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An die LanLwir'e Kurhessens!
Unsere unersättlichen Feinde, Franzosen und Belgier, haben es gewagt, den lang gehegten Plan, das industrielle Herz Deutschlands zu besetzen, zur Ausführung zu bringen. Gegen Recht und Friedensvertrag sind sie in das Ruhrgebiet eingedrungen und drangsalieren daselbst die friedliche Bevölkerung mit brutaler Gewalt und hartem militärischem Zwang. Wie ein Mann hat sich die gesamte Bevölkerung gegen das Unrecht erhoben und fudjt in geschlossener Abwehr und herrlicher vaterländischer Haltung die Absicht der Feinde zu vereiteln. Ihr fester Wille, in diesem so frevelhaft heraufbeschworenen Kampf nicht nachzugeben, bedarf der Stütze aus dem ganzen Reich. Unsere Brüder an der Ruhr müssen wissen, daß ganz Deutschland hinter ihnen steht und dafür sorgen wird, daß sie und ihre Familien nicht Hunger leiden werden!
Landwirte, unsere Aufgabe ist es, zu diesem Zweck in erster Linie Lebensmittel zu spenden, soviel als ein jeder in seiner Wirtschaft nur entbehren kann. Haben wir auch zum Teil eine schlechte Ernte und sieht mancher mit Sorge in die Zukunft, für unsere mannhaften Brüder an der Ruhr muß jeder Landwirt und jede Landfrau etwas übrig haben. Spendet alle und svendet freudig—, denn es steht für das deutsche Volk das Letzte auf dem Spiel!
Bringt Eure Liebesgaben zu den Sammel- stellen, die in jedem Kreise von den landwirtschaftlichen Organisationen einsierichtet werden!
Wir vertrauen auf Eure Hilfe, die mit dazu beitragen wird, daß Deutschland in Wahrheit wieder frei werde.
Die Landmirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Cassel, von Keudell.
Kurhessischer Landbund. Schmidt.
Heffischer Verband ländlicher Genossenschaften Raiffeisenfcher Organisation. Schüler.
Kurhessischer Bauerverein. Bispinck. Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften für den Regienmqsbezirk Caffel und angrenzender Gebiete e. V. Böhm.
Verband ländlicher Hausfrauenvereine für den Regierungsbezirk Caffel. Fides v. d. Malsburg.
Landkreis Kanan.
Etulkonzert der Bruchköbeler Feuerwehrkapelle.
» Bruchköbel, 30. Jan. Bruchköbel ist von jeher der Ort ernster Pflege der Musik, namentlich bes Männerchorqefange». Daß aber auch Ke instrumentale Musik hier seit Jahren Be- ichtung und Pflege findet, bewies dar Stuhlkonzert, welche, die Bruchköbeler Feuerwehr- kapelle am letzten Sonntag im Saale zum Löwen veranstaltete. .Schchj in^lgiaus^ar^
Jein, daß die Erwartungen, die man in diese junge Kapelle setzte, weit übertroffen wurden. Dar lag nun einmal an dem ehrwürdigen, äußerst rührigen und musikempfindsamen Diri. genten der Kapelle, Herrn Postsekretär a. D. Leon-Hanau, der mit Leib und Seele die Musik erlebt, zum anderen an der tapferen Musiker- fchar, die mit Begeisterung und voller Aufmerk, samkeit ihrem gefühlvollen Dirigenten folgten. Wenn auch die ländlichen Verhältnisse die Auf-
Aliöe Battin.
Zu ihrem 25jährigen Bühnenjubiläum.
Sonntag, 4. Februar 1923. Erstaufführung des Legendenspiels „Mutterlegende" von Hellmuth Unger.
Am Sonntag, 4. Februar feiert — so wird uns aus dem Theaterbüro geschrieben — das beliebte Mitglied des Hanauer Stadttheaters, Frl. Alide Ballin, ihr 25jähriges Bühnenjubiläum. Ein solcher Gedenktag verdient ge= rade in der heute so wildbewegten Zeit ein besonderes Gedenken, stürmt doch die heutige Generation über derartige Erinnerungstage sehr oft blindlings hinweg. Ganz besondere Gründe jedoch lassen es der Bühnenleitung geboten erscheinen, diesen Gedenktag nicht spurlos vorüvergehen zu lassen, sind es doch zugleich 16 Jahre, daß Frl. Alide Ballin dem Hanauer Stadttheater als Künstlerin als Mitglied angehört. Die nachstehenden Zeilen entwerfen in kurzen Strichen ein Lebensbild der geschätzten und beliebten Künstlerin.
