«r. 71
1923
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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.
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Samstag den 24. März ■mmm-wi.....in Mm—•! «■ ^chMSSW
Das Ksneste.
„ Der Reichskanzler ist gestern in Stuttgart âgrtroffen.
- Severing hat gestern im preußischen Land, tag eine Rede über die Geheimbünde gehalten.
— 3m Reichstag wurde gestern von der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft der Antrag ,«stellt, in welchem festgestellt wird, daß von einer weiteren Tetreideumlage abgesehen werden misse.
— Der französisch« Kriegsminister teilte der Kammer mit, daß die Truppenstärke im Ruhr« gebiet demnächst um 20000 Mann erhöht würd«.
— In der Wohnung des Meister» der Rheinischen Metallwerke in Düsseldorf wurden von den Franzosen 120 Millionen Mk. Lohngelder beschlagnahmt.
Das zwiefache „Nein".
I „Die Reichsregierung hat niemand um Ver- I mittlung gebeten — kein Wort ist wahr an dem I Gesumme von den angeblichen deutschen Ver- I mittlungsbitten und Verhandlungsfühlern, mit I denen von Paris aus die Luft erfüllt wurde." I Wir begrüßen diese Feststellung des deutschen I Reichskanzlers, die er am Donnerstag in Mün- I chen gemacht hat, denn es war höchste Zeit, den I Charakter all der Jnterventions- und Verhand- I lungsgerüchte, die in den letzten Tagen die I Welt durchschwirrten, festzustellen. Dr. Cuno I hat dies mit wenigen Worten einwandfrei be- I sorgt und die Welt weiß nun, daß der Bienen- I korb, von dem aus dieses Gesumme ertönte, in I Paris gestanden hat. Mit großem Geschick hat es die französische Regierung zu außen- und innenpolitischen Zwecken verstanden, die Auf- I merksamkeit auf die in sich selbst halllosen Rach- I richten «der deutsche Vexhanüllinasablickten LU I lent$n. Man täuschte dem ftanzöstschest Volke I vor, daß Deutschland auf dunkelen Wegen sich I Verhandlungen habe erschleichen und erbetteln wollen. So wurde bekanntlich u. a. in ftanzö- sischen Zeitungen gesagt, Deutschland habe durch England erst zweimal mit aller Energie darauf hingewiesen werden müssen, daß von dieser Seite eine Vermittlung auf keinen Fall zu er« ■ warten sei. In fetten Ueberschriften konnte die kranzösische Oeffentlichkeit lesen: „Erfolglosigkeit I deutscher Vermittlungsbitten", „Enttäuschung in Deutschland". Diese Ueberschriften mit den dies- ^züglichen Nachrichten, die die hanebüchensten Lügen enthielten, hatten den Zweck, erstens um drm französischen Volke vorzutäuschen, Deutsch- land sei am Ende seiner Kraft und verlange noch Vermittlung und zweitens, um den Mißerfolg der Poincarèschen Politik zu vertuschen.
