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General-Anzeiger

z Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.

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Nr. 82

Montan den 8. April

1923

Das Neueste.

Die Gesamtsumme der im Einbruchsgebiet bisher von den Franzosen geraubte Gelder be­ziffert sich auf 27 Milliarden Mark.

Der rheinische Sevaratistenführer Dr. Dorten weilt, wie die Zeitungen erst heute mitteilen, seit Donnerstag in Paris, um mit der französischen Regierung über sein politisches Programm zu sprechen. Er wird sich zu dem gleichen Zweck nach London begeben.

In Memel ist es zu Zusammenstößen zwischen derBeoölkerungund litauischemMilitär gekommen.

Der ehemalige französiiche Deputierte und Minister vieler Kabinette Jules Röchet ist gestern gestorben.

Derhan-lungsaussichten?

Herr Loucheur ist am Samstag morgen von Poincare empfangen worden, um diesem über seine Londoner Eindrücke Bericht zu erstatten. In einer neuen Erklärung, die er den Vertretern der Pariser Presse gegeben hat, wiederholt er, daß er nicht in offizieller Mission in England gewesen sei, bestätigt aber ausdrücklich, daß er sich vor seiner Abreise mit Poincare über seine Absicht, sich mit mehreren Mitgliedern der eng- lichen Regierung zu treffen, ausgesprochen habe. Wir wollen über die neue Erklärung nicht strei­ten, wir glauben, daß die Sache so gewesen sein wird, wie dasOeuvre" vermutet, daß Herr Poincarè seine endgültige Stellungnahme von dem Erfolg dieser Initiative Loucheurs ab­hängig gemacht und sich vorbehalten hat, sie zu desavouieren, falls sie mißlinge, sich jedoch ihre Ergebnisse zu eigen zu machen, wenn sie mit den Zielen seiner eigenen Politik vereinbar sein würden.

Wie dem aber auch sei Tatsache ist jeden­falls, daß die privaten Besprechungen des Herrn Loucheur eine offizielle Fortsetzung haben werden in direkten Verhandlungen von Regierung zu Regierung, die keineswegs auf London und Paris beschränkt bleiben sollen und von denen man hier nicht mehr und nicht weniger als die Wiederher­stellung einer alliierten Einheitsfront gegenüber Deutschland, wie sie vor dem französisch-belgi­schen Einmarsch in das Ruhrgebiet bestanden hat, erhofft. Dis in der Regel gut unterrichtete »Petit Parisien" teilt darüber mit: Man darf erwarten, daß Poincare sehr bald mit den alliierten Ministerpräsidenten zusammenkom­men wird; die erste Zusammenkunft könnte schon in den nächsten Tagen zwischen Poincare und den belgischen Ministern T h e u n i s und I a s p a r stattfinden. Poincare legt Wert da­rauf zuerst den belgischen Verbündeten über die Lage zu unterrichten. Auch die italienische Re­gierung wird, nach demPetit Parisien", auf dem Laufenden gehalten; sie werde auch aufge­fordert werden, an den Vorbereitungen für die Ausarbeitung eines gemeinsamen Repa­rativ n s p l a n e s auf der von der französi­schen Regierung vorgeschlagenen Grundlage teilzunehmen.

Noch weiter geht in dieser Hinsicht der mehr und mehr als das Sprachrohr P o i n c a r e s erscheinendeM a t i n", der versichert, daß eine ernsthafte Annäherung der englischen und der französisch-belgischen Auffassung über die Ruhr- aktion stattgefunden habe, die den für die nächste Woche in Aussicht genommenen interalliierten Besprechungen mit großer Zuversicht entgegen­sehen lasse. In den offiziellen Kreisen sei man bereits mit der Ausarbeitung einer Formel be­schäftigt, die gleichzeitig dem Verlangen Frank­reichs nach Bezahlung feiner Reparationsforde- tungen und dem Bedürfnis der englischen Re- ßterung, die von ihr an die Vereinigten Staa­ten zu zahlenden Schuldenannuitäten von Deutschland einzutreiben, Rechnung trage. Die Regierung Bonar Laws scheine tatsächlich be­reit, sowohl hinsichtlich des englischen Anteils an den Reparationen wie in der Frage der interalliierten Schulden Konzessionen zu machen wenn sie dafür dem englischen Steuerzahler die Sicherheit geben könne, daß die zur Tilgung der englischen Schuld an Nord-Amerika erfor­derlichen Summen von Deutschland bezahlt würden. Das Blatt fügt noch hinzu, daß keiner-

Zusammenhang zwischen der jüngst von der brutschen Regierung in London unternomme­nen Initiative und der Wiederaufnahme der direkten Aussprache zwischen Paris und ßon= bon konstruiert werden könne.

