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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

' Erscheint täglich mit Ausnahme her Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlup Nr. 1287

Nr. 47

az

Samslag den 24. Februar

32

1923

Was Deutschland bisher leistete

In weiten Kreisen wird das Bedürfnis er- tembar, genaue und zuverlässige Angaben da­rüber zu erhalten, was das Deutsche Reich in Ausführung des Versailler Friedensvertrags, feiner Vorverträge und Zusatzabkommen bereits geleistet hat. Es liegt jetzt eine Zusammen­stellung dieser Leistungen vom 11. November 1918 bis 30. September 1922 vor. Diese Zah­len können jedoch nicht als endgültig angesehen werden. Eine Reihe von Leistungen hat bisher zahlenmäßig überhaupt nicht oder nur teilweise erfaßt werden können. Die Gesamtleistungen des Deutschen Reiches gehen daher beträchtlich über die folgenden Zahlen, die die Werte in Goldmark angeben, hinaus. Aber schon diese Aufstellung wird ihren Eindruck in der Welt nicht verfehlen und das Lügengewebe der Poin- coré und Konsorten über den angeblichen schlechten Willen" Deutschlands endgültig zer­stören.

l. Leistungen aus vorhandenen Beständen und Abtretung von Eigentum im 3n- und Ausland.

Zur Beurteilung dessen, was der deutschen Leistungskraft durch die Ausführung des Frie­densvertrags entzogen wurde, müssen berück­sichtigt werden auch

V. Innere Ausgaben und Verluste.

23. Militärische Abrüstung (ausschl. Schroterlöse) schätzungsweise . .

Es handelt sich um das an den Wiederherstellungsausschuß unver­sehrt oder zerstört abgelieferte Heeres-, Marine- u. Luftkampfge­rät, das der Wiederherstellungs­ausschuß in Natur od. als Schrot größtenteils in Deutschland durch Ausschreibung für Rechnung des Verbands veräußert. Die jeweils konvertierten Schroterlöse werden auf Kapitalschuldkonto gutgeschrie­ben (siehe oben Ziffer 14).

Industrielle Abrüstung, schätzgsw.

25. Nicht militärisch. Rücklaß der deut-

24.

. schen Truppen an der Ostfront, schätzungsweise....... schieoenes (Kosten der Abstim-

26. Berl

6 250 000 000

2 700 000 000

1050 000 000

1. Reichs- u. Staatseigentum (aus­schließlich Eupen-Malmedy, Elsaß- Lothringen und Kolonien . . . dazu Reichs- und Staatseigentum in Eupen-Malmedy , . , , .

2. Saargruben...... .

3. Privat- und Staatskabel . . .

4 Nicht militärische Rücklaßgüter in den von deutschen Truppen ge­räumten Gebieten der Westfront

5. Eisenbahn- u. Schiffbrücken über den Rhein (badischer Anteil) . .

6. Aktien der marokk. Staatsbank

Goldmark

5 507 616 000

150 000 000

1017 570 000

79 410 000

1897 150 000

9 611 000

und Wert der gem. Art. 260 des Friedensvertrags abgelieferten

Wertpapiere . . ,. . , . - . 392 643WO

7. An den alliierten Staaten liqui­

diertes deutsches Eigentum . . 11750 000 000

8. Abgetretene Forderungen des Deutschen Reiches gegen seine ehemaligen Sriegsuerbunbeten,. 8 600 000 000

Summe I: 29 394 000 000

D. Leistungen aus volkswirtschaftlichem Ver­mögen und aus taufender Produktion.

9. Wasfenstillstands-Eifenbahnmate- rial einschl. Fahrzeuaersatzteile u. Lastkraftwagen, Elsenbahnfahr- zeugpark in den Abtretungsgebie­ten (einschl. Oberschlesien, aus­schließlich Memelgebiet, Däne- mark und Eupen-Malmedy) . . 2 238 433 000 Seeschiffe und Fischdampfer, Bin- nenschisfe, Hafenanlagen u. Fluß-

... Wtffe ..........

