Einzelbild herunterladen
 

Ve»«a«vrei»:Monatttch Mk. 960. ohne Träg erlabn: Einzelnummer Mk. 40.. Samstags 50 anietaenuteije: Sie 28 mm breite Zeile Mk. 40.; F i n anrinserate Mk. 50, Metlame (63 mm breit) Mk. 100.. Inserate, auch laufende, werden nur zum ieweiligen Tageroreile berechnet. Ottertengebübr Mk. 20.-. Geschäftsstelle: Hammerltrahe 9.

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Siadl- und Landkreis Kanan a. M. /WW^

Erscheint täglich mit Lusnahm« der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech. Anschluß Nr. 1537

Ertüllunzsorl u.Geri<btsKand für beide Teile Hanau a.M. FSrPlatzvor- ickriit und Erscheinungstase der Anzeigen wird keine GewStr geleistet. - 3m Falle höherer Gewalt. Streik m«.. bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung de, Bezugrvreiies.

«r. 22

Freitag den 26. Januar

1«23

Monte Mgetungen im Mrs«

Des Reichssinanzmiuiflers Slatsrede. Neue Ausweisungen und Verhaftungen. Einstellung -es Eisenbahnverkehrs-

Der Reichstag trat gestern in die allgemeine Serchtng desEtatsfür1923 ein. Finanz- Minister Dr. Hermes hielt die übliche Etats- rgne. Selten ist wohl im Reichstage diese Etatsrede unter so eigenartigen Begleiter­scheinungen gehalten worden wie gestern. Die volitische Hochspannung, unter der wir nun seit Sem französischen Gewaltstreich an oer Ruhr stehtn, hob das, was der Minister Hermes zu stiften hatte, hoch über den Rahmen der sonst gewohnten Etatsrede hinaus. Kaum ist die Etatsrede eines Finanzministers vor so dicht- gefülltem Haus und vollbesetzten Regierungs- hänten mit so tiefgehender persönlicher Anteil­nahme gehört worden. Die Etatsrede des Ministers Hermes wurde zu einer hochpoliti­schen Anklagerede gegen diejenigen, die Deutfdiljnbs wirtschaftliche Gesundung mit allen Mitteln der Gewalt zu hindern suchen, and die scharfe Art, wie der Minister gegen liefe Gewalt Verwahrung einlegte und wie er gegenüber diesem Vorgehen von franzö- sischer Seite zu Festigkeit und Einig­keit, aber auch zu Besonnenheit au deutscher Srite mahnte, machte nicht nur au das Haus starken Eindruck, sondern auch au die Tribünenbesucher, die mit lautem Hände- klatschen bezeugten, wie sehr der Minister den Zuhörern aus dem Herzen gesprochen hatte.

Reichsflnanzminister Dr. Hermes führte a. a. aus:

Im ordentlichen Haushalt der allge­meinen Reichsverwaltung gleichen sich Ein­nahmen und Ausgaben mit 732 Milliarden aus, im außerordentlichen Haushalt der all­

ier»

le Ab

000

gemeinen Reichsyerwaltung bleibt ein unge­deckter und auf Anleihe zu übernehmender Nusgabebedarf von 66 Milliarden Mark. 5m Haushalt der Reichspost- und Telegraphen­verwaltung beläuft sich der Fehlbetrag »uf rund 88 5L Milliarden. Die Maß- nahmen zur Verringerung der Ausgaben sind in vollem Gange. Der Anleihebedarf im auß, "deutlichen Postetat beläuft sich auf 84H Mil- uarden. Bei der Reichsbahn sollen die ordent­lichen Ausgaben durch Anpassung der Tarife an die Geldentwertung und durch Ersparnisse voll gedeckt werden. Der planmäßig bau des überzähligen Personals wird 25 Köpfe ersparen. Durch Ersparnis an wHal, Kohlen und Oelen sollen nach einer suriickliegenden Schätzung rund 140 Milliarden Astiger ausgegeben werden. Der außer» Ordentliche Haushalt der Reichsbahnen Mießt mit einem Anleihe bedarf von rund 284 Milliarden ab. Für die Ausführung der priedensvextrages ergibt sich ein Ausgabebedarf von 2 0 Milliarden. Dabei V entsprechend unserem Moratoriumsgesuch u die eigentHrh' '"-"''rationen noch kein Be- ""az eingestellt. Der gesamte Anleihebe- °°rf beträgt 622 Milliarden Mk. . Snfulce der Besoldungsaufbesseruna vom A November, der Besoldungszufchüsse an Zander und Gemeinden, der Teuerungsmah- »ahmen für Militärrentner, der Erhöhung des Ausgleichsfonds und des Mehrbedarfs für Der- Rung der Reichsschulden, oer Mehraufwen-

