General-Anzeiger
Amtliches Organ Mr Stadt- und Landkreis Kanan a. M
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Nr. 31
Dienstag den 6. Februar
1923
M
Der Reichskanzler im Ruhrgebiet
Zusammenhatten der Abwehrfronl. — Neue Verhaftungen und Ausweisungen. — Der direkte Verkehr Frankfurt—Freiburg gesperrt.
Reichskanzler Dr. Cuno hak am Sonnlag und Monkag in Begleitung des Staatssekretärs Hamm und des Geheimrats Kemperer im Ruhrgebiet geweilt, um sich persönlich über die Lage die Wünsche und die Stimmung der Bevölkerung zu unterrichten, und um mit den Vertretern der politischen Parteien, der Gewerkschaften, Behörden und der Industrie, darunter Hugo Skinnes, Fühlung zu nehmen. Wir freuen uns über die Reife Dr. Eunos, ist sie doch geeignet, wesentlich zur Stärkung der Autorität der Reichsregierung beizutraacV. Wie uns aus Essen gemeldet wird, sind alle Besprechungen, die der Reichskanzler im besetzten Ruhrgebiet geführt hat, durchaus zufriedenstellend verlaufen und haben gezeigt, daß Reichsregierung und Ruhrbevölkerung nach wie vor bereit sind, in völliger Uebereinstimmung dem Rechtsbruch der Franzosen mit allen INilteln Widerstand zu leisten. Es wird besonders betont, daß bei Gelegenheit dieser Konferenzen von allen Beteiligten dem Kabinett Cuno das Vertrauen und das Einverständnis mit den bisher getroffenen Maßnahmen zum Ausdruck gebracht worden ist.
Rach seiner Rückkehr aus dem besetzten Ruhrgebiet wurden Dr. Euno in E l b e r f e l d, wo er eine Besprechung mit den führenden Mnnern aller Kreise hatte, von einer t L Degschenmenge lebhafte Ovationen dargebracht. Der Kanzler hielt vor dem Hotel »K«,-erhof an die Wenge eine Ansprache, in der er sagte:
großen ha »bracht,
Ich war selbst im Ruhrgebiet. Ich habe die Ueberzeugung gewonnen, daß das RLein- land und Westfalen zusammenhal' ien und den französisch-belgischen Einbruch ab- wehren werden. Das kann nur geschehen, wenn »uch das unbesetzte Deutschland mit dem besetzen Deutschland zusammenhält. Mit dem Ruse: Deutschland soll frei und unabhängig sein, das Vaterland lebe hoch! schloß die Ansprache.
Auch in Wünsier hielt der Reichskanzler aus einem Bierabend aus Anlaß der Tagung des westfälischen Provinziallandkages eine Rede, ln der er über die wirklichen Ziele der iranzösischen Politik sagte:
„Nicht finanzielle Sicherung, nicht wirtschaft- uche Sicherung Frankreichs, nicht einmal ein vmeressenausgleich der beiderseitigen Industrien und auch nicht politische Sicherung, die der von uns angebokene Rheinlandpakt gegeben hätte, war das Ziel der französischen Politik, sondern
Hand ausstrecken nach weiterem Gebiet, nach «?hlen und «oks. Darüber muß man sich klar lem, wenn man die kritische Sonde an die Ruhr- uluan legt, daß alles nichts genutzt hätte, nur eine, daß wir dem Feind gesagt hatten: iA Dazu ist der Deutsche doch noch schwach genug. Heute, da alles ge- Men ist, diesen Erfolg der französischen Po- nk zu vermeiden, müssen wir uns weiter ein- » Zusammenfinden zu selbstloser Abwehr f ranzösischen Gelüste. Wenn wir uns jetzt zusammenfinden, ist das deutsche Volk, ist «le deutsche Wirtschaft, ist das Deutsch? Reich ^f^ren. Es gibt in diesem Augenblick keine b^Politik, die die Regierung treiben wird. ».„ einzige Sonderinleresse, das ich kenne, ist Interesse in gleichem vn^ ürarmundrei ch, für Arbeitgeber «^.Arbeitnehmer. So stehen wir Schulter an 3a in notwendiger Arbeitsgemeinschaft. le Sie demVaterlandezuschwö- i E r w e r d e n d u r ch h a l l e N bis e h l e n i Der Kanzler schloß mit einem ' Lnmens der Reichsregierung an die Pro- Westfalen.
