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Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanaa a. W.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Son«, und Feiertage. / Fernsprech-Anschlafl Nr. 1387

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Erfüllungsort ».Gerichtsstand für beide Teil« Lan»u a.M. FürPlabvor« kchrift und Erscheinungstase der Anreisen wird keine Gewähr aeleistet. - Im Falle höherer Gewalt. Streit usw., hat der Bezieher keinen auf Lieferun« oder Nachlieferung »der auf Rückzahlung der Bezugsvreis«»,

Nr. 16

Freitag den 19. Januar

1923

mm WWW * SIMM

Die Franzosen beim Kohlenraub. Verhaftung von beulschen Beamten. Aus Biegen ober Brechen".

9 Slaalsgruben beschlagnahmt

Paris, 19. Jan. DasEcho de Paris" teilt mit, daß gestern neun Staats- grubennördlichvonEfsenbeschlag- sahmk wurden. Die Zechen wurden am Ausgang streng überwacht. Die Direktoren ober deren Stellvertreter müßten jeden Augen­blick Rechenschaft über die Geschäftsführung den Delegierten der Alliierten geben, die auch an der Verwaltung teilnehmen. Eine ziemlich große militärische Streitkraft werde in jedem Falle die Durchführung des neu ein- zusühreuden Regimes sicherstellen. Durch dieses Vorgehen soll in der Hauptsache die Lin - Ziehung der Sohlensteuer im ganzen

Rheinland sichergestellt werden.

Die Franzosen als Piraten auf dem Rhein.

Karlsruhe, 18. Jan. Jn der heutigen Sitzung des Landtages sagte Staatspräsident Aemmele unter anderem: Die Franzo­se« schicken sich an, auf dem Rhein schwim­mende Sohlenkähne anzuhalteu so wurde in der Karlsruher Hafeneinfahrt heute früh ein Lohlenfchiff von bewaffneten rauzöfifchen Soldaten besetzt, die ole Besatzung des Schiffes mit vorgehatte- kem Revolver zwangen, am linken Xbeinufer amuteaen.

Ess en, 1s. Jan. Wie wir zuverlässig hören, wurden im Laufe des heutigen Vormittags auf dem Rhein in größerem Umfange Kohlen­kähne angehalten und Kohlenladungen b e - schlag nahmt. Die Schiffer wurden ange- 3«, sich neue Papiere ausstellen zu lassen, n die Sendungen geleitet werden, ist noch sicher bekannt. Gesprochen wird von Straßburg.

Essen. 18. Jan. Ueber die Beschlagnahme von Schiffsraum auf dem Rhein wird uns be­richtet daß gestern abend 1 und heute bisher 14 Schleppkähne, die Ruhrkohle für Süddeutsch-

Md geladen hatten, auf der Reede von Duis­burg von den Franzosen für beschlagnahmt er- «ärk wurden und Weisung erhalten haben, bis Mannheim zu gehen, wo sie weitere Del- Ang bekommen würden, Auf dem Rhein- Herne-Kanal wurde der gesamte Schiffsverkehr über die Schleuse 7 hinaus, die zwischen Herne und Recklinghausen liegt, verhindert. und nur der Pendelverkehr zwischen Schleuse 1, Ruhr-

lgehaltener Zug Franzosen noch erhielt den Be­

uno Recklinghausen liegt, verhindert, und nur

Pendelverkehr zwischen Schleuse 1, Ruhr- °rl-Hafen und Schleuse 7 wurde gestaltet. Das ^deutet praktisch die Verhinderung aller «ohlentransporte aus dem neubesetzten Gebiet das unbesetzte Gebiet.

