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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Skadk- und Landkreis Kanan a. W.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlust Nr. 1257

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Erfüllungsort u. Gerichtsstand für beide Teile Hanau a.M. Für Platzvor­schrift und Erscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. Im Falle höherer Gewalt. Streik usw., hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Nr. 13

Dienstag den 16. Januar

1923

Ser KM zvWa Ml M Stall

Keinerlei Kohlen an die Franzosen und Belgier.Wir sind Deutsche!" - Zangensörmkge Umfassung des Dndustriegebieles. Das erste Blut­vergießen.

Havas meldet hierzu: Angesichts dieses Versagens der deutschen Industriellen habe Ge­neral Degoutte die Ausdehnung der französischen Truppenbewegun­gen angeordnet, die heute um 7.30 Uhr vormittags begonnen habe, um ihre Linien um 1520 Kilometer in Richtung Dort­mund vorzulegen.

Die Franzosen und Belgier sind in Esten auf einen harten Widerstand gestoßen, den sie vermutlich nicht erwartet haben. Der Kohlen- kommissar hatte zunächst verfügt, daß Repa- rationskoble an Belgien und Frankreich nicht mehr zu liefern sei. Infolgedessen blieb dem französischen Eeneralinspekteur Coste nichts an­deres übrig, als sich auf Verhandlungen einzu­lassen und sich dazu zu verstehen, den Zechen für die Lieferung von Kohle an Belgien und Frankreich bare Vorauszahlungen in Aussicht zu stellen. Das war für die frechen Eindring­linge ein schlechtes Geschäft. Aber nun hat man ihnen auch dadurch noch einen Strich-gemacht. Der Kohlenkommissar hat, wie au» den unten­stehenden Telegrammen hervorgeht, verfügt, daß auch gegen bare Bezahlung den Belgiern und Franzosen keine Kohle geliefert werden soll. Die Franzosen und Belgier haben also einen Erfolg" errungen, den sie sich gewiß nicht haben träumen lassen. Sie zogen aus, um mehr Kohle ju erhalten und die Folge ihres Gewaltstreiches ist die, daß sie nichts bekommen.

gelobt, treu und fest mit der Regierung zu­sammenzustehen. Es hat jetzt Gelegenheit, das Gelöbnis zu erfüllen.

Slrrkies Verbot von Kohlen- lieferungen an die Friedensbrecher.

Essen, 15. 3an. Bei den Zechen des Ruhrgebiets ist heute vormittag folgendes Tele­gramm des Reichskohlenkommissars eingegangen:Unter Bezugnahme auf die Ve-

GewaMame Kohlsnbeschaffung!

Paris, 15. Ian. Die Wikteiluna, daß die deutschen Industriellen im Ruhrgebiet auch gegen Bezahlung KohlenUeferungen an Frank- reich und Belgien nicht vollziehen wollten, führte heute zu einer Bespreuung zwischen Poincars, Delasteyrie, Le Trauer und Bar- thou. Es wurde beschlossen, falls die Dergwecks- besiber ihre Haltung nicht änderten, sich die Kohlen- und Koksmengsn, die für Revaratio-

MAM* Metall.

Der Kampf zwischen Recht und Gewalt hat damit begonnen. Alle Welt mag sich davon überzeugen, daß wir doch nicht so wehrlos sind, wie unsere Feinde wohl glaubten. Den ersten Schritt der Abwehr hat die Regierung Dr. Cuno getan, als sie öffentlich das französisch-belgische Vorgehen als Rechtsbruch brandmarkte und unsere Vertreter aus Paris und Brüffel ab­beriefen. Die Fortsetzung dieses Widerstandes verdanken wir zwei Waffen, die sich bisher als außerordentlich wertvoll erwiesen haben. Das eine ist die Organisation, die in dem Kohlen­syndikat geschaffen worden ist. An seiner Stelle fanden die Franzosen eine leere Stelle vor, denn sie waren trotz aller ihrer Ingenieure, ihrer Truppen und Waffen ratlos. Sie sind vollständig in Unkenntnis, woher sie die Kohle nehmen sollen, nach denen sie verlangen. Und sie haben auch schon eingesehen, daß sie ohne Verhandlung nicht einen Schritt vorwärts kommen. Unsere zweite Waffe ist die nicht