Ob die maßgebenden französischen Kreise ernsthaft an eine Umstellung der englischen Po- glauben oder ob sie solche Hoffnungen nur Artäuschen, um die Rückkehr der eigenen Mlitik vom Sondervorgehen zur interalliierten ^weinschaftsaktion der öffentlichen Meimina

des Landes plausibel zu machen, wird die Ent­wicklung der nächsten Wochen zeigen müssen. Auffällig ist es jedenfalls, daß weder im ..Ma- tin" noch imPetit Parisien" von der Frage dermilitärischen Sicherheit" auch nur mit einem Worte die Rede ist. DasO e u v r e" führt die neueste Wendung der Dinge darauf zurück, daß die französische Regierung das Ruhrgebiet nicht räumen könne, wenn sie nicht einen Erfolg aufzuweisen habe, eine Operation zu liquidieren, die sehr kostsvielig und deren Ende nicht abzusehen sei, während andererseits die englische Regierung sich davon Rechenschaft zu geben scheine, daß ihr Desinteressement gegenüber dem deutsch-französischen Konflikt auf die Dauer undurchführbar sei.

*

Nach den Eregiiisscn der letzten Tage scheint die auswärtige politische Lage in eine neue Entwick­lungsstufe zu treten, der gegenüber aber vorläufig noch die größte Vorsicht zu beobachten ist. Gewiß erkennen wir eine bemerkenswerte Zunahme des französischen Strebens, aus dem politischen und wirtschaftlichen Fiasko des Ruhreinbruchs wieder herauszukommen, daß vielleicht schon mit einiger Berechtigung von einer französischen Initiative in dieser Richtung gesprochen werden darf. Nur be­wegt sich diese für uns noch in einer Richtung, der Deutschland nicht zu folgen vermag. Auf Rhein­land, Ruhr- und Saargebiet lassen wir uns keine französischen Hypotheken aufzwingen, mögen diese nun unter dem Titel einer Entmilitarisierung, Neu­tralisierung, Autonomisierung usw. zur Eintragung in Vorschlag gebracht werden. Ebensowenig kann ein sonstiger Bestandteil deutscher Souveränität, wie unser finanzielles Selbstbestimmungsrscht, preisge­geben werden. Hat die deutsche Widerstandskraft

bruches und überhaupt die Torheit einer zwangs­weisenPfändersicherung" zu bringen, so wird diese Kraft eines einheitlichen deutschen Vplkswillens auch das noch zu erreichen wissen, was im vornherein als Kampfpreis galt: die absolute Befreiung unserer deutschen Westmark aus den Schlingen der französisch-annexionistischen Aspirationen. Da wäre jede Zauderhaftigkeit vom Uebel. Und es erscheint uns angezeigt, hier gleich im vorn­herein von Berlin aus dafür Sorge zu tragen, daß die Pariser Initiative in die allein für Deutschland beschreitbare Bahn eingeleitet wird. Durch jene Vreschen, welche die Franzosen mit einer Verschärfung der Druckmittel auf Pfalz, Rhein- und Ruhrland in die deutsche Abwehr­front zu schlagen im Sinne haben, wird eine solche Bahn zu ersprießlichen Verhandlungen aber nicht zu gewinnen sein. Gerade dieses bis zur Unmenschlichkeit gesteigerte Vorgehen im Besetzungs- und Einbruchsgebiet ist ein War­nungssignal; es Gedeutet, daß Pioncare auch unter der Maske heuchlerischer Verhandlungs­bereitschaft etwas von Deutschland zu erzwingen hofft, gegen das von uns der Kampf ausgenom­men wurde. Also darf dieser Kampf nicht er­lahmen, bis auch die letzte Gefahr abgeschlagen ist, die uns des Kampfes Preis verkümmern könnte: Wir erwarten von der deutschen Regie­rung, daß sie ihre Außenpolitik auf diese Not­wendigkeit einstellt.

Eine inspirierte HarLs-Aeußerung.

