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ßanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger- / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M. z^^X

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Nr. 74

Mittwoch den 28. März

1823

Das Reueste.

Kas Befinden de» Reichskanzlers ist iwerändert.

3m Finanzausschuß der franz. Kammer «klärte Poincarö, daß man eine verlängerte mb stabilisierte Besetzung ins Auge fassen müsse.

Die Franzosen haben die Handelrkam- Mttn von Bochum und Essen besetzt.

Auf von den Franzosen militarisierten kkismbahnstrecken haben sich wiedemm zwei Anfälle ereignet.

Vom Auswärtigen Ausschutz.

Gestern mittag fand die angekündigte Sitzung des Auswärttgen Ausschusses des Reichstages statt, an der vom Reichskabinett neben dem Minister des Auswärtigen von Rofenbergdie Minister Oeser, Luther, Albert, Heinze, Becker und vom Wie- dermrfbauministerium Staatssekretär Dr. Mül- ter sowie zahlreiche Mitglieder des Auswär­tigen Ausschusses des Reichsrates, der preu-

ßische Ministerpräsident Braun, der baye­rische Gesarrdte v. P r e g e r, der sächsische Ge­sandte Gradnaüer und andere teilnahmen. An Stelle des erkrankten Reichskanzlers be­richtete der Reichsminffter des Aeußern Dr. ft Rosenberg in ausführlicher Rede über die politische Lage, namentlich über die franzö­sisch-belgische Ruhr-Aktion. Nach diesem , Referat sprachen die Abgg. Müller- Fran­ken (Soz.), Spahn (Ztr.), Helfferich DM),Stresemann(D. Vpt.), Gothein (Dem.), Koenen (Komm.) und Breit- scheid (Soz.).

Der Ausschuß war e i n m ü t i g in der A b- lehLung der von der, französischen Reaie- Wgeforderten K a pituration^

Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Fortführung des passiven Wider­standes mit dem Ziel, hierdurch und durch internationale Abmachungen die Befreiung des Ruhrgebietes von der heutigen unrechtmäßigen Invasion herbeizuführen. In feinem Schluß­wort beantwortete der Reichsminister Dr. v. Rosenberg noch verschiedene Anfragen.

Der Ms vorliegende amtliihe S itzun gs- 6 "icht hat folgenden Wortlaut:

... An der heutigen Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten wies der ^rchsminister des Aeußern von Rosenberg an Hand amtlicher Dokumente daß die deutschen Vertreter in Paris er« P â)tigt und gerüstet waren, den deutschen "eParationsplan der dort vom 2. bis ^T^nuar tagenden Konferenz der Minister- Msldenten fchrifllich vorzulegen und mündlich zu erlautem und ihn für den Fall, daß ein uunsliches Gehör nicht gewährt werde, der ubauf schriftlichem Wege zu Auf die Frage, wie sich die Reichsregierung - Vorschläge des Staatssekretärs

d e s stelle, den dieser in seiner Rede in 27* ^torischen Gesellschaft in Newhaven am to'. , -^Seinber entwickelte, antwortete der ^bminister, die deutsche Regierung halte nvon Hughes gewiesenen Wegsürgang- ^^"?. glaube, daß das Heil nicht nur der M i eil'9ten Mächte, sondern eines großen ein ^alt davon abhänge, daß dieser oder si^?unllcher Weg beschritten werde. Nach An- g^der Regierung sollte die von Hughes vor- fin» ne internationale Kommis- [Qcb n ®°n Geschäftsleuten oder ein ähnliches vn ^^Eandiges oder unparteiisches Gremium, El-i^ Deutschland und Frankreich mit voller ,,.i^derechtigung teilnehmen, möglichst bald wor^^^treten und folgende Fragen beant-

1^^* hat Deutschland bisher ge« kann und soll Deutschland ge« ! Ä uoch leisten?

