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Hanauer W Anzeiger

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

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Nr. 12

Montag den 15. Januar

1823

Der KMe WM gegen die Sewall.

Des Kanzlers Anklage wider die Gewall. Ueberwälfiqende Mehrheki für Cuno. Die Kundgebungen des Volkes. Französische Schikane

in Effen

Französische Truppenquarliere mit Sternen beworfen Vor neuen Raubgriffen.

Der Reichstag hat am Samstag gesprochen und seine Stimme wird dar vieltausendfältige Echo, das von den gestrigen Protestkundgebungen im ganzen Reiche ausgeht, den frechen Rechts- imb Vertragsbrechern, die in deutsches Land eingefallen sind, nicht minder auch der übrigen Welt den Beweis erbringen, daß alle in Deutschland, Volk wie Regierung, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, Rechtsparteien wie Links­parteien, in dem festen Willen zusammenzustehen, der feindlichen Gewalt sich nicht zu beugen.

Der Reichstag bot diesmal wirklich das Bild einer parlamentarischen Einheitsfront. Er be­durfte erst stundenlanger Verhandlungen, um zu diesem Ziel zu kommen. Die bürgerlichen Reichstagsfraktionen hatten sich schon am Frei­tag zu dem Beschluß zusammengefunden, ge­meinsam vor da» Volk und vor die Welt zu treten und sich gemeinsam hinter die Regierung zu stellen. Die Sozialdemokraten machten Echwierigkeiten, sich in diese Front einzufügen und sie hielt ihren Widerstand bi» zum Schluß aufrecht. Sie schickten einen besonderen Redner vor, aber sie stellten sich doch schließlich in Reih' und Glied mit den anderen Frattionen und stimmten mit ihnen gemeinsam für dir Ver- lrauenrkundgebung. Er bedurfte .,

einiger Verhandlungen, bis die gemeinsame Formulierung gefunden war. Aber über alle» bas kann man beruhigt hinweggehen, denn schließlich wnr der Gesamteindruck der Einheitr- sront vorherrschend und von ihm wird eine weit- tragende Wirkung im Inland und Auslande llUkgehen. Es will in dem parteipolirisch so zerklüfteten Deutschland schon etwas heißen, wenn sich die Männer von recht» bis link» zu Erispien zusammentun, um die Reihen gegen einen gemeinsamen Feind zu schließen. Gewiß eine Selbstverständlichkeit in jedem anderen Staate der Welt. Aber leider in Dnutschland ein jahrelang ungewohnter Schauspiel! Wenn H diesmal aller Welt geboten werden konnte, so zeigt das nicht nur, daß ganz Deutschland dem frechen Eindringling zu trotzen geschlossen ist/ Er beweist auch, daß wir innerlich auf dem Cefundungswege Fortschritte machen. Und das haben mit ihrem Wüten die Franzosen und Belgier getan!

War die Rede der Reichskanzlerr anbelangt, so scheint sie zu verbürgen, daß hinter den deutschen, guten und würdigen Worten der Mut steht, den Dingen ins Gesicht zu sehen, uns der Mut, zu tun, war deutsch, gut und würdig ist. Ohne jede Rhetorik, ohne jedes überflüssig scharfe Wort, aber mit voller sachlicher Schärfe hat er das Bild der Rechtsbruches, der Gewaltat ge­zeichnet, die uns geschehen ist; das der franzö­sischen Raubpolitik, unverändert seit den Tagen Ludwigs 14. und Napoleons uns feiner Nach­fahren. Ohne jeden Versuch zu einem Optimis­mus, der Heuchelei wäre, hat er sich mit der Lage auseinanderqesetzt, in der wir uns be­finden. Keine feierlichen Worte, kein Appell an bas Ausland, das, wie er betonte, von seinen barten Interessen bestimmt wird und von nichts anderem, nichts von dem, was klingt und hin- "ißt und berauscht und jenen nieverdrückend arm eligen Katzenjammer hinterläßt, den wir so aut kennen. Wieder das Betonen dessen, daß wir verloren sind, wenn wir nicht f",uns selbst die Kraft finden zum Widerstehen. Darüber hinaus aber noch manches, das zukunflrträchtig scheint.Keine ^and darf sich für den Landesfeind rühren"

hat das Vertrauen, daß das in des jetzigen Kanzlers Munde keine Phrase ist, sondern ein -Programm; ein Programm, das vielleicht UM von heute auf morgen, das aber durchge- mhrt werden wird.

