General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kana« a. M
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Freilag den 13. April
1923
Das Neueste.
— Zm Reichstag wurde gestern eine Entschließung mgtnsmmcn, in der er heißt, daß von einer weiteren Setttideumlage abgesehen werden müsse.
— Der frühere französische FinanMinister Klotz ist nach London gereift und führt dort Verhandlungen.
— Heute beginnen in Paris die Besprechungen zwischen Poincarö, TheuxiS und Jaspar.
— Die Gefangennahme von de Valera wird dementiert.
Internationale Unfruchtbarkeiten
Wie soeben auf einer Versammlung des interparlamentarischen Rats in Basel beschlossen worden ist, soll vom 15. bis 17. August in Kopenhagen die Tagung der Interparlamentarischen Union abgehalten werden, und zwar mit folgender Tagesordnung: Parlamentarische Kontrolle der auswärtigen Politik; Kolonialmandate und Völkerbund; Rüstungsbesch kung; nationale Minderheiten. — Uns
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________ -mstreitig haben diese Fragen auch für Deutschland und die deutsche Politik großes Interesse. Trotzdem können wir nicht verhehlen, daß wir Ler Kopenhagener Tagung mit demselben Mißtrauen aegenüberstehen wie der Wiener vom vorigen Jahr, die unser damals entgegengebrachtes Mißtrauen durch ihren ergebnislosen Verlauf durchaus gerechtfertigt hat.
Schon die Vorgänge auf der Vorbesprechung in Basel sind nicht gerade geeignet, das berechtigte Mißtrauen zu zerstreuen, das man leider auf Grund früherer Erfahrungen für solche Veranstaltungen hegt. Als hervorragende Mitglieder des Rats werden genannt: Graf Apponyi, Baron d'Estournelles des Constant, der
Apponyi hat vor dem Kriege, zum Teil auch nach dem Kriege in Ungarn und außerhalb viel von sich reden gemacht, auch einmal eine längere Vortragsreise durch Amerika unternommen. Trotzdem kann man kaum behaupten, daß er heute berufen sei, eine besondere Rolle zu spielen. Sehr bekannt dagegen ist der französische Baron d'Estournelles de Constant, der sich bezeichnenderweise in Basel bei einem Früh- Ack dazu aufgeschwungen hat, in ehrender Weise der verstorbenen Deutschen zu denken, die wie Bebel und Konrad Haußmann sich den auf eine Versöhnung der Völker hinzielenden Bestrebungen stets mit dem größten Eifer gewidmet hätten. Der frühere Reichs- und Land- Wsabgeordnete Professor Richard Eickhoff, der bei jener Tagung anwesend war, hat dem manzosen in seiner Harmlosigkeit noch aus- brücklich gedankt. Da möchten wir doch daran erinnern, daß dieser französische Staatsmann allerdings bis zum Kriegsausbruch einer' der uhrenden Männer der Interparlamentarischen Union und ähnlicher, dem allgemeinen Frieden und der Völkerversöhnunq dienender Vereini- gungen gewesen ist. Im Augenblick des Kriegs- vegmns jedoch war er so eifriger und chauvi- , sicher Franzose wie nur irgend einer und es b?igte sich alsbald, daß er selbst im Innersten , ganze Bewegung nicht ernst genommen, andern nur dazu benutzt hatte, den gutmütigen und gutgläubigen Deutschen Sand in die Augen ^streuen und sie einzuschläfern. Mit welchem Molg er und andere dieses selbe erprobte -ucittel von neuem bei Deutschen anwenden, er= wir aus dem eben gesäuberten Vorgang.
. Run möchten wir weiter fragen, was bei KE Kopenhagener Besprechung herauskommen wu, als allgemeine unverbindliche Redensarten, ^ann man sich z. B. über die parlamentarische Kontrolle der auswärtigen Politik unterhält.