U"gen für soziale Ausgaben, erhöhte ©teuer» Erweisungen für Länder und Gemeinden, sich der A u s g a b e b e d a r f a u f r u n d

Milliarden Mark belaufen, wrt! Hört!) Einschließlich der Voraussicht- My Mehreinnahmen thnn demgegenüber das lE^ergebnis der Steuern und Zölle auf M bis 2100 Milliarden Mark geschätzt wer- Es entsteht also im ordentlichen Haushalt " allgemeinen Reichsverwaltung ein

Nbetragoon 1400 bis 1600 Milliarden Mark. Wu kommen noch die Fehlbeträge der anderen /°^halte. Infolge der Lieferung von Repa- Mlanskohle mußten allein 70Milliard«n ®rk, für den Bezug englischer Kohle gegeben werden. (Lebh. Hört! Hört!)

Aie sollen sich die Dinge nun erst gestalten j. Hinblick auf die durch die B e s e tz u n g d e s hrgebiets drohende Erschwerung "er Kohlenwirtschaft, unserer gesamten pri- und Staatswirtschaft! Die letzten ge- bar Bq? Preissteigerungen sind die unmittel» ini.K1 folgen des neuen Marksturzes und dieser ioerum die Folge der Ruhrbesetzung. Die

im Kriege zurückgegangene Förderung konnte dank der Vergrößerung der Belegschaften und deren Bereitwilligkeit zu Ueberschichien wiedex gesteigert werden. Der französische Eingriff führte einen jähen Wandel herbei. Es besteht nicht nur die Gefahr, daß die Förderung ab­nimmt und die Zuführung der Ruhrkohle in das nicht besetzte Gebiet geringer wird und da­mit für die Eisenbahn und die Industrie der Bezug englischer Kohle notwendig wird, son- dern auch die Gefahr, daß

der ganze subtile Mechanismus des Ruhrgebiets und damit das Herz unserer Wirtschaft ins Stocken geraten.

Die Absicht der französischen Imperialisten geht dahin, im westlichen Wirtschaftsgebiet eine Ver­einigung von Eisen, Erz und Kohle unter fran- zöfischer Führung aufzurichten. Die Herstellung einer Beziehung zwischen der lothringischen Erz- und der Ruhrkohlenindustrie, die beiden Gleichberechtigung und Unabhängigkeit gewähr­leistet, wäre eine natürliche Entwi^ung, aber die französischen Imperialisten wollen die un­bedingte Vorherrschaft in Europa, die der deutschen Industrie die Selbständigkeit und der deutschen Wirtschaft die Lebensmöglichkeiten nehmen würde. Durch die Ruhrbesetzung und

wächst unsere schwebende Schuld.

Wir hatten am 31. Dezewber 1922 eine schwe­bende Schuld von nmd 1495 Milliarden Mark, am 2 2. Januar 1923 von 1852 Mil­liarden Mark. Vom Kriegsende bis zum Ablauf des Jahres 1920 war die fchwebende Schuld nur von 51 Milliarden auf 166 Milliar­den Mk. gestiegen. Vom Beginn des laufenden Rechnungsjahres bis zum 22. Januar hat sich dagegen die schwebende Schuld um 1580 Mil­liarden vermehrt. Der Versuch der Besatzunas- armee, die Kohlensteuer und die Zölle an sich zu bringen, wird von uns mit allen Mitteln bekämpft werden. Zu den Mindereinnahmen gesellen sich Ausgaben zur Beseitigung der durch die Besetzung entstehenden Schäden. Die Reichsregiemng wird in den nächsten Tagen mit einer

größeren Sredikforderung zur Beseitigung der wirkfchafMchen Schäden der Ruhrbesetzung

an den Reichstag herantreten. Da klingt ès wie Hohn, wenn Herr Poincarè in seiner Kam­merrede zur Rechtfertigung des Gewaltaktes erklärt: Wir wollen auch Deutfchland zur Durch­führung von Reformen bringen, die unsere Fi- nanzen retten und die Mark stabilisieren soll. (Gelächter.) Wir müssen versuchen, von un­serem schwerbedrängten Volk die äußerste Not abzuwenden. Die E r n ä h r u n g der ®enoife» rung darf nichtweiterverschlechtert werden. Die Welt wird es verstehen, daß der deutsche Finanzminister in dieser Zeit vor allem mit dafür sorgt, daß unser Volk nicht zugrunde geht. Wir können es gar nicht laut genug in die Welt Hinausrufen:

An unserem Ruin trägt die alleinige Schuld die französische Gewaltpolitik.

