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Seueral.Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlust Nr. 1237

Amtliches Organ für Sladi- und Landkreis Kanan a. M

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Freitag den 2. Februar

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Nr. 28

MMMum infolge im SeWerre.

Vor einer vsUftändigen Lahmlegung des Verkehrs. Schärfste Zurückweisung des Ausfuhrverbotes. Gewalt und Terror der Franzosen.

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Die Absperrung des Ruhrgebiekes.

Essen, 1. Febr. Infolge des andauernden Post- und Telegraphenstreiks laufen die Nach­richten über den Beginn der von den Franzosen unternommenen Absperrung des Ruhrge­biets vom unbesetzten Deutschland in Essen nur langsam ein. Immerhin steht fest, daß, wie zu erwarten war, von einer eigentlichen Zoll- linie bis jetzt nicht die Rede sein sann; denn die Beschlagnahme einer größeren oder kleine­ren Zahl von Zollämtern schafft keine zu­sammenhängende Zollgrenze. Die Absperrung beschränkt sich vielmehr, wie ebenfalls erwartet worden war, zunächst auf eine Ueber» wachung der Eisenb ahnzü q e und zwar im Augenblick lediglich mit dem Ziel, den Transport von Kohle nach dem unbe­setzten Deutschland zu verhindern. In der Tat werden seit heute früh auf den Hauptver­kehrslinien am Ostrande des Ruhrgebietes die Kohlenzüge durchweg angehalten und an der Weiterfahrt verhindert.

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15 dem Iden 362a

Der Personenverkehr ist bisher un­behelligt geblieben, und ebenso werden alle an­dern Güter außer Kohle frei durchgelassen, ins­besondere auch die Lebensmittel. Was speziell die Le b e n s m i t t el z ü g e anlangt, so wer-

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1 in ireit, Stelle 663

'WW Franzosen nicht müde zu erklären, ö-G âdJ^»»^M^^^ââ^8^2n^M sie der Versorgung des Ruhrgebiets mit Le- ^''^s^ Müitarpo.ten beietzt. Sie kontrollieret

bènsmitteln nicht die geringsten Hemmnisse in den Weg legen wollen. Offenbar steckt hinter diesen bei jeder Gelegenheit wiederholten Ver­sicherungen die Tendenz, die Verantwortung für etwa auftretende Ernährungsschwierigkeiten von Frankreich abzuwälzen und den deutschen Stellen zuzuschieben. Die Taktik ist durchsichtig und wird nicht gelingen. Denn selbstverständlich hat Deutschland ein weit größeres Interesse als Frankreich daran, die Bevölkerung des Ruhr­gebietes vor Hunger zu schützen, und es wird von deutscher Seite aus alles ge­schehen, um eine ausreichende Er­nährung des Ruhrgebietes absolut ucherzustellen. Natürlich sind bereits die letzten Wochen nach Kräften benutzt worden, um Le­bensmittel in das Revier hineinzubringen, und wenn die Einmischungen der französischen und belgischen Truppen in die Eisenbahntransvorte bm Verkehr naturgemäß in Unordnung bringen mußten und schon in der nächsten Zeit einer vollständigen Verstopfung der Güter­bahnhöfe zu führen drohen, so wird doch von veutscher Seite nichts versäumt werden, um wenigstens für den Löbsnsmitteltransport Luft ?u schaffen, und man ist sicher, daß das gc= logen wird, sofern Frankreich nicht weiterhin störend eingreift.

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Die Verkehrslage.

Die an den Grenzen des Ruhrgebiets von Franzosen und Belgiern «eingerichtete ^vhlensperre hat, wie uns von verschiedenen Zeiten gemeldet wird, bereits große Verkehrs- lorungen zur Folge gehabt. Die Bahnhöfe Erhalle und Lünen-Süd find schon W gänzlich verstopft, und auf dem Bahnhof Vunen-Nord stehen die Kohlenzüge in Qngen Reihen und machen jeden Ver - r u nmöglich. Der Eingriff in den Ver- Bnirr ^ nacf> drei bis vier Tagen zu einer zuständigen Lahmlegung führen. MN muß die Lebensmittelversorgung durch nvere Verkehrsmittel erfolgen, falls die Fran- bis dahin nicht einsehen, daß dieser neue M Mag wiederum ein Versuch am unrechten war. Rach einer Meldung desBerliner gebt" haben die Eisenbahner die Forderung die leeren Kohlenzüge wieder nach "' Ruhrgebiet zurück zu transportieren.