Essen, 18. Jan. Nachdem eine größere An­zahl beladener Kohlenkähne in Ruhrort requi- und nach Straßburg dirigiert worden ^aren, gingen die Franzosen heute nachmittag auch dazu über, Kohlenzüge zu beschlag­nahmen. Die ersten Eingriffe in den Kohlen- Ncrsand auf der Eisenbahn erfolgten auf den Kationen Langendreer, Herne und Marten M Bochumer und Dortmunder Revier). Bei

Station Langendreer wurden zwei Kohlen- We mit etwa 10 Wagen Kohlen und Koks, die die Leunawerke und Mansfeld bestimmt ^aren, von den Franzosen angehalten und be- Vagnahmt; ein in Marten angehaltener Zug / trotz der Bemühungen der Franzosen noch aurchgelaufen. Die Eisenbahn erhielt den Be- die angehaltenen Züge wieder westwärts A leiten und zwar nach dem Sammelbahnhof Mdau bei Duisburg; hier sollen dann die nach Koks- und Kohlenladungen getrennt nach Metz geleitet werden. Die beschlag- nahmtcn Züge wurden mit militärischer Ge- Wgehalten. Die Franzosen stellten für die Züge neue Begleitpapiere aus. Bisher ließ Ö noch nicht genau feststellen, ob die Zurück- d" Züge nacy Weddau tatsächlich er»

, Berlin, 18. San. Den Beamten und Arbei- der Reichseisenbahn ist, den Bestimmungen

Reichskohlenkommissars ent« Lachend, verboten morden, Kohle für Aankreich und Belgien zu befördern, oder der Umlenkung deutscher Kohlenzüge nach Ländern initzuwirken.

.Wie derLotalanz." hört, hat der PrSsi- ^fftfentob^ Mn da»

Verlangen der französischen Besatzungsbehör­den auf Ableitung von Kohlenzügen a b ge­lehnt.

Die Knute der Franzose«.

Essen, 18. Jan. Wie sich die Franzosen die Herstellung sympathischer Beziehungen zwischen der Besatzung und der Bevölkerung vorstellen, darüber gibt ein Kulturdokument Aufschluß, durch das ein Teil der öffentlichen Käufer für die Besatzungsarmee reser­viert wird. Es heißt weiter in diesem Doku­ment, jede Verhaftung und jede von den deut­schen Behörden vorgenommene polizeiliche Maßnahme, die sich ohne Befehl der Be­satzungsbehörde gegen Frauenspersonen richtet, die mit Militärpersonen der Alliierten in Ver­bindung stehen und nicht der Kontrolle unter­stehen, wird sofort zu einem Rechenfchaftsbe- bericht an die Besatzungsbehörde führen. Keinesfalls dürfen diese Maßnahmen den Cha­rakter einer unmäßigen Bedrückung annehmen, die ein Hindernis bilden würden für die Her­stellung sympathischer Beziehungen zwischen Zivil und Militär.

Ein weiterer Befehl schränkt die Bewe­gungsfreiheit der deutschen Poli­zei erheblich ein, indem ein bewaffnetes Ein­greifen der Schupo in größerer Stärke als 30

satzung

angegeben werden:

'olgen darf. Es muß lenstand und Ort des

Eingreifens, Tag, Stunde und Stärke des Auf­gebots und wahrscheinliche Dauer des Eingrei­fens, sowie möglicherweise die Zahl der Ge­wehre und der notwendigen Munition.

Von den Besatzungsbehörden ist das Singen nationaler Lieder wie die Wacht am Rhein" und des Deutschland-Liedes verboten worden.

Bochum, 18. Jan. Die französische Be­satzungsbehörde hat einen Teil des Rathauses mit dem Stadtverordnetensaale als Quartier für die Truppen belegt, so daß weder Magi­strats- noch Stadtverordnetensitzungen statt­finden können. Da eine Umquartierung trotz nachgswiesener anderweiter Unterbringungs- Möglichkeit nicht erfolgt ist, ist die Stimmung der Bürgerschaft aufs neue erregt:

Verhaftungen durch die Franzosen.

Düsseldorf. 18. Jan. Der Präsi­dent des Landesfinanzamtes Düs­seldorf, Finanzrat Dr. Schlutius, wurde heute von der französischen Desatzungsbehörde verhaftet, nachdem er aufgefordert worden war, die finanziellen Unterlagen der Ober­finanzkasse den französischen Sachverständigen vorzulegen. Schlukius wurde unter Bewachung im Automobil fortgeführt. Wohin er gebracht worden ist, ist noch unbekannt.

