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Seile Z

Alonkaa den 19. März

N r. fifi,

Lokales.

Hanau, 19. März.

Dem Frühling entgegen.

Die Wanderer zogen gestern wieder aus der grauen Stadt hinaus. Üeberall sah man ver­gnügtes Volk und'te das frohe, Helle Lachen wieder, das von Menschen stammt, die sich los- geriffen haben aus den Fesseln ihrer Sorgen. Teuerung und der liebe Dollar, der die Welt brutal regiert, alles liegt in weiter, düsterer Ferne, wenn die Sonne wieder segnend wie das Auge Gottes auf die Welt hernieder schaut. Möge die Witterung auch noch etwas rauh sein, mögen auch in den Gärten, auf den Feldern, in den Wäldern noch öde Winterfpuren liegen: man lächelt über diesen letzten Trotz und möchte mitten in den Hellen Tag hinein ein Liedlein summen, teils ein Jauchzer, teils ein Dank­choral. Weil wir der Sonne wieder näher sind und ihren warmen Strahl in unserer Seele spüren.

Ein Geheimnis webt auf Engelsflügeln in die Lüste, eine Botschaft lockt uns aus den engen Häusern, und das junge Glück, von der Sonne aus dem Erdenschoß gerufen, lächelt uns entgegen. Erste. winzig kleine Knospen leuch­ten in den Sträuchern, und an sonnigen Lagen lugt das sog. Märzveilchen aus dem Gras her­vor. Die Knospen der Pfirsich und Kirs^bäume schwellen immer mehr, sodaß es nur noch weni­ger sonniger Tage bedarf, um sie zur Blüte zu entfalten. Die letzten schweren Wintertage sind dahin; die befreite Erde atmet Leben.

Und die Menschen, von der Not zermürbt, entgleist, verkümmert, atmen diesen Geist des Lebens durstig ein. Denn Sonnenfreude und Naturgefübl sind auch ein Gottesdienst. Jeds Stunde führt ein neues Heer ins Freie, ein Heer befreiter, aufsrstandener Menschen. Ein buntes Leben ergießt sich in die stillen Wälder, und jeder grüne Sproß wird wie ein Wunder angestaunt. Das Frühlingswunder hat begon­nen. Welt und Menschen lauschen schon den ersten, leisen Klängen, bis die große Synmbonie ertönen wird, die uns immer wieder tief er­greift und uns den Glauben an das rätselvolle Leben wiedergibh

Die Welt ist im Erwachen! Mögen Stürme noch erbrausen und flüchtige Schneeschauer sich unter das duftende Grün der Fluren mischen, der Wintertraum ist ausgeträ"mt, und wie an einem sonnenklaren Morgen sieht der Mensch voll Glauben vorwärts, aufwärts in die blaue Ewigkeit,

Deutsches Dolksvpfer.

Für die Durchführung des Deutschen Volks­opfers in Preußen ist im Einverständnis mit der Reichsregierung der Preußische Landesausschuß für das Deutsche Volksopier gebildet worden, an. dessen Spitze der Preußische Minister­präsident und der Minister für Volkswohlfahrt getreten sind

Der Preußische Landesausschuß hat u. a. die Aufgabe, die im Staatsgebiet Preußens zu Gunsten des Deutschen Dolksopfers aufkommen­den Spenden zusammenzufassen, damit die Spenden nach den von der Reichsregierung auf­gestellten Richtlinien ohne Verzögerung ihrem Wohlfabrtszweck zugekührt werden. Für die­sen Landesausschuß ist eine eigene Sammel­stelle: Berlin W 56, Oberwaldstraße la, Prin- zefsinnen Palais Bankkonto Preußisch Staatsbank (Seehandlung) Berlin W. 56 Markgraienstraße 38 Konto Nr. 101 759 Postscheckkonto Berlin Nr 10 020 begründet worden.

Die Leitung des für die Provinz Hessen- Nassau gebildeten Provinzialausschusses hat der Oberpräsident sib"r-w'^"'en. Sammelstelle: Landeshauptkasse Castel, Ständevlatz.

Es empfiehlt fi*. soweit nicht schon ge- scheben. Ortsausschüsse für die Sammlung zu bilden, wobei auf religiös» und parteipolitif*e Neutralität besonderer Wert zu legen ist. Oeffentliche Sammlungen von Schülern und Schülerinnen sind bis ruf weiteres nicht mehr zu dulden.

