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I Anzeiger
General-Anzeiger / Amlliches Organ für Sia-l- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 7
Dienstag den 9. Januar
1923
A Ermrtmg des InuMch« EimMes.
Keule Enlfcheidung der Repko. — Essen als Mittelpunkt -er Ruhrbesetzung. — einmütige Abwehr.
Die französischen Vorbereitungen, die für Vie Besetzung weiteren deutschen Gebietes getroffen werden, sind seit Sonntag in vollem Gange und es ist sehr wahrscheinlich, daß der Auswärtige Ausschuß, wenn er morgen zusammentritt, bis zu einem gewissen Grade schon vor vollendeten Tatsachen stehen wird. Es wird jetzt ernst mit einer Gefahr, die immer über unseren Häuptern schwebte und die auch durch die Erfüllungspolitik bis zum äußersten nicht beseitigt worden ist. Wenn heute noch Zeit und Anlaß wäre, zurückzuschauen, so könnte man feststellen, daß diese Erfüllungspolitik, die auf der Gegenseite den bösen Willen überwinden wollte, tatsächlich doch nur da u geführt hat, daß Deutschland die unvermeidliche Schicksalsprobe bestehen muß, nachdem seine inneren Kräfte aufs äußerste erschöpft worden sind. Aber alles Rückwärtsblicken ist jetzt vom Uebel. Die Gefahr, die uns bedroht, erfordert, daß wir alle Kräfte und alle Aufmerksamkeit in die nächste Zukunft richten, damit wir der ungeheuren Gefahr, die uns droht, doch schließlich noch Herr werden können.
Der Reichskan ler wird morgen nicht zu dem Auswärtigen Ausschuß, sondern in erster Linie zu dem deutschen Volke sprechen. Seine Rede wird veröffentlicht werden und sie wird — dessen sind wir sicher — dem deutschen Volke als Wegerichtung dienen können, wenn es sich jetzt darum handelt, durch die Wirrnisse der nächsten Zeit hindurchzukommen. Die Regierung hat sich, seitdem sie die Führung der Geschäfte übernommen hat, niemals einem falschen Optimismus hingegeben. Sie war über bi/ Stimmungen in London und in Washington genau unterrichtet und wußte, daß der Widerstand und die Aktivität, an denen sich zunächst Frankreichs Gewaltpolitik brach, ihre zeitlich sehr eng gezogene Grenze hatte. Infolgedessen rechnete sie damit, daß Herr Poincarè alle Vernunftgründe in den Wind schlagen und durch seine Gewaltanwendung dem Haß- und Rachegefühl der französischen Politik Luft schaffen würde. Die Regierung ist also gerüstet und auf alles vorbereitet, was auch kommen möge. Sie wird es nicht daran fehlen lassen, im Augenblick der Gefahr zum deutschen Volke zu sprechen und namentlich zu demjenigen Teile unserer Bevölkerung, -er dem französischen Gewaltstreich un= mitelbar ausgesetzt ist. Sie wird auch gegen Frankreich die einzig mögliche Politik durchhalten. Sollte Herr Poicarë wirklich die Keckheit besitzen und nach vollzogener Gewalt Ver- hanolungen mit der deutschen Regierung an« knüpfen, so würde er auf eine unüberwindliche Weigerung stoßen, sich mit ihm einzulassen. Mit einem Mann, der wie Poincarè abgeschlossene Verträge bricht, darf es keine Verhau d- kungen geben. Freilich kann Deutschland nicht Gewalt gegen Gewalt setzen, aber auch die Form feierlicher Rechtsverwahrung kann ein wirksames Mittel sein, um gegen Gewalt zu protestieren. Und dann wird die Regierung in Erwägung zu ziehen haben, ob sie nicht durch den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Frankreich dem schwerverletzten Rechtsgefühl den wirksamsten Ausdruck gibt.