die französische Regierung mit diesem Lügengewebe, das mit großem Raffinement aus- gedacht war, Erfolg gehabt hat, wissen wir Mt Doch dem sei, wie es wolle — man mag I so raffiniert arbeiten, um die Tatsachen zu verschleiern — eines Tages sickert doch ein Stücklein Wahrheit nach dem andern durch, bis das ganze Lügengewebe vernichtet fft. In dieser -v^iehung ist die gestrige Meldung des „Jour- ual -Korrespondenten, der sich auf einer Ruhr- ^lse befindet, bemerkenswert. Der genannte Korrespondent erklärt seinen Lesern, daß es sich Ulcht bestätige, daß Deutschland am Ende seiner ^raft sei. Jeder Deutsche habe das Bewußtsein, letzt endlich einmal die Stunde gekommen Kampf auszufechten. — In der Tat, das deutsche Volk hat das Bewußtsein, daß vlesma! der Kampf bis zum Ende ausgefochten muß und zwar bis zu einem für uns sunfbgrn Ende. Deshalb begrüßen wir die .*'"Erklärung des Reichskanzlers, die dahin .^.‘ »Jede Diskussion über die Be- umgung des gegenwärtigen Kampfes muß ayer von der vorbehaltlosen Räu- I Z des Einbru-chsgebietes aus- Es traf sich gut, daß diese entschiedenen onx beg Leiters der Reichspolitik aus dem J Deutschlands zusammentrafen mit einer ®eniger klaren Willenskundgebung aus kel^s.testen des Reiches, aus dem Kampfgebiet U m "^ Zwar waren es die Gewerkschaften 5*r9orbeiter aller Richtungen, also neben vp^i^'Ivnbahnern die Haupträger des erbittert »suhrten Kampfes mit den Franzosen und lnsAern an der Ruhr, die in einem gestern er w ° ^A"fruf erklärten: „Der Widerstand wir her mit Ruhe und Entschlossenbeit fort kawnc' air bullen unbeugsam fest im Abwehr- unbekümmert um Zuckerbrot oder an ^e, denn die französische Gewalcherrschaft An baar ist uns ein warnendes Beispiel, lliuhr ist Frankreich bisher der Erfolg ^ugt geblieben, es wird auch weiterhin keine
kohlen und keinen Koks bekommen, und der Versuch, die Haldenbestände abzufahren, wird ein Mißerfolg bleiben." Wie Hammerschläge allen die Worte auf die französischen Luft- chlösser, woran Regierung und Presse letzthin o hingebend eifrig gebaut hatten. Weder durch Zuckerbrot noch durch die Peitsche will der freie Westfale sich zum Hörigen des Poincarismus machen lassen, „wir bleiben fest in Abwehr- 'ompf für unser Recht und unsere Freiheit". Mit einer solchen Front kann der Kampf zu einem guten Ende geführt werden.
Wenn man nun sagt, der deutsch-französische Kampf kann nur durch Verhandlungen beendet werden,so trifft das selbstverständlich zu, aber diese Verhandlungen können von uns nur ausgenommen werden, wenn die vorbehaltlose Räumung des gesamten Einbruchsgebietes erfolgt. Wir müssen auf dieser Räumung bestehen, denn wir haben andernfalls die beste Aussicht dafür, daß wir bei den Verhandlungen genau so belogen und hintergangen werden sollen, wie 1918, als man uns durch feierliche Verpflichtung der Entente auf Wilsons vierzehn Punkte verführte, die Waffen abzulegen, um uns dann, als wir waffenlos dastanden, mit einem die Welt durchdröhnenden Hohngelächter zu begrüßen und in Ketten zu legen. Die Waffe, die wir jetzt haben, ist die Front an der Ruhr, die wir aber aufgeben, zum mindesten durchlöchern, wenn wir in eine Diskussion über die Beendigung des Konfliktes eintreten, die nicht von der vorbehaltlosen Räumung des Einbruchsgebietes ausgeht. Roch ist die Front gut. Erst dieser Tage konnten wir berichten, daß in einer sozialdemokratischen .Parteiversammlung in Köln den Franzosen das trotzig-herrliche Lutherwort „Und wenn die Welt voll Teufel wär' und
nicht so sehr, es soll uns doch gelingen" entgegengehalten worden ist. Kann es einen besseren Beweis dafür geben, daß der Abwehrkampf gegen den Feind keine bestellte Arbeit von Berlin, sondern der auf das Recht gestützte, elementare Widerstand eines Volkes ist, das nach vier Jahren voller Qual und Demütigungen dem Sieger ein „Bis hierher und nicht weiter!" zuruft?
