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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

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Nr. 64

Freilag den 16. März

1923

Das Neueste.

In der morgigen Sitzung der Reparattons- kommiffion wird u. a. auch über die deutsche Geldanleihe, die kürzlich vom Reichstag be­schlossen worden ist, verhandelt.

In Recklinghausen wurden drei Deutsche von französischen Wachtposten erschosien.

In Witten haben die Franzosen *4 Million Mrk Kopfgeld auf die Ergreifung »an Schupo, beamten ausgèsetzt.

Südlich der Wupper wurden weitere Kesetzungen durch die Franzosen vorgenommen.

Nach einer Pariser Pressemeldung werden lie Vesatzungrtruppen der Einbruchrmächt« auf M00 erhöht werden.

Frankreichs Bemühungen um ein zweites Versailles.

Ueber den Verlauf der letzten Brüsseler Ve- i Brechungen zwischen Frankreich und Belgien i wurde zunächst in verschiedenen Lesarten be­richtet, die es für den ersten Augenblick unmög­lich machten, über die gefaßten Beschlüsse sich ein klares Bild zu machen. Auch das amtliche : Kommunique ließ die nötige Klarheit über das, was wirklich verhandelt und beschlossen worden ist, vermissen. Mittlerweile ist die französische ! Presse etwas deutlicher geworden, insbesondere 1 über den Satz:Räumung" des Ruhrgebietes. Dieser Satz war in seinem ersten Teile nur negativ gehalten, daß nämlich die Räumung nicht abhängig gemacht werden soll von blo- - tzmVersprechungen" der deutschen Regierung, aber er enthielt im zweiten Teile doch etwas Positives: Die Räumung habe sich in dem Maße i Zu vollziehen, in dem Deutschland seine Repa- rationsverpflichtungen über deren^UmfanW Md Art nichts gesagt wird erfülle, und die i Pariser Zeitungen spiegeln jetzt den Deutschen ; die. Fata Morgana einer stufenweisen Räumung des Ruhrgebietes vor, wenn wir nur endlich einmal wieder anfangen ! Eten, uns den französischen Diktaten zu unterwerfen. Mit dieser Vorspiegelung ist. die I Absicht verbunden, den einheitlichen Willen des I deutschen Volkes zu brechen und die wirklichen I Oiele, die die französische Politik in militaristi- I Wm Wahnsinn verfolgt, zu verschleiern. Die I âwte sollen damit eingeleitet werden, daß Deutschland die französisch-belgische Invasion [ Ruhrgebietes mit seiner Unterschrift nach- I rAlch noch alslegal" anerkennt. Das ist I nach dem Muster des Versailler Ver- ^ges, dessen Wiedergutmachungsbestimmungen I beginnen, daß Deutschland anerkennt, der t x , des Krieges zu sein. Und wenn die s oozosen uns dafür die sofortige Räumung ^.ganzen Ruhrgebietes versprächen: den $ "Por dürfen wir nicht zum zweiten Male be- ! d p gibt nur eine Antwort: Nie w i e - I Welch grenzenlose Dummheit es war, I s.Ä das wider besseres Wissen erfolgte Be- I b "V? zur deutschen Alleinschuld am Kriege I -âsl ^dm von Versailles zu erkaufen, ist in= I jedermann klar geworden und zum I .,,. uWin gekommen. Würden wir den Fehler I Male machen und damit die I ^dett von 1919 wiederholen, so würdest I den Franzosen den ihnen fehlenden I Kesern, auf Grund dessen sie dann t könncl' orneut ins Ruhrgebiet einmarschieren I ftQnhen' ohne bei der übrigen Welt auf Wieder- I «a . Zu stoßen. Aus dem einen Punkte ergibt I m». daß die ganze Phrase über die I wir ö» âumung ein plumper Schwindel ist, I auf h;koUL berechnet, Deutsche zu ködern, die I . Lockungen Frankreichs hereinfallen und I Widp/s/" lltuf nach Verhandlungen die deutsche | wuß kll. ^kraft brechen sollen. Diese Absicht I die k^"^si^i werden, vor allem von denen, I neigt t:^6 gibt es leider Gottes leicht ge- Don R^.°"bzurufen: Die Franzosen sprechen I mm aber schnell deutsche Vor- I dieses Verhandlungen! Wie blödsinnig I Der in N^wätz ist, zeigt ein weiterer Plan, I soff Demi s s geschmiedet worden ist. Danach I kennen ^lland in einem neuen Diktat aner- fünfzehnjährige Frist der IbfidjK^ seiner angeblich I begonnen ^orfehlungen noch nicht zu lausen I lande Das heißt: es soll die Rhein- I der militärischen Herrschaft i burqs nn» .^eben. Wie der Raub Straß- I sand fn l(i , bald internationale Billigung I bur 1 sollte der Raub der Rheinlande I ^halten Verträge Rechtsgültigkeit l^ebiet ni^ kann Frankreich das Rühr­ig nicht behalten, so wünscht es doch den

