General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 88
Montag den 16. April
1923
Pmmsr Men
Paris, 16. April. Anläßlich der gestrigen Enthüllung eines Kriegerdenkmals in Dün- kirchen hielt Poincare eine Rede, in der er auf die Ereignisse des letzten Krieges, soweit sie zu Dünkirchen in Beziehung stehey, einging, um sich alsdann über das Reparationsproblem zu verbreiten. Poincare erklärte, daß Frankreich und Belgien zur Pfandnahme des Ruhrgebiets geschritten feien, weil Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllt und weil Frankreich selbst annähernd 100 Millionen für seine Rech- nung habe bezahlen müssen. Deutschland noch weitere Auffchubfristen zu gewähren, hätte uns ihm vollständig ausgeliefert. Frankreich habe sich jetzt davon überzeugt, daß Deutschland die Kohlen hätte liefern können, die es uns ver-^ weigerte, denn es Habesich so eingerichtet, daß es jetzt die Ruhrkohlen entbehren könne. Wir haben den Beweis erlangt, daß Deutschland in der Lage gewesen wäre, uns mit ausländischen Devisen zu bezahlen. Weiter haben wir gewisse militärische Organisationen auflösen und entlarven können, die es unter dem harmlosen Namen „Schutzpolizei" (?) verborgen habe. Die Pfänder, die Deutschland uns nicht geben wollte und die auch gewisse Alliierte für unnötig gehalten haben, halten wir für unerläßlich.
Poincarè erklärte dann, daß Frankreich die Pfänder nicht gegen einfache Versprechungen herausgeben und daß es nurnach Maßgabe der geleisteten Zahlungenfichausdem Ruhrgebiet herausziehen werde. Selbst England und Amerika haben sich nicht enthalten können, wenigstens unsere Beweggründe zu billigen. Der Meinungsumschwung m^diefen. Ländern sei zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß Frankreich es verstanoen habe, seinen Willen durchzusetzen und daß es jetzt die sogenannte „Schlagader" Deutschlands in Händen habe.
Poincare fuhr dann fort: Wir gedenken ckmand zu erdrosseln und haben nur den Wunsch, uns bezahlt zu machen und uns vor lem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren. Kein Mensch könne ernstlich glauben, daß Frankreich den tollen Gedanken hege, fremde Alker unter sein Joch zu bringen und sich Gebiete gegen den Willen seiner Bewohner anzu- rignen. Poincarè wandte sich dann gegen die Sinmürfe gewisser Franzosen gegen die Ruhrbesetzung und erklärte, daß er sich durch jene Gelegenheitsminister nicht von seinem Ziele abbringen lassen werde Die Gesamtheit des Landes sei entschlossen, das zu Ende p f ühren, was begonnen worden sei. Die Aktion werde mit dem vollkommenen Wiederaufbau unserer verwüsteten Provinzen unb mit der Wiedererhebung Frankreichs wden. Vergeblich werde Deutschland auch nur fine einzige Minute des Schwankens erwarten. Frankreich werde durchhalten, wie esbisherohne Gewalt (!) und ohne Provozierung (!) durch- öchalten habe. Es werde jusquau bout voran- lchreiten und durch einen dauerhaften Frieden einen Frieden der Wiederherstellung das Werk seiner Toten vollenden. Dadurch werde ra ihnen die beste Huldigung darbringen, die sie den Ueberlebenden erwarten können.
. Paris, 16. April. Aus der Rede Poincares ^ Dünkirchen ist noch folgende Stelle anzu- Uren: Im 18. Jahrhundert waren unsere achbarn jenseits des Kanals zu oder zu Unrecht davon überzeugt, daß Dünkirchen wie Calais ein Revolver auf das Herz von England gerichtet. Sie entschlossen sich, niemals zu gestatten, daß diese Wzösische Waffen wieder aufgerichtet würden. .7^ fürchteten sich also, und vielleicht fürchteten K die wirtschaftliche Konkurrenz dieser Häfen. Was haben sie getan, um dieser vermeintlichen »er wirklichen Gefahr zu begegnen? Vom Ertrag von Utrecht bis zum Vertrag von Aens, von Paris bis zum Vertrag von Ver- ames hatten sie in Dünkirchen Kommissare in= Wtert und den Hafen beaufsichtigt. Dadurch , »en sie bis zum Jahre 1783 alle Wiederer- °°ungsversuche erstickt. Also wenn England sah glaubte, daß in der Nähe seiner Grenze $ n« militärische oder maritime ^f a h r bestehe, zögerte es nicht, in voller sitzest Maßnahmen zu ergreifen, die es auf
Zeit hinaus zur Wahrung feiner q herheit für notwendig erachtet hat. Nach
Kriege, den wir Seite an Seite für die > ."»'ldigung unserer objektiven Rechte durch- , in L haben und der zwischen uns eine un- "re Interessengemeinschaft fassen hat, kann sich da England wundern,
reite in Miräjen.
