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Samstag den 3. ^âvâr

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Fulva, 2. Febr. In der Disziplinarsache Men den Eisenbahnbeamten Mihm fand am zg Januar vor dem Reichsdisziplinarhof in Ltipzts Termin statt. Die eingelegte Berufung Aurde verworfen; das Urteil lautet auf Dienst- entlassunz. Mit Rücksicht auf die zahlreiche Milie des Angeschuldigten und die unsicheren virtschaftlichen Verhältnisse werden für die nächsten zwei Jahre 4/» und für weitere drei Jahre */ der gesetzlichen Pension gewährt.

Aufenau, 3. Febr. Die Gemeinden, welche Waldungen besitzen, haben gegenwärtig gute Einnahmen zu buchen. So löste dieser Tage die hiesige Gemeinde für Holz 30 Millionen Mark, jie Nachbargemeinde Neudorf konnte vor kurzer Zeit 7 Millionen Mark einnehmen. Sie beab­sichtigt damit ein Schulhaus zu bauen, damit ihre Kinder, die in Aufenau die Schule besuchen müssen, nicht so oft wegen Hochwasser den Unterricht zu versäumen brauchen.

Gaffel, 2. Febr. In der Nähe von Möllers Mh wurde die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, das sich erschossen hatte. Eine son­derbareArbeitsstätte" hatte sich ein Spitzbube ausgesucht, der im Fasanenhofgebäude Blei­rohre zu stehlen pflegte. Bei einer dieser Raub­fahrtenbeehrte" er einen Wassermeßschacht mit seinemBesuch" und wollte dort die Armaturen abknöpfen. Hierbei wurde er aber von der Nachtwache überrascht. Da er sich weigerte, dasVerließ" zu räumen, drehte man das Wasser an, so daß der Dieb dem Ertrinken nahekam und es vorzog, sein nasses Versteck aufzugvben und sichan Land" zu retten. Nach­dem man dem pudelnassen Uebeltäter einen empfindlichen Denkzettel verabfolgt hatte, wurde er der Polizei zugeführt.

Rinteln (Grafschaft Schaumburg), 1. Febr. Ein nicht alltägliches Opfer zugunsten der Ruhrspende brachte ein hiesiger Gastwirt, der wegen seiner Körpergröße besonders in Turner­kreisen unter dem NamenHerkules" bekannt ist und einen mächtigen Schnurrbart sein eigen nannte. Als er vor einigen Abenden am Stammtisch für die Ruhrspende warb, stellten einige Spaßvögel hohe Summen in Aussicht, wennHerkules" seinen Schnurrbart opfere. Herkules" wartete, bis 40 000 Mk. zusammen waren, dann nahm er die Wette an. Am an­dern Tage fiel seine Manneszierde dem Messer des Bartschabers zum Opfer, dann konnte er '40000 Mk. zur Sammelstelle bringen.

vbersuhl, 1. Febr. In einem Anfall geistiger Umnachtung machte der hiesige Zugführer a. D. Loh. Killmer durch Erhängen seinem Leben ein Ende. K. litt schon seit Jahren an einer schwe­ren Nervenkrankheit. Als er den verhängnis­vollen Schritt tat, war die Familie gerade mit den Vorbereitungen zur Hochzeit der ältesten Tochter, die am folgenden Sonntag hatte statt«

Darmstadt, 2. Febr. Der Evangelische hier zum erstenmal im Landessynodalgebäude Landeskirchentag für Hessen, der vorgestern zusammentrat, faßte folgende Entschließung: -Der Feind steht in unserer geliebten Heimat. Französische Bajonette regieren im Ruhrgebiet. Das Gewissen der ganzen Christenheit rufen wir auf, daß es mit uns gegen die unserem Solle angetane Schmach protestiert. An euch, Deutsche aller Schichten, wenden wir uns, zeigt daß ihr Deutsche seid! Euch evangelischen Glaubensgenossen im besetzten Gebiet gilt unsere Teilnahme und unser Gebet. Der Herr ei euch Schutz und Schirm! Uns kann nichts kennen! Wir halten fest zusammen in dem Drost und Trotz unseres evangelischen Glau­

Eifenbahn-SieUwerk.