schlechten" Frieden von Versailles zu ver­bessern und zum mindesten den Rhein als west­liche Grenze zu gewinnen. Kann es auch nur einen Deutschen geben, der zu diesem Gebiets­raub die Hand reicht. Auch hier gibt es nur die eine Antwort: Niemals! Keine deuffche Re­gierung kann und wird das Rhein- oder Saar­land aufgeben, wie keine deutsche Regierung das Ruhrgebiet aufgeben kann. Deshalb heißt es fest zusammengestanden in der Abwehrfront keine Lücke darf entstehen in der Front im waffenlosen Kampf um unsere Freiheit.

Das, worum es jetzt geht, das ist der Kampf um die Revision des Friedensvertrages!" Diese Worte sprach Stresemann in der Frankfurter Versammlung am letzten Sonntag. In der Tat, nicht nur wir wollen den Versailler Vertrag revidiert wissen, allerdings im Sinne der Aner­kennung der Bestimmungen des Vertrages, die da besagen, daß auch die Entente Rücksicht zu nehmen hat auf die Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes, sondern auch Frankreich er­strebt, wie die obigen Pläne zeigen, eine Re­vision jenes Vertrages, bei dessen Abschluß Frankreich bereits glaubte, daß Deutschland, da es ihn nie erfüllen könnte, an ihm zu Grunde gehen werde. Letzteres ist noch nicht einge­treten. Da Frankreichs Ziel aber darauf hin­ausgeht, Deutschland völlig zu vernichten, so bedarf es zur Erreichung dieses Zieles ver­schärfter Handhaben, die ihnen das deutsche Volk jetzt selbst geben, indem es sich unter den oben geschilderten Bedingungen zu Verhand­lungen bereit erklären soll. General Castelnau hat imEcho de Paris" geschrieben:Was uns der Waffenstillstand nicht gegeven hat, das soll uns die Besetzung des Ruhrgebiets jetzt ver- schaffen", und extreme