111 Kohlen ohne Nebenprodukte

Waffenstillstands- und sonstige Wiederaufbaulieferungen (z. B. Kohlennebenprodukte, Vieh, Far­ben pharmazeutische Präparate, Maschinen, Geräte, Holz, Löwe- ner Universität, Kunstgemälde rc.

6 020 391 000

2 333 600 000

520 576 000

1.

2.

mung, Grenzregulierung, Ueber- leitung, Flüchtlingsfürsorge usw.), schätzungsweise.......

482 000 000

Summe V: 10 482 000 000

Zusammenstellung der deutschen Leistungen.

3.

4.

5.

Aus vorhandenen Beständen . . Aus volkswirtschaftlich. Vermögen und aus laufender Produktion . Barzahlungen....... Sonstiges .........

29 394 000 000

11113 000 000

2 140 000 000

3 371 000 000

Insgesamt: 46 018 000 000 Dazu:

Innere Ausgaben und Verluste . 10 482 000 000

Gesamtsumme: 56 500 000 000

Lothringens und der beufWen Kolonien, sowie den rein militärischen Rücklaß in sämtlichen Räumungsgebieten, so gelangt man zu einer Gesamtleistung von mehr als 100 Milliarden Goldmark.

Hl. Barzahlungen.

Devisenzahlungen . . ,. . Verkauf von zerstörtem und un- "rauchbar gemachtem Kriegs­material (Schroterlos e); schätzungs- weise.........

a- Rheinlandzölle und sonstige Ein­nahmen aus wirtschaft!. Sank-

I honen von 1921 ...... ' Englische Sanktionsabgabe (Re-

47 movery act) . . .

Verschiedenes

Summe II: 11113 000 000

1580 000 000

200 000 000

, .-jiebenes (elsaß - lothringische Knegsausgaben, deutfch-franzöf. ?5mmnsabkommen, Sicherhells- eytungen an das Garantie- tomitee u. a. m.)......

69 337 000

126 295 000

164 368 000

Summe III: 2 140 000 000

_ IV Sonstige Leistungen. 19 Ausgleichszahlungen .....

AW«

Ly^ßstoften, d. h. die von den ungsmächten selbst bestritte- Ausgaben ohne Markvor-

Me, werden von Deutschland jene A^chleistungen abgetragen;

Asten belaufen sich bis 30.

20 ®m£^ El X Mâd- null*1 , ^ Wiederherstellunas- ^uffes und der sonstigen in=

21. Ö Ausschüsse . .

twnen und Substitutionen

DrVu- Ersatzlieferungen) Maschinen, Geräten, Schiffen 22 < .'mi' schätzungsweise . .

M.e,erte Kriegsschiffe ohne die 8low interniert. Schiffe,

TOn? . an Japan abgetretenen 184 iR2nla9en 'n Tsingtau, Art.

Sira^ 188 ^ Friedens-

603 000 000

861000 000

90 000 000

400 000 000

1 417 000 000 aa2J üüüßüo

Unglaubliche Gewaltakte in Bochum.

Bochum, 23. Febr. Heule abend 6 Uhr wurde von den Franzosen unter Aufwendung von 10 Tanks und zwei Lastkraftwagen die Stadtverordnetenversammlung in Bochum auf­gehoben. Fe st genommen wurden der Oberbürgermeister, vier besoldete S t a d t r ä t e und 12 Stadtverordnete. Bei den Stadtverordneten handelt es sich nur um solche, die nicht Vertreter der Arbeitnehmer sind. Ein Offizier trat an jeden der anwesenden Herren mit der Anfrage heran, ob sie sich ver­pflichteten, alles das zu liefern, was die Fran­zosen durch Requisitionen nicht erreichen könn­ten. Die Gewerkschaften beraten augenblick- ich über einen etwaigen General- t r e i k, der am 24. Februar mittags beginnen oll.

