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General-Anzeiger / AmMches Organ für Skadl- und Landkreis Kanan a. M Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237.

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Nr. 81

Samstag den 7. April

1923

Das Neueste.

Der Reichspräsident empfing gestern nachmittag Herr« Krupp von Bohlen und Halbach und heute vor- mittag den Betriebsrat der Kruppwerke zu Besprechungen über die Essener Vorgänge und die dadurch geschaffene Lage.

Der Essener Bürgermeister wurde zu drei Jahren ©efSngki» verurteilt. Der weiteren wurden über mehrere Postbeamte drakonische Strafen verhängt.

Gestern wurden zahlreiche Eisenbahnbeamte aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen.

Beim Verladen von Granaten in La Rochelle ereignete sich eine Explosion, wobei fünf Arbeiter ge­tötet wurden.

D?e Bedeulung -er Reise Loucheurs.

Die Reise Loucheurs nach London findet im Pariser Matin einen Kommentar, der min­destens ebenso Aufsehen macht, wie die Tatsache der Zusammenkunft Loucheurs mit Bonar Law. Der Matin erklärt in einem offensichtlich in­spirierten Artikel, daß der vom Daily Telegraph veröffentlichte Reparationsplan in der Tat den Ideen der französischen Sachver­ständigen in vielen Punkten entspräche, nur scheint er, so schreibt der Matin, in einigen Punkten verändert worden zu sein, wie man es bei Texten macht, deren Ursprung man ver­schleiern will. Das Blatt, das hervorhebt, daß Loucheur von einem Teil der englischen und amerikanischen Presse als der Nachfolger Poincares bezeichnet wird, fährt in feinen Darlegungen folgendermaßen fort: Es ist für niemand ein Geheimnis, daß unsere belgischen Freunde der Ansicht sind, man dürfe Deutsch­land nicht die Initiative überlasten, ein Renaru- tionsprogratnin vorzulegech" das Öörfjer durch einen oder den anderen'unserer Alliierten in offiziösen Verhandlungen gutgeheißen worden ist. Es ist notwendig, daß Frankreich und Bel­gien jeden Augenblick, wenn man sie dazu auf- strdert, in der Lage sind, ihre Ideen über die Reparationen zu entwickeln. Nach der Ansicht vernünftiger Leute wäre es sogar vorsichtiger, daß man gar nicht erst abwartet, bis man sie danach fragt. Die Arbeiten der französischen Sachverständigen, so schreibt der Matin weiter, haben dem Ministerrat noch nicht zur Begutachtung vorgelegen: aber man weiß bereits, daß Frankreich eine Reduzierung der deutschen Schuld annehmen wird, eine Re­duzierung, die im eigentlichen Sinne des Wortes gar keine ist, da sie die in London 1921 vor­gesehene Zahlungen über mehr als 30 Jahre vertagt und es so eigentlich ganz natürlich ist, daß man sie entsprechend vermindert, wenn sie nur auf wenige Jahre vertagt werden. Die Zahl von 50 Milliarden Goldmark ist ost aus­gesprochen worden. Das französische Projekt wird diese Zahl nicht zurückweisen unter der Bedingung, daß der Anteil Frankreichs keinesfalls unter 26 Milliarden herabgedrückt wird. Die Mobilisierung dieser Schuld durch eine Reihe internationaler Anleihen ist ein Gedanke, dem ebenfalls von der französischen Regierung zugestimmt werden vird. Was die Räumung der am Rhein be- etzten Gebiete anlangt, so kann diese nur statt- inden, wenn ein vollkommen entmili- avisierter rheinischer Staat ent- teht, der einen Teil des Muhrgebietes umfaßt ")lt einer internationalen Polizei, und wenn die Brückenköpfe, während einer durch den Ver­sailler Vertrag vorgesehenen Zeit in den Hän- K m französischen Truppen liegen. Dies sind slljo Eedankengänge, die der Daily Telegraph den i^hâvsischen Kreisen zuschreibt, und die mit den Gestchtspunkten der Regierung Poincare nicht vollkommen im Widerspruch stehen. Das wenigste, was man von der Reise Loucheurs unter diesen Bedingungen sagen kann, sei, daß es vernünftiger gewesen wäre, wenn er es dem verantwortlichen Ministe­rium überlassen hätte, diese Gedanken­gänge selbst in dem Augenblick und in der Form vorzutragen, die es für «ratsam gehalten hätte.

