Hanauer W Anzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.
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Hr. 98
Freitag den 27. April
1929
fcoiMiiamie.^
Das Neueste.
- Gestern begann vor -dem StaatSgerichtShof die Strhandlung über die Beschwerde der Deutschvölkischen Partei gegen deren Auflösung.
- Wie »it,«teilt wird, findet der Prozeß gegen jh Kruppsche« Direktoren nicht am 2. Mai, sondern «hrscheinlich erst einen oder zwei Tage später statt
- Im Ruhrgebiet, besonder» in der Dortmunder fcjtnb, macht sich ein starker kommunistischer Zuzug m dem übrigen Deutschland bemerkbar.
Der an Frankreich abgelieferte Lustkreuzer *ZIV" »Irbe in Toulon bei einer Landung zerstört.
- Gestern wurde in London die Hochzeit der Herzog» von Dork, der zweiten Sohne» de» englischen Anigrpaare», mit Lady Bowe» Lyon vollzogen.
Die Besprechungen über das Reparalionsangebol.
Die Beratungen der Reich-regierung über die Frage te deutschen Reparationsangebot» wurden den toter* zufolge gestern hauptsächlich in Reffortbehrechungen fortgesetzt. Der Reichsverband der deuten Industrie hat, wie die Blätter entgegen anders- Mtnbtn Meldungen berichten, bisher keinen Beschluß ihr eise neue Garantiebereitschaft im Falle eines »riltuellen deutschen Reparationrangebotes gefaßt, i« Meldung einer sozialistischen Korrespondenz zu fche kehrt der Reichspräsident am Freitag nach kirli'n zurück. Er sei zu erwarten, daß sich dann dii Reichskabinett in Gegenwart der Reichspräsidenten Ä den Vorbereitungen eine» deutschen ReparationS- «stbotr befassen wird.
^>è Franzosen haben sich verrechne!. „London, 26. April. „Evening Standard" Ver- Mlicht eine Erwiderung auf eine dieser Tage auf« Aüte Behauptung der Pariser „Temps", daß tultschkand nur in der Lage sei, seinen Widerstand 'M die französischen Forderungen fortzusetzen, weil ' dem Londoner Geldmarkt finanziert werde. Der Wasser weist darauf hin, daß der „Tempr" als lizitlleS Organ des französischen Außenminister» sei fährt fort, London sei ein freier Geldmarkt und 18 Einzige in der Welt, um Deutschland zu ber« Ant, Kredite in London zu erheben, wäre, daß die tische Regierung da» Bankgesetz aufhebe und das ilmnte Bankgeschäft von London zum Stillstand Erwarte der „TempS" wirklich, daß die tische Regierung die» tue und da» gesamte englische "anzsystem ändere und ruiniere, um eine französische 'ätische Operation, mit der sie nicht übereinstimme, - unterstützen ? Und wie könne ein Deutscher Ver- Art werden, Kohle zu kaufen? Nur durch die "kgserklârung an Deutschland. Erwarte der „Temps" J diese von England? Frankreich selbst habe es 7 getan. Die Wahrheit sei einfach, daß die Fran- A sich verrechnet hätten uud daß sie, anstatt wegen "Scheiterns ihrer Pläne sich selbst Vorwürfe Achten, sich über andere ärgern.
Le Trocquer lügt,
»2s Pariser Blättermeldung vom 23. April «hat in einer Sitzung der Departements Nord fur öffentliche Arbeiten, Le Trocgner, m /».Abe behauptet, daß die britische Regierung ihm i-Muer auf seine Vorschläge zur Durchführung mußregulicrungsarbeiten überhaupt keine Ant. erteilt habe. Diese unwahren Behaup- sind bereits durch die deutschen Antworten it d^^schrist der französischen Regierung über ititn Sachlicferungen wiverlegt worden. Zn
^"^tworteu ist festgcstellt, daß eS sich bei dem Gm Projekt uw Vorverhandlungen ge- >rrt 'Ä'?” denen die deutsche Regierung durchaus T/erfahren ist
Daten seien au» den deutschen Antworten it LWsAUt: Am 23. September 1922 wurden Regierung die Vorentwürfe der fran- ttttH® .Ministeriums »er öffentlichen Arbeiten mit. ritt dem Ersuchen, möglichst halb Vertreter zur Uten öer Beringungen für die fraglichen Ar- lt ^bezeichnen. Bereit» am 26. September 1922 M^ französische Botschafter in Berlin eine vor- I !w^"k"dliche Antwort und am 5. Oktober 1922 >ltrn °^"dcren Note die schriftliche Antwort cr- märt,'/” Verhandlungen cinzutreten, und vorschlug, der Vorfragen finanzieller Art ux» sch s, Verrechnung zu verhandeln, ein Vorschlag, löjt.-ä^me durch eine Note des französischen Bot- 1H Ecrlin vom 26. Oktober 1922 der Reichs- N »»tgetcilt wurde.
