Einzelbild herunterladen
 

Generat-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. / Fernfprech-Anschluß Rr. 1837

B«-ua»vr»is: Monatlich Mk.1700. ohne Trägerlohn: Einzelnummer Mk. 70.. Samstags 80. Anzeigenvreiie: Die 28 mm breite Zeile Mk. 60.; F i nanz i n s«rate Mk. 75.. fRetlame (68 mm breit) Mk. 150.. Inserate, auch laufende, werden nur rum jeweiligen Tagervreise berechnet. Offertengebühr Mk. 40.. Geschäftsstelle: Sammerstratze 9.

Erfüllungsort ».Gerichtsstand für beide Teile Hanau a.M. Für Platzvor- V* lârift und Erscheinungstag« der Anreigen wird keine GewSbr geleistet.\< 3m Falle höherer Gewalt. Streik usw., hat der Bezieher keinen Anspruchs auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung de« Bezugsvreises.

Donnerstag den 22. Februar

1923

Sie MMlhW von UHMgen Met

Eine Erklärung Donar Laws. Neue Bluttaten und Roheiten.

Menn Frankreich die Welt glauben machen will, daß die Ruhrbesetzung nur ein Glied in seinem rechtmäßigen Bestreben nach Bezahlung ist, so macht es doch zu große Ansprüche auf die Gutgläubigkeit der Welt." So hat sich un­längst der bekannte schwedische Nationalökonom GustavCassel geäußert, einer der Sachver­ständigen in der jüngst in Berlin abgehaltenen Konferenz, die die Unmöglichkeit feststellte, bei den gegenwärtigen Verträgen eine Gesundung Mitteleuropas durchzuführen. Cassel weist bei der Abwägung der Stärke Deutschlands und Frankreichs darauf hin, daß Frankreich aller­dings die ungleich größeren äußeren Macht­mittel besitzt, daß aber Deutschland einfach nicht nachgeben kann. Denn das Moratorium, das Frankreich vopgeschlagen hat, ist kein Mora­torium, zumal wenn Deutschland gleichzeitig wichtige Staatseinkünfte verpfänden, den Fran­zosen Anteil an der deutschen Industrie gewäh­ren und einer Finanzkontrolle sich unterwerfen soll, diedas vollkommenste System darstellt, das jemals zur Ausplünderung eines Volkes erdacht worden ist." Frankreichirrtsich, der Militarismus kann viel erreichen, wenn es Zerstörung gilt; beim Wiederaufbau, zu­mal einer so empfindlichen Maschinerie, wie es das Finanzwesen eines Staates darstellt. kommt er nicht weit.

Die Besetzung des Ruhrgebiets vernich­tet die letzten Reste von Deutschlands Zahl-

daß Deutschland während der Besetzung k e bn VezahluMsprogramm durchführen kann, und auch dann nicht, wenn nach einer Zurückziehung der Besatzung Frankreich jeden Augenblick Ge- legenheit hat, auf Grund einerabsichtlichen" Versäumnis Deutschlands eine neue Besetzung folgen zu lassen.

Die Erfahrung hat bisher gezeigt, daß die unmittelbare Wirkung gerade die entgegen­gesetzte gewesen ist: Frankreich hat weder Kohle noch andere Bezahlung erhalten. Frankreich kann indessen ein anderes Ziel gewinnen, Frankreich kann das Ruhrgebiet erobern,' es '" feinen Staat einverleiben und seiner Eisenindustrie für die Zukunft die Vorherr- ichaft in Europa sichern. Wollen wir die Ruhr- oesetzung wirklich verstehen, dann müssen wir M rhr e in G li ed in der system a - 'schen Zerstörung von Deut sch - ""ds Wirtschaftsleben sehen. Erst "ahm man Deutschland seine Kolonien ab, dann ^""dolsflotte, dann seine Ueberseekabel und alles Privateigentum, das die Sieger in ihre kommen hatten. Jetzt will man dem Industriegebiet Deutschlands den Garaus ma- W das beste Mittel dazu ist, das Land seiner «oytensäMtze zu berauben. Dazu kommt die sr^pfllllderung der deutschen Industrie durch ^^ Festung des Kapitals, durch Exportabgaben, urch Prioritäten usw. Erst wenn wir die ^'nge gegen diesen Hintergrund sehen, ver- leyen wir den tieftraurigen Inhalt gegenwärtigen Ereignisse. Zerstörungspolitik ist ihrem Ziele näher, d'e meisten glauben.

