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Am Samstag und Sonntag weilten über Itters Vertreter der Bezirksgruppe Hessen- «â! und Waldeck des Verbandes der Kom- Mnelbeamten und Angestellten (Komba) zu diesjährigen Bezirksversammlung in «Mäusen. Die umfangreiche Tagesordnung, Kje jn einer vielstündigen Vorstandssitzung am «rqangenen Samstag vorbereitet war. sah die Beratung über wichtige beamtennolitische Taaesfragen vor. Am Sonntag begrüßte Herr Bürgermeister Voit namens der Stadt Gelnhausen die erschienenen Vertreter und wünschte den Bestrebungen derBeamtenschaft einen guten Erfolg. Beim Kapitel „Besoldung" wurden die Verhältnisse der Kommunalbeamten im besetzten und im Einbruchsgebiet eingehend beleuchtet. Dabei kam in einer Enffchließung der Abscheu vor den aller Zivilisation hohnsprechenden französischen Zwangsmaßnahmen im Ruhrgebiet zum Ausdruck, während der in vorderster Kampffront stehenden Beamtenschaft Dank und Aneckennung ausgesprochen und ihnen jede Unterstützung zugesichert wurde. Einen sehr interessanten Vortrag über Veamtenwirtschafts- politif und die Stellung des Deutschen Beamten- bundès zu den freien und gemischten Gewerkschaften hielt der Verbandsgeschäftsführer Meurer-Berlin. Er ließ erkennen, daß man sich im Kommunalbeamtenverband und im Beamtenbund doch höhere Ziele gesetzt hat, als man gemeinhin anzunehmen geneigt sein wird. Er
, führte etwa aus daß die Tätiakeit des Deutschen ' Feamtenbundes auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik sich orientiere nach den Interessen der Arbeitnehmer und Verbraucher. Sie richte sich in schärfster Form gegen alle Auswüchse der
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tung zu vertreten In der'Besoldungsfrage verlange die Notlage, in der wir uns befinden, stackste Berücksichtigung der Interessen der unteren Beamtengruvpen. Die Tätigkeit des Verbandes der Kommunalbeamten gelte in erster Linie dem Kampf gegen die schädlichen Auswirkungen des sogen. Besoldungsspsrraesstzes sowie der Besserung der Rechtsverhältnisse der Dauerangestellten. Der Kampf der Beamten- gewerkschaften im /besetzten Westen erfordere stärkste Kraftanspannung. Die Beamtenschaft und die Veamtengewerkschaftsbewegung stehe dort in vorderster Abmehrfront. Mit einem warmen Appell an das „Hinterland", in der tätigen Unterstützung dieses Kampfes nicht zu versagen, schloß der Redner. Andere Punkte der Tagesordnung betrafen Organisations- und Avsbildungsfragen. Es soll u. a. im Einvernehmen mit den Städtetagen eine systematische Vor- und Ausbildung der hessen-nassauischen Kommunalbeamten und ein^^ , Reae- lung des Prüfungswesens angestrebt werden.
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Dou!fches Vslksopfer.
Bildung von Landessammelstellen.
Um einer Zersplitterung in der Durchführung des Deutschen Volksopfers vorzubeugen, ist in der ersten Sitzung des Arbeitsausschusses des Deutschen Volksopfers die Notwendigkeit der Bildung von Landesausschüfsen festgestellt worden. Es wurden Richtlinien vereinbart, in denen bestimmt wird, daß, soweit Landesausschüsse gebildet sind, diesen die Durchführung der Sammlung innerhalb des eigenen Landes ausschließlich überlassen bleibt.
. Auf Grund der mit der Reichsregierung ver- embarten Richtlinien hat der Preußische Mini-
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Das Ruhrremer in der deutschen Dichtung.
. Das Ruhrrevier war bis vor kurzem von °er deutschen Dichtung sehr stiefmütterlich be- Mndèlt worden. Wohl fand man schon seit wngem das Lus des Bergmannes romantisch und es fehlte auch nicht an Liedern und Gedich- x sich mit den Bergleuten beschäftigten,
^aren doch aber mehr allgemein gehaltene Achtungen, die vermieden, auf Einzelheiten des ^rgmannsberufes einzugehen. Zum Teil mag wes daran gelegen haben, daß die Sprache der ven Lyrik nicht geschmeidig genug war ns technische Fachausdrücke bisher nicht auf* ®ies. Große monumentalere Gestaltungen des ergmannslebens fehlten überhaupt. Einige Ersuche, den gewaltigen Gesamteindruck des f™cn= und Industriezentrums dichterisch zu . “ten, wurden zwar gemacht, doch ohne voll befnedigenden Erfolg.
