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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanau a. M.

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Nr. 35

Samstag den 10. Februar

1923

los mrlrSiIiA WWe S^anbregiment

Neue Drangsalierungen. Die Kriegsgerichte an Ser Arbeit. Entschlossene Abwehr der Arbeiterschaft.

Duisburg, 9. Febr. Die französischen Truppen sind wenig davon entzückt, daß f e, die mit der neuen Besetzung leichtes Spiel zu haben glaubten, nun auf lange Zeit hinein in einem widerspenstigen Land ausharren müssen. We­nigstens macht man sich hier Gedanken über ein von der Besatzungsbehörde erlassenes Verbot, Zivil! leider an Angehörige der Truppe zu verkaufen. Andere Soldaten lassen ihren Unwillen auf andere Weise aus. Die U n« taten häufen sich. Im Stadtteil Hochfeld sieln am 21. Januar vier Franzosen zwei ruhig ihres Weges gehende Handlungsgehilfen an, Fäusten ins Gesicht, ______ Zahn losgeschlagen wurde und gingen dann stolz auf ihren Sieg ihres Weges weiter. Am 25. Januar wurde ein dreißig­

schlugen sie mit wobei einem ein

jähriger Arbeiter auf der Ruhrbrücke von dem dort stehenden belgischen Posten nach seinem Personalausweis gefragt. Er wies ihn vor. Da­rauf erhielt er einen Faustschlag ins Ge. sicht, sein Hut fiel auf das Pflaster, er durfte ihn aufheben und weitergehen. Ein Inge­nieur wollte sich am 26. Januar mit seiner Gattin zum Restaurant zur Börse begeben, um dort wie täglich das Mittagessen einzunehmen. Dem Restaurant gegenüber befindet sich das Hauptquartier der Besatzungstruppen. Ein Be­waffneter frug den Ingenieur vor dem Restau­rantwohin?" und stieß ihn gleicher Zeit mit dem Kolben vor die Bru st. Die Antwort des Ingenieurs, daß er ins Restaurant wolle,

seinen Frau trennten, gemeinsam mit Fäusten und Waffen auf ihn einfchlugen und ihn dann blutüberströmt Vs Wackttokal schleppten. Auf sein energisches Verlanget; rief man einen Arzt herbei, auf dessen Aiwcdnung der Verletzt« mit einer starken Kopfwunde und gebrochenem kleinen Finger der rechten Hand ins Kranken­haus, geschafft wurde.

Auf der Königftraße, der Hauptverkehrsader der Stadt, rempelte abends um etwa 6^ Uhr ein Soldat einen etwa 50jährigen Mann an. Dieser sagte chm ganz höflich, er möge sich doch etwas vorsehen, worauf der Soldat blank zog und dem Manne an der linken Schläfe eine klaffende Wunde beibrachte. Im Dov­gelände der Eisenbahn beim Lokomotivschuppen haben die Franzosen Wachen aufgestellt. Wo das Bahngebiet an die Straße stößt, steht ein harmloses Liebespärchen. Plötzlich fallen zwei Schüsse, die beiden entfernen sich, es wird Men nachgeschossen, eine Kugel pfeift am Kopf des jungen Manes vorbei, eine andere trifft chn ms Knie. Acht bis zehn Franzosen umringen fhn und stoßen chm den Gewehrkolben in den Rücken. Er bleibt zwei Stunden in emem Vahnschuppen liegen und wird dann ins Krankenhaus gebracht.

Auch das deutsche Eigentum wird nicht geschont. In die Baubude der für Besatzungs- RNziere bestimmten Neubauten beim Stadt- lheater drangen in der Nacht zum 23. Januar As Soldaten ein. Sie nahmen dem deutschen Wachter, dem einer einen Revolver vorhielt, â a n t«l und M ü tz e ab und ließen auch dort fugende Arbeitskleider im Werte von etwa "000 Mark mitgehen. Den Wächter sperrten oe «m. Am 1. Februar nAirbe ein Schlosser- Welle abends 12 Uhr von einem französischen Chargierten und einem Gemeinen nach seinem f u geragt. Als er seine Brieftasche heraus- ^hi' um ihr den Paß zu entnehmen, wird ihm - N t J$c mit einem Inhalt von 12 000 Mark Riffen. Der Besitzer erhält noch einige «cylage; außerdem wird ihm seine Mütze zerrissen.