Die Franzosen haben sich das so einfach ge« ""äst, den Eisenbahnbetrieb des Ruhrgebiets die eigene, im Zugreifen sonst recht wenig ^gerade Hand zu nehmen. Sie werden wohl rasch die Finger davon lassen. Das Ruhrgebiet der komplizierteste Verkehrskomplex der Welt. JUr an ein paar Stellen des ungeheuren Orga­nismus Unordnung und der ganze Organis- versagt. Der Laie hat ja gewöhnlich auch ncht die entfernteste Vorstellung vom Betrieb n i'lch einem Verkehrszentrum. Artur Fürst, 'fr die großen Werke über die Eisenbahn ge« ch^ben hat, schildert einmal in einem kleineren ^ucheDas Reich der Kraft" (Vita, Deuffches -verlagshous, Berlin), was in einem fogenann- Stellwerk vorgeht. Man braucht nur diese

Skizze zu lesen, um eine Ahnung von Ungeheuren Schwierigkeiten des Eisenbahn- etnebes zu bekommen.

"Droben auf seinem Turm", so schreibt der ^siasser,steht in reiner, einsamer Höhe der 'oatBärter. Durch die Fenster des Stellwerks erblickt er weithin sein Herrschaftsgebiet. Aus euer Feme laufen die von nimmer müden Zugochsen schimmernd polierten Silberbäuder in H er Schienenpaaren heran, um sich wieder o^^vue Ferne zu verlieren. Bevor aber die reinen Linien, die von Süden heran- sf>â^u>cn sind, im Norden wieder in gleicher und Klarheit davonziehen, haben sie sich

tolln * wviui,ijvu. vUVvll[)ivy»|i; yuvvii 11 v |luy [; Nuß im Bruchgebiet in ein Geflecht n & r Arme aufgelöst, die herüber und hinüber z durcheinanderschießen, sich kreuzen, über- neiden, das Schienengewirr eines großen ^dnhofs bilden.

ist das Herrschaftsgebiet des Mannes "den auf dem Stelllverksturm. Seine , dieses schwächliche Gebilde aus Fleisch - führt die ungeheueren Schnellzug.

^E mit ihren zwölfhundert Pferde- ftj°? sind der Last eines ganzen D-Zuges am auf E.^'ues Turmes ohne Halten vorbeistürmen ihrer Bahn, sie zwingt den hundert Achsen

bens:Und wenn die Welt voll Teufel wär', es muß uns doch gelingen!"

Hann.-2Uünden, 2. Febr. An der hesiisch- naffouischen Polizeischule wurde in einer Ver­sammlung der zur Zeit hier Kommandierten aus Frankfurt, Hanau, Cassel usw. eine Ent­schließung gegen den Einbruch der Franzosen und eine Sympathiekundgebung für die Kame­raden im Ruhrgebiet angenommen. Dieselben Schupoleute sammelten für die Notgemeinschaft der Alten und Bedürftigen Mündens 54 000 Mark und dazu die Beamten monatlich laufend 8000 Mark.

Freiburg L B., 2. Febr. Als am Samstag abend der Bahnarbeiter Janser aus Schallstadt im Begriff war, einem Reifenden, der sich ver- fnätet hatte, eine Abteiltür auf der nicht zum Einsteigen bestimmten Seite des nach Freiburg fälligen Personenzuges zu öffnen, brauste ein Eilgüterzug auf dem zweiten Geleise heran und schleuderte Hanser bei Seite. Er erlitt dabei schwere Verletzungen, denen er am Sonntag in einer Freiburger Klinik erlag. Der Reisende, ein Schneider aus Freiburg, dem Hanser aus Gefälligkeit behilflich sein wollte, fiel zwischen die Puffer des ausfahrenden Personenzuges, blieb aber wie durch ein Wunder unverletzt. Er besaß die Besonnenheit, sich zwischen den Schienen zu Boden zu drücken, sodaß der Zug über ihn hinwegging, ohne ihm irgend welche Beschädigungen zuzufügen.

Aus a!ler Mett.

Das Grubenunglück bei Veuthen.

