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Hanauer

Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

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Dienstag den 20. Februar

1923

Sie Ruhr-Debatte im Ankerhaus.

Eine Ne-e Lloyd Georges. Neue Erklärung Donar Laws. Der liberale Abönderungsanlrag abgelehnt. ^- Entwaffnung der Essener Schutzpolizei.

London, 19. Febr. Heute nachmittag um 1 Uhr begann im vollbesetzten Unterhause die Matte über den gemeinsamen liberalen Abänderungsantrag zur Antwort auf bie Thronrede, in dem gefordert wird, daß bezüglich der Operationen der französischen und belgischen Regierung im Ruhrgebiet der Völ­kerbundsrat ersucht werden sdlle, un­verzüglich eine Kommission von Sachverständi­gen zu ernennen, um Bericht zu erstatten über bie Fähigkeit Deutschlands, Reparationen zu zahlen, sowie über die beste Methode, solche Zahlungen zu verwirklichen. Ferner fordert der Abänderungsantrag, daß der britische Vertreter im Völkerbundsrat be= auftragt werden solle, darauf zu bringen, daß

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eine Einladung an die amerikanische Re- gierung ergehe, Sachverständige ffür diese Kommission zu ernennen. Der frühere Unter­richtsminister Fisher brachte den Antrag ein. Er gab in seiner Rede der Ueberzeugung Aus­druck, die weitaus überwiegende Mehrheit des Hauses und der Nation sei der Ansicht, daß die Regierung den Franzosen bei der Besetzung des Ruhrgebietes nicht assoziiert war. Er hoffe, daß die Franzosen durch die wenigen Organe der öffentlichen Meinung in England, die das Ruhrunternehmen unterstützten, nicht zu dem Tlauben verleitet würden, daß die französische Politik die Unterstützung Englands besitze. Die Ansichten des Hauses und des Landes feien in den letzten Wochen von Asquith und Bonar Law richtig zum Ausdruck gebracht worden. Auch der unabhängige Liberale Pringle trat nachdrücklich für den Abänderungsantrag ein. Hierauf anwortete Sir Robert Cecil durch eine Ansprache, die auf vielen Seiten als poli­tisches und logisches Debâcle dieses Vorkämp­fers des Völkerbundes betrachtet wird. Cecil

verwarf das liberale Amendement, weil er mit Rücksicht auf die Pariser Abneigung die von den Liberalen gewünschte Anrufung des Völker­bundes einschließlich der Vereinigten Staaten nicht zu befürworten wagt.

Sodann nahm Lloyd George das Wort und erklärte, die Demokraten Frankreichs und Großbritanniens sollten zusammengehen und zusammen handeln, soweit es ihnen mög* sei. Aber die Freundschaft Frankreichs be* peute nicht, daß England jede Handlung eines leben französischen Ministeriums billigen müsse, dazu angetan sei, den Frieden der -?elt aufs Spiel zu setzen. In der ungsten Aktion Frankreichs habe etwas ge* wqs über die Reparationen hinausginge, uns dies sei beunruhigend. In der Reparations­ungelegenheit habe nichts vorgelegen, Q?5 eine derartige gewaltsame , ° l u n g gefordert habe. Lloyd George Sodann einen geschichtlichen Rückblick auf e, ^eparativnsfrage und wies nachdrücklich UI Sie verschiedenen Vorschläge hin, die von sj?'ucarL zurückgewiesen worden seien. Ange- ?^^otsache, daß nur ein Defizit s-OProzent in den Kohlenlieferungen standen habe, seiesfchwerzuglauben, »nur die Erlangung von Repara- L: ^ss.derZweckderRuhrbefetzung sei überzeugt von der Berechtigung der

Die Zahlen, die kein Deutscher je vergessen darf.