Herr Poincarè könnte aber noch weiter gehen. Er könnte der deutschen Regierung zu- wuten, daß sie seinen Gewaltstreich durch freiwillige Unterwerfung anerkennt und seines Ausführung wohl gar noch Hilfe leistet. Auf ein solches Verlangen aber gibt es natürlich nur eine Antwort: Ein fest es und entschiedenes Nein. Die deutsche Regierung und das deutsche Volk sind sich heute darin vollkommen einig, daß ein Ultimatum an uns völlig wirkungslos abprallen würde. Mit dieser Haltung wird die Regierung Dr. Cuno ganz zweifelns nicht nur im Auswärtigen Ausschuß, sondern auch später im Reichstag volle Unterstützung finden und sie wird dabei das ganze deutsche Volk hinter sich haben.
Wir freuen uns die Feststellung machen zu können, daß heute schon die Einigkeit des deutschen Volkes über die Abwehr des französischen ^cwaltplanes von der Sozialdemokratie bis zu den Deutschnationalen gesichert halten kann. Im »Vorwärts" bezeichnet der Abgeordnete Rudolf V r e i t s ch e i d das Vorgehen Frankreichs als »rücksichtslosestes Draufgängertum" und auch °r erkennt, daß die „Idee, daß Deutschland zer- Mckelt und vernichtet werden müßte" in Frank
rung der Ruhrbesetzimq durch Frankreich zweifelt hier niemand mehr.
Nach einer Zeiunasmeldung aus Mainz soll auf den Strecken Koblenz—Köln und Koblenz— Trier der Güterverkehr zum Teil zum Erliegen gebracht worden sein, um die Strecken für Truppentransporte freizumachen. Auch aus der Pfalz werden starke Truppentransnorte gemeldet. — In Duisburg ma*fe sich die bevorstehende Ruhrbeketzung bereits bemerkbar. Auf Grund eines Befehles der dort befindlichen Beiatzunasbehörde müssen auf dem Bahnhöfe in Duisburg große Verladerampen her- gestellt werden.
Die Seul chenD-rireler vor-er Repko.
Paris, 8. Ian. Das offizielle Lommu- niqué der Reparakionskommiffion über die heutige Sibuna besagt: „Die Reparationskommission ist heute, am 8. Ianuar, 3 Ahr nach- mifags, unter dem Vorsitze von Barthou zu- sammengctreken, um die Vertreter der beugen Regierung über die Fef-lbeträae der beugen Kohlenlieferungen an Frankreich im Laufe des Jahres 1922 anzuhören, die das Erfuhren um Feststellung einer deutschen Verfehlung nach § 17 des Anhanges 11 von Seiten der französischen Delegation zur Folge gehabt hat. Die Anböruna wird morgen den 9. Januar vormittags 9.30 Uhr fortgesetzt und im Laufe des Vormittags zu Ende aeführt."
Paris, 8. Jan. Ueber die Verhandlung deutscher Sachverständiger vor der Reparationskommission erfahren wir: Herr Wallmichrath hat in längerer durch Akten und Zahlenmaterial belegten Ausführung dargelgt, welche Anstrengungen die deutsche Regierung gemacht hat, um das volle Maß der georderten Koks- und Kohlenmenge zu liefern und welche Gründe maßgebend waren, daß eine volle Erfüllung der angeforderten Leistungen nicht stattgefunden habe. Er hat besonders im einzelnen dargelegt, daß die Reparationskommission bei Festlegung des ^ieferungsprogr-'^ms die Leistungsfähigkeit der deutschen Kohlenzechen übernutzt habe, worauf die deutschen Delegierten von vornherein aufmerksam gemacht hatten, daß aber trotzdem die deutsche Regierung alles Mögliche versucht habe, um den gestellten Anforderungen zu genügen. Es könne keinem Zweifel unterliegen, daß die getätigten Kohlenlieferungen die Grenze dessen dar st eilen, was mit der deutschen Wirtschaft vereinbar i ft — Wallmichroth habe ferner dargelegt, wie gering der Prozentsatz der Unterlieferung ist und daß ein großer Teil der Fehlmengen auf die unberechtigte Zurückweisung an- gebotener Kohlenmengen von französischer Seite zurückgeführt werden muß. Der deutsche Sachverständige hat die offiziellen Ziffern der französieren Delegation angezweifelt. Im Augenblick verhandeln die deutschen und französischen Sachverständigen, um die Ziffern miteinander zu vergleichen und die Differenz zu klären. Auf einzelne Fragen des Vorsitzenden der Revaratiouskommission sowie anderer alliierter Mitglieder wurden die gewünschten ergänzenden Mitteilungen gemacht.