[tun»» L f welche Weise können diese Lei- ' bewerkstelligt werden?

färith < Dieser oder ein ähnlicher Weg be« ^en '° wirre die Reichsregierung bereit, an

m^nationalen Kapitalmarkt Anip'^^Egung einer möglichst großen hit I heranzutreten, die von Deutschland bötia f Don dem Anleihekonsortium als bnd ^"hneten Sicherheit auszustatten rungen einzmenen. r/ie ,ru»zvniuie ^^»lerung E Frankreich oder die Alliierten als so« werde jedoch nur amtlichen, von der deutschen iier b a r e r Vorschuß zu behändigen Regierung ausgehenden Vorschlägen Folge urüc. Die Regierung sei überzeugt und leisten. Wenn halbamtliche Vorschläge ihm

^ erforderlichenfalls durch geeignete Maß- von neutralen oder von alliierten Wächten

würde.

nahmen auch in gesetzlicher Form dafür sorgen, daß die deutschen Industrie- und Wirtschafts­kreise ihre Kraft in den Dienst der so auf das Erfüllbare zurückgeführten deutschen Repara­tionspflicht stellen. Die deutsche Regierung habe im Laufe der diplomatischen Konversatio­nen die w i ch t i g st e n der an Europas Schick­sal interessierten, aber nicht unmittelbar am Ruhrkonflikt beteiligten Mächte, ohne Anträge zu stellen oder Wünsche zu äußern, von dieser Anschauung in Kennt­nis gesetzt, habe sie aber gleichzeitig auf die Schwierigkeit des Problems hinge­wiesen, wie Deutschland Sicherheit dafür verschafft werden könnte, daß die über den Ver­trag von Versailles hinaus besetzten Gebiete geräumt und vertragsmäßige Zustände im Rheinlande wiederhergestellt werden. Das Problem sei, abgesehen von den täglich sich verschärfenden Leiden der Bevölke­rung und der dadurch bedingten Gefahr eines Ausbruches der Volksleidenschasten deshalb so wichtig, weil die Reichsregierung sich nicht den­ken könne, daß irgend ein sachverständiges Gremium in der Lage sein werde, ein sicheres Urteil über die tatsächliche L e i st u n g s - fähigkeit Deutschlands abzugeben, bevor dem gewaltsamen Eingriff in das deutsche Wirtschaftsleben und der dadurch verursachten Wertvernichtung Einhalt geboten sei. Auch sehe die Reichsregierung keine Möglichkeit, daß das deutsche Volk seine einzige Waffe, den passiven Widerstand, aus der Hand legen könne, ohne daß auch der Gegner sich auf die Linie des Status quo ante zurückziehe.

Zu der von Frankreich in der letzten Zeit in den Vordergrund geschobenen Frage der politischen Sich erh eiten verwies der

unh ;n her Reichsminister auf den deutschen Vorschlag des . Rheinlandpaktes und auf das Gebiet

friedenssichernder Vereinbarungen, die auf dem Boden der Gegenseitigkeit aufgebaut sein müßten.

Hinsichtlich des Handelsverkehrs aus den besetzten Gebieten nach dem Aus­land, namentlich nach England, bemühe sich die Regierung, wie der Reichsminister wei­ter aussührte, eine Regelung zu finden, die ohne Durchbrechung der deutschen Widerstands­kraft den Bedürfnissen des ausländischen, namentlich des englischen Warenverkehrs prak-

tisch Rechnung trage. Die Quintessenz dieser glischeAnregung zurückzuführen-

auf en,

den Regelung laufe darauf hinaus, daß die vor einem bestimmten Termin abgeschlossenen Handelsverträge neutralisiert werden, d. h. daß in Ansehung dieser Kontrakte sowohl die französisch-belgischen Besatzungsbehörden, als auch die deutschen Behörden sich jeder Kon­trolle enthalten sollten. Man wisse, daß verschiedene fremde Regierungen V o r st e l - lungen in Paris erhoben haben, um das gleiche Zugeständnis von französisch-belgi­scher Seite zu erhalten, das Deutschland bereits gemacht habe. Welchen Erfolg diese Vorstel­lungen gehabt haben, sei hier nicht bekannt.

