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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

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1 Anzeiger

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U. 19

Dienstag den 23. Januar

1923

Die Ereignisse im Ruhrrevier.

Neue Gewsttmatznshmen. EinmiMge Abwehr. Mittwoch Kriegsgericht

Wenn einer ein Geschäft gemacht hat, von dem alle Welt weiß, daß es schlecht war, und wenn dieser eine ungefragt in ewiger Wieder­holung versichert, das Geschäft sei ausgezeichnet gewesen, dann war es so schlecht, daß der An- oeführte ernsthaft um Ansehen und Kredit be­sorgt ist. Frankreich dürfte in dieser Lage sein. Feine Rechnung, die es der Eroberung der Kuhr zugrunde gelegt hat, stimmt nicht; Posten für Posten ist falsch. Es wird immer sichtbarer, daß die grundlegende Voraussetzung, die Frank­reich zu dem Abenteuer mit gab, die Annahme war, ein wenig militärisches Theater, Brutali­tät und gallische Rethorik würde den deutschen Widerstand über den Haufen rennen. Die Fran­zosen glaubten i h r Wille werde diktieren unb sehen nun, daß der Wille Deutsch­lands stärker ist, als das gedankenlose Faust­heldentum der poincaristischen Generale. So ist

<5 auch ganz selbstverständlich, daß die Maß­nahmen der Franzosen im Einbruchsgebiet jeder Einheitlichkeit entbehren. Sie verhaften und enthaften; sie besetzen Zechen und müssen vor der Arbeiterschaft weichen; sie bedrohen die Eisenbahner mit Bajonetten und ziehen sich von Bahnhöfen zurück; sie setzen Kontrollen ein und heben sie auf, sperren Banken und öffnen sie wieder. Kurzum:Rin in die Kartoffeln! Raus «uz den Kartoffeln!" Der Plan ist eben ver- dnrbeff^ Sie haften weder mit der

mrdm.^Sie haften weder mit der jây beut?. -Hochmu, â ^^.

schen Regierung noch mit der geschlossenen das Bochumer' Hauotzollämt" ^ Unternehmer-, Beamten- und Arbeiterschaft ge- finanzamt und die Finanzkasse in

rechnet.

Dieser Wille und diese Geschlossenheit muß aufrecht erhalten werden, bis der letzte Fran­zose das Ruhrgebiet verlassen hat und der fran- Hscl)e Rechtsbruch wieder gut gemacht ist. Be­zeichnend für die Einmütigkeit, die diesmal wirklich alle Kreise Deutschlands beseelt, sind Ausführungen, die Hellmut von Gerlach in der »Welt am Montag" macht, der sich sonst nur in zersetzender Kritik ergeht. Er billigt nicht nur oie Haltung der Regierung Cuno, sondern fin­det sogar anerkennende Worte für die Schwer- mbuftrie, deren Benehmen in der Ruhrfrage er ols durchaus würdig bezeichnet. Wenn sie sich weigere, fremden Befehlen zu folgen, so habe das ganze Volk auf ihrer Seite. Und aus­drücklich betont v. Gerlach, daß die deutsche Re­gierung nicht verhandeln könne, solange die ^anks das Ruhrrevier durchrasseln. Auch die "swerkschaftlichen Verbände haben sich zu ein- ^Aiöem Handeln zusammengefunden, nicht nur

Ruhrrevier, sondern auch im übrigen Deutschland. Ein Aufruf der Spitzenorganisa- üonen der Arbeiter, Angestellten und Beamten Ordert die gesamte Arbeitnehmerschaft auf nachzulassen in ihrem Widerstand gegen störenden Eingriff der feindlichen Militär­macht in das deutsche Wirtschaftsgetriebe" und °as Festhalten an den bisher aufgestslkten For- aerungen: Freigabe der völkerechtswidrig vsr- Weten Werkleiter und Beamten, Freigabe der ^ergwerke und Zurückziehung der französisch- Mischen Soldaten von den Arbeitsstätten. Die wird auch diesmal sehen, daß ein einiges ^utschland unbesieglich ist.

Neue GewattMatznahMSn.

