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General-Anzeiger

zelger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlusl Nr. 1237

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WM

Kr. 10

Freitag den 12. Januar

1923

Dos MM Oil

An das deutsche Delk! Poinear^

Votum für Poinear^. -

Die Franzosen haben gestern mit dem Ein­zug in Essen die Feindseligkeiten gegen Deutsch­land begonnen und Poincarè hat in der Kam­mer davon Mitteilung gemacht und ist be­jubelt worden. Poincarè ist der große Mann man hat ihm mit 478 gegen 86 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen, er wird seinen Krieg gegen eine unbewaffnete Macht führen, ganz wie es ihm beliebt; -enn was Poincarè gestern im Ruhrgebiet vollzogen hat, ist eine Kriegserklärung. Die Franzosen wollen erobern nicht nur den Rhein, sondern die deut­schen Kohlengruben und Hochöfen dM Zen­trum der wirtschaftlichen Kraft Deutschlands Sie verfahren wie im Saargebiet. Das Land wird besetzt, die Produktion kontrolliert und dann im zähen Kampf ein Werk nach dem andern auch privatwirtschaftlich in französischen Besitz gebracht. Es handelt sich nicht bloß um die Kohle, nicht bloß um das Eisen, nicht bloß um Holz, das wir vorsätzlich nicht geliefert haben sollen, sondern um den Raub der ge­samten Industrie. Damit soll Deutschland zu Tode getroffen werden. Das weiß und empfin­det heute in Deutschland jeder lAb die Regie­rung hat diesem Empfinden in Wort und Tat einen durchaus würdigen Ausdruck gegeben, und wenn wir in diesen Tagen laut bekennen, der Feind steht im Ruhrgebiet, so soll das nicht nur ein leerer Protest sein. Es soll vielmehr heißen, daß wir diesen Keind als einexrKeMâ körper betrachten, der aus den Blutadern un­serer Wirtschaft, in die er sich als Krankheit und Vernichtungskeim eingedrängt hat, wieder entfernt werden muß. Diesem Ziel wird das deutsche Volk jetzt seine ganze Aufmerksamkeit widmen müssen und es wird seine ganze Kraft daran setzen, es zu erreichen. Alles was das Eindringen des Feindes an Schwerem .über uns bringt, muß dahinter zurücktreten. Das deutsche Volk wird das Aeußerste aufbieten müssen, wenn es den Existenzkampf siegreich bestehen will, der eben jetzt, vier Jahre nach dem sogenannten Frieden, am heißesten begonnen hat.

*

Der Einmarsch in Essen.

Essen, 11. Jan. Ueber die Besetzung Essens wird gemeldet: Nachmittags trafen die fran­zösischen Truppen aus den äußeren Stadtbezir­ken kommend, im Stadtzentrum von Essen ein. Kleinere Kavallerieabteilungen bildeten die Spitze. Sodann folgten gepanzerte Kraftwagen, außerdem größere berittene Abteilungen mit Maschinengewehren sowie Radfahrerinfanterie. Um 2.15 Uhr kamen die Truppen in der Nähe des Bahnhofs an. Eine Reihe öffentlicher Ge­bäude wurde besetzt. Zuerst erfolgte die Be­setzung des Postgebäudes und des Bahnhofes. Die Post wurde sofort geschlossen und der Post- verkehr längere Zeit unterbrochen. Insbeson­dere wurde der Fernsprech- und Telegraphen­verkehr eingestellt. Französische Offiziere dran- 3en in die Telegraphensäle ein und richteten nach Wiederaufnahme des Fernsprech- und Tele­graphenverkehrs eine Kontrolle ein. Die Per­sonen, die sich bei der Besetzung der Post im Steube befanden, wurden festgehalten und vach etwa einer Stunde wieder freigelassen. Unter den Festgenommenen befand sich auch der Vertreter derAssoviated Preß". Das Kohlen- chndikat, das sich ebenfalls in der Nähe des Lahnhofs befindet, wurde durch größere Kaval­lerieabteilungen sofort besetzt. Danach rückten neue Truppen ein, an deren Spitze sich der Ge- veral R a m p a n b befand. Der General, von zahlreichen Offizieren begleitet, ritt an der Zug- Mtze ein. Hinter ihm folgte Kavallerie, eine madfahrerabteilung, Panzerwagen und Jnfan-