°>»>?Ä^^nds Stellung als Handels- und g,,^"rlemacht war für das Land kein Luxus - '^n, sondern eine Lebensnotwendiakeit, »M.das Volk von 41 Millionen (1871) auf ^m?-^I0nen (1915) gewachsen war. Diese ruhte ausschließlich auf Deut Ä""^ Außenhandel. Jetzt leben in her Mand' abgesehen von den Millionen, die Is^A'^usschluß abgetrennt hat, noch etwa Millionen, die nicht im Lande selbst br» we.rtw" können. Die Voltsvermin- !om^/ V ^ voll im Gange, mittelst einer lang- ornv^ Aushungerung und Unterernährung derN^.-^Eerungsklassen, vermehrter Kin- hmn ? ^^ und einer furchtbaren Ausbrei- ^V Eubexkulose und anderen Krankhei- Jahr Prozeß wird sortgehen Jahr für fifdi?n5^ ^sächliche Inhalt der franzö- hf(; ^.^rstorungspolitik, wenn man sie der schm m"P9,ehängten Phrasen und betrügeri- rfpielungen kommender Milliarden Neck^ -^^'u entkleidet und sie in ihrer ganzen ma betrachtet. Und eine solche Politik RulhL ^ Zuspruch, Ausdruck für die höchste ur Europas im 20. Jahrhundert au letzt!"

VvnarÜawüberl-ieGrenzberichiigung der englischen Zone.

London, 21. Febr. Bonar Law teilte im Unterhaus auf eine Anfrage Wedgwoods bezüglich, der zwischen der britischen und fran­zösischen Regierung getroffenen Grenzberich­tigung in der britischen Zone mit, keinerlei Transporte in irgendeinem Teile des britischen besetzten Gebiets seien unter fran­zösische Kontrolle gestellt worden. Wedwood fragte den Premierminister weiter, ob er der Ansicht sei, daß dieses Zugeständnis an die französische Regierung unter den Begriff strikter Neutralität falle. Bonar Üaw erwiderte: Jawohl.

Ramsay Macdonald fragte hierauf: Ist die Lage die, daß ein Teil unseres besetzten Gebietes jetzt an Frankreich übertra­gen worden ist oder ist der Teil immer noch unter britischer Kontrolle und wird von Frank­reich gebraucht? Bonar Law erwiderte: Es ist ein Gebietsteil, der von uns nominell be­setzt ist, wo wir aber t a t s ä ch l i ch n i e m a l s irgendwelche Truppen gehabt haben. Wir haben ihn einfach den Franzosen übergeben. Burt fragte hierauf, ob irgendeine Bestim­mung in dem Versailler Vertrag bestehe, die die alliierten Regierungen ermächtige, besetztes Gebiet auszutauschen? Bonar Law erwiderte: Soviel ich weiß, macht der Ver­sailler Vertrag keinerlei Beschränkungen bezüg- iraendeine bestimmte

ten zu besetzen.

berst Wedgwood

fragte, ob es Tatsache sei, daß die d e u t s ch e n Beamten auf der Eisenbahnlinie durch die Franzosen ersetzt worden seien? Bonar Law erwiderte, er könne dies nicht sagen. Wedg­wood fragte ferner, ob die britische Regierung irgendwelche Schritte tue, um ein engeres

Zusammenwirken mit der ameri­kanischen Regierung in der Frage be­treffend das Ruhrgebiet zu erreichen. Bonar Law erwiderte, es fei nicht möglich, irgendeine Mitteilung über diese Frage' gegenwärtigen Augenblick abzugeben.