Düsseldorf, 18. Jan. Der Oberdelegierte General Danvigne hat an den Regierungsprä­sidenten von Düsseldorf folgendes Schreiben

gerichtet:

Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß heute nachmittag im Landesfinanzamt bei Herrn Dr. Schlutius eine Durchsuchung einge­leitet worden ist. Infolge dieser Durchsuchung werden gegen diesen Beamten Maßregeln er« griffen werden: 1. wegen Gehorsamsverweige­rung gegen die Befehle der Militärbehörde; 2. wegen äußerster Unverschämtheit, die er im Verlaufe von Unterhaltungen und Verhand-

[ter Unverschämtheit, die er im

lungert, die er r Beamten, welche

rgen und Verhand- âedenen französischen

teilet Mission zu ihm

kamen, bewiesen hat."

Essen, 18. Jan. Heute nachmittag wurde in Altenessen ein Schupo beamter von der Besatzungsbehörde verhaftet, weil er einen französischen Offizier nicht gegrüßt hatte. Bis zu den späten Abendstunden war der Beamte noch nicht wieder in Freiheü gesetzt worden.

Mannhaftes Verhalten.

Essen, 18. Jan. Für heute nachmittag waren die Zechenvertreter wieder zu einer Sitzung zum ftanzösischen General Simon nach Düsseldorf geladen. Nur ein Vertreter der Zechen des Ruhcreviers begab sich nach Düssel- dors und erklärte, daß er und die übrigen Zechenvertreter auf dem bereits früher e i n - genommenen Standpunkt ver­harren würden.

Mülheim (Ruhr), 18. Jan. Die sranzösischsn DivilionrseEal» iu Frodercheirn und Ulten-

essen haben den Polizeipräsidenten von Essen und fünf Herren der Industrie seines Bezirks auf 9 Uhr abends zu einer Besprechung ins Rathaus Fredenheim aufgefordert und an den Polizeipräsidenten das Ersuchen ge­richtet, die Herren, falls sie nicht freiwillig er­schienen, polizeilich vorführen zu lassen. Der Polizeipräsident hat dieses Ansinnen zurückge­wiesen und erklärt, daß er die Herren lediglich von der Besprechung benachrichtigen werde, aber selbstverständlich jede polizeiliche Zwangsmaßnahme gegen sie ableh- nen müsse. .

Essen, 18. Jan. Wie wir erfahren, haben sämtliche fünf Herren des Zechenverbandes, und zwar die Herren Generaldirektor Kesten, Bergaffeffor O l f e, Generaldirektor Spind­ler, Generaldirektor Tengelmann und Generaldirektor W ü st e n h ö f e r, sich freiwillig bei der Division eingefunden, wo sie als E i n - leitung eines gegen sie beabsichtigten kriegsgerichtlichen Verfahrens zu Protokoll über ihre Weigerung, Reparations­kohle zu liefern, vernommen wurden. Sämt­liche Herren hielten ihre Weigerung unter Berufung auf das ihnen vom Reichs­kohlenkommissariat erteilte Verbot aufrecht. Den Herren wurde zum Schluß eröffnet, daß

von ihrer Verhaftung vorläufig abgesehen werde, daß sie sich aber jederzeit zur Verfüg des Kriegsgerichts zu halten hätten.

gung

Die Haltung der deutschen Groh- 3 Industrie

Das Präsidium des Vorstandes und der Hauptausschuß des Reichsverbandes der deut-

'chen Industrie beschäftigte sich gestern mit dem ictzvMljcyen £mi< in üas_Mbwchiet. ** vurde einstimmig die Absendung eines

TelegrammsanFritzThyffen, Mül­heim an der Ruhr, beschlössest, das in Dankbar­keit und Stolz des mannhaften Auf­tretens der Vertreter der Industrie im Ruhrgebiet gedenkt, zum einigen Durchhalten mahnt und erklärt, in der Erkenntnis der Ge­fährdung der Existenz des gesamten deutschen Volkes wolle die Industrie Mes tun, damit die Opfer, die zunächst das Jnduftriereoier zu brin­gen hat, nicht vergeblich gebracht werden.