Zu den Ausführungen des Matin wird uns aus Paris gemeldet: Es ist zufällig, daß der Matin, der sehr gute Beziehungen zu Poincarë hat, heute schon Zinge von größter Bedeutung offenbart. Die belgischen Minister wollen die Initiative zu Verhandlungen nicht Deutschland zuschreiben, sondern sind der Ansicht, daß sie von verbündeter Seite ausgehen müsse. Da- durch erhält die Reise des belgischen Ministers Caspar eine noch größere Bedeutung, als man ihr in Pariser politischen Kreisen bis jetzt

zugeschrieben hat. Die Journs Industrielle, weit davon entfernt, Loucheur zu tadeln, weil er das mitgeteilt hat, was die vernünftigen Poli­tiker in Biris immer für das ratsamste gehalten haben, eine Verständigung mit den britischen Ministern zu suchen, d. h. die Verhandlungen über die Wiederherstellungsfrage da wieder auf- zunehmen, wo man sie am 4. Januar 1923 hat feststellen lassen, schreibt: Die Industrie kann nicht den Seifenblasen nachlaufen, die bekannte Abendblätter Tag um Tag auffHegen lassen, um dem französischen Volke eine glänzeride Zukunft vorauszusagen.

Pertinar bezeichnet im Echo de Paris die Reise Loucheurs nach England als sehr inopportun. Frankreich dürfte weder in Berlin, noch in London oder Washinaton Zweifel an seiner Entschlossenheit entstehen lassen, da derartige Anzeichen von der deutschen Provaaanda sofort ausgebeutet werden und leicht den Eindruck erwecken könnten, als ob die französische Reamm-nq unruhig und schwan­kend sei. Die Vermittler seien durch hiefe Ver­öffentlichung aufs neue ermutigt worden, ob­wohl dieser Plan in seinen Einzelheiten der Auffassung der französischen Re- gierung ganz entgegengesetzt sei.

Der entschlossene Abwehrwille der Gewerkschaften.

In Dortmund tagte am Freitag eine Kon­ferenz der freien Gewerkschaften aus dem be­setzten Gebiet. In einer einstimmig angenom­menen Entschließung wird betont, daß die ge­werkschaftlich organisierten Arbeiter, Ange­stellten und Beamten des Ruhrgebiets nach wie vor auf dem Standpunkt stehen, daß der Ein­bruch des französischen und belgischen Milita­rismus ins Ruhrgebiet mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln des passiven Widerstandes uvgeweyrr iuer^äikUÄ- v 'i lammen stoße mußten durch das belönnene Ver­halten der Arbeitnehmerschaft vermieden wer­den. Von der Reichsregierung erwartet die Konferenz, daß sie jede sich bietende Gelegenheit benutze, den Abwehrkampf zu einem günstigen Abschluß zu bringen. Im Vordergründe aller Verhandlungen müsse die Räumung des Ruhrgebietes stehen, das als nächstes Ziel ereicht werden müsse.

Drakonische Strafen.

Sonn, 7. April. Das Kriegsgericht in Bonn verhandelte gestern gegen einige Postbeamte und verhängte folgende drakonische Strafen: Der Präsident der Oberpostdirektion in Koblenz Franz erhielt 5 Jahre Gefängnis und 5 Millionen Mk. Geldstrafe, Telegraphen­direktor M o s e l a m, Koblenz, 4 Jahre G e - s ä n g n i s und 5 Millionen Mark Geldstrafe, Postmeister G o r k e aus Flammersfeld 3 Jahre Gefängnis und 5 Millionen Mk. Geldstrafe, Postamtmann Landmann aus Siegburg SJahreGefängnis und 5 Mil­lionen Mk. Geldstrafe.

