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Hanauers Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladt- und Landkreis Kanan a. M. z^^^^

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. / Fernsprech-Anschluj! Nr. 1237

B-russvreis: Monatlich Mk.1700. ohne Trägerlohn: Einzelnummer Mk.70..Samstags 80 Anzeigenpreise: Die 28 mm breite Zeile Mk. 60.; Finanzinserate SDit. 75.. ^klame (68 mm breit) Mk. 150.. Inserate, auch laufende, werden nur zum jeweiligen Tagespreise berechnet. Otiertengebühr Mk, 40.. Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.

Erfüllungsort ».Gerichtsstand für beide Teile Sanaua.M. FörPladvor- schrift und Erscheinungstage der Anreigen wird keine Gewäbr geleistet. 3m Falle höherer Gewalt. Streik usw., hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Nr. 50

Mittwoch den 28. Februar

M iuseben. . Matz -ânurstl,!

Das Reneste.

Die Franzosen beschlagnahmen Lebens­mittel und überfallen und berauben harmlose Etraßenpassanten.

- In Neuwied traf eine Abteilung franzö­sischer Kolonialtruppen ein, für die im Stadt­teil fiebbesborf Quartiere gestellt werden

gesucht.

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mußten.

Wie die Agence Belge meldet, hat die ^ belgische Militärbehörde gestern den Beamten der belgischen Staatsbahnen und des Post-, -Telegraphen- und Telephondienstes durch Ver­mittlung ihrer vorgesetzten Behörden Einbe- prusungen zum Dienst in den besetzten Gebieten Deutschlands zukommen lassen.

In der Frage der Kölner Zone lehnen hie Engländer die weiteren französischen Wünsche ab.

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Kohle ihandluM w W>M in 352<

Die Kurrgerpeitsche.

Die Franzosen, die wie Räuber in friedliches ^wehrloses Land eingefallen sind scheinen Wert worauf zu legen, sich auch weiter wie Strauch­diebe zu benehmen. Fast täglich meldet der s Draht aus dem Ruhrgebiet, daß beladene und leere Waggons entführt, Privatautomobile be- Magnahmt und Lohn- und Unterstützungs- Uelder geraubt werden. Allerdings war in dem . ersten Gebeimbefehl Alba-Degouttes die Wei­ssung enthalten gewesen, die Truppen sollten fejebe Störung der Arbeit unterlassen, ihre Forderungen auf das notwendigste beschränken, Unnötige Bedrückung der Einwohner vermeiden, Wit denen vielmehr in gutem Einvernehmen

i leben sei. Aber nicht ienschenliebe hatten di

Dinen en. 29971 eschättsit.

it und diktiert,

Befehl

Wern die Begierde, sich uw y«*^ u^ ^ 'pjen Arbeit bort anzueignen. Dieses Ziel wurde petod) nicht erreicht und die Franzosen sahen R veranlaßt, um ihrem Volke Erfolge zu feigen, ein Orgie von Raub und Zerstörung zu

1255k

I 669.

veranstalten, und diese Orgie setzen sie von Tag > Tag fort. Nach den neuesten Meldungen -scheinen sie jetzt auch nicht davor zurückzu­schrecken, Lebensmittel in großem Umfange zu i^schlagnahmen, mit dem Ziele durch den Hunger die Arbeiterschiast mürbe zu machen. Doch wie bisher, so dürften die Franzosen sich R diesmal arg verrechnet haben. Je gepreß-

er Stahl, desto höher springt er empor. Je i stärker man eine starke Feder drückt, desto hef- Mr strebt sie in chre ursprüngliche Lage zu­stuck. Je tiefer das Gesetz gebeugt wird, desto unwiderstehlicher steht es gegen die auf, die es schänden. Derartige gewaltsame Eingriffe, wie p die Franzosen in den letzten Wochen und Tagen unternommen haben und Rnd den Widerstand noch mehr stärken, sodaß Pomcarè die Nutzlosigkeit seines grausamen Unternehmens bald einsehen und dessen unge- ?°üte Folgen bald zu spüren bekommen wird.

