstand kann nicht eher eintreten, bevor die Verhandlung zu einem Ergebnis geführt haben oder bevor nicht wenigstens die deutschen Unterhändler von ihrem aussichtsreichen Verlauf überzeugt sind. Die deutsche Arbeiterschaft würde ihre Verhandlungsbasis schwächen, wenn sie ihre einzige Waffe, den passiven Widerstand, aufgibt. Sie wäre dann aus Gnade oder Ungnade den französischn Bajonetten ausgeliefert. Ihr bisheriger Kampf gegen den Militarismus wäre umsonst geführt und sie müßte, um nicht zu verelenden, schließlich dennoch unter Bajonetten arbeiten.
Die „Voss. Ztg." schreibt: Selbst wenn die deutsche Regierung die Vorschriften über den passiven Widerstand zurückzöge, wäre damit nichts erreicht als vermehrte Verwirrung, denn der Widerstand ist aus der Bevölkerung selbst hervorgewachsen und seine Hauptträger sind die breiten Massen der Arbeiterschaft. Die Parole, den passiven Widerstand aufzugeben, würde die Widerstandskraft der besonnenen Mehrheit der Arbeiterschaft gegen die kommunistische Agitation in gefährlichem Maße vermindern und die Elmente der Zerstörung würden die Oberhand gewinnen.
Paris, 27. April. Der «Temps" bestätigt in seinem Leitartikel die heutige Erklärung des „Malin", daß die französische Regierung entschlossen sei. bevor sie sich auf Verhandlungen eialaffe. die Zurückziehung der Maßnahmen, Verordnungen usw. im Sinne des passiven Widerstandes zu verlangen. Das Blatt schreibt: Wir sind zu der Erklärung ermäch- t i g k, daß die französische Regierung nicht auf ihre Auffassung verzichten wird. Sie wird kein deutsches Angebot in Betracht ziehen, solange der „passive Widerstand" andauert. Die Vertreter Frankreichs in den auswärtigen Hauptstädten werden davon unterrichtet werden.
Fertigstellung des deutschen Reparations- angebots.
Wie die Blätter milteilen, wird sich das Reichskabinett Heuke mit dem deutschen Reparationsangebot. das in feiner vorläufigen Fassung fertiggestellt ist. beschäftigen. Am Sonntag sollen die Parteiführer über den Inhalt des Angebotes unterrichtet werden. Laut „Berliner Tageblatt" dürfte auf die Einberufung des Ausschusses verzichtet werden. Falls keine Verzögerung einkritt, könnte die Absendung der Rote an die Alliierten am Dienstag oder spätestens am Mittwoch erfolgen.
Pertinax lehnt den deutschen Reparationsplan bereits ab.
P a r i s. 28. April. Das „E ch o d e P a r i s" bespricht den noch nicht bekannten, aber angeb- lia> seinem Außenpolitiker Pertinax zur Kenntnis gelangten (!) deutschen R epara- tionsplan und schreibt, einen derarki- genPlankönnedie französische Regierung nichtannehmen, und es erübrige sich, auch nur die geringste Diskussion einzureiten. Die Antwort, die die französische Regierung nach Berlin schicken, werde, lasse keinen Zweifel zu. Die Deutschen wüßten das sehr wohl und ihre Absicht sei auch garnicht die Zustimmung .Trant- te^a zu erlangen. Ihre ganzen Gedanken, ihre ganzen Hoffnungen richteten sich auf England. Sie wollen Lord Curzon beweisen, dadurch, daß sie Vorschläge ausarbeitcn. daß sie besorgt gewesen seien, sich nach der Debatte im Oberhaus und nach ^n Ratschlägen zu richten, die Lord Lurzon ihnen gegeben habe und sie wollten einen Austausch verlangen, daß der englische Außenminister die Rolle eines unparteiischen Richlers zwischen Frankreich und Deutschland übernehme. Der Hauptzweck der deutschen Vorschläge werde sein, Lord Curzon zu bestimmen, genauer die britische Halkung gegenüber dem Revarationsproblen» zu erklären.
Steine Aenderung der Derleidigungs- laklik.