Esten, 6. April. Vor dem Kriegsgericht Werden wurde heute nachmittag gegen die am 23. Februar verhafteten Mitglieder des zentral­politischen Ausschusses der Deutschen Volks­partei das Urteil gefällt. Der Geschäftsführer der Essener Ortsgruppe, Droescher, und der Kruppsche Beamte Rinke erhielten je drei Monate Gefängnis und 100 000 Mark Geld­strafe, die übrigen Angeklagten je vier Wochen Gefängnis und 100 000 Mark Geldstrafe. Die Untersuchungshaft wird angerechnet. Außerdem wurde der technische Angestellte Mühl­heimer von der BergwerksgeseUschaft Giaum" zu fünf Jahren Gefängnis und fünf Millionen Mark Geldstrafe verurteilt. Ein 17jähriger Drogistenlehrling, bei dem Flug­blätter gefunden wurden, erhielt zweiJahre Gefängnis und 500 000 Mark Geldstrafe.

Esten, 6. April. Gegen den Bürger, m e i st e r von Essen, S ch ü f e r, der ain 23. Fe­bruar vom französischen Kriegsgericht in Essen zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Millionen Mark Geldstrafe wegen Nichtbefolgung eines franz. Nequifttionsbefehls verurteilt worden war, fand heute vor dem franz. Kriegsgericht in Recklinghausen die Berufungsverhandlung statt. Der Anklagevertreter verlangte eine höhere Strafe als die im ersten Urteil erfolgte, während die Verteidiger darauf hinwiesen, daß Schäfer seiner Regierung den Treueid schuldig war und sich selbst entehrt hätte, wenn er sich zur Verfügung der Besatzungsbehörde gestellt hätte. Das Gericht erkannte mit vier gegen eine Stimme aus eine Strafe von drei Jahren Gefängnis und sechs Millionen Mark Geld­strafe. Vier Richter waren Offiziere des aus den Vorgängen in Buer bekannten A'ce^ liger- regiments.

Neuwied, 6. April. Der Schriftleiter derNeuwieder Zeitung", M a i e r, ist von dem Militärgericht zu Koblenz zu acht Tagen Gefängnis und 50 000 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil er der Bekanntmachuna der Rheinlandkommission über die Ein- und AusfubrbemiUiaungen in einer redaktionellen Notiz den Standpunkt der deutschen Regieruna gegenübergestöllt hatte. Der Staatsanwalt hotte drei Monat- Gefängnis beanGaat. wobei er her- norhob, daß wegen der widerspenstigen Haltung der Presse ein f^rferes Vorgehen angeordnet werden müsse.

Rücksichlslo^s Vvrqehen gegen die Eisenbahner.

Ludwigsboken, 6. Avril. Vom den bereits gestern angekündigten Stusmeifungen pfälzischer Eisenbahner aus dem Direktionsbezirk Luwigs- bafen entfallen ans Kaiserslautern 14, Landon 17, Zweibrücken 14. Neustadt 6, Landstuhl 3 Schifferstadt 1, Windheim 2, zusammen 57 Leute, meist Angehörige des mittleren Eisen- babndienstes. Bei den Ausweisungen wurde vielfach mit der b-kannken unnötiasn und empörenden Rücksichtslosigkeit verfahren. So wurde ein Beamter v o m S t e 7 b e h e * t f o t n er 5? r a u w eg­ge h o l t Die Zweibrückener Beamten mußten eine Nacht in einem enaen Raum, der keine Sisipeleaenbeit bot, zubringen. Bei der Ab­setzung der Leute am rechten Rbeinufer wurden alle nochmals einer Leibesvisitation unterzogen wobei einzelnen die letzten R-fte an Tabak und Zigarren abm-nommen wurden. Der Trons- vort vollzog sich unter besonders starker Be­deckung.

Sinnlose Gewallmeshvden.

Wie den Blättern aus Gelsenkirchen ge­meldet wird, verlanqre gestern nachmittag im Büro des Känalhafens Grimmberg der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft ein französischer Offizier den Namen und die Wohnung des Hafenmeisters. Die Auskunft wurde ihm verweigert. Nach kurzer Zeit kehrte der Offizier mit einer Kompagnie Infanterie zurück, und verhaftete den Expedienten R o s m a n n. Als Protest dagegen wurden sofort die Sirenen in Betrieb gesetzt und die Arbeiter verließen die Arbeit. Die Fran­zosen besetzten darauf den Hafen. Nach Verhand­lungen des Betriebsrats mit den Franzosen gaben diese den Hafen wieder frei.