Hehl daraus, daß es sich bei

Vertrag nur um einen nichtigen. etzen Papier" handle, das durch die Ereignisse längst zerissen und in alle Minder zerstreut sei, obwohl bis vor dem Ruhreinbruch ihr oberster Grundsatz war: Der Vertrag, nichts als der Vertrag, aber der ganze Vertrag! Und die französische Presse? Diese spricht ganz offen von der Sicherhett, die Frankreich durch seine Ruhrpolitik gewinnen müsse, und erörtert die Möglichkeit neuer Bündnisse zur Stützung und Festigung der französischen Vorherrschaft auf der Grundlage der neugewonnenen Macht­stellung. Der Versailler Vertrag, so behauptet die französische Presse, habe sich in doppelter Hinsicht als verbesserungsbedürftig erwiesen: Einmal bauten wir zu fest auf den guten Willen Deutschlands (!!), sodaß wir es unterließen, am Rhein stärkere Sicherheiten zu nehmen, anderer­seits kam der amerikanisch-englisch-französische Garantievertrag nicht zustande, sodaß Frank­reich gegen das übermächtige (?!) Deutschland isoliert (bis an die Zähne bewaffnet) dasteht. Da es gerade England war, das diese Sicherung ablehnte, so kann es nun keinen Einspruch er­heben, wenn Frankreich sich selber das verschafft, was ihm andere verweigerten: Die Rhein-' grenze. Hierzu bemerken wir, daß Frank­reich damals diese Sicherung ja garnicht wollte. Der sogen.Garantievertrag" stellte nur eine Falle dar, die von Frankreich geschickt gelegt worden war: denn man wußte in Paris ganz genau, daß sich der amerikanische Kongreß nie dazu herbeilassen würde, auf dem europäischen Festlande solche Bindungen einzugehen, und daß auch die Ratifizierung durch England keine Aussicht hatte. Vor allen Dingen aber hoffte man damals noch mit aller Zuversicht auf den Zerfall Deutschlands, auf dessen Auf­lösung in ohnmächtige Kleinstaaten, von denen wenigstens einige sich dazu bequemen müßten, unter Frankreichs Schutz zu treten. Inwiri­sch a f t l' ch e r Beziehung verlangt Frankreich heute Ergänzungen zu diesen Sicherheiten, nämlich die Kohlengruben der Rlihr, und um die französische Eisenindustrie nach einer eventl. Räumung des Ruhrgebiets nicht länger von denLaunen" der beutfeben Kohlenmagnaten abhängig sein zu lassen, sollen diese sich vertrag­lich zu bestimmten Lieferungen verpflichten und gewissen Kontrollen unterwerfen.

Aus all diesen Ränken ergibt sich mit voll­kommener Deutlichkeit, welcher Art die Ver­handlungen wären, die Poincarè angeblichmit Deutschland direkt" führen will. Doch Frankreich hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht, zum mindesten hat sie einen großen Fehler: das Deutschland 'von 1923 ist ein ganz anderes als das Deutschland von 1919. Unter ein zweites Versailles wird keine deuffche Hand mehr ihre Unterschrift setzen, auch wenn noch so viel Flaumacher an der Arbeit sind. Gewiß müssen auch wir auf eine

Aenderung des Friedens hinarbeiten. Diese Aenderung hat aber im deutschen Sinne zu ge­schehen. Solange dafür die Voraussetzungen nicht gegeben sind, heißt es in dem bis jetzt so erfolgreich durchgeführten Abwehr- kampfe auszuharren. R. H.

Die Pläne der franzos. Negierung.

Paris, 15. März. Das Programm des um Poincarè sich gruppierenden Teils des Kabi­netts dürfte in den großen Zügen wenigstens annähernd wiedergegeben fein in einer Infor­mation desJntransigeant". Dort heißt es:

Wenn Frankreich und Belgien auch keineswegs die Absicht hätten, England und Italien von Ver­handlungen mit Deutschland auszuschließen, so sei man doch sowohl m Brüssel als in Paris diesmal fest entschlossen, die eigenen Ansprüche nicht wiede­rum auf ein Minimum herabdrücken zu lassen, und deshalb bereit, in den Präliminarien mit den Alli­ierten darauf zu bestehen, daß sowohl die besonderen Rechte Frankreichs und Belgiens als Hauptgläubiger Deutschlands, als auch ihr Interesse an einer Un­schädlichmachung Deutschlands auf lange Zeit hinaus formell anerkannt würde. Für beide Länder sei die Frage der militärischen Sicherheit nicht minder wichtig wie die der Reparationen. Von diesen Prin­zipien ausgehend liefen die zur Zeit zwischen Belgien und Frankreich geführten Besprechungen darauf hinaus, Deutschland die folgenden Bedingungen auf­zuerlegen, wobei zu bemerken ist, daß das, was Frankreich betrifft, mit der oben gemachten Ein­schränkung zu gelten hat:

1. Festsetzung der rückständigen Lieferungen tat Kohle, Koks und anderen Rohmaterialien, die auf Grund des Friedensvertrages und des Londoner Zahlungsplans zu leisten find,

2. Revision des in Spaa festgesetzten Verteilungs­schlüssels der Reparationseinnahmen unter die Alli­ierten.

3. Festsetzung des Gesamtbetrages der deutschen Kriegsschuld' 3n dieser Frage sei die Diskussion

leihe oder die Zahlung einer Annuität in Höhe von ungefähr 2 Milliarden auf die Dauer von 25 bis 30 Jahren verlangen soll.

