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General-Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn, und Feiertage. / Fernsprech-Anschlup Rt. 193?

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Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. W

Bezugspreis: Monatl.Mk.38lX). ohne Trägerlohn: Einzelnummer Mk. 150..Samstags 160.-, Anzeigenpreise: Die 28 mm breite Zeile Mk. 120.: F i n a n z i n s er a t e Mk. 150. Reklame (68 mm breit) Mk. 250.. Inserate, auch laufende, werden nur rum jeweiligen Tagespreise berechnet. Offertengebübr Mk. 70.. Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.

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Rt. 63

Donnerslag den 15. Mörz

1923

Das Neueste.

Auf einer Versammlung der Arbeitgeber­verbände ist der geschlossene Wille zum Abwehr- kampf erneut zum Ausdruck gekommen.

Das Wohnungsbauabgabegesetz wurde Ostern vom Reichstag in dritter Lesung ange­nommen.

In Buer haben die Franzosen auf dem Hofe des Lyzeums zwei Schupoleute erschossen.

3m englischen Unterhaus stellte Unter- staatssekretär Mac Neilldie Freundschaft mit .Frankreich" über alles.

Die Botschafterkonferenz hat gestern Wilna endgültig Polen zugesprochen.

Das Gelöbnis der deutschen Arbeitgeber.

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s 3m Sitzungssaals des ehemaligen Herrenhauses in Berlin hat gestern die Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände getagt, um zur Ruhr­aktion Stellung zu nehmen. Anwesend waren u. a.: Reichsminister Dr. v. Rosenberg, Gröner, Brauns, ,Dr. Becker, Staatssekretär Hamm, Staatssekretär Brugger. Nachdem um 12 Uhr Reichskanzler Cuno erschienen war, begrüßte der Vorsitzende, Reichs­tagsabgeordneter Dr. Sorge, die Vertreter der Behörden und führte aus:

, Jedes rechtlichen Grundes entbehrend ist der Einfall ins Ruhrrevier in der sadistisch grausamsten Art erfolgt. Uns alle treibt es, die Gefühle der innigsten Anteilnahme für die Bevölkerung des Ruhr­reviers kund zu tun. Der Widerstand an der Ruhr ist doppelt bewundernswert, weil wir waffen­los dem Gegner gegenüberstehen. Doppelt stolz können wir sein, daß neben dem Unternehmer die Arbeiterschaft steht. Die ruhige feste Haltung der Arbeitnehmer beweist ihre Zustimmung zu dem ergehen der Werkleiter. Vaterlandsverrat sind Versuche, die Klassengegensätze zu steigern und die (Einheitsfront zu zerstören. Ich ruhte öen Appell cn die Arbeiterschaft, lügenhaften Nachrichten keinen Klauben zu schenken. Ich ersuche alle unsere Mit- Slieber, nichts zu tun, was das Mißtrauen der Arbeitnehmer erwecken könnte. (Beifall.)

Reichsarbeitsminister Brauns erklärte in seiner Erwiderung, die Lage Deutschland» sei trotz aller schwere nicht hoffnungslos. Die sadistische Kampfes- weisè des Feindes zeige seine Verlegenheit. Das deutsche Volt werde nicht unterliegen, wenn Arbeit- «ebei und Arbeitnehmer die Treue zum Reich be- yen. Ihre Führer sind ihnen dankbar, daß sie mle; zurückstellen und sich nur die Rettung des Bölkes vor Augen halten. Möge es ko bleiben, ^der Tag der Erlösung, der besseren Zukunft für . der hierauf beginnenden Aussprache über Ruhreinfall ergriff als erster Redner General- vuetror Müller (Köln) das Wort. Seine Aus- Wungen wurden ergänzt durch ein Referat eines ^jMerr des neubesetzten Gebietes. Besonders wurden in der Diskussion die Ausführungen Geheimrat Kirdorf ausgenommen, der erklärte, der Kampf erfolgreich nur geführt werden o.^ unter der Losung: Haß dem Feinde und zum Vaterland.

bfd. Ansprachen von Vertretern aus den nicht 0.1a n Gebieten wurde eine Resolution an- Seiwmmen, in der es heißt:

; "^deutschen Arbeitgeber danken ihren Brüdern -hetzten Gebiet für das, was sie in diesen

Tagen für Deutschlands Ehre und Wohl Tr,^ leiden. Sie geloben in unerschütterlicher 6 Wen zu stehen, sie in dem schweren I beiti^L tUn Freiheit, Unabhängigkeit und Selbst« unteS8 "rit allen Kräften und Mitteln zu i Erl-i^, n, eine jede nur mögliche wirtschaftliche I Shun , öu gewähren, dem» der Kampf am I M ^uhr ist unser aller Sache! Auf Gedeih

I sind alle deutschen Arbeitgeber mit

I dunb-n°"dMd Westfalen und seinem Schicksal ver- I li*. «,s,.."?der eine Abtrennung oder wirtschaft- I Bün^,^",Usung dieses, das Herz des deutschen « schen k siebens bildenden Kernstückes des beut« I biet-., es, über eine Unterwerfung dieses Ee- 1 6törtpr, Untei ftemde Anordnung kann es keine I Aibeit^K kein Verhandeln geben. Die deutsche bei tritt in treuer Kameradschaft mit

btt inmÄ^ Arbeiter- und Angestelltenschaft hinter im altk°?^"l>en und duldenden deutschen Brüder bellen J^h und Einbruchsgebiet. Sie ist sich Schrvi»Mt, daß es gilt unter den größten bie letz «en zäh durchzuhalten, und daß um "ven darangegeben werden müssen, " rmd Recht zurückzugewinnen.

bei b'^aut der Regierung, daß sie ^mpies ien Ortschaft die Durchführung dieses ttleichtx,t ^zweckmäßiger und großzügiger Werse ÜNter>tuv^ wird ihrerseits der Regierung jede I von Gerinn.8 llewähren, wo es gilt, das Unrecht I Seibt , °?es wieder gutzumachen durch eine auf I freier Völker^"^"ükeit süßende Verständigung

. 1 Kiind^^che Arbeitgeberschaft hat mit dieser rtß ; . gegen den französisch-belgischen anst' bon hoJ " bQ5 Ruhrgebiet bewiesen, daß sie St'' ist, Wißen Geiste beseelt und entschloßen

I Wnlicön Frost' ohne Rücksicht auf den ilyen Vorteil, in den Dienst der großen

I Sache zu stellen. Die deutsche Arbeitgeberschaft will in diesem Kampfe durchhalten, obgleich sie weiß, daß ihr dabei materielle Wunden ge­schlagen werden, hierbei ist der greife Kirdorf, der Senior der westfälischen Arbeitgeberschaft,

allen vorangegangen, indem er zugleich mit der einigenden Liebe zum Vatcrlande den Haß gegen einen Feind predigte, dessen Ziel die Vernichtung Deutschlands ist. Diese Worte bürgen dafür, daß die deutsche Arbeitgeberschaft alle diejenigen, die aus persönlichem Vorteile mit dem Feinde anzubändeln versuchen, als Verräter brandmarken und aus ihren Reihen ausstoßen wird. Erhebend darf die Kund­gebung deshalb bezeichnet werden, weil sie den Geist jenes Schillerwortes spiegelte: Seid einig, einig, einig.. Alle Redner haben die Notwendigkeit hervorgehoben, mit den Arbeitern und Angestellten treu zusammen zu stehen und alles auszuschalten, was Mißtrauen erzeugen könne. Dieses gegenseitige Sichver- stehen ist jetzt gerade unbedingt nötig, da es sich in der nächsten Zeit darum handeln wird, die schwierige Frage der Lohnstabilisierung zu lösen, ohne daß es dabei zu Lohnkämpfen kommt. Nur mit gegenseitiger Verständigung ist dieses Ziel zu erreichen. Es muß erreicht werden, wenn anders nicht die Einheitsfront schweren Schaden leiden soll. Nach der gestri­gen Kundgebung kann man sagen, daß die Arbeitgeber mit dem richtigen Geiste an das schwierige Werk herantreten. Das Ergebnis ihrer Tagung wird eine Stärkung der Ruhr- und der Heimatfront sein.

Zwei welkere Morde in Buer.