Der militärische Zug unterband lange «eit vollständig den Verkehr, insbesondere den Straßenverkehr. Die Bevölkerung verhielt sich beim Truppeneinzug vollkommen schweigend. Die Geschäfte waren im Stadtzentrum ebenso Aw in den Außenbezirken geschlossen. Die uenster meistens mit Tücher verhangen. Die anziehenden französischen Truppen marschierten vuf den Rathausplatz. Nach längeren Verhand­lungen begab sich der französische General in vas Amtszimmer des Oberbürgermeisters Dr. Luther. Der französische General teilte Luther Pst, daß er im Auftrage seiner Regierung ge­wisse Maßnahmen in Essen durchzuführen habe, und zwar im besonderen die Besitzergreifung «Mntlicher Gebäude,, sowie des Eilenbahn-.

ter MMMt.

sRechtfertigung". Vertrauens- - Protest Amerikas".

Post- u. Telegraphenamtes und der Kanalbau­direktion. Er erklärte weiter, daß er beabsichtige, einen Teil der Truppen wieder aus Essen zu­rückzuziehen, wenn die Besetzung durchaefübrt sei und die Ruhe und Ordnung nicht gestört werde. Zum Kommandanten für öffentliche Sicherheit und zum Verbindungsoffizier be­stimmte er den Obersten Clemencon. Auf die Miteilung des französischen Generals erklärte Dr. Luther, er fügesichnurunterdem Zwang der militärischen Gewalt. Namens der Stadtverwaltung erhob er gegen die Ausübung dieser Gewalt Einspruch. Der General nahm die Erklärung des Oberbürger­meisters schweigend zur Kenntnis. Damit war die Unterredung zu Ende, die sich äußerlich in korrekten Formen abspielte.

Soweit bisher bekannt, wurden in Bre­deney Quartiere für 3000 Mann und 1000 Pferde angefordert, in Altenessen für zwei Ge­nerale, 30 Offiziere und 200 Mann. Die Quar­tierzahlen für Essen sind noch nicht bestimmt. Es kann angenommen werden, daß noch weitere Truppen in Essen oder in den Außenbezirken der Stadt eintreffen.

Die französischen Truppen ließen sofort nach dem Eintreffen in Essen Plakate mit einem Auf­ruf des Kommandierenden Generals Degoutte, dessen Hauptquartier sich 'in Düsseldorf befindet, anbringen. In dem Aufruf wird mitgeteilt, daß genleurkorvs anvertraute Mandate französische und belgische Truppey stationiert würden. Um die Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten zu können, werde der Belagerungszustand über das ganze von den französischen und bel­gischen Truppen besetzte Gebiet verhängt. In dem Aufruf wird weiter mitgeteilt, daß die deutschen Gesetze in Kraft bleiben, insbesondere wird auf die Sozialgesetzgebung hingewiesen. Es wird auch ausgedrückt, daß der Acktitunden- tag beibehalten werden solle. Die Behörden müssen ihre Funktionen weiter ausüben, für alle Personen des Ruhrreviers wird ein Personal­ausweis gefordert. Der Verkehr soll grund­sätzlich frei bleiben, doch bleibt eine besondere Verfügung Vorbehalten. Die Presse wird nicht zensiert, doch werden Artikel, die zu Ruhe­störungen oder Beleidigungen der Besatzungs­truppen auffordern, 'bestrast. Das gleiche gilt für Flugblätter. Der Post- und Telegraphen­verkehr wird nicht behindert. Schließlich wer­den Mitteilungen über die Kriegsgerichte gemacht.