Westfale und Niederrheiner wird auch urch die Hungerpeitsche nicht klein zu kriegen vm, er weiß was auf dem Spiele steht, er weiß, o in dem Kampfe, den er in geradezu P'wr Weise führt, darum geht, was stärker $ . schaffende Arbeit oder militärische Bar-

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tzten Wochen haben und

»ön^!e Hsilich schärfer werdende Art des fran- stin Vorgehens, die Räubereien und son- Drangsalierungen sind nur ein Ausfluß hor Ästmacht auf wirtschaftlichem Gebiet. Daß nA ârrwarr im Wirtschaftsleben Europas An £^1 werden wird, aus dem einfachen weil die Franzosen lediglich aus einem Endlichen Drestigegefühl heraus die Stel- g^der Ruyr halten wollen, besagt der Ge- runn ^t Dariacs an die französische 3iegie= S..J' w dem er die Benutzung der Pfänder ist Frankreich schildert. Er sagt hier:Da eine Frage, die außerhalb jeder born» K bleiben muß, das ist, daß wir nicht mZdenken können, dieses Pfand aufzu- in < fc Politik wird sich an Frankreich

Egendem Maße weiter rächen, wie die bis- koöls Entwicklung des Kampfes um die Ruhr- iRuhrP gezeigt hat. Kein Bergmann fördert . iür französische Rechnung, kein unö^Ä'oriorbeiter läßt sich finden, um Kohlen Eifonh Js flir Frankreich zu verladen, kein IonnQ^nF rührt eine Hand, um auch nur eine in ^ohle oder Koks nach Frankreich rollen irgend Zechenbesitzer gibt sich dazu her, J K elches Kohlenabkommen mit Frankreich sfran- Der Stampf um die R'.hrkohle hat °om ein$^r ^'e geschlossene Äbwebrfron stRun .^,?ä)f^n Knavpen bis zum Zechen- bn U'Een, von den Gewerkschaften aller Rich- ta i;5 3U den höchsten industriellen und kelbn ^rwaltungskreisen gebracht.

005 Regiment des' Schreckens und der

Hungerpeitsche kann und wird den stiernackigen Sohn der roten Erde nicht entwurzeln, im Gegenteil, ihn nur noch festigen. Das Vorspiel zum Kampf um die Ruhrkohle hat Frankreich bereits verloren; die Entt Reibung liegt bei uns in guten Händen.

Wie aus Essen gemeldet wird, geben neuerdings die Franzosen zur Beschlagnahme von Lebensmittel in großem Umfange über. Diese Beschlagnahme, die auf höheren Befehl zurückzuführen sei, soll ebenso wie die Konfiszierung von Lohngeldern offenbar dem Zweck dienen, die Arbeiterschaft mürbe zu machen. In Wirk­lichkeit wird durch diese Eingriffe die Erregung der Arbeiter aber nur gesteigert.

Nach einer Meldung aus Köln haben die Fran­zosen im Bür» der Rheinschiffer-Gewerkschast in C a u b eine Haussuchung, vorgenommen, wobei 12 Millionen Mark Reichsunterstützung weggenommen wurden. In Kupferdreh beschlagnahmten die Franzosen 260 Millionen Mark Lohngelder für die Zeche Adber. Die Verhandlungen über die Freigabe des Geldes blieben ohne Erfolg. Die Belgier drangen in Stolberg bei Aachen in eine Holzhandlung ein und schafften 15 mit Holz beladene Waggons fort, die Privateigentum sind.

Zahlreiche Rattbüberfälle.