Aeiseschwierigkeiten des Reichskanzlers. k,»„?^rlin, 5. Febr. Reichskanzler Dr. Euno hat die/-""^mittag bei feiner Reife im Ruhrge- fD euien Verkehrsunfall erlitten. Der Per- nQ2^9' mit dem er fuhr, streifte um %4 Uhr ftJj’^Ss bei Westhofen in der Nähe von bi? a.n eincn Güterzug. Die Beschädigungen, der R entstanden, sperrten die Strecke, so daß keür^'â^lonzler aus einer Lokomotive zurück- èer so darin im Auto die Reise nach Mün-
Eine Rede des preutzische» Minister- präfiöenren.
, Münster, 5. Febr. Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung trat heute nachmittag in der Stadthalle zu Münster der westfälische Provinziallandtag zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, um gegen die Besetzung und die Vergewaltigung der Bevölkerung und der Beamtenschaft zu protestieren. Die Tagung wurde eingeleitet durch eine Ansprache des preußischen Ministerpräsidenten Braun, in der er u. a. ausführte:
Ich bin hierher geeilt, um Ihnen zum Beginn Ihrer Tagung die Grüße der Staatsregierung und der gesamten preußischen Volksgemeinschaft zu'überbringen, die in diesen schweren Tagen treu zu Ihnen stehen. Zu gleicher Stunde treten in Barmen die Vertreter der Ihnen jetzt in innigerer Schicksalsgemeinschaft denn je verbundenen Rheinprovinz zum Provinziallandtag zusammen, der vom Minister des Innern eröffnet wird. Die angeblichen Verfehlungen Deutschlands bei der Lieferung von Kohle und Holz, die die Reparationskommission auf Befehl Poincarès feststellte und die jetzt von den Gewalthabern Frankreichs als Rechtstitel für den Einbruch in ein friedliches Land benutzt werden, sind nichts als elende Vorwände. Ganz abgesehen davon, daß es Poincarè ein Leichtes ist, mit dem unerfüllbaren Vertrag in der Hand seinem Gegenkontrahenten jeden Tag ein
halbes Dutzend Verfehlungen in der Erfüllung uner- ^'krigcn Verhandlungen den Erfolg, dan dre Posten fällbarer Forderungen nachzuweisen, würde ihn auch «»» der Post zurnckg-zoz-n werden, das NaÄtvcr- L-ler Nachweis niwt bcrecktiaen -m dem h r ijn f »n kchrsverbot aufgehoben wird, der Tclcpbonvcrkchr m kriegerischen Vorgehen, das er beliebte. Ange- 1»«^^jWf
sichts dieses Verhaltens der derzeitigen Regierung Franzosen aus eigenen hèrkxiZufÄaffeiwèn Vorräten Frankreichs must der ganzen Welt klar werden, daß kW verpflegen. Ueber die Freigabe des Telegrammes sich fiir sie nicht so sehr um die Steigerungen der v-ekehrs ohne Visum und über me Zurückziehung der
zu bringen.
es sich fiir sie nicht so sehr um die Steigerungen der Reparationsleistungen, als vielmehr um dieFor'tsetzung jener imperialistischen Rheinlandspolitik handelt, die darauf gerichtet ist, die Rheinlande mit der kerndeutschen Bevölkerung von Deutschland loszureißen und unter französische Botmäßigkeit zu bringen. Frankreich hat dank der entscheidenden Hilfe Englands und Amerikas die militärische und politische Hegemonie auf dem europäischen Festland erlangt und strebt nunmehr auch die wirtschaftliche an. Mit großer Heeresmacht, ausgerüstet mit dllen Mitteln
moderner Kriegstechnik ist Frankreich und fein Vasall Belgien unter dem Bruch des Völkerrechts in das Ruhrgebiet eingebrochen und hat an die Stelle der Gesetzlichkeit die Willkür gesetzt und anstelle des Rechts die militärische G e - walt. Ihre zerstörende Kraft kann eine Gewaltpolitik des Militarismus durch mehr oder minder tiefgreifende Störungen unseres Wirtschaftslebens, und infolge davon zweifellos eine weitergehende Zerrüttung der Gesamtwirtschaft Europas auswirren. Was aber dieser Gewaltpolitik nicht gelingen wird und nicht gelingen kann, das ist: positive wirtschaftliche Erfolge von irgend welcher Erheblichkeit für Frankreich und Belgien selbst zu erzielen. Cs ist ein verbrecherischer Irrwahn, die schaffenden Stände eines Volkes zu Frondiensten für ein anderes