öor das Deutsche Reich nach dem Diktat Versailles schon geleistet und verloren?

eillkni-Milliarden Gold an Leistungen (Staats- bab»^' Handelsflotte, Saargruben. Lifen- Eiaenn^«' ^bel, liquidiertes deutsches ÄS âohle Farbstoff, Vieh, Barzahlung, fen ' xe Forderungen der Sriegsverbünde- ? ^ andere mehr).

qafjpn ^iBiarben Gold an inneren Aus- sirielle fi^?'^«» (militärische und inbu- Abrüstung usw.)

Rechn-« men ".SMilliardenGold. und Y-' "''°n dazu, den Wert Llsah-Lothringens über 1 n^? Kolonien, so gelangt man zu lanb al° F'lUarden Gold, die Deutsch, schon Sm «af bis zum 30. September 1922 noch di-n» el und verloren hat. Dazu kommen bèr denn geheuren Verluste und Schädigungen ÄS^" .^sroirffdjaft In Papiermark Nar? mS ^1 einem Dollarffanb von 20 000 die Summen allein die 56,5 Milliarden Gold $2^ S?0» 2 S 2 5 o 0 Alilliardcn oder

" «Mionen Marks aus.

Reparationen und er bedauere deshalb diese Aktion, die die Zukunft der Reparationslei­stungen gefährde. Lloyd George fragte zum Schluß: Wer kann sagen, was sich ereignen wird, wenn man Deutschland zerbricht? Wer wird dabei gewinnen? Ich bin durchaus dafür, daß Frankreich Sicherheiten erhält, aber welche Sicherheiten wird es an der Ruhr erlangen? Wenn wir wirkliche Freunde Frankreichs find, werden wir unser Bestes tun, um uns aus der Verstrickung zu befreien, b e - vor es zu spät ist. Lloyd George forderte die Regierung auf, daß sie sich an die Ver­einigten Staaten wende und daß beide Länder an Frankreich herantreten.

Bonar Law erklärt«, die Ansicht der Regierung zehr dahin, daß die f r a n z ö s i s ch e R uH r a k t i o n nichts andere» al» schlimme Folgen zeitigen könne. Doch glaube die Regierung, wenn sie auch anderer Ansicht fei eil Frankreich, nicht, daß el den britischen Interessen oder den Interessen bet Welt zum Nutzen gereichen werde, wenn sie gegen­über Frankreich eine antagonistische (gegnerische, Die Red) Haltung einnehme. Er glaube nicht, baß die Haltuxg Deutschlands anders gewesen wäre, wenn England sich Frankreich. angeschlossen hätte. Der deutsche Widerstand beruhe auf der Ueber­zeugung, daß die Sanktionen unerfüllbarer Forde­rungen Willen auserlegt wurden. Die Verzweiflung

Frankreichs und der wahrscheinlichen Feindseligkeit Bel­giens und Italiens gegenüber einem Vorschlag auf Inter­vention der Völkerbundes würde ein solcher Vorschlag der Ruin de» Völkerbundes sein. Kein Vertreter der amerikanischen Regierung habe irgend etwas verlauten lassen, war darauf hindeute, daß Amerika geneigt sei, bei den europäischen Streitigkeitenzuintervenieren. Bonar Law schloß, er wisse nicht, wann der Augenblick für eine Intervention kommen könne. Dir jetzt sei er jedenfalls noch nicht gelaunten. Gr wette nocheinmal wiederholen, daß die Regierung zu der Schlußfolgerung gelangte, daß es im Interesse der Entente liegen würde, die britischen Truppen solan»e wie möglich in Deutsch­land zu belassen. Ihre Zurückziehung würde ein ernster Schritt sein, der die Beibehaltung der Entente schwieriger gestalten würde alr birher.

Schatzkanzler Baldwin erwiderte auf eine Anfrage bei Parlamentsmitgliedes Lambert, ob die deutsche Regierung die britischen Vorschläge auf eine Verminderung der, Reparationszahlung und der alliierten Schulden angenommen habe, daß diese Vor­schläge nicht an die deutsche Regierung gerichtet ge­wesen seien und daß sie sich nicht darauf bezogen hätten, mal Deutschland zu zahlen bereit sei, sondern auf die Höchstsummt, deren Zahlung durch Deutschland nach sorgfältiger Prüfung für nötig befunden würde.