Serif«, 11. Jan. Ueber das Vorrücken der französischen und beig i sche n Truppen im Ruhrgebiet berichtet derVorwärts" daß. wer den Aufmarsch gesehen hat, der bis Mittags gegen Essen in zwei Richtungen über Mülheim und Oberhausen mit aller militärischen Kraft erfolgt ist, der Auffassung sein muß. daß das ganze Unter­nehmen einen rein mi litärischen Charakter trägt. Wirtschaftliche Maßnahmen braucht man nicht mit schwerer Artillerie, unzähligen Kolonnen feldmarschmäßiger Infanterie und Tanks zu er­greifen. DerVorwärts" spricht von mindestens neun Divisionen, die an den sogenanntenwirt­schaftlichen Maßnahmen" beteiligt sind. Nach einer weiteren Meldung des Blattes^ aus Duisburg werden in einem Aufruf der Stadtverwaltung 23 Schulen genannt, die neu mit Vesatzungstruvven belegt worden sind. Damit find, so Seibt es weiter, im ganzen 348 Schulklassen und Turnhallen und etwa 50 Nebenräume Schulzwecke n ent­zogen. Die Schulverwaltung ist infolgedessen nicht in der Lage, einen ordnungsmäßigen Schul­betrieb aufrecht zu erhalten.

Der »Sieger" von Essen.

Ueber das Auftreten des an der Spitze der Besatzungstruppen in Essen eingezogenen fran- zösischen Generals berichten die Blätter: Er erschien vor dem Rathaus und schickte den Haus­meister zum Oberbürgermeister Dr. Luther mit dem Befehl, der Oberbürgermeister möge her­unterkommen und ihn auf den Stufen des Rat­haufes empfangen. Dr. Luther ließ dem General sagen, daß er in feinem Dienstzimmer zu sprechen sei. Nach einigem Warten bequemte sich der General dazu, den Oberbürgermeister in dessen Amtszimmer aufzusuchen.

Ausdehnung der Besatzungszone?

Da Tankgeschwader in der Richtung auf Gelsenkirchen konzentiert werden, rechnen die Blätter damit, das Gelsenkirchen heute

beseht werden wird. Auch die Besetzung von Volbert scheint unmittelbar bevorzustehen. In Oberhausen, Sterkrade, Horst und Gladheck sind die Franzosen bereits eingerückt.

An das deutsche Volk!

Berlin, 11. Jan. Der Reichspräsident und die Reichsregierung erlassen folgenden Aufruf:

An das deutsche Volk!

Ein neuer G e w a l t st r e i ch ist auf Deutschland herniedergegangen. Mit wohlbe­rechneter Wucht trifft der Schlag der französi- schen Faust den unbeschützten Lebenspunkt oer deutschen Wirtschaft, längst vor­hergesehen und doch unerwartet.

Vorhergesehen: denn die Pläne und Wünsche der Pariser Machtpolitik sind ohne Scheu auf Gassen und Märkten erörtert worden.

Unerwartet: denn immer blieb die Hoff­nung. daß die wirtschaftliche Vernunft des französischen Volkes die politische Begehrlichkeit seiner Machthaber zügeln würde.

Hat wirklich der Glaube geherrscht, daß den französischen Röten durch Zerstörung des deut- schen Arbeitszenkrums abzuhelfen wäre, so muß die schwerste Enttäuschung folgen. Gegen den Rat der Fachmänner aller Welt will Frankreich die Probe machen. Daß es oei dem Versuch scheitern muß, ist unsere Ueberzeugung.

Doch uns fehlt die Macht, diese Tat der Verblendung, die sich gegen Deutschland wie gegen die gesamte Wirtschaft richtet, aus eige­nen Kräften zu verhindern. Was g e - fchehen konnte, um das Unheil abzuwehren, haben wir versucht. Das hereingebrochene Unheil zu lindern und zu MMBdMi^

Recht der Ration, mit der wir uns eins fühlen auch in der Kraft des guten Gewissens.

