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(politische Nachrichten.

Ein Ultimatum an Silanen.

Paris, 1. Februar. Havas teilt mit, daß die Notschafterkonferenz heute der litauischen Regierung in Kowno ein Ultimatum überreichen ließ, durch das sie aufgefordert wird, innerhalb sieben Tagen die litauischen Aufständischen aus Memel zurück­zuziehen.

Ainrichlung -es Warschauer Prüsi-ènlenmör-ers.

" statt S des 'öfefiot dieser oflege- 3 Uhr. Biih. ihrung

Don

Marschau, 1. Febr. N i e w i a d o m s k i, der Mörder des Präsidenten Narutowicz, ist heute in der Warschauer Zitadelle erschossen wor- ben. Niewiadomski hielt sich sehr tapfer: Er schritt aufrecht zur Richtstätte und vergrub sein Gesicht bei Abgabe der Salve in einen Blu­menstrauß, den ihm seine Familie auf t::. letzten Weg mitgegeben hatte. Die rechtsstehen­den Blätter widmen heute dem Mörder warme

den

Artikel. In vielen nationaldemokratischen Fa­milien wurde Trauer angesagt und es wurden alle Vergnügungen abbestellt.

brurr, Preis iewicht

irrige t DOW n- GeL Eisen- 1 be­bte er fahren je her« wurde seines weisen t die nkkuri Tirol teisen- StM löffelt- .mann nafen, $u 6 urben f bis

Seine Anerkennuna der Sowjekregierung durch Amerika. Staatssekretär Hughes teilte gestern mit, daß die amerikanische Regierung eine offizielle Note vorbereitet, worin sie von neuem erklärt, daß es ihr nicht möglich sei, die Sowjetregierung gegenwärtig offiziell anzu­erkennen.

Letzte Telegramme.

Vor einer neuenBerfehlunss"-Keststellung.

Paris, 2. Febr. DaSEcho de Paris" be­richtet: Da die deutsche Regierung die am 31. Januar fällige Zahlung von 500 Millionen Sold­mark nicht geleistet hat, bleibt der ReparationSkom- Mission nichts ibrig, als in der nächsten Sitzung Don der netten Verfehlung D eutsch- lands Kenntnis zu nehmen und sie den beteiligten Mächten bekannt zu geben.

Erst Llnerkcnvung der Rahrbrsetzung.

Paris, 2. Febr.Petit Paristen" schreibt zu der gestrigen Note über die Kohlensperre, ihre Bedentung liege darin, daß der Bezug von 2'/» Millionen Tonnen Kohlen und 500 000 Tonnen KokS, die Deutschland durchschnittlich an? dem Ruhrgebiet bezogen hätte, ein­gestellt werde. Die Sachverständigen waren zwar der Ansicht, daß Dentschland die Möglichkeit habe, mit Hilfe der vorhandenen Vorräte unb Verwendung der oberschlesischen Kohle während verhältnismäßig langer Zeit auSzubalten. Wenn aber Deutschlands Widerstand fortgesetzt werden sollte, so würden die Alliierten noch die Ausfuhr anderer Produkte aus dem Ruhrgebiet verbieten. Auf diese Art wurde nach und nach das Ruhrgebiet wirtschaftlich von Deutschland abgetrennt werden. Es wäre aber selbstverständlich, daß diese drakonische Maßnahme nicht mehr beibehalten werde, sobald Deutschland bereit wäre, dieBesetzung der Ruhr anzuerkennen. (!) Dann werde einnor­maler" Regime unter französischer Leitung errichtet werden.

Ein Befehl an das Personal des Ein- und Autz- fuhramles.

Paris, 2. Febr. DerPetit Parisisn" be­richtet aus MainF, die interalliierte Rheinland- kommission habe vom Personal des Reichs- Ein-und Ausfuhramtes in Ems ein gemeinsames Rücktritt sangebot er­halten. i Die Kommission habe dem Personal mitgeteilt, daß sein Vorhaben der Autorität der Kommission schweren Schaden zufüge. Infolge­dessen behalte sich diese jede Handlungsfreiheit gegenüber den Beamten und Angestellten des Amtes vor und forderte sie auf, sich bis auf weiteres zu ihrer Verfügung zu stellen.

Diederhersiettung der liberalen Opposition in England.

London. 2. Febr. Reuter zufolge wurde auf einer Versammlung der liberalen Peers einstimmig die Entschließung angenommen, wonach die vereinigte liberale Opposition im Oberhause wiederhergestellt wird. Lord Grey wurde zum Leiter dieser Opposition ernannt.