4. Endgültige Regelung der Saarfrage.

5. Regelung der Frage der unter französisch­belgischer Regie stehendv, rheinischen Eisenbahnen.

6. Dauer der Beselüng und Räumungsbedin­gungen für die beiden französisch-belgischen Okku­pationszonen: Ruhrort, Düsseldorf und Duisburg einerseits, Ruhrgebiet andererseits.

7. Regelung des künftigen Statuts des linken Rheinufers. Verlängerung der Besetzung durch die Alliierten oder endgültige Neutralisierung?

Zu Punkt 7 dieses Programms ist zu be­merken, daß Andeutungen der offiziösen Blätter auf die Absicht der französischen Regierung schließen lassen, demnächst offiziell mit der Er­klärung herauszutreten, daß die im Friedens­vertrag für die Besetzung des linken Rheinufers und der Brückenköpfe vorgesehenen O k k u - pationsfristen noch n i.ch t zu laufen begonnen hätten. Man fcheint darüber zur­zeit mit Brüssel zu verhandeln, um die belgische Regierung zur Mitunterzeichnung und Mitver­antwortung zu bestimmen.

Gewaltsame Unterdrückung der Wahrheit!

Berlin, 15. März. Wie aus Buer gemeldet wird, ist festgestellt worden, daß im ganzen bis­her sechs Deutsche umgebracht wurden unter der Beschuldigung, die beiden französischen Offiziere erschossen zu haben. Alle von deutscher Seite angestellten Bemühungen, Licht in die mysteriöse Mordaffäre zu bringen, scheitern daran, daß von den französischen Be­hörden keinerlei Auskunft gegeben wird, und daß daher ein Zusammenarbeiten zur Aufklärung der Mordtat unmöglich ist. Die von den Franzosen in Buer getroffenen st r e n g e n Maßnahmen sind noch immer in Kraft. Zeitungen dürfen nicht erscheinen. In deutschen Zeugen, die unter Eid bekundeten, daß nur Franzosen als Mörder der erschossenen franzö­sischen Offiziere in Betracht kommen könnten, sind verhaftet worden.

Wieder drei Deutsche erschossen.

Paris, 16. März. Die HavaS - Agentur meldet aus Düsseldorf: Drei Deutsche, die den Versuch ge­macht haben, trotz der Warnung der Wachen in das Maschincndepot von Recklinghausen cinzu, dringen, sind von diesen, als sic von der Schußwaffe Gebrauch machten, getötet worden.

Mutter und Tochter getötet.

Koblenz, 15. März. Ein belgisches Per­sonenauto überfuhr die Witwe des Iusiizrals Gillis und deren Tochter aus Pfaffen- d o r f. Ein zweiter belgischer Kraftwagen brachte die Schwerverletzten nach dem Bürger­hospital. Dort starben Mutter unb Kind bald nach der Einlieferung.

Vogelfrei.

Köln, 15. März. In Witten haben bis Franzosen nach derKöln. Akg." eine Beloh - nung von 250 000 Mark auf den Kops jedes Schupobeamlen ausgesetzt. Ber- fchiedcnilich wird milgelettt, daß franzö­sische Spione versuchen, in deutschen Be­trieben als Arbeiter angestellt zu werden. '

Reue Besetzungen.

Essen, 16. März. Aus dem südlichen Test des besetzten Gebiets werden starke Truppen­bewegungen gemeldet. Der südlich der Wupper um die englische Zone gelegte Bogen ist im Laufe des gestrigen Tages wieder erweitert worden. Die OrteBindernach und Oster­berghausen sind von den Franzosen besetzt worden.