Alle Herzen erfüllt die ungeheure Bitterkeit dieser Stunde, wo über weitere Teile unseres Vaterlandes das Schicksal herein- bricht, die Leiden der Fremdherrschaft ertragen zu müssen. Vermehrte Rot für unser sorgenbedröngles Volk muß der Einbruch in die Hauptskätten unserer Arbeit im Gefolge haben. Umso dringender aber ergeht der Ruf an alle Volksgenossen: Erschwert nicht das Los der am härtesten betroffenen Landsieate. Erfüllet auf­rechten Willens und klaren Kopfes die Forde­rung des Tages: Keine Handlung darf ge­schehen, die unsere gerechte Sache schä­digt. Schwerste Schuld am eigenen Volk würde auf sich laden, wer sich hinreißen ließe, durch eine unüberlegte Tat dem Gegner in die Hand zu arbeiten. Von eiserner Selbstbe­herrschung jedes Einzelnere hängen Wohl unb Wehe der Gesamtheit ab. Jetzt mehr als je, leuchte uns das Beispiel der Würde und der moralischen Kraft voran, das die Rhein­lands in Jahren des Leidens gegeben haben.

Den treuen rheinisch-westfälischen Brüdern gilt heute vor allem anderen unser Gruß. Ihr werdet die eichenfeske Fähigkeit be­wahren. die euer altes Erbteil ist, und unge­brochen werdet ihr diesen Wetterbraus über­dauern. ihr, die kein Sturm der Weltgeschichte jemals entwurzelt hat!

Ihr seid die Zeugen, wie Frieden un- Recht von neuem gebrochen werden. Mit euch erheben wir Protest vor der Welt gegen den Bruch des Vertrages, gegen den schweren Bruch des sittlichen Rechtes unseres Volkes auf Leben, Bestand und Selbstbestimmung.

Eine schwere Zeit hebt an, wohl schwerer noch als die Jahre, die ihr seil dem Krieg durchlebt. Wie lange die Prüfung dauern wird, vermag niemand zu sagen. Rur das wissen wir, daß die Rot gesteigert und ver­längert wird, wenn Volk und Staat ihr nicht in untrennbarer Einheit begegnen. Aber das auch wissen und hoffen wir, daß festes Zu­sammenstehen des ganzen Volkes sie kürzen wird. Dazu wollen wir uns die Hände reichen und die Herzen stark machen.

In Stadt und Land laßt uns den nächsten Sonntag unter all dem äußeren Druck der inneren Erhebung widmen und überall durch alle deutschen Gaue in Haus und Hütte unseres Vaterlandes gedenken, seines Leidens und seines Rechtes!

Berlin, den 11. Januar 1923.

Der Reichspräsident: Ebert.

Die Reichsregierung: Dr. Cuno. Reichs­kanzler; Dr. Gehler. Reichsminister; Dr. Her­mes. Reichsminister; Gröner, Reichsminister; Dr. Brauns, Reichsminister. Dr. Heinze, Reichs­minister; Dr. v. Rosenberg, Reichsminister; Oeser, Reichsminister; Dr. Becker, Reicks- minister; Stingl, Reichsminister; Albert, Reichs- Minister: Dr. Luther. Reichsminister.

Protestkundgebungen gegen den französischen Gewaltakt.

Dee ReichSrat.

Berlin, 12. Jan. In der gestrige« öffentliche« Sitzung des ReichSratS nahm vor Eintritt in die Tagesordnung der Vertreter Preußens, Staatssekretär Goehre, das Wort zu folgender Erklärung, bst von den Mitgliedern der ReichSratS stehend arrgehött wurde:

Der ReichSrat als verfassungsmäßige Vertretung der deutschen Länder erhebt in Uebereinstimmung mtt der Reichsregierung einmütig Protest gegen die von der französischen und belgischen Regierung durch Besetzung einer Teiles der Ruhrgebiets an dem deutschen Volke unter dem Bruch der Versailler Vertrag? begangene Vergewaltigung. Der ReichSrat bezeugt vor der ganzen Welt, daß das deutsche Volk bemüht gewesen ist, die ihm auferlegten, nach dem Urteil der ersten wirtschaft­lichen Autoritäten der Erde untragbaren Lasten bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit zu erfüllen und daß es dazu auch künftig bereit gewesen wäre. Benn nun­mehr durch einen derartigen Ueberfall auf das wehr­lose deutsche Volk die Wiedergutmachung unmöglich gemacht, der Friede Europa» erneut gefährdet und daS Zusammenleben der Nationen abermals vergiftet wird, so trägt die Schuld daran ausschließlich die Gewalt­politik Frankreichs.

