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Hanauer

General-Anzeiger

Amtliches Organ für SlaSl- und Landkreis Kanan a. M

lger

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Nr. 79

Donnerstag den 3 April

1923

Das Neueste.

Die Protestnote der Reichsregierung gegen das französische Blutbad in Essen ist gestern überreicht worden.

Die japanische Liga für den Volkerbunds­gedanken hat zur Ruhrsrage eine Entschließung an 60 Schwestcrligen der verschiedenen Staaten gesandt.

Reichskanzler Dr. Cuno ist von seiner mehr- tägigen Krankheit wieder soweit hergestellt, daß er das Bett verlassen konnte.

Kardinalerzbischof Dr. V. Faulhaber hat eine Reise nach den Vereinigten Staaten anzetreten.

Das Ergebnis der Reise der österreichischen Bundeskanzlers Dr. Seipel nach Rom wird u. a. in »em demnächstigen Abschluß eines vollwertigen öster­reichisch-italienischen Handelsvertrages bestehen.

Frankreichs die Andern und Wir.

An die Spitze jeder Betrachtung dieser Tage ist immer wieder zu setzen: Alle Kombinationen über Deutschlands Zukunft, alle Erörterungen über unsere eigene Lage sowohl wie über ge- wisfe Veränderungen in der außenpolitischen Konstellation sind völlig zwecklos und fallen in sich selbst zusammen, wenn die erste Voraus­setzung für die deutsche Zukunftsentwicklung nicht unverbrüchlich aufrecht erhalten bleibt Das einmütige Durchhalten im Abwehrkampf. Noch steht diese Front fest und unerschüttert und deshalb können wir auf diesem sicheren Fundament uns auch immer wieder Rechnung darüber ablegen, ob und welche Veränderungen in der Welt draußen ein­getreten sind oder sich vorbereiten und wie sie auf uns zurückwirken.

L r a u U e i cd zuerst: ZrM besondere Er­eignisse beherrschen die jüngste Entwicklung: Die letzte Debatte der französischen Kammer mit einer Erklärung dès französischen Minister­präsidenten und das Blutbad in Essen. Durch allerhand taktische und parlamentarische Schiebungen ist es Herrn Poincare gelungen, eine ausführliche Kammerdebatte über die Ruhrinvasion und ihre Folgen vor mehr­wöchentlicher parlamentarischer Pause zu ver­hindern. Ein Blick in die französischen Zeitun­gen genügt, um festzustellen, daß diese Ver­tagung und ihre Begleitumstände die öffentliche Meinung in erhebliche Unordnung versetzt hat, sodaß erst die blutigen Geschehnisse in Essen und die geradezu haarsträubende Verdrehung aller Tatsachen für die französische Stimmungsmache wieder eine etwas einheitlichere Linie ge­schaffen haben. Aus diesem Chaos der franzö­sischen öffentlichen Meinung ragt trotzdem die letzte Erklärung des Ministerpräsidenten zur Ruhr- und Reparationsfrage hervor. Im Ge­gensatz zu früheren Erklärungen ist Poinarë nunmehr bereit, auch auf Grund eines von ihm geforderten neuen deutschen Angebots an alle Reparationsgläubiger auch seinerseits in Ver­handlungen einzutreten, während er bisher nur non dem Verlangen einer deutschen Kapitula­tion und direkten Angeboten Deutschlands an Frankreich gesprochen hatte. Aufrechterhalten bleibt die Forderung, daß in diesem neuen deutschen Angebot eine Räumung des besetzten Ruhrgebietes nur etappenweise, d. h. nach ent­sprechenden deutschen Zahlungen vorgesehen sein dürfte. Es wäre ganz gewiß recht voreilig, aus dieser letzten Erklärung des Herrn Poincars bereits auf so etwas wie eine Schwenkung der französischen Politik zu schließen. Immer­hin bedeutet diese Erklärung insofern ein neues Stadium in unserem Abwehrkampfe, als von >etzt ab nach offizieller Erklärung Frankreichs vieses den Versuch aufgegeben hat, Deutschland allein und von sich aus auf die Knie zu zwingen, um ihm dann einseitige französische Kapitula- twnsbedingungsn zu diktieren.