Frl. Alide Ballin, eine Hamburgerin, verlebte ihre erste Jugend in Riga. Von müttei» M)er Seite aus Theaterkind, wurde sie schon Don ihrer Mutter frühzeitig für die Bühne aus» gebildet. Im Jahre 98 erstmalig in Basel die Ke Welt bedeutenden Bretter betretend, führte sie der Weg über Heidelberg (damals unter der berühmten Direktion Heinrich), Koblenz, Elbing, .—- ----- - .....—mn^r» »»•... -^...-y.-,..-„».. ........—,
Kiel, Nordhausen, Sondershausen, von wo sie erfolgreich tätig sein zu können. Möge es dem ren werden. Der Wasserweg wurde für die im Jahre 1906 von Hofrat Cabüsius an das ^tadttheater Magdeburg berufen wurde. Von Magdeburg aus verpflichtete sie Direktor Adalbert Stefster — nachdem sie schon zwei vommerspielzeiten unter seiner Direktion am Kurtheater Putbus auf Rügen engagiert war ~ an das Stadttheater Hanau. Von dieser Seit an war Frl. Ballin mit Ausnahme der Raison 15/16, in welcher sie am Intimen Theater Nürnberg tätig war, dauernd dem Oanauer Stadttheater verpflichtet.
Sie ist den Direktoren Steffter, L. Span- nuth-Vodenstedt und Joh. Poetsch ein unentwegt festes Mitglied gewesen und geblieben. Frl Alide Ballin gehört zu denjenigen Künstlerinnen, die zielbewußt und sicher ihren Weg ver- solgend, die Laufbahn einer Künstlerin vom lugendlichen Fach bis zum Fach der Helden- ^utter und Anstandsdame durchlaufen hat. Mit )em Fach der jugendlichen Liebhaberin an» 'angend, ging sie in das Fach der ersten Sen-
stellunq eines größeren Tonkörpers bis jetzt hier nicht ermöglichten, lo brachte es der Verein doch mit Unterstützung Hanauer Musiker fertig, in ziemlicher Stärke aufzutreten. Das Programm war geschmackvoll zusammengesetzt und wirkte trotz seiner Länge in seiner Abwechselung erfrischend. Eröffnet wurde das Konrert mit dem schematisch zu Gebär gebrachten Marsch: „Hoch Heidelberg" von Herzer. Ganz besonders das Trio in diesem Marsch erfreute in seiner Ton- reinbeit mit seinen herrlichen Eellosätzen. Mit der Ouvertüre: „Orpheus in der Unterwelt" wagte sich die Kapelle in ein Musikgebiet, dar mit seinen schwierigen Einsätzen und Modulationen allerhand Aufgaben an die Spieler stellte. Die Wiedergabe zeuate davon, mit welchem Eifer und besonderer Hingade Spieler sowohl wie Dirigent sich an diese Aufgabe herangemacht hatten. Hochanerkennenswerte Leistungen waren auch die Flötensoli« und Duett zweier Schüler des Herrn Leon, der Herren Otto Bonifer-Großauheim und Willy Scheer-Windecken Beide Herren berechtigen nach diesen Leistungen zu den schönsten Hoffnungen. So erfreute Herr Bonifer mit einer Fantasie aus „Faust" und Herr Scheer mit „Sante Lucia" in verschiedenen Variationen: Zur Kapelle: Waldteufels Walzer wiegte sich wunderbar in Straußchem Walzertempo und zeichnete sich durch die fein säuberlichen Ctaccatostellen besonder» aus. Eine schöne, gewissermaßen Hausmusik darstellende Nummer bot das Salonquintett „Großmütterchens goldner Hochzeitstag". Den 2. Teil des Programms eröffnete die ebenfalls flott gespielte Ouvertüre: „Im Reiche des Indra". Eine angenehme Abwechselung bot dann ein Trompetensolo des Herrn Joh. Neumann, der mit gutem Ansatz und auffallender Tonreinheit und Zartheit im „Schlummerliedchen" von Ohlsen sein Instrument beherrschte. Unstreitig die beste Leistung spendete die Kapelle in dem „Fledermaus-Potpourri" von I. Strauß, bas einfach tadellos von den schon etwa» müden Armen ihrer greisen Dirigenten aus der Spielerschar in wohlangelegten anheimelnden Straußschen Taktweisen heroorge- zaubert wurde. Nicht endenwollender Beifall war die Quittung für diese Leistung. Herr Leon, der seit einiger Zeit die Leitung der Kapelle hat, offenbarte sich in diesem Konzert als äußerst empfindsamer Musikmann, der die geheimsten Tiefen der Musik wohl zu erfassen und zu verwerten weiß, dem seine Spielerschaft verständnisvoll Gefolgschaft leistet. Wahre Pflege der edlen Volksmusik findet immer, wie es auch hier geschehen, allseitige Anerkennung. Möge der Erfolg dieses Konzertes den Verein anspornen, immer noch mehr in die Tiefen der Musik einzudringen zur Hebung der Volksmusik und damit zur Hebung des Volke» au» den irdischen Sorgen reiner Atmospäre entgegen.
