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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1237.

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Donnerstag den 12. April

1923

Das Neueste.

Staatssekretär Hamm ist aus der Haft Massen und aus dem Einbruchsgebiet ausge­wiesen. worden.

Die Besetzung der Benz-Werke in Mann­heim ist von einer Interalliierten Kontrollkom­mission als zu Unrecht erfolgt bezeichnet worden.

Heute sind wiederum Massenausweisun­gen von Eisenbahnern zu verzeichnen.

Deutsche Ziele.

Loucheurs Gedankengänge und ein großer Teil der daran geknüpften Betrachtungen der ausländischen Presse leiden an einem grundsätz­lichen Fehler. Sie gehen an der Tatsache vor­über, daß unter dem Druck von angedrohten Sanktionen, von Festsetzungen des Wiederher- Mungsausschusses, von Auslegungen durch den Botschafterrat und ähnlichen einseitigen Diktaten keine wie immerzusammengesetzte deutsche Regierungin derLageist, diewirtschaftlicheLeistungsfähig- keit Deutschlands voll zu erfassen. Will man ernsthaft Entschädigungsleistungen Deutschlands, so muß man in erster Linie durch Wiederherstellung der deutschen Staatshoheit die unerläßliche Vorbedingung hierfür schaffen: ein gleichberechtigtes, freies Deutschland ohne fremde Besatzung und ohne das Damokles­schwert willkürlicher Strafmaßnahmen über seinem Haupte. Ein solchermaßen wieder in die Rechte eines unabhängigen Staates eingesetztes Deutschland kann Leistungen übernehmen, die gleichsam den Preis darstellen, den das deutsche Volk für seine wiedergewonnene Freiheit zahlt. Nur unter diesen Bedingungen kann eine deutsche Reichsregierung noch einmal äußerste ÄufpanNuna der deutschen Wirtschaft. für das siegreiche Ausland verlangen, nachdem alle bis­herigen Bemühungen immer und immer wieder Nachforderungen in Form von Sanktionen, willkürlichen Minderbewertungen und der­gleichen unter Zurückstellung der deutschen Rechte und Ansprüche sowie schwersten Ein­griffen in das deutsche Wirtschfatsleben begeg­net sind.

Will man aber Deutschland nicht in den 6tand setzen, seine wirtschaftlichen Kräfte frei M entfalten und praktischen Wiederaufbau zu leisten, so soll man die Maske fallen lassen und sich zu den machtpolitischen Zielen bekennen, die allein die wirtschaftliche Nieder­haltung Deutschlands rechtfertigen. Der Gedanke derSicherheitFrankreichshat hiermit nichts zu tun, denn erstens ist Deutschland in voller Einseitigkeit entwaffnet worden, wäh- rend Frankreich nicht daran denkt, seine Kriegs- rustung irgendwie einzuschränken, und weiter­en hat sich bekanntlich Deutschland schon vor längerer Zeit bereit erklärt, einen Friedenspakt unter neutraler Garantie zu unterzeichnen, der mankreich gegen jeden deutschen Angriff sichert, ^èan würde auch heute über eine brauchbare Scherung Frankreichs unschwer zu einer Eini­gung kommen, und zwar um so eher, je mehr sie auf den Grundsatz der Gegenseitigkeit ab- Utellt würde. Ganz unannehmbar ist dagegen für deutsches Empfinden der Gedanke einer internationalen Gendarmerie. Hierüber kein Wort mehr! Mit dem System ^utschland nach seinem Zusammenbruch als ^ne Macht zweiten Ranges anzusehen, mit farbigen gleichzusetzen, im Verkehr mit Deut- Mn über die Freiheit der Person wie über as Recht des persönlichen Eigentums sich Hin- ^gzusetzen, muß endgültig aufgeräumt und gasige Problem auf einen Leistungsvertrag unter politisch Gleichberechtigten übergeleitet ^den. Dieser Weg ganz allein führt zur Er- lunung der deutschen Enschädigungsverpflich-