Ausgewiesen.

Biebrich, 6. April, Ter Industrielle und Land- tagsabAkordncie Kalle bin der Deutschen Boiks- partei wurde ausgewiesen.

Düffeldors, 7. April. Oberpostmeister M ö s e r vom Pouamt Düsseldori-Oberkassel wurde mit Familie ausgewiesen, weil er sich weigerte, Briefsendunge« an saè Ein- und Aussuyramt zu befördern.

Verhaftet.

Münster, 6. April. Heute mittag wurden in Brakel der Amtslassenrendant Hagerow und der Stadtverordnete Nadel won den Franzoien aus un» betannren Gründen verhaftet und nach Castrop ab= transportiert.

zeartsrtthe, 6. April. 3n Offenburg haben die Franzvien drei Kriminalbeä'mte aus unbekannten Gründen verhaftet.

Ein Attimalum -er Zeche »Berg- maunsstütk^.

Buer, 6. Aprrl. ^duerstiWS erbrachen die Franzosen ü^nnuls dieLevensmittel- Magazine der ffuullidKn Schachlanlage veiyuUiiinMjjtiL und lieferten jetzt auch dre äleinèinderfchule in der Äuftavstrasze. Dadurch ist eine ganze Reihe sozialerEinrichlun- gen unwirksam geworden. Die ^* «egschast Bcrgtnannsglück steile den Arauzosen das Ultimatum, die Tsrpvsten sofort zurück- zuziehen, widrigenfalls auch die -iotslandsar- veiten eingestellt würden. Es besteht also die tvesahr, daß die größte preußische Schachtaulage ersauft. Das Gas­werk der Zeche Bergmanltsglück, das auch dir venachbarten fiskalischen Schachtanlagen mit Mas versorgt, liegt vereits seit Ur o n t a g ftiIL Die Franzosen haben alle Büro- räume der Zeche erbrochen und alle Schriftstücke durchstöbert und durcheinander ge­worfen.

Französischer Wööel-iehstahl.

Einer Blättermeldung aus Köln zufolge haben Die Franzosen aus dem städtischen Möbel- lager in Duisburg 30 Wohnungseinrichtungen im Werte von mindestens einer Milliarde Mark entwendet. An eine Anzahl Duisburger Dau- firmen wurde die Aufforderung gerichtet, von den Fra.izofen beschlagnahmte Wohnungen in Stand zu setzen. .

Besetzung von Zuckerfabriken.

Darmstadt, 6. April. Die Zuckerfabrik Groß-Gerau wurde von den Franzosen besetzt. Der Zweck der Besetzung soll die Beschlagnahme von Zuckerrübensamen sein. Bei der Zuckerfabrik in Offstein soll dieselbe Maßnahme getroffen worden sein.

508 Millionen Bankgulhaben geraubt«

Z« Bochum erbeuteten die Franzosen bei der gestern schon gemeldeten Besetzung der Großbanken insgesamt 508 Millionen Mark. Drei Bankbeamte sowie der Direktor der Commerzbank wurden verhaftet.

Die Anlwort auf Grützners Prokesk«

Elberftld, 6. April. Aus den Protest der Düssel, dorfer RepierungSpräsidenten Dr. Grützner gegen die Bluttat der Franzosen in Esten hat General Denvigxe erwidert:

Ich habe die Ehre, Jb»en mitzuteilen, daß Herr General Degoutte von Jbrem Brief vom 2. April d. I. nicht Kenntnis nehmen kann, da Eie seit dem 18. Februar d. Jr. bei ihm nicht me6r als bevollmächtigt gelten. Ich schicke den fragt Brief, den Sie ihm unter meiner Anschrift übersandtbaben, zurück. Eez.Denvigne.'

Sadisien.

Ein amtliches Protokoll.

Die stanzöstschen und belgischen Truppen geben im Ruhrgebiet täglich neue Beweise ihrer Menschlichkeit geoenüberderZivilbevölkerung.

(Der ftanzösischeKriegsminister Maginot

' in seiner Kammerrede.)