Alles eingestellt auf Siegen ober Brechen.

Essen 18. Jan. Innerhalb von Essen ist sonst alles ruhig; aber, so schreibt dieEssener Volks­zeitung", in Wirklichkeit ständen die Verhält­nisse ganz anders; alles sei auf Biegen oder Brechen gestellt. Auf Grund sorg­fältiger Informationen über Menschen und Dinge kann gesagt werden, daß die Indu­striellen, Direktoren und Ingenieure es auf jede Gefahr hin ablehnen, entgegen dem Befehl der deutschen Regierung, der sie Gehorsam schulden irgend etwas zu unternehmen, anzuordnen oder zu unterlassen. Das einzige Argument, das gegen diese selbstverständliche Pflichterfüllung sich findet, ist Gewalt. Aber wer die West­falen kennt, weiß, daß auch die Gewalt sie nicht beugen wird Bergmann und Bergherr vereinigen sichineinem Bundun- erschütterlicher Standhaftigkeit, die sich im Großen wie im Kleinen auswirkt.

In einer Kundgebmrg des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft der Kreis­bauernschaft Mülheim, Duisburg und Ober­hausen heißt es: Gemeinsame Not schmiedet uns in dieser Stunde mit allen anderen Stän­den und mit allen deutschen Volksgenossen zu­sammen. Wir wollen das Trennende vergessen und das leidige Parteigezänk endlich vermeiden. Felsenfest ist unser Wlle und eins ist unser Schwur. Deutsch waren unsere Väter, deutsch sind wir, und deuffche Männer werden un­sere Söhne und Enkel sein.

In der sozialdemokratischenEsse­ner Arbeiterzeitung" heißt es: Der gegenwär- tige Kampf um das Ruhrrevier ist ein Kampf am das Recht, und die Sozialdemokratie ist sich bewußt, daß es ihre Aufgabe ist. ihn mit gro­ßem Aufwand von Energie zu führen, und daß sie dabei in die vorderste Reihe gehört. Wenn Bajonette auch tausendfach drohen, der deuffche Arbeiter läßt seinen heimatlichen Boden nicht vergewaltigen. Das dürfte auch Boincaré ein« sehen lernen.

Moskau melbet sich.

Effen, 18. Jan. Die Exrkutive der kommu- nistilchen Internationale und das Vollzugsdüro der roten Gewerkschaftsinternational« erlassen aus Atoskau unter dem 13. Januar an alle Arbeiter. Bauern und Soldaten in der kommunistischen Presse einen Aufruf anläßlich des französischen ®intnaei6c9 in das Ruhrgebiet. Sh dem Aufruf beiitt « u. a.;

Zum Zweck« der Au»plSnd«rung Deutschland» wirft daS franrösische Kapital, ba? sich anschickt, ein neues unerhtrtrS Verbrechen zu begehen, seine Ba­taillone über die Grenze». Erneut erzittert bie Mensch­heit unter der Drobung eine» unmittelbar bevorstehen­den neuen Kriege», dessen Perspektiven weitere unge­heure Opfer, Steigerung der Hungers, Vernichtung des Proletariats, Zerstörung, Untergang und Tod bedeuten. Die Sieger im Weltgemetzsl, die ft^ mit ihrer Zivilisation und Gerechtigkeit so laut au brüsten verstehen, reifen sich nun selbst ibre heuchlerische Marke vom Gestcht und treten jetzt offen als Räuber auf. Das Proletariat Deutschlands wird unter da» Beil des VeriandrkavitalisinuS gebeugt. Um sich ihrer Sieger ru versichern, fesselt dieBoorgesisse die proletarischen Kämpfer in Frankreich, mordet und plündert sie in Italien, schleudert sie in die Ge­fängnisse von England, veranstaltet sie Progrome in der Tscheche-Slowakei. Ganz Mitteleuropa ist beut Ruin preiSgeseben, sofern es nicht gelingt, der ver­brecherischen Politik der Finanzkönige ein Ende zu bereiten. Arbeiter Frankreich»! Soldaten der fran­zösischen Armee! Eure Pflicht ist «» nun, um die Re­gierung Poincarè» zu hindern, einen neuen Brand zu entsagen, der Europa in Trümmer legen wird. Ihr dürft er dem Pariser Wucherer nicht erlauben, eure deutschen ArbeitSbrâder durch den Stiefel des Gendarmen zertreten zu lassen. Euer Feind steht in eurem eignen Lande. Eure proletarische Ehr« darf sich nicht von den Henkern der Arbeiterklasse bespeien lasten. Ihr dürft euch nicht zu elenden Werkzeugen PoincarèS erniedrigen lassen. Ihr werdet nicht zu Räubern am deutschen Volk werden! Tragt hinan» in die Massen das lebendige Wort der lebendiaen Wahrheit. Fallt dem Kapital durch Streiks und De­monstrationen in den Arm. Bietet alle» auf, was eure Macht und Stärke auSmacht.

