Einzelbild herunterladen
 

sr

1923

Freilag den 9. März

Nr. 58

■B

len, kunitkii enttth ö Ule". «Ä rinft, ISSChOQ, nèr •

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sla-t- und Landkreis Kanan a. AU

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn« und Feiertage. / Fernsprech-Anschlay Nr. 1937

Bezugspreis: Monatl. Mk.3800.— ohne TrSgerloh«: Einzelnummer Mk. 150.—. Samstags 160.-r Ausetgenpreil«: Die 28 mm breite Zeile Mk. 120.—: F t n a nr i nf er a t e Mk. 150.—, Reklame (68 mm bretV Mk. 250.—. Inserat«. S^L laufende, werden nur zum jeweiligen Tagespreis« bexeénet — Offertengebühr Mk. 7(X—. — Geschäftsstelle: Sammerftratze 9.

'ieiht.: ".Mzj

W ^nabs»! Subeiit in. «tu rmefläi iverl. gen bei ein, ?e 7 U

A

Seifbrett um Fil gerE» 33661 »t M m üineimt! : nerfauf, litt. 4111

bad«

M eck».

M

t.

tets li1

■t:

2918 i|i ciert * auS aon-

tÄ

lei

f!

afr."? i

-3385! d

ätig.

W

irr

Erfüllungsort u.GeriLtsftand für beide Teile Hanau a.M. — FiirPladvor- schrift und ErfLeinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. — 3m Falle höherer Gewalt, Streik usw., bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung der Bezugspreises

L_—,— ______—------------

Die MMt WnlMMk in Mm

Französische Verwüstungen in Lerne. — Neue Besetzungen.

In der ganzen Welt hat das französische Schreckensregiment in Bochum ungeheures Aufsehen eregt. Die Marterung der verhafteten vberrealschÄler (die sechs armen Jungen, die Spießruten laufen mußten und scheußlich miß­handelt wurden, sind mittlerweile durch Ver­wendung des Roten Kreuzes wieder den Eltern zugeführt worden), die Ausplünderung der HaÄelskammer und die sinnlose Zerstörung aller Einrichtungen derselben, der auf dem Bahnhof Bochum-Nord von Franzosen verübte Bandalismus haben eine fllnnMende Empö- mng im Reiche, peinliches Befremden in den Frankreich verbündeten Ländern, scharfe Ver- urteilung im neutralen Auslande gefunden.

Gewehrkolben, Reitpeitschen auf alle Gefange­nen ein. Viele blieben blutend am Boden liegen, Dr. Schiller wurde der ganze Oberkiefer zerschlagen.

Daß man auf der Straße des Lebens nicht sicher ist, mußten drei Knappschaftsbeamte er­fahren, die ahnungslos von Franzosen gestellt wurden. Einem, dem Knappschaftsbeamten Wortmann, wurde das Bajonett in das Gesäß gestoßen mit solcher Wucht, daß es zum Vorder- lerb herausdrang. Tödlich verletzt mußte der Bedauernswerte ins Krankenhaus gebracht wer­den. Stirbt auch er, dann haben die Franzosen in Bochum bereits vier Unschuldige ermordet!

Ihrem wüsten Treiben setzten die Franzosen am letzten Mittwoch die Krone auf, indem sie einen Raubzug auf alle öffentlichen Kaffen unternahmen und selbst die Renten für Witwen und Waisen stahlen, die von dem Publikum am Postschalter eingezahlten Gelder, die Stations­kaffe, die Stadtkaffe, die Sparkasse, die Kreis­kaffe, das Zollamt, die Lotterieeinnahmen be­raubten. Es heißt, daß die Soldaten seit drei Wochen keinen Sold mehr erhalten hatten, daher der Raubzug.

Aber damit nicht genügt Es sind zahlreiche Fälle bei den Behörden zur Anzeige gelangt, wo Privatpersonen auf der Straße beraubt wurden. Einem Bergmann wurden 30000 Mark aus der Brusttasche genommen, einem vom Bahnhof kommenden Reisenden, der keinen Paß hatte, ebensoviel, worauf er weitergehen konnte, einer Rentmeistersgattin, deren Mann ver- MWMWMWMMWWWMsWäii . uhr usw. Für Hunderte Millionen Mark ist an Waren, Möbeln, Kristallen und Silbersachen aus den Geschäften „requiriert" worden zur Ausstattung eines DffWersfafinos. Bezeich- nenb für die Moral der Franzofen ist es, daß, als sie ins Landratsamt eindrangen, von dem Landrat und dem Kastellan unter Vorhaltung von Revolvern zuerst Schnaps verlangten, daß sie in der Handelskammer aus Privatkellern, im Bahnhof Nord aus der Güterabfertigung Körbe Wein stahlen unb Trinkgelage veranstalteten, an denen Offiziere und Mannschaften „brüder­lich" sich beteiligten: daß bei der Festnahme der Direktoren der Firma Balcke die Offiziere die auf dem Konferenztffchè stehenden dreiZigarren- kisten an sich rissen.