. Wiesbaden, 22. Jan. Oberegierungsrat P t e f e, der nach der Ausweisung des stell- anretenden Regierungspräsidenten v. Reedern sten Geschäfte wahrnahm, ist ebenfalls von an Franzosen ausgewiesen worden, weil er sich ^stgerte, die aus Anweisung der preußischen

ergangene Verfügung nn die Mchbeamten, nur der preußischen Regierung ^üe zu leisten, zu unberufen. Die Geschäfte cy Regierungspräsidenten werden jetzt vom oerregierungsrat von Wedel wahrgenömmen. n.Rachen, 22. Jan. Heute mittag ist der ^fdes Finanzamtes Aachen 2 (Aachen-Land

Monechan) Oberegierungsrat Sembach $ sein Stellvertreter, Regierungsrat Dr. -.^ten, von einer aus drei Offizieren und L I bis sechs Gendarmen bestehenden Abord-

"I der Besatzungsbehörde verhaftet wor- sie p ^^il sie diesen gegenüber erklätr hatten, fein hUr^en &cr belgischen Regierung keinen Vor- Uund nur den Anordnungen der deutschen

Folge leisten. Daraufhin haben u9e Beamten und Angestellten des Finanz- es ihre Tätigkeit eingestellt.

n* 22- Jan. Der Präsident des Landes- K onzaintes Köln, Hähling v. Lanze- u e r wurde beute abend nach 10 Uhr von

französischen Offizieren und belgischen Polizei- mannschaften in seinem Dienstzimmer verhaftet und im Automobil in der Richtung auf Bonn fortgeführt. Die Straßenpassanten, die Zeuge waren, wie der Präsident verhaftet wurde, brachten ein begeistertes dreifaches Hoch auf den hochverehrten, tapferen Präsidenten" au.

Münster, 22. Ian. Der Neichsbankvarsteher Rathaus in Neustadt a. d. Haardt ist von den Franzosen verhaftet worden, weil er sich weigerte, die Dankbücher und Abschluß- ziffern herauszugeben.

Essen, 22. Jan. Die französischen Truppen haben die Kabelstslle des hiesigen Telephon- amtes erreicht und sind mit der Herstellung eigner Leitungen beschäftigt. Auch am Klink­umschalter werden dauernd Umschaltungen vor­genommen, wodurch der gesamte Telophon- und Telegraphenvcrkehr schwere Stockungen erleidet. Die Ausbesserungen der Schäden ist überhaupt nicht möglich, da den deutschen Beamten der Zutritt verweigert wird.

Wiesbaden, 23. Jan. Die Franzosen haben gestern die städtischen Wälder um Wiesbaden beschlagnahmt. Magi­strat und Stadtverordneten haben sofort einen feierlichen Protest dagegen erlassen und erklärt, daß sie sich außerstande sehen, bei der Durch­führung der Maßnahmen mitzuwirken.

finanzamt und die Finanzkasse in Bochum zur Oberfinanzkasse für das besetzte Westfalen er­hoben/ Der Vorsteher des Zollamts weigerte

sich, die Erhebung unzuerkennen, und dürfte in Kürze verhaftet und ausgewiesen werden.

100 Millionen Mark Lohngelder befchlagnahmk.

Ludwigshafen, 22. Jan. Heuke vor­mittag wurde ein Mitarbeiter der B a d i f ch e n Anilin - And S odafabrik, der Gelder zur Lohnzahlung in der hiesigen Bsichs- bank-Rebensteke erhoben hatte, von der fran­zösischen Behörde angehalten und mit dem Geld zur Kontrollstelle gebracht. Schon in voriger Woche war der gleiche Vorgang zu verzeichnen. Das Geld wurde aber wieder freigegeben, lieber die Freigabe des beschlagnahmten Geldes wird zwischen Beamten der Anilinfabrik und den Franzosen verhandelt. Der hiesigen Beichsbank- Nebenstelle ist der Befehl erteilt worden, keine Gelder mehr an die Reichsbank-Bebenstelle der Pfalz abzugeben.