Der Arbeiterführer Snowden fragte, ob dem Premierminister bekannt sei, daß die Handelskammer von Manchester den Kaufleuten in Manchester nutgc- teilt habe, daß Güter, die nach Deutschland gesandt würden, von den Franzosen beschlagnahmt würden, und ob eine Information über diese Frage vorliege. Wenn ja, welche Aktion die Regierung in der Ange- ltgenheit unternehmen wolle.

Bonar Law beantwortete den erste» Teil der Anfragen und sagte, er habe keinerlei Informationen, daß Waren konfisziert würden, er werde indessen Nachforschungen unternehmen.

London, 20. Febr. Das Unterhaus hat den liberalen Abänderungsanirag mit 301 gegen 196 Stimmen obgelehnk.

Vor der Debatte wurde der Premierminister um die Abgabe einer Erklärung ersucht über die kürzlichen Verhandlungen zwischen England und Frankreich. Bonar Law lehnte eine Mit­teilung ab. Er sagte nur: Wir haben der fran­zösischen Regierung gewisse Vorschläge gemacht, haben aber ihre Antwort noch nickt erhalten und ziehen es vor, solange die Antwort nicht eingetroffen ist, die Angelegenheit nicht zu erörtern.

Die Bahnlinie Neu'g-Düren von den Gnqlündern gerüumk.

Köln, 19. Febr. Heute abend um 8 Uhr Läden die Enâländer die Babnböie Harff.

Bedburg und Elsdorf geräumt, die alsbald von den Franzosen besetzt wurden. Äamit ist die bisher teilweise englische Strecke Neuß DLren ganz in französische Hände gekommen. Die deutschen Eisenbahner, welche die Weiter­arbeit unter französischer Herrschaft verweiger­te«, wurden von dsn ^Bahnhöfen vertrieben.

Die Tatsache, daß die Tneländer es mit ihrer feierlichen Neutralitätserklärung im Ruhr­konflikt für vereinbar halten, den Franzosen die bisher von ihnen besetzte Bahnstrecke Neuß- Düren zu ungehinderter Benutzung zu überlassen, wird in ganz Deutschland ein Gefühl der Bitter­keit auslösen. Die englische Regierung hat ge­glaubt, sich auf eine Weise dem Konflikt ent­ziehen zu können, die in Deutschland als eine sophistische Auslegung ihrer mit der Besetzung derKölnerZone verbundenen Pflichten empfunden werden muß. Sie hat offiziell ihren Stand­punkt bewahrt, keine Bahnstrecke des von ihr besetzten Gebietes als Etappenlinie für die französisch - belgische Ruhrarmee einzuräumen, hat sich aber entschlossen, einer Verkleinernng der Kölner Zone zuzustimmen, die den Fran­zosen die für sie wichtige Bahnstrecke in die Hände spielt. Wir bedauern diesen Beschluß er zeigt aufs neue, daß wir vom Ausland zunächst keine Hilfe zu erwarten haben, daß wir allein sichen und gefaßt sein müssen, noch lange allein zu bleiben. Erst wenn Eng­land sieht, daß ihm von der Spießgesellenschaft mit Frankreich mehr Schaden kommt als Ge­winn, wird der Staatsmann Bonar Law danach handeln. Erst wenn die Welt endgültig über­zeugt ist, daß wir entschlossen sind, uns selbst zu helfen, erst dann wird sie sich überlegen, ob es nicht mit ihrem Vorteil sich vertrage, sich

weit über diese Konzession Englands hinausgehen und daß französische Beauftragte in Köln mit der englischen Besatzung Unterhandlungen führen, die die völlige Besetzung der Bahnlinien der eng­lischen Zone seitens der Franzosen bezwecken. Wir hoffen aber, daß die englische Regierung dem ersten Unrecht kein zweiter, größeres hmzufügt.