Wissen doch zur Genüge — und namentlich z?E Deutschen sollten es endlich wissen! — daß og aller scheinbaren äußeren Kontrolle die auswärtige Politik, vor allen Dingen Frank- tn x und, Italiens, Amerikas und selbst Eng- unds nicht unter parlamentarischer Mitwir- gemacht wird. Was die Parlamente von /^.auswärtigen Politik erfahren, ist immer nur ^fuckwerk und lange nicht immer wahr. Es ’ro wohl von den Teilnehmern, die da in . °penhagen schönklingende Reden halten wer- U' an diesem Zustand nichts geändert werden, ^ust wird solches Beginnen wieder nur bei ( genommen. Gleich unfruchtbar, wie die Be- rin in9 d'bser Frage muß z. B. die Erörte- ung der Rüstungsbeschränkung verlaufen. Mit ^/uerheit kann man eine schöne Versöhnungs- . ae des aalglatten französischen Barons er- aber auch er wird nicht verfehlen, zu . wnen, daß unter den obwaltenden Umstän- dos friedfertige, lammfromme Frankreich ^wstverständlich an eine Minderung seiner
Rüstungslast nicht denken darf. Weiter, man will sich über Kolonialmandate und die Frage der Minderheiten ausfprechsn. Glaubt jemand der Teilnehmer damit erreichen zu können, daß England, Frankreich und Belgien ihren Raub an deutschen Kolonialgebieten wieder herausgeben würden? Und glaubt etwa jemand, daß dadurch Polen, Tschechoslowakei, Jugoslavien, Litauen veranlaßt werden würden, die deutschen, ruthenischen und sonstigen Minderheiten in ihren zusammengestohlenen Gebieten besser zu behandeln als heute? Diese Fragen stellen, heißt sie mit nein beantworten. Daher kann man diese Veranstaltungen der Interparlamentarischen Union nur als eine Reihe internatio
naler Unfruchtbarkeiten bezeichnen.
Eine geheimnisvolle Reife.
Ein neuer Fühler in London.
Paris. 12. April. Havas meldet
aus
London: Der ehemalige französische Finanz- minister K l o tz ist gestern abend hier angekommen. Nach dem Londoner Berichterstatter des „Echo de Paris" erregt der Besuch nach demjenigen Loucheurs in London einiges Interesse.
Paris, 12. April. Havas meldet: Ueber die Reise des ehemaligen Finanzministers im Ministerium Elemenceau, Klotz, nach London wird berichtet, sein Aufenthalt in London sei erst am letzten Tage von den Journalisten bemerkt worden. 3m übrigen seien strenge Anweisungen erteilt worden, daß seine nur den französischen Beamten bekannte Anwesenheit geheimgehalten werde. Die drei Tage, die er in London zugebracht habe, seien besonders reichlich ausgefüllt gewesen. Am Sonntag, dem Tag seiner Ankunft, bis gestern abend 11 Uhr habe er eine eifrige Tätigkeit entwickelt. »^6«
Blätter mit der Reise Loucheurs in Zusammenhang brächten, sei nichts durchgesickert. Es hieße, daß Klotz Unterredungen mit offiziellen englischen Persönlichkeiten gehabt habe, jedoch habe man für dieies Gerückt keinerlei Bestätigung. 3m Gegensatz dazu wird in englischen Regie- rungskreisen behauptet, man wisse nichts vonseinerAnwesenheik. Da Klotz sein Programm erledigt hatte, habe er Heuke früh London verlassen und seine Abreise sei fast zur gleichen Zeit mit seiner Ankunft bekannt geworden, denn man hatte angenommen, daß er erst gestern in London eingetroffen sei.
Kein deutscher Rexaralivusplan.