Kein ernsthafter Mensch in Deutschland ..n°t daran, daß sich das Reich den notwen- Folgen des verlorenen Krieges und unter- ^chneten Friedensvertrages entziehen sollte könne. ' Die Leistungen müssen aber in .Übereinstimmung mit der tatsächlichen Wirt- ' aftslage 'Deutschlands gebracht n» â?' und ist durch die bisherige P o l i- " Frankreichs Schritt für Schritt r I <f) (e d) t e r t und dem Ruin entgegenge- Drt worden. Den Bestrebungen Frankreichs, Le deutsche Erzeugung selbst in die Hand zu L ^uimen, ist das deutsche Volk entschlossen, zu gebieten der Widerstand an Ruhr dn ?^^ln beweist es. Für seine Freiheit wird n * deutsche Volk in Zähigkeit und Treue auch ."'weitere Opfer bringen es liegt in der hn «er Verbündeten, ob diese Opfer produk- Art fein und damit dem Wiederaufbau . wpas dienen sollen, oder ob sie in der Fort- bung ben Abwebrvolitik aegen schreiendes,

entwürdigendes Unrecht nur die Unmöglichkeit beweisen sollen, ein Volk wie das deutsche durch Gewalt zu knechten.

Ganz irre gehen die eingangs genannten Fühler hinsichtlich der rheinischen Repu­blik. Keine Partei im Rheinland wünscht die Loslösung von Preußen, kein einsichtiger Poli­tiker im Reich kann vermehrter Kleinstaaterei das Wort reden. Alles was in dieser Beziehung der Landesverräter Dorten in Paris erzählt, ist purer Schwindel. Im übrigen ist das eine rein innerdeutsche Angelegenheit, die unter keinen Umständen zum Gegenstand der Erörte­rung mit dem Ausland gemacht werden darf.

Selb st bestimmungsrecht der Völ­ker, Freiheit der Person, Sicher­heit des persönlichen Eigentums das sind die Grundforderungen Deutschlands dem Ausland gegenüber. Frankreich tritt sie heute mit Füßen, obwohl nach Annahme der 14 Punkte Wilsons kein Mensch im Zweifel sein konnte, daß Deutschland als gleichberechtig­ter unabhängiger Staat seinen Besiegern gegen­über dastehen sollte.

Die Wiederherstellung der politischen Frei­heit und Souveränität Deutschlands ist der ein­zige Weg zu deutschen Entschädigungsleistungen und damit zum Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft.

Slahlharler Widerstand.

Der Reichstag nahm gestern seine Plenar­sitzungen, die durch die Osterferien unterbrochen waren, wieder auf. Der sozialdemokratische Reichstagspräsident Löbe eröffnete die Sitzung mit folgender Ansprache:

Die Quälereien und Bluttaten gegen die Einwohner des Ruhrgebietes sind ins Maßlose gesteigert worden. Der Reichskanzler hat unse- JÜnUIMilJI^ hier

in Worten Ausdruck gegeben, welche im ganzen Volke tiefsten Widerhall gefunden haben. Seit­dem hat das französische Militär sich neue Ge­waltakte zu schulden kommen lassen, ja man scheute sich nicht, Hand an Abgeordnete und Re­gierungsvertreter zu legen, welche kein anderes Ziel hatten, als den Getöteten des letzten März die letzte Ehre zu erweisen. (Pfuirufe.) Ich will nicht sprechen von der Würdelosigkeit die­ses Handelns und nicht von den Entwürdi­gungen, welche dabei unseren Kollegen wider­fahren sind. Es scheint fast, als ob die Be­drücker durch die Demütigungen und Mißhand­lungen unser Volk zur Verzweiflung bringen wollten. Aber zur Verzweiflung werden sie uns nicht bringen. Sie werden es dazu bringen, daß unser Wider st and stahlhart wird. (Lebhaftes Bravo!") Daß der ganzen Welt ein Licht angezündet wird, wie tief die Ration von Machthabern erniedrigt werden kann, die sich einst rühmte, an der Spitze der Zivilisation zu marschieren. Auf der Schleife eines der gestern in Essen niedergelegten Kränze war zu lesen:Sie morden den Geist nicht, ihrBrüder!" Sie morden den Geist nicht, ihr Brüder, das rufen wir jeden Tag unseren Landsleuten an der Ruhr zu, das Wort wird bestehen bleiben, bis die Be - freiungs stunde schlägt.. (Lebhafter allseitiger Beifall.)