{ . ®° wird eine Stadt behandelt, deren Be- ^gung nicht einmal auf Grund des Friedens- Erfolg?fft' ^"^^" durchaus völkerrechtswidrig ,. Düsseldorf, 9. Febr. Ein älterer Schüler eines Gymnasiums streifte zufällig auf der >«;£" Schadowstraße den Aermel eines fran- akö^" Offiziers. Er entschuldigte sich sofort, d»r ro ?ff'S'er schlug ihm als Antwort M i t 'J^eitf^e ins Gesicht. Solche lander bi? ^'iten^en ^G die freien Rhein, back^v'^' 8. Febr. Ein Einwohner aus Mom- m>^' "er mit seiner Frau morgens auf dem , ye nach Mainz war, wurde in der Nähe

der Tennisplätze am Großen Sand von einer französischen Radfahrerpatrouille angehalten. Während man den Mann festhielt und mit dem Revolver bedrohte, versuchten zwei Soldaten die Frau zu vergewaltigen. Auf die Hilferufe eilten Leute herbei, woraufhin die Soldaten schleunigst diavonfuhren.

Vorgänge wie die obigen und die gestern aus Wanne gemeldeten, sind eine wundervoll Jllusttatton des Abrglaubens, an dem auch jetzt noch gewisse Leute in Deutschland festzu­halten suchen, daß nämlich der ftanzösische Ein­bruch ins Ruhrgebiet und die Schandtaten, zu denen er geführt bat, gar nicht dem ftanzösi« schen Volke als solchem zur Last zu schreiben, daß vielmehr nur Poincarè und seine unmittel­bar Beauftragten für ihn verantwortlich zu machen seien. Die ftanzösische Soldateska, die in allen Ecken und Winkeln des Ruhrgebiets jetzt nach Barbarenart haust, ist ein Teil, und zwar ein repräsentattoer Teil des französisch Volkes, das für feinen mit Bajonett und Re- volver wild um sich fchlaaenden Poilu politisch wie moralisch unbedingt haftbar zu machen ist. Die Ruhrbevölkerung, die sich dem Schreckens- regimet dieser ungemeinfriedlichen" Eroberer ausgesetzt sieht, begegnet ihnen mit dem gesun­den Haßgefühl, mit dem jedes lebensstarke Volk sich fremder Unterjochung, zumal wenn sie in so abscheulichen Formen auftritt, wie jetzt in unserem Westen, zu erwehren sucht. Und auch

nur noch ein Sckrei rot

französischen Erbfeind zu hören'fein der, da er zetzt mit keinem bewaffneten Widerstand zu rechnen braucht, sich um so nackter zeigt in der ganzen Fülle seiner Roheit.Halb Tiger, halb Affe". Und wenn selbst ein ganz und gar auf internationale Völkerverständigung eingestellter Mann, wie der sozialistische Kölner Reichstags­abgeordnete Sollmann, dieser Tage imVorwätts gestehen mußte, daß der SangSiegreich wollen wir Frankreich schlagen" erst jetzt durch das Auftreten der ftanzösifchen Besatzungstruppen am Rhein zu einem wahren Massengesang ge­worden ist, so darf man von dieser Aufklärungs- arbeit des französisch-belgischen Militarismus noch allerhand gute Früchte für den geistigen Gesundheitsprozeß in Deutschland erhoffen. Die Franzosen sorgen selber dafür, daß es mit ihnen auf absehbare Zeit keinen Frieden mehr geben kann. So hat jeder Deutsche die Pflicht, sich geistig und seelisch für den Kriegszustand fest­zumachen, den wir mit Frankreich bestehen müssen. Er ist, wie nun wohl auch dem Blin­desten offenbar wird, seit dem Einbruch ins Ruhrgebiet in das letzte entscheidende Stadium getreten.

Gewaltsame Räumung eines Land- gerichtsgesängntsses.