Sitzungsbericht.

Präsident Loebe eröffnete die Sitzung und mtlt eine kurze eindringliche Ansprache, in der ^ ^en Vormarsch der Franzosen als einen In« Wag auf den Frieden Europa» bezeichnete. Er Achtete seine Worte besonder» an die Land».

an her Ruhr und rief ihnen zu:Haltet 'uch in Not und Leid so, daß in den Tagen, ln vrnen die FremoherHchaft wieder von euch ürnonzmen ist, eure Kinder von euch sagen kön- skru: Unsere Väter haben in Festigkeit und ^rrue, mit Stolz und Würde »ufrecht­

gestanden, als dieser Schlag gegen sie geführt wurde". (Bei diesen Worten erheben sich die Abgeordneten und die Mitglieder der Re­gierung von den Sitzen und hören das Wei­tere stehend.) Der Präsident fuhr fort:Haltet euch so, daß ihr euch frei in die Augen sehen könnt. Hier wird ein Streich geführt gegen den Frieden, der seinen Stachel nicht nur gegen uns, sondern auch gegen alle in sich trägt, die eine ruhige Entwicklung wollen, und der von den verhängnisvollsten Folgen für den allgemeinen Frieden sein muß.

Reichskanzler Cuno:

Meine Damen und Herren! Vorgestern, am 11. Januar, drangen französische und belgische Truppen in stiedliches deutsches Gebiet ein (Pfuirufe rechts), überschritten die Grenze, die nach Art. 428 des Vertrags von Versailles der Besetzung durch die Truppen der alliierten und assoziierten Mächte gezogen sind, ja sogar die

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M

Mittwoch den 17. ö. Ms., 8 Ahr abends, findet in der CeniralhalLe eine Kundgebung gegen die Besetzung des Auhrgebieles statt.

Teilnahme ist vaterländische Pflicht!

Näheres wird morgen bekannt gegeben.

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vorgesehene Grenze des Gebiets, das im Wi^er-

Smit den Bestimmungen des Vertrags ersailles unter dem Namen von Sanktio­nen bezeichnet worden ist. Die Truppen waren kriegsmäßig ausgerüstet; sie führten außer den Feldküchen Munitions­fahrzeuge, Geräte, Gepäck und Lazarettwagen mit. sich. (Hört, hört!) An der Spitze mar-

icrten Kavallerieabteilungen mit gezogenem Säbel. (Hört, hört!) Auf dem Marktplatz in Essen fuhren Panzerwagen auf, Maschinen­gewehre wurden in Stellung ge­brach t, der Belagerungszustand verhängt und für jede Ueberschreiturig der Gesetze gen Bestrafung angedroht. (Unerhört!) Bei den Besatzungstruppen bilbeten. sich Beobachtungs­abteilungen aller Art.

