Einzelbild herunterladen
 

wr. zs

5 reifern xcn r. Februat

«c' . 3

An die LanLwir'e Kurhessens!

Unsere unersättlichen Feinde, Franzosen und Belgier, haben es gewagt, den lang gehegten Plan, das industrielle Herz Deutschlands zu be­setzen, zur Ausführung zu bringen. Gegen Recht und Friedensvertrag sind sie in das Ruhr­gebiet eingedrungen und drangsalieren daselbst die friedliche Bevölkerung mit brutaler Gewalt und hartem militärischem Zwang. Wie ein Mann hat sich die gesamte Bevölkerung gegen das Unrecht erhoben und fudjt in geschlossener Abwehr und herrlicher vaterländischer Haltung die Absicht der Feinde zu vereiteln. Ihr fester Wille, in diesem so frevelhaft heraufbeschwore­nen Kampf nicht nachzugeben, bedarf der Stütze aus dem ganzen Reich. Unsere Brüder an der Ruhr müssen wissen, daß ganz Deutschland hin­ter ihnen steht und dafür sorgen wird, daß sie und ihre Familien nicht Hunger leiden werden!

Landwirte, unsere Aufgabe ist es, zu diesem Zweck in erster Linie Lebensmittel zu spenden, soviel als ein jeder in seiner Wirt­schaft nur entbehren kann. Haben wir auch zum Teil eine schlechte Ernte und sieht mancher mit Sorge in die Zukunft, für unsere mannhaften Brüder an der Ruhr muß jeder Landwirt und jede Landfrau etwas übrig haben. Spendet alle und svendet freudig, denn es steht für das deutsche Volk das Letzte auf dem Spiel!

Bringt Eure Liebesgaben zu den Sammel- stellen, die in jedem Kreise von den landwirt­schaftlichen Organisationen einsierichtet werden!

Wir vertrauen auf Eure Hilfe, die mit dazu beitragen wird, daß Deutschland in Wahrheit wieder frei werde.

Die Landmirtschaftskammer für den Regie­rungsbezirk Cassel, von Keudell.

Kurhessischer Landbund. Schmidt.

Heffischer Verband ländlicher Genossenschaften Raiffeisenfcher Organisation. Schüler.

Kurhessischer Bauerverein. Bispinck. Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften für den Regienmqsbezirk Caffel und angrenzen­der Gebiete e. V. Böhm.

Verband ländlicher Hausfrauenvereine für den Regierungsbezirk Caffel. Fides v. d. Malsburg.

Landkreis Kanan.

Etulkonzert der Bruchköbeler Feuerwehrkapelle.

» Bruchköbel, 30. Jan. Bruchköbel ist von jeher der Ort ernster Pflege der Musik, nament­lich bes Männerchorqefange». Daß aber auch Ke instrumentale Musik hier seit Jahren Be- ichtung und Pflege findet, bewies dar Stuhl­konzert, welche, die Bruchköbeler Feuerwehr- kapelle am letzten Sonntag im Saale zum Löwen veranstaltete. .Schchj in^lgiaus^ar^

Jein, daß die Erwartungen, die man in diese junge Kapelle setzte, weit übertroffen wurden. Dar lag nun einmal an dem ehrwürdigen, äußerst rührigen und musikempfindsamen Diri. genten der Kapelle, Herrn Postsekretär a. D. Leon-Hanau, der mit Leib und Seele die Musik erlebt, zum anderen an der tapferen Musiker- fchar, die mit Begeisterung und voller Aufmerk, samkeit ihrem gefühlvollen Dirigenten folgten. Wenn auch die ländlichen Verhältnisse die Auf-

Aliöe Battin.

Zu ihrem 25jährigen Bühnenjubiläum.

Sonntag, 4. Februar 1923. Erstaufführung des LegendenspielsMutter­legende" von Hellmuth Unger.

Am Sonntag, 4. Februar feiert so wird uns aus dem Theaterbüro geschrieben das beliebte Mitglied des Hanauer Stadttheaters, Frl. Alide Ballin, ihr 25jähriges Bühnen­jubiläum. Ein solcher Gedenktag verdient ge= rade in der heute so wildbewegten Zeit ein besonderes Gedenken, stürmt doch die heutige Generation über derartige Erinnerungstage sehr oft blindlings hinweg. Ganz besondere Gründe jedoch lassen es der Bühnenleitung ge­boten erscheinen, diesen Gedenktag nicht spur­los vorüvergehen zu lassen, sind es doch zugleich 16 Jahre, daß Frl. Alide Ballin dem Hanauer Stadttheater als Künstlerin als Mitglied ange­hört. Die nachstehenden Zeilen entwerfen in kurzen Strichen ein Lebensbild der geschätzten und beliebten Künstlerin.