Dieser Kampfeswille darf nicht geschwächt werden durch jene Richtung, di« zu Verhandlungen auf alle Fälle drängen möchte. Im Gegenteil, die Kraft und der Wille zur Fortsetzung des Abwehrkampfes muß gestärkt werden dadurch, daß dem deutschen Volke täglich die Ziele gezeigt werden, die der Feind verfolgt. In dieser Beziehung weisen wir wiederholt darauf hin, daß es Frankreich bei seinem Ruhrabenteuer ja garnicht auf Reparationen ankommt, sondern um die Zerstückelung des Deutschen Reiches. Poincarö selbst hat in den letzten Tagen an Stelle der „Bürgschaft für Reparationen", als welcher der Besitz des Ruhrgebietes anfänglich der Welt als unumgänglich hingestellt wurde, die „Sicherheit Frankreichs" vor einem revanchedurstigen Deutschland gesetzt, eine „Sicherheit", die unbedingt garantiert werden müsse. Ruhrkohlen und Ruhrkoks sind jetzt Dinge zweiter Ordnung, da mit „Entmilitarisierung", „Internationalisierung" usw. des Rheinlandes ja die „friedlichen Absichten Frankreichs" ebensogut erreicht werden könnten. Was Frankreich mit diesen Sicherheiten bezweckt, haben wir an dieser Stelle wiederholt schon ausgeführt und Reichskanzler Dr. Cuno hat das Richtige getroffen, wenn er in München darauf hinwies, daß von den Plänen zur Zertrümmerung und Aufteilung Deutschlands, die vor dem Kriege und während des Krieges zwischen Poincarismus und Zarismus verabredet wurden, der Poincarismus jetzt das verwirklichen will, was auf sein Teil kommt, was dem „Kriegsprüsidenten" Poincarè auszuführen nicht mehr beschieden war Die Erreichung dieses Zieles zu vereiteln ist Aufgabe des gesamten deutschen Volkes. Der Reichskanzler und die Bergarbeiter haben den Weg gewiesen, — das Volk hat ihnen restlos auf diesem Wege zu folgen. R. H.
Der Reichskanzler in Stuttgart.
Stuttgart, 23. März. Der Reichskanzler traf heute nachmittag 1 Uhr in Begleitung des Reichswehrministers Dr. Geßler, des Reichspostministers Stingl, des Staatssekretärs Hamm und einiger Beamten der Reichsregierung von München kommend, hier ein. Zum Empfang fanden sich am Bahnhof der Württembergische Staatspräsident Dr. v. Hieber, den seit Jahren freundschaftliche Beziehunaen mit dem Reichskanzler verbinden und Sustizminister
Bolz in Begleitung einiger Beamten der Staats- regierung außerdem waren anwesend Präsident Sigel von der Reichsbankdirektion, Präsident v. Metzger von der Oberpostdirektion, General Reinhardt, Oberstleutnant v. Omberg vom Wehrkreiskommando 5, und der württem- bergische Gesandte Hildenbrand. Die Herren fuhren vom Bahnhof zum Staatsministerium am Bahnhof. Auf dem Vorplatz und auf dem Weg zum Staatsministerium hatte sich eine vieltausendköpfige Menschenmenge aufgestellt, die den Reichskanzler begeistert begrüßte. Im Staatsministerium fand sofort eine Besprechung des Reichskanzlers mit der württembergischen Staatsregierung statt. Im Anschluß daran stattete der Reichskanzler dem Landtagspräsidenten im Landtagsgebäude einen kurzen Besuch ab und empfing hierauf die Vertreter der württembergischen Presse. Bei dieser Besprechung gab der Reichskanzler seiner Freude darüber Ausdruck, erneut beweisen zu können, welch außerordentlich großen Wert er auf die Mitarbeit der Presse bei der Durchführung der jetzigen Politik der Regierung lege. Regierung und Presse hätten die Aufgabe, die Schwachen bei dem jetzigen Kampfe zu stützen, die Schwankenden zu halten und auf dem geraden Wege fortzuschreiten.
Abends fand 311 Ehren des Reichskanzlers auf Einladung der Staatsregierung und der Stadt Stuttgart ein politisches Zusammensein statt, zu dem an Vertreter des Landtags und der Stadürerwaltung, der Industrie und des Handels, der Arbeiter und Angestellten, der Landwirtschaft, des Handwerks, der Beamtenschaft, der Presse, der Wissenschaft und Kunst sowie der Staats- und der Kirchenbehörden zahlreicbe Einladungen ergangen waren. — Staatsvräsi- dent Dr. Hieber bewillkommnete den Reichs- kanzlir im Namen der Stagts'-egierung und des württembergischen Volkes und erklärte u. a.: Wie das deutsche Volk, so steht auch das würt- temberaische Land hinter der Reichsregierung solange sie in ihrem entschlossenen und unbeugsamen Widerstand gegen die brutale Gewall verbarrt. Württembergs Volk und Regierune wollen der Reicksregierung treu zur Seit bleiben bis es wieder heißt: „Einigkeit mL Recht und Freiheit — Sind des Glückes Unter pfänd — Blüh im Glanze dieses Glückes — Blühe, deutsches Vaterland!" (Stürmische' Beifall.)