obet/,,, .s,^durch das Moratorium»gesuch vom 14. Wr m 1922 geschaffenen neuen Sachlage hat die »iMis,"^^"g weiter am 22. Dezember 1922 der it bL . Regierung mitteilen lassen, daß sie nach lb k.n *l^it sei, die Vorverhandlungen zu eröffnen, fstllt ^,?âsekretär Fischer hierfür znr Verfügung Dziiv^ ^^^ angesichtr dieser Tatsache», die dem ^^w. Minister für üS-»tlicke Arbeiten rweisel-
los bekannt sind, dieser behaupten kann, von Deutschland keine Antwort erhalten zu haben, ist nicht erfindlich.
Neue Verkehrserschwerungen.
Frankfurt a. M., 26. April. Infolge der Grenzschwierigkeiten, die seit heute morgen im Automobilverkehr bestehen, hat auch die hiesige Oberpostdirektion den Verkehr ihrer Wagen nach dem besetzten Gebiet einstellen lassen. Ebenso sind auch die sonstigen Kraftwagen- linien zur Einstellung ihres Betriebs gezwungen worden.
Mainz, 26. April. Von heute an haben die Besatzungsbehörden jeden Verkehr mit gedeckten oder offenen Personenkraftwagen (gedeckten und offenen Omnibussen). Lastkraftwagen und kleinere Lastkraftwagen, ob sie der Post oder Privaten gehören, soweit sie der gemeinsamen Beförderung von Personen dienen, verboten. Hierunter fallen auch Taxameter und andere Personenkraftwagen, die Personen ausgewiesener Familien befördem sollen. Auch solche werden als zur gemeinsamen Beförderung fremder Personen dienend angesehen, wenn der Führer nicht den nach der Verordnung 164 vorgesehenen Verkehrsschein erworben hat. Dar gleiche Verbot erstreckt sich vom 27. April an auf den Verkehr von Waren. Später wird ein Berkehr mit Waren wieder zugelassen werden, für die eine Zulassungsbescheinigung vor dem 15. Januar 1923 ausgefertigt war, wenn dieser vervollständigt wird durch dar Visum des Delegierten der Rheinlandkommission oder in seltenen Ausnahmefällen wenn vom Delegierten ein Verkehrserlaubnisschein nach der Verordnung der Rheinlandkommission vom 16. April erwirkt worden ist.
vor allem die ungezählten Arbeiter treffen soll, die im besetzten Gebiet wohnen, aber in Frankfurt beschäftigt sind. Seit der Einstellung der Eisenbahnverkehr» hatten die Industriellen einen täglichen Kraftwagenverkehr eingerichtet, der die Arbeiter früh von ihren Heimatdörfern abholte und sie abends wieder dorthin zurückführte. Alle Versuche der französischen Eisenbahnregie, die Arbeiterschaft zur Benutzung der von ihr eingerichteten Zugverbindungen zu veranlassen, scheiterten an ihrem gesunden vaterländischen Empfinden. Die französischen Züge pendelten leer von Ort zu Ort und stellten nach und nach den Betrieb bis auf ein einziges Zugpaar täglich ein. Deshalb war der Kraftwagenverkehr, der täglich größeren Umfang annahm, den Franzosen ein Dorn im Augè. Die ersten Autos, die gestern früh an die Sperre vor Griesheim kamen, befanden sich einem großen Kordon von Marokkanern gegenüber, der keinen Wagen mehr passieren ließ. Die Reisenden mußten aussteigen und zu Futz durch die Sperre gehen, sofern sie es nicht oor- zogen, mit ihrem Wagen wieder nach Frankfurt zurückzukehren. Lediglich die Wagen, deren Inhaber selbst fuhren, durften die Sperre passieren. Radfahrer konnten noch unbehindert die Grenze überschreiten. Die Frankfurter Ober- postdirektion hat gestern vormittag den Berkehr mit dem besetzten Gebiet eingestellt. In welcher Weije künftig der Postverkehr aufrecht erhalten werden soll, darüber schweben zurzeit noch Erwägungen. Wie rigoros die Franzosen vorgehen, beweist die Tatsache, daß nicht einmal mehr Familienangehörige ausgewiesener Beamten befördert werden dürfen. Dagegen können Autos und Lokomobile, die den Hausrat ausgewiesener Beamten in das unbesetzte Gebiet bringen, noch die Grenze überschreiten. Neben dem Verbot des Kraftwagrnverkehrs wurde auch ein Verbot des Verkehrs mit Waren erlassen. Dieser ist nur dann gestattet, wenn Dafür ein besonderer Erlaubnisschein eingeholt wird.