Die Frage liegt nahe: Welche Schlüsse kann Deutschland daraus in Bezug auf seine eigene Politik und in Bezug auf eine gewisse Veränderung in dem Verhalten der anderen Mächte gegenüber Frankreich ziehen? Zuerst einige wenige Worte über die deutsche Politik nach außen hin. So schwer es uns nach dem Essener Mord auch werden mag, wir müssen daran festhalten, daß ein Staat in unserer Lage kein Recht darauf hat, seinen Gefühlen völlig freien Lauf zu lassen. Wir kämpfen um unsere Existenz so müssen wir manche Gefühle un­ausgesprochen lassen und alles darauf ein, stellen, den Staat zu retten, d. H. Deutschland zu gleichberechtigten Verhandlungen an den all­gemeinen Konferenztisch zu führen. Dabei er= sichst uns die Aufgabe, trotz aller Hemmungen und Schwierigkeiten unbeirrt den Kontakt und u« Berührung mit der Entwicklung der großen

Politik draußen aufrecht zu erhalten. In diesem Sinne ist eine neuerliche Oster-Erkläruna des Außenministers zu begrüßen, die wiederum Folgendes feststellt:Das deutsche Volk und seine Regierung ist zu einer Politik der Ver­ständigung mit Frankreich bereit; sie werden aber nicht die Hand zu einer Politik bieten, die deutsche Gebiete im Stiche läßt, deutsche Hoheitsrechte preisgibt und unerfüllbare Ver- vflichtungen auf sich nimmt. Die Gegenüber­stellung dieser Erklärung mit unserer Abscheu, unsere Verachtung und unserem Protest gegen die Essener Bluttat zeigt auf das Deutlichste, wie ernst unsere Lage ist, und welchen schmalen und fast übermenschlich schweren Weg unsere Politik zu gehen hat.

Und die Anderen? Die französische Politik wird alles versuchen, den Essener Vorfall zu verdrehen und womöglich noch als eino deutsche Provokation hinzustellen. Es wird also nötig sein, mit aller Energie die Wahrheit über Essen ins Ausland zu tragen. Aber so traurig der Vorfall an sich ist, er tritt an Wich­tigkeit doch gegenüber dem aro^en Problem der Lösung und Liquidierung der Ruhrinvasion zu­rück. und neben der traurigen Stimmungs­mache, die Frankreich zu seinen Gunsten in diesen Tagen widerum "ersuchen wird, steht die große Frage danach, ob jene anderen, in erster Linie England, Amerika. Italien und Bclaien und in zweiter Linie die neutralen Staaten, nicht endlich eine klare Einstellung zu dem deutsch-französischen Kampfe gefunden haben oder wenigstens zu finden sich anschicken. Die Antwort «auf diese Frage ist Gerate deshalb umso wichtiger, weil eben dw französische Politik ihre eigene Gebundenheit an die Inter- effen der anderen in der vorher wiedergegebe- nen letzten^ Erklärung Poincarès ausdrücklich bescheinigt hat. Kein Zweifel, daß der wichtigste der anderen Staaten, England, in immer zu­nehmendem Maße das französische Unter­nehmen mißbilligt. Die aufeinander folgen­den Debatten im Unterhause haben an Be­stimmtheit zugenommen, und eine große Mehr­heit des englischen Volkes wünscht lieber heute als morgen die Wiederkehr geordneter Zustande auf dem Kontinent. Italien, das unter Mussolini mehr als je schwankende, stellt sich in seiner eigenen Haltung mit aller Deutlichkeit auf das jeweilige Verhältnis zwischen Frankreich und England ein. Je klarer also Englands Miß­billigung von Frankreichs Taten wird, umso größer das Echo auch in Italien und das wollen wir nie vergessen auch in Amerika, das zwar immer wieder seine Wirtschaftskreise vernünftige Worte sprechen läßt, dessen offizielle Politik aber nach wie vor im Schatten bleibt. Belgien, der bisher treueste Trabant Frank­reichs, versucht seit der Brüsseler Konferenz sichtlich, die französische Politik in der Richtuna einer baldigen Liquidierung des Ruhrunter­nehmens zu beeinflussen. So kommt es, boS in den letzten Tagen und gerade über die Oster­pause hinweg sich vorläufig noch recht leise, aber doch immerhin tatsächlich eine gewisse Dis­kussion zwischen England, Italien und Belgien angesponn iu hat. die man wohl als das öffent­liche Echo jener Vorgänge bezeichnen kann, die zu der letzten Erklärung Poincaräs bezüglich der Rückkehr zur Bereitwilligkeit zu gemein­samen Verhandlungen geführt haben.