essen, 28. Febr. Folgende weitere Ueberfälle, die in der Nacht vom Sonntag auf Montag von f r a n - zwsischen Soldaten verübt wurden, werden erst heute bekannt: Kaufmann W. wurde von französischen Soldaten in der Hansastraße angehalten. Es wurden ihm 1600 Q00 Mark und sämtliche Wertsachen weg­genommen. In den Anlagen am Haumannplatze Mrrden.....einem Kaufmann, einem Architekten und einem Schüler die Uhren abgenommen. Das gleiche Schicksal haben drei Bergleute in der Nähe der Zeche . Herkules" erlitten, als sie von der Schicht nach Hause gingen. In der Gildenhofstraße wurden 4 Personen angehalten und ihnen die Uhren, Wertsachen und Bar­schaften abgenommen. Der Bergmann Josef N. wurde in der Hansastraße angehalten und ihm die Uhr nebst Kette abgenommen. Der Bergmann Heinrich C. wurde in der gleichen Nacht von 6 Franzosen an der Stecker Straße angehalten. Man nahm ihm die Uhr nebs? Kette und 3000 Mark in bar. Weiter wurde der Bergmann Josef St. in der Sonn- taznacht von 5 französischen Soldaten angehalten. Ihm wurde die Uhr mit goldener Kette abgenommen. Von gestern liegen neue Meldungen über Raubüberfälle durch die Besatzungstruppen vor. So wurde der 62 Jahre alte Dreher Adam St. von 4 französischen Soldaten angehalten und der Uhr be­raubt. Auf die Hilferufe flüchteten die Räuber und all der Ueberfallene ihnen nachlief, schossen sie auf ihn. In der Bornstraße wurde der Schneider August N. von zwei französischen Soldaten mit vorgehaltenem Revolver angehalten. Die Franzosen nahmen ihm darauf die Brieftasche mit etwa 100000 Mk. ab. Der Maschinist Peter S. und der Maurerpolier Fritz Sch. wurden überfallen und be­raubt. In der Kasteinstraße wurde einem Arbeiter die Uhr mit Kette abgenommen. Ueber alle bisher gemeldeten Ueberfälle sind von der Polizeibehörde Pr»tokolle ausgenommen worden, wovon jedesmal ein Abzug General Degoutte übersandt wurde.

Die Essener Polizei aufgehoben.

Essen, 27. Aebr. General Degoutte hat eine Verordnung erlassen, durch die die Schutzpolizei in Essen Stadt und Land aufgehoben wird. Die Waffen, Dienstpferde und Ausrüftungsgegensèande seien unverzüglich an die französischen Atilitärbehör- den abzuiiesern. Die Beamten aller Dienstgrade der ausgelösten Schutzpolizei werden aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. An ihrer Stelle soll eine Gemeindepolizei von höchstens 600 Wann gebildet werden, die sich nur aus Einheimischen zusammensetzen darf. Die ausgestellte Liske dieser Polizei ist von der luffimmuna des kommandierenden Generals abhängig. Die Polizisten dürfen eine blaue oder andersfarbige Uniform tragen, jedoch keine grüne Uniform.

Verhaftungen und Ausweisungen.

Berlin 27. Febr. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt'wird, ist der Präsident der Reichs- arbeitsverwaltung Dr. Syrup auf der Rück­reise von in Köln gehaltenen Schlichtungsver­handlungen in Vohwinkel von den Franzosen verhaftet worden. r

Bochum, 27. Febr. In Botgum verhaften die Franzosen neuerdings ganz wahllos

Personen von der Straße weg und zwar nicht nur in den von irrten ab ge­sperrten Stadtteilen. Vorgestern wurde eine große Anzahl von Personen festgenommen; gestern abend setzte man sie wieder in Freiheit, ohne irgendwelche Erklärung für das Ganze abzugeben. Gestern wurde u. a. der Bankier Archenhold, der sich mit seiner Frau auf der Straße befand, ganz willkürlich verhaftet; es half nichts, daß er seinen Ausweis vorzeigte. Frau Archenhold wurde außerdem von den Franzosen mit der Reitpeitsche bedroht.

Bochum, 27. Febr. In Bochum sind heute vormittag zehn führende Geschäfts­leute, die zu einer internen Besprechung zu- sammengekommen waren, von den Franzosen

fe st genommen und abgeführt worden.

Dortmund, 27. Febr. An der Kontrollstelle in Aplerbeck ist der K 0 m mu n i st Becker, der kommunistische Flugblätter in das besetzte Gebiet bringen wollte, verhaftet worden. Der im selben Zuge reisende kommunistische Abge­ordnete Stöcker ist unerkannt geblieben. In Herne sind Polizeimajor Petri und ein Poli­zeileutnant, in Recklinghausen der Kurier der Regierung in Münster von den Franzosen ver­haftet worden. Polizeioberst Nierhoff, Poli­zeimajor Wagner und Regierungsrat Niedermeyer vom Polizeipräsidium in Essen sind heute ausgewiesen worden. Von den von der Schutzpolizei wieder besetzten Polizei­wachen in Essen haben die Franzosen gestern drei Polizeireviere aufgehoben und die B e a m= ten verhaftet. Der Eisenbahnassistent Heinrichs in Rheydt u. der Eisenbahninspek­tor B e g i s ch von der Stationskasse in Rheydt sind gestern verhaftet worden und vermutlich nach Krefeld gebracht worden. Der Bahnmeister a_bn e r mürbe von

zwei französischen Zivilisten aus seiner Woh­nung geholt und nach dem Bahnhof gebracht. In Bitburg wurden Eisenb.-Ingen. Groen