Paris, 8. April. H a v a s veröffentlicht über die Londoner Reise Loucheurs folgende offenbar inspirierte Aeußerung:

In den Wondelgängen der Kam m e r fanden sich gestern trotz der Ferien zahlreiche Deputierte zusainmen, um sich über die Lon­doner Reise Loucheurs zu unterhalten. Seine Initiative wurde durchaus gebilligt; man kritisierte jedoch allgemein den Besuch bei Lloyd George, dessen frankreichfeindliche Artikel die französische öffentliche Meinung in den letzten Monaten lebhaft erregten. Immer­hin war es für Loucheur schwierig gewesen, den englischen Staatsmann, mit dem er während des Krieges jahrelang zusammen gearbeitet hatte, völlig zu ignorieren. Die Aussprache be­wies Lloyd George jedenfalls, daß Frankreich geschlossen hinter der Ruhraktion st e h t. Auch mit den Mitgliedern der j e tz i g e n englischen Regierung sprach Loucheur sich über diese Frage aus. Die Herzlichkeit der Aufnahme, die er dort fand, bezeugt, daß die Gesinnung der englischen Regierung gegenüber Frankreich nach wie vor freundlich ist. Mit Befriedigung kann man eine Tendenz feststellen, den französi­schen und den britischen Standpunkt einander anzunähern. Es erscheint gewiß, daß die britische Regierung an dem Tage, an dem die Verhandlungen wieder ausgenommen werden, Frankreick loval zur Seite stehen wird.

Wiederaufnahme der Erörterungen mit England.

£ o n b o n, 8. April. (Reuter.) Der Besuch, den Loucheur in England abgestattet hak und bei dem er Unterredungen mit Bonar Law, Lloyd George und anderen hervorragenden Persönlichkeiten hakte, hat in politischen Kreisen zu politischen Mutmaßungen Anlaß gegeben. Man glaubt allgemein, daß trotz der gegenteiligen Erklärungen Loucheur als offi­zieller Vertreter der französischen Regierung gehan­delt hat und daß die ihm anvertcaute Aufgabe darin bestand, die Frage der Reparationen und der eng­lisch-französische« Beziehungen zu erörtern. Diese Auffassung werde durch den gestrigen Besuch £ou- cheurs beim Präsidenten Millerand bestätigt. Es verlautet, daß die britischen Staatsmänner Loucheur davon verständigt haben, daß Großbritannien jederzeit bereit sei, die Erörterungen, die infolge der Rnhrbesehung aufgeschoben seien, wieder zu eröffnen. Es wurde betont, daß Großbritannien die Organisation eines von Denk'" "and abzu trennenden Rheinland- staates, in welcher Form auch immer, nicht dulden könne. Die Hauptsache ist, daß sich aus Louchers Besuch ergeben hat, daß er sich bereit r-Tiärf hat, einer Summe zuz ustimmen, die lick der (im Januar von den Franzosen abaelehnken) im britischen Reparationsplan ge­nannten Summe annäherk. In Erwide­rung dieses Zuaeständnisies wird Großbritannien, wie man glaubt, wahrscheinlich irgendeiner Form von Neutralität des Rheinlandes, die aber keine Loslösung mit sich bringt, ju- stimmen, damit Frankreich gegen einen Angriff

geschützt ist

Zum Essener ArbeikerMvrü der

Franzosen.

Die vor einigen Tagen zu Benin eingeirosfe- - ii '*eff:eB?rät£rmM bet Firma KimW E-U. ist

^ffrn haben (mit bereit? kurz gemeldet D. Red.'» dem R^ckspriisideuten, dem RHcbSkanzlcr, dem Reichs- arbtstSminister Dr. Brauns dem preußischen Minister de? Innern Severina, dem preussischen Woblfabrts- minifter Hirtsiewr enwehend über das von den Fran- wien am Kariamstaa in Essen angericktete Blutbad berichtet. Ihre Aussagen sind von der zuständigen 'teile in einem Protokoll niederaeichrieben worden. Dieses bestätigt vollinhaltlich die bisher von deutscher Seite über den Vorfall gegebenen Darstellungen. Am Schluß der Darstellung beißt eS: Außer den ge­töteten Zander und Göllmann lagen links und rechts Menschen auigeschichtet in ca. */. Meter Höbe, unter denen das Blut bervorguoll. Die Masse war un Iurückweichen und befand sich in wilder Flucht bereits wnt-r dem Haufen der Gefallenen. Die Franzosen kamen jetzt in Schützenlinie stets feuernd, aus der Halle heraus und schossen in die stiebende Menge. Auf der Straße stellten sic das Schießen ein und zogen nach der Stadt ab. Es liegen uns keinerlei Meldungen vor, daß danach noch geschossen wurde. In dezug am den getöteten Zander steht fest, daß er sich unter den Augen des OjfizierS die ganze Zeit bemüht hat, bc- ru tagend auf die Menge einznwirkcn. Wir stellen fest, daß von uns au? alles geschehen rft, daS Blut­bad zu verhindern. £ie' Frage, ob der Essener Zwrchenfall vom 31. März, wie die französische Dar- slekung behauptet, nach ihrer Meinung auf eine Pro- Vokat on der Werklestung oder einzelner Dir.ktoren zurückgrsührt werden könne, beantworten die drei Betricbsratinitglikdcr, von denen einer der ZentcumS- partn, der zweite der sozialdemokratischen und der dritte der kommunistischen Partei angehölt, wie folgt:

Die von den ^ranzoien behauptete Provokation durch das Dirckorium von Krupp ist durchaus unzu­treffend. Die Mai'nahmeu der Arbe trnredcrlegnng und bei Heulens der Sirenen sind von dem Direk­torium und dem Betriebsrat gemcinschaitlich vcranla si worden und hatten lediglich den Zweck einer fried­lichen Demonstration gegen eine etwa beabsichtigte Störung der Arbeit und damit der LcbcnSvc^ingung «5 Werks. Tsie bet den Vernandlungen mst der toen» leitmig anwesenden Arbeiterverlrstcc sind in keiner Weite von der Werkleitunz in ihrer Haltung bccin- stußt worden und lehnen überhaupt die Zumutung des französischen PropoganoadiensteS, alt ob struppube Arbettervertreter sich in ihrer vo.uuchen oder wirb schajtlichrn Haltung von der Werklegung beeinflussen ließen, al« emwürdigend ab. Die Direktoren tragen ebensowenig Schuld an dem Blutbad vom 31. März wie der Betriebsrat. Schuld trägt allein der fran­zösische Militarismus, der wieder alle« Recht in un- nien Betrieb eutgebrungen ist und un« in unserer friedlichen Arbeit gestört hat.

Eine Trancrknnvgcbnttg im ganzen Reich.

Berlin, 7. April. Am Dienstag früh zur gleichen Stunde, in »er die Lpfer des Essener Blut babcS beerdigt werden, findet im Re.ch»rag, eine Trau rfeier patt, bet der in Anwesenheit bet Reichs­präsidenten der Reichskanzler die Gedächtnisrede halten wild. An der Feier werden die Vertreter fämllicher geivcikschajliichcn Oiganuationcn uns Beamlenvrr- bände, die Sp.tzcn der Beluisstände sowie Vertreter der Länder, Kirchen, Par.aincule uns Behörden teil» nehmen. Die Feier beginnt puuttlich vormittags 10 Uhr.

Anläßlich der Beisetzung werden am Dienstag zum Zeichen der Trauer tut ganzer: Reiche >ie (Ülo den läuten.

Brulales Dorqehen gegen deutsche Eisenbahner.

Frankfurt, 8. April. Von zuständiger Stelle wird uns folgendes berichtet:

Die Bewohner der Enenbabnerkolanie Euren bei Trier-West sind gestern Samstag von französischer Militäraewalt au« ihren Behausungen verjagt worden. @ecen 8 Uhr vormittags erschien afrikanische Kavallerie lSvabis) und forderte die Koloniebewohner auf, ihre Wohnungen innerhalb von 10 Minuten z« räumen. Als man zur Räumung nicht unmittelbar Anstalten traf, griffen die Svahis sofort mit rohester Gewalt ein, 'chHpvten Leute aus beu Häusern, warfen Möbel­stücke aus den Fenstern und gaben sonstige widerliche Schaustellungen von Robbelt und Grausamkeit. An­gesicht? diele? Vorgehens begannen die zahlreich aus dem benadiberten Euren berbeigeeiltex Dorfbewohner die Räumung in die Hand zu nehmen. Allmählich griff man allgemein zu und schaffte den notwendigsten Hausrat heraus, ihn unterschiedslos auf freiem Felde uiiammentraqenb. Spabis ritten mit gespannten Karabinern und gezogenen Säbeln in dem Wirrwarr herum und tobten, mißhandelten Leute und hetzten zur Eile. Den vereinten Kräften der freunbiicben Helfer gelang es schließlich, den gesamten Hausrat au« den Häustrn derauszuholen. Von hilfreicher Seite alsbald berbeigeschafftes zalilreiches Fuhrwerk konnte dank beS tuten trockenen Wetters schließlich auch die Bergung der Habielrgkeiten einigermaßen orventlich bewirken.