V u e r, 14. März. Außer den bereits ge-

n o

zosen am Montag

S chupebeamke erscho en und zwar

auf dem Hose des Lyzeums. Der Vorgang wurde von einer Rac^arin der umliegenden

Häuser durch die Dachluke aus kurzer Entfer­

nung beobachtet. Die Erschossenen sind tzie Wachtmeister Mohr und Krause. Die bei­den Beamten waren aus dem Einbruchsgebiet

ausgewiesen worden, waren aber wieder zu­rückgekehrt, um ihre zurückgelassenen Sachen zu holen. Die Leisten wurden bisher noch nicht freigegeben. Der Termin, bis zu welchem sämtliche Schupobeamte aus dem Einbruchs- gebiet sich entfernen sollten, war von den Fran­zosen auf den 13. Mär; festgesetzt worden; die beiden Beamten sind aber bereits am 12. März von den Fmnzosen wieder ergriffen worden. Oberbürgermeister Zimmermann, der wegen Richtbefolgung des Rsquisitionsbefehls zu

10 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt wor­den ist und augenblicklich als Geisel in Reck­linghausen festgehalien wird, ist jetzt aufgefor­dert worden, die 10 Millionen Mark zu be­zahlen.

Zu der Erschießung der beiden Schuhpoli- zeibeamlen im Hof des Lyzeums in Buer mel­det dasB. T.", daß die Erschießung auf Grund eines überlegten Befehls erfolgt ist. Zwei Offiziere und zwei Soldaten haben den Befehl ausaeführt. Die dem Blatt weiter gemeldet wird, sind die vier Verwundeten, die am Sonntag ftanzösischen Kugeln zum Opfer gefallen sind, seitdem verschwunden. Sie be- finden sich in den Händen der Franzosen; in welchem Zustande, ist unbekannt.

Der Epilog von Buer.

Buer, 14. März. Der Epilog von Buer entspricht der Tragödie, die sich abgespielt hat. Dar Drama schließt mit der tiefsten Beleidigung, die einem freien Volke zugesügt werden kannte. In aller Frühe wurden zwei der drei deutschen Todesopfer beerdigt. Nur die allernächsten Angehörigen der Toten durften auf den Friedhof. Die Stadtverwaltung hat bei den Franzosen auf das Energischste dagegen protestiert, daß die Fran­zosen ein würdigere» Begräbnis verhindert haben. Die Franzosen veranstalteten eine glänzende Trauer- feier für die beiden ersoffenen Offiziere. Die Leichen waren in dem durch Blumengewinde, Fahnen und schwarze Tücher aurgeschmückten Rathaus aufgebabrt. Auf dem «athausvorplatz hatten drei Kompagnien Alpenjäger und mehrere Jnfant-riekompagni-n und Kavallerieschwadronen Paradcaufstellung genommen. Um 117, Uhr fuhr General D-gouttc im Anto vor. Dann setzte sich der Ltlchenzu, zum 6t Urbankirchhof in Bewegung. Den Särgen, die auf Lafetten au - gebabrt waren, folgten die nächsten Auzehörigen,

[ Generalität der Besatzungktruppen bei Ruhrgebiets i u«d die abkommandicrten Kompagnien.

Ein Lokomotivheizer lebensgefährlich verletzt.

Münster, 14. März. Auf der Strecke SchalteWanne und Recklinghausen-Süd wer­den feil gestern die Züge angehalten und die Kohlenzüge ausgesetzt. Der fahrplanmäßige Gükerzug WanneBottrop wurde heute früh kurz vor der Rordsternbrücke bei Bottrop durch Signale von den dort stehenden französischen Wachtposten zum Hallen aufgefordert. Trotz starken Bremsens gelang es dem Lokomotiv­führer nicht, den in voller Fahrt befindlichen Zug noch vor der Brücke zum Stehen zu brin­gen. Die Spitze des Zuges rutschte noch einige Meter über die Brücke. Sofort eröffneten die Franzosen Schnellfeuer auf die Ma­schine und verwundeten den Heizer durch zwei Brustschüsse lebensgefähr­lich. Nach der Untersuchung der Lokomotive und des Packwagens konnte der Zug die Fahrt fortsetzen. Der schwcrrcrwundete Heizer wurde in Carnap ausgeladen und ins Altessener Kran­kenhaus gebracht.