Noch einmal muß vor aller Oeffentlichkeit mit der Lüge aufgeräumt werden, daß Deutschland selbst feine Währung und seine Finanzen ab­sichtlich in Unordnung gebracht habe, um sich der Wiedergutmachungspflicht zu entziehen.

Solange mHlfarifther Druck uns bedrängt, solange das rechtswidrig überfallene deutsche Gebiet noch von den Eneri^ei« T uppen be­setzt gehalten und das Rheinland vergewalligt wird, werden wir Reparationen weder leisten noch leisten können. (Sehr wahr!) Sobald je- doch die Gewalt dem Re^t gewichen ist r irb man uns bereitfinden, über eine vernünftige Regelung der Reparationsfraae zu verhaubeln, wie wir ja auch nie daran gedacht haben, uns solcher Leistungen zu entfallen, die im Rahmen unserer Leistungsfähigkeit liegen.

Einigkeit und Geschlossenheit ist das Esbot der Stunde. Wir sind von dem festen Glauben an den Erfolg unseres moralischen Widerstandes erfüllt; denn er f (honst seine Krast aus den letzten, unzerstörbaren Wurzeln unseres Volks­tums, aus der unverbrüchlichen T^eue zu Rei und Land und aus der starten; alles überwin­denden Liebe zu unserem teuren Heimatboden.

(Lebh. Beifall und Händeklatschen, auch auf den Tribünen.)

Deut'ches DolKsnpfer.

Ein Appell an das deutsche Volk.

Berlin, 25. Jan. Die Reichsregierung und die Regierungen der Länder haben folgen­den Aufruf erlösten:

Deutsche Volksgenossen!

3m Frieden, entaeaen geschlossenen Verträ­gen. hat der französische Imperialismus dos Ruhrgebiet, freies deutsches Land, mit militä­rischer Macht vergewaltigt. 3m Rheinlande bat er die Schranken durchbrochen, die die Verträge den Besatzungsmächten auferleaen. Darüber hinaus bedroht setzt das ganze deutsche Land wirtschaftliche Not und Teuerung. Friede und Recht sind gebrochen. Gewalt und Unreif sind unserem Volke angetan, das unter schwerster Last seiner Arbeit Nachbeben wollte. In zäher Abwehr steht die Bevölkerung der vergewaltigten Gebiete wie ein Mann. Gedeih und Verderben» ihr Wirtschaftsleben und ihre Freiheit setzen Arbeil-'-ber, Arbeitnehmer und Beamte im Kamvfe für das Recht ein. Neue schwere Rot entsteht, schwerer noch als wie wir sie jemals trugen: Rot im vergewaltigten Ge­biet, Rot im affbef^fen Land am Rhein, Rot in ganz Deutschland.

Der Staat wird helfen, wo erkann, aber vor der Staatshilfe muß eine andere Hilfe kommen, freier, beweglicher: die Hilfe des Volkes am Volke! Schon haben sich herzen und Hände aufgeschlossen, um das Leid und die Lasten zu liebern, den Widerstand für deutsches Recht zu stählen und toM> Kraft Deutschlands und sein Recht kuubzutvn. Was Deutschland erneut auferlsqk wird, ver­langt von uns große Opfer. Große wirtschaft­liche Verbände haben schon den Hilfsgedanken in ihren Kreisen zur Tat werden lasten. Nie- mand wird zurückstehen dürfen, kein Land. kein Alter kein Stand, kein Geschlecht. Wir wenden uns darum an alle Volksgenossen mit dem Ruf: Empfindet die kommende Rot als ge­rn e i v f a m e d e u t f ch e Rot. wehrt sie ab, lindert sie, entsagt dem Luxus und der Ueppig­keit, um dem Nächsten zu helfen: gebt aus dem Ueberfluß. wie aus bescheidenen Verhältnisten, was geleistet werden kann. Es geht um Deutsch­lands Dasein und Zukunst, um Reich und Frei­heit des Volkes. Gebt deshalb zum deutschen Volksopfer. Die aufgebrachten Mittel werden von einem Vertrauensausschuß verwaltet und verwendet, der unter dem Vorsitz des Reichs­kanzlers Zusammentritt.