Offen, 27. April. Aus gut unterrichteten Kreisen des Ruhrgebiets wird mitgeteilt: Die im Ruhrgebiet bekannt gewordenen ZeitungSmeldungen, daß Verhandlungen über die Reparationssragc von französischer Seite nur bei einem Aufgeben deS passiven Wioer- standes erfolgen sollen, haben auf deutscher Seite eine Aenderung der bisherigen Verte idi- gungstaktiknicht herbeigefüürt. Mit einer solchen Aenderung wird auch nicht zu rechnen sein. Darüber besteht in allen beteiligten Kreisen einmütige Auffassung, Die von ftanzösischer Seite durch einen Düsseldorfer Korrespondenten des „Daily Telegraph" verbreitete Erklärung, daß die Koblenverordnung des Generals D e g o u t t e nicht in der von deutscher Seite aufgefaßten Schärfe durchgeführt werden soll, begegnet in den Kreisen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Ruhrrevier berechtigten Zweifeln. Irgendwelche Tatsachen, woraus eine Milderung der Verordnung Nr. 31 geschlossen werden könnte, wurden bisher nicht bekannt. Gerade diese Verordnung, die eine völlig sinnlose Behinderung des gesamte« Wirtschaftslebens im Rudrrevier darstellt und die die angeblich von den Besatzungsbe- Hörden angestrebte Produktivität in keiner Weise fördert, ist ein Druckmittel, das einen verschärften Gegendruck von deutscher Seite notwendigerweise hervorgerufen bat und weiter hervorruft. Dazu kommt noch, daß die Besetzung weiterer Zechen ebenfalls nur geeignet ist, gerade die Bergarbeiterschaft zur Stärkung der AbwehrwillenS zu führen. Die bisher erprobten be- währten Verteidigungsmittel der passiven Abwehr werden in der ruhigen und besonnenen Weise, wie sie seit dem Einbruch der französisch-belgi- ichen Truppen ins Ruhrgebiet angewandt wuroen, auch weiterhin bis zu der Stunde angewandt werden, in der eine Verständigung über die durch die Ruhr- invasion geschaffene. Lage erfolgt ist.
Verschärfter Druck der Franzosen.
Weitere Absperrung des besetzten Gebiets.
Paris, 27. April. Rach einer havasmel- dung aus Koblenz hat die Rheinlaurckommifsion unter dem ârsih des kraarLULheu Oberksm- miffarg Tirard gestern beschlossen, den Verkehr zwischen den besetzten Gebieten und dem nichtbesetzten Deutsch- land für alle Personen zu v e r b i e t e n, die nicht mit einem von den a l l i e r l e n Behörden ausgestellten Passierschein verseben sind. — Diese hochwichtige Maßnahme, so fügt Ha- vas hinzu, werde den Treibereien der „Geheimverbände" enkg^enarbeiken dadurch, daß sie die Einreise der Agitatoren, Hetzer und Organisa- koren von Sabotageakten verhindern.
Unterbindung des Bahnverkehrs zwischen Koblenz und Limburg.
Koblenz, 27. April. Gestern abend besetzten die Franzosen, wie wir erfahren, den B a h n b o s Montabaur im Westerwald an der Strecke Sayn— Limburg und verhafteten den Bahnhofsvorsteher. Damit ist' auch die letzte direkte Bahnverbindung Koblenz-Limburg unterbunden.
Angebliche Sabotngeakte.
Koblenz, 27. April. Die Franzosen haben über die Moseldörfer Winningen, Lay und Güls dcnBela- r u n g S z u st a n d verhängt. Der Verkehr ist von abends 8 Uhr bis morgens 6 Uhr verboten. Als Grund wird ein angeblicher Sabotageakt an einem von Trier kommenden Zug zwischen Güls und Winningen angegeben. Dem Vernehmen nach wurden dort durch Sprengung die Schienen auf gerissen. Der Bürgermeister von Winningen, Weihrauch, und der Ortsvorsteher von Güls, Diüller, wurden vertäflet und in das hiesige Militärzefängni» transportiert. Die Franzosen haben eine strenge Untersuchung eingeleitet. Rach einer bisher noch nicht bestätigten Stellung soll ein französischer Eisenbahner schwer verletzt- worden sein.
Besetzung einer Warenhauses.
Dortmund, 27. April. Heute mittag erschienen zwei französische Generale, der hiesige Stadtkommandant, ein weiterer Offizier und einige Mannschaften in dem Warenbaut Peter Althoff. Ein General verlangte Uhren, die ihm verweigert wurden. Auf die Weigerung befahl der Ortskommandant, das Sexist innerhalb einer halben Stu-.de zu schließen, »l» diesem mündlichen Befehl nicht entsprochen wurde, fuhr nachmittags ein Last- und ein Personenauto beim Warenhaus vor. Eine Abteilung von 30 Mann rückte in oas Geschäft ein. Der führende Oifizier verhaftete zwei Mitglieder des Betriebsrates. Das Personal wurde mit größter Rücksichtslosigkeit auf die Straße getrieben und bekam keine Zeit, die Garderobe mitzu- nehmkn. Sämtliche Schlüssel des Geschäfts nehmen die Franzosen nach der Schließung an sich. »ußerbcm verhafteten die Franzosen die beiden AbteilungXor- stcher Wichmann und Koch. Der Kaufmann Jonas fr von dem benachbarten Kaufhaus Gebr. tkanfmann, ter einem Verhütteten die Garderobe bringen wollte, wuret ebenfalls »erhaftet und mitgenommen. •
Eine Brauerei »«setzt.
Dortmund, 27. April. H ute »ermitteg wurde die Dortmunder Ritterbraüerei von einer auswärtigen tranzösiichen Truvpenabteilung besetz t. Die Franzeien wouten den Braumeister van der Sand »er- baihn, der jedoch nicht «ufzufindrn war. Sie erklärten, daß Sanktionen ergriffen werden würben, falls der
Braumeister sich bis morgen 10 Uhr vormittags nicht bei ihnen melde.