Dann wird die deutsche Arbeiterschaft aufge» fordert, sich zu einer einheitlichen mächtigen vrole» torischen Front zum Kampf um die Erringung

einer Arbeiterregieruns sufammensuléliegen imb

einet «.tue neitestc tuns duiuuiui^iiauiwtt^e^iv mh« ^ in die Drallen Hie Lotung 6er Bereinigung rnir

Räierußland zu tragen, denn nur so vermöge mâii

ben Feind zu bändigen. *

Als eine sicher eintretende Folge des Vor­gehens Frankreichs war »orauszufehen, daß der Bolschewismus sich bemühen würde, die an sich schon so undurchsichtigen Gewässer der europä­ischen Politik noch mehr zu trüben, um mit Aussicht auf Gewinn einen Fischzug zu wagen. Erst dieser Tage hat Kalinin in einem Funk« spruchAn Alle!" den Eindruck zu erwecken »er. sucht, als ob das bolschewikische Rußland, ge­trieben von reinster Menschenliebe und uneigen­nützigen Mitempfinden, an die Seite des deutschen Volker träte. Der neueste Aufruf lüftet den Schleier schon etwas mehr und hofft, daß nun aus den Wirren im Ruhrgebiet das Chaos ent* stehen werde, aus dem dann schließlich der Kommunismus als Sieger hervorgehen soll. Die deutschen kommunistischen Zeitungen machen schon seit einigen Tagen kein Hehl daraus, daß das der Zweck der kommunistischen Politik ist. Fort mit der Regierung Cuno," ist die Parole, die sie ausgeben, und sie begegnen sich darin mit demTemvs", der in der einen Spalte die Sozialdemokratie auffordert, die deutsche Regierung zu stürzen und in der Nebenspalte der Unterdrückung der französischen Komma» nisten das Wort redet. Die Franzose» brauchen sich wirklich nicht zu wundern, wenn ob solch leichtfertigen Spiels mit dem Feuer am Ende doch noch die Flammen des Bolschewismus über Euwpa zusammenschlagen.

Die Franzosen besetzen die Reichs bank von Mainz «fu».

(Letzte Meldung)

Paris, 18. Jan. Die Blätter teilen mit, daß gestern nachmittag die Reichsbaak in Mainz ihre Schalter geschlossen habe. Der Petit Batisten erfährt, man erwarte, daß diese Maßnahme auch auf Köln und Duisburg ausgedehnt werde. Einige Blätter betonen, daß durch diese Maßnahme die Hoffnung einer besonderen Währung für dar Rheinland links- und rechtsrheinisch be­schleunigt werden könnte.

Mainz, 19. Jan. Die Reichsbank in Mainz, sowie die in Wiesbaden und Bingen wurde» von der französischen Militärbehörde besaßt Vor den betreffenden Gebäuden sstehen franzö- fische Posten. Der Zutritt ist untersagt. Die Beamten befinden sich in den Gebäuden der Banken. Da die hiesigen sonstigen Bauten in­folgedessen nur verhältnismäßig geringe Be­träge zur Auszahlung bringen können, macht sich der Geldmangel bereits sehr fühlbar und übt auf das ganze Geschäftsleben einen lâh» wenden Einfluß aus.

Dollar (10 W norm.) 21500