Dieser Vormarsch 00^309 sich mit allen kriegs­mäßigen Sicherungen

einem Land und einem Volk gegenüber, das die Entwaffnung durchgeführt hat und fried­licher Arbeit sich widmet, das nicht daran den­ken konnte, bur^ eine bereitgestellte Armee den französisch-belgischen Truppen auch nur einen Mann oder ein Gewehr entgegenzu­stellen. Der Einleitung dieser Maßnahmen war vorangegangen am 10. Januar die Uebergabe einer Note durch den französischen Botschafter und den belgischen Geschäftsträger in Berlin an den deutschen Außenminister, nach der auf Grund der von der Nerarationskoiumi^wu am 9. Januar, also zwei Tage vor Beginn der Truppenbewegungen (Hört, hört!) festgestellten Unu--"' ändigkeit der deutschen ©eiuiiungen an Holz und Kohle. Die französische Regierung jef'Hoff, ei. aus Ingenieuren bestehende Kon­trollkommission in das Ruhrgebiet zu entsenden. Die französische Regierung hat erklärt, daß sie gegenwärtig nicht daran denke, zu militärischen Operationen zu schreiten, daß sie von Soldaten nur in beschränktem Maß Gebrauch machen werde, um die Tätigkeit der französischen In­genieure bei den deutschen Industriellen und beim Transport zu unterstützen. Keine Störung, keine Veränderung im normalen Leben der Be­völkerung, die Bevölkerung sollte ruhig und in

Ordnung weiterarbeiten. Die französische Regie­rung hat erklärt, auf den guten Willen der deut­schen Regierung und aller Behörden zu rechnen, welcher Art sie auch sein mögen. Diese Maßnah­men wurden von der französischen Regierung gestützt auf den Vertrag von Versailles, auf ienen Vertrag, der auf den Tag genau drei Jahre vor Ueberreichung der Note ratifiziert worden ist zu dem Zwecke, an die Stelle des Krieges einen festen, gerechten und dauerhaften Frieden treten zu lassen. Sie wurden gestützt auf jenen Vertrag, in welchem bestimmte Ver­pflichtungen übernommen worden wären, die Vorschriften des internationalen Rechts genau zu beachten, Gerechtigkeit herrschen zu lasten und die Vertragspfüchten und die gegenseitigen Beziehungen peinlich zu beachten. Sie wurden gestützt auf den Vertrag, aus dem das große Programm der Versöhnung, der Gleichberech­tigung und Selbstbestimmung der Völker herge­leitet wurde, welches 1918 verheißen wurde und von Deutschland durch Erklärung vom 3. Ok­tober 1918 als Grundlage der Verträge über den Waffenstillstand angenommen worden ist.

Durch jenen Verlag von Versailles haben wir schwere Verpflichtungen zum Ersatz der Krie gSschäden übernommen.

So schwer die Lasten sind, so gewährt der Vertrag von Versailler immerhin Deutschland das Reckt, die ihm auferlegten Lasten nach feiner Leistungsfähigkeit zu ermessen, weiter das unverbrüchliche Recht, von

der Reparalionskommission hinsichtlich der Zahlungs­fähigkeit gehört zu werden. Mehr als einmal hat die deutsche Regierung im Laufe der letzten drei Jahre erfahren müssen, daß dies Recht Deutschlands nicht ausreichend beachtet wurde. (Sehr richtig h Gleich­wohl hat die deutsche Rezierunz sich ehrlich bemüht, bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit die wirtschaft­lichen Schäden auSzualrichen und ehrlich und auf­richtig der wirtichaitlichen Reparation zu dienen. Fast die ganze Handelsflotte haben wir dahin- gegeben, Binnenschiffe in großer Zahl, Lokomotiven uitü. bis zu einem gewissen Grade der Lähmung iinierer Verkehrswesens. Wir haben das deutsche Eigentum im Ausland bingegeben und ben Ertrag der Arbeit von Generalionen. Wir haben ftr- ner Maschinen und Baustoffe hingegeben, altes Lei­stungen, die fast größer waren al» es die Rücksicht auf die eigene Wirtschaft gestattet. (Sehr wa rl) Ar­beitgeber und Rxbeiinebmer waren einig nicht nur in der Bereitschaft, sondern auch in dem »ringenden Wunsche, die ganze Rra*t in den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreich; fegen in sönnen. Abel gerade auf die Annahme solcher Arbeit halten wir zu warten. Immer wieder wurden uns andere Saften aus erlegt bis zum Verfall unserer Wirtichaft, den wir beuten vor aller lugen sehen.