Gegen Sammlungen, die von unberufenen Personen oder offenkundigen Scbmindlern ver­anstaltet werden, ist mit allen Mitteln vorzu­gehen. Fälle von besonderer Bedeutung sind mir sofort anzuzeigen.

Werbematerial (Aufr-ie) kann von der Reilbsgeschäftsstelle des Deutschen Dolksopfers (Berlin NW. 40, Scharnhorststraße 35) kosten­los bezogen werden. Sammel stelle für Geldspenden ist für den Landkreis Hanau die Kreissparkasse. Sach­spenden, .insbesondere Lebensmittel, sind nach wie vor an die Sammelstelle des Kreisbauern­vereins hier Kornhaus abzuliefern Schenkungen für das Deutsche Dolksopfer find steuerfrei.

Die Bürgermeister des Landkreises Hanau werden ersucht, sich die Bildung eines Ortsaus­schusses angelegen sein zu kosten und dem Land­rat die Absieferuna der Geld- und Sacbsvenden regelmäßig mitzuteilen.

* Der Großhandelsindex des Statistischen Resichamks. Im Anschluß an den weiteren Rückgang der Devisenkurse, der insbesondere auf dem Getreide- und Lebensmittelmarkte zu Preisnachlässen führte, senkte sich das Niveau der Großhandelspreise nach der vom Statisti­schen Reichsamt berechneten Grokbandelsinder- ziffer vom 5120facken am 5. März auf das 4750fache oder um 7 v. H. am 15. März. Im gleichen Zeitraum fielen d's Hauptgrupven der Lebensmittel im Großhandel vom 3665sachen out das 3195f-uf)e oder um 12,7 v H., Jndu- ltriestofs vom 7846fachen auf das 7657fache oder um 2,4 v H., ferner die Inlandswaren vom 4725fad)en auf das 4376fache oder um 7,4 v. H., die Einfuhrwaren vom 7093fachen auf das 6618foche oder um 6,7 v. H.

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kommt bei mir

zum Preise von 2 400.- Mk. für die Leber- und

2800.- Mk. lür die Blutwurst per Pfund zu« Verkauf.

Um den Wünschen meiner verehrt. Abnehmer mögt gerecht zu werden, erfolgt der Verkauf in

W ^, % und 1 Pfund-Würsten Wurstbrühe wird gratis verabfolgt.

Hans Waldschmidt

Krämerstr. 27.

Gress-Metzgerei.

Telephon 1371

* Konfirmation. Für einen Teil der dies- jährrgen Konfirmanden der Marienkirchen­gemeinde war gestern der Konfirmationstag gekommen Es hat sich so eingebürgert, daß gerade die beiden Sonntage vor Ostern als Einsegnungstage in Betracht kommen. Trotz aller Gegenpropaganda ist die Volkstümlichkeit und Wertschätzung der Konfirmation geblieben. Man sagt sich, das ist doch schöner, feierlicher. Und in der Tat! Wenn diese herangewachsenen Jungen und Mädchen vor dem Altare mit Handschlag zum christlichen Glauben sich be­kennen. gi! Religion und Kirche, dann ist's eine hohe Weihestunde. Von einer Lebenswende kann man bei diesen jungen Menschenkindern reden. Und es schwebt darüber die hoffende, eben von hohen Glaubenstönen getragene Me­lodie:So nimm denn meine Hände und führe mich!" Kein schnoddriger Snott kann das heilig Schöne einer solchen Stunde zu nichte machen. Es ist richtig, und kein vernünftiger Mensch wird es ernstlich bestreiten wollen, die Vierzehn-, Fünfzehnjährigen können die ganze Tragweite eines feierlichen Lebensgelübdes noch nicht ermessen. Aber sie können und sollen doch den Wert einer Lebensführung ahnen, deren Grundklang das Religiöse, das Christlilbe ist. Das Glaubens- und Lebensbekenntnis dieser Kinder soll der Ausdruck eines guten, redlichen Willens sein. Mögen die Neukonfirmierten wirklich als christliche Charaktere ins Leben hineinwachsen! Möchte der Konfirmationstag ein bleibender Segen bedeuten! In unseren furchtbar schweren Zeiten hat auch vor allem eine echt christliche Jugend ihre Gegenwarts­und Zukunftsaufgabe!