Zu dem französischen Vorgehen in Bochum wird weiter gemeldet, daß in den Straßen gegen 6ÖO Personen verhaftet wurden. Die beiden noch erscheinenden Zei­tungen, das sozialdemokratische Organ und das Zentrumsblatt, wurden unter schärfste Kon­trolle gestellt. 15 Fortbildungsschüler, die verhaftet worden waren, wurden stünd- lichmitderReitpeitschegeschlagen Abtransport der schwarzen Truppen nach Bonn.

E s s e n, 23. Febr. Die schwarzen Truppen, die in Werden. Kupferdreh und Velbert statio­niert waren, sind heute wieder abgerückt und sollen, wie verlautet, nach Bonn transportiert werden.

Aus dem polizeilosen Essen, meldet die Voss. Ztg., daß durch das Fehlen jedes polizeilichen Schutzes die öffentliche Sicher­heit der Stadt gefährdet und das Treiben ver­brecherischer Elemente erleichtert wurde. In einzelnen Fällen wurden durch das Eingreifen der städtischen Feuerwehr größere Gewaltakte verhindert.

Essen, 23. Febr. Gestern wurde in dem Bankhaus Nathan u. Co. ein frecher Raub aus­geführt. Zwei Zivilisten, von denen der eine französisch, der andere französisch und deutsch sprach, erklärten den 77jährigen Inhaber für verhaftet, weil er angeblich der Schupo Vor­schüsse gegeben habe und zwangen ihn, die Bücher vorzulegen und den Schrank zu öffnen. Die Banditen raubten die gesamten Valuten und mehrere Millionen deutsches Geld.

Berhaslungen und Ausweisungen.

Essen, 23. Febr. Der Regierungs­präsident von Münster, Dr. Haßlinüe, mürbe nerhaftet.unL aiisa^

Dr. Haß linde befand sich auf einer Reise durch das Einbruchsgsbiet und wurde auf der Paßkontrolle in Sinsen festgehalten und nach einer Vernehmung für verhaftet erklärt. Der Regierungspräsident wurde mehrere Stunden in einer abgelegenen belgischen Bahnhofswache trotz seines Protestes festgehalten. Erst in den Nachmittagsftunden gelang es. feine Freilassung zu erwirken. Vorher wurde ihm erklärt, daß er beim Wiederbetreten des Einbruchsgebiets sofort kriegsgerichtlich abgeurteilt werden würde.

Esten, 23. Febr Heute nachmittag wurde das Büro der Deutschen Volkspartei von einem fran^^en Kommando, das aus 16 Militär- und zwei Zivilpersonen bestand, be­setzt. Die anwesenden sieben Personen wurden verhaftet und in einem Lastauto weggebracht.

Essen, 23. Febr. Oberbürgermeister Haven­stein und Bürgermeister Schäfer sind heute nach­mittag mit einem Auto in der Richtung Düssel­dorf abtransportiert worden. Oberwachtmeister Niehoff, Dr. Guyens und Regierungsrat Nieder­meyer wurden in der Richtung Werden fortge­bracht.

Ein Erlaß des Reichspvfiministers.

Berlin, 23. Febr. Der Reichspo st mi- n i ft e r veröffentlicht im Nachrichtenblatt des Reichspostministeriums folgenden Erlaß:

In dem schweren Abwehrkampf,, den Volk und Regierung nunmehr schon seit länger als einen Monat gegen die Vertrags- und völker­rechtswidrigen Uebergriffe der B e f a tz u n g s- Organe in den Einbruchsgebieten wie im altbesetzten Gebiet führen, stehen die Angehörigen der Reichs-Post- und Tele- graphenverwaltunâ mit in der ersten Reihe und haben in vorbildlicher Weise die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Durch zähen Widerstand ist es ihnen bisher gelungen, die feindlichen rechtswidrigen Zumutungen und Absichten un­wirksam zu machen und einen, wenn auch eingeschränkten Verkehr für die Bevölke­rung aufrechtzuerhalten. Keine Ver­sprechungen oder Drohungen der Feinde, keine Leiden und Entbehrungen und selbst nicht die Rücksicht auf Leben und Gesundheit oder der drohende Verlust der Heimat für sich und ihre Familie haben diesen Widerstand zu erschüttern vermocht. Bei der zunehmenden Zahl der­jenigen, die ihre treue Pflichterfüllung mit schwerem Leid besiegeln müssen, ist ë§ mir nicht mehr möglich, ihnen wie bisher in jedem Falle den Dank und die Anerkennung der Ver­waltung auszusprechen; ihre Namen sollen aber züm Zeichen meines Dankes und als Ehrung ihrer Pflichttreue als V o r b i l d für alle Angehörigen der Reichs-Post- und Tele- graphenverwaltung nach den hier eingehenden Meldungen im Nachrichtenblatt des Reichspost­ministeriums fortlaufend bekanntge­geben werden.

Keine Fnlernalionalifierung der deutschen Bergwerke.

Zu dem Vorschlag engt. Gewerkschaftler, die Ruhrbergwerke zu internationalisieren, schreibt der Sozialdemokratische Parla­ment s d i e n st, daß sich die deutsche Arbeiter­schass mit diesem Plane keinesfalls ein - verst andenerklären wird und kann.

New-Vorker Kundgebung gegen den Buhreinbruch.

Washington, 23. Febr. (Durch Funkspruch.) Im Madison Square Garden wurde eine Ver­sammlung von Männern und Frauen ins­gesamt 14 000 Teilnehmer abgehalten, um gegenden Einbruch der Franzosen und Belgier in das Ruhrgebiet Protest einzulegen. Es wurde eine Entschließung angenommen, worin es heißt: Der Einmarsch fei angetan, den Weltfrieden zu stören. Die Besetzung wurde als Gewaltakt verurteilt. Diese Folgewirkung des Versailler Vertrages, so heißt es in der Entschließung, seien nach Buchstaben und Geist der Absicht Amerikas entgegengesetzt, die es klar verkündete, als es mit dem aus­gesprochenen Ziele in den Krieg eintrat, jedem System des Militarismus und Imperialismus ein Ende zu fetzen. Die Washingtoner Re­gierung wird gebeten, ihre guten Dienste anzu­bieten, um eine freundschaftliche Lösung der deutsch-französischen Schwierigkeiten zu finden. Es wird angeregt, diè Frage einer Körperschaft zu unterbreiten, die ähnlich wie die Haager Konferenz vom Jahre 1899 für die Regelung internationaler Streitigkeiten zu bilden wäre.

Die Versammlung war von einem unpar­teiischen Ausschuß einberufen, wozu die Sena­toren Edge und La Follette gehören. Ein in der Versammlung verlesenes Telegramm des Senators Borah besagt, der Einmarsch in das JßuhnMhisi hnlW j>hu> ilzMw. äAirixaffjuö -1x1» auL

Deutsche und Franzosen demoralisierend wirke. Borah würde es begrüßen, wenn die amerika­nische Regierung all ihren Einfluß ausübte, da­mit auf ' der Konferenz eine befriedigende Lösung der Reparationsfrage erzielt werde.

Die grötzle Frechheit.

(Letzte Meldung.)

Paris, 24. Febr. Der Brüsseler Bericht- erstattet desOeuvre" will von einer hoch­stehenden Persönlichkeit erfahren haben, mar werde erst dann die großen Linien der fron- zösisch-belgischen Vorschläge bekanntgeben. wenn die deutsche Regierung selbst Vorschläge mache. Eine Vermittlung werde man nicht an­nehmen. Der französisch-belgische Plan enthalte folgende Hauptpunkte:

Zunächst werde man von Deutschland ver­langen, daß es Ordnung in seine Finanzen bringen und die Kontrolle des Garantiekomitees oder einer anderen internationalen Organisa­tion annehme. Das Beispiel Oesterreichs be­weise, was sich in dieser Hinsicht tun lasse. Sei das geschehen, so werde man Deutschland ein Moratorium für die Barzahlungen gewähren und dann sich mit der allmähligen Zurück­ziehung der Besahungstruppen aus dem Ruhr­gebiet einverstanden erklären in dem Maße, in dem Deutschland die Sachlieferungen ausführt. Das fei der Plan, den Poincare bereits aus­einandergesetzt habe. Einen anderen gäbe es nicht. Man setze den Betrag der Sachlieferungen, von dem die Zurückziehung der Truppen aus. dem Ruhrgebiet abhänge, deshalb nicht schon jetzt genau fest, weil Deutschland derarlig« Aeußerungen als eine Schwäche auslegen würde. Man sei aber fest entschlossen, nicht nach­zugeben. Es sei Deutschlands Sache, die ersten Schritte zu tun. *

gien, die beide in ruchloser Weise in deutsches Gebiet eingebrochen sind und hier wie die Wilden hausen, herantreten und Vorschläge machen. Sind diese Vorschläge den beiden Friedens­störern angenehm, dann werden sie sich so langsam dazu bequemen, die Truppen aus dem Ruhrgebiet zurückzuziehen, allerdings nur in dem Maße, in dem Deutschland die Sachliefe­rungen, deren Höhe Frankreich und Belgien diktieren werden, ausführt. Eine größere Frechheit kann man sich tatfächlich nicht denken, als diesen Plan, der ganz offen die Absicht auf die dauernde Besetzung des Ruhrgebiets mit deut­scher Genehmigung ausspricht. Wir haben vor einigen Zagen schon einmal darauf hingewiesen, daß nach dem Zeugnis von Wilson ein Mann wie Loucheur schon im Februar 1919, zu einer Zeit also, wo der sogenannte Friedensvertrag noch gar nicht fertig war, Ruhrpläne ent­wickelt hat. Weil sie aber ohne weiteres nicht verwirklicht werden konnten, wurde der Frie­densvertrag von Versailles mit soviel Fuß­angeln versehen, daß Deutschland, wie es auch immer sich bemühen mochte, darin hängen bleiben und den Franzosen den Vorwand zu neuen Raubzügen liefern mußte. Dieser Friedensvertrag war das erste Unrecht, aus ihm mußten sich sogenannteVertragsverletzung gen" und damit die Vorwände zu neuem, immer neuem Unrecht ergeben. Und neueVerletzun­gen" müßten sich, das ist ganz klar, auch aus obigen Plänen ergeben und damit würde Frank­reich schließlich in den Besitz des Ruhrgebiets kommen, ohne daß die übrige Welt auch nur ein einziges Wort dagegen einwenden könnte. Denn Frankreich könnte dann sagen, die Ruhrbesetzung besteht zu Recht, weil Deutschland den Sachliefe­rungen nicht nachkommt. Es heißt, bie. er­zieherische Wirkung von vier Jahren Poinca- rismus denn doch gar -zu niedrig einschätzen, wenn man in Paris und Brüssel glaubt, die dummen" Deutschen würden abermals auf den alten Leim von 1918 gehen. Die deutsche Re­gierung und das deutsche Volk werden sich darin einig sein, daß dieser neue franzostsch-becgische Plan vollkommen undiskutabel ist, daß Deutsch, land nicht eher verhandeln kann, bis auch der letzte Mann der feindlichen Horden das Ruhr­gebiet verlassen hat. Das ist der Wille de? deutschen Volkes, das den gegenwärtiger Kampf bestehen will und wird, weil er die letzt, Möglichkeit bietet, frei zu werden.

Beibehaltung des Slaaksgerichkshofes. Der preußische Landtag lehnte gestern den deutschnationalen Antrag auf Aushebung des Staatsgerichtshofes in namentlicher Abstirn- mung mit 150 gegen 90 Stimmen bei W Stimmenthaltungen ab.

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