®oincaré beabsichtigt eineverlängerte und stabilisierte" Besetzung.

Paris, 27. WSrz. Poincarè gab heute im Finanzausschuß der Kammer in Be­antwortung des ihm vorgelegten Fragebogens einen allgemeinen Ueber blies über die B e - fetzung des Bergwerksgebiets an der Ruhr in wirtschaftlicher und poli­tischer Hinsicht. Der Ministerpräsident gab nach dem Protokoll über die Sitzung z u, daß angesichts der zahlreichen Schwierigkeiten, denen man habe begegnen müssen, die bis jetzt erzieltenwirtschaftlichen Er­gebnisse der produktiven Pfänder sehr wenig bedeutend seien. Angesichts dieser Sachlage müsse man eine verlän­gerte und stabilisierte Besetzung ins Auge fassen. Dadurch könne das Ausbeutungsprogramm verwirklicht werden. Dieses Programm habe auch die Wiedereinfüh­rung der Ein- und Ausfuhrbewilligungen als Folge dec wirtschaftlichen Blockade notwendig gemacht. Die Großindustrieller seien die Seele des deutschen Widerstan­

des. Poincarè stellte die Behauptung auf, daß sie wiederholt den Versuch gemacht hätten, mit der ftanzösischen Regierung direkte Verhand- lungen einzuleiten. Die französische Regierung

unterbreitet würden, würde er sie nicht anneh- men. Er habe übrigens die Gewißheit, daß ihm derartige Vorschläge nicht gemacht werden würden. Poincare fügte hinzu, die b e l g i s ch e und französische Regierung seien darüber völlig einig, die Pfänder bis zur restlosen Bezahlung in der Hand zubehalten; die Râumungder Gebiete würde den Zahlungen ent­sprechend erfolgen. Die Räumung namentlich von E f s e n könne erst i n l e tz t e r Linie ins Auge gefaßt werden, wenn die Gesamtregelung der Reparationen erfolgt sei. Die deutschen Eisenbahnen in den Händen der Franzosen stellten das beste Pfand dar.

Aus dem Einbruchsgebiek.

Französischer Terror in Dortmund und Bochum.

Dortmund, 27. März. Heute morgen sind etwa zwei Kon. pagnien französi­sch erJnfanterie in das Innere der Stadt eingerückt, begleitet von mehreren Lastkraft­wagen und Personenautos. Sie besetzten zu­nächst die Druckerei von Crüwell. Der Besitzer Crüwell, der am 24. März auf der Reise in Scharnhorst verhaftet worden war, war von Bottrop nach Dortmund gebracht worden. In seiner Gegenwart besichtigten die Franzosen die Druckerei und erkundigten sich nach der Her­stellung und dem Verbleib des dort angefertig­ten Geldes. Rach einem kurzen Verhör wurde Crüwell wieder freigelaffen. Darauf zogen einige Trupps Franzosen zu dem der deutsch­nationalen Bewegung nahe stehenden Zahnarzt D i r s k a, dem Diplomingenieur Willy Reith und dem Rechtsanwalt K i r ch b e r g, bei denen sie eine Haussuchung abhielten, und die sie dann

verhafteten und wegführten. Um >411 _ Uhr wurde das B a uamr besetzt,

Räume nach Schriftstücken durchsucht würden.

wo einige ^^, ' '- ^ w^^ El-meyer.

Andere Kommandos der Franzosen durchsuchten die Bahnzolleinnahmestelle im Südbahnhof, das Zollamt im Hafen und die Westfälische Trans­port-Aktiengesellschaft. Im Laufe des Vormit­tags wurden die Finanzämter Dortmund- Stadt und Dortmund-Land besetzt, wo einige Steuerlisten mitgenommen wurden.