im

Urankreichs Unzufriedenheit mit den englischen Zugeständnissen,

London, 21. Febr. Während man heute schon den von Bonar Law angebotenen Vergleich als durch­aus unbefriedigend erklärt, drängen die Franzosen mit aller Macht auf weitere Zugeständnisse. Die Erlaub­nis, die drei Hauptlinicn, die die britische Zone durch­laufen, in demselben" Umfange zu benutzen wie vor. dem Einbrüche entspreche ihren Bedürfnissen in keiner Weise, und er müsse daher als Minimum die völlige unbeschränkte Benutzung einer der drei Hauptlinien zugestanden werden mit voller englischer Garantie gegen jede Betriebsstörung und Sabotage durch die deutschen Eisenbahner. Hier wird auch in RcgierungS- kreisen eine Annahme dieser Forderung durch die englische Regierung als völlig ausgeschlossen angesehen, da sie sich durch eine solche Kapitulation, wie es selbst der durch und durch franko-belgischeDaily Telegraph" ausdrückt, in Frankreich völlig verächtlich machen würde. Hingegen tritt die Möglichkeit eines Gesamtrückzuges der Engländer Bruch der Entente, wieder in den Vordergrund. Der französischen Behauptung, der Versailler Vertrag gebe in Artikel 212 Frank­reich ein Recht auf die freie Benutzung der, Eisen­bahnen innerhalb der britischen Zone, wird mit dem Hinweis begegnet, ein solches Recht möge bestehen für die Zwecke, auf die sich alle Alliierten in Ueberein­stimmung mit dem Versailler Vertrag geeinigt hätten, aber nicht für solche, denen nicht alle Alliierten zu­gestimmt hätten und die nach der britischen Auffassung gegen den Vertrag seien.

Nach Washingtoner Meldungen sei zu erwarten, daß die Washingtoner Regierung nun nach der An- nähme der britischen Fundierungsofferte durch den Senat ohne viel Verzug die Frage der Fundierung der französischen Schuld anschneiden werde. Es wird betont, die Aktion der französischen Kammer, bestehend in der Zustimmung zu einem Darlehen von 400 Millionen Franken an Polen, habe im Kongreß den ü b c l ft e n Eindruck gemacht und jede Möglich­keit zerstört, daß Frankreich mildere Bedingungen erhält als England.

Abzug der Räuber von Gelsenkirchen

Gelsenkirchen, 21. Febr. die französischen Truppen wieder « b g t r n ck t. Der wieder ausgenommen worden,

Heute vormittag sind aus dcr Stadt Eisenbahnverkehr ist ebenso versehen die

Die Schutzpolizei ist

Postämter wieder ihren Dienst.

wieder in den Sicherheitsdienst eingetreten. Heute

vormittag hatte Stadtbaurat Ahrends mit General Sckuler eine Beivreckuna. m bet der General in einer

kurzen offiziellen Ansprache erklärte, daß die fran­zösischen Truppen Gelsenkirchen verlassen würden, da die 100 Millionen Mark Buße von ihnen zusammen­gebracht worden sei. Dieser Betrag setze sich aus 83 Millionen städtischen Geldes und 17 Millionen Mark von der Eisenbahn zusammen. Ahrends erhob noch­mals schärfsten Protest gegendie Eingriffe der Franzosen in die Kassen der Behörden. General Schuler nahm den Protest zur Kenntnis. Ebenso verhandelte der General mit dem Kommandeur der Schupo Major Eunow, dem er auf seine Frage nach dem Verbleib der verhafteten Schupobeamten erklärte, daß man, falls sich die von den Franzosen als schuldig bezeichneten Beamten nicht melden würden, ein gericht­liches Verfahren gegen Unbekannt einleiten und dann weiterhin die sechs Beamten als Geiseln in Haft be­halten würde.

Wie eine weitere Meldung besagt, haben die requirierten Gelder für die Franzosen keinerlei Wert, da das Notgeld des HandelSkammerbezirks Bochum, Gelsenkirchen, Hattingen, Herne und Witten bereits ab gelöst ist und nicht mehr in Verkehr gebracht wird. Äor Annahme dieses Geldes wird gewarnt. Ein kurzfristiger Aufruf dieses Geldes erfolgt demnächst

Neue Biuüalen.