Das Unglück auf der Heinitzgrube ist wohl hinsichtlich der Todesopfer das größte Deutsch­lands. Bis jetzt sind 116 Tote geborgen, 57 Bergleute werden vermißt, über deren Schick­sal man nichts sagen kann. Die Rettungs­arbeiten werden fortgesetzt. Die fehlenden 57 Bergleute liegen in einem noch immer stark vergasten Arbeitsfeld in der Nähe der Unfall­stelle. Die Belegschaft der Gr>be, die der Berg­werksgesellschaft Georg von Giesches Erben ge­hört, zählt rund 3000 Mann, von denen 1947 unter Tage beschäftigt sind. Das Unglück er­eignete sich, wie jetzt feststeht, auf der 66Ö Meter- Sohle und zog zwei Steigerabteilungen in Mit­leidenschaft, so daß ursprünglich 600 Mann ge­fährdet waren. Von diesen konnten sich jedoch zahlreiche retten. Bei vielen leblos aufgefun­denen Arbeitern hatten Wiederbelebungsver- fud)e Erfolg. Vor dem Grubenhof und im Knappschaftslazarett sowie vor den Leichen­hallen des Krüppelheims und des städtischen Krankenhauses, wohin die gasvergifteten Toten geschafft wurden, spielen sich herzzerreißende Szenen ab. Die Frauen schreien nach ihren Männern, die Kinder nach ihren Vätern. Große Not ist in zahlreiche Familien eingezogen, da ËMOMM* angenen Gase ergab 0,05 Sauerstoff.

Von Ler Kinobühne.

* 3m Modernen Theater wird seit Freitag ein Film gezeigt, der wegen seiner Bedeutung über die Beurteilung derScyuldfrage" und den wirtschaft­lichen Kampf des deutschen Volkes weiteste Kreise interessieren dürfte. Es ist ein Film von wunder­barer Schönheit, der uns an den großen Gescheh­nissen der Weltgeschichte die vernichtende, aber auch menschliche Auffassung läuternde Wirkung aller großen kriegerischen Entwicklungen wuchtig und überzeugend vor Augen führt. Außerordentlich packende Bilder führen uns zurück in die Zeit der Kämpfe zwischen Cimbern und Teutonen und den Römern, wir erleben den furchtbaren Endkampf OHMHnaaaraaM»mraiw»mti^^

langen Güterzug an einer bestimmten Stelle unter zornigem Dampfpusten und unwilligem Bremsenknirschen haltzumachen, sie erteilt durch eine gnädige Bewegung dem vollbesetzten Per- onenzug dre Erlaubnis, die sehnsüchtigen Men- chen aus der dunklen Bahnhofshalle hinauszu- ragen in den Sonnenschein und in die Welt jort weit, weit hinter dem Saum des Waldes, )er die silbernen Schienenbänder in fein Dun­kel aufnimmt.

Es sind vier enge Wände, zwischen denen der Stellwerksmann haust, aber sie umschließen das Schicksal Unzähliger. In dem schmalen Raum wird über das Leben all derer gewacht, die vertrauensvoll und ohne Kenntnis der für sie getroffenen Sicherheitsmaßvegeln am Turm vorbeifahren.

Der Mann im Stellwerk? Er ist es nicht so sehr, der das Lob beanspruchen darf, wie das Stellwerk selbst. Es ist ein mehrere Meter lan­ger, grün angestrichener Kasten, aus dem eine Unzahl elektrischer Kontaktknöpfe herausgucken. Bald sind sie leuchtend gelb von blankem Messing, bald weiß mit einem roten oder grau mit einem blauen Strich; über und unter und neben ihnen aber gibt es noch ebensoviele runde und eckige Feiffterchen, hinter denen abwech- elnd bald schwarze, bald rote, weiße und ge« freiste Scheiben erscheinen. Und in diesem Ap- mrat, hinter den mit Kunstschlossern und amt« ichen Plomben feierlich verschlossenen grünen Wänden poltert und rumort es unausgesetzt, auch wenn keiner der Knöpfe berührt wird, es knackt und knickst und klingelt.

Aber dieses ganze ungeheure Wirrsal ist genau das Gegenteil von dem, was es scheint; es ist die Körper gewordene Ordnung. Denn die Hand des Wärters kann viel bewirken: Sig­nale stellen, Weichen verschieben, Scheiben und Laternen drehen auf einem Gebiet, soweit das Auge reicht sie kann nur eins nicht: nämlich einen Fehler machen.

Soweit menschliche Künste gehen, ist in solch ein modernes, elektrisch betriebenes Stellwerk nicht nur die Bedienuna, sondern auch die

der Karlager gegen das übermächtige, neidische Rom, den römischen Triumphzug und das Gast­mahl Alexanders, alles geschichtliche Tatsachen, die angesichts der von uns zu tragenden Sklaven­ketten von Versailles eine eindringliche Sprache reden, die uns immer wieder mahnen: Ein Volk, das seine Heimat nicht ehrt, ist reif für den Unter­gang. Der Film verdient größte Bedeutung.