* Roßdorf, 1. Febr. (F ü r das Ruhr - gebiet) spendete das hiesige Lehrerkollegium 10 00G Mark.
* Langenselbold. 2. Febr. (Eine Achtzigjährige). Heute begeht Frau Karoline Hartmann geb. Weckesser, ihren 80. Geburtstag.
* Dörnigheim, 2. Febr. (Versammlung.) Am Sonntag, 4. Februar, nachm. 3 Uhr, findet hier im Gasthaus „Zum Frankfurter Hof" eine öffentliche Versammlung des
timentalen über. Dann folgten die ersten Liebhaberinnen und in Hanau widmete sie sich ganz dem Fache der Salondamen, um in den letzten Jahren in das Fach der Anstandsdamen und Heldenmütter überzugehen. Ihre ersten Darbietungen in Hanau im Jahre 1907 waren Marie Luise — „Dieb", „Elga" und die Ursula in „Rabensteinerin". Von weiteren hervorragenden Darbietungen, die wohl noch in aller Erinnerung sein werden, seien genannt Magda („Heimat"), Marguerit („Kameliendame"), Jaqueline („Fremde Frau"), Herta („Tropfen Gift"), Schauspielerin („Leibgardist"), Catha- rine („Madame sans gène"), Mabel („O diese Leutnants"), Malbourough („Elas Wasser"), Martha („Schuldig"), Klytemnestra („Elektra"), Klaudia („Emilia Galvtti"), welchen Leistungen die Jubilarin erst vor wenigen Tagen mit der Leonore Frank in „Legende eines Lebens" eine neue hinzugefügt hat und andere. Diesen Leistungen reiht die Jubilarin am Sonntag in der Rolle der „Gutsherrin" in Hellmuth Ungers Werk „Mutterlegende" eine neue große Fachrolle an.
Die Jubilarin hat sich durch ihre Tätigkeit sowie durch die Liebenswürdigkeit ihres Wesens hier in Hanau einen großen Kreis von Freunden und Gönnern in all den Jahren erworben. Sie ist mit Recht als dis Zierde des Hanauer Stadttheaters zu bezeichnen. Möge es ihr vergönnt sein, noch recht lange in ihrem Berufe
Hanauer Stadttheater vergönnt sein, die ge- schätzte und beliebte Künstlerin noch recht lange zu seinen Mitgliedern zählen zu können und möge dem Publikum dadurch der Genuß noch mancher wertvollen Leistung der Künstlerin geboten werden. Mit diesem Wunsche wollen wir zusammen mit der Jubilarin den Festtag begehen.