Dem Antrag des Staatssekretärs Fischer, die Sitzung bis zum Eintreffen von Direktor L u e b f e n vom Kohlensyndikat zu vertagen, damit auch er in der Lage sei, seinen Standpunkt zu vertreten, wurde stattgegeben. Morgen vormittag wird auch der gesamte Tatbestand von deutscher Seite einer juristischen Prüfung unterzogen werden.
Paris, 8. Jan. Nach Schluß der heutigen Sitzung hat — Havas zufolge — Bradbury zu den englischen Journalisten geäußert, er habe sich nach den bisherigen Erklärungen der deutschen Vertreter noch keine feste Meinung bilden können. Er warte die weiteren Ausführungen in der morgigen Sitzung ab.
Eine Erklärung des Reichskanzlers.
„Vertragsbruch und Gewalt gegen ein wehrloses Volk."
Berlin, 8. Jan. Reichskanzler Dr. Cuno empfing heute vormittag die hiesigen Vertreter der amerikanischen Depeschenagenturen und gab ihnen folgende Erklärungen:
Die alliierten Ministerpräsidenten haben bei ihren Pariser Beratungen über die Repara- tionsfrage unsere Vorschläge nicht hören wollen und über ihre eigenen Vorschläge sich nicht einigen können. Die Lösung des Problems ist von neuem aufgeschoben. Frankreich scheint sich zu dem Versuche anzuschicken, seine Ansprüche im Wege des Zwangs und de r Gewalt durchzusetzen. Dabei hat es den Anschein, als ob man in einigen Kreisen
reich heute vorherrschend sei. Die Folgerungen aus dieser Erkenntnis hat der Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei, Abgeordneter W e l s, in einer Rede vor dem internationalen sozialistischen Kongreß in Köln gezogen. Er erklärte des deutschen Volkes habe sich eine ungeheure Erbitterung bemächtigt, „deren Auswirkungen eines Tages außerordentlich gefährlich werden könnten . . . Wenn dem Panama des Besatzungsheeres nicht sehr bald ein Ende gemacht wird, so wird es uns deutschen Sozialdemokraten unmöglich sein, weiter für die Erfüllung auch der legitimsten Forderungen Frankreichs einzutreten. Das deutsche Volk leidet selbst zu große Not, als daß ihm zuge- mutet werden kann, länger Opfer zu bringen, die nachweisbar nicht dem Wiederaufbau von Zerstörungen und der Linderung fremder Sorgen und Nöte dienen, sondern in der Hauptsache in das Danaidenfaß des französischen Militarismus am Rhein wandern und nur neue NNe und Sorgen bei den eigenen Volksgenossen erzeugen." — Der frühere Reichskanzler Dr. Wirth erklärte vor dem rheinischen Zentrumsparteitag in Köln, „das deutsche Volk werde ein neues Ultimatum nicht annehmen." Georg Bernhardt führt in der „Vossischeu Zeitung" aus, Deutschland müsse ein gewaltsames Vorgehen Frankreichs als Bruch des VexMler Vertrages betrachten unbnüt der Einstellung sämtlicher Leistungen beantworten. Im „Berliner Tageblatt" fordert der frühere Reichsminister Dr. Schiffer einen „Sturmlauf gegen den Versailler Vertrag und die Schuldlüge im besonderen". Den gleichen Standpunkt vertritt natürlich die gesamte Rechtspresse. — So scheint es dem deutschen Volke beschieden zu sein, die schweren Zeiten, denen es entgegen geht, wenigstens in brüderlicher Einigkeit zu ertragen und die schwere Schicksalsprobe auch zu bestehen.
Reichsregierung und Einmarsch.