Mannheim, 22. Ian. Zu der Beschlag- nähme von Lohngeldern der Badischen Anilin- und Sodafabrik wird mitgeleilt, daß es sich um 100Millionen Mark handelt. Die Ver­handlungen der Direktion mit den Fran­zosen haben zu keinem Ergebnis ge­führt. Von der französischen Kommandantur in Ludwigshafen wurde der Direktion erklärt, daß drei neue Vorschriften der Interalliierten Rbeinlandkommission erlassen worden seien und erst geprüft werden müßte, ob die Beschlag­nahme mit diesen Vorschriften übereinftimmen oder nicht.

Di« KrftüSarrichtsverhandlung.

Mainz, 23. Jan. AlS Tag der kriegSgericktlichen Verhandluna gegen die von^ den Franzosen sestge- nommcncn Industriellen des Rullrgebiett ist nunmehr der Mittwoch (morgen) bestimmt worden. Die Ver­handlung beginnt um 9 UKr vormittags. Gegen die Herren Dr. Echlutiu» und Raiffeissen ist der Ver­handlungstermin noch nicht angesetzt, da die Akten n»ch nicht eingetroffen seien.

Die deutsche Abwehr.

Die Blätter melden übereinstimmend aus Essen, daß der W i d e r st a n d der gesam­ten Bevölkerung des Ruhrgebiets gegen die französischen Eindringlinge von Stunde z u S t u n d e w ä ch st. Die nach Mainz ver­schleppten deutschen Z e ch e n d i r e k t o r e n befinden sich in Einzelhaft. Jeder Verkehr mit ihnen ist unmöglich. Die Ber­ke h r s l a g e im neubesetzten Gebiet treibt mit großer Geschwindigkeit einer Krisis zu. Viele Gleise der Eisenbahn sind bereits gesperrt und wenn es auch vorläufig noch möglich ist, auf vielen Hunderten von Strecken Ausweichebcwe- gungen vorzunehmen, so wird auch das nicht mehr lange dauern.

In einer Unterredung mit General Drmvigne erklärte gestern, nach bemB. T.", der Regie­rungspräsident von Düsseldorf, Ä r ü tz n e r, amerikanische Kaufleute hätten ihm mitgeteilt,

sie müßten ihre gesamten Lieferungen in das Ruhrgebiet abbrechen, wegen der Gefahr, daß die eingeführten Waren von den Franzosen be­schlagnahmt würden. Vor allem würden die Lebensmittellieferungen, insbesondere Speck und Schmalz, eingestellt werden. Bei einem Versagen der Transportmittel werde im übri­gen jede Verteilungsmöglichkeit aufhören. Auch würden die größten Stockungen in der Getreide- und damit in der Brotversorgung der Bevölke­rung eintreten.

AâtterÄLVrdnungeu fordern erneut Sie Freilassung der Zechcuverirewr.

Mainz, 22. Jan. Die Abordnung der Ar­beiter und Ange stellten von Thys- s e n, der Essener Steinkohlenbergwerke A.-G. und des Essener Bergwerkv»reins König Wil­helm, die etwas mehrals 96 0 0 0 Arbei - ter und Angestellte vertritt, war heute in Mainz anwesend, um beim General Degoutte Gegen die Verhaftung ihrer Werksleiter und Direktoren zu protestieren und die sofortige Frei­lassung zu verlangen. Da General Degoutte abwesend war, wurde die Abordnung vom Ge- neralstavschef, Generalmajor Senaire, empfan­gen und überreichte diesem die nachstehende Er­klärung, die in einer anschließenden Bespre­chung von den verschiedenen Mitgliedern der Kommission noch besonders nachdrücklich unter­

stützt wurde:

Die unterzeichneten Beauftragten der Ge- samlöetriebsräte der Thyssenwerke, der Esse Steinkohlenbergwerke A.-G. und des Este

mer

lener

Bergwerrvereins legen hiermit im Namen der v Lwen vertrÄLve» Arbeiter und AugeAeüteu

' len, schärfsten und feierlichsten Protest n gegen die unrechtmäßige Verhaftung und Sefangenfehung ihre? leitenden Persönlichkeiten ober Vergwerksdirektsren, sowie auch gegen das gleiche Vorgehen gegen die Leiter anderer Werke. Wir erwarten daher auf das bestimm­teste die sofortige vollständige Freilassung fâmt- irchec Verhafteten Herren und ersuchen, zur Kenntnis zu nehmen, daß andernfalls die Ver- niwortung für die aus der Jliditerfüßung un­seres Gesuchs entstehenden Folgen voll und ganz auf die französiere Besatzunnsbebörde zurück- fällt. Die Beauftragten der Betriebsräte. (Folgen die Unterschriften).