Die Direktion hat der Jubilarin als fünft, lerische Jubiläumsgabe die Hanauer Erstauf- führung von Hellmuth Ungers prachtvollem Legendenspiel „Mutterlegende" gewidmet, ein Werk, welches erst kürzlich am Bremer Stadt- theater einen ungemein starken Erfolg zu verzeichnen gehabt hat. Grundidee des Werkes ist: die alle'Fährnisse bezwingende, selbst den Tod besiegende Mutterliebe, die alles vermag. Die Spielleitung liegt in den bewährten Händen des Herrn Georg W. Lang; der Jubilarin .... j„„v„, ............. ——r—. — --
steht an hie^m Tage das gesamte Personal zur streu hierher zum Traualtar. Das übliche,
Reicbsbundes der Kriegsopfer statt. Es werden sprechen Gauvorsitzender Sauer, Frankfurt, und Ortsgruppenvorsitzender Mager, Dörnigheim über die wirtschaftliche Notlage sämtlicher Rentenempfänger. Die durch den Krieg heraufbeschworene wirtschaftlich schlechte Konjunktur, unter der die Opfer des Krieges schwer zu leiden haben, bedingt, daß alle Rentenempfänger sowie auch Sozialrentner die Versammlung besuchen.
Aus Nah und Nern.
Skeln-Skeinheim, 2. Febr. Dem Volksbildungsausschuß ist es gelungen, als Auftakt feiner Tätigkeit die Hess. Landes-Wanderbühne für zwei Theaterabende zu gewinnen. Dieselben finden am 24. und 25. Februar im Saale von M. Herty statt. Es kommen zur Aufführung das Lustspiel „Was ihr rooUt" unb das klassische Stück „Romeo und Julia". Die Wanderbühne setzt sich aus 32 Schauspielern, nur erste Kräfte, zusammen und ist somit Gewähr gegeben, den Besuchern einige wirklich genußreiche Stunden zu bieten. Die Hexren des Volksbildungsausschusses werden kommenden Sonntag mit Einzeichnungslisten die Einwohnerschaft aufsuchen und bitten um weitgehendste Unterstützung des Unternehmens. Der Eintrittsvreis beträgt im Vorverkauf 250 Mk., an der Kasse 300 Mk. und sind sämtliche Blöße nomeriert. Der Eintrittspreis ist gewiß sehr niedrig gehalten im Vergleich zu denen der Kinos und anderen Veranstaltungen. Der evtl. Ueberschuß dient dann als Grundstock für alle folgenden Veranstaltungen des Bildungsausschusses. Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt, daß für das Personal der Wanderbühne (32 Personen) Unterkunft für zwei Nächte beschafft werden muß. Wir treten mit der Bitte an alle Einwohner, denen solches möglich ist, heran, für diese zwei Nächte Quartier zur Verfügung zu stellen. Es wird für jede untergebrachte Person und pro Abend eine Freikarte als Gegenleistung gegeben, wenn nicht Bezahlung vorgezogen wird. Meldungen für diese Quartiere nehmen die Herren des Ausschusses bei ihren Rundgängen entgegen und sind dieselben zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit.
Millelgründau, 2. Febr. Wachtmeister Jäger machte hier einen guten Fang. Er beschlagnahmte für 1^ Millionen vorwiegend Damengarderobe, die angeblich in Gießen gekauft wurde, aber aus einem Diebstahl herzurühren scheinen.
Frankfurt a. 21t., 2. Febr. Der bekannte Frankfurter Pianist Alfred Hoehn, der sich augenblicklich auf einer Konzertreise befindet, wurde im D-Zug Warschau-Krakau vollständig ausgeraubt. Gegenwärtig hält sich der Künst-
1 Frankfurt a. M., 2. Febr. Ein Bild au» dem finstersten Frankfurter Altstadtleben entrollte die gestrige Cchwurgerichtsoerhandlung, der ein Vorfall zu Grunde laa, der sich am 18. März vorigen Jahre» am Zollhof abspielte und dem der frühere Diener Flame zum Opfer fiel. Er war nach dem Besuch einer Kneipe in den Altstadtgassen von einer Dirne und ihrem Zuhälter in die Nähe des Ufers gelockt und dort nach Beraubung seiner Wertsachen in den Main gestoßen worden, aus dem man nur noch nach einigen Tagen die Leiche bergen konnte. Unter dem Verdacht de» Raubmordes und der Beihilfe dazu standen der 22jährige Arbeiter Max Hahn und bas einige Jahre ältere Kontrollmädchen Emma Herbst vor dem Schwurgericht. Hahn war nach seiner wegen Unterschlagung erfolgten Entlastung aus der Hanauer Schupo als Gelegenheitsarbeiter nach Frankfurt gekommen, wo er seinen Lebensunterhalt vornehmlich durch Zuhälterei erwarb. Er bestritt die Tat, wurde aber durch die Herbst als der Räuber und Mörder Flame» bezeichnet. Nachdem seitens bes Anklagevertreter» selbst die Freisprechung der Herbst gefordert worden war, verneinten die Geschworenen die gegen die Herbst gestellten Schuldfragen, bejahten dagegen die gegen Hahn auf Raub mit Todesersolg und Zuhälterei lautenden C^ulbfragen. Das Gericht verkündete nach ausgedehnter Beratung das Urteil, wonach die Emma Herbst unter Aufhebung des Haftbefehls freigeipochen, der Hahn wegen schweren Raubes mit Todeserfolg und wegen Zuhälterei zu einer Gesamtstrafe von 12 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus und zu 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt
wird.
