Einzelbild herunterladen
 

r. 50.

5 am Lsz- :

15

wer

atze,

ßauane

Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme Iber Sonn. und Feiertage. / Fernsprech-AnWufl Rr. 1287

«.«uasvreis: Monatl.Mk.3800. ohne Trägerlobn: Einzelnummer Mk. 150..Samstags 160.-« Anzeigenpreise: Die 28 mm breite Zeile Mk. 120.: Finanzinserate Mk. 150. R e k l a m e (68 mm breit) Mk. 250.. Inserate, auch laufende, werden nur zum jeweiligen Tagespreise berechnet. - Offertengebübr Mk. 70.. Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.

Erfüllungsort ».Gerichtsstand für beide Teile Hanau a.M. FürPladvor- fchrift und Erscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. Im Falle höherer Gewalt. Streik usw., bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Rr. 51

Donnerstag den 1. März

» toi* md WM-Mmzett

Regierungserklärungen im Kaushallungsausschutz.

1923

Wise» Pili.

der SM

Im Haushaltsausschuß des Reichstages haben gestern der Reichswirtschaftsminister Dr. 8 e ck e r und Reichsverkehrsminister Gröner die Erklärung abgegeben, daß von einer weite­ren Erhöhung des Brotpreises bezw. der Eisenbahnfrachtsätze Abstand genom­men werden soll. Wir begrüßen diese Erklä­rungen, denn es ist unlogisch und widersinnig, Mn sich Reichsregierung und Reichsbank «einerseits bemühen, den Kursstand der Mark («1 bessern, um ein weiteres Anschwellen der Teuerung zu verhindern und andererseits

isenbeiiM! Mejchsbahnverwaltung und Reichsernährungs- iminifterium durch Erhöhung der Frachtentarife funb Heraufsetzung des Brotpreises eine neue iTeuemngswelle heraufbeschwören. Die Frach- M kommen ja in den Preisen aller Handels- ireu zum Ausdruck und das Brot ist nun sefmloiiettt einmal neben der Kartoffel unser Hauptnah-

l:FrièM

>en Slonoti eitag, nab

>et bis ml

.Hanau.

1296s

l302n

g«

01

aus

1532

oh

11131 Iren

srungsmittel. Die Konsumenten müßten darauf bedacht sein, ihre Einnahmen zu vergrößern der mit anderen Worten, neue Lohnkämpfe wären die unausbleibliche Folge einer Preis­raufsetzung gewesen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns aber gelehrt, daß Lohnkämpfe vielfach aus föas innerpolitische Gebiet hinübergespielt wer­den und die deutsche Einheitsfront, der ein- itige Abwehrwille des deutschen Volkes gegen n Feind an Rhein und Ruhr würde sehr leicht schüttert werden, wenn neue Lohnkämpfe 'steten würden. Für uns aber gibt es gegen- rtig nur einen Feindbund das ist der, der

Weiter betonte der Reichswirtschaftsminister, daß es den Franzosen bis heute noch nicht gelungen sei, Kohlen und Koks in nennenswerter Menge über die französische Grenze zu bringen. In den ersten drei Wochen seien es ungefähr 53 000 Tonnen gewesen, eine Menge, die sie früher von Deutschland in einem einzigen Tage erhalten hatten. Deshalb leide Frankreich auch unter einer Kohlen- und Koks- knappheit, wie man sie in Deutschland kaum im Kriege kennengelernt hatte. Von den französi­schen Eisenbahnen seien bereits Jndustriekohlen beschlagnahmt worden. Demgegenüber könne Deutschland nach menschlichem Ermessen die zu­versichtliche Hoffnung haben, auch in Zukunft die Verhältnisse in der angestrebten Weise zu meistern.

Dr. Becker ging dann näher auf die Frage deS Preisabbaues ein und erklärte, daß diejenigen Güter, zu deren Her­stellung ausländisches Rohmaterial verwendet wird, ihre Preise ziemlich rasch abgebaut hätten. Allerdings könne der Preisabbau nicht so schnell erfolgen, wie der Devisenrückgang sich vollzogen habe, da zwischen Er­zeugung und Verbrauch zu viele Stationen lägen. Zur Erzielung eines systematischen Preisabbaues habe er sich sofort bei Beginn der Devisensenkung mit sämt­lichen Spitzenverbänden in Verbindung gesetzt. Auch die Länderregierungcu und die zuständigen Behörden würden weiter auf eine möglichst schnelle Anpassung der Warenpreise an die rückläufige Devisenentwicklung