Vom Kriegsgericht.

Witten, 15. März. Der Oberbürgermeister Lauer wurde vom französischen Kriegsgericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er sich geweigert hatte, den Befehlen der französifcken Besatzungsbehörde nachzukommen.

Münster, 15. März. Der Bürgermeister Luenen wurde vom französischen Kriegsge­richt zu einer Woche Gefängnis und einer Million Mark Geldstrafe verurteilt, weil er sich geweigert hatte, Lichtanlagen für die französischen Truppen legen zu lassen.

EinRegierungspräsidenlfeinesAmleS enthoben.

Oberster«, 16. März. Der Regierungspräsident der Prsvinz Birkenfeld, Dörr, ist von der fran­zösischen BesatzuugSbeyörde seines Amtes entheben worden. Seine Ausweisung ist noch nicht erfolgt.

Die Mannesmannwerks im Streik.

Paris, 16. März. Nach einer Havasmeldung aus Düsseldorf ist das Personal der Firma Mannesmann infolge der Besetzung der Automobilwerkstatt durch die Franzosen in den Streik getreten. Die Besetzung er­folgte, weil die Düsseldorfer Autosirmeu es abgelchnt hatten, die französischen Wagen zu reparieren.

Ein neuer Versuchsballon. (Letzte Meldung.)

P a r i s, 16. März. DerRewysrk heraD* schreibt redaktionell: Rach hiesigen Informatio­nen gulunlerrichleter amerikanischer Kreise i» Paris seien Frankreich und Belgien ebenso be­sorgt wie Deutschland um eine baldige Auf­nahme der Reparationsverhand- lungen. Aber der er sie Schritt müßtevonDeulfchlandkommen und werl e auch tatsächlich innerhalb 14 Tagen er­folgen. (? D. Red.) Staatssekretär Hughes sei bereits davon unterrichtet worden, daß Deutsch­lands Angebot von den Franzosen im vollen Umfange auf das eingehendste einer Prüfung unterzogen würde, vorausgesetzt, daß dieses Angebot die progressive (stufenweise) Räumung des Ruhrgebiets in Betracht ziehe, die von Brüssel aus angekündigt worden sek. Man halte es für sehr wahrscheinlich, daß die Franzosen einer Herabsetzung der deutschen Re­parationsschulden zwischen 1215 Milliarden Dollar zustimmen werden, vorausgesetzt, daß England das Angebot, die europäischen Kriegsschulden zu streichen, aufrecht erhalten werde und dieses Angebot ergänze durch eine militärische Konvention, die die Sicherheit Frankreichs unb Bel­giens garantiere gegen einen deutschen Angriff und B e l g i e n sich dem anschließe, das s e h r b e s o r g k sei, wegen der O p p o s i l i o a seiner sozialistischen Abgeord­neten.

(Gewiß kein Mensch bat ein Interesse, daran, daß die furchtbaren Voigènge im Industriegebiet eine Verewigung erfahren. Aber wir wurèen es für einen glatten'Verrat an Deutschland halten, wenn man die Ruhrbesttzung zewissermaßen anerkennen und dieses Anerkenntnis -â ein solcher ist es, wenn wir auf die stufenweise Räumung des Ruhrgebiets eingehen zur Grundlage kommender Verhandlungen machen wollten. Sollten sich wirklich ausgerechnet Deutsch« finden, die sich zu solchen Verhandlungen herbeilasse«, dann wäre cs um die Opfer an der Ruhr ein Jammer. Läßt man sich darum an der Ruhr totschießen, sammelt man deshalb in ganz Deutschland Geld, damit nach­her Frankreich noch mehr bekomme als vorher, damit Frankreich eine dauernde Militärmacht im Rheinland« (militärische Konvention wie es in der obigen Meldun, heißt) zugcsprocden erhält? Nein! Deutsche verfallt nicht in denselben Fehler, den ihr 1919 begangen habt, haltet die Augen offen! D. Red.).

ES

Dollar (10 Uhr vvrm.) 20800