Das Haus trat dann in die Tagesordnung ein. Debattelos wurde in allen drei Lesungen angenommen die Gesetzentwürfe über den Verkehr mit Absinth und über das deutsch - dänische Lustverkehrs - abkommen. Das vorläufige Handels- übereinkommen zwischen Deutschland unb Spanien ging nach kurzer Debatte an den Auswärtigen Ausschuß, das Geld strafen­ge setz an den Beamtenausschuß. Die mit dem Washingtoner Uebereinkommen über die Arbeitslosigkeit zusammenhängenden Vorlagen wurden dem Sozialpolitischen Ausschuß über­wiesen. Der 12. Nachtragsetat ging an den .Haushaltsausschuß. Der demokratische An­trag auf Aenderung des Pressegesetzes wurde auf Wunsch der Antragsteller von der Tagesordnung abgesetzt.

Damit war die Tagesordnung erledigt. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte wurde auf die heutige Tagesordnung der Etat des Reichs- ernährungs- und des Reichsverkehrsministe­riums gesetzt.

Besprechung mit Parteiführern.

Wie mehrere Blätter melden, hat der Reichskanzler die Parteiführer für heute zu einer Besprechung gebeten. Die Führer der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, der Deutsch- nationalen Volkspartei und der Sozialdemokratie werden vom Reichskanzler gesondert empfangen

werden. Hsuptzegenstand der Besprechungen soll den Blättern zufolge der Inhalt der Rede des Reichsaußenministers Rosenberg bilden, die dieser bei der Beratung des Etats des Aus­wärtigen Nm es im R i hstag halten will.

D e Gefangennahme des Slaatsfekretürs Kamm.

Berlin, 11. April. Staatssekretär Dr. Hamm, 'er «m Montag Abend in Scharnhorst von den Fran- oscu fest-ebaltcn und dadurch verbindert worden war in der Trauerfeier für die Opfer de, Essener Blut- wdcs teilzunedmen, wurde gestern abend 8 Uhr von Castrop unter militärischer Bedeckung nach Scharn- borst gebracht und aus dem Einbrucksgebict ausge­wiesen. Hamm traf heute Morgen wieder in Berlin -in.

Zu der Verhaftung des Staatssekretärs Hamm wird noch mitgeteilt: Hamm wurde nach seiner Ver- aftnng in einem auSrangierten Eisenbabnpostwagen durch einen französischen Advokaten vernommen. ES wurde ihm mitgeteilt, daß ein Einreiseverbot für Minister und RegicrungSmitglieder bestände und aus ihn angewendet werden mußte. Sein Einwand, daß er weder Minister noch Mitglied der Regierung sei. wurde nicht beachtet, anch sein Verlangen, daß er sich an den General direkt wenden wolle, wurde verweigert. Er wurde ihm bedeutet, daß für den Tag der Traner- itier besonders strenge Befehle für die Einreise er- assen worden feien; Insbesondere sei dem Reichs­kanzler uns dem Staatssekretär Hamm die Einreise verboten worden. Abends 8 Uhr traf eine Depesche des Generals Degoutte ein, Hamm solle von einem Oifizier an die Grenze des bewohnten Gebiets gebracht und ihm unter Androhung schwerer Strafen das Wlederbetrcten des besetzten Gebietes ver­boten werden. Staatssekretär Hamm protestierte schriftlich scharf an Degoutte. (ir wurde dann in einem Automobil nach Scharnhorst geschafft und in einen Zug gcbra.l t. Die Regierung wird gegen seine Inhaftnahme protestieren. Die Rese hatte keinen politischen Zweck, er sollte den Angehörigen der Er- ichossencn die Teilnahme der Rcichtregierung aus- drücken. Die Franzosen behaupten, daß seine An- ivtsenpett ui Esten öic^ujKiyctL.b.er Muz-jhche« Truppen gefährdete.

Die Essener Blutta!.