Daß die neutralen Länder, Slieh, Hol­land, die Schweiz und die nordischen Staaten zwar uneinheitlich, aber doch ,benfo unzwei­deutig überwiegend weiterhin gegen Frank­reichs Politik Stellung nehmen, nützt uns zwar im Augenblick noch recht wenig, darf aber auch gerade bezüglich kommender allgemeiner Ver­handlungen in seiner Bedeutung nicht unter­schätzt werden.

So ergibt sich im Ganzen, daß die deutsche Außenpolitik auf dem richtigen Wege war, als sie rechtzeitig sieb daran erinnerte, daß der deutsche Ab r-hrka nvf nur ein Glied in der Kette der Entwicklung wichtiger politischer Vorgänge draußen in der Welt ist und daß das deutsche Interesse ge­bieterisch fordert, auch im Abwehrkamps und als Hilfsmittel für seine erfolgreiche Bèendigung den Kontakt mit jener Welt draußen so klar und so groß wie möglich zu gestalten. Noch zeigt sich kein Ende und keine Lösung des Kampfes aber die Wege und die Richtung dahin be­ginnen sich allmähiich abzuzeick-nen. Drum neben Besonnenheit auch Klarheit und Bestän­digkeit im deutschen Vorgehen und ganz befon- ders auch in allen verantwortlichen Aeußerun­gen in der Richtung auf das Ausland. Wir haben uns über einen Mangel daran nicht zu beklagen. Aber sie alle dürfen noch weniger als bisher nur auf Zusammenfassuna nach innen

abgestellt sein, sie müssen auch der anderen nicht minder wichtigen Forderung genügen, daß jede von ihnen der draußen sich anbahnenden Entwicklung unmißverständliche Anhaltspunkte zur Bewegung nach vorwärts gibt!

Poinearös Mitschuld am Essener Massenmord.

Die deutsche Protestnote.

Der deutsche Geschäftsträger in Paris wurde beauftragt, der französischen Regierung wegen des Vorfalls in Essen folgende Note zu überreichen:

Die Besonnenheit und Geduld, mit der die Bevölkerung des Ruhrgebietes lange Wochen hindurch alle Arten von Gewalttaten der Einbruchstruppen ertragen hat, haben es nicht verhindert, daß französische Soldaten an dieser Bevölkerung jetzt ein Verbrechen ver­übt haben, das alle bisherigen Untaten in den Schatten stellt. Am 31. März hat ein in die Kruppschen Werke in Essen eingedrungenes französisches Kommando, ohne angegriffen oder auch nur bedroht zu sein, in eine Menge friedlich demonstrierender Arbeiter hinein­geschossen und einentsetzlichesBlutbad angerichtet. Dreizehn Arbeiter wur­den getötet, mehr als dreißig ver­wundet Die Verwundungen sind zum Teil so schwer, daß weitere Todesfälle zu befürchten sind.