Spvrt-Aachrichten.

Hanau 93 Turn- und Spork-Vergg. 1860. (Entscheidungsspiel d. Mittelmaingau-Meisterschaft.)

Wie bereits angekündigt, treffen sich morgen nachmittag 2 Uhr auf dem 93er Platz an oer Schönen Aussicht die Ligareserven beider Vereine. Dieses Spiel entscheidet die Meisterschaft der Liga­klasse 2 des Mittelmaingaues. Es sind also für bethe Mannschaften Voraussetzungen gegeben, die das Einsetzen alles verfügbaren Könnens nicht nur er­fordern, sondern in jeder Beziehung verlangen. Beide Mannschaften verfügen über nur gutes Mate- rial. Die dritte Mannschaft von Hanau 93 spielt bereits um %2 Uhr gegen die gleiche der Turn- und Sport-Vergg. 60 auf dem Platz an der Blücherstraße.

Hanau Viktoria 94 : Südmainmeister 21/22 V. f. L. Neu-Isenburg.

Die Hälfte der Einnahme für die Rührbergleute.

Wie wir schon kurz berichtet, findet morgen nach, mittag %3 Uhr auf dem Viktoriasportplatz ein Treffen von wirklicher Bedeutung statt, einerseits um die Spielstarke des Nordmainkreises und anderer­seits bis des Südmainkreises richtig würdigen zu können. Das Spiel der Gäste selbst wird zweifellos auf einer hohen Stufe stehen, deutet doch das Re- sultat vom vergangenen Sonntag gegen den Alt­meister Eintracht 3:3 darauf hin. Die Gäste spielen in folgender Aufstellung: Heil; Koob, Bollbach; Otto, Eck, Fäßler; Greuling, Römer, Schnell, Spamer, Anthöfer. Dies ist die zur Zeit stärkste Elf, welche V. f. L. stellen kann. Möge die 94er Spielleitung daraus die nötigen Konsequenzen ziehen und die am vergangenen Sonntag gemachte Erfahrung mit den jungen Kräften gut verwerten. Da auch Die Hälfte der Einnahme für das Ruhrgebiet zur Verfügung gestellt wird, sollte kein Freund des Rasensportes es versäumen, sich das Spiel anzusehen.

Spielbelrieb der Hanauer Viktoria 94 am morgigen Sonntag.

1. Jugend 94 : 1. Jugend V. f. L. Neu-Isenburg. Beginn des Spieles um 1 Uhr auf dem Bik- tariasportplatz.

Ib. 94 : Fußb.-Abtlg. der Turngemeinde in Damm. Absghrt der Mannschaft 12.20 Uhr ab Ostbahn- bof. Die Spieler sind 'angewiesen, rechtzeitig am Bahnhof anwesend zu sein.

3. Mannschaft 94 : Sportverein Offenbach in Offen­bach. Abfahrt 9.40 Uhr morgens Obstbahnhof. Auch hier wird erwartet, daß die Spieler voll­zählig sich am Bahnhof einfinden.

Turn- und Fechtklnb (3tigenb) Turnver. Offen­bach (Jugend).

Kommenden Sonntag nachmittag 2 Uhr spielt die 1. Juaendmannschaft gegen die gleiche des Turn­vereins Offenbacb. Das Spiel findet auf dem Sport­platz des T. F. E. (Waldesel) statt.

Vereine, Der «mrn-un,reu.

* Verein ehem Kameraden der BerkehrS- truppen. S<m>«t«g den 3. Februar, 8 Uhr abend?, Monatsversammlung im VereinSla'alRestaurant Krieg", Sandeldamm 12. 196

* 1. Hanauer Dchwimmvcrcin 1918. Mitt­woch den 7. Februar 1923 Monatrversammlung im Ver- cinSlokal (Rest. Krieg"). Erscheinen unbedingt er- forderlich. Anfang *,29 Uhr. 235

* BühuenvolksSund. Kartenabflibe und Bei­tragszahlung für Gruppe A Montag, 5. 2., für Gruppe B Dienstag, 6. 2., jeweils 12 Uhr nach in. intElefanten". 2g7