Derhasluugen und Ausweifüngen.
Mannheim, 26. April. Einer der Bertrauens- eute des Deutschen Derkehrsbundes ist gestern rüh aus dem Bett heraus verhaftet wor- )en. Die branden hatten vergeblich versucht, ihn für die Zwecke der Rheinschiffahrt für ihre Dienste zu gewinnen.
Mannheim, 26. April. Heute nachmittag wurde ein Polizeiwachtmeister, der an einem außerordentlich verkehrsreichen Punkt der Neckarbrücke Diènst tat, von einem französischen Offizier verhaftet, weil er ihn nicht gegrüßt falte. Zu bemerken ist hierzu noch, daß die be- reffende Stelle außerhalb des besetzten Gebiets liegt
Darmstadk, 26. April. Ausgewiesen wurden drei hervorragende Industrielle der rheinhessischsn Industrie, und zwar Kommerzienrat Böhringer und dessen Sohn Albert Böhringer aus Nisderingslhsim sowie Dr. Bopp, Inhaber der Bleiweißfabrik in Freiweinheim. Ferner wurde der hessische Landtagsabgeordnete Rechtsanwalt Dr. Schreiber aus Obsringelheim ausgewiesen.
Münster, 26. April. Am 25. April wurden der Landrat Dr. Klaußner aus Recklinghausen und der Gemeindevorsteher aus Marl von den Franzosen verhaftet und nach Sterkrade abgeführt. — In Bottrop wurden gestern zehn Polizeibeamte verhaftet und ausgewiesen.
Singen, 26. April. Ausgewiesen wurden hier von der Baugewerkschule Direktor Tolk, Ingenieur Weiß, Ingenieur Greb und Lehrer Fries, sowie der Polizeibeamte Wolf. Ein Anschlag auf einen Personenzug.
Esten, 26. Avril, ©eitern wurde oeeen 11 Uhr abe*bl in unmittelbarer Nähe ber französischen Kaserne in der Segerothstraße auf einen von Altenessen ein« fabrenden deutschen Personexzuq durch Sprengung unmittelbar neben dem Bahnzleise ein Anschlag verübt. Hierbei wurden 3 Deutsche leicht verletzt und die Fensitrscheite« an drei Wagen zertrümmert. Die Täter wurden nicht ermittelt. Die Untersuchung ist im Gange. Die fran- iösischen Behörden, die den Vors«ll al» ein A t t e n t a t ans bie französische Kaserne anseben, verlangen die Ermittlung und Nurlicscrung der Täter innerhalb einer Frist von drei Tagen, widrigenfalls der Beigeordnete Basel und der Pobzeiinspektor diese» Bezirks ausgewiesen würden. — Außerdem hat der französische Kommandant den deutscherseits eingerichteten Pendelverkehr, durch den die Serbin« bring zwischen der Köln - Mindener und der Bergisch- Märkischen Strecke aufrechterhaltcn wird, verboten. Ferner rissen die Franzosen an zwei Stellen die
Französische Schem-tuskiz.