Im einzelnen wurde über den Verlauf der Ereignisse von den deutschen Behörden fol­gendes feftgeftellh Am 31 März morgens gegen 7 Uhr besetzten französische Militärabteilun­gen ohne vorherige Ankündigung in den Krupp­schen Werken die beiden Hallen der Last- und Personenkraftwagen. Während die Besetzung der Halle der Lastkraftwagen alsbald aufge­hoben wurde, verblieb in der mitten in der Fabrik gelegenen Halle der Personenkraftwagen ein Kommando von einem Offizier und elf Mann, das die Halle besetzt halten wollte, bis eine x Eston französischer Offi­ziere die brauchbaren Fahrzeuge ausgesucht und beschlagnahmt hoben würde. Auf den Krupp- Werken bestand, ähnlich wie auf anderen Werken, zwischen der Werkleitung und dem Be­triebsausschuß der Arbeiter- und Beamtenschaft die Verabredung, daß im Falle einer militä­rischen Besetzung ein Signal für die Ar­tz e i t s e i n st e l l u n g auf den besetzten Wert­teilen gegeben werden lollte. Nachdem etwa um 8 Uh- zwei Mitglieder des Betriebsrates vergeblich mit dem Führer des Kommondos verhandelt hatten, wurden auf Grund jener Verabredung und zwar im Einvernehmen zwischen dem Direktorium und dem Betriebs­rat, gegen 9 Uhr als Signal für die Arbeits­einstellung in dem benachbarten Fabrikbezirk die D a m p f j i r e n e n gezogen. Die Arbeiter dieses Bezirkes verließen darauf die Arbeits­stätte und versammelten sich in großer Menge in der Umgebung der besetzten Halle, um gegen den militärischen Eingriff zu demonstrie­ren. Die Führer der Arbeiterschaft wieder­holten ihren Versuch, das Kommando unter Ge­währleistung seiner persönlichen Sicherheit zum Fortgehen zu bewegen. Obwohl der französische Offizier das Anerbieten ablehnte, blieb die Menge in voller Ruhe. Sie hat während der ganzen Zeit den Raum vor der besetzten Halle frei gelassen; auch wurden um 10% Uhr die Sirenensignale e i n g e st e l l t. Kurz nach 11 Uhr ließ jedoch der französische Offizier ohne jede Warnung plötzlich das Feuer eröff­ne n. Nach dem ersten Schuß lief die Menge auseinander, wurde aber auf der Flucht noch weiter beschlossen. Die französischen Sol­daten haben dann die Kruppschen Werke ver­lassen, ohne daß auch nur einem von ihnen ein Haar gekrümmt worden wäre.

Vergeblich wird von französischer Seite versucht, diesen Tatbestand zu fälschen und so über das schwere Verschulden der Vesatzungstrilppen einen Schleier zu werfen. Sofort nach dem Vorfall hat die Havas - Agentur Meldungen zu verbreiten gewußt, wonach die Arbeiter das französische Kommando mit Revolvern bedroht, mit Steinen beworfen und mit heißen Dämpfen angegriffen hätten. Die Agentur fügt hinzu, das ganze Unglück fei von entlassenen Beamten der Schutzpolizei provozier! morden, die man zu diesem Zwecke in die Betriebe eingestellt habe. Die ver­nommenen Augenzeugen bekunden überein­stimmend, daß keiner der Arbeiter einen Revolver hatte un* daß sich die Menge trotz ihre» begreiflichen Erregung zu keiner Tät­lichkeit oder Drohung hat hinreißen lassen. Die