Rach einer weiteren Meldung aus Dort­mund drangen gestern vormittag dreimal hintereinander die Franzosen in das Postamt ein und durchsuchten das Gebäude unter Zer­trümmerung aller Türen die verschlossen waren. Sie raubten für ungefähr zwei Millionen Mark Briefmarken und ungefähr 400 000 Mark bares Geld.

Bochum, 27. März. Heute vormittag be­setzte eine starke französische Trup­penabteilung mit mehreren Maschinenge­wehren die Handelskammer. Gleichzeitig wurde die Wohnung des Geschäftsführers Dr. D r e s b a ch besetzt und Dresbach selbst verhaftet. Die Franzosen nahmen sämtliche alten Akten des Zweckverbandes nordwestdeut­scher Wirffchaftsvertretungen, der Getreidebörse und des Verkehrs- und Tarifbüros der Handels­kammer sowie mehrere belanglose Aktenstücke, Zeitungen und Zeitschriften der Handelskammer mit.

Blättermeldungen aus Bochum zufolge richtete der französische Zivilkommandant der Stadt andie BochumerGeschäftswelt, die seit vier Wochen als Protest gegen die Re­quisitionen der Franzosen ihre Läden geschlossen hält, die Aufforderung, bis zum 1. April wieder alle Läden zu öffnen, widrigenfalls die leitenden Personen der Geschäfte oder deren Inhaber mit Gefängnis nicht unter einem Jahre bestraft würden. Ferner haben die Franzosen damit ge­droht, den Warenverkauf selb st vor­zunehmen.

Bochum, 27. März. Die Handelskam­mer in Essen ist heute vormittag von den Franzosen besetzt worden.

Französische Schikanen.

Blättermeldungen aus Bochum zufolge wird die Absperrung der inneren Stadt neuerdings wieder sehr rücksichtslos gehandhabt. Um die Bevölkerung zu demütigen, wird von den männlichen Passanten verlangt, daß sie beim Vorzeigen des Ausweises ihre.Kopf­bedeckung abnehmen. Geschieht dies nicht, so werden die Hüte und Mützen einsach von den Franzosen heruntergeschlagen. Gestern verhafteten die Franzosen etwa 10 Zi­vilisten, weil sie beim Vorzeigen der Pässe nicht ihren Hut abgenommen hatten.

Zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Der stellvertr. Vorstand der Betriebsinspek­tion II in Ludwigshafen, Betriebsinspektor Gottfried, wurde vom Kriegsgericht Lan-

dau wegen Verstoßes gegen die Verordnung 147 (sogen. Sabotage-Verordnung) zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Koksraub.

Münster, 27. März. Auf den am Samstag be­setzten Zechen Rheinbaben, Schlägel und Eisen treffen die Franzosen Vorbereitungen zum Abtransport von Koksmengen, indem sie Schienen legen und Wagen beschlagnahmen. Auf der Zeche Rdeinbaben verladen sie mit 25 fremden Arbeitern Koks. Auf den Zechen Schlägel und Eisen sind den Truppen 70 beladene Waggons in die Hände gefallen,

ein Verbot, an Eisenbahner Gelder auszuzahlen.

Frankfurt, 27. März. Der französische Kreis» delegierte Schneebeck in Höchst hat der Nassauischen Landesbank in Hochheim verboten, an Eisenbahner Gelder auszuzahlen und angedroht, dah die Eisen­bahner, die 1. Lohn- und Gehaltslisten aufstellen, 2. Gelder zur Auszahlung in das besetzte Gebiet bringen, 3. solche Gelder auszahlen, vor ein Kriers- gericht gestellt werden.

Zuseutgleisun«.

VariS, 27. März. Nach einer HavaS - Meldung aus Mainz ist gestern abend 11 Uhr, bei der Aus­fahrt aus dem Bahnhof W i e» b a d e n infolge falscher Weichenstellung eine Lokomotive auf ein totes Gleise geraten, auf den Prellbock gestoßen und von dem etwa vier Meter hohen Damm abgestürzt. Der Zug­und der Lokomotivführer erlitten leichte Quetschungen, während der Heizer so schwer verletzt wurde, daß er heute nachmittag g e st o r b e n ist.