Frl. Alide Ballin, eine Hamburgerin, ver­lebte ihre erste Jugend in Riga. Von müttei» M)er Seite aus Theaterkind, wurde sie schon Don ihrer Mutter frühzeitig für die Bühne aus» gebildet. Im Jahre 98 erstmalig in Basel die Ke Welt bedeutenden Bretter betretend, führte sie der Weg über Heidelberg (damals unter der berühmten Direktion Heinrich), Koblenz, Elbing, .- ----- - .....mn^r» »»... -^...-y.-,..-».. ........,

Kiel, Nordhausen, Sondershausen, von wo sie erfolgreich tätig sein zu können. Möge es dem ren werden. Der Wasserweg wurde für die im Jahre 1906 von Hofrat Cabüsius an das ^tadttheater Magdeburg berufen wurde. Von Magdeburg aus verpflichtete sie Direktor Adal­bert Stefster nachdem sie schon zwei vommerspielzeiten unter seiner Direktion am Kurtheater Putbus auf Rügen engagiert war ~ an das Stadttheater Hanau. Von dieser Seit an war Frl. Ballin mit Ausnahme der Raison 15/16, in welcher sie am Intimen Theater Nürnberg tätig war, dauernd dem Oanauer Stadttheater verpflichtet.

Sie ist den Direktoren Steffter, L. Span- nuth-Vodenstedt und Joh. Poetsch ein unentwegt festes Mitglied gewesen und geblieben. Frl Alide Ballin gehört zu denjenigen Künstlerin­nen, die zielbewußt und sicher ihren Weg ver- solgend, die Laufbahn einer Künstlerin vom lugendlichen Fach bis zum Fach der Helden- ^utter und Anstandsdame durchlaufen hat. Mit )em Fach der jugendlichen Liebhaberin an» 'angend, ging sie in das Fach der ersten Sen-

stellunq eines größeren Tonkörpers bis jetzt hier nicht ermöglichten, lo brachte es der Verein doch mit Unterstützung Hanauer Musiker fertig, in ziemlicher Stärke aufzutreten. Das Programm war geschmackvoll zusammengesetzt und wirkte trotz seiner Länge in seiner Abwechselung er­frischend. Eröffnet wurde das Konrert mit dem schematisch zu Gebär gebrachten Marsch:Hoch Heidelberg" von Herzer. Ganz besonders das Trio in diesem Marsch erfreute in seiner Ton- reinbeit mit seinen herrlichen Eellosätzen. Mit der Ouvertüre:Orpheus in der Unterwelt" wagte sich die Kapelle in ein Musikgebiet, dar mit seinen schwierigen Einsätzen und Modu­lationen allerhand Aufgaben an die Spieler stellte. Die Wiedergabe zeuate davon, mit welchem Eifer und besonderer Hingade Spieler sowohl wie Dirigent sich an diese Aufgabe herangemacht hatten. Hochanerkennenswerte Leistungen waren auch die Flötensoli« und Duett zweier Schüler des Herrn Leon, der Herren Otto Bonifer-Großauheim und Willy Scheer-Windecken Beide Herren berechtigen nach diesen Leistungen zu den schönsten Hoffnungen. So erfreute Herr Bonifer mit einer Fantasie ausFaust" und Herr Scheer mitSante Lucia" in verschiedenen Variationen: Zur Kapelle: Waldteufels Walzer wiegte sich wunderbar in Straußchem Walzer­tempo und zeichnete sich durch die fein säuber­lichen Ctaccatostellen besonder» aus. Eine schöne, gewissermaßen Hausmusik darstellende Nummer bot das SalonquintettGroßmütterchens goldner Hochzeitstag". Den 2. Teil des Programms eröffnete die ebenfalls flott gespielte Ouvertüre: Im Reiche des Indra". Eine angenehme Ab­wechselung bot dann ein Trompetensolo des Herrn Joh. Neumann, der mit gutem Ansatz und auffallender Tonreinheit und Zartheit im Schlummerliedchen" von Ohlsen sein Instrument beherrschte. Unstreitig die beste Leistung spendete die Kapelle in demFledermaus-Potpourri" von I. Strauß, bas einfach tadellos von den schon etwa» müden Armen ihrer greisen Diri­genten aus der Spielerschar in wohlangelegten anheimelnden Straußschen Taktweisen heroorge- zaubert wurde. Nicht endenwollender Beifall war die Quittung für diese Leistung. Herr Leon, der seit einiger Zeit die Leitung der Ka­pelle hat, offenbarte sich in diesem Konzert als äußerst empfindsamer Musikmann, der die ge­heimsten Tiefen der Musik wohl zu erfassen und zu verwerten weiß, dem seine Spielerschaft ver­ständnisvoll Gefolgschaft leistet. Wahre Pflege der edlen Volksmusik findet immer, wie es auch hier geschehen, allseitige Anerkennung. Möge der Erfolg dieses Konzertes den Verein an­spornen, immer noch mehr in die Tiefen der Musik einzudringen zur Hebung der Volksmusik und damit zur Hebung des Volke» au» den ir­dischen Sorgen reiner Atmospäre entgegen.