Aber das Tollste haben sie sich doch am 28. Februar abends in der Bordellstraße geleistet. Ein Ehäuffeur war in den „Winkel" gegangen und blieb dort ziemlich lange. Seine französi­schen Kameraden drangen in ein Haus ein, um ihn zu suchen, irrten aber in der Hausnummer Wie die Berserker zerschlugen sie alles, zer­schnitten Betten und Sofas, beraubten vier Mädchen ihrer Schmucksachen und des Geldes mißhandelten sie und zwangen sie zu ekelhaftem Gefchehenlaffen. Die Mädchen hatten sich den Zorn der Franzosen zugezogen, weil sie die brutalen französischen Wüstlinge vom ersten Tage an nicht ins Haus gelassen hatten. (Aus verschiedenen Orten, so Herne und Oberhausen werden Vergewaltigungen von unbescholtenen Mädchen gemeldet.)

Verhaßt sind den Franzosen die Schupo­leute, die schier Unmenschliches ertragen haben, um die Bevölkerung nicht ohne Schutz zu lassen' Am Mittwoch wurde die ganze Schutzpolizei verhaftet. Der größte Teil wurde ausgewiesen. Bei der Verhaftung sind Beamte fürchterlich ge­schlagen worden, mit „Hände hoch" ober auf den Rücken gefesselten Händen wurden sie fort­transportiert, die meisten sind ausgewiesen. Das Geschrei der Gemarterten drang weit heraus aus den Räumen ber Polizeidirektion. Viele Beamte sind auch noch beraubt worden.

Bielen klangen die Meldungen so ungeheuerlich, daß sie kaum geglaubt wurden, daß man meinte, solche Scheußlichkeiten nicht für möglich halten zu könmn.

Ach, viel Schlimmerem noch ist Bochum in Ler letzten Woche ausgefetzt worden; mit wahr­haft fMsttfcher Wut haben die Französin ihr Mütchen an Tausenden gekühlt. Auf den amt­lichen Stellen häuften sich die protokollarischen/ eidesstattlichen Ausfagen oer Mißhandelten, auf offener Straße Beraubten, der Geplünderten zu Aktenbündeln von unheimlichem Umfange.

Weil ftanzöfffche Spitzel, deren sich an 2500 im Ruhrgebiet umhertreiben, in mehreren Fällen von dem entrüsteten Publikum die wohl­verdiente Tracht Prügel empfangen hatten, in wenigen Fällen auch Offiziere mit der Reit- peitsche an die verkehrte Abreffe gekommen waren, w^il ferner die Geschäft» fsich rveigerle», LebensmttLel und Textilien, Schuhwaren und auch andere Artikel, an denen im Ruhrgebiet großer Mangel herrscht, an die Franzosen ab­zugeben, wurden über die StM die aller- schärfften „Sanktionen" verhängt. Von 7 Uhr abends bis 7 Uhr morgens darf kein Mensch auf die Straße. Die Innenstadt ist durch Tank- Ischwader und Truppenkolonnen abgeschlossen, «m Geschäft in dieser Zone darf seit einer Wochtz schon den Laden öffnen. Wertvolle, un­ersetzliche Lebensmittel sind dem Verderben ausgesetzt. Wehe dem, der nach 7 Uhr abends W die franzstschen Fallen gerät! Er wird un= aachsichtlich verhaftet und darf Gott danken, §enn man ihn nur eine Nacht auf freiem ^atze, in strömenden Regen, stehen läßt. Die Efften werden nach der Oberrealschule II ge- dem Sitz des Generalkommandos. Bis unter das Dach, im Keller wie in den Abort- amagrn sind die „Verbrecher", die keinen Aus- haben, eingesperrt, zu Dutzenden in engem Tagelang werden sie hier oft feftge» galten, bekommen täglich ein paar Scheiben firJh und kaltes Wasser, müssen auf Zement- ungeheiztem Raum lagern oder auf âden der gedielten Stuben liegen; glück- ^er einen Stuhl hat. Es wird den Ge- ' Wauen verwehrt, den Raum zu verlassen, sie ihre Notdurft im Zimmer verrißen. 2lrh?< Dung, hochangesehene Männer, brave m t»ter' Schulknaben und Lehrlinge, werden ®rni s zusammengepfercht. Mit ausgesuchter im 4cQtn . * Zwingt man alte Herren, wie den hnrbnrJ^ Auslande in der Maschinenindustrie ^geschätzten Generaldirektor Balcke (er ist da« 2-^den Tagen wieder entlassen worden), s^s^Huuar und den Abort zu schrubben. Noch geht es im Gefangenenlager zu Alt- 3U’ Dort läßt man „Gefangene", die uw wollen, bis zum letzten Posten gehen, treibt . n mit Kolbenschlägen zurückzu- die Ai?16 P anständigen Herren passiert ist, auf hiz-^etan hatten, als nach Sperrzeit sich