Havas-Agentur selbst muß zugeben, daß die Soldaten nicht die geringste Der- l e tz u n g erlitten haben. Ihrer Mitteilung über einen angeblichen Angriff mit heißen Dämpfen liegt nichts anderes zugrunde, als die Tatsache, daß hinter der besetzten Halle eine Schmalspur-Lokomotive stand, deren Abdämpfe in bie Fenster der Halle eindran­gen. Die Unterstellung, der Vorfall sei auf Veranlassung der Werkleitung von früheren Be­amten der Schutzpolizei provoziert wor­den, ist zu plump, als daß sie der Widerlegung bedürfte. An dem Versuch, die Schuld an dem ,Vorfall dem Direktorin n der Werke zu­zuschieben will sich anscheinend auch der fran­zösische Befehlshaber in Essen beteiligen. Er hat am Tage nach dem Vorfall drei Mitglieder des Direktoriums und einen Abteilungsleiter verhaftet und ins Zuchthaus Wer­den abführen lassen. Dieses neue Unrecht, das schuldlose Männer der Frecheit und zugleich das größte Unternehmen des Ruhrgebiets der Füh­rung beraubt kann den wahren Sachverbalt nicht verdunkeln. In Wahrheit ist von deutscher Seite nichts anderes geschehen, als daß die Ar- beiterschaft auch in diesem Falle gegenüber dem rechtswidrigen Eingriff in ihre Produktions­stätten ihren Entschluß bekundet hat, nicht unter französischen Bajonetten zu arbeiten Dieser Entschluß ist. ebenso wie die ruhige Art, in der er bekundet wurde, den französischen Truppen aus ihren früheren Erfahrungen im Ruhrgebiet genau bekannt, sodaß er ihnen nicht im geringsten Anlaß zu ihrem mörderischen Vorgehen bieten konnte. Die Verantwor­tung für die unheilvolle Tat fällt aber nicht allein auf die französischen Truppen, sondern auch auf die französische Regierung selbst. In zahlreichen deutschen Protesten wurde ihr das gemalttätigeVorgehen d e r T r u p p e n im Ruhrgebiet immer wieder vor Augen geführt. Die Proteste sind unbe­antwortet geblieben, und es ist nichts davon bekannt geworden, daß sie zu einem Einschreiten gegen die Schuldigen Anlaß gegeben hätten. So ist es nur zu erklären, daß die Vergewaltigung der Bevölkerung von Woche zu Woche gröbere Formen angenommen hat, und daß die französischen Soldaten es nun auch fertig bringen, durch skrupellose Beschießung der wehrlosen und friedlichen Menge zahlreiche Menschenleben zu vernichten.

Die deutsche Regierung erhebt feier- lichen Protest gegen die frivole Bluttat. Sie fordert für die Opfer und ihre Angehörigen volleGenugtuungund verlangt, daß die zur Bemäntelung der französischen Schuld ver. hafteten Personen sofort in Freiheit gesetzt werden.

Die Note ist zugleich auch den übrigen Hauptmächten desDersailler Ver­trages zur Kenntnis gebracht worden.

Die Beisetzung der Opfer.

Bochum, 4. April. Der Kommandierende Generai in Essen, Jacqiicmot, rickicte heute an die Gewerk- schaitkn fol ende? Schreiben:

Der Kommandierende General widersetzt ft» nicht icr öffentlichen Bestattung der am 81. Mâr, gefallen«, Arbeiter unter der Bedingung, bas bie Ordnung nicht gehört wird, weil er der Ansicht ist das die Ereignisse nicht durch hie Arbeiter selbst, sondern durch die Bev treter be« Kapitalismus veeursacht worden sind, bis üe Arbeiter gegen die Franzosen aufgehetzt haben. w

Zur Linderung der Not.

Berlin, 4. April. Die Leitung de» Deutsche« V o l k s o p f e r s bat der Firma Krupp in Essen zur Linderung der ersten Not der Opfer bet Essener Blut- bade« 20 Mllli onen M ar k überwiesen.

Die deutsche Gesandtschaft im Haag bat dem Reich»' präsenten 4100 Gulden gleich etwa 34 Millionen Mark, das Ergebn!» der Sammlung der Herren be Barr, und Mendelssohn L Co. übersandt. Der Reicht- Präsident beiummte, daß der Betrag jur Linderung da Slot in Deut chland, insbesondere un Ruhrgebiet, Ver­wendung finden soll.

Wil derPeilschez.Arbeit angeMeben.

Bochum, 4. April. Aus der neubcsetztcn staat­lichen ZeweBergmanntzglück" befindet sich die Beleg- ichast noch im Streik. Da die Stellwerke von «Bergniaunsglück" durch die Franzosen beiept gehalten werden, sind die Zechcubahucn vonBergmannSglück" uad Westernoldt" nicht benutzbar. Die Franzosen sind obne voihciige Verhandlungen dazu nbergegangcn, mit eigenhändig entwendetem Matenal der Zeche »le Kokr­und Kohlenlaciervtätze abzuzäunen. Er ist einwandfrei" seugcstellt worden, daß die Franzosen bei ihren Be­mühungen, bie dort lagernden Kohlen- und Kokr- bestände abzusadren, französische Gefangen« al« Arbeiter benutzen, die unter strenger Aufsicht stehen und mit der Peitsche , u r A r d e i t a n ge­trieben werden.

LoUar (10 ähr oorm.) 21000