* Roßdorf, 1. Febr. (F ü r das Ruhr - gebiet) spendete das hiesige Lehrerkollegium 10 00G Mark.

* Langenselbold. 2. Febr. (Eine Achtzig­jährige). Heute begeht Frau Karoline Hart­mann geb. Weckesser, ihren 80. Geburtstag.

* Dörnigheim, 2. Febr. (Versamm­lung.) Am Sonntag, 4. Februar, nachm. 3 Uhr, findet hier im GasthausZum Frank­furter Hof" eine öffentliche Versammlung des

timentalen über. Dann folgten die ersten Lieb­haberinnen und in Hanau widmete sie sich ganz dem Fache der Salondamen, um in den letzten Jahren in das Fach der Anstandsdamen und Heldenmütter überzugehen. Ihre ersten Dar­bietungen in Hanau im Jahre 1907 waren Marie LuiseDieb",Elga" und die Ursula inRabensteinerin". Von weiteren hervor­ragenden Darbietungen, die wohl noch in aller Erinnerung sein werden, seien genannt Magda (Heimat"), Marguerit (Kameliendame"), Jaqueline (Fremde Frau"), Herta (Tropfen Gift"), Schauspielerin (Leibgardist"), Catha- rine (Madame sans gène"), Mabel (O diese Leutnants"), Malbourough (Elas Wasser"), Martha (Schuldig"), Klytemnestra (Elektra"), Klaudia (Emilia Galvtti"), welchen Leistungen die Jubilarin erst vor wenigen Tagen mit der Leonore Frank inLegende eines Lebens" eine neue hinzugefügt hat und andere. Diesen Leistungen reiht die Jubilarin am Sonntag in der Rolle derGutsherrin" in Hellmuth Ungers WerkMutterlegende" eine neue große Fach­rolle an.

Die Jubilarin hat sich durch ihre Tätigkeit sowie durch die Liebenswürdigkeit ihres Wesens hier in Hanau einen großen Kreis von Freun­den und Gönnern in all den Jahren erworben. Sie ist mit Recht als dis Zierde des Hanauer Stadttheaters zu bezeichnen. Möge es ihr vergönnt sein, noch recht lange in ihrem Berufe

Hanauer Stadttheater vergönnt sein, die ge- schätzte und beliebte Künstlerin noch recht lange zu seinen Mitgliedern zählen zu können und möge dem Publikum dadurch der Genuß noch mancher wertvollen Leistung der Künstlerin geboten werden. Mit diesem Wunsche wollen wir zusammen mit der Jubilarin den Festtag begehen.

Die Direktion hat der Jubilarin als fünft, lerische Jubiläumsgabe die Hanauer Erstauf- führung von Hellmuth Ungers prachtvollem LegendenspielMutterlegende" gewidmet, ein Werk, welches erst kürzlich am Bremer Stadt- theater einen ungemein starken Erfolg zu ver­zeichnen gehabt hat. Grundidee des Werkes ist: die alle'Fährnisse bezwingende, selbst den Tod besiegende Mutterliebe, die alles vermag. Die Spielleitung liegt in den bewährten Händen des Herrn Georg W. Lang; der Jubilarin .... jv, .............r. --

steht an hie^m Tage das gesamte Personal zur streu hierher zum Traualtar. Das übliche,

Reicbsbundes der Kriegsopfer statt. Es werden sprechen Gauvorsitzender Sauer, Frankfurt, und Ortsgruppenvorsitzender Mager, Dörnig­heim über die wirtschaftliche Notlage sämtlicher Rentenempfänger. Die durch den Krieg her­aufbeschworene wirtschaftlich schlechte Konjunk­tur, unter der die Opfer des Krieges schwer zu leiden haben, bedingt, daß alle Rentenempfän­ger sowie auch Sozialrentner die Versamm­lung besuchen.