Essen wieder ohne Polizei.

Essen, 19. Febr. Gestern nachmittag fand eine Besprechung zwischen dem französischen General Fournier und dem stellvertreten­den Oberbürgermeister von Essen statt, in der die Frage der Schutzpolizei eingehend er­örtert wurde. Der General schlug vor, daß die jetzige Schutzpolizei, die den Dienst am Sams­tag abend wieder ausgenommen hatte, da von französischer Seite erklärt worden war, daß die Beamten ungehindert ihren Dienst tun sonnten, den Dienst weiter verrichten solle und zwar in Zivil, kenntlich gemacht durch beson­deres Merkmal, etwa eine Armbinde; in jedem Falle würde für die Beamten eine Gruß­pflicht gegenüber den französischen Offizieren nicht bestehen, die für uniformierte Beamte jedoch in Kraft bleiben müsse. Sollte man auf diesen Vorschlag nicht eingehen, so schlug der General vor, einen Ersatz-Sicherheitsdienst ein­zurichten, der sich aus alten Beamten der blauen Polizei und einigen Familienvätern der jetzigen Schutzpolizei zufammenfetzen soll und zwar in der Gesamtstärke der Hälfte der jetzigen Polizei. Falls diese beiden Vorschläge abge­lehnt werden sollten, lehnte der General jede Verantwortung für den Wegfall des Sicher­heitsdienstes und der Schutzpolizei ab. In keinem Falle würden die französischen Truppen einen derartigen Dienst übern dyaien. Die Ge­nehmigung zur Bewaffnung von an­deren Personen werde auf keinen Fall erteilt werden. Sämtliche Vorschläge wur­den von den Deutschen abgelehnt. Heute mor­gen wurde dann durch 22 Tanks und zwei Kompagnien Infanterie und Ma- schinengewehrcn das Quartier der Schutz­polizei umstellt und die Mannschaften ent­waffnet und das Gebäude besetzt. Da die Beamten waffenlos keinen Dienst tun wollen, ist die Stadt wiederum ohne polizei­lichen Schutz. Nach dem Verlassen der Quartiere formierten sich die entwaffneten Schupo-Leute unter Führllng ihrer Offiziere und zogen unter dem Gesang vaterländischer Lieder ab. Die aus ihrem Quartier ver­triebenen Beamten wurden zunäclfft in einer Schule untergebracht. Es bedarf aber kaum des morgen an die Bürgerschaft ergehenden Aufrufes, um die durch die Franzosen zu einer nie dagewesenen Popularität gekommenen Schupo-Leute umgehend in Bürgerquartieren unterzubrinaen«

Die Brandschatzung Gelsenkirchens.

Gelsenkirchen, 20. Febr. Die Franzosen halten die Innenstadt und den Bahnhof auch heute besetzt. Reisende, die in Gelsenkirchen ankommen, dürfen aal» steigen; von Gelsenkirchen abzufahren ist jedoch un­möglich, da das Betreten des Bahnhofs von der Stadt aus durch die Franzosen verhindert wird., Die Fran­zosen besetzten auch die Post, deren Betrieb stilliegt, ferner da» Amtsgericht, bas Oberlhceum, das Gymnasium, vas Realgymnasium, die Volksschule und eine Reihe von Privathäusern. Von 7 Uhr abends bis 7 Mr morgens ist der Verkehr innerhalb bei abgesperrten inneren Teiles der Stadt verboten. Passanten, die nach 7 Uhr abends durch die Innenstadt gingen, wurden von den Franzosen mit der AufforderungHände hoch! ungehalten und auf das rücksichtsloseste durchsucht. Jeder mit einer Handtasche oder Aktenmappe »ersehene Fußgänger wurde gestern am Tage ebenfalls angehalten und aus Geld untersucht. Größere Geldbeträge wurden weggenommen. ,

Raubende u. plündernde Soldateska.