Erhöhung der steuerfreien Atzzüge.

Berlin, 2. Febr. Vertreter der sozialdemokra­tischen Rcichslagsfraktisn sind, wie derVorwärts" mitteilt, an den RcichSfinanzminister mit der Forderung berongetreten, die steuerfreien Abzüge bei Lohnab­zügen bereits im Februar zu erhoben und die steuer­lichen Lasten für die Kurzarbeiter zu ermäßigen. Reichssingnzmimster Dr. Hermes erkannte die Not­wendigkeit einer Erhöhung der Ermäßigungen an, wies iedoch auf die technischen Schwierigkeiten einer Er- böbung im Laufe des Februar hin. Der van den Sozialdemokraten gewiesene Ausweg, den Steuer- betrag von einer Woche nicht abzu- z! eben, wurde von Dr. Hermes als erwägenswert be- eignet und es wurde zugesagt, daß auch eine Er- mäßigimg für die Kurzarbeiter, sofort vorgenommen werden soff. Am SamStaa sollen die Svltzenverbânde der Gewerkschaften über diese Frage gehört werden.

Nus aller Welk.

Ein polnischer Arbeiter als Räuber und Mörder. In Friedrichsdorf (Kreis Friedeberg in der Neumark) erschlug ein polnischer Knecht das Dienstmädchen des Staatsförsters, raubte die Kleidungsstücke ihres Arbeitgebers und flüchtots nach Polen.

Funk Rernkeuke tödlich vsrunnlückk. Auf der ZerbeSchlägel und Eisen" in Recklinghausen bei Bochum lProv. Westfalen) sind durch vlöß- lich herabsallends Gesteinsmasten fünf Berg­leute erschlagen worden. Zur Erklärung sei hier angefügt, daß auf den Betrieben wieder gearbeitet wird, nachdem als Folge des Pro­teststreiks die französischen Soldaten aus den Zechen zurückgezogen worden sind.

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Sammlung für das Ruhrgebkel.

Zur Sammlung für die durch die Befetzrmg bei Rnbrgebkilte? geschädigten Volksgenossen haben weiter beigetragen:

Walkmühle, Papier - Veredelung

G. m. b. H......Mk. 120000.

Angestellte der Firma Wilhelm

Schwahn.....

MontagSgesellschaftZum Neubau", 2. Sammlung .

K. B.......

Ernst Döring. . . . .

Käte Neußwig . . .

Brost W. Henkel . .

Merkur-Drogerie Wilh. Heyn. .

Rentmeister Schüler

Städtische Beamte und besoldete MagistratSmitglieder, 1. Rate

Ungenannt.....

Fr. Frank

Musikbaus Klenk .

Gesammelt von den Stammgästen vom .BernhardSeck" . .

Dir. Leutner . .

Dr. G-beschnS sFebruar-Rate) Mädchen-Mittelschule, Klasse V a .

Ungenannt . . .

Mädchen-Mittelschule, Klasse Ha .

Ullrich, Rohproduktcnbandlunz Heinr. Krämer, Kunstschlosser. Beamte, Angestellte und Arbeiter der

Staatl. Elektrizitätswerks .

Beamtinnen, Beamte der Bankhauses Rosenzweig & So. . .

H. W. ..... .

Franz M«y.....

15800.-

1600.- 5000.- 3500.-

6000.- 1500.

5000.

3000.

150000.

3000.

10000.

5000.

2780.

5000.-

5000.

3000.

7000.

4060.

3000.

5000.-

55600.--

16500,

10000.

3000.

Mk. 44918K Voriger Betrag . 4966486

Ergibt Mk. 5415666.

Weitere Gaben werden gern entgegengenommen.

Verlag und Redaktisn deSHan. Anzeiger.-

Weitere 2 Millionen Mark sind heute an db Reichskanzlei in Berlin auf KontoDeutsche Volks spende" abgeführt worden.

tiölnischeslrasse 8, eegenüber t?er Deutschen Bank.

Handelsteil desHanauer Anzeigers mitgeteilt von dem

Bankhaus Carl Kiefer & Co., Hanau.

Nachdruck verboten. Hanau den 1. Februar 1923.

Mannheimer Produktenbörse.

/ m- Mannheim, 1. Februar 1923.