vwnksurt a. 211., 1. Febr. Ein nach D a r m- 7 bestimmter Güterzug wurde heute non französischen Soldaten auf der Sta- « '^gehalten und trotz eingereichter ckhwerde bis zur Stunde noch nicht freige- Lcn- Auf der Station Bischofsheim Zwei Lokomotivführer heute nachmittag g Maschinen in die Drehscheiben laufen und gen dann ins unbesetzte Gebiet.

st n fv^rounb, 1. Febr. Die Kc> ntroll - ^ u o.u e n in Lünen-Süd, Scharnhorst, Ba- Horde und Lüdinghausen wurden seit d.^Füh von den Franzolen in Betrieb gesetzt ÖHialt, daß die Franzosen keinen Wagen

mit Kohlen über diese Stationen ins unbesetzte Deutschland hinauslassen. Die Folge davon wird sein, daß die Bahnhöfe in kurzer Zeit ver­stopft sein werden.

Dortmund, 1. Febr. Die Franzosen beschlag­nahmten auf dem Bahnhof Mengede. 25 Wag­gons Kohlen und laden sie dort für eigene Zwecke aus. Die Eisenbahnverwaltung weigert sich, weitere Waggonladungen anzunehmen, da sie für deren Transport keine Haftung über­nehmen kann.

Aukomsbilkoulrolle.

Duisburg, 2. Febr. Der Kohlenversand der Duisburger. Oberhausener, Mülheimer und links­rheinischen Zechen geschieht wegen der Stockungen im Eisenbahnverkehr zum größten Teil durch Antomobiei. Die BesatzungSbehörde beabsichtigt, diese Beförderung ebenfalls zu kontrollieren und auf den Landstraßen zwischen den Städten Kontrollstellen einzurichten, d'e jedes Automobil zum Halten zwingen. Die Papiere müssen mit dem Stenipel der Besatzunggbehörde ver­sehen sein. Das angekündigte Verbot, Kohlen aus dem besetzten in das unbesetzte Gebiet zu befördern, ist den vorgenannten Zechen nicht bekannt.

Diè Brückengeld-Annahmestellen sämtlicher Brücken

ad von

Militärposten besetzt. Sie kontrollieren die

Geldeinnahmen oder nehmen das Geld selbst ein. Die

Tageseinnahmen werden von ihnen beschlagnahmt, Die Eingänge zu den inneren Häfen sind ebenfalls besetzt und werden scharf kontrolliert, da lagernde be­schlagnahmte Kohlenschiffe beladen und dem recht­mäßigen Eigentümer zugeführt worden sind. Ein staatliches Hafendampfboot wurde ebenfalls be­schlagnahmt.

Einspruch gegen Las Kohtsnaussuhr- oerbol.

Düsseldorf, 1. Febr. General Degoutte hat den Düsseldorfer Regierungspräsidenten Dr. Grützner davon in Kenntnis gesetzt, daß auf Befehl der französischen und belgischen Re­gierung die Ausfuhr von Koks und Kohle aus dem besetzten in das unbesetzte Gebiet verboten sei, dagegen die Ein- und Ausfuhr von allen anderen Waren freibleibe und die Einfuhr von Lebensmitteln nicht verhindert werden würden. Hieran hat der General den Befehl geknüpft, diese Ankündigung an die in Frage kommenden Be­hörden weiterzugeben. Die Ausführung dieser Anordnung hat der Regierungspräsident ab- gelehnt mit dem Hinweis darauf, daß die deutsche Regierung den Einbruch der französi- scheN und belgischen Armee als Vertrags­bruch ansehe und die deutschen Behörden an­gewiesen habe, keinerlei Anordnungen welche eine Folge dieses Einbruchs darstellten, auszu­führen Er sehe es für sich und alle deutschen Beamten als Pflichtverletzung an, wenn er diese Anordnung zur Kenntnis der be­teiligten Stellen bringen wurde. Er erhebe gegen das Kohlenausfuhrverbet enischie- .5 e n st e n E i n s p - n ch . sehe darin eine Kriegsmaßnahme, die eine Verletzung des Völkerrechts darstelle. Die Zusicherung der Freiheit im Lebensmittelverkehr werde er den ihm unterstellten Behörden und der Bevölke­rung mitteilen.