Berlin, 13. April. Die gestern verbreitete Meldung des Berliner Vertreter? des „Paris Isnrnal" über einen vom Skcichsfinanzminister Hermes ausgearbeiteten deutschen ReparatisnSplan wird von unterrichteter Seite al? tendenziös bezeichnet. Demgegenüber siebt unerschütterlich, fest, daß der Reichskanzler Dr. Cuno und der Außenminister von Rosenberg sich darin einig sind, keinesfalls in die von Herrn Poincarö aufgestellte Falle zu laufen und sich an der Hand eines neuen Programms scstzule'ien und dadurch das Ruhrunternebmen womöglich nachträglich zu sanktionieren. Solange Frankreich unseren wertvollsten Besitz sesthält, sind wir gar nicht in der Lage, unsere eigene künftige Zahlungsfähigkeit genau bestimmen zu können. Man wird also erst des französischen Minister- piäsidenten angekündigte Rede in Dünkirchen abwarten müssen. Möglich, daß über diese oder jene Einzel beiten die Ansichten im Rcichskabinett vielleicht voneinander abweichen. Bezüglich der Grundlinien unserer Außen- und Innenpolitik aber herrscht vollständige Einmütigkeit.
Der Rr^i^unosxräsr-'^nl von Ksdlènz ausgewiesen.
Nach einer Meldung aus Koblenz «urde gestern der Regierunzsvräsident von Koblen-, Dr. Fra ntz, in seiner Wohnung von den Franzosen verhaftet und aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. *
Münster, 12. April. In Aplerbeck verhafteten die Franzosen drei Fahrdienstleiter und einen Rotten'ührer weaen eines Anschlags auf ein Bahngleis der militarisierten Norsstrecke bei Duer. Ferner wurden der Obersteiger B o t - meier von der Zeche „Bcrgniannsglvck" sowie ein Ba! nbeomter verd a te!. In Recklinghausen wurde der Polizeirat Stierb, f ver «stet und ausgewiesen, ebenso der Polizeihauptmann Hoppmann aus Oberhausen.
Bo tmnnd. 12. April. Gestern wurden aus= gewißen und bei den ausgesetzt: Rechtsanwalt Hirschberg 1., Zahnarzt Piesqa und Ingenieur R e i t h aus Dortmund. Der bereits
ausgewiesene Polizeiasiesior O f f e r st a e d t aus Luenen wurde erneut festgenommen.
Bochum, 12. April. Am 9. April nachmittags sind Bürgermeister Meyer und Beigeordneter Alfirs aus Stoppenberg sowie Gutsbesitzer Brüning aus Frillendorf von der französischen Militärbehörde verhaftet und nach Werden ins Zuchthaus gebracht worden. Der Landrat des Landkreises Esten hat aus dirsem Anlaß an General Jacquemot ein Protestschreiben gerichtet, in dem es heißt, daß die Verhaftung anscheinend mit der angeblichen Erschießung eines französischen Offiziers oder Soldaten in Frillendorf Zusammenhänge, von der weder den drei verhafteten Herren, noch in Frillendorf, noch in Essen irgend etwas bekannt sei. Der Landrat ersucht deshalb den General, ihm den Grund zur Verhaftung mitzuteilen.
Die Ausweifuna Ser Eisenbahner.
Köln a. RH., 12. April. Die Zahl der in Neuß aus ihren Wohnungen vertriebenen Eisenbahnerfamilien ist auf 38 gestiegen. Auf dem Bahnhof von Hönningen (Rhein) erhielten heute nachmittag fünf Beamte den Befehl, die Dienstwohnungen zu räumen.
Mainz, 12. April. Die französische Besatzungsbehörde wie» heute Mittag mit sofortiger Wirkung 36 Eisenbahn bedien stete mit ihren Fanilien aus.
Zwei Slaatsanwatte verurteilt.
Landau, 12 April. Vor dem französischen Kriegsgericht in Landau fand heute die Verhandlung gegen den Ersten Staatsanwalt Fischer und gegen den Zweiten Staatsanwalt Helmer aus Kaiserslautern statt. Der Erste Staatsanwalt war angeklagt, dem von den Franzosen erteilten Befehl, drei deutsche Zollbeamte ins Gefängnis aufzunehmen, nicht MÄLetommen zu leim Der zweits Staatsanwalt war angeklagt, sich geweigert zu haben, den Ersten Staatsanwalt in das Gefängnis aufzunehmen. Beide Angeklagte wurden zubJahrenGefängnis und 5 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt.