daß wir unsererseits unsere Grenzen gegen neue Einfälle sichern und eine Nation, deren Optimismus unheilbar scheint, verhindern wollen, heuchlerisch ihre geheimen Vorbereitungen zu einem Einfall zu treffen? Der Friede hat uns in dieser Richtung nur u n - vollkommene und provisorische Garantien gegeben. Man hatte uns bessere versprochen, die uns alsdann verweigert wurden. Wer kann also annehmen, daß wir nicht das Recht hätten, uns im Einverständnis mit unseren Alliierten gegen eine Gefahr zu sichern, so wie sich England gegen unsere vermeintliche Bedrohung geschützt hat? Wenn wir eine Lektion des Durchhaltens und der Beharr- 'lichksit notwendig batten, wir könnten sie von unseren Freunden selbst empfangen.
Phantastische Pläne.
PaeiS, 15. April. Der dem Elysöe nahestehende ehemalige Finanzminister Francois-Marsal hat heute in Lyon auf dem Kongreß der republikanischen Vereinigung eine Rede gehalten, in der er sich mit dem Reparationsproblem beschäftigte und u. a. sagte: Territoriale, wirtschaftliche und finanzielle Garantien müssen bis zur vollkommenen Erfüllung der Ncpa- rat'.onsverpflichtungen al« ein martiales Pfand in unseren Händen sein. Eine interalliierte Kontrolle über die Gebiete der Rheinebene muß uni gestatten, jeden deutschen Einfall zu verhindern, solange Preußen über dieser Gebiet politisch herrscht. Auch die preußischen Ambitieren auf dar Saargebiet müssen endgültig beseitigt werden. Wirtschaftliche Abkommen müssen für die Zukunft da» industrielle Gleichgewicht dieser Gegenden sicherstellen. Der für die Fabriken Lothringens. Belgiens, Luxemburg» und des Saar- gebiets notwendige Koks muß diesen Gebieten gesichert werden. Dafür muß das lothringische Eisenerz von den Fabriken Westfalens au-genommen u.
übrigens auch für ihre Konstruktionsateliers Haw- fertige lothringische Produkte erhalten können. Weitere Abkommen, hauptsächlich betreffend Düngemittel, Farben und Textilien, müssen auf einer politischen Basis ein wirtschaftliches Gleichgewicht herbeiführen, da» uns endlich zum wahren Frieden führt. So wird die Besetzung des Ruhrgebiets noch mehr, in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht als in militärischer, wenn sie mit Macht und Beharrlichkeit nach einem praktischen, klar aufgestellten Programm durchgeführt wird, Belgien und Frankreich endlich den Frieden, die Wiederherstellung und da» Glück bringen, das sie erstreben.
Die »Pariser Aufsichtsraissitzung".