Das gewaltsame Vorgehen ^er Franzofen.

Bochum, 1. Febr. Bei der Besetzung der Fahr­zeugwerke Lueg, die erfolgte, um zwei Privat- Personen-Kraftwagen zu beschlagnahmen, wurde dem Elektriker Schulte und den beiden Meistern Roth und Ernst von französischen Soldaten Revolver und Dolche auf die Brust gesetzt. Ein Panzerautomobil richtete seine beiden Geschütze unter Zustimmung der herumstehenden französischen Offiziere und In­genieure auf die nur wenige Meter von der Mündung entfernt stehenden Herren der Werks­leitung und auf die Arbeiter. Die Straßen waren mit einem großen militärischen Aufgebot von Tanks und Panzerautomobilen abgesperrt. Die Beamten­schaft weigerte sich, den Anweisungen der Franzosen Folge zu leisten. , .

Bochum, 1. Febr. Als gestern in Weitmar ein PoUzeibeamter einem Offizier der Besatzung den Gruß versagte, versetzte ihm der Offizier mit der Hand einen Schlag ins Gesicht. In Bochum wurde heute ein anderer Polizeibeamter aus dem gleichen Anlaß von einem Bejatzungsoffizier mit der Reit­

peitsche mißhandelt. In der Beamtenschaft haben diese Vorfälle begreifliche Erregung hervorgerufen.

Berlin, 31. Jan. In Bochum wurden, den Blättern zufolge, den Verwaltungsbeamten der Schutzpolizei sämtliche Gelder zur Auszahlung der Besoldung für Februar von den Besatzungstruppen abgenommen.

Bochnm, 1. Febr. Direktor Haländer von dem Preß- und Stanzwerk in Neviges hatte auf Vor­stellungen des Betriebsrates einer Arbeiterin, die beim Einzug der Franzosen französischen Soldaten Kaffee und Kuchen gereicht hatte, die Kündigung übermittelt. Das Kriegsgericht erblickte in dieser Entlassung eine Beleidigung der französischen Truppen. Das Urteil lautete auf 150000 Mark Geldstrafe. In Castrop wurde der Postmeister Herbst aus Mengede zu 30 Tagen Gefängnis ver- urteikt. Das Urteil wird jedoch nicht vollstreckt, weil Herbst nach der Verhandlung ins unbesetzte Gebiet abgeschoben wurde. Erhalte sich geweigert, eine Verbindung zwischen Mengede und Eastrop 6er» -«stellen, nachdem eS gii einem sehr ansgeregten Zwischenfall zwischen französischen Soldaten und dem Postpersonal in Mengede gekommen war, wobei die Soldaten das Personal mit ^Kolben und Anlegen des Gewehrs bedrohten.

Bochum, 1. Febr. Die in Bochum verhafteten Zollbeamten sind ausgewiesen worden. Zollamtmann Wienhold wurde mit Rücksicht auf sein hohes Alter frcigelafsen.

Essen, 1. Febr. Die verhafteten und ausgewie­senen Oberbeamten der Reichsbahndirektion Essen sind bei Olsen abgcsctzt worden.

Die französische Ksh!enb§u!e.

Berlin, 1. Febr. Nach den neuesten Fest­stellungen sind seit dem Beginit der Besetzung bis Ende Januar aus dem Ruhrgebiet an Kohle und Koks 656 Tonnen nach Belgien und 20 309 Tonnen nach Frankreich abgeführt wor- JMp. .Hn^i^ââWssiw aliu iMmj). ,21^00 Tonnen von den Jnvasionsmächtèn erbeutet werden.

SonnlagsschichkKn im Braunkshien- Herckbau.

Berlin, 1. Febr. Nach einer Meldung aus Halle beschlösse« nie Bergarbeiter im mitteldeutsche» Brami- kohlenbergbau, auch Ssnutagsschichtc» zu versahre», um dem Ausfall der Ruhrkohle zu begegnen.