Bochum, 11. April. Das Militärgericht in Hattingen fällte in den beiden letzten Sitzungen wieder eine ganze Reihe ungerechter Urteile, von denen besonders das folgende her- vorgehoben zu werden verdient. Der 60 Jahre alte Lehrer Wilhelm S p a n n h o f aus Weitmar befand sich mit seinen Schülern auf einem Ausflug. Als ihnen eine französische Patrouille begegnete, stimmten die Kinder impulsiv das Deutschlandlied an. Der Lehrer untersagte ihnen zwar sofort den Gesang, wurde aber von der Patrouille zur Rede gestellt und verantwortlich gemacht. Um die ängstlich gewordenen Kinder zu beruhigen, setzte der Lehrer eine heitere Miene auf, was ihm von dem französischen Gericht besonders verübelt wurde, weil darin eine Verhöhnung der glorreichen französischen Armee erblickt wurde. Spannhof erhielt drei M o - nate Gefängnis und 600 000 Mark Geldstrafe.
Ein ISjäbri^er L^sirlin«? erstochen.
Nach einer Blätkermeldung aus Wiesbaden verlangten in einer Wirtschaft am Jieroberg drei betrunkene Marokkaner Alkohol, der ihnen verweigert wurde. Sie bedrohten den Wirt und die anwesenden Gäste mit ihren Seitengewehren. Als sie von einem Schutzmann und zwei Ofsiüeren verhaftet werden sollen, stachen sie wild um sich, wobei der ISjäbriae Buckdruckerlehrling Fritz durch einen Stich getötet wurde.
Weitere Bahnstrecke« m lilariUerl.
Bochum, 12. April. Da die Emsckertalbabn lortaeietzt von den Franwsen für Transporte benutzt wirb, haben die Ei enbahnbeamten aeitern den Bahnhof von Recklinghausen—Süo verlassen. Die Franwsen be eilten den Babnh^ und vollendeten dadnrb die Militarisierung der Strecke Necklinalausen-Süd— Herne—Boerning- Castrop—Merklin^e bis Marten, wo^urck der Anschluß «n die bisher militarisierte Strecke in Recklinghau en— Ost erreicht ist. /
Lahnveldrr d?sch!aqnahml.
ML rstee, 12. April. Aus her Bersinsvektion 9 in (Üiaobrct bcscvlognakmken hie treulosen 5 '0 M'll. Mark Loburelder, di- für die Zeche „Rheiniabcn^ be» stimmt waren. Die Zechendelcchchast ist in den Streit getreten.
Gegen je e L»-lv ung des
VJfi anoes.
Die Blätter Amtlicher Porteiricklungen des Wim lande- deschästigen sich mit der Reue des onoeibünö« lerS teilen nach Paris und drandinarten üb.rem» stimmens das laiiDe<verräteriidie Tieidc» »wies ehemaligen preußischen Staatsanwalts, der cs angesichts
der erschütternden Trauerfeier in Essen wagte, die Deutschen in Paris anzuschwärzen.
In der Düss-ldorser Stadtverordnetenversammlung gab der Führer der sozialdemokratischen Fraktion, Berten« eine Erllârung ab, in der es beißt: Die Bestrebungen auf Loslösung der Rheinländer von Preußen und vom Reich haben durch die Besetzung des Ruhrgebietes eine weitere Förderung nicht gefunden. Aber die Kreise, die diesen Bestrebungen angehören, haben eine größere Bewegungsfreiheit erhalten. Wir aus dem werktätigen Volke werden jede Loslösung des R h einl andes v o u Preuß en und vom Reich verhindern. Auch die Form einer Freistaates müssen wir bekämpfen, weil sic nur eine weitere Zer» stückelung in Deutschland zur Folge haben würde.
Eine Kundgebung aus Sizilien.