Paris, 14. April. Die französische Konferenz ist um 11.45 Uhr zu Ende gegangen. Heute nachmittag findet keine Sitzung mehr statt. Nach der Sitzung der Konferenz wurde heute mittag folgende amtliche Mitteilung ausgegeben:
Die französischen und belgischen Minister sind heute vormittag aufs neue zusammengetreten. Sie haben die gemeinsamen Weisungen vorbereitet, die an ihre Oberkommissare in den Rheinlanden und an General Degoutte ergehen sollen und die die in den neubesetzten Gebißen eingeführte Zentralverrechnung und deren Kontrolle, die Verwendung des Ertrags der Beschlagnahmen usw. betreffen. Es wurde beschlossen, daß die verschiedenen Waren und die Produkte, die in den besetzten Gebielen beschlagnahmt wurden, um die von beiden Regierungen oder ihren Staatsangehörigen gemachten Bestellungen von Sachlieferungen zu decken, diesen direkt zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Reberschuß der beschlagnahmten Waren und Produkte wird von den französischen und belgischen Behörden verkauft werden. Der Ertrag dieser Verkäufe wird der Verrechnunas- kasse der Pfänder überwiesen und nach Begleichung der verschiedenen Desehungs- und Betriebskosten wird der überschießende Betrag der Reparalionskommission überwiesen werden. Die beiden Regierungen haben ihre Entschließungen von Brüssel dahin bekräftigt, daß sie die Räumung des Ruhrgebiets und der auf der rechten Seite des Rheins neubesetzten Gebiete n i (M von einfachen Versprechungen abhängig machen, sondern saß sie sie nach Maßgabe der Er- süllungderdeuschen Reparations- Verpflichtungen durchführen werden.
Paris, 14. April. Die Havas mitteilt, hat der belgische Ministerpräsident T h e u n i e s nach Schluß der heute vormittag slattgehab Beratung zu den Journalisten gesagt: „Wir haben eine Sitzung des Aufsichtsrats des Ruhrgebiets abgehalten.
Nach der gleichen Quelle haben die Ministerpräsidenten der beiden Länder beschlossen, demnächst aufs neue in Brüssel miteinander zu konferieren. *
Die Kluft zwischen London und Paris.
London, 15. April. Der diplomatische Berichterstatter des „Observer" schreibt, eine Zustimmung der britischen Regierung zu den nicht offiziell von Loucheur und Klotz unterbreiteten Vorschlägen der französischen Regierung komme nicht in Frage. Die britische Regierung sei von ihrem Standpunkte, wie er in dem in Paris anfangs Januar vorgelegten Plan Donar Laws ausgedrückt ist, nicht abgewichen. Es fei wichtig, daß dies in Frankreich verstanden werde. Iugleick werde in England voll anerkannt, daß die soeben in Paris abgehaltene französifch-belmkck-s Konferenz angesichts der Lage, in die sich die beiden Regierungen im Ruhrgebiet versetzt haben, keine andere Wahl hatte, als erneut ihre Entschlossenheit zu erklären, die Angelegenheit bis zum Ende durchzuführen.
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Jetzt wird auch das kräftige Schlagen der Lärmtrommel anläßlich der französisch-belgi- schen Konferenz verständlich. Dies hatte einmal den Grund, daß durch die starken Töne jene bedenklichen Stimmen in Frankreich übertönt werden sollen, die der Gewaltpolitik Poincarës, namentlich dessen unfruchtbarer Ruhrpolitik das Grabgeläute ansagen und zweitens verfolgt man den Zweck, nach außen hin die Schlappe wettzumachen, die sich die Pariser Diplomatie soeben in London geholt hat, wo sie sich sogar bis zu Drohungon verstieg, um die englische Regierung zu Vorspanndiensten für die Ruhrpolitik Poincarès zu gewinnen. Man markiert den „unerschütterlich starken Willen", hat aber insgeheim selbst die stärkste Angst davor, denn sonst wären nicht die Pariser Abgesandten Loucheur und Klotz nach London geschickt worden, um das „Terrain" für gemein- -Mme Bvryanöluugeu zu Mbieren" denn daß hier PoincarS eine Doppelrolle spielt, wenn, bisher auch ohne Erfolg, ist gewiß und wird durch nachstehende Mitteilung bestätigt:
Paris, 15. April. Nach dem offiziösen „Petit Parisien" soll PoincarL die belgischen Minister verständigt haben, daß es nicht zweckmäßig erscheine, neue Verhandlungen mit England einzuleiten, d a die Standpunkte zu weit voneinander getrennt seien. Nach dem „Echo de Paris" erklärte Poincare, der Zeitpunkt für eine französisch-englische Annäherung in der Ruhrangelegenheit sei noch nicht gekommen. Alles, was jetzt versucht würde, um d i e Kluft zwischen London und Paris auszufüllen, würde diese nur noch erweitern. Loucheur habe auf eigene Verantwortung und aus eigener Initiative feine Fahrt nach London ausgeführt und fein^ Besprechungen mit den Engländern fänden in keiner Weise die Billigung der französischen Regierung, die nicht imstande sei, seine Auffassungen zu teilen.