Gestern früh wurde in Nied ein mehr als 60 Jahre aller Herr von einem Marok­kaner ohne jede Veranlassung mit dem Ge­wehrkolben niedergeschlagen. In der Nacht zum Mittwoch wurde ein Polizei­wachtmeister, der vor dem Bahnhof Ober­hausen Polizeiposten stand, wie die »Deutsche Allgem. Zig." meldet, von den Franzosen ohne Grund erschossen. Ein anderer wer verletzt

fepWnomrr

Ein weiteres Opfer der Franzosen.

Weiter, 21. Febr. Wie jetzt bekannt wird, ist der Arbeiter D r e e s, der von französischen Soldaten schwer verwundet worden ist, gestorben.

Französische Drangsalierungen.

Düsseldorf, 21. Febr. Ein Unter­primaner, der mit seinen Freunden über die Straße ging, streifte im Gedränge den Arm eines französischen Offiziers. Der Offizier drehte sich um und schlug mit der Reitpeitsche dem jun­gen Mann so ins Erficht, daß dieser noch am andern Morgen Blut im Munde hatte. Der Offizier ging wortlos weiter. Nach Aussage des Schülers und von Zeugen war nichts ge­schehen, was den Offizier herausfordern konnte. Ein Kaufmann, der des Nachts heimkehrte, wurde von französischen Soldaten ohne Ursache mißhandelt. Der Oberbürgermeister hat gegen die Mißhandlung von Bürgern entschiedene Verwahrung bei dem General eingelegt und um Ermittlung und Bestrafung der Täter ersucht.

In der Steinstrahe wurde ein deutscher Polizeibeamter von einem belgischen Offizier grundlos mit der Reitpeitsche mißhandelt. Der Feststellung seiner Personalien entzog sich der Belgier. Die Franzosen drangen in die Drucke­rei Toennes ein und beschäftigen dort eine Reihe französischer Setzer und Buchdrucker.

Dortmund, 21. Febr. In Brambauer erschienen in der Küche der Speisung der Amerikahilfe (Quäkerspeisung) franzö­sische Sadaten, um die,Kessel der Küche zu beschlagnahmen. Ein Hinweis da- dauf, daß es sich um eine amerikanische Ein­richtung handele und die Beschlagnahme der Kessel die Einstellung der Speisung und damit für viele Kinder Hunger und Entbehrung zur Folge haben würde, war erfolglos. Die Fran­zosen schleppten rücksichtslos die Kessel fort.

In Düsseldorf haben französische Sol­daten sich der Milch für ü ie städtischen K r a n k e n a n st a l t e n bemächtigt und sie unter sich verteilt;

_ Esseu, 21. Febr. Bürgermeister Schäfer und Syndikus Dr. Guyenz sind in Bredeney in einer Zelle untergebracht, die nur ein Ausmaß von 18 Kubikmeter hat. Das Mindestmaß der Zellen für Zuchthäusler beträgt in Deutschland 25 Kubikmeter- Die Delegation des deutschen Stören Kreuzes wurde trotz mehrmaliger Vor­stellungen bei dem General Fournier nicht zu einem Besuch bei den Gefangenen zugelassen."

Wie sie rauben und plündern.

Essen, 21. Febr. Das Polizeipräsidium ist von den Franzosen noch immer nicht frei- gegeben worden. Wiè nunmehr feskstehk, haben die Besatzungsiruppen aus dem Polizeipräsi­

dium lehr viele Gegenstände fortgeschleppt, ja z. B. die von der Wucherabteilung beschlag­nahmten Waren, wie große Mengen an Wei», Teppichen, Tabak, Lebensmitteln usw.; ferner haben sie Kleidungsstücke der Schupo-Beamte« weggenommen. Aus dem Büro des Einrich. kungsgeschäftes von Petersen in der Süssen« scheider Straße führten die Franzosen einen Geldschranf und andere Sachen fort, die sie mittels Auto abbeförderten. Während dieses Vorganges standen 10 Posten vor der Tür.

Französisches Piralentum.