Zweibrücken, 8. Febr. Gestern nachmittag kurz vor zwei Uhr erschienen am Hauptportal des Land- und Amtsgerichtsgefängnisses Zwei­brücken, das eine große Anzahl Straf- und Untersuchungsgefangene der Bezirke Pirmasens und Zweibrücken enthält, ein militärisches Auf­gebot und eine Reihe Gendarmerie, und Jn- fanterieoffiziere, um das Gebäude zu requi­rieren. Nachdem entsprechende Befehle schon vor einigen Tagen ergangen waren, ohne vollzogen worden zu sein, fanden anschließend an die militärische Besetzung erneute Verhandlungen mit der deutschen Strafvollstreckungsbehörde statt, die das Ergebnis hatten, daß ein auf 5 Uhr nachmittags befristeter Räumungsbefehl erneut erging. Die Beamtenschaft lehnte ein­mütig eine Mithilfe bei der Requirierung ab und erklärte, nur der Gewalt weichen zu wollen. Die Räumung wurde daraufhin gewaltsam voll­zogen. Von 5 Uhr ab erwarteten Schutzleute, Gendarmeriemannlchvften, Kriminalpolizisten und Gefängniswachtmeister die am Hauptportal erscheinenden Gefangenen, die festgenommen und in Trupps zu zwanzig, dreißig und fünfzig Mann vorläufig in die pfälzische Gefangenen­anstalt eingeliefert wurden, die selbst am Ende ihrer Belegungsfähigkeit angelangt ist. Auf Au­tomobilen wurden Strohsücke usw. zum Unter­bringen der Sträflinge in die Anstalt geschafft. Der Abtransport dauerte bis in die Abend­stunden. Eine große Menschenmenge hatte sich

angesammelt, die schweigend das unvergeßliche Schauspiel beobachtete. Zwischenfälle ereigneten sich nicht. Den in den Diensträumen des Ge- fängnifses wohnenden Familien wurde eröff­net, daß ihre Behausungen bis Sametag ge­räumt sein müssen.

Zweibrücken, 9. Febr. Wegen seiner a b lehnenden Haltung hinsichtlich der Re­quirierung des Landgerichtsgefängnisses Zwei­brücken wurde nach derPfälzischen Rundschau" der Erste Staatsanwalt Riffel durch die Be­satzungsbehörde verhaftet und in das Landge­richtsgefängnis nach dessen Raumpng als erster Gefangener eingeliefert.

Sin Requifttivnsbefehl über Kranken­betten.

Esten, st. Febr. Der Divifionsgeneral Fourn. erließ an den Oberbürgermeister von ®ff<C einen Befehl, worin der Essener Stadtverwaltung auferlegt wird, im städtischen Krankenhau.se zu Rüttenscheid 215 Betten für verwundete oder kranke franzö­sische Soldaten und Offiziere zur Verfügung zu stellen, sowie von der französischen Militärbe­hörde auszuwählende Räume als Küche, Le­bensmittellager, Waschräume und Apotheke vollständig einzurichten. Der Befehl enthielt ganz genaue Vorschriften über die von der Stadtverwaltung zu liefernde Ausstattung der Krankenzimmer und verlangt ferner die Bereitstellung von zwei Baracken mit zur Un­terbringung von 70 Sanitätssoldaten erforder­lichen Möbeln und Schlafgelegenheiten. Fer­ner hat die Stadt ihre Einrichtungen für chirur. gische, radiologische und mechano-therapeutische Behandlung, sowie eine Kapelle und eine Leichenhalle zur Verfügung zu stellen und für genügende Beheizung und Beleuchtung sämt- * " Ml sorgen.