— Nach dem „Echo de Paris" habe die Reise Loucheurs nach London während der letzten Tage Zweifel an Frankreichs Ausdauer im Ruhrrevier entstehen lassen und PoincarS habe sich gestern zur Aufgabe gestellt, die etwaigen Folgen dieses „Irrtums" auszuschalten.
Dücklrttlsahftchlen Donar Law» ?
Loudon, 15. April. (Reuter.) Bonar Law» Gesundheit-zustand bat neuerdings Anlaß zu einiger Sorge gegeben. Lar den allgemeinen Wahlen war sein Gesundheit»z«stan» nicht gut unb er bat »a» Amt de» Premierminister» nur unter Druck angenommen. Seitdem befand er sich nicht wohl und e» sind An- Zeichen vorhanden, daß er bald zurücktrete« werde.
London, 15, April. (Reuter.) Amtlich wird von der DowningSüreet heute nachmittag dementiert, daß Bonar Law alrbald zurücktreten werde.
London, 16. StyriL Reuter erfährt, daß trotz des offiziellen Dementi» in palitischen streifen du Meinung vorherrsche, daß Bonar Law au« Sesund- beitegrüneen gezwungen sein werde, sein Amt als Ministerpräsident innerhald weniger Wache« xieber« zulegen.
Neue Zecheubefetzuuaen.
Einer Blättermeldung aus Gelsenkirchen zufolge haben die Franza'en am Sonntag in Horst-Emicher die Echachtanlagen Nordstern 3 und 4 (Phönix) und Bereinigte Welheim (6tinnes-K«nzern) besetzt. Die Anlagen haben leine Kok»erzeugung. Ferner wurden in Kray die gesamten Echachtanlagen der Bonisajiu»- zeche (Gelsenkirchener Bergwerk« A.-G.) deren Kokerei am vorigen Eamrtag von den Fran
zosen besetzt worden war, besetzt. Bei h <ttrei Aktion wurden von den Franzosen Tank», Verwandt. Die Kohlen- und Brikettslager der Zeche Vonifazius wurden von den Franzosen besonder« inspiziert.
Die Bergarbeiter stellen die Notstand»- arbeiten thu
Berlin, 15. Ap >l. Aus her ix Frillendorf Bel Esten gelegenen tzchacktanlage Hubert der Gewerkschaft Königin Elisabeth, die den Manncsmannwcrken gekört uud die vor einigen Tagen von den Franzosen besetzt »erben war, batte die Jngeuieurkommission der Belegschaft einen Dertraa engebeten, nach dem die Be- leg'chast die Inbetriebsetzung und Instandhaltung bei Kokerei übernehmen sollte. Außerdem sollten die Not- slandsarbeiten vorgenommen werden. Darauf batten hie flranzofeu die Zeche verlassen Da die Frauzvsen die Zeche nach ablehnendem Beschluß der Belegschaft aus» neue besetzt hatten, verließen die Arbeiter den Schacht und leisteten auch keine Rotstand»arbeiten. Er ist die» der erste Fall, daß die Arbeiterschaft btt Rot- standSarbciteu eixfteüte.
Erschretzuna bei Si-Hsnblrrb"« auf Sen Brücken.
«alsrnkirchen, 13. April. Die fran.jstsche De> latzungrbehördt hat da» Stehenbleiben auf den Brücken, da» Herangehen an S 41 e u f e n und da» Begehen der Wege an den Wasterstraße« verboten Gleich- leifig weist fit darauf hin, daß sich biefexigm, die sich dem Befehl widersetzen, der Gefahr de» E r s $ i 16 e n 1 aursetzen.
Der Gipfel aller Willkür.