Von einem Auto Lbsrfahren.

Bochum, 13. März. Die dreizehn­jährige Tochter Franziska des Anreiters Borozynsky wurde auf dem Heimwege aus der katholischen Kirche in der Reckestraße von einem französisâ)en Automobil überfahren und sofort gekStet.

Einbruch in die Düsseldorfer Aegierunashaumkofse.

Essen, 14. März. Heute vormittag drangen

die Franzosen in das Regierungsgebäâ in Düsseldorf ein und beschlagnahmten einen größeren Geldbetrag, dessen Ä Mich m.i«»A^erer üer . Regierungsbouptkasse nmrde von den Franzosen

f e st g e n o m m r n. Man vermutet, daß es 1 tf bei dem Vorgehen der Franzosen um die Ein­treibung einer Geldstrafe handelt, die die Be­satzungsbehörde der Gemeinde K e t t w i g v. d. Brücke vor einiger Zeit auferlegt hatte.

Kohe Strafe.

Mainz, 15. März. Die badischen Regierungs­beamten Meyer und Müller hatten sich vor dem französischen Kriegsgericht zu verantworten, weil sie einem Befehl der Desatzungsbehörde, Plakate mit Verordnungen der Rheinlandkom­mission zum Anschlag zu bringen, nicht Folge geleistet und ferner die ihnen unterstellten Beam­ten zum Ungehorsam gegen Verordnungen der Rheinlandkommission aufgefordert haben sollen. Das Urteil lautete gegen Meyer auf 1% Jahr Gefängnis und 30 Millionen Mark Geldstrafe und gegen Müller auf 1 I a h r Gefängnis.

Verhaftung deutscher Schriftleiter.

Dortmund, 14. März. heute vormittag er­schien ein französisches Kommando in Stärke von 25 Mann mit Maschinengewehren, besetzte die Betriebsräume derDortmunder Zeitung" und schritt zur Verhaftung einiger Redakteure. Die Gesuchten waren aber nicht auf der Redaktion anwesend. Rach einer Stunde rückten die Franzosen wieder ab, wäh­rend welcher Zeit sie die auf den Schreibtischen liegenden Manuskripte und die eingegangene Post durchstöberten, hierauf begaben sie sich zu den Wohnungen der Gesuchten und verhaf­teten den Chfredakteur Hörster und den Redakteur Rohde.

Die Ruhröedalle im en^L Unterhaus,

keine Hoffnung ans England.

London, 14. März. In der fortgesetzten De­batte im Unterhaus erklärte der National- liberale Fisher, die Frage der Reparationen und die Sicherheit Frankreichs könne nur durch eine internationale Konferenz geregelt werden, an der Amerika teilnehmen sollte.

Der Unionist G r e t t o n betonte, die Regie­rung müsse früher oder später handeln. Er fragte, ob sie eine Politik der Isolierung ver- olgen wolle, die zum Bruch mit Frankreich ühren würde. Abgesehen von einigen Sachoer-

tändigen sei man tm allgemeinen außerhalb )es Hauses der Meinung ~

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Hauses der Meinung, daß Frankreich Recht sei und Deutschland zu Verhand­lungen gezwungen werden müsse.

Der Arbeiterparteiler Thomas hob her­vor, daß sich kein Redner zu Gunsten der Politik der Regierung ausgesprochen habe. Er sagte, Frankreichs Vorgehen treibe die deut­schen Arbeiter, die sich dem alten militaristischen

System widersetzt hätten, in das entgegengesetzte Lager,

Der Unionist Gray äußerte, Frankreich sei im Recht: England hätte sich dem Ruhrunter­nehmen anschließen müssen.

Der Liberale Roberts erklärte, das Er­gebnis der Schritte, die heute getan worden seien, werde ein großer Krieg sein, durch den die europäische Zivilisation vernichtet würde.

Der Unionist D a v i s s o n führte aus, Frankreich habe nur das getan was auch nach >er Ansicht Lloyd Georges das richtige Ver- ahren gewesen wäre, falls Deutschland mit einen Leistungen in Verzug gerate.