Köln, 12. April. Der Kölner Erzbischhos Kardinal Schulte erhielt nach der „Kölnischen Volkszeitung" von dem BischofFia^ndace von Patti auf Sizilien ein Schreiben, worin es u. a. heißt:
„Wir Sizilianer insgesamt und ich besonders verfolgen mit größtem Interesse die Ereignisse im großen Deutschen Reiche. Wir nehmen Anteil an den Leiden des f a« tholischenRheinlandes. Wir Söhne des Aetna und Bewohner des Landes der Vesper (sizilianische Vesper) verstehen die Erbitterung gegen Frankreich. Wenn dieses Land Verdienste (um die Menschheit?) hatte und noch hat, heute jedenfalls werden seine Verdienstte von seinem Vorgehen verdunkelt. Unter dem Vorgeben, das Recht hochzuhalten, tritt es dasselbe mit Füßen und schleift es in den Kot. Als zivilisierteBevölkerung protestieren wir dagegen. Wir wollen eineVersöhnung, und deshalb beten wir sowohl für Deutschland als für Frankreich. Wir können aber nicht umhin, die Torheiten der Gallier zu beklagen, die im Uebermut wegen ihres Sieges sind, den sie ohne fremde Hilfe niemals errungen haben
Kälte leiden. Mein Scherflein habe ich dem Vater der Christenheit gesandt, und werde damit fortfahren."
Die Pariser Besprechungen.
Paris, 13. April. Die heute kur, nach mittag in Paris eintreffenden bclgi'chcn minister Thermik und Jaspar werden sich, wie das „Journal des tébata" mitteilt, unmittelbar nach »em Ouai d'Oriay begeben und mit Poincarö frübitücfen. Anschließend beginnen sofort die Konferenzen, der von französischer Seite außer Poincarö der Minister für öffentliche Arbeiten, der FinanMinister, der Kriegsminister, der Minister für die Befreiten Gebiete und der Direktor im Außenministerium della Rocca beiwohnen werden, lieber den Gegenstand der Beratungen sagt das Blatt, cs handle sich bekanntlich darum, »ic insbesondere auf der Brüsseler Konferenz bereits erörterten Fragen zu klären. Bian nehme an, daß auch von der Rech Loucheurs die Rede sein werde. Das Außenmimsterlum teilt mit, daß alsbald nach der 6i6u»8 durch ein Commumciuö der Zweck der Verhandlungen und ihi Ergebnis in bestimmter Form bekanntgegeben werbe« sollen.
Die Aussprache beim Reichskanzler.
Berlin, 12. April. Der Reichskanzler hat heute zusammen mit dem Reichsminister des Äeußeren die Führer der'Fraktionen der bür. gerlichen Arbeitsgemeinschaft empfangen. Gegenstand der Besprechung war die politisch, Lage. Die Aussprache hat volle Einigkeit bei Fraktionsführer uns ihre völlige Uebereinstimmung mit der Regierung ergeben.
Erzbischof ^njamtn erschossen.
London, 12. April. Ein Mitarbeiter des „Daily Telegr." berichtet, daß der Metropolitan- Erzbischof von Petersburg Benjamin, der vor einigen Jahren zum Tode verurteilt worden war, und über dessen Schicksal Ungewitzheu herrschte, wie jetzt bekannt werde, in dem „Blut. reUer" der auäerordentlichen Dommifsisn er. schossen worden sei.
zA^walttüi'gkcrien in Osloberschlesien.
Wie das „Berl. Tagebl." meldet, nehmen die Gewalttutigksiten gegen die deutsche Bevölkerung in Ostoberschlesien weiter zu. Bei den Elterir, die die Errichtung von deutschen Min- derheitsschulen gemäß dem Genfer Abkommen beantragt haben, erscheinen Trupps von 6—10 Mann und vertagen unter schweren Drohungen die Zurückziehung des Antrages. Die polnischen Lehrer scheinen sich an diesem Vorgehen zu beteiligen. Wie die Bl r.ter weiter melden, steht Ostoberschlesien unmittelbar vor einer schweren wirtschafUjchen Krisis. Einige Betriebe haben bereits Arbeitsstreckungen vvrge> nommen. Die Brsmarckhütte wird wegen man. gelnden Absatzes von der nächsten Woche ab nur 2—3 Tage in der Woche arbeiten lassen.
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