"Der heutige Produktenmarkt war noch schwach- besucht. Die Tendenz blieb unausgesprochen und d» die Marktlage vollständig von den Devisen- Märkten beeinflusst wird, so herrschte heute, nach- âew die Devisen niedriger gemeldet wurden, nur geringe Geschäftstätigkeit Der Dollar wurde um

Uhr mit 43 000 M., Holland mit 17 000, London «it 200 OOO M. und Schweiz mit 8006 M. genannt, bis Preise für Weizen stellten sich um etwa 12 Uhr mittags auf 140 000 M., Roggen 115 000125 OCO J ark, Gerste, je nach Qualität, auf 105 000120 000 Mark, Hafer inländischer auf 80 00090 000 Mark du 100 kg bahnfrei Mannheim. Von Futtermitteln s^vts man Weizenfuttermehl mit 160 000 Mark, Weizenkleie 70 000 M., Malzkeime 50 00055 000 M. und Biertreber mit 60 000 M. die 100 kg fracht- Pantät Mannheim. Mehl liegt weiter fest die «Uhlen verlangen für Weizenmehl, Basis 0, 270 000 Mark, während aua zweiter Hand Angebote zu I

000-240 000 M. die 100 kg ab süddeutschen unlenstationen vorliegen.

217 Milliarden Mark neue Noten.

Wie vorauszusehen war, hat der gewaltsame 'fierrechtliehe Einbruch Frankreichs und Belgiens a Ruhrgebiet die wirtschaftliche Lage erheblich schiechert und damit auch in einer neuen ver-

^^^ollou Steigerung der von der Reichsbank .befriedigenden Kredit- und Zahlungsmittelan- P uche seine Auswirkung gefunden. Nach dem s*eis der Bank vom 23. v. M. hat im wesent- im Zusammenhang mit diesen Vorgängen

Zunahme der Anlagekonten und des Bank- »Jinnmlaufs in der dritten Januarwoche neue

Höchstziffern ergeben. Die gesamte Kapitalanlage ist um 272,5 Milliarden Mark auf 1922,2 Milliarden Mark angeschwellen. Von dieser Vermehrung ent­fallen 184,3 Milliarden Mark auf Reichssehatzan- weisungen 85,8 Milliarden Mark auf Handelswechsel und 2,4 Milliarden auf Lombardforderungen. Von den neu beanspruchten Kreditbeträgen verblieben der Bank 84,1 Milliarden Mark ans den Konten der fremden Gelder, deren Bestand sich danach auf 61t Milliarden Mark beziffert. Der Banknoten­umlauf hat sich um den vorher in einer Bankwoche auch nicht annähernd erreichten Betrag von 216(8 Milliarden Mark auf 1654,6 Milliarden Mark erhöht. Der Umlauf an Dahrlehnskassenscheinen ging wieder geringfügig nämlich um 241,3 Mill. Mark auf 13,1 Milliarden Mark zurück. Die Darlehnsbestände der Darlehnskassen des Reiches sind ie der Beiichts- woche weiter nm 35 Milliarden Mark auf 385,9 M illarden Mark gestiegen. Die Darlehnskassen führten einen diesen Neuausleihungen entsprechen­den Betrag an Darlehnskassen scheinen an die Reichsbank ab, so dass sieh deren Bestände an solchen Scheinen unter Berücksichtigung der er­wähnten aus dem Verkehr aufgenommenen Summe um 85,2 Milliarden Mark auf 372,7 Milliarden Mark gehoben haben. ______

Für 200 Milliarden Mark Eisen- bahnmaterial an Rumänien. Der rumänische Staat kauft in Deutschland für 200 Milliarden Mark (25 Millionen Goldmark) Loko­motiven und Eisenbahnwaggons. Eine rumänische Ingenieurkommission bereist augenblicklich Deutsch­land, um die Einzelheiten der Lieferungen mit den deutschen Gesellschaften zu besprechen. An den Lieferungen sind fast sämtliche deutsche Waggon­fabriken beteiligt. Per Betrag von 25 Mill. Gold­mark wird auf Rechnung der Entschädigung ge­stellt, die Deutschland an Rnmänion zu leisten hat. Mit dem Abtransport des Materials wird schon in den nächsten Tagen begonnen werden.

Aktienspinnerei Aachen. Die Ver­waltung beantragt für das abgelaufene Geschäfts­jahr die Verteilung von 12% Goldpfennig Divi­dende, mindestens aber 50X- Ferner wird die Erhöhung des Aktienkapitals beantragt, weil die grossen Neubauten beträchtliche Mittel erforden. Ueber das Ausmass der Kapitalerhöhung liegen Erklärungen noch nicht vor.