Land««, 26. April. Vor dem französischen Kriegsgericht wurden heute abgeurteilt: Regierungsassessor Dr. Eschenbach in Breitenbach wegen Beleidigung von Angehörigen der Beiatzungsarmee tu einem Jahr Gefängnis und 100000 M. Geldstrafe. Zollassistent Löffler von Sanddorf wegen Zurückhaltung von Waffen zu zwei Monaten Gefängnis. Zollinspektor Settelmayr, der seine Beamten aufgefordert hatte, ihren Dienst weiter zu verleben und einen Revolver nach Landau dringen lieh, zu zwei Jahren Gefängnis und 10 Millionen Mk. Geldstrafe, die Zollassistenten Tremel und Mammock zu einem Jahr Gefängnis, weil sie trotz ihrer Dienstenthebung durch die Besatzungsarmee ihren Dienst weiterversehen haben, die Zollaffi- stenten Bauer, Beckert, Scheidel, Meyer und Vierte aus demselben Grunde zu sechs Monaten Gefänx- nis. Emil Koch, der Führer der Jugendgruppe der Kommunistischen Partei und Wilhelm Müller, Vorsitzender der Kommunistischen Partei in Kaiserslautern wurden wegen Verbreiiung anti- Militaristttcher Schriften zu einem Jahre dezw. drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Dte deutsche Polizeifrage im englischen Unterteils,
London, 26. April. Im Unterhaus fragte das Arbeitermitglied Wedgewood Benn den Premierminister, ob die britische Regierung irgendein Abkommen mit ihren Alliierten betreffend die Untei- drückung der Organisation der deutschen Polizei in militärischen Gruppen und andere darauf bezügliche Fragen getroffen habe. Guineß erwiderte, die Antwort laute bejahend.
Wedgewod Benn fragte hierauf, ob Guineß nicht erst neulich dem Hause mitgeteilt habe, die Regierung sei befriedigt, daß Deutschland die Ab- rüstungsbestimmungen des Vertrages ausführe. Guineß erwiderte, der Botschasterrat stehe in diesen Fragen mit den Deutschen in Verbindung aber bezüglich der Einzelheiten könne er weiter keine Antwort geben.
Wedgewood Benn fragte, welchen Wert es habe eine neue Forderung an Deutschland zu stellen, wenn die Regierung verkündete, daß sie befriedigt sei und daß die Bedingungen aus geführt wurden. Guineß erwiderte, gewisse Tatsachen seien wahrscheinlich ans-Licht gekommen und die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung werde zweifellos auf diese Tatsache gelenkt. Diese Fragen lägen in der Hand des Botjchasterrats. Er, Guineß, verfüge nicht über die verlangten Informationen.
Wedgewood Benn erklärte, die Antwort, die neulich gegeben wurde, lautete, daß die Be,.im- mungen ourchgefüyrt würben. Habe dies jetzt nicht mehr Gültigkeit? Guineß erwidette. anscheinend
: seien im einzelnen Beschwerden vorge< ■ bracht worden.
1 Das Parlamentsmitglied Berkeley fragte
■ welchen Schritt die Regierung zu tun beabsichtige
■ um dieses Abkommen durchzuführen. Guineß er. widerte, die Regierung verhandle durch den Dot' . schafterrat; aber natürlich könne er nicht sagen, welche Schritte infolge dieser Verhandlungen nötig : sein würden.
: Die englisch-amerikanische finanzielle ! Zusammen-Arbeèt.
London, 26. April. Die „Timer* veröffentlicht : einen ausführlichen Bericht über die bereits gestern kurz gemeldete Rede, die der Vorsitzende des Verwaltungs rats der BarclochS Bank, Goodenough, vor dem : amerikanischen Bankierverband in New Dork über da» . Thema „Englisch-amerikanische finanzielle Zusammenarbeit* gehalten bat. Goodenough sagte die Vereinbarungen, die zwischen England und Amerika bezüglich der britischen Schulden getroffen worden seien, würden ein. engeres Zusammenwirken zwischen diesen beiden Staaten zustandeb ringen bei der Lösung der verschiedenen Probleme, an der diese beiden Staaten sch, interessiert seien wegen ihrer gleichartigen Jntereffe« in dem System internationaler Zahlungen, die auf da» ReparationS- und Schuldenabkommcn folgen würden. Wie doch oder gering auch der Betrag sei, der schließlich von Deutschland gezahlt werden mufft oder wie beschaffen der Plan sein möge, auf Grund dessen Deutschland beschließe» werde, feine Währung wieder her« zustellen und sein Budget wieder auSzugleichen. Kredit« würden erforderlich sein, wenn irgenowelche Zahlungen in bar erfolgen sollten. Wenn Großbritannien und Amerika bereit seien, in rein kommerzieller Weise bei der Aufbringung wenigstens eines Teiles der ersten Summe zufanimenzuwirken, die erforderlich sei, so müsse eine befriedlgerde Vereinbarimg über bie Länge des Moratoriums verhältnismäßig leicht sein. Seiner Ansicht nach werde der erforderliche Betrag kaum sebr^grox sein. Er fei sicher, daß wenn Deutschland die Stabilisierung durchführe, angemessene Sicherheiten geboten werden könnten. ES scheine ihm, daß eS Deutschland M« stehe, euk Mgedor für die Bezaqluug Meies Be- trage® vorzulegeu, oaS den urchrunglichen Plan andere und daß die Vernunft zu einer Vereinbarung führen würde, die sehr im Interesse aller Parteien cinschließ«. sich Großbritanniens läge. Es erhebe sich die Frage, ob Großbritannien und Ameri'a wohl von einem rein kommerziellen Standpunkt aus den norweudigcn Kredit beschaffen würden. Er glaube, daß unter gewissen Umständen wesentliche Summen von Großbritannien gegeben würden. Aber werde Amerika dasselbe tun? Er persönlich fei der Ansicht, daß die kommerziellen und Kapitalsanlage-Jntcresscn der Vereinigten Staaten dazu führen würden, an dieses Problem von ziemlich demselben Standpunkt au» heranzutrclen, wir Großbritannien.