Der am 24. 9. 1897 zu Duisburg-Meiderich ge­borene Heinrich SchiNnski, der von den Belgiern wegen verbotenen Wastentragens in Ruhrort ver­haftet wurde, machte nach seiner Flucht vor der deutschen Behörde folgenkeAussagen: Aml.März 23 wurde ich in Duisbürg-Ruhrort wegen verbotenen Waffenbesitzes verhaftet und abgeführt. - Man führte mich des Abends gegen 11 Uhr in das Wachtlokal öer belaiâa Xm^pen. f)ier mareu etwa W Wacht­posten anwesend,welche mich derart mißhandelten, daß ich 3 Tage kein Glied rühren konnte, außerdem verweigerte man mir jede ärztliche Behandlung, vis sich endlich die deutsche Behörde für mich ins Werk legte. Hierauf wurde mir ein Arzr zugewiefen. Auf dem Wege zum Arzt war mir Gelegenheit ge­boten, zu entfliehen. Ich enttarn auch glücklich und gebe nunmehr, nachdem ich das besetzte Gebiet hinter nur habe folgendes an:

Die an mir verübten Brutalitäten seitens der Belgier trugen sich folgendermaßen zu: Kaum hatte ich das Wachtlokal betreten, als die Belgier auch id)on mir Stöcken und |on]tigen Gegenständen, Stahlhelmen ryw. über mich herfielen und niich besinnungslos lajlugen; dann traktierten sie mich mit ^Ubtruten. bis ich in einer Ecke liegen blieb. Man holte einen Eimer Wasser und jchultete chn über mich, jo daß ich wieder meine Besinnung er­langte. Man griff auch bei den Haaren und schleppte mich in einen Nebenraum, wo eine Wasserleitung mit drei AASgußhäynen vorhanden war. Hier mußte ich mich, unter nieten Schmähungen und Bedrohuugen mit einem Nevolver, vollständig aus« ziehen, wurde dann unter einen Wasserhahn gesetzt, man lieg eiskaltes Wasser über meinen Körper laufen; damit aber noch nicht genug, an den beiden andern Zähnen wurde nunmeyr ein immer mit Wasser gefüllt und über mich geschüttet. Schreckte tch hierbei zurück, ,o wurde icy mit Fauslschlagen und Kolbenstoßen oedachl. Nachdem sie muh hier genügend schikaniert yatten, mußte ich mir die Hosen anziehen, balln wurde an einem Abflußhahn ein Wasser^chlauch be« lefugt und der Schlauch wurde mir hinten in die yo|e hinelngepeckr und dann das Wasser laufen gelassen. Nunmehr stellte man mich unter Be­wachung eine Bierletslunde ins Freie.

Tränn wurde ich wieder hinemgeholt und an den glühenden Ofen zum Trocknen gestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde ich mit glühenden Kohlen uuo <figareuen|iummeln beworfen. Auch hiervon habe ich einige Brandwunden baoongetragen. Von oer Wache wurde ich bespien. Auf einer Kiste mußte io? mit einem Besenstiel Gewehrgriffe vor- macyen, wobei ich an öle Kiste gestoßen wurde, loöaß ich jedesmal mit dem Hintertopf an die Wand schlug.

Siurse Meldungen.

In Carmen muritti heute nachmittag ein fra«- jtsischer Offizier uns vier Eolsaten, »ie pcy ans eine« »traBenba^niDageH nngebüyrluy benahmen, verhaftet und in« bqe|te Gebiet abgegeben.

Xie Deutsche Steuerung yat bei der Botschafter- lonscrenz durch bie beutle Boychaft in Pari» den wntrag gefreut, fass bei den zur Zeit zwischen ihi und den SlenieUanbcrn schivebeuoen ^eryandcungen »ie trage der Lynen »on int Mcmclpebiet ansässigen Personen für Deutschland zur ^plachc iommen sollte zu dreien Lerbanbiungen hinzugèjdgen zu werden.

In Pnir« ist eine -Ujabrige prau Madeleine Ferrü, eie gestern »onmttag P»incard, als er dar leit einiger Zeit dem PuNilum zug«n,liqe Bild der éixnabme »on Dounnmont »elidfhgtigte, oem Mimsiex- »rajietntcn ,M»r»cr Porncars" jurtef, feftgenommen werben.

Dollar (10 Mr oorm.) 21000