Angeford«- wurden weiter Paar Bett­tücher, 450 Kissenbezügè und 500 Servietten. Die angeforderte Ausstattung ist instandzu- halten, den Bedürfnissen entsprechend zu er­neuern und das Material zum Reinigen der Räume und Möbel zu liefern. Auch für die Disinfektion der Kleider und des Bettzeuges der Kranken hat die Siadt zu sorgen und für die Beerdigung der verstorbenen Kranken alles Erkorderliche zur Defügung zu stellen. Als Entschädigung wird der Stadt» falls sie es wünscht, die Summe von drei Mark pro Tag und pro eingerichtetes Bett einschließlich der in dem Befehl spezifizierten Lieferungen und Möbel gewährt, die mit den von dem französi­schen Armeearzt monatlich festzusetzenden Koeffizienten multipliziert wird. Die radiolo­gische Behandlung, die chemisch-bakteriologische Analyse, die Desinfekttonskosten, die Kosten für Waschen und dergleichen sowie die Beerdigungs­kosten sollen nach den städttschen Tarifen ver­gißet werden.

Esten, 9. Febr. Der Oberbürgermeister hat auf den Requisitionsbefehl des Deoisions- gensrals Fournier vom 5. Februar ein Ant­wortschreiben übermittelt, in dem er die an die Stadt Essen weiter gestellten Forde­rungen ab lehnt, weil der Betrieb des städtischen Krankenhauses keine weitere Ein­schränkung mehr ertrage und zwar weder Hin- sichtlicb der Räumlichkeiten, noch hinsichtlich der Aussitttungsgengenstände. Dem Antwort­schreiben ist ein Bericht der leitenden Aerzte der Krankenhäuser über die Beschlagnahme von 210 Krankenbetten in den städtischen Krankenan­stalten von den Besatzungsbehörden beigegeben.

Daß die Krankenhäuier im übervölkerten Jn- dustrierevier, zumal bei demZuflande unserer Bolts« aelundbeit. den wir unseren Feinden ju verdanken haben, für die Bedürfnisse der deutlcken Bevölkerung längst nickt binreicken, ist bekannt. Erweiterungs­bauten haben fick angesickts der katastrophalen Finanzlage der deutscken Städte verboten. Ein Drittel der Essener Krankenhäuser haben die Franzosen sckon descklagnahmt und die Kranken, auch die biohtherietranten Kinder, auf die Straße sehen lassen. Jetzt wieder 215 Krankenbetten be­schlagnahmen. bedeutet eine ebenso wirksame wie gemeine Methode, die 20 Millionen Deutsche, die eszuviel gibt, aus der Welt »u schaffen.

Dor Sem Kriegsqerichl.

Kohlen», S. Frbr. Vor dem hiesigen französischen Mil târgericht flauten gestern als die ersten Geistlichen Die evangelischen Pfarrer von B a ch a r a ck und S i in mcrn unter Anklage der Aufwiegelung, Störung der Ruhe und Ordnung und Beleidigung der Besatzung»- truppen. Das Urteil lautete gegen den Pfarrer von Bacharach aus 10 000 Mb, gegen den Pfarrer von Simmern auf 20 000 Mk. Eeldsirase.

Düsseldorf, 9. Febr. Am 35. Januar hatten die Franzvsen anläßlich der großen Kundgebungen eine Reihe Düsseldorfer Bürger kestgenommen und in» Gtfanani» geworfen. Der General gibt jetzt eine Reih« Bestrafungen bekannt. Die Bestraften werden beschuldigt, aufrührerische Rufe auSgestoßen zu haben. Drei Leute wurden »u 30 Tagen, fünf zu 15 und sechs zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt.

Mainz, 9. Febr. Vor dem frar^öftftfyen Kriegsgericht fand heute nachmittag die Der- Handlung gegen den Zolldirektor Niemann und den Finanzrat Neuenburg von Zell a. d. Mosel statt. Beide erhielten je e i n I a h r Gefäng - n i s mit Strafaufschub, weil sie es in entschiede- wer Form abgelehnt hatten, dem Befehl der französchen Behörden, die Bücher des Zollamtes vorzulegen, nackzukommen.