Aus Nah und Nern.

Skeln-Skeinheim, 2. Febr. Dem Volksbil­dungsausschuß ist es gelungen, als Auftakt fei­ner Tätigkeit die Hess. Landes-Wanderbühne für zwei Theaterabende zu gewinnen. Dieselben finden am 24. und 25. Februar im Saale von M. Herty statt. Es kommen zur Aufführung das LustspielWas ihr rooUt" unb das klassische StückRomeo und Julia". Die Wanderbühne setzt sich aus 32 Schauspielern, nur erste Kräfte, zusammen und ist somit Gewähr gegeben, den Besuchern einige wirklich genußreiche Stunden zu bieten. Die Hexren des Volksbildungsaus­schusses werden kommenden Sonntag mit Ein­zeichnungslisten die Einwohnerschaft aufsuchen und bitten um weitgehendste Unterstützung des Unternehmens. Der Eintrittsvreis beträgt im Vorverkauf 250 Mk., an der Kasse 300 Mk. und sind sämtliche Blöße nomeriert. Der Eintrittspreis ist gewiß sehr niedrig gehalten im Vergleich zu denen der Kinos und anderen Veranstaltungen. Der evtl. Ueberschuß dient dann als Grundstock für alle folgenden Veran­staltungen des Bildungsausschusses. Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt, daß für das Per­sonal der Wanderbühne (32 Personen) Unter­kunft für zwei Nächte beschafft werden muß. Wir treten mit der Bitte an alle Einwohner, denen solches möglich ist, heran, für diese zwei Nächte Quartier zur Verfügung zu stellen. Es wird für jede untergebrachte Person und pro Abend eine Freikarte als Gegenleistung ge­geben, wenn nicht Bezahlung vorgezogen wird. Meldungen für diese Quartiere nehmen die Herren des Ausschusses bei ihren Rundgängen entgegen und sind dieselben zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit.

Millelgründau, 2. Febr. Wachtmeister Jä­ger machte hier einen guten Fang. Er be­schlagnahmte für 1^ Millionen vorwiegend Damengarderobe, die angeblich in Gießen ge­kauft wurde, aber aus einem Diebstahl herzu­rühren scheinen.

Frankfurt a. 21t., 2. Febr. Der bekannte Frankfurter Pianist Alfred Hoehn, der sich augenblicklich auf einer Konzertreise befindet, wurde im D-Zug Warschau-Krakau vollständig ausgeraubt. Gegenwärtig hält sich der Künst-

1 Frankfurt a. M., 2. Febr. Ein Bild au» dem finstersten Frankfurter Altstadtleben ent­rollte die gestrige Cchwurgerichtsoerhandlung, der ein Vorfall zu Grunde laa, der sich am 18. März vorigen Jahre» am Zollhof abspielte und dem der frühere Diener Flame zum Opfer fiel. Er war nach dem Besuch einer Kneipe in den Altstadtgassen von einer Dirne und ihrem Zuhälter in die Nähe des Ufers gelockt und dort nach Beraubung seiner Wertsachen in den Main gestoßen worden, aus dem man nur noch nach einigen Tagen die Leiche bergen konnte. Unter dem Verdacht de» Raubmordes und der Beihilfe dazu standen der 22jährige Arbeiter Max Hahn und bas einige Jahre ältere Kon­trollmädchen Emma Herbst vor dem Schwur­gericht. Hahn war nach seiner wegen Unter­schlagung erfolgten Entlastung aus der Ha­nauer Schupo als Gelegenheitsarbeiter nach Frankfurt gekommen, wo er seinen Lebens­unterhalt vornehmlich durch Zuhälterei erwarb. Er bestritt die Tat, wurde aber durch die Herbst als der Räuber und Mörder Flame» bezeichnet. Nachdem seitens bes Anklagevertre­ter» selbst die Freisprechung der Herbst gefor­dert worden war, verneinten die Geschworenen die gegen die Herbst gestellten Schuldfragen, bejahten dagegen die gegen Hahn auf Raub mit Todesersolg und Zuhälterei lautenden C^ulbfragen. Das Gericht verkündete nach aus­gedehnter Beratung das Urteil, wonach die Emma Herbst unter Aufhebung des Haftbefehls freigeipochen, der Hahn wegen schweren Rau­bes mit Todeserfolg und wegen Zuhälterei zu einer Gesamtstrafe von 12 Jahren und 6 Mo­naten Zuchthaus und zu 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt

wird.