Asquith betonte, alles, was Poincare erst im vergangen Sommer auf der Londoner Konferenz gesagt habe, sei über Bord geworfen. Die gesamte Operation sei riesig aus­gedehnt, worden und es scheine wirklich kein Grund zu bestehen, weshalb die Franzosen nicht nach München und möglicherweise aud), nach Berlin gehen sollten Sie erstrebten bei ihrem Abenteuer Reparationen und Sicherheit, beides Ziele, die berechtigt seien, vorausgesetzt, daß die dabei benutzten Mittel durch den Vertrag von Versailles sanktioniert würden und außerdem, daß sie wirksam seien. Die von Frankreich ge­wählten Metboden fügten den E n g l ändern sehr ernsten Schaden zu und brächten keine Reparationen ein. Wenn es jemals Pflicht der britischen Regierung gewesen sei, eine ent­schlossene Politik zu verfolgen, so sei dies jetzt der Fall. Die Frage müsse unverzüg- lich an den Völkerbund verwiesen werden, der einen D e r te i d i g u n g sp a k t zwischen feinen Hauptmitgliedern schaffen müsse, durch den auch Frankreichs Sicherheit gewähr­leistet werden würde.

Der Unterstaatssekretär für auswärtige An­

gelegenheiten Mac Neill erklärte namens Der,Keg,ieruKg,, ««>» des Hames schienen einige grundlegende Tat­sachen entgangen zu sein. Deutschland sei im Verzüge Es sei beschuldigt gewesen, eines der größten Verbrechen begangen zu haben, die je gegen die Menschheit verübt wurden. Es sei z u f r ü h, um dies zu ver­gessen. (Beifall auf der Seite der Regierungs­partei.) Die Regierung, das Haus und er seien überzeugt, daß das Land immer noch Frank­reich freundschaftlich gesinnt sei. Sie wünschten, soweit dies möglich und mit dem Recht und der Beobachtung der Interessen Großbritannien und des übrigen Europa zu ver- einbaren sei, Freunde und Alliiert» Frankreichszrzbleiben. (Erneuter Bei­fall.) Die Meinungsverschiedenheit mit Frank­reich sei nicht eine solche der Grundsätze, sondern eine der Methoden. Wenige Leute würden der Ansicht fein. daß der Einmarsch ins Ruhr- gebiet als Sanktion für eine Versäumnis gegen­über der Verträge an sich eine Ungerechtigkeit darftslle. Sir John Simon habe die sehr ernste Frage gestellt, ob die Regierung der Ansicht fei, daß die Franzosen durch die Besetzung des Ruhrgebiets den Versailler Vertrag verletzt hätten. Er, Mac Neill, sehe nicht ein, warum die Regierung diese Frage be­antworten solle. Welchem guten, -ömect würde gedient, wenn die Regierung öffentlich, möglicherweise durch den Mund ihrer Rechts­beamten die Ansicht ausdrücken würde, daß ihre Alliierten den Vertrag verletzt hätten, falls sie der Ansicht der Rechtsbeamten sei. Es treffe n i ch t z u, daß das britische Heer jetzt u m - zingelt fei und keine Verbindung mit dem unbesetzlenDeutschland habe. Auf die Vorstellungen der Regierung hin hätten sich die französischen und belgischen Behörden aufs äußerste bemüht, die Lage für den bri­tischen handel im Rheinland zu erleichtern. Zu dem Vorschlag, die gesamten Fragen dem Völkerbund zu unterbreiten, bemerkte Mac Neill, die Einrichtung des Völkerbundes wurzele noch nicht tief in dem Gedanken der Völker, und so könnte der Versuch, die Maschinerie des Völ­kerbundes in Betrieb zu setzen, diesen zertrüm­mern Die Regierung sehe gegenwärtig keine Hoffnung, durch die Maschinerie des Völker­bundes oder durch irgendeine internatio­nale Konferenz eine neue Politik einzu- schlagen die der geäußerten Kritik entgegen­kommen würde.

Eine Spende des Papstes.

Köln, 15. März. DerKöln. BolksztgF zufolge hat der Papst die Stemme von 500 000 Lire für die Bevölkerung de» Einbruchsgebiets gesandt.

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Dollar (10 Uhr vorm.) 20800