* Brieftauben - Club Hanau. Montag den 5. Februar, abends 8 Uhr, wichtige Monats- Versammlung imLöwengärtchen" (CinblokaU. Verteilung der Preisgeloer und Ringabgave. Der Vorstand. 2227 wmmimMmirw,»»^^

Sicherheit des Bahnhofs gelegt. Ganz unmög­lich ist es dem Wärter, zwei Signale zu gleicher Zeit zu ziehen, die einander kreuzende Geleise bewachen. Er kann dem durchlaufenden Schnellzug nicht freie Fahrt geben, wenn er nicht vorher dem Rangierzug den Zutrift zu der Fahrbahn des durchlaufenden Zuges gesperrt hat. Er vermag nicht dem im Bahnhof war­tenden Personenzug, der zur nächsten Station will, sein einflügeliges Abfahrtsignal zu geben, wenn nicht sämtliche Weichen für die Fernfahrt richtig gestellt sind, und er kann dem folgenden Leerzug das zweiflügelige Signal erst geben, wenn er vorher sämtliche Weichen so gelegt hat, daß der Schienenweg auf das Aufstellgleis führt.

In dem grünen Stellwerkskasten sitzt mit hellen Augen ein kleines Geistchen, das Exakt­heit heißt und sich durch kein Lokomotivgebraus, kein Knacken unb Klingeln beirren läßt. Wenn der Wärter einen falschen Griff tun will, hält das Geistchen den elektrischen Strom gleich auf und läßt ihn nicht die gefährliche Bahn laufen. Wenn der Wärter dem durchrasenden Schnell­zug das SignalFreie Fahrt" gegeben hat, so erlaubt der Geist des Stellwerks nicht mehr, daß an irgend einer Weiche etwas gestellt wird, die zur Fahrstraße dieses Schnellzugs gehört. Er gestattet aber auch nicht eher, das Schnellzugs- signal zu ziehen, bis alle zugehörigen Weichen richtig liegen. So schafft er gottgewollte Ab­hängigkeiten, die hier einmal sehr gute Wir­kung üben.

Es ist der Grundgedanke der Stellwerks­anlagen, alle auf denselben Kreuzungspunkt führenden Signalen und Weichen in Abhängig­keit voneinander zu bringen, sodaß ein Zusam- mentreffen von Zügen ober Zugteilen an die­sen Gefahrpunkten ausgeschlossen ist. Wenn dort hinten am Waldsaum jenes hochragende Signal gezogen ist, so kann man sicher sein, daß der Flügel hier oicht am Stellwerk auf Halt steht, denn die beiden sindfeiirdliche Signale", die ihnen zugehörenden Gleise führen aus zwei Richtungen auf denselben Strang. Die groß- artiafte ^Borsicktsmaftreael aber ist die Sahr»

* Notburgaverein. Morgen um ^7 Uhr gem. bl. Beichte und Kommunion; nackniittagk um 5 Uhr Versammlung. 231

* JugendLbteilung der M. A.-E. Morgen um 'Ml Ubr ist Versammlung. 283

* Vogelsberger Höhen ° Club (V. H. E). Montag den 5. d. M., abends 8 Uhr, Monatsver­sammlung bei Mohr. Tagesordnung: Denkmal für die gefallenen V. H. C.-Brüder auf der Herchenhainer Höhe. 284

* Stabsport - Verein Möbe. SamStag den

3. Febr., abends 8 Ul r, Versammlung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 22g

* SportclubEiche 0t- Hanau. Das Winter- sportfest in Kl.-Ofiheim findet vorläufig nicht statt, worauf wir die gemeldeten Mitglieder «ufmerksa» machen. 232

* Hundefrennde e. V. Platzumbau. 238

* Marienkirchenchor. Uebungkstunden fortan Montags. Großer Vorbereitungen halber regelmäßiger Besuch dringend erforderlich. Sängerinnen 8 Uhr, Sänger */29 Uhr. 236

* t. H. F.»El. 93. Sonntag vormittag */, 10 Uhr dringende Sitzung sämtlicher Ausschüsse im Ler­einslokal.

Sprechsaal.

(Unter Verantwortung des Einsenders.)

Berechtigte Klagen der Steuerpflichtigen!