Ernste Laye der franz. Eisenindn^- t».
Da« „B. T." macht einige A »a^^«« über è»ie ernste Lage »er sranzösi'chtn Bst «ttinditstkie. Tam L bi» 14. Rärr soll das srantSstkche Äochöfrneinkansrspndikat von bet Ruhr nidi* mehr als 4—5OOO Tonnen K- ks erhalten haben. Zur Bertci'un« im Mvnat Mär habe Sem Syndikat weniger alS c n vierte' des Verbrauchs der Werke nach dem BetriebS- van» von Anfang Januar zur Vc süguna gestanden.
20 090 Mann neue Truppen für das Ruhrgebiet.
Paris, 23. März. 3m Laufe der heutige
Kammerdebatte erklärte der Kriegsministe Maginot, daß die Regierung verpflichte sei, die T r « p p e n st ä r k e im Ruhrgebie demnächst um 20000 Mann zu erhöhen
Außerdem hat die Kammer, nachdem er zwischen der Regierung und der Linken zu scharfer Zwischenfällen gekommen war, die beiden Budget- zwölftel für die Monate Februar und Mär angenommen, ferner das provisorische Budget-
zwölftel für den Wiederaufbau.
Ein Zechenlerter verhaftet.
Buer, 98. März. Heute vormittag wurde Leiter der staatliche« Berginspekti»« HI, zu der Gchachtanlaaen Westerlwlt uud Bergmannrglück hören, Oderdergrat Ähren«, adermal» von
her bis «e= ben ein
Franzosen verhaftet. Der Derginspektion war .... kurzfristige« Ultimatum gestellt »erben, die Referei- betriebe der Zeche Westerholt wieder in Gang zu bringen. Diese« Ansinnen wurde jedoch von ihr im Linvernehmen mit der Arbeiter« und Beamtenschaft «hgelehnt. Oberder,rat Abren« ist nach Recklinghausen in« Gefânpm« gebracht werben.
AusberGuche nachAuhrhttfe-Getdern
»-»fünfter, 98. März. In Essen hat heute vor. mittag eine halbst iinbige erfolglose Durchsuchung »er Diensträume bei «rvtitkamte» nach Geldern der Nuhr- Hilfe statt, cfanbeu.
Belgier beschweren sich über franz. «Verwüstungen.
tderhause«, 38. März. Der hiesige Hauptdahn- bof, der bereits zweimal von den Franzosen besetzt und in völlig verwüstetem Zustande zurückgelassen worden war, soll neuerlich durch Bel gier besetzt
Werben. Belgische Offiziere kündigten bei der Eisen babndirektion Essen die Besetz««- für beute en und erklärten bei dieser Bele-enbeit, daß ste über den Z» stand, in dem sie den Oberhausener Bahnh»f an je treffen hatten, sehr ungehalten seien. Bevor fit de» Bahnhof übernähmen, müßten fit ihrer Vorgesetzte» Behörde davon Mitteilung machen.
TStticher Unglücksfall infolge Unvorsichtigkeit st«nj. «Ölhafen.
Boppard, 21. März. Im benachbarten Hirz» «ach fuhr letzte Nacht ein »on'ftanztflschen Soldaten besetzter Zug ix einen MSbellastzug der Kölner Firma Strohe hinein. Zwei Begleitmannschaften aus Köln wurde« sofort getötet. - Mehrere Angestellte einer anderen Kölner Firma wurden schwer verletzt. Siner von ihnen ist ie* zwischen gestorben.