Mannheim, 21. Febr. Ein neues französi­sches Piratenstück wird erst jetzt bekannt. Da­nach haben die Franzosen in Mannheim am 16. Februar den leeren unbewachten Kahn Hedwigs und am 17. Februar den Kahn Klara", die beide im offenen Neckar lagen, beschlagnahmt und weggeschleppt. Der Kahn Hedwig" ist ein Gesellschaftskahn und in Ober­hausen beheimatet. Er war besetzt von de» Setzschiffern Waldorf und Kirchhorn zürzest der Kaperung. Der Schiffer Ebling von Nierstein samt dem übrigen Schiffspersonal wurde mit­genommen.

Es handelt sich hier wieder einmal um nichts anderes als den R a u b v o n Privat» elgentum und einen neuen empörenden Gewaltakt gegen die Privatpersonen. Der Vor- fall ist um so unerklärer,, als er sich auf un­besetztem Gebiet abgespielt hat.

Zahlreiche Defertalionen.

Ortenburg, 21. Febr. Hier erfolgten l« den letzten Tagen bei den dortigen ftanzöfischen Besatzungstruppen zahlreiche Deserkationen, na­mentlich elsässischer Sonaten. Aus den Land­straßen wurden vielfach weggeworfene Mon-

fen. Die Stimmung der Bevölkerung des ba­dischen Einbruchsgebiets ist zuversichtlich und fest-

Die Arbett der Kriegsesrichle.

Essen, 21. Febr. Wegen Nichtg ru­ße n - wurden vom Kriegsgericht Bredeney verurteilt: Polizeileutnant Hermann zu 1 Mo­nat Gefängnis und 200 000 Mark Geldstrafe, Polizeileutnant Weidemann zu 3 Monaten Ge­fängnis und 200 GOO Mark Geldstrafe, Wacht- meister Totten zu 6 Monaten Gefängnis und 200 000 Mark Geldstrase^und fünf andere Po- lizeiwachtmeister zu je 8 Tagen Gefängnis uni 200 000 Mark Geldstrafe.

Essen, 21. Febr. Vor dem französischen Mi« litärgericht in E a st r o p wurden am 19. d- M- elf Deutsche zu schweren Strafen verurteilt. U. a. erhleit Amtmann Pauli aus Mengede zwei Monate Gefängnis und 200.000 Mark Geldstrafe, weil er verschiedene Requisitions» befehle der französischen Behörde nicht ausge- führt hatte. Der Bahnhofsvorsteher Fugge vom Bahnhof Scharnhorst wurde zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt unter gleichzeitiger Ge­währung von Strafaufschub. Seine Verurtei­lung erfolgte, weil trotz der französischen Ab- sperrung nachts gegen 1 Uhr ein Kohlenzug in das unbesetzte Gebiet g^ahren wurde.,Zu der fraglichen $eit befand sich der Verurteilte im Bette und am nächsten Morgen in Dortmund- Bon der ganzen Sache erfuhr er erst nach seiner .Verhaftung durch den vernehmenden sranzösi- schen Offizier. Direktor Höfling wurde zu 100 000 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er sich an einem Sonntag geweigert hatte, in einer Ouartierangelegenheit vor dem General zu er­scheinen. Polizeiinspektor S ch ü b b e in Bram­bauer erhielt 2 Monate Gefängnis, weil er auf ausdrücklichen Befehl feiner Vorgesetzte« die von der Zivilbevölkerung eingesammslter Waffen nicht an die Franzosen abgeliefert hatte.

Der beleidigende Schneeball.

Wiesbaden, 19. Febr. Bei dem Schneefall hatten die'Schüler unterrichtsfrei zum Rodeln. Eine Schülerin des Lyzeums und ein Gymna- siast vergnügten sich damit, ein dis Rodelbah« passierendes Auto mit einem Schneeball zu be­werfen, ohne zu ahnen, daß in dem Wagen ein französischer Offizier foZ Der faßte das Harm- lose Vergnügen alsAttentat" auf und stellte die Personalien der beiden Verbrecher fest. Vor dem französischen Gericht wurde das Mädchen, da es noch nicht mündig ist, freigesprochen, der Junge, von de,n natürlich das gleiche gilt, be­kam, weil er die Hände in den Hosentasche» behalten hatte, als der Offizier mit ihm sprach 10 000 Mark Geldstrafe.

...................... M,'>»>i>i»i»»e«M

Dollar (10 Abr vorm.) 22000