>?Eraße sehen zu lassen.

sann»/, E, berrealschule kommt kaum ein Ge- ebenin^ °^e grobe Mißhandlungen davon, , ^raphenamt, das schon seit an- toiberhnr^^ ^^^ ist. Das Riesengebäude laut™ K Tag und Nacht von den Schmerzens- arbeifot H't Kolben und Reitpeitschen Be- über h-Lmitten in der Nacht fällt eine Rotte Hele ^r und schlägt auf sie ein.

feiinh™^ ^en die Folterkammer mit blutigen bieip «att-zahlloser eidlicher Angaben nur âleinsin^' /^rgpraktikant Redicker und Herr hafte/ wurden am 26. Februar ver-

kwrden ? die Oberrealschule gebracht. Sie sÄfduldigt, an einem Angriff auf fran- war beteiligt zu fein. Mit ihnen

In her Schiller aus Leipzig verhaftet, ben ßL-. $* drang eine Kolonne Franzosen in Kampf nur bestehen werden, wenn wir uns

^fangnisraum und schlug mit Stühlen, mcht provozieren lassen. Doch eme furchtbare

Saat ist es, die die Franzosen säen. Das scheinen sie auch zu fühlen, denn sie zittern vor der künf­tigen Rache. Ihre Offiziere verbringen schlaf­lose Nächte. Sie sehen die Disziplin sich lockern, sind sogar in Hattingen auf offener Straße von ihren Soldaten geschlagen worden und spüren, wie der Keim des Bolschewismus in die Reihen der Truppen eindringt. Frankreich gräbt sich im Ruhrgebiet das Grab. Es wird die West­falen nimmer auf die Knie zwingen, eher geht es selbst zugrunde, erstickt in seinem Ueber- Militarismus!

Im Kriege hat es nichts an Grausamkeiten, an Zerstörungswut, an Scheußlichkeiten gege­ben, was die Franzosen jetzt bei ihrer „fried­lichen Mission" in Essen, in Recklinghausen,in Wanne, in Gelsenkirchen und vor allem im un­glücklichen Bochum verübt haben. Missetaten, die zum Himmel schreien, da sie verübt werden an Wehrlosen, an Friedlichen, an Arbeitsamen mitten im Frieden. Die Well müßte wider- hallen von Entrüstung über die Schandtaten der Franzosen im Ruhrgebiet, müßte dem wahnsinnig gewordenen französischen Milita­rismus in die Arme fallen und sagen: Genug des Grausamen, des Blutes, des Schmerzens- schreies einer tyrannisierten friedlichen Bevölke- runa — bis hierher u»d nicht weiter!

Wird die Welt es hören? Wird sie auch dem deutschen Volke Gerechtigkeit widerfahren lassen? Oder soll das deutsche Volk zur Ver­zweiflung getrieben, im furor teutonicus seiner Tyrannen Joch von sich schütteln — soll das Abendland in Blut und Rauch untergehen? Völker der Welt, die den Frieden und die Shtt= tur retten wollen, greift ein in letzter Stunde!

Die Aushungerung einer 160 000 Bevölkerung.

Der Dortmunder Generalanzeiger, melde aus Bochum: Der Verkehr in dem Stab innern ist wieder freigegeben worden, jedoch ist jeglicher Warenverkauf, auch für Lebensmittelgeschäfte, Bäcker und Metzger, weiter untersagt. Die Bevölkerung Bochums besteht zu 95 Prozent aus Arbeitern, Ange­stellten und Beamten, die keine Warenmengen im Hause gelagert haben, sondern auf den täg­lichen Einkauf angewiesen sind. Für die ge­samte Arbeiterbevölkerung wirkt die neue Maß­nahme als eine direkte Lebensgefahr, denn in dem abgesperrten Stadtinnern befinden sich die meisten und größten Bäcker-, Fleischer- und Lebensmittelgeschäfte, aber nicht nur das, auch die großen Speisehäuser, in denen unver­heiratete Arbeiter, Angestellte und Beamte ihre Mahlzeiten einzunehmen pflegen, die gleichfalls strengstens von der Befatzungsbehörde ge­schlossen gehalten werden. Inmitten des ab-