Das Attentat ans Smeels.
Verhaft»«« des Täters.
Köln, 23. März. Der frühere Anstreichergesellt
Karl Deutschmann au» Ohlig«, den die Unter« snchungSbehörde für den Herüber de« Attentat« auf Smeets und seine Freunde HM, ist heute nachmittag in Köln verhaftet worden. Deutschmann, der 28 Jahre alt ist und seit längerer Zeit keine regelmäßige Beschäftigung mehr gehabt hat, bestreitet, der Täter z» sein, ist aber von fünf Zeugen, die ihn während der Tat und kurz vorher gesehen haben, bestimmt al« Täter erkannt worden. Zwei weitere Personen, die im Laufe bei gestrigen und beS heutigen Tage« festgenommen wurden, stehen im Verdacht der Beihilfe oder Begünstigung.
An die Schleswig-Kolfleiner.
Berlin. 23. März. Der Reichspräsident hat folgenden Aufruf erlassen: Schleswig-Holsteiner! Am 24. März jährt sich zum 75. Male Ser Tag, an dem Hohne und Löcher Eurer meerumschlungenen Heimat die unauslöschliche Sehnsucht aller Deutschen nach staatlicher Einheit in heißer Vaterlandsliebe öffentlich mit Wort und Tat bekannt und damit den entscheidenden An- toß zum Erwachen des deutschen Volkswillens n allen feinen Stämmen gegeben haben. Im Geiste wahrer Freiheitsliebe erhoben sich Eure Mter zur Wahrung ihrer verfassungsmäßigen stechte dhb entzündeten in der Tiefe und Breite es vielfach noch schlummernden deutschen Lolksbewußtseins den unzerbrechlichen Willen zur freien Selb st best im» nung Deutschlands nach innern und rußen. Eure Väter, deren Namen in Ehren n Deutschland weiterleben sollen, haben als di« ersten Zeugen deutscher Einheit Gut. und Blut für Einigkeit, Recht und Freiheit des Vater, anbes eingesetzt.
Schleswig-Holsteiner! Das Hoffen und Harren Eurer Väter in den trüben Tagen bis zur Reichsgründung und die Kraft Eurer Lieder in den folgenden Entwicklungsjahren des jungen .eiches find Gemeingut des deutschen Volkes geworden. Sie sollen unsere Kraft ein auch in diesen Jahren des Leidens unter mrechtmäßiger Gewalt. Ihr aber, die Ihr im ampf um Euer Recht und Euer Volkstum mrch ein Jahrtausend erprobt seid, werdet — avon ist di^Reichrregierung überzeugt — auch Zen fremden Umtrieben, die in diesen Tagen der deutschen Not in Eurer Heimat auftreten, gegenüber in alter Treue tandhalten. Wie unsere Brüder an Rhein unk Ruhr werdet auch Ihr feststes;en für Recht uni Freiheit, gestützt auf die großen geschichtlicher Ueberlieferungen und Erinnerungen Eure« Heimat:
Allen Gewalten zum Trotz sich «chatten» rufet den Geist der Väter herbei!
Berlin, 23. März.
gez. Ebert, Reichspräsident.
Einsteins Absage an ben Dölkerbund.
Zürich, 22. März. Wie Professor Einstein, der sich auf der Rückreise von Japan nach Berlin kurze Zeit in Zürich aufhielt, der „Neuen Züri- cher Zeitung" mitteilt, erklärte er von hier aus in einem Brief an das Völkerbunds, sekretariat seinen Austritt aus der Kom- -nission für intellektuelle Zusammenarbeit. Er, betonte in dem Schreiben, er sei in der letzten Zeit zu der f e st e n U e b e r z e u g u n g gelangt, daß der Völkerbund weder di« Kraft noch den guten Willen zur Er. füllung seiner Aufgabe habe. Als ernsthaft« Pazifist halte er es deshalb nicht für richtig, mit dem Völkerbund irgendwie verbunden zu sein Er bitte daher, seinen Namen aus der Liste de» Mitglieder der Kommission zu streichen.
Dollar (10 Ahr vorm.) 20800