, Ihentsclie Mark Polnische Mark. Die Polenmark, die seit ihrer Existenz und noch bis vor kurzem auch in Deutschland als der In- begriff der assignatenhaften Wertlosigkeit galt, ist vorgestern an der Berliner Börse auf Parität ge­stiegen. Gestern hob sich der Kurs sogar über den Wert der deutschen Mark. Ein traurigeres und charakteristischeres Zeichen für das schlimme Schicksal der deutschen Währung* hinter der ein starkes, intensives, hochwertiges Wirtschaftsleben steht, gibt es nicht, als die Niveaugleichheit mit der Mark des kleinen, unentwickelten, halbzivili­sierten, wirtschaftlich nicht mitzählenden polnischen Staates

Bingwerke, Wlirnber«*. Dir Bilanz­arbeiten bei der Gesellschaft sind noch nicht so weit vorgeschritten, um ziffernmässige Angaben über das Ergebnis des abgelanfenen Geschäfts­jahres zu ermöglichen. Soviel lässt sich jedoch, wie man hört, heute schon erkennen, dass das Resultat die Ausschüttung einer gegen das Vor­jahr (22°j0) sehr erheblich höheren Dividende ge­statten wird, and zwar auf das erhöhte Aktien­kapital.

Bayerische Spiegel- und Spiegel­glasfabriken A.-G. Die Gesellschaft, deren Fabrikate grosser Nachfrage begegnen, ist im ver­gangenen Jahre gut beschäftigt gewesen, so dass für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einer wesentlich höheren Dividende (i.V.50°/e) zu rechnen ist. Ausserdem beabsichtigt die Verwaltung der demnächst einzuberufenden Generalversammlung vorzuschlagen, aus dem Gewinn Gratisgenußseheine oder Gratisaktien auszugeben.

Grün & Bilfinger A.-G. in Mann­heim. Die ausserordentliche Generalversammlung in der 13 Aktionäre 10371 Stimmmen vertraten, genehmigte die Erhöhung des Grundkapitals um 17 auf 25 Mill. M. durch Ausgabe von 17 000 Stück ab 1. Januar 1923 gewinnberechtigter Stammaktien. Die Aktien werden von der Dresdner Bank zu 65°!,, mit der Verpflichtung übernommen, den Aktionären auf eine alte eine junge Aktien zu 175% anzubieten. Die restlichen 9 Mill. M. werden nach Ansicht des Aulsichtsrates und des Vorstandes verwertet. Ferner wurde beschlossen, den Dividendenanspruch der Vorzugsaktien derart abzuändern, dass nach Ver­teilung von 6% Dividende die Stamm- und Vorzugs­

aktien an dem verbleibenden Gewinn zu gleichen Teilen Anspruchberechtigung haben. Ferner wurde beschlossen, das Mehrstimmenrecht der Vorzugs­aktien von 10 auf das 25 fache zu erhöhen und dasselbe auf die drei im Kapitalverkehrssteuergesetz vorgesehenen Fälle zu beschränken.

Bayerische Celluloid Warenfabrik vormals Albert Wacker Akt.-Ges. In Nürnbergs. Vom Aufsichtsrat wurde beschloßen, der auf den 24. Februar einberufenen ordentlichen Generalversammlung aus dem nach reichlichen Rückstellungen und Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 31 394 140 M, (2 241 438 M.) ging Dividende von 60% ti. V. 40%) sowie eine Sonder-- ausschüttung von 1000 M. pro Aktie () in Vor­schlag zu bringen.

Kurse der Frankfurter Börse.

Amtl. Dev.-K. v.

1.2.:

Brief

Dänemark

Geld 8029.85

Brief

8075.15

Geld

Belgien

2114.70

2125.30

Norwegen

7805.45

7844.55

Holland

16907

16992

Schweden

11221

11278

London

198Ml

198996

Heisings.

Paris

2473.80

2486.20

New York

41994

42205

Schweiz

7855.30

7894.70

Wien (alt.)

Spanien

6508.70

6541.30

D.-O.(abg.)

58.10

58.40

Italien

1997'/,

20071/,

Budapest

15.96

16.04

Portugal

-,

-v

Prag

1197

1203

Marknotierungen Im Ausland.

31. 1.

1 1. *

31. 1.

1. 2.

Zürich*) Amsterd. Kopenbg. Stockb.

001.07

0.0052

001.03

000.90

0.0061 0010, 001

Wien . . M.-York*) Paris . . London.

0.0026 0.03 >/, 220000

1.621', 0.0024 0.04/, 187500

*) Aut Grund der heutigen Devisenparität ermittelt.

Bevisen-Frühverkehr (10 ^ Uhr vormitt.^

Frankfurta.M., 2.Februar. New York 42000, Schweiz 7200. Holland 17000, Paria 2400, London 212000. Prag 1200.

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