Gegen eine Politik mit solch unheilvollen Folgen ruft der ReichSrat daS Urteil aller rechtlich denkenden Länder an. Die bedrohten Volksgenoffen am Rhein und an der Ruhr aber versichert er feiner tätigen Hilfe. Er ist gewiß, daß sie in Besonnenheit und Würde auS» harren bis zum Tage der Befreiung.

Die bürgerttchen Parteie«.

Die von den bürgerlichen Parteien in Berlin erlassene Aufforderung zur Kundgebung hat folgenden Wortlaut:Der Einmarsch der Franzosen deutschen Volke» und ein Bruch des Versailler Vertrag«. Mitbürger! Erscheint im Lustgarten nächsten Sonntag

12 Uhr. Es reden die Reichrtagsabgeardneten Dr. Fleischer, Hergt, Lawerenz, V. Lersner, Marx, Petersen, Schücking, Stresemann." Unterzeichnet ist die Auf­forderung zu der Kundgebuug von der Zentrumspartei, den Deutschnationalen, der Deutschen Bolkopartei, den Demokraten und der Bayerischen Volkspartei. Im Interesse der ungestörten Verlauf» der Kundgebung wird gebeten, von der Mitführnng von Fahnen und Abzeichen abzusehen. Auch äußerlich wird der kommende Sonntag unter dem Zeichen eine» besonderen Tage» stehen. So ist ein dreimaliges Glockenläuten vor­gesehen. Ebenso werden die Geistlichen in ihren An­sprachen auf die Bedeutung des Tages Hinweisen.

In einem von dem Vorstand

der sozialvemokratischen Partek veröffentlichen Protest an die Arbeiterklasse» wird gejagt: Der französische Imperialismus ist mit belgischen Hilfstruppen in da» Ruhrgebiet eingebrochen. Die Erweiterung des besetzten Gebiete» ist unvereinbar mit dem Versailler Verttag. Sie zeigt, daß vier Jahre nach dem Kriegsende der ftanzöfische Jmperia. llsmus noch mit den Rütteln de» Krieges arbeitet, sie zeigt, daß trotz Völkerbund noch keine Bcfriediguu, Europa» erreicht ist. Die Erweiterung des besetzten Gebiete» erfordert eine Vermehrung der Entente­truppen. Sie hat zur Folge, daß dem mWaristischen Moloch Goldmilliarde über Golbmilliarde geopfert wird, während der Aufbau der verwüsteten Gebiete, der mit diesen Milliarden erfolgen könnte, sträflich vernach­lässigt wird. Unser Protest gegen die Gewaltmethoden des französischen MilltariSmu» wird in der Welt draußen umso eher Widerhall finden, wenn die deutsche Bevölkerung besonnen und fest für da» Selbstbe- stimmungkrecht de» deutschen Volke? eintritt. Ein Aufruf ähnlichen Inhalte« ist auch von den freien Gewerkschaften veröffentlicht worden.

Der Reichskriegerbund.

Der deutsche Rekchskriegsbund Kyffhäuser, der 28000 Vereine umfaßt, erließ anläßlich des Einmarsches Frankreichs in das Ruhrgebiet eine Kundgebung, in der erklärt wird, einmütig nach den von der Re­gierung gegebenen Richtlinien zusammenzu­stehen in der Abwehr der feindlichen Bajonette und nicht zu wanken und nicht zu zagen, fon- dern im Vertrauen auf die gesunden Kräfte, die trotz allem noch im deutschen Volke lebendig sind, fest der Zukunft entaegenzusehen, Kalt­blütigkeit, Würde zu bewahren und nicht durch Gewalttaten die Lage zu verschlimmern und die Einheit aller Deutschen, die jetzt für das deutsche Volk allein entscheidend sei, in jedem und allem zu fördern und zu stützen,

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Dollar (10 Ahr vorMoi 10600