* Den städtischen Neubauten an der Frei- gerichtstraße, die auf städtischem Gelände zwi­schen Friedhof und Freigerichtstraße in der Na^kriegszeit errichtet wurden, galt am Frei­tag eine Besichtigung von Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordnetenversamm- ^ma. .^unäcbsi erstan^m an der nenangelegten Buchbergstraße 10 Reiheneinfamilienhäuser, ^ann gegenüberliegend drei Reihenhäuser mit zusammen 12 Wohnungen. Weiter wurde als dritter, vierter und fünfter Bauabschnitt die obere Randbebauung an der Freigerichtstraße in Angriff genommen. Mit diesen drei Häuser­blocks erhält die Stadt zunächst einen Zuwachs

von 109 Wohnungen, und von diesen H^ können die 40 Wohnungen im Block 3 M größten Teile sofort, der kleinere Teil f^ testens am 1. Mai ds. Js. bezogen werden. % Wohnungen bestehen zum Teil aus 2 Zimmern Wohnkinde und Bodenkammer, zum Teil ans 3 Zimmern, Wohnküche und Bodenkammer Im Gegensatz zur BezeichnungKleinwch nung" konnte festgestellt werden, daß sämtliche gut belichteten Räume stattliche Abmessung« aufweisen und auf gute Durchlüftung RückH genommen wurde. Durch die abwechselung?., reichen, geschmackvollen Wandmuster wird der Gesamteindruck noch erhöht, den die Räume aus den Beschauer machen. Mit zur Vervollstân- digung des Gesamtbildes wird auch bi? Vollen­dung des Außen-Abputzes beitragen, ohne wel­chen die Neubauten zur Zeit noch dastehen. %, Ausführung sämtlicher Arbeiten ist durch hie­sige Handwerker erfolgt. Projektierung * Bauleitung bewirkte das Stadtbauamt. Die voraussichtlichen Baukosten wurden mit rm! 300 Millionen Mark genannt.

* Teuerungsmaßnahmen für MililärrentW, Die Militärrenten sind vom 1. März ab aber­mals verdreifacht, also im ganzen verzwölsfatz worden. Sterbegeld, Pflegezulage und Unter­haltungskosten für den Führerhund sind ms das 72fache erhöht worden. Die Pflegezulag! beträgt somit je nach dem Grade der Hilstbe­dürftigkeit monatlich 3600, 6000 oder 9000 Ml Die daneben im Falle des Bedürfnisses gewähr­ten Teuerungszuschüsse betragen vom 1. Fe- bruar ab bei Erwerbsminderung von 5080 r H. 18 000 Mk., darüber hinaus 25 000 Mk., bei völliger Erwerbs- und Mittellosigkeit 50000M Halbwaisen erhalten 12 000, Vollwaisen 20 W,. Elternteile 15 000, ein Elternpaar 24 000, bei Kinderzuschlag beträgt 11000 Mk. Im befetten und im Einbruchsgebiet werden hierzu außer­dem besondere Zuschläge gewährt.

* Beim Milchhamstern wurden gestern am Bahnhof Wilhelmsbad mehrere Personen aus Frankfurt gestellt und ihnen die gehamstert! Milch, 35 Liter, abgenommest.

* Skadllhealer. Heute 7% Uhr (Veschl. Vorst. d. Afa-Bds.)Emilia Galotti". Diens­tag, 26. März, 7^ Uhr (12. Vorst, im Dienslag- Abonn.)Rose Bernd". Mittwoch, 21. März. 7^ Uhr (12. Vorst, im Mittwochabonn.)Die Dollarprinzessin". In Vorbereitung befindet sich GoethesFaust", Ibsens SchauspielBau­meister Solneß". sowie die OperetteMa­dame Flirt".

* Experimenlalvorkrag. Auf den morgen abend 8 Uhr in derCentralhalle" stattfinden­den Experimentalvortrag des bekannten §W noseforschers Nena tmrb hiermit nochmals verwiesen.