Einarbeiten. Die Handelskammern seien darüber bev

i ,r 7 7. ^,. lr viwuiwi««, -vit Punvrtsrammcrn seien oaruocr Der»

brutaler Gewalt in deutsches we^wieb Mnmgt; bei den Vcrtrctcrn »cs Zcntralvcrvano-S für h PTttnohrnrhdtt m itnh hnr* ymtfii v^nr-h^ e ^ , ^ . ...

die Fracht nur auf das 68l9fache ge­stiegen. Bei Ziegclsteineu betrage das Verhältnis rund 9000 zu 4470. Die Fracht sei also nicht von so großer Wichtigkeit für die Preisgestaltung wie es im Allgemeinen angenommen werde. Jedenfalls aber sagte auch der Reichsverkehrsminister zu, daß eine weitere Erhöhung der Gütertarife keinesfalls erfolgen solle, solange der Kampf im Ruhrgebiet andauere.

Sysiemattsche Vsfeittgung der Schupo.

Bochum, 28. Febr. Das Hauptereignis des heutigen Tages war ein Kesseltreiben gegen die den Franzosen gründlich verhaßte Schutzpolizei. In den Städten Bochum, Herne und Recklinghausen wurden in den frühen Morgenstunden in Recklinghausen um 4 Uhr, in Herne um 6 Uhr und in Bochum um 71/, Uhr unter dem üblichen Aufgebot von Infanterie, Kavallerie, Tanks und PanzerautoS die diensttuenden Beamten entwaffnet, verhaftet und auf Lastkraftwagen abgeführt. Aus der Gleichzeitigkeit der Ausführung ergibt sich, daß eS sich hier um ein systematisches Vor­gehen handelt, dessen Endziel offenbar die Beseitigung der Schutzpolizei im ganzen Ruhrgebiet ist. Eine Stütze findet diese Vermutung darin, daß auch heute nachmittag in Bochum und Herne Bespre­chungen zwischen den Besatzungsbehörden, den deutschen städtischen Organen und den gewerkschaft­lichen Organisationen angesetzt waren, in denen über die Bildung einer Schutzpolizei in Zivil, die durch Armbinden gekennzeichnet wäre und feine Waffen führen dürfte, gesprochen werden sollte. Ueber das Ergebnis dieser Verhandlungen ist bis jetzt nichts bekannt geworden; es darf jedoch als sicher ange­nommen werden, daß die französischen Wünsche keine Erfüllung finden werden, da, wie besannt, der preu- fiif^ Minister des Innern die Foruüerun- einer der-

nd eingebrochen ist und dort raubt, mordet -plündert. Vom Standpunkt einer geord- en Verwaltung in ruhigen Zeiten aus ge­rn, ist es natürlich richtig, wenn man da- ach trachtet, ein Defizit zu vermeiden und öhere Einnahmen zu erzielen. Jetzt sind aber eine ruhigen Friedenszeiten. Wir leben viel­er im Kriege und politische Erwägungen ussen den Vorrang erhalten. Was nützte es ns, einen ausgeglichenen Eisenbahnhaushalt > haben, wenn wir den Kampf, der jetzt auf ,en und Tod zwischen uns und Frank- trich und Belgien entbrannt ist, verlieren. Wir grüßen es daher, daß die Reichsregierung .Wjnenb dem Entschluß zuneigt, Zuschüsse w die Brotversorgung der Bevölkerung und die Reichsbahnverwaltung zu leisten, um ^ Entstehen einer neuen Teuerungswelle zu Schuten. Es handelt sich hier um eine Kriegs- ahnahme, die durchaus notwendig ist.