Marktheidenfeld, 2. Febr. Vor Vollendung des Bahnbaues Lohr-Wertheim war unser ganzes Spessartgebiet verkehrsarm und nur die wenigen guten Verkehrsstraßen konnten befah-
Hauptlasten benutzt und allerorts besorgten die Marktschisfer und Botenfuhrleute den Lastenverkehr. Letzter Zeit fällt diese altherkömmliche Verkehrsweise wieder sehr ins Gewicht und überall nehmen die Nachkommen der alten Marktschiffer den Frachtenverkehr wieder auf. Die Besetzung des Ruhrgebietes geht nun auch den Marktschiffern nach kurzer Tätigkeit zu Leibe, indem die Kettenschiffahrt wegen Kohlenmangel stark eingeschränkt werden muß. Aus der Notlage heraus mußte gestern der Wertheimer Marktschisser sein gefülltes Boot mit sechs Mann nach Würzburg ziehen lassen. Das Marktschiff benötigt ungefähr 5 Tage nach Würzburg. Ein beredtes Zeichen, wie weit uns der Krieg und unsere jetzigen Blutsauger, die Franzmänner, gebracht haben.
Münnerstadt, 2. Febr. Dieser Tage fuhr ein junges, vermögendes Brautpaar von Ober-
üppige und geräuschvolle Hochzeitsfest fiel weg.
Dafür erhielt jede arme und minderbemittelte Familie des ganzen Dorfes einen Kuchen und einen 6pfündigen Laib Brot nebst anderen Nahrungsmitteln. Verdient Nachahmung!
Von Ker -Ainobühne.
* Cenkral-Theaker. Ab heute gelangt ein Manu« mentalfilm ersten Ranges „Zum Paradies der Damen" zur Vorführung. Emile Zolas Roman löst vielleicht deswegen so tiefe Wirkungen aus, weil er das alte, aber immer wieder neue Thema, den Kampf, den erbarmungslosen Kampf zwischen ar $ und klein, zwischen dem Mächtigen und dem Schwachen, zum Gegenstand hat. Es kommt hinzu, daß der Zola'sche Roman in einem Milieu spielt, das uns allen reizvoll und vertraut zugleich ist. Die für den Film gewonnenen Darsteller sind hervorragende Künstler, von denen besonders zu erwähnen sind: Edith Posca, Hermann Picha, Walter Brügmann, Olga Limburg und Leopold v. Ledebour. — Auch Charlie Chaplin hat sich wieder einmal eingestellt und erzeugt mit seinem neuesten Lustspiel schallende Heiterkeit. Ein Besuch ist zu empfehlen.
Vereine, Versammlungen.