Nach einer BlSttermeldun« des Verl. Sokalanz. raubte ein Frauzökisches Kom­mando unter Führung von mehreren Offi­zieren im Rathaus von Recklinghausen für sechs Millionen Mark Schreibmaschine«.

Essen. 19. Febr. lWolff.) Leute »«r« mittag durchzog ein kleiner S«w» Be- latzungstruppen im Stadtteil Holsterhausen die Strotzen. Da die Geschäfte infolge des Protestes heute schlossen, öffneten die Sol­daten gewaltsam die Geschäftsräume und entnahmen ihnen Lebensmittel, die Re in mitgefShrts Sacke steckten.

Essen, 1». Febr. Heute morgen drangen Franzosen mit Gewalt in ein Essener Selt« kateffengeschäst ein, da» ebenso wie alle anderen Essener Geschäfte zum Zeichen des

und entfernten sich dann mit der Bemerkung, datz sie alles kurz und klein schlagen wür­de«, wenn am Nachmittag das Geschäft nicht geöffnet sei.

Französische Bestialität.

Essen, 20. Febr. Ueber die Unterbringung bet von den Franzosen gefangen gesetzten Herre» in Bredney wird berichtet: Im Bredneyer Gymnasium ist für die Gefangenen ein Raum herzerichtct worden, ausreichend für 20 Personen. Tatsächlich find aber zeitweise bis zu 50 Personen untergebracht. Ober­bürgermeister Dr. Havenstein und Bürgermeister Schäfer und andere befinden sich noch in EinzelzeLen im Rathaust z» Bredney. In diesen Zellen wurden früher nxr gewöhnliche Verbrecher eingesperrt. Schon früher bestand für diese Zelle» die Vorschrift, daß in einer solchen Zelle eine Person höchstens 24 Stunden untergebracht werden dursten, weil der längere Aufent­halt äußerst gesundheitsschädlich sei. Die Genannten sitzen schon über eine Woche in solchen Zellen.

Dortmund, 19. Febr. Wie erst jetzt besannt wird, unternahm der Generaldirektor der Deutsche» Nickelwerke, Geheimrat Fleithmann am Freitag eine Reise im Kraftwagen nach Dortmund, um sich dort einer Operation zu unterziehen. Kurz vor Dortmund wurde das Automobil von französischen Posten zum Halten gebracht. Der schwerkranke Generaldirektor wurde herauSgeholt und auf offener Landstraße aus­gesetzt, der Kraftwagen beschlagnahmt und hinwegge- führt. Geheimrat Fleithmann ist anbee Folgen dieser Brutalität gestorben.

Kenternde Poilus.

Essen, 19. Aebr. Telle des fraa^flsch«, Infauterie-Regimenis 150, das in Werde« an der Ruhr unlergebrachl war, meuterten Infolgedessen ist gestern das ganze Regiment abtransportiert morden. An seine Stelle ist das Regimen! 170 nach Werders auch von diesem Regiment hat schon ein Teil den Gehorsam verweigert.

Skandinavien und die Pariser Gewaltpolitik.

Stockholm, 19. F-br. Zu Skandinavien reze« sich immer tu dir Stimmen, welche von England ein Eingreifen im Ruhr-Ksuflikt verlangen. In Schweden traten schon seit geraumer Zeit besonders die liberale, Göteborgs Handel»tidningcn" und bie konservativ« ^Nya Dagligt Allehanda" mit Mahnrufen an England vervor. Zu ihnen gesekt sich jetzt die dänisch« Politiken", die schreibt, eine solche Intervention hätt« nicht das geringste mit Deutschfreuudlichkeit oder Franzoienfeindliwkut zu tun, sondern geschähe im ur, eigensten Interesse S»gla»dS und in dem der tanzen

Dollar (10 Mr oorm.) 22000