staubiges Brennen die Gasöseu vollständig unbrauch­bar. Die Prüfung der Licht- und Gaszâbler ergal einen Verbrauch von über 5 Millionen Mark an Gas und elektrischem Licht. Der große Saal befindet sich in einem kaum vorstellbaren verschmutzten Zustand. Den noch vorhandenen Stühlen wurden di« Armlehnen oder die Beine abgesägt und jedenfalls in der Feld­küche verfeuert. Auch die Klappsitze wurden größten­teils zum Heizen gebraucht. Der Bühnenraum wurde vollständig ausgeplündert, alle Kulissen und sonstig« Bühnenutensilien sind verschwunden. Die Bühnen­beleuchtung wurde demoliert. Photographische Auf­nahmen werden die Zerstörungsakte der Franzosen bildlich darstellen und zeigen, daß ein Zeitungsbericht den Vandalismus der französischen Truppen garnicht wiedergeben kann. Die Herner sozialdemokratisch« Arbeiterschaft ist erbittert über den Vandalismus der französischen Soldateska. „Ob — so schließt der „Vorwärts" seinen Bericht — die „Herren Ingenieure" sich wirklich einbilden, mit diesen Mitteln die Arbeiter­schaft des Ruhrgebietes zu gewinnen?"

Neue Besetzungen.

Besetzung von Rheinau.

Mannheim, 8. März. Kurz nach 3 Uhr, ist eine Abteilung Franzosen in einer Stärke von 200 Mann mit 10 leichten Maschinengewehren, die zu Schiff von Ludwigshafen aus stromauf gefahren war, in Rheinau eingerückt, und hat kurz vor 4 Uhr vor dem Stationsgebäude in Rheinau Aufstellung genommen.

Mannheim, 8. März. Die Franzosen be­setzten in Rheinau das Zollamt, die Güterhalle beim Bahnhof Rheinau und den Zugang zum Hafen. Im Elektrizitätswerk belegten sie einen Unterkunftsraum, desgleichen in der Cunlicht- Fabrik, wo sie auch die Küche für sich in An­spruch nahmen. Außerdem kontrollieren sie die kilometerlan^e Rhenaniastraße, an der di« großen Fabriken liegen.

Im bergischen Lande.

Furchtbare Schreckenstage hat Bochum hinter sich. Man glaubt sich in die Zeit des 30jährigen Krieges versetzt. Unausgesetzt rattern die Tanks durch die Straßen, Flieger kreisen über der Stadt, um die ringsum schwere. Batterien auf» gestellt sind. Es ist zu verwundern, daß trotz aller französischer Greuel die Bevölkerung ge­quält, gemartert, vom Hunger bedroht (es konnte kein Markt abaehalten werden, auf dem gesperrten Güterbahnhof verderben die für die Bevölkerung von 200 000 Seelen lagernden Lebensmitt-lzufuhrsn) noch ihre Ruhe bewahrt hat. Aber ihr Haß gegen die Räuber, Mörder und Schänder, die grausamen Schergen ist grenzenlos. Doch sie weiß, daß wir diesen Kampf nur bestehen werden, wenn wir uns

gesperrten Gebietes, auf dem Wilhelmsplatz, hielten in den Vormittagsstunden bis kn den Nachmittag hinein 10 Tanks, sicherlich zur Ge- währ der restlosen Durchführung der Blockade- maßregel. Die Bäcker in dem Gebiete dürfen kein Brot backen, viel weniger verkaufen. Durch diese Blockade sind tausende von Arbeitern arbeitslos geworden. Das sozialdemokratische „Volksblatt" begleitet die Blockade mit folgen­der scharfen Kritik: „Nicht einmal Kranken­wagen mürben in dem ab gesperrten Gebie durchgelassen. Dies eine Beispiel illustriert den ganzen Widersinn des neuesten Vorgehens. Das ganze wirtschaftliche und kulturelle Leben Bochums ist lahmgelegt. Die Straßenbahn­wagen durften durch das besetzte Gebiet leer fahren. Das alles bedeutet die systematische Aushungerung einer 160 000 Bevölkerung. Mit hungrigen Gesichtern irrten viele durch die Straßen. Die französischen Machthaber wollen mit den neuen Maßnahmen die Ruhrbevölke­rung bezwingen und haben chre letzte Hoffnung auf „Biegen oder Brechen" gesetzt. Verhaftun­gen, Ausweisungen, Tanks, Bajonette, Reit­peitsche haben versagt. Jetzt kommt als letztes und gefährlichstes Mittel die Hungerstrategie in Anwendung. Die Arbeierschaft wird unter Um­ständen gezwungen sein, Abwehrmaßnahmen zu erwägen, vor deren Durchführung manchem doch ein wenig schwül zu Mute werden könnte."