-^.^^"sirgebiet selber erscheint wohl zum di^ ^âle im Jahre 1866 im Titel eines Ge- Aes von Freiligrath. Dann aber war es für ^uyrzehnte wieder ruhig und erst vom Jahre h ^ab mehren sich die Gedichte, die das Los -i ^ -"Uhrbergarbeiters beschreiben. Namentlich o es Arbeiterdichter, die aus eigener An- ^°uung heraus das Leben unter Tage erken- on unb Sorgen und Leiden des Bergmanns haben. Daß es sich hier um zum Teil -^ch ^r hoch stehende Werke handelt, «w e.ine von Dr. O. E. Hesse herausgegebene -„ wngeleitete Sammlung „Das Ruhrrevier srL, r deutschen Dichtung", die im Zentral- euag, ® m. h H,, Berlin, erschienen ist.
Freiligrathsche Gedlcht, welches Weih- n 1866 unter dem Titel „Fürs schwarze erschien, knüpft an eine große Kata- *.m Ruhrbergbau an, die sich im Winter - w ereignete. Der Dichter befindet sich in Eng- ji^' AAu er wegen seiner politischen Haltung Zurückgezogen hatte und es schildert, wie er lauten Kreise zur Festzeit am Kamin sitzt,
ster für Volkswohlfahrt bereits in einem Erlaß vom 12. Februar darauf hingewiesen, daß für den Preußischen Landesausschuß eine einheitliche Landessammelstelle begründet worden ist (Anschrift: Berlin 56, Oberwallstr. la; Fernsprecher: Amt Zentrum 5241; Postscheckkonto Berlin Nr. 10 020; Bankkonto Preußische Staatsbank Berlin 56, Nr. 101 759). Diese Sammelstelle bildet für das preußische Staatsgebiet die letzte Empfangsstelle der Sammlungserträge.
Cs besteht ein dringendes Interesse, daß eine straffe Zusammenfassung der Sammeltätigkeit, insbesondere eine Heranziehung der vielfach zersplitterten privaten Cinzelsammlungen, unter planmäßiger Mitwirkung aller amtlichen und privaten Stellen statffindet. Es ergeht daher an alle Stellen, die sich durch Sammeltätigkeit in den vaterländischen Dienst des Deutschen Volksopfers gestellt haben, die dringende Bitte, alle in Preußen für das Deutsche Volksopfer aufkommenden Sammlungserträge an den Preußischen Landesausschuß auf die oben angegebenen Konten oder an bereits gebildete Provinzialausschüsie umgehend zu überweisen.
* Sladilhealer. Heute Mittwoch 72 Uhr (11. Vorst, im Mittwochabonn.) Erstaufführung des fünfaktigen Schauspiels „Rose Bernd" von Gerh. Hauptmann. — Donnerstag, 15. März, 72 Uhr (Geschl. Vorst, d. B.-V.-Vds.) „Emilia Galotti". — Freitag, 16. März, 72 Uhr (11. Vorstellung im Freitagabonn.) „Die Dollarprinzessin"
* Eine Sochprobe mit dem Brenneraufsah „Sonne" findet am Freitag, 16. März, abends 6 Uhr im Gartensälchen des Gasthauses „Zum Elefanten" statt. Der Brenneraufsatz „Sonne" ist vielfach glänzend begutachtet und hat überall wo er eingeführt wurde, großen Anklang gefunden. Nach einem Gutachten der Technischen Hochschule München wurde bei deren Versuch eine Gasersparnis von zirka 30 Prozent festgestellt. Mit dem Brenneraufsatz „Sonne" können die Flammen zum Weiterkochen ganz klein gestellt und so aus dem ältesten Gasherd ein ganz moderner geschaffen werden. Das Beiwohnen der Kochprobe am Freitag kann daher jedermann nur empfohlen werden. Näheres hierüber im Inseratenteil.