Mainz, 9. Febr. Dor dem französischen Kriegsgericht wurde heute gegen den Staatsan­walt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Karl Albert S ch r ö d e r, der am Tage des Thyssen-Prozesses, als in der Mittagspause die Angeklagten abgeführt wurden, einen Hochruf hören ließ, wegen feindseliger Kundgebungen gegen das ftanzösische Kriegsgericht verhandelt. Der Angeklagte, der sich durch Uebertritt ins unbesetzte Gebiet der Berbaftung entzogen hatte, wurde in Abwesenheit zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der 19jährige Ferdinand Gabriel aus Mainz- Kastell erhielt wegen Teilnahme an den Maffen- kundgebungen vor dem Gerichtsgebäude zwei Monate Gefängnis. Der 67 Jahre alte Oberpoftsekretär i. P. Friedrich Mandel aus Mainz, der bei den Kundgebungen Drohun. gen lmsgestoßen haben soll, wurde wegen feind­seliger Haltung gegen die Besatzunastrimpen zusechsMonaten Gefängnis verurteift.

Als ein französischer Geheimpolizist einen Demonstranten festnehmen wollte, kam es zu <M-f.GMMre», in deren Drsquf ein franzö- sischer Polizei-Inspektor von dem Gerichtsrese-

renbar Josef Gödecker aus Mainz einen Schlag auf den Kopf erhielt, daß er zu Bod-v stürzt«. Bei seiner Festnahme leistete ©öbetfer außerdem Widerstand. Das Urteil gegen ihn lautete unter Bejahung sämtlicher Schuld­fragen auf drei Jahre Gefängnis und 300 Franken Geldstrafe.

Verhaftungen und Ausweisungen.

Em-, 9. Frbr. Don der französischen Besatzung», bebörde sind heute der Buchdruckereibefitzer Fritz Sommer (Serien der .Emser Zeitung" und der ,Die»er Zeitung"), feinte der Schriftsteller dieser Blätter, Norbert Bruchhâuscr, nebst ihren Familie» ausgewiesen worden.

Trier, 9. Febr. Heute morgen erhielten AuS weisungbbefehlr: der Bürgermeister Oster, ferner vom Hauptzollamt Zollamtman» Robinchon und die Ober- zollsekrettre Butten, Ronde und Toffel; weiter der Realgymnasialdirektor Prof. Kirstein, der katholische R«il»ion»lebrer Prof. Eisen, bie Studienräte Schub und Christoffel, der Studienassessor Dr. Lootevitz» der Gymnasiallehrer Laa» und der Hausmeister Alt. Die Herren sollten um 11 Uhr Trier verlasse». Die Familien der Angewiesenen müssen innerhalb vier Tagen bei besetzte Gebiet verlaffen.

Dortmund, 9. Febr. Der Polizeioberkommissar Dchub, der Polizeiassistent Huck und die Polizelbetriebr- assistenten Denninghoff und Kretzschmann sind heute vormittag im Stadtteil Dorstfeld von bett Frantpscu verhaftet worden. Darauf nahm die gesamte Polizei- Mannschaft eine Entschließung an, in der gegen die Verhaftungen, die wegen Nicht,rüßen» erfolgt sind, schärfster Protest eingelegt und betont wird. daß durch da» Vorgehen der Franzosen bat Pflichtgefühl der Polizei nicht etwa gelockert, sondern eher gefestigt werde. Auch wird bie sofortige Freilassung der Der- Hasteten verlangt. _ . ..

Heidelberg, 9. Febr. Der RegierungSdirektor und Vorstand der Regier«ng»forstkaw«cr der Pfalz, Stamminger, der vor einigen Tagen trotz seine» schver- leidendt« Zustande» mit seiner Familie auf Speyer ausgewiesen worden war, ist infolge der seelischen Erregung und der bawit verbundenen Verschlechterung seiner Zustande» heute m der Heidelberger Klinik gestorben.

Weitere Truppenverstärkungeu.

DieBoff. Zlg." meldet aus Essen, daß dort für die nächsten Tage eine neue ftanjcfiu-K Division erwartet wird. Die das Blatt weiter meldet, macht sich in den letzten Tagen eine reg« Tätigkeit französischer Flieger über dem Ruhr, bezirk bemerkbar. Die Flieger machen aus ge­ringen Höhen photographische Aufnahmen d« Zechenanlagen und Gruben. Ferner dienen die Flugzeuse ouck ^ er Flugzellelpropaganda.

Dollar (10 Uhr norm.) 31000

Zeichnung für Ruhr und Rhein ist Befreiung vom Keind!