Marktheidenfeld, 2. Febr. Vor Vollendung des Bahnbaues Lohr-Wertheim war unser gan­zes Spessartgebiet verkehrsarm und nur die wenigen guten Verkehrsstraßen konnten befah-

Hauptlasten benutzt und allerorts besorgten die Marktschisfer und Botenfuhrleute den Lasten­verkehr. Letzter Zeit fällt diese altherkömm­liche Verkehrsweise wieder sehr ins Gewicht und überall nehmen die Nachkommen der alten Marktschiffer den Frachtenverkehr wieder auf. Die Besetzung des Ruhrgebietes geht nun auch den Marktschiffern nach kurzer Tätigkeit zu Leibe, indem die Kettenschiffahrt wegen Kohlen­mangel stark eingeschränkt werden muß. Aus der Notlage heraus mußte gestern der Wert­heimer Marktschisser sein gefülltes Boot mit sechs Mann nach Würzburg ziehen lassen. Das Marktschiff benötigt ungefähr 5 Tage nach Würzburg. Ein beredtes Zeichen, wie weit uns der Krieg und unsere jetzigen Blutsauger, die Franzmänner, gebracht haben.

Münnerstadt, 2. Febr. Dieser Tage fuhr ein junges, vermögendes Brautpaar von Ober-

üppige und geräuschvolle Hochzeitsfest fiel weg.

Dafür erhielt jede arme und minderbemittelte Familie des ganzen Dorfes einen Kuchen und einen 6pfündigen Laib Brot nebst anderen Nahrungsmitteln. Verdient Nachahmung!

Von Ker -Ainobühne.

* Cenkral-Theaker. Ab heute gelangt ein Manu« mentalfilm ersten RangesZum Paradies der Damen" zur Vorführung. Emile Zolas Roman löst vielleicht deswegen so tiefe Wirkungen aus, weil er das alte, aber immer wieder neue Thema, den Kampf, den erbarmungslosen Kampf zwischen ar $ und klein, zwischen dem Mächtigen und dem Schwachen, zum Gegenstand hat. Es kommt hinzu, daß der Zola'sche Roman in einem Milieu spielt, das uns allen reizvoll und vertraut zugleich ist. Die für den Film gewonnenen Darsteller sind hervor­ragende Künstler, von denen besonders zu erwähnen sind: Edith Posca, Hermann Picha, Walter Brüg­mann, Olga Limburg und Leopold v. Ledebour. Auch Charlie Chaplin hat sich wieder einmal ein­gestellt und erzeugt mit seinem neuesten Lustspiel schallende Heiterkeit. Ein Besuch ist zu empfehlen.

Vereine, Versammlungen.

* Butab. Freitag den 2. Februar, abends um 8 Uhr, Monaisversammlung im VereinslokalLöwen­gärtchen", Vorstadt 1. 195

* Sllpenverein. Sonntag, 4. Februar Wande­rung : Steinheim Seligenstadt KahlHinau. Ab­marsch */,9 Ubr vom Steinbeimer Bahnhof. 224

* Wrodt'schrr Mânnergcsana-Beret«. Heute abend punkt >/-9 Uhr Singstunde »Brauerei Orschler". ES wird gebeten, in Anbetracht des bevorstehenden Wettstreites sowie der eingetretenen Gassperre pünktlich und vollzählig zu erscheinen. 228

* F.-C. Vittoria 1894 e. V. Heute abend S Uhr Spielersitzung sämtlicher Mannschaften imaold. Rad". 280

* Radsport Verein Möve. SamSmg den 3. Febr., abend» 8 Uhr, Versammlung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 226

* Kath. KasinoEintracht". Sonntag den 4. Februar, nachmittags/24 Uhr, Jahreshauptver­sammlung mit Vorstandrwahl usw. im Vereinslokal. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder erforderlich. 223