* Radsport. Am kommenden Sonntag, 18. März feiert der Radsportverein „Möve" (B. D. R.) sein erstes Stiftungsfest in den Sälen der Turnhalle (Jahnstraße). Der Verein hat sich bemüht, den Freunden und Gönnern des Radsports durch ein abwechslungsreiches Programm, bestehend in humoristischen Vorträgen, Müller-Albus), Reigenfahren auf Tourenrädern, Tanz und sonstigen Belustigungen einige angenehme Stunden zu bereiten. Bemerken möchten wir noch, daß der Verein trotz ââ^Lâ^IurLLL.Mstehens gute Erfolge zu
la Kokosfett
la Salatöl
ferner Biernudeln
Haferilocken
3000
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sowie alle Kolonialwaren
Bech Bachs. (Kohler), Hirsästr. 7
wie man fröhlich das Bier aus zinnernen
Krügen leert und wie man glücklich ist Weihnachtszeit.
„Nun die Schaufel her! Häuft die Glut im Kamin. Laßt knattern die Brände, Die Kohlen glühn!
Die Kohler — o Grauen! Mit jähem Schritt
In die leuchtende Weihnacht Ein Schatten tritt.
Ein Schatten, schwarz Und riesengroß:
Die Kunde vom Brand In der Mine Schoß! . . .
Wir schü-en die Kohlen, Wir öffnen die Hand Für die Witwen und Waisen Im schwarzen Land!"
zur
Bon den neueren Dichtungen scheint uns besonders das „Lied der Kohlenhäuer" von Gerrit Engelke den Geist des Ruhrreviers zum Ausdruck zu bringen. Inhaltlich zeigt das Gedicht, daß sich die Bergleute ihrer kulturellen Bedeutung ebensowohl bewußt sind, wie der ständigen Gefahren, unter denen sie ihre Arbeit verrichten. Die dumpfen Vokallaute und die schweren wuchtigen Konsonantenverbindungen des stetig wiederkehrenden Kehrreims passen so recht zu der harten Arbeit des Bergmanns. Eine Probe dieses Gedichtes mag es zeigen:
„Wir speisen sie alle mit nährender Wärme: Den pflügenden Lloyd im Atlantischen Meer, Die erdumkreisenden Eisenzugsschwärme, Der Straßenlaternen weitflimmerndes Heer, Der ragenden Hochöfen glühende Därme. Wir nähren sie alle mit Lebensblut-Wärnie!
Wir wracken, wir hacken Mit hangendem Nacken Im wachsenden Schacht Bei Tage, bei Nacht. —
verzeichnen hat. Saalöffnung 5 Uhr, Anfang 6 Uhr. Der Saal ist gut geheizt.
Sirafkammer Kanau.
Die gestrige Sitzung beschäftigte sich mit Berufungssachen. Vom Schöffengericht Hanau war der Händler Leopold St. von Marköbel wegen Wuchers mit 12 000 Mk. gestraft worden. @r hatte Ende August v. Is. von einem Landwirt in Niederissigheit ein notgeschlachtetes Pferd gekauft und dafür 3500 Mk. bezahlt. Nach der tierärztlichen Untersuchung wurde das Fleisch bis auf Kopf und Lunge freigegeben und St. verkaufte es an einen hiesigen Pferdemetzger für 11 500 Mk. Die Haut, die 1500 Mk. brachte, behielt er für sich. Da St. das Fleisch immer noch zu einem Preise abgegeben hatte, der erheblich hinter dem damaligen Marktpreis zurückblieb, hob das Gericht das vorinstanzliche Urteil auf und kam zu einem Freispruch. — Wegen Betrugs im Rückfall war der Schlosser- meister Friedrich Kraushaar von Mannheim vom hiesigen Schöffengericht mit 1 Jahr Zuchthaus bestraft worden. Am 25. Februar 1921 erschien K. bei dem Obermeister der hiesigen Schlosserinnung und ersuchte um ein Darlehen von 300 Mk., da ihm auf der Fahrt von Wiesbaden nach Hanau angeblich sein Mantel mit Brieftasche entwendet worden war. Da K. sich durch ein Mitgliedsbuch der Schlosserinnung Mannheim legitimierte, kam man seinem Wunsche nach, mußte später aber die Erfahrung machen, daß man einem Unwürdigen geholfen hatte. K. ist wegen Betrugs mehr als 10 mal vorbestraft, er ist aber auch Psychopath und geistig minderwertig. Diesem Umstande Rechnung tragend billigte die Straffammer dem Angeklagten trotz seiner mehrfachen recht erheblichen Vorstrafen mildernde Umstände zu und wandelte dke Zuchthausstrafe in 6 Monate Gefängnis um. — Das Schöffengericht Langenselbold bestrafte den Althändler K. von Rückingen wegen Hehlerei mit einer Woche Gefängnis. Anfang September v. Is. hatten einige Jungen von Rückingen von der Kleinbahn Eisenbahnmaterial entwendet, das K. gekauft hatte. Der Angeklagte machte geltend, daß nicht er, sondern seine Tochter das Eisen angekauft habe, was von den zwei Jungen, die das Material verkauften, entgegen ihrer früheren Aussage, auch bestätigt wurde. Das Gericht kam daraufhin trotz dringenden Verdachts mangels Beweises zur Freisprechung.
