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aller Deutschen in eins schmelzen, und daß sie nur das herbeiführen, was ihnen am verhaß­testen ist: eine nationale Einheit, die in immer tieferen Strukturzusammenhängen unseres Volkskörpers als das formende 'Lebensprinzip durchschlägt. Mit allen Traditionen ihrer Ver­gangenheit haben sie alle Kräfte der Zukunft herausgefordert, und sie müssen unterliegen.

Schließlich aber lehren sie selbst die Welt sie so erkennen, wie sie sind. Blindlings arbeiten sie auf die Herbeiführung eines moralischen Um­schwungs hin, der auf der ganzen Linie sinsetzt und auf die große Rechnung von Versailles und Die noch unentschiedene Schuldfrage des Welt­kriegs übergreifen wird. So brechen sie selber die Weltsttuation, die sie emporgetragen, in Stücke und bereiten einem neuen Weltzusam­menhang, der weder ihre Rheinpolitik noch an« Dere Vergewaltigung mehr dulden wird, wider Willen die Bahn.

Für uns Deutsche aber bleiben sie, was sie immer gewesen sind. Sie haben schon im 17. Jahrhundert die schlimmste, die konfessionelle, Zersplitterung zu einiger Abwehr zusammenge- -führt. Sie haben in der Napoleonischen Epoche den österreichisch-preußischen Dualismus in die Einheitsfront von 1813 verwandelt. Jetzt sind

Mittwoch den

sie am Werke, das bewegende Prinzip des Klasienkompses, das für die Deutschen gefähr­licher ist als für andere Völker, in der höheren Einheit einer in allen Klassen sich solidarisch fühlenden Nation aufzuheben. Sie sind und bleiben die Erzieher zur deutschen Einheit.

Der Mißbrauch des Alkohols.

Man schreibt uns: Der Mißbrauch des Alko­hols ist aufs fchärffte zu verdammen und es wird außerdem jeder für richtig halten, daß die Heranwachsende Jugend vom Alkohol fernge­halten wird durch die Mittel der Erziehung, der Schule und der staatlichen Gesetzgebung. Aber es ist falsch und verwirrt das Bild, wenn die gute Wirkung des mäßigen Alkoholgenusses als Gefahr für Leib und Seele des einzelnen wie der Gesamtheit hingestellt wird. Absolute Zwangsabstinenz kann üben, wem solche Ent­haltsamkeit zusagt, aber man kann nicht mit Ge­walt die Bewegung durchführen und auf die Allgemeinheit ausdebnen wollen. Es würde auch eine wirtschaftliche Unverantwoi-tlichkeit sein, wenn ein großes blühendes Gewerbe, wenn die gesamte deutsche Gärungsindustrie um einer Idee willen lahmgelegt werden sollte.

1- ^*

Wir können es uns nicht leisten über 2 Millio­nen deutsche Arbeiter und Angestellte um Lohn und Brot zu bringen, aus Tätigkeiten, denen sie vielleicht jahrzehntelang ihre besten Kräfte gewidmet haben und die genau so arbeitende und schaffende Kräfte am Volksganzen sind, wie jeder andere. Gewiß: meide den Alkohol in jeder übertriebenen Form, aber lasse es dir nicht vergällen, aus völlig einseitiger Betrachtung heraus den mäßigen, auf Selbsterkenntnis be­ruhenden Genuß zu verkümmern, von dem du ganz genau weißt, daß er zur Belebung, deines Wesens, zur freundlichen Erhöhung deiner Ge­selligkeit dient.

Schicksalswende.

Fernab in diesen Tagen Don deinem kleinen Leid Und deinen Alltagsplagen, Von Klassenhaß und Streit, Fernab richt' deine Blicke Und gönne ihnen nur Als Zielpunkt: Die Geschicke Der Brüder an der Ruhr.

Sie stehn in stummer Wehre, Westfalentrutzgestrafft, Als Deutschlands letzte Ehre

' Und'Deutschlands "letzte Kraski Wenn sie den Feind bezwungen, Der Unheil bringt und Tod, Dann ist das Werk gelungen, Zu Ende unsre Not.

Wenn sie die Willen brechen, Die uns in Sklavenpein Zu schlagen sich erfrechen, Durch ihr verbiss'nes Nein, Die welsche Gier verdammen, Die unser Recht umbleckt, Dann wird von Höhen und Kämmey Ein neuer Tag geweckt.

Daß wir den Tag erleben, Daß dieser Tag uns krönt, Trotzt mit dem deutschen Leben In einer Front versöhnt.

Und st ä r k t den Rücken derer, Die vor dem Feinde stehn, Und täglich, stündlich schwerer Durch Nacht und Nöte gehn.

Ein Volk in dieser Stunde, Ein Wille sieggeschwellt, All eins in einem Bunde, E i n Deutschland vor der Welt. So nur zwingt ihr das Ende, Das uns vom Joch befreit, Bedenkt: 's ist Schicksalswende, Drum meistert Eure Zeit!

Josef Buchhorz

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