Volk pressen zu wollen. Man vergegenwärtige sich: Mehrere Divisionen kriegsgerüsteter Soldaten aller Waffengattungen fallen über eine wehrlose Bevölkerung her, schließen ein Gebiet, in dem das wirtschaftliche Herz Deutschlands schlägt, völlig ein und greifen mit roher Hand in i * '
05 schlagt, völlig ein und greifen den komplizierten Wirtschafts- t ein, restuirieren nach Kriegs-
und Verkehrsapparat ein, re1
ten Ab
aus, beschlagnahmen öffentliche Einnahmen, mißhandeln, verhaften und bestraen ihnen nicht willfährige Beamte und Angestellte und weisen sie in rücksichtslosester Weise aus ihrer Heimat aus, unterdrücken und knebeln das politische und geistige Leben, schießen wehrlose Menschen brutal über den Haufen, und das alles bezeichnet der leitende Staatsmann Frankreichs als eine „friedliche Aktion". Weiter kann die politische Heuchelei wohl kaum getrie« den werden. Nein, es handelt sich um einen brutalen militaristischen Gewaltakt, der das deutsche Volk, will es nicht zugrunde gehen, seinen einmütigen Widerstand entgegensetzen muß. Die preußische Regierung steht mit den Regierungen der übrigen deutschen Länder an der Seite der Reichsregierung in der Abwehr des unerhörten Rechts und der Vertragsbrüche, die täglich und stündlich von den, fremden Gewalthabern begangen werden. Sie wird auch alles e i n f e tz e n , um zunächst den betroffenen Provinzen und ihren schwer bedrängten Bewohnern nach Kräf- 1... in dem mit seltener Einmütigkeit m "st ' Abwehrkampf beizustehen. Der Kampf, den sie hier auf der roten westfälischen Erde werden zu führen haben, wird ein schwer, vielleicht auch ein langer und opferreicher sein. Er kann nur erfolgreich geführt werden wenn die Einmütigkeit im Fühlen und Handeln erhalten bleibt und nicht durch kommunistische und nationalistische Exaltionen und Ausschreitungen ober gar durch wirtschaftliche Brandschatzungen der schwer um ihre Existenz ringenden Volkskreije gestört wird. An der Geschlossenheit der großen deutschen Volksgemeinschaft und dem festen zähen Willen zum Widerstände, der sie beseelt, müssen und werden die verbrecherischen Pläne des gemalt-
und ihren schwer
leführten
tätigen Imperialismus Frankreichs und seiner verblendeten Machchabern scheitern.
Hierauf wurde eine gemeinsame Protesterklärung aller Fraktionen des Landtags mit Ausnahme der Kommunisten mit allen gegen drei Stimmen angenommen.
Die Sage in Offenburq.
Offenburg, 5. Febr. In den Vormittagsstunden traten die Führer der Gewerkschaften, der Angestellten- und Beamtenbünde, mit dem Oberbürgermeister zu emer Beratung zusammen, um Richtlinien für ihr weiteres Verhalten. festzulegen. Sie stellten u. a folgende Forderungen an die französische BesatzungS- bebörde .auf: Sämtliche öffentlichen Betriebe, also diejenigen des Reiches, des Landes und der Gemeinde sind von militärischer Besetzung und Ueberwachung ireizubalten. Der Verkehr auf den Straßen und Wegen muß ungehindert, auch während der Nackt, gestattet sein.- Der telepusnische Betrieb für sämtliche Zivilbthörden und Privatleute darf nicht unterbunden und das Einbolen eines französischen Visums für Telegramme nicht mehr verlangt werden. Um Unruhen zu vermeiden, sind die sämtlichen Bedürfnisse der Truppen aus eigenen, von der Besatzungsbebörde zu beschaffenden Vorräten zu decken, da die in Offenburg vorhandenen Vorräte nicht einmal für die dringendsten Bedürfnisse ausreichen. „Falls die Annahme dieser Forderungen nicht binnen 24 Stunden erfolgt, wird die Stillegung der Betriebe erfolgen."