rrnuq zu lobende, wenn auch eigentlich selbst­verständliche Haltung der Grubenbesitzer und der Bergarbeiter. Für sie waren der Franzose und der Belgier vom ersten Tage an der eingedrungene Feind, der sich eine Gewalt «nmaßte, die ihm nicht zukam. In der Besprechung mit dem Zechenvertreter wurde den Franzosey erklärt, daß die deutsche Regierung die einzige Gewalt sei, von der man Befehle an» uehme. Und alle Drohungen mitVermögenskonsis- kation usw. nutzte nichts. Die Franzosen und Sei» S'er werden sich also auch damit abzufinden haben, daß die Vorschriften des Kohlenkommiffers für dle Zechenverwaltung im Ruhrbezirk bindende Vorschriften sind. Und wenn der Kohlenkom- Uliffar anordnet, daß von deutschen Gruben über­haupt keine Kohlen mehr nach Frankreich und Belgien geliefert werden sollen, so gèwinnt das stolze Wort Fritz Thyssens Kraft, der dem fran- ivsischen Oberingenieur Fritz Coste rundweg er- "ärte:Wir sind deutsche Staatsbürger und wurden uns vor aller Welt verächtlich machen, yenn wir von einer anderen Stelle Befehle ^kgrgennehmen wollten, als von der deutschen Gierung."

kchon in früheren Zeiten, als die Regierung -Virth die Erfüllung zum Grundsatz erhoben dvtt^ ist »st genug gesagt worden, daß niemand âuf Erden die Macht hat, uns zu Leistungen äu zwingen. Zum ersten Male wird in den Ar Jahren seit Beendigung der Krieges diese babbelt auf die Probe gestellt. Franzosen Ab Belgier sind in deutsche, Land eingefallen, um Kohle zu rauben. Die deutsche Antwort tauttt: Rein keinen Zentner. Nun muß sich Mersings erweien, was unsere msralisch« ^werstandkraft vermag. Die Franzosen und Al«ier körnen die Bergarbeiter und die Zechen-

im Ruhrgebiet nicht zu Sklaven ihre» pullens machen. Und sie werden mit ihrem

' A^altakt jcheitem, wenn da, deutsche Volk ein Rückgrat behält. Die Probe kann für uns hart

bitter werden, denn die Franzosen uns tl3icr sitzen im Ruhriediet und wenn sie selbst deutsche Leistungen nicht erzwingen Mnen, sa haben sie doch Druckmittel in

Hand und sie können uns diese Mel fühlen lassen. Am Sonntag hat da, Stiche Valk in taulenden von Kundaebunaen

Mittwoch Nii 17. Ä. Alls., 8 Ahr aNnN, findet in der Cerrtrathalle eine Kundgebung gegen den neuen GewaWreich Frankreichs statt.

Wir haben dagegen nur noch eine Waste, den Zu- Mmmeurchmn aller ^wHwwi ti^n 1

Jm Dienste dieses Gedankens soll unsere Kundgebung stehen.

Jedes Deutschen vaterländische Pflicht ist es, sich dem Protest anzuschliehen, denn nur die Zahl und Einmütigkeit geben solcher Kundgebung Bedeutung und Charakter.

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Hochreuther

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Reinhardt

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Zur teilweisen Deckung der hohen Kosten für die Heizung wird ein EiutrlLtsgeld von Morr SO. erhoben. 343s

sprechungen der französischen Jngenieurkom- mission mit den Zechenbesitzern verbiete ich nach dem französisch-belgischen Einbruch in dar Ruhrgebiet hiermit ausdrücklich die Lieferung von Kohlen und Koks nach Frankreich und Bel­gien auch für den Fall einer Bevor­schussung oder Bezahlung."

Essen, 15. Jan. Auf das Telegramm des Reichskohleukommiffars haben sämtliche Zechen sofort die Sohlenlieferun­gen an Frankreich und Belgien eingestellt.