Ach frage Die Welt, ob jemals ein Volk mehr gleistet hat und mehr hat leihen können.

Wir waren durch Absperrung vom Weltverkehr, durch den Verlust des Krieges Hunger und Eiitdebrung aller Art Hnteimor eu unt eulkräuct. Ich frage, wu sann Herr Pomcmö in seiner Rammerrebe erklären, er lönne nicht mehr auf falsche Versprechungen zählen nn» lieh dadurch täuschen lassen. Wie lann er »er Ueberzeugung Ausdruck geben, da« Deutsch!«»» keinerlei Anstrengungen macken werde, feine Beipflichtungen zu erfüllen, ohne das Zwang ausgeübt teerte ? Wie lait sich vor aller Welt »c» aufrecht erhalten? Die teutsche Regierung war nicht nur durch Erklärungen. >ondc>n auch durch »0i schlage und Maßnahmen um Die uug des Reparanoutprodlcm» in einer für Frankie,ch günstigen treue bemüht, was durch da» Uitf.l «Her sachverständigen ter internationalen mangelt wie »mch tie Sachverständigen ter G-äudiatrnaaten unt auch durch die Rep«iati»ns- .onrnuffion itlbft behängt w,ro, die die jethiiHg«» i^ifäbmteit DeUtichlandd icslgeftcUl bat. (Sehr richttigli Die Rote meine» Vorgang r« vom 14 Nov. 1922 hat nn vorläufige» Pro lamm für tie Aeparauoneu uw« chritbeu. Hier war »ic Zuuimmuug in »ikicin hone Hause einmütig, alt die Regierung tie Arbeit au - genommen haite, auf dem Bo»cn dieser Rote die end­

gültige Lösung zu versuchen. Das Problem stellt sich vom Standpunkt des Vertragsgegners aus gesehen unter drei Gesichtspunkten bar: Finanziell hantelt es sich darum, Frankreich, das unbestreitbar Schwierig, feiten im Staatshaushalt hat, alle greifbaren Mittel sofort zu verschaffen. Wirtschaftlich wird davon au®gegangen, daß die deutsche und die französische Wirtschaft aufeinander angewiesen sind, und es sollen Wege gesucht werden, ohne Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens einen Ausgleich mit Frankreich zu sinken. Politisch stehen wir der Tatsache gegen­über. daß Frankreich die Unentbehrlichkeit seiner Stellung am Rhein immer wieder mit der Behauptung kriege« rischer Absichten Deutschlands begründet. Unter diesen drei Gesichtspunkten setzte die Tätigkeit des Kabinetts ein. Der erste Schritt war das Schreiben vom 9. Dezember an den englischen Premierminister zur Konferenz von London, in dem ick einen Vorschlag machte, der für die nächsten Jahre vorsorgen und die Brücke zu einer endgültigen Lösung sein sollte. Ter Eriolg unserer Arbeit war Ablehnung. Dann ar­beiteten wir