Aus allen Bevölkerungskretsen werde* Klagen laut, daß man das Finanzamt in das äußerste Außenviertel der Stadt verlegt hat. Diese Klagen sind voll und ganz berechtigt. Das Finanzamt ist zwar den Steuerpflichtigen insofern etwas entgegengekommen, als es eine Hebestelle in die Jnfanteriekaferne gelegt hat, leider ist aber diese Hebestelle nur berechtigt, Einkommensteuern einzuziehen, während alle übrigen Steuern nach wie vor an das etwa drei Viertel Stunde vom Zentrum der Stadt entfernt liegende Finanzamt bezahlt werden müssen. Nicht allein die Bezahlung der Steuern raubt jedem Beteiligten empfindliche Zeit, son­dern auch die Abgabe der Erklärungen und Rückfragen zwingen fast jeden Steuerpflichtigen, das Finanzamt aufzusuchen, was besonders bei den bevorstehenden Einkommen- und Der- mögenssteuer-Terminen wieder der Fall ist. Mit Rücksicht auf die hohen Löhne und die da­mit bedingten Unkosten, die durch den weiten Weg nach dem Finanzamt den Arbeitgebern oder Arbeitnehmern verursacht werden, würde es allgemein mit Freuden begrüßt werden, wenn man sich entschließen wollte, eine sich immer mehr auswachsende Behörde, wie das Finanzamt, in das Zentrum der Stadt zu ver­legen. Zweifellos ist die Jnfanteriekaferne die geeignetste Unterkunft für ein Institut, wie das Finanzamt. Hier finb zurzeit Behörden un­tergebracht, die gewiß mit der gleichwertigen Unterkunft des Finanzamtes tauschen würden, ohne empfindlichen Schaden für das Publikum zu verursachen. Die^ in vorgenannter Kaserne untergebrachten Behörden, mit Ausnahme^ der Polizei, die natürlich im Zentrum der Stadt bleiben muß, werden non Arbeitgebern als auch von Arbeitnehmern nicht in dem Maße in An- spruch genommen, wie dies bei dem Finanzamt der Fall ist.

Hoffentlich prüfen die zuständigen Behörden diese Angaben recht eingehend; sie dürfen über­zeugt sein, daß sie bei Erfüllung die Dankbarkeit der gesamten Einwohnerschaft ernten werden.

Schließlich sei noch bemerkt, daß die in der Jnfanteriekaferne untergebensten Familien, nach Freiwerden der Räume des Finanzamtes zweifellos auch dort untergebracht werden könnten. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Einer für Viel..

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straßensicherung, jene Einrichtung, die alle zu einer Fabrstraße gehörenden Weichen fest ver­riegelt hält, solange das zugehörige Signal ge» zogen ist. Man kann die Unzahl der Knöpfe, Hebel und Griffe, die zur Herstellung einer langen Fahrstraße dienen, kaum übersehen. Die Lust am Eisenbahnfähren mürbe einem nach solchem Besuche gründlich vergehen, wenn man nicht den Geist des Stellwerks tätig wüßte. Denn so viele Knöpfe, Hebel und Griffe, so viele Gefahrenquellen würde es geben, wenn der Wärter alles nach freiem Ermessen betätigen könnte. Da verläßt man sich schon lieber auf diesen eisernen Geheimkasten, wenngleich er leider, wie wir wissen, einmal versagen kann."

Die Männer an der Ruhr.

Droht nur, ihr Zwingherr'n mit Gewalt, Mit Kriegsgericht und Kerker!

Wie schneidend eure Peitsche knallt Der deutsche Geist ist stärker.

All eurer Macht vereinte Wut, Fußvolk, Geschütz und Donner, Zerschellt am ungebroch'nen Mut Der Männer und Bekenner.

Sie trotzen, wehr- und waffenlos, Dem Stiche wie dem Schliche;

Ist keiner, der vor eurem Stoß Geduckt beiseite wiche.

Ob ihr sie martert und zerbrecht Sie lassen sich nicht biegen. Hie deutsches Vaterland und Recht! Und deutsches Recht wird siegen.

Nur wer das Höchste wagt, gewinnt.

Wir folgen froh, wir wissen: Es führt, wo solche Führer find, Ein Weg aus Finsternissen.

Ein Stern steht überm Wetterhaus.

Wie wild die Wogen treiben. Wir jauchzen in die Nacht hinaus: Das Reich muß uns doch bleiben!

Pandur.