* Einbruchsdiebsiahl. In der Nacht W Freitag auf. Samstag drangen Diebe nachM- seitigung eines Fensterladens und Eindriâ emerF^stersHeibe in das Innere der frühe­ren Villa Scarisbrück und räumten dort i* den Silbersachen gehörig auf. _

Stadttheater Hanau

Direktion: Joh. Poetsch, Telephon 160

Mont«z den 19. März, 7^ Uhr: (geschlossene Vorstellung de» Afa-Bunde»)

Emilia Galotti Trauerspiel in 5 Auszügen von Lessing.

Dienstag den 2. März. 7»/, Uhr: (12. Vorstellung im Dienstag - Abonnement!

Rose Bernd

Schauspiel in 5 Akten von Gerb. Hauptmann.

Die Siegerin.

Roman von Hans Schulze-Sorau.

16. Fortsetzung. (Nackd- verboten)

Sein Kriegsschatz für den Feldzug des Abends, das Ergebnis zahlloser, durchwachter Nächte voll fieberhafter, verzehrender Auf­regungen, wie sie die unaufhörlich wechselnden Chancen der schicksalsschweren Karten auch bei der stärksten Natur hervorrufen.

Mit einer fast liebkosenden Bewegung strich ;r die zerknitterten Kassenscheine zurecht und oersenkte sie dann in die Brusttasche seines Gehrocks.

Nur, wer das erdrückende Uebergewicht flüssigen Geldes auf seiner Seite hatte, wer immer neue Truppen ins Gefecht führen konnte, um selbst die längste Pechserie durchzuhalten, vermochte am letzten Ende zu gewinnen, wie überall so triumphierte auch im Spiel die All­macht des Kapitals.

Der heutige Tag hatte mit der Werbung Laudons um Lottes Hand als ein Glückstag begonnen, er mußte auch für den Bruder mit einem Glückserfolg zu Ende gehen.

Mit der fatalistischen Zuversicht des Gewohn­heitsspielers, dem selbst die kleinsten Aeußerlich- keiten von Bedeutung sind, klammerte sich Paul an diese Jdeenverbindung.

Heute mußte ihm der große Schlag ge­lingen, den er schon lange erwartet, der Millio­nencoup, von dem sie alle träumten, die die Gier nach Gold allabendlich mit magnetischer Gewalt zu den Spielsälen am Lützowplatz zog, wie die Motte zu der verderbensprühenden Flamme des Lichtes.

Als Paul kurz vor Mitternacht im Westklub eintraf, lag die Welt des grünen Tisches noch schläfrigstill in der grellen Glanzflut des e'.k- trifdjen Lichtes.

Nur in der äußersten Ecke des großen Spiel« faales saßen schon zwei Herren in nachlässiger Unterhaltung mit dem Klubsekretär; ein alter,

wackliger Landedelmann, der seine Gewinne :m Westklub" als eine willkommene Ausbesserung seiner schmalen Rente betrachtete, und der kleine Rütersheim, eine Jeuratte schlimmster Art, der Sohn eines millionenreichen Börsen­maklers, der sich stets als einer der ersten im Klub einzufinden pflegte.

Allmählich- begannen sich die Klubräume zu füllen.

Immer neue Gesichter tauchten auf, alte und junge Lebemänner in Frack und weißer Binde, die über ein überflüssiges hohes Einkommen verfügten und bald dichtgedrängt den mächtigen Bakkarattisch der Mitte umlagerten.

Paul hatte, wie gewöhnlich, gleich zum Be­ginn des Spiels die Bank genommen.

Schweigend und unbewegt verfolgte man den Gang des Spiels, nur zuweilen ein leises Murmeln, eine kurze Erklärung des Bank­halters, dann wieder Stille.

Rastlos rollte das Glücksrad, ohne Sinn und Ziel. -

Die Einsätze gingen reißend in die Höhe, bald war alles Silber vom Tische verschwunden.

Die Bank wechselte rasch und ebenso die dünnen Banknotenpäckchen und die kleinen Türme von Zwanzigmarkstücken, die vor den einzelnen Herren aufgebaut standen.

Paul saß anfangs unaufhörlich im Glück, nach kurzer Zeit hatte er einen solchen Haufen Gold und Papiergeld vor sich liegen, daß er notwendig eine Pause eintreten lassen muhte, um Ordnung zu schaffen. ,

Dann hörte man durch den plätschernden Fall der Karten wieder nur das leise Klingen des Goldes, das Knistern des Papiergeldes, untermischt mit dem eintönigen:Bitte setzen Ich gebe Bitte--"

Der Zigarrenqualm und die H-tze in dem hermetrisch verschlossenen Raum waren all­mählich fast unerträglich geworden; trobbem fand niemand die Zeit, ein Fenster zu öffnm.