___ ______rg wurden Eisenb.-Jngen. Groen und zwei Lokomotivführer in ihrer Eigenschaft als Gewerkschaftler verhaftet. In Kart-

Haus bei Trier wurden der Eisenbahnamtmann Didier, die Bahnhofsvorsteher von Mo­selkern und S a l m o h r verhaftet. Die Be­satzung versuchte, die noch in Trier befindliche Geschäftsstelle der Reichsbahndirektion Trier aufzulösen. Es gelang den Beamten, sich recht­zeitig in Sicherheit zu bringen und die Ge­schäftsstelle anderswohin zu verlegen.

Hamm, 27. Febr. Bürgermeister Schäfer, Oberbürgermeister Haven st ein und Dr. Guyens befinden sich in dem Männergefäng­nis in Düsseldorf. Sie find in Einzelhaft und sollen nach Mitteilung der französischen unteren Organe wie politische Gefangene be­handelt werden. Bis jetzt haben sie Gefängnis- kost erhalten. Die Versuche, ihnen Erleichte­rungen zu verschaffen, sind bisher daran geschei­tert, daß die Franzosen die hierfür notwendigen schriftlichen Bescheinigungey nicht ausgestellt haben. Wie sie behandelt werden gebt daraus hervor, daß ihnen kein Licht, keine Kerze und keine Lampe zur Verfügung gestellt wird.

Koblenz, 27. Febr. Bis zum 26. Februar waren in dem altbesetzten Gebiet 550 Personen von der Rheinlandkommission ausge­wiesen worden.

Ueberführung in Enlcnle-Gefängnisse.

Paris, 27. Febr. Nach einer Havasmeldung

aus Koblen, Rh e in l a n

13 hat die interallierte

D f 0 m m i f f i 0 n unter dem

Vorsitz des franzöfifü-en Oberkommissars Ti­rard heute eine Ordonnanz über die von den Militärgerichten der Besatzungsbehörde verhängten G e f ä n g ni s st r a f e n angenom­men. Künftighin wird für die fünf Jahre übersteigenden Strafen der Komman­dierende General der Besatzungsarmee die Ent­scheidung treffen können, daß die Strafe anstatt in den deutschen Gefängnissen der besetzten Ge­biete in französischen, englischen oder belgischen Gefängnissen ab = zubüßenist.

Der Aaub der Eisenbahnen durch- geführi.

Paris, 27. Febr. Vom heutigen Tage an stehen die Eisenbahnen im Ruhigebiet uns im Rheinland unter französisch-belgischer Zollverwaltung. Diese Verwaltung wird so erfolgen, als ob diese Eisenbahnen dem französisch-belgischen System an- geschlossen seien. Das Eisenbahnmaterial wird vollkommen frei ansgetauscht werden müssen. Die französischen Tarife sollen eingeführt werden.

Kritische Rcustcrunstn der französischen Eisenbahner.

In einer Versammlung französischer Eisenbahner in der Nähe von Essen wurde allgemein betont, daß die französische Regierung die Eisenbahner ausdrücklich

1823

zu dem Zwecke angeworben habe, damit sie die deutsche» Eisenbahner im Betriebe, vor allem beim Abfahren der Reparationskohle unterstützen. Die Teilnehmer der Versammlung erklärten, sie seien sehr überrascht, daß sie nun entgegen diesen Gründen dazu mißbraucht würden, die deutschen Eisenbahner aus ihrer Arbeit zu verdrängen.

Die Kölner Zone.

Ablehnende Haltung Englands gegenüber den französischen Wünschen.