Berlin, 15. April. Die Franzosen haben bekanntlich Ende Februar eine Verordnung über die Zahlung der K o h le n steu e r an die französischen Kassen erfassen. Diele Verordnung stellt den Gipfel öfter bisherigen Willkür und eine Verachtung des Reeßtr dar, sie bestimmt, daß die nach dem 1. Oktober 1992 fäll.g gewordenen Kohlenlleuern von den einzelnen Kohlenzechen an die sranmnscbcn Kassen veMtzÜ aujbfii ft^jtjj^^Vj&liP? gengn bekannt war, daß diese Kohlenstenern reffst längst bezahlt find unb daß im Ruhrgebiet nicht bi’ Kohlenzeche», sondern da» Kohlensyndikat der Stencrschuldner ist. Er wird affe, bewußt eine dovvelt» Beza hing der Kodlenstener, fegar rür eine lange vor >em Einmarsch der Franzosen liegende Zeit verlangt, und zwar von Zechen, die die Steuern garnicht schulden. Richt genug damit. Wenn die Z-cken sich weigern, die bereit« bezahlten Steirern normal» zu ent'lchten, so wird den An'fichtsräten und den Leitern l^r Gesellschaften jeder Eingriff in ihr Privatoermögm unb persönliche Schuldhaft, eine im modernen Recht oer- vönte und mittelalterliche« Rechtrbegriffen efmommex Zwangrmaßnabme anzcdrahr. Diese willkürlichen unb reiilmtbrijen Anardnungen sollten bereit» am 1. April in Kraft treten. Der Termin ist von den Franzosen dann aber auf ben 15. April binalisgcschobe, worden. Den deutschen KobleNindustrieeUcn drohen bester jetzt wieder neue Gewalttaten. Sie Naben sich dadurch in ihrer festen Abwebin altung nicht beirren lassen und einmütig den Beichluß gefaßt, sich der Gewalt nicht zu beugen. Wenn die Franzosen ihre Tröstungen wahr machen, werden sie nur von neuem den Bcwei» er- feien, daß sie mit Gewalt im Ruhrgebiet nicht» erreichen sönnen.
Dementi Beckers gegen die De- tzGUptnngen Dortens.
Der „Matin' hat in diesen Tagen, wir berichtet die Unterrebxxa eine» Dertreter« mit dem in Paris weilenden rheinischen Sonderbündler Dorten veröffentlicht. Bei diesem Interview hat Terten von de» Reichsnnrtschastsmlmster Becker u. a. behauptet, Hen Becker habe bei seinem Eintritt in das Kabinett sein« Auftastung einigen rheinischen Freunden auseinander- gesetzt und dabei erllärt. daß da» Rtzeirdian» eint >leber»ang»zeit »urchmachen müsse, die »o» der größte» Dichtigkeit sei. Um dem übrigen Deutschlan» zn ermöglichen, »aß e» ben Krieg eoi bereite, müsse itf Ryeinlan» zeitweise g-opfert werden.
Tiefe Behauptungen werden von dem Reichswirt- ichaftsminister Dr. Lecker al« vollkommen erinnden gezeichnet. Er habe Weber bei seinem Eintritt in »a» Kabinett, noch nachher mit seinen Sreuxben über dies« Frage gesprochen. Wenn er mit ihnen aber darüber Ertrtcrnngen gehabt haben würde, f» hätte er sich tx ganz anderem •:nne, nämlich r« extgegengefettex, geäußert. Er bedaur« von jeher und bebauet e» noch, »aß »er Versailler Vertrag un» »«». Rtzeinlandab- temmex un« bezüglich »e» r ieinischen Gchicte» leetele Fesseln an lege. Für ihn gebe e« keinerlei „lieber« g«na«zeit'. Er werbe vielmehr mit allen Mitteln be« irebl sei«, bte Hmbernisse, bie un» der Ver-auier Vertrag insbesanbcre bezügl.ch btr rheinischen erbiete brachte, fe schnell wie möglich zu beteiligen. Demgemäß lehnt er auch aMe Vtstrebnn»cn und Zu- mntniiatn, die darauf vmautlau-en, a« Rheinland ix »einer fettigen Staat»- un» Reich«zugebtrigkeit iM >rgen» einer Form zu »erindecu, scharf ab. Au« al liefen Grünten belütre t» wohl teiner Erwähnung mehr, daß die von ihm angeblich gemachten Aeußerungen lediglich eine freie Erfindung Denen« fixb Zudem habe er eigene Besitzungen im Ji beut Unb, j» bas er säten rein persönlich im R-cii:!«n» wurzele.
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