* Sportverein Cattau. Heute abend pünktl. '/>8 Uhr Spielausschuß», */f9 Uhr Spielersitzang. An­schließend wichtige Vorstandssitzung. Dienstag Monat»- versammluug, in der alle Mitglieder anwesend sein müssen. Sehr wichtige Tagesordnung. Heute 6 Uhr Jugend- u. Schülersitzung. 225

* Wanderklub Edelweiß 1910« Samstag den 3. Februar, abends 8 Uhr, Monatèvecsauimlung «Brauerei Kaiser". 223

* «ngelsportverein Hanau. Freitag 8 Uh, I a h r e s v e r s a in m l u n g. Erscheinen aller Mit­glieder dringend ersorderlich. Ausgabe der Augelsch. für Gchleusengeb. und Großauheim gegen sofortige Bezahlung. 227

* WerkmeiHer-Bezirks-Berein Hanau a.Dt. Morgen Samstag abend Aionatrversammlung im Vereinslokal. Von 7^9 Uhr Kasse, präzis '/,9 Uhr Vortrag des Chemikers Herrn Fr. Villforth über die Entstehung der Steinkohle und ihre Produkte. Er­wachsene männliche Angehörige der Müglieder, sowie Kollegen ber^ v^rmndeteu techu. BerâkâMÄs Gaste willkommen. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 2182

Mühe ÄkwmMMen.

Pferdeversicherungsverein für den Landkreis

Hanau.

Samstag den 10. Februar 1923, nachmittag- 2 Uhr, findet im GasthausZum goldener Löwen" in Hanau eine

ordentliche Mitgliederversammlung statt. Zu dieser Versammlung werden die Ver­einsmitglieder eingeladen und gebeten, recht zahlreich zu erfdeinen, zumal die Versammlung am 27. Januar wegen geringer Beteiligung keine Beschlüsse fassen konnte.

Die Herren Vorstandsmitglieder werden ge> beten, sich ebenfalls vollzählig einzufinden.

Tagesordnung:

1. Mitteilung des Vorsitzenden über die Tätig­keit des Vereins im Jahre 1922.

2. Abhörung der Jahresrechnung für 1922.

3. Wahl des Vorsitzenden nebst seines Stell­vertreters sowie Wahl von Ersatzmännern für die statutengemäß ausscheidenden Vor- standsmitglieder.

4. Erhöhung der Versicherungssumme, Abände­rung des § 70 Abs. 3 der Satzung bezw. De- schlußfassung über das Ruhen der Versiche­rung.

5. Festsetzung des im Jahre 1923 zu erheben­den Eintrittsgeldes.

6. Verschiedenes.

Ravolzhausen, 31. Januar 1923.

Der Vorsitzende. Clauß, Bürgermeister.

________________________' ...... .- . A , ---

Brennholz-Verkauf.

Oberförstern Hanau. Försterei Bruchköbel. Dlsirikte 23, 24, 31, 33.

Am Mittwoch den 7. Februar 1923, von vormittags

9 Uhr ab, sollen in dem Gasthause «Zum Löwen­gärtchen" in Hanau . , 698

Eichen: 234 Rm. Scheit, 28 Rm. Knüppel, 230 Rm. Reis III.

Buchen, Escben: 6 Rm. Scheit, 85 Rm. Reis III.

Erlen: 53 Rm. Scheit, 57 Rm. Knüppel, 125 Nin. Reis III.

Kiefern: 105 Rm. Scheit, 92 Rm. Knüppel, 150 Rm. Reis III. öffentlich mnstbieten» zum Verkauf ausgeboteii werden.

Wegen Einsturzgefahr wird die über die Kinzig bei Langenselbold errichtete Notbrücke für den Fuhrwerks- verkedr jeglicher Art verboten.

Fußgänger und kleinere Handwagen können die Brücke passieren.

Zuwiderhandlungen werden streng geahndet. Hanau den 31. Januar 1923. 55

Der Landrat. Kaiser.

virantwortliâ» für Bering und ® rudert! War! Ewald, fix politischen unb ottgemeintn Teil R tchur ü Hultsch! W totalen unb provinziellen teil sowie Sport J9 iI b e 1 ut Mo ritzt für Anzeigen uns ReUumen August Protzt, all« in Hana». Äolaitonlbrutt der Wuisenhauivuchdructeret Hanau, .eerukprech- «nichlüsie Nr. 1337 unb 1238. Postscheck Frankfurt Nr. 26 6^ Bankkonto: Ständische Seibbant H«-».