Bezugnehmend auf bie Weise, wie die Kredite gev währt werden können, drückte Goodenough die Ueber« zengung aus, daß Amerika teils aus eigener Wahl, teils infolge der Macht der Umstände eine dauernde Politik auswärtiger Kapitalsanlagen verfolgen werde. In diesem Falle würde eine große Gemeinsamkeit der Interessen dreier beiden Länder bestehen. Leide würden Handels- und KapitalSanlageintcrcssen in der ganzen Welt haben, beide würden sehr an der Förderung bei Weltfriedens und her Weltwohlfahrt interessiert fein. Aber wenn Amerika nicht in größerem ober geringerem Maße bie Politik bet auswärtigen Kapitalsanlage betreibe, sondern statt dessen Zahlungen in Gold, Waren u. a. annehmen sollte, würde es viele Jahren brauchen, um die ihm geschuldeten auswärtigen Schulden ernzu- sammeln und feine AuSlandSgutuaden in JnlandSgut« Haden umiuwandeln. Die Frage ber Anlage in deutschen Wertpapieren müsse vom Standpuntt der gewöhnlichen KapitalSanlagen erwogen werden. Seiner Ansicht nach könnten die deutschen Reparationsschein« anziehend gemacht werden, w-nn der Grundjatz bei indossierten Obligationen angenommen werde. Er fei sicher, daß in Grogvr.tanmc» und den Vereinigten Staaten, ja in der ganzen Welt eine Obligation, bie von Deutschland gegeben und besonder» sichergestellj durch Dculiche werde und auch das Jndosscmtiit der empfangenden Station trage, sich als marktfähiges Wertpapier erwci en w^roe, wenn einmal eine ber« iiünitige Regelung in Sicht sei.
„Z. IV“ in Toulon zerstört.
Seulen, 26. April. Da« Luftschiff ,Z. IV* is beim Landen zerstört worden. Die zchx Mann stark Besatzung konnte gerettet werden.
„Z. IV" gehörte zu den ersten Luftkreuzern, Hi nach dem Verimller Vertrag an Frankreich ausgeliefcd werden mußten. Als „L. Z. 16* auf der Zeppelin. Luttichiffivcrit in FrirorichSba en gebaut, führte er seit Uebernahme durch bie Militärbehörde im Februar 1913 :einen legten Namen. Er hatte eine Länge von 146 Nieter, 15 Meter Durchmesser und einen Rauminhalt von kOOOO Kubikmeter. Die Propeller würben durch drei Vittore von je 170 Pferdekrästen getrieben. Sm »örteren Laufgang beian» sich eine Fuukenstation und über der »o-seren Gondel auf dem Rücken des Luft- ictuffkölpcr» eine Plattform zur Ausstellung eine! MaichincngeweurS. Schon dar bem Kriege war es durch feine Notlandung in HunéotUe und die Vov gangen dabei, über die el zwl cheu der deutschen »ni »er franzüjlichen Regierung zu einem lebhafter Mtinungtaustaujch kam, sehr bekannt geworden.
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Dollar (10 Mr oorm.) 30000