Von der Vertreibiingstollwut der Franzosen sind in der Kolonie Euren 106 Familien betroffen worden. Nach aur iranzösiicher Seite gefallenen Andeutungen ' e n den Eisenbahnerkolonien in Trier-St Paulin und in Ebrong die gleiche Hölle für morgen Montag bevor; hier würden 93 bezw. 500 Famstien obdachlos werden.

Köln a. Rh., 7. April. Die Ausweisungen der Sifen-ahner aus ihren Wohnungen nehmen einen ge­waltigen Umfang an. In Jünkerath sind bis jetzt 93 Familien aus ihren Wohnungen veidrängt worden. Ferner wurden aus allen Bahnwärterhäusern an bei Eifelnrccke, Jüukerath-L'blar die Wohnungsiiibabei vertrieben Auf den Strecken Krefeld-München-Glad< bgch, uns Cleve - Geldern » Bonn - Euskirchen erhielten coenlaüäMMtUâ Dirustwügu.iugs!n.dgt^r Heu Mfeyi zur Räumung. Zum Teil ist die Räumung bereit# erfolgt.

Dortmund, 9. April. Die Franzo'en haben am Sonntag die alte Emschertalbabu von Dvrt- mund nach Herne beschlagnahmt. Den Eisen- abnern wurde ein Ultimatum bi? Montag gestellt, wo sie zu erklären dab n, ob sie in französische Dienste treten mo.ten, widrigenfalls sie des Dienstes verwiesen und auch ihre Dienstwohnungen zu räumen hätten. LemLokalanz." zufolge kommt es den Franzosen bei dieser Aktion darauf an, eine Linie, die durch die Mitte der Ruhrgcbiels gebt und an der zahlreiche Zechen liezen. zur Verfügung zu haben, um von hier aus eine UcbeUeitung zur militarisierten Strecke nach Rrcklinzhauscn zu haben.

Der Kohlen- und Koksraub.

Münster i. W., 8. April. H ute früh besetzten die Franzosen die Ba nhü e Herne, Herne-Güterbahn- bot. Marten, Castrop, Mèrklindc un» den östlichen Teil des Bahnhofs Wanne, josaß jetzt der Personen­verkehr von Dortmund nur bis Rauxel geleitet wird nn» der zu den westlichen Bahnhöfen nur bis Lansendrecr.

Münster i. W., 8. April. Gestern wurden die Anlagen der ZecheWaltrop" befett und bisocr noch nicht wieder geräumt. (Nach einer Havasmeldung au« Lüsstldorf sollen auf der GrubeWaltrop" der Lirekior und drei Mitglieder des Betriebsrates ver­haftet worden fein, weil sie sich geweigert hätten, die Kräne zum Fortschaffca des Koks bebienen zu lassen. L. Res.» Heute früh wurden die ZechenSchwerin* undEnn", in Castrop besetzt; auf »er erstgenannten Zeche besetzten die Franzosen das Maichinenyau» und stellten die Sirenen ab.

vsscn, 9. April. Am gestrigen Sonntag haben sie Franzosen die ZecheBonifazius" des Essener BcrgwcrksoerelN» befegt. Ain »totsiager stellten sie ein Maichinengeivc.ir mit Schußrichtung auf Die Kokerei aub Daran- legte die Arbciierichaft wiort die A r- heit Hieber. Man rechnet damit, sag heute auch sie Bclcgichait der Grube in den Streit treten wird.

Auf der ZecheBergmanuSglück" lind zurzeit etwa lOOlöO trauzö .iche Zivilardcirer mit dem Ausladen Der Koksvoriälc beschäftigt. In »en ersten Drei Tagen haben sie etwa 980 Tonnen riok« airigelasen un» zum Teil auf die militarisierte Rorsstrcckc übergeleitet. Twos der geringen Menge sind aber die Eisenbahnen oer Regie ichon in solche Verwirrung uns Vergopfunz geraten, daß das Auttaden am derBergmannsglück"» Jeche eingestellt werden mußte. Angeblich sollen An- ang der nächsten Woche neue ArveilStrüfte lammen.

105 Millionen Wark Gelddutze für Essen.

Bochum, 7. April. Für öie Ermordung des ,ranz.Sotoa.en Suzmidt, oer am 18. 3. im Keller oes HuupldayNi^es er.ajouen wuroe, mürbe bet Stadt Esten eine Gelovuste von 105 Millionen Mark au, erlegt, bie in zeyn Tagen zu zahlen i|t. Für ben Eingang des Geldes weisen Haft, dar gemach: die Beigeordneten Bode, Dieppers -Dr. HueUner.

Dollar (10 Mr vorm.) 21000