S e r l i n, 9. Ian. Gestern abend fand unter dem Vorsitz des Reichskanzlers eine Ulinifter- besprechung statt. Die Nachrichten, die bis gestern abend an Berliner amtlichen Stellen aus Paris eingegangen waren, ließen kaum mehr einen Zweifel darüber, daß die franzö- sische Aktion, die zunächst auf die B e s e tz u n g von Lssen und Umgebung abzielt, tatsächlich zur Ausführung kommen werde. Alle Möglichkeiten, die sich für Deutschland aus einer Besetzung Essens ergeben, sind in der Ministerbesprechung erwogen worden. Einhellig ist die Ueberzeugung zum Ausdruck gekommen, daß die von Frankreich vorbereitete Aktion als ein Bruch des Versailler Vertrages angesehen werden muß. Welche Maßregeln die deutsche Regierung treffen wird, bleibt abhängig von dem Umfange des französischen Vorgehens.
Wie die Blätter schreiben, ist sich die Reichsregierung darüber im klaren, daß die nächsten Tage dem deutschen Volke und seinen Vertretern Entscheidungen von außerordentlicher Tragweite auferlegen werden. Sie ist aber durchdrungen von der Ueberzeugung, daß das Einheitsbewußlsein und der Opferwille des deutschen Volkes die starke Front im Innern herstellen werden, die gegenüber den gewaltigen Uebergriffen Frankreich notwendig ist.
Die franzö schon Vorbereitungen.
Essen, 8. Jan. Die Vorbereitungen zum Einmarsch in das Ruhrgebiet werden von den französischen Militärbehörden nach üöereinstim- menoen Meldungen aus allen Teilen des besetzten Gebietes planmäßig getroffen. Die französischen Truppen sind in großem Umfange an dessen Peripherie, namentlich in der Richtung nach dem Ruhrgebiet verschoben worden. So zeigten sich Truppenableilungen an der Grenze des Essener Gebietes zwischen Kettwig und Mülheim. In Essen selbst sind weder bei den Behörden noch bei den leitenden Stellen des Ruhrbergbaues direkte Mitteilungen über die französischen Maßnahmen eingetroften. Auch die von Paris abgesandte Jngenieurdelegalion, die schon erwartet wurde, ist heute in Essen nicht eingetroffen, sondern vermutlich in Düsseldorf geblieben. Die französischen Militärbehörden haben, wie aus Uerdingen gemeldet wird, im Verkehr zwischen dem rechten und dem linken Rheinufer eine scharfe Post-, Telegraphen- und Fernsprechzensur eingesührt. An der Durchfüh
Frankreichs wirklich glaubt, durch einen solchen Zwang die Reparationsleistungen von uns er« halten zu können. Ich sagte schon in meiner Hamburger Rede, daß jede Zwangsmaßnahme den Tod der wirtschaftlichen Reparationen bedeu- t e n würde. Das kann ich heute nur mit größtem Ernst und Nachdruck wiederholen, denn so sehr mir bereit waren, und es auch heute noch sind, freiwillig und gestützt auf unsere Wirtschaft bis an die Grenze unserer wirtschaftlichen un- finanziellen Kraft zu gehen, so wenig sind wir willens, uns irgend einem Zwange zu beugen. Unsere Bereitschaft zur freiwilligen Leistung des Möglichen haben wir durch die Tat bewiesen. Wir haben das Unsrige getan. Wir sind zum Frieden bereit. Das deutsche Volk wird aber, wenn es sein muß, ebenso entschlossen den Weg des Leidens gehen. Unter Druck und Drohung werden wir nicht handeln. Wir können der Gewalt nicht mit Gewalt entgegentreten. Was wir aber in voller Entschlossenheit und voller Uebereinstimmung mit dem deutschen Volke tun können, das ist, die wirtschaflicke Unvernunft und die Rechtlosigkeit des französischen Vorhabens der Well in ihrem wahren Lichte zu zeigen. Gewalt bleibt Gewalt! Frankreich versucht, die geplante Aktion mit einem Scheine des Rechts zu umkleiden, indem es von Sanktionen und Pfändern spricht, die in den Bestimmungen des Versailler Vertrages ihre Stütze haben sollen. So ungeheuer er auch sonst ist, er geht nicht so weit, den Alliierten beliebige Eingriffe auf deutsches Gebiet zu gestatten. Zur Sickerung ihrer' Forde- rungen aus dem Vertrage, namentlich zur Sicherung der Reparationsforderungen, halten die Alliierten für eine b^timmfe Zeit das Rheinland besetzt, eine Garantie, wie sie stärker und drückender wobl in keinem Friedensvertrage Zwischen den Kulturvölkern festgesetzt wurde. Wenn Frankreich jetzt auf eigene Faust noch weiter neben miTr. w-wn es im besetzten Gebiet sich nicht in den Schranken des das Besatzungs- recht regelnden Abkommens halten oder wenn es sogar seine Hand noch über das Rheinland hinaus auf unbesetztes Gebiet legen will, so ist das nicht eine Ausübung des vertraglichen Rechtes, sondern ist Vertragsbruch und Gewalt gegen ein mehr l ofes Volk.