Auf diese ultimativen Forderungen hin erklärte sich die französische Behörde zu Verhandlungen bereit, die auf nachmittags 4 Uhr im Ratbaus anzesetzt wurden. Zu ihnen erschien auch der Befeblsbaber des Brückenkopfes Kehl, sowie der Kommandant von Btra'rburg Die Vertreter der Gewerkschaften und Verbände, sowie der Oberbürgermeister bestanden strikte auf der Ec-
fülluna ihrer Fordcrunzen und hatten nach langwierigen Verhandlungen den Erfolg, daß die Posten
Posten und Wachen aus dem Baimbof und den
Werkstätten wurde abends noch weiter »erhandelt.
Die ausgefallenen Luxuszüge.
Ein französisches Ultimatum.
Karlsruhe, 5. Febr. Der Kommandeur des Brückenkopfes Kehl, General Wichel, hat gestern abend folgendes Ultimatum an die Eisenbahnbehörde gerichtet: Wenn die internationalen Züge nicht dis heute Aiontag abend 6.24 Uhr wieder laufen, wird der gesamte Eisenbahnverkehr nördlich Appenweier abge- schnürt.
Die Antwort der Reichsregierung.
Karlsruhe, 5. Febr. Um 9 Uhr abends wurden dem Kommandanten des Brückenkopfes Kehl, General Wichel, die Antwort der Reichsregierung übergeben, die besagt, daß es u n - möglich sei, die sistierten Luxuszüge z u s a h r e n. Die für 10 Uhr angedrohte Stillegung des Verkehrs auf der Strecke Appenweier—Offenburg ist bis jetzt nicht vorgenommen worden.
Eine Mitteilung dec Eisenbahndirektion Karlsruhe.
Karlsruhe, 5. Febr. Die Reichseifenbahn
sogenannte Oriente
Sommermonaten mit
direktion Karlsruhe teilt mit: x
Unter den schon ab 29. Januar ausgefallenen Zügen auf badischen Strecken befand sich auch der Skandinavien-Expreßzug. Der x p r e ß z u g, der in den dem Prager Expreßzug
bis und ab Stuttgart vereinigt gefahren wurde, mußte ab 30. Januar ebenfalls wegfallen, denn wenn wichtiger Berufsverkehr nicht mehr durch- geführt werden kann, muß es der Bevölkerung unverständlich sein, daß die knappen Kohlenvorräte zur Führung reiner Ausländerzüge verbraucht werden. Diesen vorübergehenden Ausfall des Orientexpreßzuges benützte nun die französische Regierung, um ihre beträchtliche Erweiterung des Kehler Brückenkopfes und die Besetzung der Bahnhöfe Appenweier und Offenburg durchzuführen und die Strecke Appenweier—Offenburg zu besetzen, falls der Orient- expreßzrig nicht mehr gefahren werde.
Die Reichsbahndirektion wird dafür sorgen, daß der Verkehr nach Durchführung der französischen Gewaltmaßnahmen bis möglichst nshe an die Grenze des Gebietes durch Pendelverkehr aufrecht erhalten und daß, wenn möglich, durch Kraftwagen eine Zwischenverbindung geschaffen wird. Der Güterverkehr, insbesondere auch der Milchverkehr, wird durch Umleitung ausreichend bedient, und es wird dafür gesorgt werden, daß keine erheblichen Verzögerungen in der Beförderung eintreten. Die Regelung im Einzelnen wird bekannt gemacht, sobald die
Wirkung der ftanzösischen Zwangsmaßnahmen feststeht.
Derhaflunaen und Ausweisungen.
Essen, 5. Febr. Polizeivräsident Dr. Mel« ch e r ist heute morgen 8 Uhr im Polizeipräsi« dium von der französischen Besatzungsbehörde verhaftet und zunächst nach Bredeney zu einer Besprechung fortgefiihrt worden. Der Vorfall führte sich folgendermaßen ab: Für gestern nachmittag 3 Uhr erhielt der Polizeipräsident eine Vorladung nach Bredeney, um sich wegen der Weigerung, das Grußverbot aufzuheben, zu verantworten. Der Präsident erklärte, der Aufforderung nur dann folgen zu können, wenn er zu einer wichtigen Besprechung eine halbe Stunde später zurück sein könnte. Diese Zusicherung konnte nicht gegeben werden, worauf er es ablehnte, nach Bredeney zu fahren; er erklärte sich aber zu einer Besprechung in seinem Dienstzimmer bereit. Abends erhielt er eine neue Aufforderung, heute früh 9 Uhr nach Bredeney zu kommen, die gleichfalls abgelehnt wurde. Heute früh kurz vor 8 Uhr erschienen zwei Kraftwagen, ein Personenwagen und ein unbedeckter Lastkraftwagen, worauf sich etwa vierzig französische Soldaten befanden. Ein französischer Hauptmann und ein Dolmetscher verlangten den Präsidenten zu sprechen und erklärten, ihn zur Besprechung um 9 Uhr nach Bredenen abholen zu müssen. Der Hauptmann sagte, wenn der Präsident nicht freiwillig mitkomme, müsse er Waffengewalt anwenden. Der Präsident erwiderte, daß er der Gewalt weichen müsse. Der Polizeimannschaft hatte sich eine ungeheure Erregung anläßlich dieser Vorgänge bemächtigt. Die Beamten wollten ihren Präsi- öenten unter feinen Umfâiüen Mifützren lassen, doch mahnten die Voraesebten zur Besonnenheit und Ruhe. Der Präsident verabschiedete sich. Er wurde in dem Personenkraftwagen, dem das Lastauto mit den Soldaten folgte, zunächst nach Bredeney fortgeführt.