Poinear« und das Parlament

Paris, 1. Febr. Der Regierungsanirag, die Interpellationen über die Ruhrbefehung und die Außenpolitik weiter zu vertagen, wurde Heuke in der Kammer mit 485 gegen 81 Stim­men angenommen.

Im Laufe der Geschäftsordnungsdebatte gab der Abgeordnete Herriot namens der Radikalen eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt, die Besetzung des Ruhrgebiets erscheine seinen Freunden als Folge der seit langen Mo­naten in Genua und auf späteren Konferenzen konsequent durchgeführten Politik. Diese Poli­tik sei nicht die seiner Partei und sie übernehme keine Berantwortring für sie. Nach ihrer Auf­fassung lasse sich Frankreichs Sicherheit nur gewährleisten durch eine Politik der Vermitt­lung und der internationalen Anleihen, durch eine Politik, die auf die Erhaltung der be­stehenden Bündnisse und Freundschaften ge­gründet sei. Die Radikale Partei lehne es ab, etwas zu tun, was die Nation schädigen könnte und sie werde an die Regierungen der Ver­einigten Staaten und von England appellieren, damit diese Frankreich bei dem Erlangen von Reparationen be­hilflich seien. Ferner werde der Appell an die Demokratie Deutschlands gerichtet werden, damit sie die deutschen Kapitalisten zwingen, Reparationenzuleisten. Unter diesen Umständen billige die Partei die Vertagung der Interpellationen In der weiteren Debatte schloß sich Painlevs (Radi­kalsozialist) der Erklärung Herriots an und be­tonte, die Schwierigkeiten, die die Operationen im Ruhrgebiet mit sich brächten, machten es zur Pflicht, für die Vertagung zu stimmen. Darauf wurde der Vertagungsantrag ange­nommen.

(Bekanntlich hatte Poincare bereits in der Sitzung der Kammer vom 11. Januar die Ver­tagung der singebrachten Interpellationen über die Ruhrbefetzung auf den ersten Freitag im Februar verlangt und durchgesetzt. Nun- nrehr sind die Interpellationen abermals ver­tagt worden, jedenfalls in der Erwartung, daß die deutsche Regierung bald vor der brutalen Gewalt Frankreichs kapitulieren wird. Wir glauben, daß Frankreich sich darin arg täuscht. D. Red.)

Ginebemerkenswerle enal.Aeutzerune

London, 2. Febr. Davidson, der Privatfekrekar des Ministerpräsidenten Bonar Law, erklärte in einer Rede, daß die unabhän­gige Aktion der ftaniöfifiben Regierung zur

1923

Vernichtung jeder Hoffnung auf Reparations­zahlungen durch Deutschland führen werde. Die verwüsteten Gebiete in Frankreich müßte« zwar von Deutschland wieder aufgebaut wer­den, die Besetzuna des Ruhrgebietes aber zer­störe völlig diese Möglichkeit. Wie betStar berichtet, erklärte Davidson außerdem noch, die Franzosen erwarteten Beefsteak *zib Milch von ein und derselben Kuh. Sie könnten aber nicht beides gleichzeitig haben. Sie liefen bei diesem Ansinnen Gefahr, sich selbst zu ruinieren. Dem gleichen Blatte zufolge stellen diese Aeuße­rungen des Privatsekrekärs Donar Laws ge­nau die Ansicht der britischen Regierung dar. Ein in enger Fühlung mit dem Premierminister stehendes Parlamentsmitglied erklärte heute, dies sei nicht nur die Meinung des Mini­sters der Krone, sondern so gut wie die j e d e s vernünftigen Menschen in Eng - land.

^Bestätigung der Mainzer Kriegs- sterichksurieile.

Mainz, 1. Februar. Die Revisionsinstanz des französischen Kriepsgerichts hat heute nachmittag in nur halbstündiger Vertzandlung die sich auf mehrere strafprozsffuale Formverstötze stützende Revision der verurteilten sechs Zechenbesitzer und der Beamten Schlutius und Raiffeisen verworfen. Das Urteil ist damit nach französischem Militär- strafrecht rechtskräftig geworden und eine Berufung an eine höhere Instanz nicht mehr möglich.