den Einzelhandel habe der Gedanke grundsätzliche Billi-

D!e Erklärungen Dr. Beckers

-auf eine Anfrage über die Wirkungen °r Besetzung des Ruhrgebietes kn I der Minister, daß die Eisen- und Koh- nproduktion im besetzten Gebiet bisher weiter soweit nicht bie Werke von sich aus die hrh n dämpfen, da ihre Vorräte außer- w°?ntlich groß seien. Natürlich sei durch die .E?ung des Ruhrgebiets unter der Berg- . s ^^rschaft starke Beunruhigung hervorge- worden, die der Kohlenförderung nicht K1ÄÄ E. im Ruhrgebiet en und Eisen selbst verarbeitet werden kön- 0 * wurden sie im wesentlichen auf Vorrat » ommen. Infolgedessen seien dort die Vor- "Sohlen und Eisen sehr umfang- weiter verarbeitende Industrie im itärHi Gebiet leide selbstverständlich am t unter dem mangelnden Eisenbahnver- ein Rohstoffmangel bestehe für sie Durch die Abschnürung der Kohlen- und i I wersorgung sind, wie der Minister zugab, -Hetzten TTusäuand gem'ff? S.iin-ieeig- entstanden. Glück, cherweise biete sich i ipL genügend Ersatz durch die mit allen Mit- leinmL^ vun Amtswegen unterstützte Kohlen- s.j ^ur aus dem Ausland. Mit Genugtuung 8 limn MMtellen, daß die Devifenentwick- UHeii^k'^r. Einfuhr sehr zustatten komme: die , englische Kohle bereits billiger als â Schmi^-^'. Dadurch hätten sich bis jetzt alle I ^'Steten überwinden lassen» Auch die 1 er^n^.« ou Roheisen sowie von Walzwerks- L und sonstigem Halbzeug aus ande- / _ S ~ außer Frankreich und Belgien W den Zollmaßnahmen erleichtert wor- S erms-'^erbem soll die Einfuhr durch 9rad)t= 8be^»^^.begünstigt werden. Im übrigen i ^ohie0 !^ Minister die Versorgung mit i infniLU ^oheisen auch im unbesetzten Gebiet - ®e 9ro6er Lagerung als genügend.

eien. Natürlich sei durch die

gung gefunden und tatsächlich sei sogar schon eine ganze Reihe von Waren verbilligt worden, die aus ausländischem Material hcrgestellt werden. Die Basis für alle Waren­preise bilde jedoch die Preisgestaltung der Kohle, die ihrerseits wieder durch drei Faktoren bestimnit werde: 1. durch die Sisenpreise, 2. durch die Holzpreise und 3. durch die Bergarbeiterlöhne. Die Ctsenpreise seien vor kurzem ermäßigt worden, die Holzprcije aber im steigen begriffen, sodaß man sich durch reichliche Ein­fuhr von Auslandsholz helfen müsse, da cs tat= sächlich billiger fei als JnlandSholz. Wenn cs gelinge, die Bergarbeiterlöhne auf dem derzeitigen Stande zu erhalten, sei ein sehr wichtiger Schritt zur Lösung des Problems getan. Es liege im Interesse der Arbeiterschaft und des ganzen deutschen Volkes, wenn der endlich schwach ansetzenden Entwicklung der Warenpreise nach unten nicht dadurch eix Riegel vorgeschoben werde, daß infolge weiterer Erhöhung der Bergarbeiterlöhne der KohlenpreiS und damit die gesamte Basis der allgemeinen Preisgestaltung wieder nach oben gedrückt werde. Im Interesse der Vermeidung einer weiteren Lohnerhöhung und der sich daraus ergebenden weiteren Steigerung des allge­meinen Preisniveaus müsse der Brotpreis auf der alten Höhe gehalten und eine Steigerung vermieden werden, denn wenn der BrotpreiS weiter steige, würden aiich Lohn­erhöhungen unvermeidlich.

Hiernach äußerte sich R c i ch S v c r k e h r s m i n i st c r Gröner über die

Tarifpolitik der Eisenbahn.

Man sei bestrebt, die Einnahmen aus dem Personen­verkehr zu den Gütertarifeinnahmen ungefähr wieder in das Verhältnis zu bringen wie vor dem Kriege. Es sei ein Irrtum, daß die Gütertarife einen absolut maßgeblichen Einfluß auf die Preisbildung der Waren ausübten; zudem seien die Frachten für die wichtigeir und lebensnotwendigen Güter, insbesondere in der letzten Zeit, stark ermäßigt worden, für Lebensmittel um 15 Prozent, für Holzwaren um 33'/, Prozent, für Kartoffeln um 75 bis 80 Prozent. Nach dem Tarif vom 15. Februar bereute das allein einen jähr­lichen Einnahmeausfall von 316 Milliarden. Die Frachtermäßigung für frisches Obst, Kohl und für Düngemittel bringe einet weiteren Einnahmeausfall von 80 Milliarden. Hinzu käme die Ermäßigung für den Transport von Zeitungsdruckpapier mit 33V« bis 45 Prozent. Auch die Viebtarife seien wesentlich weniger erhöht worden als die übrigen Gütertarife mit dem Ergebnis eines jährlichen EinnahmcauSfallcs von 43 Milliarden. Der Anteil der Fracht am Preis der Kohle stelle jetzt nur 23,7 Prozent dar. Der Wert der Kohle gegenüber 1914 betrage das 13dä3sache, während die Fracht nur daS 4050fadje darstclle. Bei B«>i.uwolle fei der Wett auf das 13 973facfie.