Essen, 5. Febr. Poliieünspcktor Nciffknrath und Polizeimajor Secaer in Herne sind verhaftet worden, weil sie dem Befehl der Griisi^flickt nickt nachkamen. Ebenso ist ein Beamter der Effener Schutzpolizei wegen Nichtgrüsiens festge'etzt worden.
Koblenz, 5. Febr. Die Rbeinlandkommiisson baj nunmehr sämtliche Referenten des Ein- und Ausfuhr, amts in EmS mit sofortiger Wirkung ausgewiesen, nämlich Walter Friedrich, Hans König, Hurlmgen Dvy, Schulter, Albrecht, Doescher, v. Rosenberg, Littke, Klinke, Rademacher, Hahn, die Fräulein Lindner, Bu'entzen, Ezischle und Klarcnaar.
Mainz, 5. Febr. Ausgewiesen wurden neuerdings von der Elsenbahndirektion Mainz Geh. Re> gierungsrat Schneider, Oberregierungsrat Großpiet'ch, Regierungsrat v. Beck und Regirrungsbaumeister Zissel ferner der Direktor der hiesigen Oberrealschule, Dr Kalbfleisch und vom Polizeiamt Mainz Pollzeikommiffm Haußerer.
Autzerbelriebfetzung Ser Grenz- JoUSmler.
Berlin, 6. Febr. Vom Hauptzollamt Alten» kirchen wurden Oberzollinspekior Bcitziiiski, Oberzoll- inspckror Peterien, Oberzolliekrctâr Sindel, Oberzvll- sekretär Etaskiewitich, Zoüaffiüent Siebert, Zolljuper- nunterar Beutnaael au»,ewiesen. — Nachdem cs den Belgiern nicht gelungen ist, die deutschen Zollbeamte jur'Erhebung der Zölle zu zwingen, wollen sie jetzt an. scheinend sämtliche Grenzämter außer Betrieb setzen und die Zölle, durch belgische Beamte erbeben lassen. Die Holländer haben die Grenze durch hohe Drahtzäune abgesperrt, 10 an der neutralen Straße bei Aachen. — Gewaltsam ausgewiesen wurde Obcrzoll- sekretär Kiel vom Hauptzollami Eleve und Oberzoll, sekretär Dielen vom Zollamt Haffum.
Sine neue Verordnung der Rhein- lanökommijsivn.
Nach einer Meldung aus Koblenz hat die Rhein- landkvmmission eine neue Verordnung erlassen, die alle Beamten, «ngest-llten und Privatpersonen besonders in Schutz nimmt, die sich den Befehlen der Reichs- und Landesregierung widersetzen^ und den Lpczialverordnnngcn der Rheinlandkommisuon unterweis««. Wcr durch Zwang, Drohung usw. die Beamten, Angestellten oder Privatpersonen vom Gehorsam gegen die Berorouungen der Kommiiston ab« wendet, wird mit Gelrstrafcn bis zu 50 Millionen Mark und Gefängnis bis zu 5 Jahren bestraft.
Konirolle der Personenzüge.
Essen. 5. Febr. Rych einer neuen Verordnung der Vefntzungsbch cde sollen nunmehr an den könkroW«6snen auch die Personen- und Scht,«Kzüge in Ä« Richtungen anhalte«.
Dollar (10 Uhr vorm.) 49-41000
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Ruhrschicksal ist Deutschlands Schicksal! Darum gebt zum deutschen Dolksopser!