* Butab. Freitag den 2. Februar, abends um 8 Uhr, Monaisversammlung im Vereinslokal „Löwengärtchen", Vorstadt 1. 195
* Sllpenverein. Sonntag, 4. Februar Wanderung : Steinheim— Seligenstadt— Kahl—Hinau. Abmarsch */,9 Ubr vom Steinbeimer Bahnhof. 224
* Wrodt'schrr Mânnergcsana-Beret«. Heute abend punkt >/-9 Uhr Singstunde »Brauerei Orschler". ES wird gebeten, in Anbetracht des bevorstehenden Wettstreites sowie der eingetretenen Gassperre pünktlich und vollzählig zu erscheinen. 228
* F.-C. Vittoria 1894 e. V. Heute abend S Uhr Spielersitzung sämtlicher Mannschaften im „aold. Rad". 280
* Radsport ■ Verein Möve. SamSmg den 3. Febr., abend» 8 Uhr, Versammlung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 226
* Kath. Kasino „Eintracht". Sonntag den 4. Februar, nachmittags ‘/24 Uhr, Jahreshauptversammlung mit Vorstandrwahl usw. im Vereinslokal. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder erforderlich. 223
* Sportverein Cattau. Heute abend pünktl. '/>8 Uhr Spielausschuß», */f9 Uhr Spielersitzang. Anschließend wichtige Vorstandssitzung. Dienstag Monat»- versammluug, in der alle Mitglieder anwesend sein müssen. Sehr wichtige Tagesordnung. — Heute 6 Uhr Jugend- u. Schülersitzung. 225
* Wanderklub Edelweiß 1910« Samstag den 3. Februar, abends 8 Uhr, Monatèvecsauimlung «Brauerei Kaiser". 223
* «ngelsportverein Hanau. Freitag 8 Uh, I a h r e s v e r s a in m l u n g. Erscheinen aller Mitglieder dringend ersorderlich. Ausgabe der Augelsch. für Gchleusengeb. und Großauheim gegen sofortige Bezahlung. 227
* WerkmeiHer-Bezirks-Berein Hanau a.Dt. Morgen Samstag abend Aionatrversammlung im Vereinslokal. Von 7—‘^9 Uhr Kasse, präzis '/,9 Uhr Vortrag des Chemikers Herrn Fr. Villforth über die Entstehung der Steinkohle und ihre Produkte. Erwachsene männliche Angehörige der Müglieder, sowie Kollegen ber^ v^rmndeteu techu. BerâkâMÄs Gaste willkommen. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 2182
Mühe ÄkwmMMen.
Pferdeversicherungsverein für den Landkreis
Hanau.
Samstag den 10. Februar 1923, nachmittag- 2 Uhr, findet im Gasthaus „Zum goldener Löwen" in Hanau eine
ordentliche Mitgliederversammlung statt. Zu dieser Versammlung werden die Vereinsmitglieder eingeladen und gebeten, recht zahlreich zu erfdeinen, zumal die Versammlung am 27. Januar wegen geringer Beteiligung keine Beschlüsse fassen konnte.
Die Herren Vorstandsmitglieder werden ge> beten, sich ebenfalls vollzählig einzufinden.
Tagesordnung:
1. Mitteilung des Vorsitzenden über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1922.
2. Abhörung der Jahresrechnung für 1922.
3. Wahl des Vorsitzenden nebst seines Stellvertreters sowie Wahl von Ersatzmännern für die statutengemäß ausscheidenden Vor- standsmitglieder.
4. Erhöhung der Versicherungssumme, Abänderung des § 70 Abs. 3 der Satzung bezw. De- schlußfassung über das Ruhen der Versicherung.
5. Festsetzung des im Jahre 1923 zu erhebenden Eintrittsgeldes.
6. Verschiedenes.
Ravolzhausen, 31. Januar 1923.
Der Vorsitzende. Clauß, Bürgermeister.
________________________' ...... .- . A , ---—
Brennholz-Verkauf.
Oberförstern Hanau. Försterei Bruchköbel. Dlsirikte 23, 24, 31, 33.
Am Mittwoch den 7. Februar 1923, von vormittags
9 Uhr ab, sollen in dem Gasthause «Zum Löwengärtchen" in Hanau . , 698
Eichen: 234 Rm. Scheit, 28 Rm. Knüppel, 230 Rm. Reis III.
Buchen, Escben: 6 Rm. Scheit, 85 Rm. Reis III.
Erlen: 53 Rm. Scheit, 57 Rm. Knüppel, 125 Nin. Reis III.
Kiefern: 105 Rm. Scheit, 92 Rm. Knüppel, 150 Rm. Reis III. öffentlich mnstbieten» zum Verkauf ausgeboteii werden.
Wegen Einsturzgefahr wird die über die Kinzig bei Langenselbold errichtete Notbrücke für den Fuhrwerks- verkedr jeglicher Art verboten.
Fußgänger und kleinere Handwagen können die Brücke passieren.
Zuwiderhandlungen werden streng geahndet. Hanau den 31. Januar 1923. 55
Der Landrat. Kaiser.
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