Wetterbericht.
MilqeteiN von her Wetterdienststelle Frankfurt e. M
Die kalte Witterung der letzten Tage ist vorläufig vorüber. Mit südwestlichen Winden tritt Erwärmung auf, die anfangs von Regenfällen begleitet ist. Später ist teilweise Aufheiterung ;* erwarten.
Vorhersage bis Donnerstag abend: Wolkig, trockrn, mild, Sndwcstwind.
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Ecke Salzstr.
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Wir können mit unseren schwielenden Händen Die Lichter ersticken, die Brände der Welt! Doch — hocken wir fort in den drückenden
Wänden,
Wir klopfen und bohren und klopfen für Geld. Doch hocken wir fort in den drückenden Wänden: usw.
Wir pochen und pochen durchMochen und Jahre, Wir fahren lichtauf; — mit „Glück auf!" dann hinab —
Wir pochen und pochen von Wochen - zurBahre Und mancher schürft unten sein eigenes Grab. Wir pochen, wir pochen durch Wochen u. Jahre, usw.
Spaziergänge in und vor der Sladt.
Die Heimatfreunde werden mit Freude bemerkt haben, wie jetzt bald hier, bald dort eins der alten trüb und traurig, mattgrau und gelblich gestrichenen Häuser der Innenstadt sein altes Gewand abstreift und sich ein neues, heiteres, farbenfrohes anlegt. Der Spott der ersten Zeit über diese bunten Spielzeughäuser ist schon ganz still geworden und was vorher nur wenige sahen, wird jetzt vielen bewußt: Diese Häuser haben Linie, haben Ausdruck. Solide Bürgerhäuser sinds, oft ganz einfach und nur durch die Harmonie aller Matzverhältnisse schön. Andere mit stattlichen Giebeln, kunstvoll geteilten Fensterrahmen, vortreteden Treppen und Säulen (leider meistens dem Straßenverkehr geopfert) und geschnitzten Türen, auch dem weniger Kundigen ihre Herkunft aus der Bieder- ineierzeit und früheren Stilperioden verratend. Die erfreulichen Erscheinungen sind jetzt schon so häufig, daß fast jede Straße mindestens ein oder zwei Beispiele dafür bietet, wie das Erbe der Vergangenheit wieder zu Ehren gebracht wird. Man fängt unwillkürlich an zu suchen, welche Häuser eine solche Neuerweckung wohl am ersten verdienten, um so wieder den anderen ein Beispiel zu geben; wenn z. B. das große giebelreiche •fiaus an der Nordwestecke des Marktes mit der
Landkreis Kana«.
* RIilkelbuchen, 13. März. (Mädchen» b u n d.) Seit vorigen Herbst haben wir einen Mädchenbund. Der Anregung des so schön verlaufenen Jugendfestes folgend, haben sich Führer und Führerinnen und Jugend zum Mädchenbund zusammengefunden. Was unsere Führer geleistet haben und was unsere Mädchen in ihrem Mädchenbund gelernt haben, davon gab der erste Familienabend ein schönes Zeugnis, der am letzten Sonntag im Saale des Herrn Schales stattfand. Welch ein Reichtum unsrer schönen deutschen Volkslieder, den die Mädchen im mehrstimmigen Chor und im Dreigesang so stimmungsvoll den Eltern und Freunden zu Herzen sangen. Wie gewandt bewegten sie sich im ernsten und heiteren Spiel und wie sicher und verständnisvoll brachten sie gute Dichtung zum Vortrag. Wenn auch der bunte Schnitterreigen zum Schluß etwas verunglückte, so ließ er doch schon ahnen, daß auch hierin unsere Mädchen noch Schönes und Gutes leisten werden. Don dem Geist, der im Bunde waltet, legten neben Liedern und Vorträgen und Aufführung auch die beiden Ansprachen beredtes Zeugnis ab von dem Geist des Glaubens und der Liebe. Mit freudigem Beifall nahn en die Angehörigen der Mädchen die Darbietungen auf, sichtlich froh darüber, daß ihre Mädchen den Mädchenbund haben. Eine freiwillige Sammlung für das Ruhrgebiet ergab den Betrag von 13 000 Mark. Mit dem ersten Familienabend wird der Mädchenbund die Herzen der Erwachsenen gewonnen und sich seinen Platz in der Gemeinde gesichert haben.