Nach Blättermeldungen aus Essen ist die Unter­suchung gegen die wegen der Vorfälle am Karsamstag verhafteten Direktoren der Kruppwerke in vollem Gange. Es sind jetzt die von den Beichulsigten ge­nannten Zeugen vorgeladen worden. ES handelt sich namentlich um die Arbeiter, die bei den blutigen Vor­gängen zugegen waren uns die Mitglieder des Großen Betriebsrates. Die Arbeiter stehen aut dem Stand­punkt. daß das Ziehen der Sirenen in vollem Ein­verständnis zwischen Direktion und Arbeiterschaft ge­schehen ist und daß sich daher die Arbeiter zum mindesten ebensostrafbar" gemacht haben, wie die verhafteten Direktoren.

Essen, 11. April. Auf der Zinkhütte, einem rein belgischen Unternehmen, wurden 150 Arbeiter wegen Teilnahme an der Beerdigung der am Karsamstag Gelöteten entlassen. Tie Zechcnleitung hat Damit be­wiesen, daß es auch Leute gibt, denen das primitivste Empfinden für seelische Begebenheiten fehlt.

Frankreichs bisherige Leistung:

51 WorSe.

Die Reichsregierung veröffenlNchk jehk die Liste der von den Franzosen im Ruhrgebiet vom 15. Januar bis 6. April dieses Dahres ermor­deten Deutschen. Die Liste verzeichnet 48 Todes­opfer. Unter den meuchlings Erschossenen be­finden sich 19 Beamte, 34 Arbeiter. Angeslellie und Kaufleute, 1 Invalide. 1 Greis von 70 Jah­ren. 1 16jähriger Lehrling, 1 14jähriges Mäd­chen. 1 Sjähriger Knabe. Die Liste bildet in der schlichten Aufzählung dieser Mordtaten eine er­schütternde Anklage gegen die französische Blut- Herrschaft in Deutschland. Ein Dokument das überzeugender als alle Worte die Wahrheit über einefriedliche Akkion" Poincares in die Welt schreit.

In dieser amtlichen Aufstellung sind noch nicht esithalten die zwei Opfer des Essener Blutbades, die im Kranken­hause ihren schweren Verletzungen erlegen sind, und die Tötung einer Kellnerin in Waltrop durch die Belgier. Dadurch erhöht sich die Zahl der insgesamt seit dem Ruhrein­bruch begangenen Mordtaten auf 51. 48 kom­men auf das Konto der Franzosen, 3 auf das der belgischen Truppen.

Die Wassenausweisungen von Eisenbahnern.

Köln. 11. April. In Koblenz waren bis heute vormittag 70 Dienstwohnungen mit etwa 250 Personen geräumt Heute müssen weitere 30 Dienstwohnungen geräumt werden. Ober­bahnhofsvorsteyer Still aus Schleiden wurde vom Kriegsgericht in Aachen zu zwei Monaten Gefängnis und 300 000 Mark Geldstrafe ver­urteilt, Oberbahnhofsvorsteber Wagner und die éifenbabnaffiftenten Küper, Hefen­strick und Puchenheim erhielten von den Franzosen den Befehl, ihre im Empfangsge- bäude liegenden Dienstwohnunaen Vis zum 11.

April vormittags 10 Uhr zu räumen. In Wickrath müssen vier Beamte ihre Woh­nungen räumen.

Flörsheim. 11. April. Heute vormittag wurden 1 6 Eisenbahner mit ihren Fa­milien von den Franzosen aus ihren Wohnun­gen vertrieben. Darunter befindet sich auch ein Eisenbahnbediensteter, dessen Frau un­mittelbar vor der Niederkunst steht. Die Flücht- linge trafen heute mittag in Frankfurt ein.

Neue Schikanen der Franzosen.

In Neustadt a. d. H. haben die Fran« zosen die Fahrkartenbestände und die Akten der Eisenbahndienststelle in der Dampf- Heizungsanlage des Bahnhofes verbrannt. Gestern wurde über die Stadt eine dreitägige Nachtverkehrssperre verhängt, weil von deut­scher Seite franzosenseindliche Plakate ange­schlagen worden waren.