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Paris, 27. Febr. Havas berichtet aus Lon­don, die englische Regierung habe gestern in der Frage des Transitverkehrs über Köln nicht ge- anwortet. Es habe den Anschein, als werde sich diese Anwort durch weitere Nachprüfungen noch verzögern. In unterrichteten englischen Krcisen werde versichert, daß die Regierung die zusätzliche Forderung der französischen Sachver­ständigen nicht billigen werde; übrigens habe auch General Godley ihr nicht zugestimmt. Es handele sich um das Anhängen von Militär­wagen an die gewöhnlichen Züge. Man ver­suche, sich über den Gesamtumfang der franzö­sischen Transporte in der englischen Zone klar zu werden, bevor man die endgültige Entschei­dung hinsichtlich der zu bewilligenden Zahl von Zügen treffe. Die durch die französische Zoll- organisation Köln entstandenen kommerziellen Fragen verursachten in den offiziellen englischen Kreisen Besorgnisse wegen des von den Fran­zosen eingeführten Tarifs.

Der Londoner Korrespondent des New Jork Herald bestätigt, daß die letzten französischen Forde­rung e n in der Frage des Transitverkehrs durch die Kölner Besatzungszone wahrscheinlich u< höflicher Form ab gelehnt werden und fügt hinzu, daß die

von Frankreich verlangten Abtretung eines neuen Gebietsstreifens im Nordwesten der englischen Zone einnehmen werde.

Die Derkehrslage.

Köln, 27. Febr. Zur Eisenbahnbetriebs- läge wird gemeldet: Auf dem Bahnhof Stol­berg wurden etwa 26 mit Holz beladene Wagen von den Belgiern abgefahren. In Königswinter sind Eingriffe in den Eisenbahnbetrieb noch nicht erfolgt. Der Bahn­hof ist wieder frei von Besetzung. Es ver­lautet, daß die Orte zwischen. Ober­kassel und Lins einschließlich des letzteren besetzt werden sollen. Die Postkontrolle in Obertaffe! bei Bonn soll nach Mitteilung des Leiters der Kontrollstelle am 27. Februar wieder aufgehoben werden. Die Rheinbrücke zwischen Erpel und Rempgen ist seit dem 17. Februar für den Fußgängerverkehr durch die Franzosen ge­sperrt. Der Fährbetrieb zwischen Godesberg und Niederdollendorf ist eingestellt; es ver­kehren nur noch Motorboote. Gestern vor­mittag zwischen 11 und 12 Uhr ist zwischen Koblenz- Hauptbahnhof und der Blockstelle Königsbach eine Lokomotive aus einen Ver­pflegungszug aufgefahren. Die Lokomotive wurde stark beschädigt; der Packwagen und zwei andere Wagen des Zuges entgleisten. Das Zollamt Strahlen wurde durch bel­gische Zollbeamte besetzt; die deutschen Zoll­beamten wurden ihres Dienstes enthoben. Der Güterverkehr nach Venlo ist eingestellt.

Essen, 27. Febr. Gestern ist der Bahnhof Bodelschwingh bei Dortmund von den Franzosen besetzt worden. Der Eisenbahnver­kehr ist stillgelegt. Der Hauptbahnhof B o - ch u m ist heute morgen für eine halbe Stunde besetzt, mehrere Eisenbahnbeamte festgenom­men und fortgeschleppt wo den. -on H ' d * dinghausen und S t i l s ch e d e haben tue Franzosen Autokontrollstellen eingerichtet, irr Oberhausen und Frintrop beschlagnahmten sie heute früh zahlreiche Autos.

Dortmund, 27. Febr. Der Betrieb auf dem Dortmund-Ems-Kanal ist infolge bee Versuches der Franzosen, die lOprozentigs Zollabgabe einzulreiben, zum Stilliegen ge­kommen. Ins besetzte Gebiet fahrende Kühne werden in Münster zurückgehalten.

Ein deuischnakionaler Antrag. Dem Berl,

Lokalanzeiger zufolge hat die deutschnationals Fraktion im Reichstag die Aufhebung der Ar­tikel 2 bis 5 des Gesetzes zum Schutze der Repu­blik beantragt. Artikel 1, der Strafvorschriften gegen die Mörderzentralen enthält soll unbe­rührt bleiben.

Dollar (10Ahr vorm.)22S0ü