Ter Schiedsspruch im Ruhrbergbau.
Berlin, 9. Jan. D-r m €dilic6tung der Lohnstreitigkeiten im Rheinisch-Westfälischen Steinkohlenrevier aemäsi § 82 Abs. 1 der Verordnung vom 23. Dezember 1918 nach dem Scheitern der Einigung!« Vertändlungen auf Wunsch der Parteien zusammen» netretene ScMicbtunglauëfrfmfe fällte in seiner gestrigen Sitzung im Neichsarbeitrministerium folgenden Schied«- pruck:
A) 1. die Löhn« der Bergarbeiter des Ruhrgebiet« werden wie folgt erhöbt: Ab 1. Januar 1923 durchschnittlich um 700 Mk., ab 12. Januar durchschnittlich um weitere 1000 Mk., fe Schickt. In diesen Beträgen ist einbegriffen die Erhöhung de« Hauiüand» und der Kindergelder um je 50 Mk. je Schicht. Die vorgesehene Staffelung rechtfertigt sich auf der Erwertung de« SchlichtungsauSschusse«, da» ab 15. Januar di« Ueberschichten erneut in Kraft treten werden.
2. Die Verteilung dieser durchschnittlichen Lohnerhöhung auf die Klassen der Lohntafel im bisherigen prozentualen Verhältni« wird einer Verhandlung der Bczirkrarbeitrgemeinschast überlassen.
3. Bei der zweiten AdschlaaSzadlun, im Januar rst die Lohnzahlung, die sich aus den bis zum 11. Jan. gewährten Zulagen ergibt, voll zur Auszahlung zu bringen. — Den Parteien wird eine Frist zur Erklärung für die Annahme bei Schiedsspruchs bl« Samstag den 13. Januar, 6 Uhr abends, gesetzt-
B) An die Parteien wird die Empfehlung au«ge- sprochen, die Verhandlungen über die Einführung eine» die Produktion fördernden Prämienverfahren« möglichst bald zum Abschlutz zu bringen.
Dollar (10 Uhr oorm.» 10800
Die ausländischen Devisen haben angesichts der Sanktionspläne der französischen Regierung ihre Steigerung im schärfsten Zuge fortgesetzt. Der Dollar, der am letzten Wochenschluß noch 8600 notierte, hat heute morgen 10 Uhr seinen noch nie erreichten Höchststand von 10 800 Mark erreicht.
In Vergleichung hierzu sei bemerkt, daß Dollarnoten im Vorjahre mit etwa 7200 geschlossen und im neuen Jahre mit 7350 Mark eingesetzt haben, so daß sich inzwischen inner- halv 8 Tagen eine Erhöhung um 3500 Mark ergibt. Ungefähr vor einem Jahre waren Dollarnoten anläßlich der Verhandlungen in Cannes und der damals von den Alliierten beschlossenen Hinzuziehung deutscher Delegierter zu den Genueser Verhandlungen von 183 auf 166 Mark zurückaeaanaen.