Berlin den 24. Januar 1923.

Ebert, Reichspräsident. Für die Reichs­regierung: Reichskanzler Dr. Cuno.

Die Regierungen der deutschen Länder.

Weitere Ausweisungen.

Petleng, 25. Jan. Die Snteraßierte Rbein- ranblommnftxn hat weiter folgende Beamte wegen Nichterfüllung der veror»nun«en 132 bi« 135 mit efortiger Wirkung au« dem besetzten Gebiet au»ge- wieken: Regierung-Präsident Rombach - Stadien, Dberre*ierung«rat v. Gör, e n-Aachen, die Familien 'iefer Herren müßen innerhalb acht Tagen das be« letzte Gebiet verlassen; ferner Kreisichulrat Bach- mann- Kreuznach. Bürgermeister Meyer- Sangen» lonrhcim, Zollcat Weiler- Neuß, Oberzollinspektor Bogt» Reuß, Zallrat Emmer- Cleve, Forstrar Ha Skt» -Cleve und Forstrat Aschenbrenner- Cleve. Die Familien biefer Herren missen innerhalb vier Tagen dar besetzte Gebiet verlassen.

»«tu», 25. Jan. Wegen der gestrigen vater­ländischen Sunbgebungen in den Straße» der Stadt, die verschiedentlich zu Zusammenstößen mit französischen Patrouillen geführt hatten, ist heute der Polizei, »irektor »omann wen bet Seie^ungSbelörbe au«gewiesen worden.

Lpeyer, 2«. Jan. Sämtliche Beamte bet Regierung<f»rftrat«ka«mer der Ndeinpsal, sind von der Besa»ung,bei-ör»e wegen der Berw-igerun, der Lollzuac» der Rdeinlano-Ordonnan- zen 134 und 135 ihre« Dienste« entjctzt »orten. Bier Beamte wurden in Milittrgewadriam ge­nommen, vier weitere Leiter ber For iverwaltung find angewiesen worden, sich zur Verfügung »cr Scmtzung». bchöide »» halte».

Darmstadt, 25. Jan. Gebeimrat Raiffeisen »ad Dr. S ch I u I t u «, bte, wie bereit» gemeldet, gestern abend nach ber Srie|l«erid)t«verbanblmig einen «u». wevuiigOcfebl erhalten haben und über die Grenze -»geschoben wurden, sind gestern abend hier in Darm» hebt eingetroffen und erzählten einem Reoakteur .Hessischen L«ude»rciiiing.Tätlicher Anzeiger" über ihre Erlebnisse folgende«: Stach ber Verhandlung uns nachdem ihm sein Rcchl»aiiwalt mitgeteilt hatte, daß er zu einem Jahr Gefängnis mit SewährungSsriN verurteilt worden fei, wollte sich Dr. Schlutiu« mit Gebtlinrat Raiffeisen nach »em Zeutralliotel begehen, wo die vei urteilten Industriellen den Abend verbrachten. Beim Verlassen de« Justizgebäude» wurde Dr. Schlu-

Hirt erneut von fünf französischen Soldaten mit Geheimrat Raiffeisen festqenommen und in ein Auto verbracht. Sie passierten die Rüembrücke und fuhren dann ungefähr anderthalb Stunden durch die Nacht. Auè einer Chansee, an der sich ein französischer Wacht- Haus befand, wurden sie ausaeietzt und ihr Koffer hinter ihnen hergeworfen. Dar Auto fuhr dann zu­rück. Die Herren wußten Nicht, wo sie sich befanden. Menschliche Wohnungen waren nicht in der Nähe. Nach etwa halbstündigem Warten kam ein Auto aus der Straße an und der Inhaber, Herr (Saftei aus Mainz, brachte dann beide Herren, die zwilchen Gries­heim und Darmstadt ausgesetzt worden waren, nact Darmstadt, wo sie völlig mittellos eintrafen.

D e Keimkehr der Zcchenverlreler.