Bei den Besprechungen zwischen den französischen Bevollmächtigten und den Vertre­tern der Zechenverbände wurde von deutscher Seite den Franzosen von dem Telegramm der Reichskohlenkommissars Kenntnis gegeben und milgeleilt, daß daraufhin die Zechen die Koh- lenlèeferungen an Frankreich und Belgien ein­gestellt hätten. Daraufhin wurden die anwesen­den deutschen Vertreter gefragt, ob sie für dir von ihnen vertretenen Zechen verantwortlich seien. Als sie die Frage befahlen, wurde einem jeden gegen Quittung ein schriftlicher militarisier Befehl zugestellk, die Lie­ferung von Reparalionskohle an Frankreich und Belgien sofort wieder aufzuneh­men. Bamens der deutschen Betitelet erklärt Fritz Thyssen, daß diesem Befehle keine Folge gegeben werde.Wir sind Deutsches sagte Thyssen,und strhen auf dem Standpunkt, daß wir nur den deutschen Gesetzen unterworfen sind." Der sranzL Leiter der Sitzuna erklärte daraufhin diese für geschlossen.

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nm erforderlich feien, durch Requisition zu verschaffen. Die Sitzgelegenheit wäre dann nicht mehr allein Sache der Jngenicurksmmff- sion, fot bern auch des Gencruls Degoutte. Die Revaralionskommission wird sich wahr- scheinlich Dienstag vormittag mit der Ange­legenheit besänftigen; sie wird insbesondere prüfen, was gegen die Verletzung des Ver- laitler Vertrages (her für Senf land gegen­über Frankreich garnicht mehr bell-ht!). die in der Einstellung der Reparationslieferungen zu erbll am ist, zu untern^ men fei.

Paris. 16. Jan. Einer Havasmelduna zu­folge ist gestern abend beschlossen worden, den für Heuke lausenden Befehl, die von Deuksätland auf Reparalionskonko xefchuldeken Kohlen­menge im Stadtgebiet Essen zu requirieren, voc- lâusi- um 24 Stunden qn^aschieben.

Der Fortgang - s Vormärsche -.

3*itgcnf»tm.ae Umsaffu ,n »ei JnSnftrie- testet S.

Osten, 15. Jen. Ter Vsrmirtâ ier fr<nq»fir*f* XrMSieM geht ununterki »dra »eiter, I« 5l«rit* flehen ilehfatrertrubP» über Serben unb Mecfling« laufen nach Tettelx vsr. F-r ben Bejir! Xecfliig« baufei finb jeb*<e im InroUen, beten 8flliéHei Betiimminclert Datteln ist. Im ®ö»en finb grehe liessen «f bem öfege von Serben über fupferbnh und Haitmren twt Verbringen ^att n«en und Blank n- stein fine ' befett. Sit erbrm roll-n feél Züge für Hattingen uh) Blaute» nein heran. Sie tkrbinbmtg-:» Unte Dattel «'Blankenstein schliefet Bochu» bereit! ein. In Steele stnd arore Truppcnmcnaen ruiammen«

gezogen. Es geht das Gerücht, daß die Grenjlmië des neubesetzten Gebiets zwischen Lünen und Schwerte verlaufen wird. Damit würde das gesamte rheinisch» westfälische Industriegebiet von ftanzSsischen Truppe« umschlossen sein. Er steht nunmehr fest, daß die dritte Division, die die Bestimmung hat, Bochum zu besetzen, von GerveSheim aus in Vormarsch gesetzt worden ist. Mettmann, Wülfrath, NevigeS, Velbert und Langenberg sind bereits mit starken Kavallerie» und Jnfanteriekräften besetzt. Die BesatzungsbehSrd« requirierte 100 Zimmer für französische Journalisten, die heute Nachmittag in Esien eintreffen.

Bochum besttzl. Vor der Besetzung Dortmunds.