Der Generalstabschef erklärte der Abord­nung, daß General Degoutte in Düsseldorf und daher für sie nicht zu sprechen sei. Die Abord­nung verlangte aber auf irgend eine Art und Weise mit dem General zu verhandeln, worauf sich die französischen Vertreter mit Degoutte in Düsseldorf in Verbindung setzten und der Ab­ordnung nach einer kurzen Pause erwiderten, daß General Degoutte für sie nicht zu sprechen sei. Sie sollten sich an die Ausführungen des Generals Simon halten. (Gemeint ist die bereits gemeldete Erklärung, die General Simon der Abordnung der Thyssenwerke in Düsseldorf ge­macht hatte, nach der die Betriebsräte demnächst Bescheid erhalten sollen.) Auf eine nochmalige Anfrage, ob es nicht möglich sei, den General Degoutte doch noch zu sprechen, erklärte der Generalstabschef:General Degoutte hat seine Anweisungen getroffen; daran ist nichts zu ä Indern!"

Essen, 23. Jan. Bon den Arbeiter- und An­iltenräten der S t i n n e s - Z e ch e n er-

gesteh ,

halten wir folgende Mitteilung: Die Arbeiter und Angestellten der Stinnes-Zechen haben Kenntnis erhalten, daß ihre Abordnung vor den kommandierenden General Degoutte in Düssel­

darf trotz wiederhalten Bittens des Regierungs­präsidenten Grützner nicht vorgelassen wurde, um gegen die Verhaftung des Direktors Spind­ler Protest einzulegen.

Die Beamten. Angestellten und Arbeiter der Skinnes-Zechen werben infolge dieser verschärften Lage am Dienstag morgen in den Streik treten.

Die Arbeit nèedergelegt.

Essen, 22. Jan. Auf der ZecheFried.rich Thyssen" und auf der ThyksenzecheRoensXerg- Hof" streikt die gesamte Belegschaft. Auf den ZechenViktoria",Katharine" undHerkules" deren Leiter gleichfalls verhaftet wurden, sind die Morgenschichten nicht eingefahren. Auch die Beamten des Hauptbüros des Essener Stein­kohlenbergwerks befinden sich noch im Streik.

Ausstand von «isenbahnrrn.

Essen, 22. Jan. Die Eingriffe der Franzosen in da« Verkehrswesen riefen Bereits erhebliche Stocku n ge n hervor. Die Ankünfte von Kohlen per Achse im Rnhrorler Hafen, die bereits im starken Rückgang begriffen waren, haben heute so gut wie aan; ausacbört. so dak keinerlei Iberladunacn mehr

stattfinden können. Einige noch fahrende Schiffe find von den Franzosen beschlagnahmt worden, doch ist ihre Weiterführung unmöglich, da die deutsche Regierung dar Schleppen und Durch« schleusen solcher beschlagnahmten Kähnè verboten bat. Diesem Verbot wird rest» los Folge geleistet. Auch im allgemeinen Verkehr nimmt die Verstockung zu. Heute nachmittag 4 Uhr ist der Bahnhof Sterkerade in den Ausstand getreten, um 5 Uhr der wichtige Bahnhof Osterfeldsüd, weil die Belgier die Stellwerke mit Maschinengewehren besetzt hatten. Die Zahl der gestellten Wagen ist seit gestern um 10000 zurückgegangen, er betrug heute rund 15000 während man für morgen mit einem weiteren Rück­gang rechnet. Prächtig ist überall die Stimmung und Haltung der gesamten Bergarbeiter- und Beamten« schaft. Wo immer ein Franzose oder Belgier sich Ein- gr ffe erlaubt, wird einmütig ohne jede Anweisung die Arbeit niedergelegt. Die Führer der Gewerkschaften der Eisenbahner und Bergarbeiter stehen in engster Fühlungnahme miteinander, entschlossen zn gemein­samen Widerstand.