BcsonderS schroff zeigt sich das Vorgehen der Fran­zosen wiederum in Bochum, gegen dessen Einwohner- schast die Truppen, offenbar wegen des Boykotts durch die Geschäftsinhaber, sehr gereizt ist. Die Geschäfte und Wirtschaften der inneren Stadt dürfen auch heute nicht öffnen. Nachdem die Schupo entwaffnet war, wurde der Hauptbahnhof besetzt und dadurch der Eisenbahnverkehr sehr empfindlich gestört. 'Vor allem wurde ein großer Raubzug auf die städtischen Kassen (Kreis-, Steuer- und Sparkasse) unternommen, bef dem den Franzosen erhebliche Beträge u. a. 50 Mill., die für die Auszahlung von Kriegsrenten bestimmt waren, in die Hände fielen. Aus der Stationskâsse des Hauptbahuhofer wurden die Lohngcldcr für die Beamten und Arbeiter geraubt. Der Stadt werden überdies, wie dieWestfälische Volkszemuig" meldet, für den 1. März neue Sanktionen apgedroht, falls nicht die Personen, die am Montag nachmittag einen Spitzel mißhandelten, bis abends 6 Uhr ausgeliefert sein sollten. Worin diese Sanktionen bestehen werden, vermag natürlich niemand zu sagen. Auf jeden Fall ist die Stimmung in der Stadt Bochum, die mit Truppen stark belegt ist und die der Mittelpunkt der französischen Gewaltakte zu sein scheint, sehr erregt.

8ie<tUiiöDaufen, 28. Febr. Heute vormittag wurde das Polizeipräsidium, das Rathaus und die Unterkunftsräume für die Schupo von französischem Militär umstellt und besitzt. Die gesamte Schupo, darunter auch Polizcisberst Berg, wurde verhaftet und zum Teil auf Lastlrastwagen abtranspotiert.

Verhaftung von zurölf JnSuftrieUen.

Bochum, 28. Febr. In dem Verwal­tungsgebäude der Maschinenbau A.-G. Balcke fand eine Konferenz von Direktoren der Diafchtnenindustrie des Bochumer Bezirks statt, um rliaßnahmen zur Aufrechterhaltung der Betriebe und zur Sicherstellung der Arbeiter zu beraten. Plötzlich erschien ein großes französisches Truppenaufgebot

französisches Tru

ppenaufg «n häuferdlo

mit Tanks und sperrte den Häuserblock ab. Eine Abteilung drang in das Venvallungsge- böude ein uno verhaftete die zwölf an der Beratung teilnehmenden Herren. Darunter befinden sich u. a>: Don der Alaschinenbauan- siait Balcke der Generaldirektor Hans Balcke

und der Direktor und Ingenieur Balcke, fer­ner Direktor Schumacher, Direktor und Oberingenieur k l ü w e r, Fabrikbesitzer E i cf- horsi und Fabrikbesitzer und Diplomingenieur Dreyer.

Veichaflung des Offenburger Overbürgermetsters.

Offenburg, 28. Febr. Heute vormittag wurde Oberbürgermeister Holler von den Franzosen verhaftet, angeblich, weil er sich geweigert hatte, den Franzosen ein Adreßbuch auszuliefern. Der eigentliche Grund der Verhaftung wird aber

auf dem Gebiet der Polizei liegen. Infolge der Verhaftung sind heute nachmittag alle städti­schen Büros geschlossen. Diesem Protest haben sich sämtliche offenen Geschäfte und Wirtschaften angeschlossen. Gestern wurden von den Fran­zosen die Privatwohnungen der Gendarmen nach Waffen durchsucht. Drei Gendarmen (Oberwachtmeister Resch, D o s e r und Flösser) wurden verhaftet, aber nach einiger Zeit wieder freigelassen, nachdem ihnen die Waffen abgenommen worden waren. Die Fran­zosen sind dann weiterhin in das Büro der Gendarmerie eingedrungen und haben alle Schränke erbrochen. Waffen wurden aber nir­gends vorgefunden. Heute nachmittag ist der Oberbürgermeister nach Kehl transportiert wor­den. Später wurde auch der Bürgermeister Dr. Bührer verhaftet.