Vorschläge für >ie Pariser Konferenz aus. In meiner Hamburger Rede habe ich das Wesen ter finanziellen und wirtschaftlichen Vorschläge so deutlich gekennzeichnet, daß auch die Oeffentlichkeit der Ententeländer klar Ziele und Wege dieses SöfungS«' versuche» sah. Der Plan war unter eingehender und gründlicher Prüfung mit sachlich hierzu geeigneten Kräften des deutschen Wirtschaftslebens ausgestaltet worden. Er entsprach wiederum dem Bedürfnis nach einer festen ersten Summe. Zwar konnte diese nach dem einhelligen Urteil der Sachverständigen, da» durch die übereinstimmenden Pläne von England, Frankreich und Italien bestätigt wurde, nur durch internet.onale Anleihen aufgebracht werden; aber wir verpflichteten uns, den so aufgebrachten Betrag sofort nach Plazierung der Anleihe, also ohne Moratorium, zu leisten und wir waren bereit auch für den nicht durch Anleihe gedeckten Betrag Zins und Tilgung zu zahlen. Es kam Kanu weiter darauf an, weitere der EntMckiung der -WirMM.M leisten. Das ge>'chad, indem wir bis git einer zu be­stimmenden Grenze uns verpflichteten, Anleihen nach Llaßgabe des «cüürfniflcS aufzubrmgen. Auf einen ähnlichen Gedanken in dem englischen Vorschlag hat i oincaré nach Pressemeldungen über feine Rede der amtliche Wortlaut liegt noch nicht vor gesagt: Wir haben keine Luft dazu, internationale Bankiers als Schiedsrichter über Rechte Frankreichs anzu­erkennen." Aber welch anderen und heueren un­parteiischen und reinwirtschattlichen Maßstab gibt es für die Abschätzung der Wirtschaft und Finanzkraft als den Kredit. (Sehr richtig!) Endlich kam es da­rauf an, für die Einlösung d»r deutichen Vcrvfllch- tungen die Kraft der dentichen Wirtschaft cinzuicgen. Ich habe erklärt, daß die deutfche Wlrtichast, nament­lich die Industrie- und Bankwelt, bereit war, die Re­gierung öet der Durchführung ihrer Vorschläge zu unterstützen, und bereit war, über die von ihr zu übernehmende Garantie zu verhandeln.

Tiefer Vorschlag wurde nicht angenommcn.

Nach der wirtschaftlichen Seite haben wir dem franjöstichcu Miuistcrpcäsidcnten angeboten, eine Kom­mission von Vertretern ter Industrie und Bankwelt nach Paris zu entienben, die mit französischen Ver­tretern im Elnocrncbmen mit Frankreichs Alliierten über eine wirtschaftliche Verständigung verhandeln sollte «Rufe bet den Rom nurufte«: eie werden sich noch vcrstänrigen l). ^Herr Pomcars hat diesen Vor­schlag abgelehnt.

Um politische Hemmnisse einer rein wirtschaftlichen Regelung zu beseitigen, traten wir durch Vermittlung einer »ritten Macht au tie französische Regierung heran und boten ihr einen durch Abstimmung ge­sicherten Friedenspakt an, Herr Poincarö hat biejcD Vorschlag abgelegt

Unsere Vorschläge boten Raum für Verhandlungen und Vereinbarungen her die Aussüorung und Aus» rüllung der Grundgedanken unserer Varschläge, die »on den aus den Streifen der Alliierten selbst gemach­ten nicht erheblich a.weichen. Aber der Unterschieb, er unsere von den frangöftfehen Gedanken trennte, war nicht gratnell und relativ, londern radikal und abjoluL 63 ist der allgemeine Unterschied zwischen jem machlpolitiichen und dem wirtichaflspoUtlichc» Denken.

Aus diesem machtpolitischen Denken erklärt sich geschichtlich der Schritt der Note vom 10. Januar und des Einmarsches vom 11. Januar. Aeußerlich ist dieser Schritt nicht an, das große Gewaftproblem geknüpft, ionbern an die heute LeijäumniS Deutsch­lands in der Holz- und Roblenlieferurtg, die in bet Kohlenmenge wenige Prozente »essen ausniacht, was wir seit dem Waffenstillstand tatsächlich geliefert baben. Deswegen und wegen Schnittholz und Te- legrapbenftangen unternimmt Poincarst eine militä­rische Aktion, die Kosten von unabsehbarem Umfang ausmacht, die alw für einen unprodultivcn Zweck verwendet werben. Wo bleiben die wirtschaftlichen »rünse, auf die sich?Voi«earü beim Einmarsch ins Ruhrgebiet zu stütze» glaubte?

So wenig wirtschaftliche Gründe er hat, so wenig lägt sich ein Xeditigrunb für sein Beginnen geltend (Fortsetzung Seite 5.)

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