Gegen 2 Uhr hatte Paul bereits über fünf­zigtausend Mark gewonnen, doch ungeachtet des

mahnenden Abratens seiner näheren Freunde dachte der sonst so Vorsichtige heute nicht an Aufhören.

In unerschütterlicher Ruhe zog er die Kar­ten ab; nie war sein Glaube an sein Glück stärker gewesen, als in dieser Stunde, da er ent­schlossen war, sein ganzes Hab und Gut auf eine einzige Entscheidung zu setzen.

Die Bank geht weiter mit fünftausend Mark sofort überzeichnet.

Und Paul gewann immer wieder ohne Un­terbrechung.

Lawinenartig schwoll der Banknotenberg von ihm auf dem grünen Tuche an; es mußten schon längst über hunderttausend Mark sein, die da wahllos vor ihm aufgestapelt waren. Und immer noch häuften sich die Summen vor dem verwegenen Spieler; er wagte sich nicht mehr zu zählen, absichtlich wollte er es nicht.

Nur weiter, immer weiter, nur nicht die Zeit versäumen, ehe das flüchtige Glück entfloh, das sich ihn heute zu seinem Liebling erkoren.

Um fünf Uhr ging die Bank an Herrn Send- linger über, einen vierschrötigen, plumpelegan­ten Mann, der durch den Holzhandel auf der Donau zum vielfachen Millionär geworden und erst vor Jahresfrist von Wien nach Berlin übergesiedelt war.

Die Herren rückten enger zusammen.

Die Bank gewann zwei-, dreimal hinter­einander, und der Goldstrom begann jetzt dem ehemaligen Holzhändler zuzufließen, der sich bis dahin, als ob seine Zeit noch nicht gekommen sei, mit seinen Einsätzen stark zurückgehalten hatte.

Eine nervöse Unruhe keimte in Paul auf.

Auf einmal tat es ihm leid, daß er nicht schon früher mit dem Spiel aufgehört hatte.

In kurzer Zeit waren ihm dreitausend Mark ebenso schnell wieder geronnen, wie sie ge­wonnen worden waren.

Allmählich entwickelte sich das ganze Spiel zu einem Zweikampf zwischen Paul und dem

Holzbündler, der in einer ununterbrochen Glllcksserie pointierte.

Schon längst war der Riesengewinn Abends wieder in alle Winde zerflogen, W mit einer Art verbissenen Ingrimms sp>^ Paul weiter.

Ein Tausendmarkschein nach dem ande^ wanderte aus seiner Brieftasche zu Sendlinger hinüber, dessen fleischige ringuN ladene Hände die braunen Banknoten zu eine wirren Knäuel zusammenschoben.

Wie eine Maschine mischte Paul die und machte seine Säht.

Der Schweiß stand ihm in dicken Tropfs auf der Stirn, mit glanzlosen Augen sah er °' das wechselnde Spiel, einzig erfüllt von dem ® danken, daß er bis zum letzten Pfennig dum halten müsse, um das Glück noch einmal o seine Seite zu zwingen. . ,

Zuweilen brachte er in einer trügens Wendung wohl auch wieder ein paar sauie Mark auf, dann aber ging die Bank von neue weiter, unerschütterlich, unerbittlich, und sich ihr Geld zurück.

Und Stunde um Stunde verann.

Draußen auf dem Lützowplatz klingelten ' reits die ersten elektrischen Bahnen und 0 einzelte Sonnenstrahlen stahlen sich hier durch die Spaltenöffnungen der eisernen jalousien. .

Es mußte schon lange heller Tag stm, u noch immer rang der verzweifelte Atann sein verlorenes Glück und taumelte wie Trunkener immer weiter dem Abgrunde za.

Da stand der Holzhändler endlich f^ fällig auf.

»Die Bank paßt"

Er hatte gegen zweimalhundernaui ^ Mark gewonnen,' hundertsechzigtausend Ma> bar und vierzigtausend Mark in Visitenka die sein Partner als Bons über Beträge fünfhundert und taufend Mark ausgefa)r|C hatte.