Offenburg, 11. April. Heute mittag wurden drei Aufseher des Gefängnisses verhaftet, weil sie am Vormittag die Auf­nahme eines von den Franzosen eingelieferten Deutschen verweigert hatten. Am Nachmittag wurde daraufhin auch Staatsanwalt Mohr verhaftet, aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem sich herausgestellt hatte, daß nicht er, sondern G e r i ch t s a s s es s o r Dr. Mohr verantwortlicher Leiter der Ge­fängnisverwaltung ist. Von den Ausiehern wurden zwei ebenfalls wieder auf freien Fuß gesetzt. Die der Staatsanwaltschaft angegliederte Kriminalabteilung ist letzte Woche durch die Staatsanwaltschaft aufgelöst und die Beamten zur anderweitigen Verwendung ins unbesetzte Gebiet entlassen worden, da zwei Beamte dieser Abteilung von den Franzosen verhaftet, später aber wieder freigelaffen wor­den waren. Die Franzosen waren der 2tnfirht, Haßes sich bei djefer. Abteilung um eine örtliche Polizei handle. Die Auflösung her Abteilung ist der französischen Besatzungsbehörde mitge­teilt worden.

Münster, 11. April. Die Franzosen erließen eine Verordnung, wonach Kohlenwagen ohne Erlaubnis­schein auf der Strasie nickt gefahren werden dürfen, widrigenfalls die Beschlagnahme erfolgt.

Essen, 11. April. Als Geiseln würben an die­sigen Zuchtbauie einzeliefert : Fabrikant Gnsta» Aver­hoff und Polizeiagent Heckmüller, neide ans Äcitmann, und zwar abgeblich, weil in Mettmann auf einen französischen Hauptmann ein Schuß abgegeben worden sein soll.

Elberfeld, 11. April. Die Strecke Hattingen Brcdensckeid ist von den Franzosen durch Heraus- reißen ber Schienen völlig unfahrbar gemacht worden.

Kein Bau von U-Boolmoioren bei Benz.

Mannheim. 11. April. Wie derMann- Heimer Generalanzeiger" berichtet, hat auf An­regung des Aurwärtigen Amt» eine Abordnung (Tkautischen Interalliierten Kontrollkommission) die Motorenwerke Mannheim vorm. Venz A.-E. besichtigt. Die Abordnung, der ein Italiener, ein Engländer und ein Franzose angehörten, stellte fest, daß die Motorenwerke in keiner Weise gegen den Vertrag verstoßen, und daß die hergestellten Maschinen keine ri-Boot- Maschinen seien. Die Besetzung der Fabrik sei daher zu Unrecht erfolgt. Allerdings sei die Zurückziehung der französischen Truppen aus der Fabrik Sache der politischen Leitung.

Ob das Ergebnis der Untersuchung die Franzosen nun veranlass«!! wird, das Werk frei» zu geben, ist bei der Abneigung der Franzosen, irgen» ein Unrecht zuzugeben, sehr die Frage. Selbst die Tatsache, daß die in dem Benzwerk hergestellten Motore für U-Bootzwecke über­haupt nicht zu verwenden sind, wurde schon in den ersten Tagen durch zwei verschiedene franzö­sische Ingenieure in aller Unzweideutigkeit fest- gestellt.

Ein mageres Ergebnis.

Berlin, 11. April. Nach zuverlässigen Feststellungen haben Franzosen und Belgier seit dem Beginn des Ruhreinbruchs, das heißt in der Zeit vom 11. Januar bis Ende März, im ganzen 238 000 Tonnen Kohle und koks ab- fahren können. Vergleichsweise sei dem gegen- übergestellt, daß beide Länder in dem genannten Zeiträume 42 Millionen Tonnen Kohle und koks von Deutschland auf Reparationskonto er- halten hätten, wenn die deutschen Lieferungen nicht durch dieSelbsthilfe" der Empfangs- ffaaten unterbrochen worden wären. Die Fran­zosen und Belgier haben ihr Ziel in drei Mo­naten nicht erreicht, sie werden es zu irgend­einem anderen Zeitpunkte ebensowenig er­reichen.

Dollar (10 Uhr oorm.) 21000