Frankfurt, 22. Jan. Heute abend haben die Personalvertretungen der Reichsbahn-Direktion Frank­furt-Main, der Bezirksbeamten- und der Bezirk«,, betriebsrat und die Perionalorganisationen in Frank­furt von der RecchSgewerkschast Deutscher Eisenbahn- Beamten und -Anwärter, Bezirksvorstand Frankfurt, Deutscher Eiscnbabnerverbar!d,dieGewcftschast Teutscher Eisendabner und StaatSbedieustetcr, ferner der All» gemeine Eiseubahnerverband folgenden Aufruf an alle Beamten und Arbeiter der Reichs- bah ndu r-e k,t io n Frankfurt-Main erlassen:

Der brutale Gewaltakt unserer Feinde gibt ken erwähnten Körperschaften Veranlassung zur Bekannt» gäbe, uaeijurhenö^r Änjtn; Si^tieaiu^

Arbeiter erheben schärfsten Protest gegen die Be'etzunz weiterer Teile des Deutschen Reichsgebiete« und werden bei der Ansdebnuug der Besetzung sich strikte nur die allgemeinen Weisungen der ReichSregcerung, -o»te an die Dienstanordnungen der vorgesetzten Eisenbatm« betörbe halten. Auorbunngen, die von anderer Seite kommen, wiid feine Folge geleistet. Die genannten Köi perichaften erwarten von allen Bediensteten strengste Disziplin und Solidarität.

Ds» Forderungen der Dortmunder Eèjenhshuer nachge jeden.

Dorlnmnd, 23. Jan. Die Eisenbahnverwal» tungsbehörde, Betriebsrat des Hauptdahnhofes teilen mit: In der Angelegenheit des Streiks auf dem hiesigen Hauptbahnhofe fand gestern eine Besprechung statt, an der Vertreter der hie­sigen Eisenbahnbehörde, der Eisenbahnbeamten und der Slrbeiterschaft einerseits und Besatzungs­behörde andererseits teilnahmen das Ergebnis war, daß der Eisnbahnbetrieb auf dem Haupt­bahnhof Dortmund im vollen Umfange unter folgenden Voraussetzungen wieder ausgenom­men werden soll:

1. Kein französischer Posten darf mehr auf dem Stellwerk sein.

2. Die französische Wache auf dem Bahnhof wird nur wegen des Empfanges von Lebens­mitteln geduldet.

3. Auspflanzungen von Bajonetten ist untersagt.

4. Truppentransporte dürfen nicht ausge­laden werden.

5. Kohlenzüge dürfen nicht umgeleitet werden.

6. Es darf keine Verhaftung höherer Be» amten erfolgen.

Die Erfüllung dieser Voraussetzungen wurde nach vierstündiger Verhandlung von der Be­satzungsbehörde restlos zugesagt, worauf um 10 Uhr abends die Arbeit wieder ausgenommen wurde.

Auch die Telephoniflen weigern sich.

(Essen, 22. Jan. Den Weisungen des Reichspostminisiers entsprechend weigern sich sämtliche Telephonvermittlungsstellen des Ruhr­gebiets die Verbindungen, die von der franzö­sischen Vesatzungsbehörde verlangt werden, her­zustellen.

Aufgehobene Verbote. Auf die Beschwerde des I u n g d e u t s ch e n O r d e n s hat der Staatsgerichtshof die von einzelnen Landeszentralbehörden erlassenen Verbote bezw. Auflösungsverfügungen aufgehoben. Außerdem wurde aufgehoben das von der Polizeibehörde Hamburg erlassene Verbot des Vereins A d l e r u n d Falke n". Die Beschwerde des Bundes der Aufrechten, Ortsgruppe Naumburg, gegen das vom Regierungspräsidenten von Merseburg erlassene Verbot ist verworfen worden.

Dollar (10 Uhr vorm.) 21000