AlS Geisel« verhaftet.
Dinslaken, 27. April. Der Landrat Schluchtmann, Mitglied des preußischen Landtaas, Bürgermeister Wetzler aus Hinsee und Landjäger Merten sind von den Belgiern als Geiseln verhattet worden, weil bei Buchholz zwei belgische Kanalposten ange- schoflen wurden. Die Verhafteten befinden sich iw Realgymnasium zu Sterkrade.
Massenauswetsung von Gisenbatzneru.
Köln a. RH., 27. April. Von gestern nacht 12 Uhr bis heute früh 8 Uhr find mit wenigen Ausnahmen alle Beamte der Stationen Rheinbach, Osendorf und Kottenforst sowie der Streckenbaumeister der Vauabtrilung Rheinbach, Regierungrbaumeistrr von Bauer, nebst drei weiteren Beamten dieser Abteilung verhastei und mit einem Kraftwagen in das unbesetzt« Gebiet abgeschoben worden. Es handelt fick insgesamt um 42 Bedienstete.
Auf der Strecke München-Gladbach-Giersen beim Bahnhof Helenenbrunn ist ein belgischer Personenzug entgleist.
Höchst *. M., 27. April. Die französische Be- satzungSbehörde wies heute 21 Finanz- und GerichtS- beamte sowie mehrere Privatpersonen aus, darunter auch den Kreisarzt Dr. Hallendcrger und den Direktor »er Hessisch-Nassauischen Gasanstalt Schnabel-Kühn. Die Familien der Ausgewiesenen muffen binnen »ie: Tagen folgen. — Ans Schwanhcim wurde die70jâhr
Witwe Pauline Schaffer ausgewiesen.
30 ehemalige Obrrrealschüler verhaftet.
Essen, 27. April. Gestern abend wurden in einer Wirtschaft dreißig ehemalige Oberral- schüler, die sich dort zu einem Bierabend zu- iMplengefunden hatten, von der franzoftjchen Kriminalpolizei verhaftet und nach dem Kohlen- syndikat gebracht.
Verhaftung eines franz.Kommunisten.
Einer Vlättermelöung zufolge ließ di« Naumburger Polizei den französischen Kom- munistensuhrer Mercier, der sich auf einer Propagansareise durch Deutschland befindet, während einer Kundgebung der Kommunistischen Partei in Querfurt verhaften. Die deutschen Kommunisten demonstrierten darauf vor dem Rathaus, jedoch erfolglos.
Gin deutsch-ruffliches Wirtschaftsabkommen ?
Laut „Lokalünzriger" warben in der gestrigen VorstansSptzunz scs ReichSocrvaudcS der »curschcu Znduurlr lyiitteilungen über Vcryanolungen gemacht, öie mit ViuBianb über ein großzügiges WirticyaflS- abtommen eingeleitet sind. Nähere Mitteilungen über »lesen Plan tonnten zur Zett nicht gemalt werden.
Von der Lausanner Konferenz.
Laufanne, 27. Apnl. In der heutigen Sitzung des polilischen Ausschusies kam es bei Behandlung der Kapitulationen zu lebhafte« Auseinandersetzungen zwischen den Türken mtb den Alliierten. Während die Alliierten sich iw Art. 26 zur Abschaffung der Kapitulationen bereit erklärten, fordern die Türken, daß die Kapi. tulationen als bereits abgeschafft betrachtet werden sollen. Er fragt sich bei den beiden Auf- sassungen, ob die türkische Abschaffung der Kapitulationen im Jahre 1924 oder erst die Anerkennung der Abschaffung durch die Alliierte« im Jahre 1023 Geltung haben soll. Schließlich ließen sich die Alliierten auf den türkischen Standvunkt ein, falls ausdrücklich festgestellt werde, daß bamit keine rückwirkende Kraft der 1914 abgeschafftrn Kapitulationen für die fiskalischen und anderen Streitfragen verbunden sei. In die lebhafte Debatte griff auch der amerikanische Deobachiter Grew im Sinn der Alliierten ein. Ueber die Frage der englischen Krieger- gröber auf Gallipoli scheint eine Einigung ht Kürze möglich zu werden. Der türkische Vorschlag, auf der Bahnstrecke von der bulgarifche« Grenze nach Lüle-Durgas ein bulgarisch-türkische» Kontrollkomitee einzurichten, wurde vo» Venizelos abgelehnt. Dem enaOi-hen Vorschlag, in das Komitee einen Völkerbundsbeamten aufzunehmen, wurde von den Türken angenommen, nicht aber von den Griechen. Die FraK wurde schließlich den Eisenbahnsachverständige« überwiesen. — Die anderen Verhandlung» zegenständ« galten Fragen nur formaler D» leuhing.
Dollar (10 Mr oorA.) 30000