Essen, 25. Jan. Die Heimkehr der vom französischen Kriegsgericht widerrechtlich ver­urteilten Bergwerksdirektoren des Ruhrreviers gestaltete sich zu einer ergreifenden vaterländischen Kundgebung de- deutschen Volkes für die Männer, die in Mainz tapfer und treu deutsches Recht und deutsche Würde vertraten. Auf allen Bahnhöfen waren tausende, von Menschen versammelt, die mit jubelnden Zurufen die Jndustrieführer des Ruhrreviers begrüßten. In Mainz gab trotz der frühen Morgenstunde eine nach Tausenden zählende Menschenmenge den Abfahrenden das Geleit. Auf jedem größeren Bahnhof be­grüßten ungeheure Menschenmengen mit Zu­rufen und Tücherschwenken die Heimkehrenden. Tausendfach klangs immer wiederBleibt fest!" Von Bonn aus gaben Tausende dem langsam fahrenden Zuge unter dem Gesang des Deutschlandliedes bis weit hinter die Stadt das Geleit. In Koblenz forderte ein Mann im

Menge zu einem Hoch auf die Männer des Ruhrbezirkes und auf die hinter ihnen stehenden Bergleute Westfalens auf. In Andernach gab Pfarrer Roesch in flammenden Worten der Freude über die Einheitsfront Ausdruck. Mit Stolz blicke das ganze deutsche Vaterland auf seine Männer und das ganze deutsche Volk stehe hinter ihnen. Auf dem Bahnhof Köln hatte sich eine nach zehntausenden zählende Menschenmenge eingefunden. Als der Zug langsam in die Halle einfuhr, durchbrauste das Deutschlandlied die weiten Bahnhofshallen. Die Studentenkorps hatten sich vollzählig eingc- funden und überreichten den Heimkehrenden Blumensträuße. Es war eine imposante Kund­gebung. Kurz bevor der Zug wieder die H Ue verließ, traten verschiedene Herren der eng­lischen Bahnhofswache auf die Zechenvertreter zu und reichten ihnen die Hand.. Der Empfang, den die Bevölkerung Essens ihren Mitbür­gern bereitete, bildete den schönsten Abschluß der denkwürdigen Fahrt und hinterließ uiwer- gleichliche Eindrücke. Die am Bahnhof harrende unübersehbare Menge zeigte eine r ustergültige Haltung. Die französischen Postierungen waren zurückgezogen. Als der Düsseldorfer D-Zug gegen 4^ Uhr in den Essener Hauptbahnhof einfuhr, brau ste das Deutschlandlied durch dieHalle und über den Platz. Mit entblößtenHäupternbegrüßtedie Menge die Bergwerksdirek^-en. Stürmische Hochrufe auf die tapferen Männer und auf Deutschland folgten. Die auf dem Bahnsteig versammelten Angehörigen der Heimkehrenden überreichten diesen frischen Lorbeer und Blumen. Zu dem Empfang waren ferner Vertreter der Reichs- und Staatsregierung, der Stadt Esten, des ganzen Ruhrbergbaus usw. erschienen. Nach den Empfangsfeierlichkeiten nahmen die Direktoren in einem Kraftwagen Platz, welcher sich nur mit größter Mühe durch die Menge einen Platz bahnen konnte. Immer wieder folgten erneute Hochrufe.

Die Defatzungskoften -er Sla-t Essen«

Offen, 25. Jan. Die Sofien, die allein »der Stadt Esten aus den von den »eiatzungitruppen geforderten Anschaffungen für Bette», Strodsäcke. Tische, Stühle, Schreibmaschinen, Büroutensilien und Aehnliches ix den ersten zwölf Tagen der Ottupatwn erwachsen sind, werden auf annähernd eine Viertelmilliarde geschätzt. Für jeden, der weiß, in tote schwieriger Situation sich die dextichen Stätte befinden, sind diese Ziffern außer, ordentlich he*. Die Entschädigungen an die beschlag, nahmten Hotel» und an die mit Einquartierung belegten Privatwodnungcn sind in der angegebenen Ziffer noch nicht einbegriffen. Um wie' große Summen e» sich auch hierbei handelt, geht daraus hervor, daß ein einzige« dieser Hotel« eine tägliche Entschädigung von dreiviertel Millionen Mark verlangt.

Dollar (10 Uhr vorm.» 22000