Weitere Answeisnngen.

Mainz, 27. März. Von den Besatzungsorganeu wurden weiter ausgewiesen: Rechtsanwalt Schwörer, der Dienstleiter der Westdeutschen ZeitungsdicnsteS Redakteur Heinz und ein weiterer Angestellter dieser Büro» Redakteur Marx, Oberstadtsekretär Bruder, Stadtsckretär Dietrich, Polizeisekretär Uebel, Direktor Schmidtgen vom Naturdistorischen Mnfeum, Lehrer "' - «s ^-t- âd Âsr Kauilliann-Z Stenz

Auch Deutschland hat Sicherungen notwendig.

London 27. März Dem diplomatischen Bericht- erstatt« derDaily Chronicle" zufolge wird in ge­wissen Kreisen ein Plan für die Lösung des Problems der Sicherheit Frankreichs ventiliert, der die Entmist, tarisierung einer breiten Zone am Rhein unter der Garantie des Völkerbundes vorsehe. DaS national­liberale Parlamentsmitglied General Spears werde in der morgigen Unterhausdebatte wahrscheinlich zu dieser Frage das Wort ergreifen. Von deutscher Seite werde an dem Plane ausgesetzt, daß er nur die Ent- Militarisierung der einen Seite der deutschen Grenze vorsehe. Im Verlaufe der Erörterungen könne von deutscher Leite sogar eine entsprechende Gegeugarantie gefordert werden, da nach dem Friedensvertrag für die Dauer das entwaff­nete Deutschland eine Sicherheit unndstens ebenso nötig habe wie Frankreich, das zu Lande und in der Luft die stärkste Macht der Welt sei. DieWcstministcr Gazette" schreibt, der letzte zur Sicherung Frankreichs aufgestellte Plan sei nahe verwandt mit dem nach dem Waffensiwsianve für eine dauernde Besetzung des Rheinlandes ausgestellten Entwurf. Kein Plan habe aber AuSficht aus Annahme durch Deutschland, der mit der Auf- rechterhaltnng deS deutschen Charakters und der deutschen Verwaltung deS Gebietes un­vereinbar sei. Die Franzosen seien ihrerseits an­scheinend nicht geneigt, einem Plane zuzustimmen, der diese Bedingungen erfülle. Das gleiche Blatt berichtet aus Paris, an amtlicher französcher Stelle werde die morgige Untcrhausdebattc über diese Frage mit großem Interesse erwartet. Man sei gespannt, ob die Debatte konkrete Vorschläge zutage fördern Werve. Sollte die? der Fall sein, so könnten die Folgen sehr ,schnell ein« treten. Die französischen Regicrungskreise stimmten der Entmilitarisierung des Rheinlandes zu.

Die Mailänder Besprechungen.

Mailand, 27. März. Jaspar kam heute nach» mittag hier an und hatte sofort eine ein stündige U.nterrebung mit Mussolini.

«om, 27. März. Trotz der geflissentlichen Be- tonung des Privatcharakters von Jafpars Mailand­reise halten es die hiesigen politischen Kreise keines­wegs für ausgeschlossen, daß die Zusammenkunft zwischen Jaspar und Mussolini eine Annäherung zwischen der Ruhr-Orientierung Belgiens und Italiens nach sich zieht. Man betont die Disse- renzen, welche die jüngste Brüsseler Konferenz zwischen der belgischen und der französischen Haltung offenbarte. DerM o n d o" hebt das gemeinsame italienisch-belgische Interesse an einer gewissen, europäischen Eleichgcwichtsbewahrung sowie den Wunsch Belgiens hervor, nicht ganz von Frankreich abhängig zu werden. Daher seien gerade Belgien und Italien geeignet, gemeinsam mäßigend und alsdann auch vermittelnd für das* gemein ersehnte Ende des Ruhrkonfliktes einzutreten.

Dollar (10 Mr oorm.) 20980