Das RevMonsvsrfahren geoen Oberbürgermeister Jarres.

Aachen, 28. Febr. Die Verteidigung des Ober» bürgermeisters Dr. JarreS, gegen den heute vor dem belgischen Kriegsgericht die Revisionsverbandlung statt« fand, lag wiederum in den Händen der Rechtsanwälte Grimm-Essen und Mehlkopf-Duisburg. Grimm ist gestern, von Paris kommend, wo er in der Revision "es Thyssen-Prozesses tätig war, in Aachen eingetroffen. Für die Presse war keine besondere Schrcibgelcgenheit geboten. Dr. Jarres begründete in längeren Aus­führungen seinen Revisionsantrag. Im entgegnete in längeren Sätzen der Militärstaatsanwalt. Dann wurde die Verhandlung unterbrochen. Nach der ^Wiederauf­nahme derselben wurde bekanntgegeben, daß die Ent­scheidung auf Mittwoch den 7. März vertagt worden sei.

Bemerkenswerle englische Stimmen.

London, 1. März. Sie Erklärung Bonar Laws im Unterhause (Die wir gestern als letz­tes Telegramm wiedergaben. D. Red.) erregte größte SeliMtion. Me ^MMUÜâer.âMD , erklärt, der Abgeordnete Simon hätte heraus­bekommen, daß Frankreich das Ruhrgebiet bis zur Erreichung des Unmöglichen besetzt halten würde, das wäre natürlich eine unmögliche Lage, und konservative sowie liberale Mitglie­der des Parlaments hätten gestern abend er­klärt, eine Lösung der WlOerherstelluiigsfrage und eine Sicherung d e s e u r o p .i ^ | ch e n Friedens könne durch d i e z a h m e Z u - st immung zu dem französischen Eingriff nicht erreicht werden. Die englische Regierung könne nicht mehr behaup­ten, daß die Zeit für den Versuch, eine gefähr­liche Lage zu vermeiden, noch nicht gekommen wäre. Besonderes Interesse verdiene jetzt nach dem Eingeständnis Bonar Laws die Haltung der Arbeiterpartei, von der man die Veröffent­lichung eines neuen Manifestes erwarte. (Diese hat übrigens gestern in einer Geheimsitzung einen Antrag Morris als zu franzosenfeindlich abgelehnt.) DasDaily Chronicle" sagt, man sähe jetzt, daß die Franzosen dauernd im Ruhr­gebiet bleiben wollten. Glaube, so ftagt das Blatt, Bonar Lawamtlich" noch immer, daß Frankreich nur Wiederherstellungen wolle und die Haltung Englands gegenüber dem Ruhr­abenteuer wohlwollend wäre? Donar Law habe keinen Finger für die Rettung der besten Seiten des Friedensvertrages gerührt, für dessen allgemeine Lichtung hinsichtlich der wesentlichen Grenzen in Europa. DasDaily Chronicle" schreibt dann auch noch zu der Be­schlagnahme der 13 Milliarden Mark durch Frankreich, die Welt erlebe das außerordentliche Schauspiel, daß eine ver­bündete Regierung das Geld der anderen stehle und sich weigere, es wieder herauszugeben, nachdem sie auf den D ' -stahl hingewiesen worden wäre. S-ehe dies so aus, als ob die Franzosen viel Achtung vor Bonar Law hätten oder ihn für einen gerade fehr starken Mann hielten? Große Beunruhi- gung erregt hier übrigens in politischen Kreisen auch die Beschlagnahme der rheini­schen Zölle, wodurch dem englischen Han­del schwerer Schaden zugefügt werden könne. Wie verlautet, wird sich die Regierung in einem M i n i st e r r a t mit dieser Frage beschäftigen.

Ausarbettuna eines sranko.delgischen Eis-ubahnkla?uls.

Paris, 1. Febr. Havas berichtet aus Düffeldorf über die avgekündizte Konferenz, die dort gestern unter bem Vorsitz des französischen DberfommiffarS Tirard begannen hat, ihre Hauptaufgabe sei ein Eisenbahn- statut aufzustcllen und an Stelle der deutschen eine internationale (franko-belgische. D. Red.) Verwaltung zu setzen.

Dollar (10 ^. tot aJ230W