Esten, 15. Jan. Heute mittag ist Bochum von den Franzosen besetzt worden. Nachdem um 12 Uhr der Bahnhof durch eine mit der Eisenbahn von auS» wärtS angclommene Abteilung besetzt worden war, erfolgte um 12l/i Uhr der Anzug weiterer Truppen, durch die Rathaus, Post- und Telegraphenamt besetzt wurden.

Essen, 15. Jan. Die bereits gemeldeten Dar» marschabsichten der Franzosen werden nunmehr rasch durchgefâhrt. Die französischen Kolonne« stießen im Laufe der heutigen Tage» durch das ganze Industriegebiet bis an die Tore Dortmunds vor. Die Bürgermeister der besetzten Ortschaften traten sämtlich Den fremden Eindringlingen mit ruhiger Würde ent* gegen und legten schärfsten Protest gegen die wider» rechtliche Besetzung ein. In Bochum soll, nach der Ankündigung der französischen Generals, ein Regiment untergebracht werden. Bestimmt als besetzt zemelvet werden bisher von wichtigerenOrtschasten: Langen­dreer, Witten, Herne, Recklinghausen und W e tt e r.

Dortmund, 15. Jan. Im Stadtteil Dorst« selb sind 2 französische Offiziere. 2 Unterosfiziere uni 2 Mann eingetroffen. , Der Oct Mengel, 15 Kilo­meter von Dortmund, ist von einer starken Abteilnng Franzosen besetzt worden, ebenso Marten.

Die Blätter meben au« Essen, daß man dort mit einer weiteren AuS»ehnung der Besetzung biS Hamm und auch aus das Wuppertal rechnet. Die Lc» jetzung von Dortmund wird für morgen erwartet.

Nach einer weiteren Meldung haben die Franzosen gestern nachmittag Vorhalle, einen Vorort von Hagen, sowie I p p u m und Wanne beseht.

*

Mit Bochum haben die Franzosen den Mittelpunkt der westsalticyen Industrie in ihren Händen. Weit über DcutschianrS Grenzen hinaus ist die Stabt Bochum Dctannt durch die groge Guzstaolsaörik bei Bochumer Vereins für Bergbau uno Eußstahlfabrikation, die über lUOOO Arbeiter oeichâttigt. Ferner befmocu sich dort an greisen und inbuflrieUei Unternehmungen bte ®ug» itabhabrit der «ci-lljchaft für ©taéUnouftrte, die Bochumer tuenhütte uns andere .Hüttenwerk«. Bochum zählt rund 160uV0 Emwochcr..

D«s erste Bluivetgietzen.

Bochum, 15. Ian. Heuke abend fssdsB hier zr^e politische Kundgebungen statt. Eine vieltausendköpfige Menge zog vor das Rathaus, wo der frunzöfifche General vor­läufig untergebracht ist und stimmte das DeutMandlied und andere pakciotifche Lieder an, mit Hochrufen auf die deutfche Republik. Dann veranstaltete die Menge einen Amzug durch die 5 fragen der Stadt. Eine Abteilung kommunistischer Iugend brachte in einer Gegenkundgebung Hochrufe auf die Dritte 3nternationale und auf die fommuni- stische französische 2uzend lw». Die Schupo hatte keinen Einfluß auf die Menge. ®egfn I Uhr abend, kam es am Bahnhof zu einem Zu - fammenstoßmikfranzöfifchemMl. titär. D«, ZNilitâc schoß sch«rrf. tötete einen Mann und verletzte mehrere.

Wie die Blätter melden, schaffen die franzo- fifta Soldaten zuerst mit Gewehren und dann mit Maschinengewehren in die wehrlose Menge.

Die ««LtiMLrjiso Nkti-n Kcsnkr.ichS ein» Apostrophe.

f»n>sn, 16. Jon. D>« .Time«* schreibt, bie britishe öffentliche Meinung sei ein stimmig btt neheiiexmxg, b«h bte gegenwirt-ge Aktion Froxk« rnch» eine fxtxftrebhe nicht xnr für den Stieben unb ben Wiebaufbatt Enropo» bebente, sondern a«ch Sr bie SnS"*t, überhaupt Reparationen vo» Dnilkchlon» zu erhalten.

Dollar (id Mr oorm.) 147JO