Aus Nah und Fern.
Frankfurt a. TN., 13. März. Die „Fackel" hat ihr Erscheinen eingestellt, da sich hier kein Drucker mehr für sie fand. Gegen ihren Herausgeber Matthes, den früheren Redakteur der „Volkszeitung" in Aschaffenburg, wurde ein Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet. Das Bild des Matthes erscheint augenblicklich in allen deutschen Fahndungsblättern.
Ruhlkirchen (Kr. Alsfeld), 13. März. Eine schwere Bluttat ereignete sich am Samstag vormittag in der Familie des Müllers Lang dahier. Zwischen den beiden Söhnen Karl und Gottfried bestand seit längerer Zeit ein gespanntes Verhältnis wegen der Gutsübernahme. Beide Söhne waren in dem väterlichen Gut tätig, der jüngere (Gottfried) verheiratet, der ältere (Karl) ledig. Da der Vater der beiden sich anschickte, dem älteren Sohn das Gut zu übergeben, geriet der jüngere darüber derart in Aufregung, daß er den älteren Bruder durch einen Revolöerschuß lebensgefährlich verletzte. Nach der Tat stellte er sich frei- willig der Polizei.
Jkegenhaln, 13. März. Gestern morgen er- eignete sich in dem benachbarten Steine ein tief bedauerlicher Unglücksfall. Der Müller P. Albert wurde beim Gange durch die Mühle so
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Sek 1818 Ä-G / Berlin C 25 Seit 181S
Einhornapotheke oder der Patrizierbau in der Römerstraße mit den originellen Sternkugeln neu erstände, wäre das nicht ein Fest für die Augen?
Wenn man sieht, mit welch feinem Gefühl beispielsweise in der Römerstraße dem schräg gegenüberliegenden Haus drei große Ladensenster eingefügt sind, ohne daß man, wie bei den früheren Lösungen solcher Aufgaben, das Gefühl hat, „dem Haus ist der Leib aufgerissen", dann keimt Hoffnung auf, doch noch einmal zu erleben, daß ein friedlicher Bund zwischen Neuzeit und ehrwürdiger Vergangercheit alten eine simple Selbstverständlichkeit wird. Eine Kleinigkeit wäre es doch z. B. einmal zu überlegen, ob ein gänzlich verblichenes Blechplakat, das einst für Hoffmannsstärke oder sonst etwas Reklame machte, noch einen Sinn und ein Recht hat, die ruhigen Wandflächen zu beflecken, oder ob die Werbekraft der großen blauen Schilder für die längst eingegangene „Kleine Presse" noch sehr aktuell ist. Wenn jeder, der sich durch Schilder dem Vorübergehenden bemerkbar machm rvAl, einmal selbst richtig hinsehen wollte, wie seine Schilder sitzen, und was sie eventl. verdecken, dann würde das Bild bald besser werden und manche fonnvollendet geschnitzte Rokokotür usw. würde auf einmal, ich möchte sagen _,,of>ne Nebengeräusche" gesehen und in ihrer Schönheit genossen werden können. Unb mancher Ladenbesitzer wird sich bei richtiger Ueberlegung auch sagen, daß zwei Dutzend Außenschilder weder nötig, noch wirklich nutzbringend, noch schön sind. Auch Giebel- und Kandelaber, reklamen nach Frankfurter Muster sind hier zwecklos, ein Beweis dafür ist mir auch die Tatsache, daß die Reklametafeln und -Säulen doch einen großen Teil des Jahre- halbleer stehen.—
Solche Sachen sind gewiß zum Teil Kleinigkeiten, aber solche Kleinigkeiten können doch größere Schönheiten in ihrer Wirkung stark beeinträchtigen. Vielleicht nimmt sich einmal der