Domonslrattsn in Frankfurt a. W.

Gegen die im Hotel Carlton wohnende Ententekommission Hai gestern abend gegen 11 'âhr, nachdem der Aufenthalt der Kom­mission unter den Si' aßen Passanten bekannt wiâ^,eâ gkmaai^^

dèr Straße vor dem Hotel versammelte Menge erhielt sehr rasch Zuzug und von verschiedenen Kandelabern herunter hielten einzelne Leute, lie angeblich aus dem besetzten Gebiet Zanken, Ansprachen an die Menge. Die Demonstranten nahmen eine ziemlich drohende Haltung ein nnd versuchten in das Hotel einzudringen, wo­bei es mit der von der Le'tung des Hotels her- beigerufensn sehr zahlreichen Schutzpolizei- mannschaft zu einem Handgemenge kam. In erregter Stimmung verharrte die tausend- löpfige Menge vor dem Hotel. Zu ernsteren Zwijchensällen ist es nicht gekommen.

Steuerausfchutz des Reichstags.

Berlin, 1. Febr. Der Stetttrausschusi des Reichs« 1 iaq§ hat beute wegen der Differenzen über die Be- inessuug des Satzes der Umsatzsteuer in der Novelle zu»! LandeSsteucrg-sctz seine Beratungen vorläufig abgebrochen. Schon gestern hatten die Sozialdemokraten erklärt, daß sie der Erhöhung der Umsatzsteuer von 2 aiâ 2^2 Prozent, wie die Regierung vorgeschlagen bitte, nicht zustimme» könnten und statt besten Vor­schlägen, von dem Betrage der Kohlenstener den Ge­meinden 10 Prozent zu überweisen. In der heutigen Sitzung des SteneranSichuffes erklärte im Namen des Zentrums Nbg. Herold, daß leine Fraktion mit dann bereit gewesen wäre, der Erhöhung der Umsatz­steuer znzustwimen, wenn sich eine überwältigende Mehrheit beS Reichstags hinter bieten Beschluß gestellt hätte. Da diese Mehrheit nach dem bisherigen Gange her Verhandlungen nicht zu erreichen sei, feien seine politischen Freunde nicht in der Lage, der Erhöhung der Umsatzsteuer auf 2/, Prozent zuzustimmen.

Staatssekretär Zapf vom ReichsfinanzministeriuM aab darauf die Erttärung ab, daß die Ablehnung der Umsatzstcuer-rhöbung, die die künftigen Reich-einnahmen empfindlich beeinträchtige, eine neue Lage schafft, die den RcichSfinanzminisler zu folgender Erklärung gegen­über dem Ausschuß veranlasse:Der Reichsminliter aer Finanzen hält es ongesicht» seiner Verantwortung Gegenüber den Reichsfinanzen für geboten, vor weiterer Erledigung des Entwurfes die neue Lage der RerchS- regierung zur Kenntnis zu bringen, damit sie sich entscheiden kann, ob sie die Vorlage aufrrchterhalten will. Er stellt daher anheim, ob unter diesen Um­ständen eine Wcitcrbcratung im gegenwärtigen Augen» 6 ick noch von Wert fei". ,

Namen des Reichsrats sprach .luufteruurat Dr. Miilert vom preußischen Finanzmlmsterlum die Hoffnung aus, daß angesichts der Wichtigkeit der Frage die Erhöhung der Umiatzitcuer sei das Kernstück der ganzen Vorlage die Parteien ihre Stellungnahme eüter Nachprüfung unterziehen wurden, da eine Verabschiedung der Vorlage ohne Bereit­stellung der geforderten Wittel auSgeschlo,sen sei. Die Vertreter der übrigen Fraktionen erklärten überein- stimmend, daß bei der gegebenen Sachlage eine Weiter- Beratung keinen Zweck habe und deshalb Vertagung ^$er i^Mchilß beschloß daraufhin, bie Weiter« Beratung der Landessteuergesrtzes abzubrechen und ver­tagte sich.

Denkt an das Ruhrgebietk Zeichnet Das deutscheDolksopfer!

Dollar (10 Adr vorm.) 42000