Unbeschreiblicher Danbalismus.

Der „Vorwärts" meldet aus Herne: Seit Januar war das Volkstzau», das • schönste und irößte VersammlunarbauS der sozialdemokratischen Arbeiterschaft im westlichen Westfalen, von ftonzöstschen Automobiltrnvpcn in «tirke von etwa 120 Mann besetzt. »« Sonntag wurde» die franiofif*en Truppen in andere Quartiere verlegt. Sie ließen »«8 Volkrhaxi all eine Stätte der Verwüstung und Trost­losigkeit zurück. Aus de« Großen Saal ist «Bel A». bentar berfdiwunben. ES feilen 8t große «aaltische, 43 Saalstühle, 24 Stühle mit Ledersitz, und 138 andere Stühle. Weiter verschwanden 427 Stück Bierkrüge und 26 Luhthirnen. Dr« Franzosen machten dtwch

sind weitere Strecken südlich von Wipperfürth und Engelskirchen durch die Franzosen besetzt worden. Die Besetzung von Lünen wurde drei Kilometer weiter nördlich verlegt. In das neu­besetzte Gebiet fallen die Schachtanlagen der Zeche Preußen.

Wipperfürth, 8.- März. Die gestern ein­marschierten Truppen sind in Richtung Engels­kirchen abmarschiert, haben aber ihr Gepäck in Wipperfürth zurückaelaffen.

Dortmund, 8. März. Die Franzosen haben gestern den Bahnhof Dornap bei Elberfeld besitzt.

Frankfurt—Darmstadt.

Darmstadt, 8. März. Die Franzosen habe» seit heute bormittag das westliche Gleis der Strecke Frankfurt — Darmstadt besetzt und ver­hindern die Streckenrevision, Es ist auch beobachtet worden, daß die Franzosen sich an den Gleisen zu schaffen machten. doch konnte Näheres nicht festgestellt werden. Der Zugverkehr mußte auf dem bezeichnete» Schienenstrang eingestellt werden. Dadurch, daß die Strecke Frankfutt—Darmstadt nur noch auf einem Gleis befahren werden kann, erleiden die Züge Ver­spätungen.

Frankfurt «. M., 8. März. Die Bahnhöfe Niederhausen und Kriftel wurden heute nach, mittag von den Franzosen besetzt. Die Seamten und Arbeiter mußten den Bahnhof verlasien, nachdem sie die Frage, ob sie unter ftanzösische« Besitz! arbeiten wollten, verneint hatte«. Die TtationSkaffen wurden beschlagnahmt. — Infolge Sperrung der beiden genannten Bahnhöfe findet nur noch Pendelverkehr zwischen Limburg und Idstein nach dem bisherigen Plan statt. Ecne Berbesierung des Zugverkehrs zwischen Fmnkfurt und Limburg durch Einlegung eines be­schleunigten Personenzugs ist in Aussicht genommen.

Eine französische Akiio« gegen Dortmun-.

Dartmund, 8. März. Seit heute ftäh ist «mt große Aktion der Franzose» gegen Dortmund im Gange. Das Stadthaus, verschiedene Pokizeirevieve und der Hauptbahnhof wurden besetzt. Die Schupo wurde entwaffnet und mit unbekanntem Ziel ab» transportiert.

Bei den Berbandlunge« mit dem Bürgermeister erklärten die französischen Offiziere, daß der Sinmarsch in Dottmund der Entwaffnung und Verhasttmg der Schutzpolizeibeamten gelte. Die Franzosen suche« im Stadthaus einen bestimmten Schutzpolizeibeamte«, der ich angeblich dort versteckt hält. Im Büro der Polizei- Verwaltung und im Stadthause durchsuchten die Fran­zosen die Akten. Vor dem Siadthaus steht ei« Panzer- wagen, an der nächsten Straßenecke find mehrere Maschinengewehre ausgestellt.

«berfts», 6. Mir». 240 Schutzpolstribeemtk nr» Wtlflei* a. d. Mahr sind unter starker mili­tärisch« Mebwfnttf auf »er Straße Neviecs-Velbctt »gesetzt werden. Die Beamte« befinde« sich jai «t in Mberteld.

Dollar (10 Uhr oorm.) 20 SOO